Inhaltsverzeichnis
Niederösterreichische Verkehrsorganisationsges.m.b.H. (NÖVOG)
Inhalt
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage ................................ 2 Geschäftsverlauf ................................................................................................................... 2 Bericht über die Zweigniederlassungen................................................................................. 9 Verwendung von Finanzinstrumenten ................................................................................... 9 Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren .................................................... 9 Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens. 11 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens.................................................................11 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten ............................................................................12 Bericht über die Forschung und Entwicklung ............................................................ 14 Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess........... 14
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Geschäftsverlauf:
Rückblickend wurde die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsges.m.b.H. (NÖVOG) im Wirtschaftsjahr 2024 tiefgreifend aufbau- und ablauforganisatorisch umstrukturiert.
Ziel war die Einrichtung eines umfassenden landeseigenen Mobilitätsunternehmens, das die Aufgaben der Planung, der Gestaltung und der Durchführung des Nahverkehrs zentral bündelt. Aus diesem Grund wurden auch die zuvor in der VOR GmbH durchgeführten Aufgaben der Planung, Bestellung und Abwicklung der niederösterreichischen Regionalbus- und Bedarfsverkehre auf die NOVOG übertragen.
Mit August 2024 wurde die von den Eigentümern angestrebte organisatorische Aufbaustruktur rechtskräftig umgesetzt und stellt sich seitdem wie folgt dar:
Unternehmensstruktur:
| City Bal | ing An |
|---|---|
| ourist | Fahrg |
| (Wald | |
| Wei | |
| Bergb |
Das Berichtsjahr 2025 stellt das erste volle Wirtschaftsjahr in der neuen Unternehmensstruktur dar. Die NOVOG als Muttergesellschaft betreut konzernweit folgende Bereiche:
• Niederösterreichische Regionalbus- und Bedarfsverkehre, • die Bewirtschaftung der Eisenbahninfrastruktur der Niederösterreich Bahnen und • zentrale Dienstleistungen (Finanzen, Einkauf, Personal, IT, etc.) für alle Konzerngesellschaften.
Niederösterreichische Regionalbus- und Bedarfsverkehre:
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden in den Bereichen Regionalbus- und Bedarfsverkehr insgesamt 45,2 Mio. Fahrgäste befördert. Im Vergleich zu 2024 kam es hier zu einer Verringerung von etwa 0,6%. Dies ist den erhöhten Fahrgastzahlen im Vorjahr, bedingt durch die Kompensation der Zugausfälle auf der Westachse während des Hochwassers anzurechnen.
Im Bereich Bedarfsverkehr konnte man im Geschäftsjahr gesamt 153.492 Fahrgäste bedienen. Insbesondere unter der neuen Dachmarke „Leopoldi“ konnte eine Steigerung von 25 % verzeichnet werden. Unter anderem trug die Ubernahme von „Korneuburg mobil" zu dieser sehr positiven Fahrgastentwicklung bei.
Insgesamt zeigt sich die Geschäftsführung mit dem Geschäftsverlauf sehr zufrieden und kann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr im Bereich der Niederösterreichischen Regionalbus- und Bedarfsverkehre zurückblicken.
Neben dem operativen Busgeschäft wurden 2025 folgende Arbeitsschwerpunkte verfolgt:
• Verbundbeitritt Verkehrsverbund Ost-Region (VOR):
Mit dem Abschluss des Kooperations- und Einnahmenaufteilungsvertrages (KEAV) zwischen NOVOG und VOR GmbH vom 19.8.2024 wurde eine vertragliche Zwischenlösung der Zusammenarbeit beider Unternehmen ohne den Status als Verbundvollmitglied der NÖVOG erreicht. Im nächsten Schritt strebt die NÖVOG die vollwertige Verbundmitgliedschaft an. Der inhaltliche Stufenplan ist wie folgt:
o Schritt 1: Ausverhandeln des bilateralen Kooperationsvertrages mit der VOR GmbH, o Schritt 2: Verbundbeitritt und Vollmitgliedschaft im Verkehrsverbund.
Neben tariflichen und abrechnungstechnischen Fragestellungen stand vor allem die klare Abgrenzung von Rollen und Zuständigkeiten zwischen Verbundorganisation, Verkehrsunternehmen und Bestellorganisation im Fokus. Dabei konnten insbesondere bei der grundsätzlichen Aufgabenverteilung sowie bei operativen Fragestellungen Fortschritte erzielt werden. Die Verhandlungen sind aktuell noch nicht abgeschlossen.
• Busbranding und Fahrgastinformation „Leopoldi“:
Mit der Einführung der Marke „Leopoldi" für den Bus- und Bedarfsverkehr in Niederösterreich Anfang Oktober 2025 wurde ein wesentlicher Schritt zur Vereinheitlichung des Marktauftritts und der Fahrgastinformation gesetzt. Die Markeneinführung unter dem Leitspruch „Niederösterreich kommt an" stieß auf breite positive Resonanz und bildet die Grundlage für die weitere Positionierung des öffentlichen Verkehrsangebotes der NÖVOG in Niederösterreich.
Parallel zum visuellen Markenauftritt wurde auch die Fahrgastinformation unter der Marke „Leopoldi" neu aufgestellt. Seit November 2025 stehen den Fahrgästen die digitale Informations- und Buchungsangebote „leopoldi.info“ und „poldi“ App als Nachfolger der „VOR Flex“ App zur Verfügung, die eine durchgängige Auskunft über Bus-, Bahn- und Bedarfsverkehre (Sammeltaxis) ermöglichen und die Nutzung des Angebotes vereinfachen.
• IT – Softwaresysteme im Bereich Bus- und Bedarfsverkehre:
Mit der Übertragung der NO Busagenden von der VOR GmbH auf die NOVOG gingen auch mehrere bestehende EDV-Softwareprogramme auf die NÖVOG über. Diese bilden die Grundlage für administrative und technische Prozesse im Bereich der Busund Bedarfsverkehre (Planung, Fahrgastzählung, Leistungsabrechnung etc.).
Ungeachtet dessen besteht ein zusätzlicher Bedarf an Softwaresystemen, welche weiterhin von der VOR GmbH genutzt werden und daher nicht Teil der Abspaltung waren. Im Geschäftsjahr 2025 lag der Schwerpunkt daher auf der strukturierten Vorbereitung der Beschaffung der benötigten Softwaresysteme.
Insgesamt war das Geschäftsjahr 2025 im Bereich IT und Systeme von der Konsolidierung bestehender Anwendungen sowie der Vorbereitung notwendiger Neuanschaffungen geprägt, um die eigenständige Abwicklung der Bus- und Bedarfsverkehre in Niederösterreich langfristig sicherzustellen.
• Clean Vehicle Directive (CVD):
Im Geschäftsjahr 2025 war die Clean Vehicle Directive (CVD) insbesondere im Zusammenhang mit der Planung und Ausschreibung von Bus- und Bedarfsverkehren relevant. Die Anwendbarkeit der Vorgaben ist dabei an bestimmte Fahrzeugkategorien geknüpft. Für den überwiegenden Teil der von der NOVOG erbrachten Regionalverkehre kommen Fahrzeugtypen zum Einsatz, die nicht unter die maßgeblichen Kategorien der Richtlinie fallen.
Die Umsetzung der Vorgaben erfordert eine differenzierte Betrachtung der Einsatzbereiche, da die betrieblichen Anforderungen in Stadtverkehren und im regionalen Busverkehr wesentlich voneinander abweichen. Insbesondere im urbanen Umfeld sind spezifische Fahrzeugkonzepte erforderlich, die den Anforderungen an Barrierefreiheit, Fahrgastwechsel und Kapazitäten entsprechen. Die wirtschaftlichen und betrieblichen Auswirkungen der CVD auf die NOVOG wurden analysiert und im Rahmen der Unternehmensgremien behandelt.
Bericht über den Bereich Infrastruktur:
Der Bereich Infrastruktur umfasst die zentralen Aufgaben der laufenden Bewirtschaftung der Eisenbahninfrastruktur der Niederösterreich Bahnen (Inspektion, Wartung und Entstörung) sowie die Planung, Abwicklung und Umsetzung der laufenden Investitionen zur nachhaltigen Sicherung der Eisenbahninfrastruktur.
Neben dem operativen Tagesgeschäft standen im Geschäftsjahr 2025 folgende inhaltliche Arbeitsschwerpunkte im Fokus:
• 9. Mittelfristiges Investitionsprogramm (2021 - 2025/2026):
Die Finanzierung der Infrastrukturinstandhaltung und -investitionen für die Mariazellerbahn und die Citybahn Waidhofen der NOVOG erfolgt seit 2021 im Wesentlichen über ein mehrjähriges mittelfristiges Investitionsprogramm (MIP). Das 9. MIP wurde für den Zeitraum 2021 - 2025 abgeschlossen, es weist ein Vertragsvolumen von € 90,05 Mio, auf. Die Finanzierung erfolgt zu 50 % durch den Bund und zu 50 % durch das Land Niederösterreich.
Da eine zeitgerechte Finalisierung des Folgeinvestitionsprogramms für den Zeitraum 2026 - 2031 nicht absehbar war, wurde im Mai 2025 seitens des BMIMI das Wirtschaftsjahr 2026 als Übergangsjahr definiert und eine Verlängerung des 9. MIP bis einschließlich 2026 vorgesehen.
Als Folgedessen wurde eine Anderung desbestehenden Finanzierungsübereinkommens erarbeitet. Für das Jahr 2026 wurde ein angepasstes Investitionsvolumen akkordiert, das jeweils zur Hälfte von Bund und Land Niederösterreich getragen wird. Zur Sicherstellung der vollständigen Umsetzung der geplanten Infrastrukturmaßnahmen wurde seitens des Landes Niederösterreich ebenfalls ein gesonderter Gesellschafterzuschuss im Budget vorgesehen.
• Hochwasserschäden 2024 - Auswirkungen 2025:
Die Auswirkungen des Jahrhunderthochwassers Mitte September 2024 in Niederösterreich reichten bis in das Geschäftsjahr 2025 hinein. Insbesondere auf der Mariazellerbahn waren massive Hochwasserschäden zu beklagen (Hangrutschungen, Unterspülungen, Verklausungen bei KI-Bauten und Brücken etc.).
Die Gesamtschadenssumme für die NÖVOG und die NO Bahnen GmbH wurde im Rahmen einer ersten Grobabschätzung im Geschäftsjahr 2024 mit ca. € 12,5 Mio. beziffert. Grundlage dieser Einschätzung war die Bewertung der Organisationseinheit „Infrastruktur Instandhaltung und Bau“, wonach auch in den kommenden Jahren weitere, unmittelbar auf das Hochwasser zurückzuführende Folgeschäden zu erwarten sind. Dazu zählen insbesondere Unterspülungen, Schäden am Unterbau, Gleisabsenkungen sowie Korrosionsschäden an elektronischen Komponenten von Eisenbahnkreuzungs-Sicherungsanlagen etc.
• Betriebsführungszentrale Spitz an der Donau:
Pünktlich zum Saisonstart 2025 ging die neue Betriebsführungszentrale in Spitz in Betrieb. Seit Mitte März 2025 werden nun die beiden Normalspurbahnen Wachaubahn und Reblaus Express sowie der Güterverkehr in der Wachau von dort aus disponiert. Die neue Betriebsführungszentrale stellt einen wichtigen strategischen Meilenstein für eine erfolgreiche Zukunft des Normalspurverkehrs der NÖVOG dar.
• Motorturmwagen (MTB) - technische Flotten-Erweiterung:
Nach Inbetriebnahme des bereits im Geschäftsjahr 2024 neu angelieferten Oberbauwagens (OBW) wurde 2025 auch der bei der Firma Plasser & Theurer bestellte neue Motorturmwagen (MTW) in St. Pölten angeliefert. Dieser wird zukünftig zur Errichtung und Instandhaltung der Oberleitungsanlagen der Mariazellerbahn im Einsatz sein und vervollständigt die Infrastrukturflotte der NÖVOG.
Bericht zu den zentralen Dienstleistungen (Finanzen, Einkauf, Personal, IT, etc.) für alle Konzerngesellschaften:
• Mittelfristige Finanzierung der NÖVOG:
Seit dem Frühjahr 2025 werden weitreichende Diskussionen zur Finanzausstattung der NÖVOG geführt.
Im Zuge der laufenden Aktualisierung der Soll-Ist-Vergleiche 2025 sowie insbesondere im Rahmen der Erstellung der Wirtschafts- und Investitionspläne 2026 für alle Konzerngesellschaften zeigt sich perspektivisch, im Sinne der gesetzten Einsparungsschritte 2025 und der Einsparungsvorgaben 2026, ein besseres Bild der mittelfristigen Finanzierung der NOVOG. Die positive Liquiditätsentwicklung ist das Ergebnis von Maßnahmen und Effekten aus den Jahren 2024, 2025 und 2026.
Diese positive Finanzvorschau wurde Anfang November 2025 Eigentümervertretern der NÖVOG präsentiert und zur Kenntnis genommen. den
Unbenommen der perspektivisch positiven Liquiditätsentwicklung gilt es aber mehrere Unsicherheiten und Risiken zu beachten, die explizit in der Liquiditätsvorschau nicht enthalten sind:
o Bedarfsgerechte Finanzierung der NÖVOG im Budget in den Folgejahren, o Strategische Weiterentwicklung (Angebotsausweitungen, Güterverkehr) der NÖVOG oder NÖ Bahnen, o o o o Katastrophenvorsorge, Reduktion 10. MIP auf rein betriebsnotwendige Maßnahmen, Generelle unvorhergesehene Ereignisse im Infrastrukturbereich (Tunnel, Brücken, etc.) aufgrund des Alters der Anlagen, Unsicherheit bei den Abgeltungssummen aus Einnahmenaufteilung bzw. Pauschalabgeltungen VOR (z.B. Reduktion Klimaticket, Mehr-oder Mindererlöse aus Einnahmenaufteilung etc.).
Weiterführende Entscheidungen im Hinblick auf das Doppelbudget 2027/2028 wurden im Berichtsjahr nicht getroffen.
• Reporting neu:
Im Dezember 2025 hat der Aufsichtsrat dem neuen Reportingformat zugestimmt. Das neue Reportingformat wurde im Laufe des Geschäftsjahres 2025 auf Basis der in der NÖVOG seit Jahren eingesetzten Unternehmenssoftware sowie eines darauf aufbauenden internen Auswertungs- und Analysetools (Metabase) hausintern entwickelt. Ziel war es, die wirtschaftlichen Eckdaten (Geschäftsverlauf, Investitionsentwicklung und Liquiditätsentwicklung) aller Konzerngesellschaften in komprimierter, leicht lesbarer Form für die Geschäftsführungenund Führungskräfte darzustellen.
Finanzamtruling:
Seitens der NÖVOG wurde im Zuge der organisatorischen Umstrukturierungim Geschäftsjahr 2024 beim Finanzamt für Großbetriebe ein Auskunftsbescheid gemäß § 118 BAO über den zukünftigen steuerrechtlichen Status der NÖVOG angestrebt.
Das Rulingverfahren konnte letztendlich positiv abgeschlossen werden. Dieses Rulingverfahren sichert der NÖVOG für die nächsten fünf Jahre Rechtssicherheit und schafft damit eine verlässliche Grundlage für den operativen Geschäftsbetrieb.
• Bürgerenergiegemeinschaft (BEG):
Im Geschäftsjahr 2025 wurde durch die NÖVOG eine Bürgerenergiegemeinschaft (BEG) in Vereinsform gegründet. Ziel dieser Gemeinschaft ist es, überschüssigen
Strom aus betriebseigenen Photovoltaikanlagen standortübergreifend zu verteilen und dadurch die Strombezugskosten aus dem öffentlichen Netz zu reduzieren.
Die BEG wurde im Juli 2025 im Vereinsregister eingetragen, die erste Mitgliederversammlung fand ebenfalls im Juli 2025 statt. Zusätzlich wurde die BEG als Marktpartner auf der Plattform EB-Utilities registriert und die erforderlichen Netzbetreiberverträge mit Netz Niederösterreich und den Stadtbetrieben Mariazell abgeschlossen. Für die energiewirtschaftliche Abrechnung erfolgte die Registrierung im EDA-Portal, wobei rund 40 Zählpunkte der drei beteiligten Gesellschaften gemeldet wurden.
Die interne Verrechnung der verteilten Energiemengen erfolgt mithilfe eines kostenlosen Verrechnungstools der Energieagentur Tirol. Die auf dieser Grundlage ermittelten Beträge werden Gesellschaften verrechnet. halbjährlich zwischen den drei teilnehmenden
Niederösterreich Bahnen GmbH (NÖB):
Im Geschäftsjahr 2025 konnten die Niederösterreich Bahnen ihre Fahrgastzahlen nochmals steigern. Insgesamt haben 1,450 Mio. Fahrgäste im Wirtschaftsjahr das Verkehrsangebot der NÖ Bahnen und der Schneeberg Sesselbahn in Anspruch genommen, dies entspricht einem Plus von 9,6% gegenüber dem Vorjahr.
Im Detail zeigt sich folgendes Bild:
| 2024 | 2025 | Erläuterung | |
|---|---|---|---|
| Niederösterreich | 1,323 Mio. | 1,450 Mio. + 9,6% | |
| Bahnen | |||
| Mariazellerbahn | 677 700 | 773 300 | + 14,1% |
| Citybahn Waidhofen | 233 300 | 237 000 | + 1,6% |
| Reblausexpress | 23 000 | 24 800 | + 7,8% |
| Wachaubahn | 66 400 | 78 300 | + 17,9% |
| Waldviertelbahn | 29 700 | 33 000 | + 11,1% |
| Schneebergbahn | 188 600 | 200 500 | + 6,3% |
| Bergbahnen Mitterbach | 78 000 | 73 700 | - 5,5%(Wärmeeinbruch Wintersaison) |
| Schneeberg Sesselbahn | 26 400 | 27 600 | + 4,5% |
| EVU | 1 800 | ||
Schneeberg-Sesselbahn GmbH (SSB):
Die Schneeberg Sesselbahn GmbH steht mittlerweile zu 96,09 % im Eigentum der Niederösterreich Bahnen GmbH. Im Wege der Generalversammlungen wurden 2025 wesentliche Meilensteine für die Geschäftsentwicklung der SSB gesetzt:
• „Alpen Bikepark Schneeberg:
Im Geschäftsjahr 2025 wurde die strategische Neuausrichtung der Schneeberg Sesselbahn GmbH konsequent weiterverfolgt. Schwerpunkt bildete die Umsetzung des Projekts „Alpen Bikepark Schneeberg“, das einen wesentlichen Beitrag zur ganzjährigen Nutzung der bestehenden Infrastruktur leistet.
Das Projekt „Alpen Bikepark Schneeberg" ist mit dem 2. Quartal 2025 in die Umsetzungs-/ Bauphase getreten. Das Basisangebot des Alpen Bikepark Schneeberg entsteht in 3 Ausbaustufen in den Jahren 2025, 2026 und 2027. Im Endausbau stehen ca. 16 km Lines und Trails für alle Könnerstufen, ein großzügiger "Rider's Playground" (Skills- & Fun-Park), ein Bikeshop mit Verleih und das Basisangebot der Bikeschool zur Verfügung. Die Eröffnung des Alpen Bikepark Schneeberg erfolgte am 15.5.2026, die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf € 2,6 Mio.
• Änderungen im Gesellschaftsvertrag:
Im Berichtsjahr wurde von den Gesellschaftern der SSB beschlossen, dass im Sinne der Harmonisierung der Geschäftsjahre in allen Gesellschaften der NOVOG-Gruppe auch eine Umstellung des Geschäftsjahres der SSB auf das Kalenderjahr erfolgen soll. Gleichzeitig wurde der Gesellschaftervertrag dahingehend angepasst, dass angesichts der durch die NÖ Bahnen zu 100% getragenen Kapitalerhöhungen für den Bikepark nun eine alineare Gewinn- und Liquiditationsverteilung verankert wurde.
Bericht über die Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft betreibt keine Zweigniederlassungen.
Verwendung von Finanzinstrumenten
Die NOVOG verfügt über diverse originäre Finanzinstrumente (Forderungen, Verbindlichkeiten, Eigenkapital, Guthaben und Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Finanzielle Leistungsindikatoren:
Die Vermögenslage, die Ertragslage, die Kennzahlen gemäß Unternehmensorganisationsgesetz (URG), die Finanzierungskennzahlen, die Rentabilitätskennzahlen und die Geldflussrechnung 2025 werden in den Beilagen detailliert dargestellt.
nicht finanzielle Leistungsindikatoren:
• 9 Plätze - 9 Schätze:
Im Oktober 2025 wurde die Mariazellerbahn in der ORF Hauptabend-Show „9 Plätze – 9 Schätze“ zum „Schönsten Platz Osterreichs“ erkoren. Man konnte sich gegen acht Mitbewerber aus den Bundesländern durchsetzen und den begehrten Titel erstmalig nach Niederösterreich holen.
• Great Place to Work:
Anfang November 2025 wurde die Unternehmensgruppe erfolgreich rezertifiziert und erneut zu einem Great Place to Work erklärt. Die NOVOG hat sich im Vergleich zu 2023 sogar „verbessert" und eine 95% - ige Zustimmungsrate bei der Aussage „Alles in allem kann ich sagen, dass dies hier ein sehr guter Arbeitsplatz ist" erreicht. Gerade nach dem komplexen und arbeitsintensiven Jahr der Umstrukturierung 2024 ist dies ein großer Erfolg für die gelebte Unternehmenskultur.
Beruf und Familie:
Seit 2025 zählt die NOVOG-Gruppe nun auch bundesweit zu den familienfreundlichsten Arbeitgebern. Mit Dezember 2025 konnte die Zertifizierung „berufundfamilie“ erfolgreich abgeschlossen werden. Die NOVOG versteht sich als Vorbild dafür, wie eine moderne Unternehmenskultur Familien unterstützt.
• Fahrgastbefragung - Niederösterreich Bahnen:
Zwischen Juni und November 2024 wurde vom Marktforschungsinstitut Marketmind eine Fahrgastbefragung in den Niederösterreich Bahnen durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 3.000 Fahrgäste. Die 2025 vorliegenden Ergebnisse unterstreichen die hohe Servicequalität der Mariazellerbahn, Schneebergbahn, Waldviertelbahn, des Reblaus Express und der Wachaubahn und heben zugleich das engagierte Wirken des Betriebspersonals hervor. Besonders positiv bewertet wurden das freundliche und kompetente Zugpersonal (96%), die Sauberkeit der Züge (95%) sowie die hohe Pünktlichkeit (94%).
•
Bahntest 2025:
Beim VCO-Bahntest 2025 erzielte die Mariazellerbahn herausragende Ergebnisse. 97% der befragten Fahrgäste zeigten sich insgesamt sehr zufrieden. Besonders positiv bewertet wurden Sauberkeit, Komfort, Sitzplatzangebot sowie die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Zugpersonals. Die Ergebnisse bestätigen die hohe Servicequalität der Mariazellerbahn und würdigen den Einsatz des Betriebspersonals.
• Beliebtestes Schienenfahrzeug:
Bei der Offi-Preis-Verleihung 2025 des Verkehrsverbunds Ost-Region (VOR) wurde die NOVOG/Niederösterreich Bahnen in zwei Kategorien mit dem „VORward" ausgezeichnet. Die Himmelstreppe der Mariazellerbahn wurde von den Fahrgästen zum „beliebtesten Schienenfahrzeug" der Ostregion gewählt. In der Jurywertung „VOR den Vorhang“ ging die Auszeichnung an die Teams „Infrastruktur Instandhaltung & Bau" und „Mariazellerbahn" für ihre außergewöhnlichen Leistungen nach dem Jahrhunderthochwasser 2024.
• Auszeichnungen beim Skiareatest 2025:
Die Gemeindealpe Mitterbach wurde beim Skiareatest der Sommersaison 2025 mit dem „Internationalen Sommergütesiegel" in Triplegold sowie vier weiteren Awards prämiert. Die Tester bewerteten das Angebot anonym in 15 Kategorien und bestätigten erneut die hohe Qualität des Erlebnisbergs.
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Grosso modo blickt der NOVOG - Konzern optimistisch in die Zukunft, zumal bereits beginnend mit 2024 maßgebliche zukunftsorientierte Weichen in mehreren Unternehmensbereichen gestellt wurden (siehe Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage).
Für die Entwicklung des Unternehmens sind folgende Eckpfeiler hervorzuheben:
• NÖ Mobilitätsgesetz:
Mit Beschluss des Niederösterreichischen Landtages vom 29.1.2026 wurde das NÖ MobG 2024 final beschlossen und damit die rechtliche Grundlage für die Neuorganisation der Mobilitätsagenden im Land Niederösterreich geschaffen.
Ausgangspunkt für die Gesetzesänderung war die Neustrukturierung von Aufgaben zwischen der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) und der NOVOG. Ziel war es, zentrale Aufgabenbereiche - insbesondere die Planung und Bestellung von Linien-, Bedarfs- sowie bestimmten Schienenverkehren - stärker bei der NOVOG zu bündeln. Mit dem Gesetz wurden die Zuständigkeiten klar geregelt und rechtlich abgesichert. Insbesondere wurde festgelegt, dass die NOVOG als Verkehrsunternehmen mit eigener wirtschaftlicher Verantwortung tätig ist und Verkehrsdienstleistungen möglichst durch eigene Beförderungserlöse finanziert.
Aus Sicht der NÖVOG stellt der Gesetzesbeschluss einen entscheidenden Schritt dar, die bereits umgesetzte Neuordnung der Mobilitätsaufgaben in Niederösterreich ist nun vollständig rechtlich abgesichert.
• Verbundbeitritt Verkehrsverbund Ost-Region (VOR):
Das Geschäftsjahr 2025 war im Bereich der NÖ Busagenden von strukturellen und vertraglichen Klärungen im Zusammenhang mit dem angestrebten Verbundbeitritt geprägt. Der Vollbeitritt der NÖVOG zum Verkehrsverbund Ost-Region wird 2026 wie geplant forciert und auch von den Eigentümern und vom Aufsichtsrat der NÖVOG wesentlich unterstützt.
• Güterverkehr:
Die NÖVOG ist in Abstimmung mit dem Land Niederösterreich derzeit dabei, die Voraussetzungen und Möglichkeiten zur Abwicklung von regionalem Güterverkehr zu sondieren. Eine Geschäftsfeldexpansion im Sinne des Auftrages ist angedacht. Hintergrund ist der geplante schrittweise Rückzug der ÖBB Rail Cargo Austria AG (RCA) aus dem regionalen Güterverkehr aus wirtschaftlichen und produktionstechnischen Gründen. Dies führt zu Engpässen für die verladende Wirtschaft und erhöhtem Druck seitens der regionalen Betriebe.
Als konkretes Pilotprojekt liegt die mögliche Durchführung von Güterzügen im Traisental zwischen St. Pölten Hbf, Freiland und St. Aegyd am Neuwalde vor.
Vorgesehen ist ein schrittweiser Einstieg mit begrenztem wirtschaftlichem Risiko. Die NÖVOG würde die Güterzüge als Subdienstleister für die RCA führen. Seitens der RCA besteht ein offenes und partnerschaftliches Interesse an dieser Lösung und eine Übernahme der Verkehre auf der Traisentalbahn wäre für die NÖVOG frühestens ab Dezember 2026 möglich.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist der Personalaufbau. Aufgrund der räumlichen Nähe zwischen Pielach- und Traisental wäre eine enge inhaltliche Vernetzung mit der Mariazellerbahn vorgesehen.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
• 10. Mittelfristiges Investitionsprogramm (2027 - 2031):
Parallel zur Absicherung des laufenden mittelfristigen Investitionsprogramms 2021- 2026 (9. MIP) war das Geschäftsjahr 2025 auch von der Vorbereitung des 10. MIP (2027 - 2031) geprägt. Das ursprüngliche, auf der langfristigen strategischen Infrastrukturplanung der NÖVOG basierende Investitionsvolumen wurde für 5 Jahre aufgestellt. Dieses Volumen würde den Abbau bestehender Investitionsrückstände,
eine wirtschaftliche präventive Instandhaltung sowie eine langfristig beherrschbare Ausgestaltung des Folgeprogramms (11. MIP) ermöglichen.
Demgegenüber sieht der vom Bund im Mai 2025 vorgelegte Budgetentwurf für den Zeitraum ab 2026 lediglich ca. € 88 Mio. an jährlichen Bundesmitteln für alle Privatbahnen vor. Vor diesem Hintergrund forderte das BMIMI eine starke Redimensionierung der bisherigen Infrastrukturplanungen.
Auf dieser Basis erarbeitete die NOVOG im Geschäftsjahr 2025 mehrere interne Szenarien. Eine reduzierte Planung mit einem geringeren Volumen wäre nur durch die vollständige Verschiebung nicht sicherheitsrelevanter Maßnahmen in das 11. MIP darstellbar.
Dies wäre jedoch mit erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen verbunden (rund 28 % der rechnerischen Einsparungen würden durch Mehraufwände in der laufenden Instandhaltung wieder verloren gehen), würde zu längeren Streckensperren führen und die Umsetzbarkeit des Folgeprogramms erheblich erschweren.
Bei einer weiteren Kürzung des Investitionsvolumens wären betriebliche Einschränkungen und Angebotsreduktionen unvermeidbar, insbesondere sicherheitsrelevante Maßnahmen könnten nicht mehr im erforderlichen Umfang umgesetzt werden. Dies hätte gravierende Auswirkungen auf den Betrieb der Mariazellerbahn, bis hin zum Wegfall des Halbstundentaktes oder zur Reduktion des Angebots auf Teilstrecken.
Aktuell liegt für das 10. MIP noch kein verbindliches Finanzierungsübereinkommen vor, in Aussicht gestellt wurde ein finales Ergebnis erst im Sommer 2026.
• Entwicklung Rechtsstreitigkeit „Südraum“:
Im Zuge der organisatorischen Umstrukturierung der NÖVOG und der Übertragung der NÖ Busagenden von der VOR GmbH auf die NÖVOG im Jahr 2024 wurde auch ein bereits seit Jahren anhängiger Rechtsstreitigkeit mit einem Verkehrsunternehmen an die NÖVOG mitübertragen.
Die NOVOG strebte den Abschluss eines gerichtlichen Vergleichs an, um sämtliche Verfahren vor Vergleichsabschluss generalbereinigt zu beenden. Auf Basis eines Umlaufbeschlusses des Aufsichtsrates vom 27.3.2026 wurde ein gerichtlicher Vergleich geschlossen. Die Causa konnte somit erfolgreich beendet werden.
• Automatische Fahrgastzählung (AFZ):
Bereits seit 2014 sind die Fahrzeuge von Auftragnehmern im Busverkehr der NOVOG (damals noch VOR GmbH) verpflichtend mit automatischen Fahrgastzählgeräten auszustatten und die entsprechenden Daten, fristgerecht an den Auftraggeber zu übermitteln.
Es stellte sich aber bereits frühzeitig heraus, dass mehrere Auftragnehmer die dafür notwendigen technischen und organisatorischen Anforderungen nicht ausreichend erfüllten, wodurch es zu Mängeln, Verzögerungen und insbesondere resultierenden Pönalen kam.
Auch diese Problematik der „Pönaleregelung" wurde von der VOR GmbH im Zuge der organisatorischen Umstrukturierung 2024 an die NÖVOG übertragen.
Die Geschäftsführung verfolgte daher 2025 das Ziel, eine nachhaltige technische Lösung für die Datenbereitstellung und eine rechtliche Gesamtlösung zur Bereinigung der bestehenden und künftigen Pönalen zu entwickeln, eine außergerichtliche Einigung mit allen betroffenen Unternehmen wurde angestrebt.
Vergleichsverhandlungen wurden mit allen betroffenen Verkehrsunternehmen geführt. Im Zuge der Vergleichsverhandlungen sowie Gesprächen mit den Auftragnehmern wurde eine pauschale Vergleichsquote von 20 % der Pönalforderungen als Verhandlungsgrundlage entwickelt. Es konnte mittlerweile mit allen Busunternehmen eine Einigung erzielt werden.
Bericht über die Forschung und Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine Forschungs- oder Entwicklungsprojekte durchgeführt.
Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontrollund Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Die NOVOG verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, welches den ordnungsmäßen, vollständigen und verlässlichen Rechnungslegungsprozess sicherstellt und aus folgenden Systemen besteht:
o Sicherheitsmanagementsystem nach Eisenbahngesetz o Qualitätsmanagement nach ISO 9001 o ECM Zertifikat o Umweltmanagement nach ISO 14001
Im Mittelpunkt stehen standardisierte Prozesse und Prozessbeschreibungen, die Trennung der Funktionen, das Vier-Augen-Prinzip und die Vergabe von individuellen Zugriffsrechten in den IT-Systemen.
Die Quality Austria hat vom 3.11. - 6.11.2025 im Rahmen eines Uberwachungsaudits das Sicherheitsmanagement (SMS nach Eisenbahngesetz sowie EU-Verordnung 2018/762), die Instandhaltung von Schienenfahrzeugen nach ECM sowie das Qualitätsmanagement nach ISO 9001 überprüft und das Umweltmanagement gemäß ISO 14001 rezertifiziert.
Die Prüfungsschwerpunkte 2025 waren u.A:
o die Betriebsleitung und Themen Recht & Legal Compliance o das Qualitätsmanagement und Umweltmanagement o die Fahrzeuginstandhaltung nach ECM (Werkstätte Etsdorf) o die Fahrzeuginstandhaltung (Werkstätte Laubenbachmühle und Werkstätte Alpenbahnhof) o die Bereiche Personal und Einkauf o die Infrastruktur Betriebsführung (BFZ-Spitz) odie Infrastruktur Instandhaltung (Schwerpunkt Wachaubahn), Infrastruktur Anlagen o den Bus- & Bedarfsverkehr (Planung & Verkehrsdienste)
Alle Audits verliefen positiv, es wurden keine Abweichungen festgestellt. Das neue Zertifikat für Umweltmanagement gemäß ISO 14001 wurde ausgestellt.
St. Pölten, am 12.6.2026
Mag. Wolfgang Schroll
(Geschäftsführer)
Mag. Michael Hasenöhri
(Geschaftsfuhrer)