Inhaltsverzeichnis
über das Geschäftsjahr 1.1.2025 – 31.12.2025 gem. § 243 UGB
Inhalt
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen . .. 2 Geschàftsfeld. .. 3 Geschäftsverlauf und finanzielle Leistungsindikatoren . .. 4 Sonstige Leistungsindikatoren . .. 5 Bericht über die Forschung und Entwicklung. .. 5 Bericht über Tochtergesellschaften . .. 5 Bericht über Zweigniederlassungen. .. 6 Risiken des Untenehmens. .. 6 Ausblick. .. 7
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die weltwirtschaftliche Lage im Geschäftsjahr 2025 war weiterhin von einer fragilen Erholung nach einer zweijährigen Rezessionsphase geprägt. Während die globale Wirtschaft ein moderates Wachstum verzeichnete, blieben geopolitische Spannungen, insbesondere die anhaltenden Konflikte in Osteuropa sowie die verschärfte Sicherheitslage im Nahen Osten zentrale Belastungsfaktoren für die globalen Handelsströme.
Der internationale Transport- und Logistiksektor wurde von diesen wirtschaftlichen Faktoren stark beeinflusst. Die anhaltenden Auswirkungen der geopolitischen Unsicherheiten haben insbesondere den Seeverkehr und den internationalen Straßentransport betroffen. Engpässe in den Häfen, steigende Frachtkosten sowie Schwankungen in der Nachfrage haben zu einer erhöhten Volatilität geführt. Während sich die Containerpreise nach dem Höchststand während der COVID-19-Pandemie inzwischen normalisiert haben, bleibt die Branche mit steigenden Betriebskosten und regulatorischen Anforderungen, insbesondere im Bereich der Nachhaltigkeit, konfrontiert. Der zunehmende Fokus auf CO2-Reduktion und alternative Antriebe zwingt Logistikunternehmen, verstärkt in neue Technologien und emissionsarme Transportlösungen zu investieren.
Der Fachkräftemangel setzte sich fort und machte eine vorausschauende Planung, die optimale Ausnutzung von Frachtkapazitäten und die Eliminierung von Ineffizienzen essenziell, was ohne umfassende Digitalisierung nicht umsetzbar ist. In diesem Umfeld hat die Künstliche Intelligenz (KI) den Sprung von der Innovation zum Standardwerkzeug vollzogen. KI-basierte Lösungen zur dynamischen Routenoptimierung, präzisen Nachfrageprognose und automatisierten Bestandsverwaltung sind essenziell geworden, um Ineffizienzen abzubauen und den Kostendruck zu dämpfen. Ergänzt wird diese Entwicklung durch den verstärkten Einsatz von Cloud-Computing und Cybersecurity-Maßnahmen, da die zunehmende Vernetzung auch die Anforderungen an die digitale Resilienz erhöht hat.
Für Osterreich als Logistikstandort sind insbesondere die Entwicklungen im Straßengüterverkehr und der Bahnlogistik von Bedeutung. Der heimische Transportsektor profitiert von der zentralen Lage innerhalb Europas, steht jedoch gleichzeitig vor Herausforderungen wie Fahrermangel, steigenden Mautgebühren und der Notwendigkeit, den CO2-Ausstoß im Güterverkehr zu reduzieren. Die österreichische Regierung setzt verstärkt auf den Ausbau der Schieneninfrastruktur, um den Anteil des kombinierten Verkehrs zu erhöhen. Dennoch bleibt der Straßengüterverkehr ein zentraler Bestandteil der nationalen und internationalen Transportlogistik.
Geschäftsfeld
Die JCL GmbH hat sich als kompetentes und effizientes Shared Service Center innerhalb der JCL Gruppe bewährt und bietet zentrale Dienstleistungen für verschiedene verbundene Unternehmen an. Das Portfolio umfasst eine breite Palette von unterstützenden Dienstleistungen, die darauf abzielen, die Effizienz und Effektivität der Geschäftsprozesse unserer Partnerunternehmen zu steigern.
Im Berichtsjahr hat die JCL GmbH weiterhin hochwertige Leistungen in den Bereichen IT, Controlling, Rechnungswesen und Treasury, Verrechnung, Debitorenmanagement und Lohnverrechnung erbracht. Durch die Zentralisierung dieser Funktionen konnten wir signifikante Synergien erzielen und die Betriebskosten für unsere Partnerunternehmen reduzieren.
Digitale Dienste: Die Informations- und Technologieabteilung hat durch die Implementierung innovativer Technologien und Lösungen sowie durch die Sicherstellung einer robusten und sicheren IT-Infrastruktur maßgeblich zur digitalen Transformation und zur Steigerung der operativen Effizienz beigetragen.
Controlling: Das Controlling spielt durch die Bereitstellung detaillierter Finanzanalysen und -berichte, die Uberwachung von Budgets und die Unterstützung bei der strategischen Entscheidungsfindung eine entscheidende Rolle für das finanzielle Management der Unternehmensgruppe.
Rechnungswesen: Die Abteilung für Rechnungswesen stellt sicher, dass alle finanziellen Transaktionen akkurat erfasst und berichtet werden, was die Grundlage für eine verlässliche Finanzberichterstattung bildet. Dabei wird maßgeblich zur Einhaltung der Rechnungslegungsvorschriften und -standards beigetragen.
Treasury: Im Bereich Treasury sind spezialisierte Strategien und Verfahren implementiert, die es ermöglichen, die Liquiditätsposition zu optimieren, die Zinskosten zu reduzieren, Zahlungsströme effizient zu steuern und die finanzielle Stabilität der Partnergesellschaften zu unterstützen.
Verrechnung: Die Verrechnungsabteilung ist speziell für die Erstellung und den Versand von Rechnungen an die Kunden unserer Partnergesellschaften zuständig. Durch die präzise und zeitgerechte Rechnungsstellung trägt diese Abteilung entscheidend zur Aufrechterhaltung eines effizienten Cashflows und zur Kundenzufriedenheit bei.
Debitorenmanagement: Im Bereich Debitorenmanagement werden durch effiziente Prozesse und wirksame Strategien zur Forderungsbewirtschaftung die Außenstände minimiert und damit die Liquidität und das Working Capital optimiert.
Lohnverrechnung: Die Lohnverrechnung trägt durch eine zuverlässige und genaue Abwicklung der Gehaltsabrechnungen sowie die Einhaltung aller gesetzlichen Anforderungen maßgeblich zur Mitarbeiterzufriedenheit bei.
Geschäftsverlauf und finanzielle Leistungsindikatoren
Die Betriebsleistung der JCL GmbH ist gegenüber dem Vorjahr um 29 % auf TEUR 5.362 gesunken.
Das EBITDA reduzierte sich im Geschäftsjahr 2025 signifikant und drehte gegenüber dem Vorjahr in den negativen Bereich auf TEUR -2.518. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war primär die Einbeziehung der JCL Home Delivery Austria GmbH im Zuge der Verschmelzung.
Der Betriebserfolg verzeichnet ebenfalls einen erheblichen Rückgang auf TEUR -2.756 (Vorjahr: TEUR 115), was auch auf die Verschmelzung zurückzuführen ist.
Investitionen
Die im vergangenen Geschäftsjahr getätigten Investitionen beliefen sich auf ca. TEUR 78 (Vorjahr TEUR 128).
Im Jahr 2025 hat die JCL GmbH bedeutende Investitionen in den Erwerb von Lizenzen und Software getätigt, um die IT-Infrastruktur weiter zu stärken und die digitale Transformation innerhalb der JCL GmbH voranzutreiben. Diese strategischen Investitionen waren darauf ausgerichtet, eine robuste und sichere IT-Umgebung zu gewährleisten, die den ständig wachsenden Anforderungen an Datensicherheit und Systemverfügbarkeit gerecht wird.
Durch die Implementierung fortschrittlicher Softwarelösungen konnten die Prozesse optimiert, die Automatisierung erhöht und die Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmensgruppe verbessert werden. Diese technologischen Upgrades sind entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
Die getätigten Investitionen sind ein klares Bekenntnis zu Innovation und kontinuierlicher Verbesserung, mit dem Ziel, den Partnergesellschaften erstklassige Dienstleistungen zu bieten und sie effektiv bei ihrer Geschäftstätigkeit zu unterstützen.
Eigenmittelquote
Das Eigenkapital wird per 31. Dezember 2025 mit TEUR 38.621 (Vorjahr TEUR 33.571) ausgewiesen. Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 83,7 % (Vorjahr 83,6 %) was einem Anstieg in der Eigenmittelquote von 0,1% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Sonstige Leistungsindikatoren
Die Gesellschaft verfügt über ein umfassendes Qualitätsmanagement und ist nach ISO 9001/ISO 14001 und ISO 45001 sowie nach SQAS (Safety and Quality Assessment System) und AEO (Authorized Economic Operator) zertifiziert. Dieses Bekenntnis zur Qualität hat dazu beigetragen, eine erweiterte Einstellung zur Zuverlässigkeit der Dienstleistung zu gewinnen und die Performance bei den Kunden zu verbessern.
Die erfolgreiche Umsetzung der Ziele wird durch dieses System unterstützt. Das Qualitätsmanagement-System ist ein integriertes Management-Instrument, das für die stetige Optimierung der Dienstleistungen sorgt. Das Unternehmen entwickelt und integriert die neuesten Industriestandards und Prozesse im Hinblick auf die jeweiligen Marktanforderungen im Bereich der nationalen und internationalen Logistikbranche.
Weiters steht die Gesellschaft für qualifizierte, motivierte und erfahrene Mitarbeiterlnnen und legt sehr viel Wert auf Aus- und Weiterbildung des Personals. Durch ein konsequentes Qualitätsmanagement sollen nicht nur Kunden zufriedengestellt und erstklassige Logistikleistungen geliefert werden, sondern darüber hinaus die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz für alle Beschäftigten sichergestellt und systematisch verbessert sowie ein aktiver Beitrag zur Vermeidung bzw. Reduzierung von Umweltbelastungen geleistet werden.
Bericht über die Forschung und Entwicklung
Tatsächlich widmet sich die Gesellschaft nicht direkt der Forschung und Entwicklung im klassischen Sinne. Trotzdem sind die stetigen Neuerungen in ihren Logistikprozessen und Dienstleistungen ein direktes Ergebnis von Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen. Diese Innovationen kommen entweder spezifisch durch die Bearbeitung von Kundenprojekten zustande oder durch die fortlaufende interaktive Zusammenarbeit mit den Kunden. Diese Innovationsdynamik erweist sich als ein zentraler Faktor, welcher der Gesellschaft einen signifikanten Vorteil im Wettbewerb verschafft
Bericht über Tochtergesellschaften
JCL Logistics Austria GmbH
Der Geschäftszweck der Gesellschaft ist die Erbringung von Dienstleistungen in den Bereichen Contract Logistics, vor- und nachgelagerten Transporten und Kommissionierungstätigkeiten, Uberseegeschäften, Crosstrades in den Bereichen Straßen- und Bahntransporte im Komplett- und Teilladungsbereich, europaweiten Sammelverkehren sowie Special Products.
Bericht über Zweigniederlassungen
Die JCL GmbH hat eine weitere Niederlassung in Kalsdorf.
Risiken des Unternehmens
Die JCL GmbH verfügt im Rahmen des Managementsystems über ein System zur Erfassung und Kontrolle von geschäftlichen und finanziellen Risiken. Das Risikomanagementsystem ist dafür ausgelegt, die unternehmerischen Risiken frühzeitig zu erkennen und zu steuern. Dadurch soll unter anderem die Erreichung der geschäftlichen Ziele abgesichert werden. Die Grundsätze des internen Kontrollsystems sind so definiert und etabliert, dass sie eine korrekte und zeitnahe Bilanzierung aller geschäftlichen Transaktionen gewährleisten sowie verlässliche Informationen über die finanzielle Situation des Unternehmens zur internen und externen Verwendung liefern. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass durch das Risikomanagementsystem unternehmerische Risiken nicht grundsätzlich vermieden werden können.
Währungsrisiko
Bankkredite und die Verrechnungsvereinbarungen mit den verbundenen Unternehmen werden grundsätzlich nicht in Fremdwährungen aufgenommen, um das Risiko zu minimieren. Zinsbedingte Risiken werden regelmäßig mit der Konzernzentrale abgestimmt, derzeit gibt es jedoch keine Absicherungskontrakte.
Cyberrisiko
In der heutigen digitalisierten Welt sind Unternehmen mehr denn je von der Technologie abhängig. Diese Abhängigkeit birgt jedoch auch Risiken, insbesondere im Bereich der Cybersicherheit. Cyberangriffe können erhebliche finanzielle Verluste, Datenschutzverletzungen und Schäden am Ruf eines Unternehmens verursachen. Cyberrisiken umfassen eine breite Palette von Bedrohungen, darunter Datenlecks, Hackerangriffe, Phishing, Ransomware und andere Malware. Diese Bedrohungen können zu direkten finanziellen Verlusten führen, wie zum Beispiel Erpressungsgelder bei Ransomware-Angriffen oder Kosten für die Wiederherstellung von Daten und Systemen. Darüber hinaus können indirekte Kosten entstehen, beispielsweise durch Rechtsstreitigkeiten, Strafen bei Nichteinhaltung gesetzlicher Vorschriften und Verlust des Kundenvertrauens. Neben den technischen Möglichkeiten wird durch spezielle präventive Beratung und Dienstleistungen versucht die Sensibilität bei den Mitarbeitern zu stärken und die Wahrscheinlichkeit von Cyberangriffen zu verringern sowie die Resilienz gegenüber Cyberbedrohungen zu stärken.
Ausblick
Die Unternehmensleitung erwartet für das Geschäftsjahr 2026 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2025 geringere Umsätze und ein positives EBITDA.
Der weiter andauernde Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie der Nahostkonflikt sowie der aktuelle Irankrieg betreffen die JCL GmbH in Ihrer Geschäftstätigkeit nicht unmittelbar. Dennoch können Folgewirkungen, wie zum Beispiel ein rückläufiges volkswirtschaftliches Gesamtwachstum sowie weiter steigende Energiekosten, insbesondere durch die preissteigernden Effekte durch die Schwankungen der globalen Olpreise, sich negativ auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage auswirken. Diese gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen sind stark abhängig von der weiteren Entwicklung dieser Kriege und somit mit entsprechenden Unsicherheiten behaftet. Welche langfristigen Effekte diese Konflikte auf die weitere gesamtwirtschaftliche Lage haben werden, ist nach wie vor sehr schwer abzuschätzen, jedoch erwartet die Unternehmensleitung für 2026 hier kein wesentliches Risiko. Eine Bestandsgefährdung durch die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine, Russland, dem Iran und im Nahen Osten ist aus heutiger Sicht nicht gegeben.
Die Geschäftsführung
Graz, am 19. Mai 2026
Stephan Jöbstl