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Lagebericht 2025

KUVAG GmbH & Co KG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 22. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

Im Geschäftsjahr 2025 konnte KUVAG trotz weiterhin herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ein solides Ergebnis erzielen. Die strategische Ausrichtung unseres Unternehmens hat sich auch unter anhaltend volatilen Rohstoffpreisen sowie strukturellen Veränderungen in den globalen Lieferketten bewährt. Das Marktumfeld war weiterhin von geopolitischen Spannungen, regionalen Konflikten und zunehmenden handelspolitischen Unsicherheiten geprägt, die insbesondere energieintensive Industrien und internationale Beschaffungsprozesse beeinflussen. In diesem anspruchsvollen Umfeld erwies sich unser Geschäftsmodell erneut als stabil und widerstandsfähig.

Durch die konsequente Diversifikation unserer Lieferantenbasis und eine vorausschauende Beschaffungsstrategie konnten wir die Versorgungssicherheit für unsere Kunden gewährleisten und gleichzeitig wettbewerbsfähige Preisstrukturen aufrechterhalten. Die Finanzierungskosten zeigen nach den deutlichen Anstiegen der Vorjahre eine Stabilisierung auf weiterhin erhöhtem Niveau. Gleichzeitig bleiben steigende Personalkosten und strukturelle Kostendynamiken wesentliche Einflussfaktoren für die wirtschaftliche Entwicklung

Positive Impulse ergeben sich weiterhin aus der fortschreitenden Elektrifizierung von Industrie und Infrastruktur. Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien, die Modernisierung und Erweiterung von Stromnetzen sowie der steigende Energiebedarf digitaler Infrastrukturen tragen zu einer nachhaltigen Nachfrageentwicklung bei. Regulatorische Vorgaben zur Reduktion fluorierter Treibhausgase und die damit verbundene technologische Transformation im Bereich elektrischer Schaltanlagen verstärken diese Entwicklung zusätzlich. Insgesamt eröffnen diese strukturellen Trends attraktive Wachstumschancen für KUVAG.

KUVAG agiert weiterhin in einem wettbewerbsintensiven internationalen Marktumfeld. Ein gegenüber den Vorjahren wesentlich verschärfter kundenseitiger Preisdruck ist derzeit jedoch nicht erkennbar. Kostensteigerungen konnten zuletzt in wesentlichen Bereichen durch entsprechende Preisanpassungen gegenüber Kunden kompensiert werden, sodass eine substanzielle Margenerosion vermieden werden konnte. Gleichzeitig verzeichnen wir jedoch eine enorm hohe Nachfrage nach unseren Produkten, die unser Produktionsvolumen an seine Grenzen bringt. Die Herausforderung besteht zunehmend darin, die Kapazitäten entsprechend anzupassen, um der starken Marktdynamik gerecht zu werden. Durch gezielte Einsparungen sowie eine strategische Fokussierung auf margenstärkere Produktbereiche konnte KUVAG diesem Druck jedoch weitgehend entgegenwirken. Im Berichtsjahr wurden Umsatzerlöse in Höhe von 40.064 TEUR erzielt, was einem Wachstum von 18,33 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Auftragsbestand belief sich zum Jahresende auf 19.549 TEUR und konnte gegenüber dem Jahresbeginn um 30,01 % gesteigert werden.

Die Ergebnismarge blieb trotz anhaltenden Umsatzwachstums stabil und erhöhte sich im Berichtszeitraum um 1,46 % gegenüber dem Vorjahr. Das Betriebsergebnis betrug 2.508 TEUR und entwickelte sich positiv im Vergleich zum Vorjahr.

Mit dem steigenden Geschäftsvolumen erhöhte sich auch das in Vorräten gebundene Kapital um 38,08 %. Die Bilanzsumme nahm insgesamt um 25,03 % zu. Maßgebliche Ursachen hierfür waren die ausgeweitete Finanzierungstätigkeit der KUVAG GmbH & Co KG im Zusammenhang mit der Expansion ihrer Tochterunternehmen, der Anstieg der Forderungsbestände sowie der gezielte Aufbau höherer Vorräte zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit. Die Eigenkapitalquote lag zum Bilanzstichtag bei 38,70 % und reduzierte sich damit nur geringfügig gegenüber dem Vorjahr.

2. Finanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
GJ 2025GJ 2024
UmsatzerlöseT€40.06433.857
BetriebsergebnisT€2.5081.625
EBTT€3.2441.797
Investitionen in immaterielles Vermögen
und in SachanlagenT€-1.540-803
EigenkapitalquoteT€38,70 %40,74 %
Nettogeldfluss aus der laufenden
GeschäftstätigkeitT€3.0072.152
Nettogeldfluss InvestitionstätigkeitT€-4.491-1.532
Nettogeldfluss FinanzierungstätigkeitT€1.482-979
Nettogeldfluss gesamtT€-2-360
Working CapitalT€-2201.069

3. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten, denen das Unternehmen

ausgesetzt ist

Absatz- und Beschäftigungsrisiko

Aus derzeitiger Sicht entwickelt sich die Nachfrage nach unseren Produkten weiter positiv und bleibt auf Grund einer Vielzahl anlaufender und absehbarer Infrastrukturprojekten und Neuentwicklungen vielversprechend. Ein Absatzeinbruch ist daher als unwahrscheinlich einzustufen. Ein Risiko stellen jedoch die erhöhten Faktorkosten der Produktion in Europa dar, was eine Verminderung der Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Märkten zur Folge haben kann. Der Preisdruck nimmt zu, insofern da die Lohn- und Gehaltserhöhungen in Österreich im Vergleich zum übrigen EU-Raum, überdurchschnittlich hoch waren. KUVAG konnte im Jahr 2025 zahlreiche Neuprojekte akquirieren, deren Anlauf zum Teil zu kurzfristigen Effizienzrückgängen im Produktionsbereich führen kann.

Technologie- und Prozessrisiken

Zur Minimierung möglicher Technologie- und Prozessrisiken wird höchstes Augenmerk auf die Definition und Überwachung von Produktionsprozessen, höchste Qualitätsmanagementstandards und nicht zuletzt modernstes Prüfequipment gelegt. Wegen fehlender Möglichkeiten zur elektrischen Hochspannungsprüfung als Ausgangskontrolle kann jedoch ein Restrisiko nicht komplett ausgeschlossen werden. Grundsätzlich verfolgt KUVAG den Weg einer kontinuierlichen Optimierung aller internen Prozesse, was zu einer weiteren Reduktion etwaiger Risiken beitragen sollte.

Forderungsausfälle

Auf Grund der guten Bonität der meisten unserer Abnehmer sowie der guten Erfahrungen aus der Vergangenheit sehen wir ein moderates wirtschaftliches Risiko. Dennoch könnten die globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten durch anhaltende geopolitische Spannungen das Risiko für

Forderungsausfälle erhöhen. Im Rahmen des aktiven Managements überfälliger Forderungen, die ein erhöhtes Ausfallrisiko aufweisen, erfolgt eine kontinuierliche Überwachung und Steuerung. Eine explizite Absicherung von Forderungen wird jedoch nicht vorgenommen. In neuen Märkten und bei Neukunden wird zur Risikoreduzierung auch mit Vorauszahlungen gearbeitet, und es werden Limits für die maximal aushaftenden Forderungen pro Kunde definiert. Es bestehen erhöhte Forderungen gegenüber Tochterunternehmen, die nur bei deren weiterhin positiven wirtschaftlichen Entwicklung getilgt werden können.

Wechselkursschwankungen

Das Risiko aus Wechselkursschwankungen ist als leicht erhöht gegenüber den Vorjahren einzuschätzen. Eine deutliche Stärkung des Euro gegenüber anderen Währungen würde die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auf den internationalen Märkten belasten. Eine Abschwächung des Euro gegenüber dem chinesischen RMB würde in einer Verringerung der Handelsspannen von aus China zugekauften Produkten führen, eine Produktion in Europa jedoch wettbewerbsfähiger machen. Im Geschäftsjahr 2025 wurden Gesellschafterdarlehen in indischer Rupie zur Finanzierung der indischen Tochtergesellschaft gewährt, die aus dem ursprünglich als Joint Venture gegründeten Unternehmen hervorgegangen ist. Das Joint Venture wurde im Berichtsjahr einvernehmlich aufgelöst, sodass die KUVAG nunmehr 100 % der Anteile an der Gesellschaft hält. Die in lokaler Währung gewährten Finanzierungen unterliegen naturgemäß entsprechenden Wechselkursschwankungsrisiken. Insgesamt bleibt die Exponiertheit gegenüber Währungsrisiken im operativen Bereich jedoch weiterhin begrenzt, da ein wesentlicher Teil der Umsätze in Euro erzielt wird und konzerninterne Ausgleichsmöglichkeiten bestehen.

Rohstoffe, Energie

Die Stabilität der globalen Lieferketten bleibt ein zentrales Risiko für KUVAG. Zur Risikoreduktion werden nach Möglichkeit Alternativlieferanten in verschiedenen geographischen Regionen entwickelt, wenngleich plötzliche Ausfälle wichtiger Schlüssellieferanten nur schwer zu kompensieren wären. Kurzfristige Preissteigerungen von Buntmetallen und Rohstoffen können nur teilweise und wegen längerfristiger Vereinbarungen nur mit Verzögerung an Kunden weitergegeben werden und stellen somit einen wichtigen Einflussfaktor auf das Ergebnis dar. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, insbesondere im Zusammenhang mit dem Konflikt um Iran, können sich nachteilig auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen, die Stabilität der Lieferketten sowie auf die Entwicklung der Energieund Rohstoffpreise auswirken.

Umweltauflagen

Aktuell erfüllen wir alle relevanten Umweltauflagen und erwarten keine unüberwindbaren regulatorischen Herausforderungen. Darüber hinaus beobachten wir aufmerksam die Entwicklungen im Rahmen des Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM), um sicherzustellen, dass wir auch in diesem Bereich den zukünftigen Anforderungen gerecht werden.

4. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftliche Lage in Europa bleibt angespannt. Das Wachstum im Euroraum verläuft weiterhin verhalten, wobei einzelne Volkswirtschaften nur eine langsame konjunkturelle Erholung zeigen. Insbesondere exportorientierte Unternehmen sehen sich mit einer gedämpften Investitionsneigung, strukturellen Standortnachteilen sowie zunehmender internationaler Wettbewerbsintensität konfrontiert. Persistente geopolitische Spannungen, regionale Konflikte und eine weiterhin fragile handelspolitische Ordnung tragen zusätzlich zu einem erhöhten Maß an Planungsunsicherheit bei.

Die Energiepreise haben sich zwar gegenüber den Spitzenwerten der vergangenen Jahre normalisiert, bewegen sich jedoch weiterhin auf einem im internationalen Vergleich hohen Niveau. Gleichzeitig führen regulatorische Anforderungen, Transformationskosten im Zuge der Dekarbonisierung sowie steigende Personalaufwendungen zu einer strukturellen Kostenbelastung. Globale Handelsbeziehungen bleiben von protektionistischen Tendenzen und industriepolitischen Förderprogrammen großer Wirtschaftsräume geprägt, was insbesondere für europäische Industrieunternehmen einen intensiveren Wettbewerbsdruck bedeutet. Der Arbeitsmarkt bleibt trotz konjunktureller Abschwächung angespannt. Der anhaltende Fachkräftemangel stellt weiterhin eine zentrale Herausforderung dar und erfordert nachhaltige Investitionen in Mitarbeiterbindung, Ausbildung und Qualifizierung.

Vor diesem Hintergrund ist das Marktumfeld insgesamt als anspruchsvoll zu beurteilen. Demgegenüber zeigt die Branche, in der KUVAG tätig ist, eine strukturell robuste und dynamische Entwicklung. Die relevanten Absatzmärkte profitieren von langfristigen Investitionstrends in Elektrifizierung, Energieinfrastruktur und Versorgungssicherheit. Wesentliche Kunden der KUVAG verzeichnen weiterhin eine positive Geschäftsentwicklung, wachsen teilweise deutlich und investieren in den Ausbau ihrer Kapazitäten sowie in die Expansion ihrer Geschäftsaktivitäten.

Geschäftsentwicklung und Marktchancen

Trotz des herausfordernden Umfelds verzeichnet KUVAG eine weiterhin positive Geschäftsentwicklung. Die fortschreitende Elektrifizierung von Industrie, Energieversorgung und Infrastruktur, der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien sowie umfassende Investitionen in Netzinfrastruktur und Versorgungssicherheit sorgen für eine nachhaltig stabile Nachfrage in unseren Kernmärkten. Zusätzlich gewinnt die Modernisierung bestehender Anlagen im Zuge regulatorischer Vorgaben und technologischer Transformation zunehmend an Bedeutung.

Darüber hinaus eröffnet die strategische Diversifizierung globaler Lieferketten weiterhin Chancen für europäische Qualitätsanbieter. Unternehmen setzen verstärkt auf stabile und technologisch leistungsfähige Partner, um geopolitische Risiken und Abhängigkeiten zu reduzieren. Mit seinem spezialisierten Produkt- und Leistungsportfolio sieht sich KUVAG gut positioniert, um von diesen strukturellen Entwicklungen langfristig zu profitieren. Auch der positive Ausblick wichtiger Kunden bestätigt die grundsätzlich günstigen Perspektiven in den für KUVAG relevanten Marktsegmenten. Daraus ergeben sich für KUVAG trotz der allgemeinen konjunkturellen Unsicherheiten weiterhin attraktive Marktchancen und eine solide Grundlage für die künftige Geschäftsentwicklung.

Strategie und Ausblick

KUVAG wird die in den vergangenen Jahren verfolgte Wachstumsstrategie konsequent fortführen. Der Fokus liegt weiterhin auf Internationalisierung, technologischer Weiterentwicklung sowie der Erschließung attraktiver Marktnischen mit nachhaltigem Margenpotenzial. Parallel dazu wird die Diversifikation der Lieferantenbasis weiter vorangetrieben, um die Resilienz der Lieferketten zu erhöhen und Kostenrisiken bei Rohmaterialien und Vorprodukten zu begrenzen.

Über das sich weiterhin in der Expansionsphase befindliche Tochterunternehmen KUVAG North America Inc. werden die Marktchancen in Nordamerika systematisch weiter ausgebaut. Ein wesentlicher Teil der vertriebenen Produkte wird weiterhin in Europa gefertigt, wodurch zusätzliche Wertschöpfung am Standort gesichert wird.

Die KUVAG India Private Limited mit Sitz in Hyderabad, die sich seit 2025 zu 100 % im Eigentum der KUVAG GmbH & Co KG befindet, wird künftig Hollow Core Insulators für den indischen sowie für internationale Märkte produzieren. Die Produktion befindet sich seit dem Berichtszeitraum in der Anlaufphase. Im Rahmen des schrittweisen Kapazitätsaufbaus ist , wie bei Produktionshochläufen üblich, mit temporären Anlaufkosten sowie einer zunächst noch nicht vollständigen Auslastung zu rechnen.

Die Investitionen in das neue Werk 2 in Neumarkt bilden einen strategischen Schwerpunkt im Investitionsprogramm für das Geschäftsjahr 2026. Ziel ist der weitere Ausbau der Produktionskapazitäten sowie die Stärkung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit. Parallel dazu werden Nachhaltigkeitsinitiativen intensiviert, um die CO2-Emissionen weiter zu reduzieren und unternehmensweite CSR-Maßnahmen konsequent weiterzuentwickeln.

5. Forschung und Entwicklung

Die bestehenden Entwicklungsschwerpunkte wurden im Geschäftsjahr 2025 fortgeführt. Der Fokus lag dabei auf kundenspezifischen Problemstellungen in der Optimierung des Designs, der elektrischen und mechanischen Eigenschaften von Isolatoren sowie auf Materialentwicklungen im Isolationsbereich. Darüber hinaus wurde die Entwicklung und Testung innovativer Produkte im Hochspannungsbereich und Verkehrstechnikbereich weitergeführt und an einem für nordamerikanische Märkte angepassten Produktangebot gearbeitet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vertiefung von Knowhow und Investitionen im Bereich der Gießtechnik. Dies wird KUVAG aus Kundensicht als Partner für die Entwicklung komplexer kundenspezifischer Anforderungen attraktiveren.

6. Finanzinstrumente, Risiken und Strategien

Zum Bilanzstichtag wurden keine Derivate zu Absicherungs- oder Spekulationszwecken verwendet.

7. Zweigniederlassung

Derzeit gibt es keine Zweigniederlassungen der Gesellschaft.

Neumarkt, 29. April 2026

Dr. Heinz Purkarthofer

Geschäftsführer

Gregor Rumpelmayr

Geschäftsführer

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