Inhaltsverzeichnis
I. Vorbemerkung
Das Boehringer Ingelheim RCV
Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG (im Folgenden „die Gesellschaft“ oder „RCV“) mit Sitz in Wien ist für das Geschäft mit Human- und Tiergesundheitsprodukten in 33 Ländern – von Mittel- über Osteuropa bis hin zu Russland, Zentralasien, Israel und die Schweiz – verantwortlich.
Darüber hinaus ist Wien das globale Zentrum der onkologischen Forschung sowie einer von vier Standorten weltweit für biopharmazeutische Forschung, Entwicklung und Produktion im internationalen Unternehmensverbund von Boehringer Ingelheim. Zusätzlich verantwortet die Gesellschaft den regionalen Teil der internationalen klinischen Forschung in Österreich, der Schweiz und der CEE-Region.
Der gesamte Verantwortungsbereich firmiert unter der Bezeichnung „Regional Center Vienna“ (RCV).
Herausragende Erfolge
In der Biopharmazie zählt ein bedeutender Fortschritt in der Verfahrensentwicklung der biopharmazeutischen Produktion zu den herausragenden Erfolgen. Anfang 2025 gelang es Boehringer Ingelheim gemeinsam mit Sutro Biopharma, eine zellfreie Produktionstechnologie von kleinskaligen auf großskalige Volumina erfolgreich hochzuskalieren – ein Meilenstein für die Branche. Diese zellfreie Großproduktion bietet gegenüber klassischen Produktionsmethoden Vorteile in Hinblick auf Sicherheit und Wirksamkeit und könnte künftig bei Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (antibody drug conjugates) der nächsten Generation Anwendung finden, die gegen eine Vielzahl von Krebsarten gerichtet sind.
Sicherheitslage
Das Jahr 2025 war in der RCV-Region weiterhin von einer angespannten und volatilen Sicherheitslage geprägt. Geopolitische Konflikte und regionale Spannungen erhöhten die Komplexität der Sicherheitsanforderungen und stellten Mitarbeitende vor zusätzliche Herausforderungen. Sicherheitsrelevante Entwicklungen und deren potenzielle Auswirkungen auf Personal, Standorte und Lieferketten wurden laufend beobachtet, um Risiken frühzeitig zu erkennen und rasch geeignete Maßnahmen einzuleiten.
Der Krieg in der Ukraine blieb auch 2025 ein zentraler Unsicherheitsfaktor. Trotz der insbesondere im Winter verschärften Lage wurden Unterstützungsmaßnahmen zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung fortgeführt. Gleichzeitig war es notwendig, Sicherheitskonzepte für Mitarbeitende und Geschäftstätigkeiten in der Ukraine und in angrenzenden Ländern kontinuierlich anzupassen.
Nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen Israel und der Hamas im Oktober 2025 entspannte sich die Situation für die Kolleginnen und Kollegen in Israel teilweise. Anhaltende regionale Spannungen führten jedoch weiterhin zu erheblichen Belastungen für die Bevölkerung und die Mitarbeitenden.
Darüber hinaus trugen politische Unsicherheiten, soziale Spannungen sowie zunehmende hybride Sicherheitsbedrohungen zu einer insgesamt fragilen Lage in Teilen der RCV-Region bei.
Fazit
Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen ist das außergewöhnliche Engagement der Kolleginnen und Kollegen hervorzuheben. Sie leisteten auch unter schwierigen Umständen einen wesentlichen Beitrag zur kontinuierlichen Versorgung der Patientinnen und Patienten in der gesamten RCV-Region.
II. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
1. Geschäftsverlauf 2025
Die Entwicklung des Geschäftsjahres 2025 verlief für die RCV-Region durchgehend positiv. Einerseits konnten die Märkte ihre Umsatzerlöse deutlich steigern, andererseits blieb auch die konzerninterne Nachfrage nach in Wien produzierten biopharmazeutischen Produkten auf einem soliden Niveau.
Das starke Umsatz- und insbesondere das außergewöhnlich hohe Gewinnwachstum im Jahr 2025 lässt sich einerseits auf die gestiegenen Erlöse in den Geschäftsbereichen Humanpharma und Tiergesundheit zurückführen. Andererseits wirken weiterhin Effekte aus der Einführung von Global Business Services (GBS) im Jahr 2023 nach. Der im Jahr 2023 notwendige Aufbau von Vorratsbeständen führte damals zu außergewöhnlich hohen Umsätzen mit verbundenen Unternehmen. Diese einmalige Bevorratung führte in der Folge zu geringeren Umsatzerlösen und Gewinnen im Geschäftsjahr 2024. Mit dem Auslaufen dieses Sondereffekts zeigt sich 2025 nun wieder eine normalisierte und zugleich klar positive Entwicklung.
Die Geschäftsbereiche im Einzelnen
Humanpharma
Im Jahr 2025 setzte die umsatzstärkste Medikamentengruppe rund um Jardiance® ihren klaren Wachstumskurs in der RCV-Region fort. Ebenso verzeichnete das Therapiegebiet der seltenen Atemwegserkrankungen erneut deutliche Zuwächse und trug wesentlich zum positiven Gesamtergebnis bei. Trotz spürbarer Umsatzrückgänge bei älteren, nicht mehr patentgeschützten Produkten konnte insgesamt ein weiterhin positives Resultat erzielt werden.
Russland blieb auch im Jahr 2025 der umsatzstärkste Markt innerhalb der RCV-Region. Insgesamt verzeichneten fast alle Länder der RCV-Region eine positive Umsatzentwicklung
Tiergesundheit
Im Geschäftsjahr 2025 hat sich unser Tiergesundheitsgeschäft erneut positiv entwickelt. Dies ist sowohl auf einen insgesamt wachsenden Markt als auch auf weitere Marktanteilsgewinne zurückzuführen. Mit Ausnahme des Geflügelsegments, in dem die Umsätze leicht unter dem Vorjahresniveau lagen, verzeichneten wir in allen anderen Bereichen - Kleintier, Schwein und Rind - ein starkes Wachstum. Dies unterstreichen die Ausgewogenheit und Attraktivität unseres Portfolios.
Getrieben wurde diese positive Entwicklung insbesondere durch BulTaVo 3® zum Schutz vor der Blauzungenkrankheit bei Rindern in der Schweiz und in Österreich sowie durch eine erhöhte Nachfrage nach Schweineimpfstoffen in Russland. NexGard®, ein Antiparasitikum für Hunde, bleibt weiterhin unser umsatzstärkstes Produkt und behauptet seine führende Position im bedeutendsten Marktsegment. Geografisch hat sich unsere Marktposition in der großen Mehrzahl der Länder positiv entwickelt, selbst wenn unsere teilweise sehr starke Marktposition nicht in allen Fällen ein überproportionales Wachstum zulässt.
Biopharmazie
Im Jahr 2025 gelang es, mit den biopharmazeutischen Produktionsanlagen sowohl die Anzahl der hergestellten Produkte als auch den Fortschritt laufender Projekte, einen Umsatz von über 600mEUR zu erreichen. Eine der bestehenden Anlagen wurde aufgrund der vorzeitigen Terminierung eines Kundenvertrages stillgelegt. Insgesamt konnte unsere Position als Auftragsfertiger innerhalb des Konzernverbunds weiter gefestigt werden.
Onkologie-Forschung und klinische Forschung/Medizin
Im Geschäftsjahr 2025 blieb das Investitionsvolumen in die onkologische Forschung am Standort Wien auf hohem Niveau und entsprach den globalen Vorgaben. Trotz vieler organisatorischer Veränderungen war das Jahr äußerst erfolgreich: Insgesamt wurden sieben „Starts of Development“ (SoDs) realisiert und damit die Zielsetzungen klar übertroffen – vier davon direkt aus den Wiener Laboren, zwei in Zusammenarbeit mit Biotechnologie-Partnern aus der Schweiz (NBE Therapeutics und T3 Pharma). Ein weiterer Entwicklungskandidat wurde einlizenziert und in das Portfolio aufgenommen.
Wichtige regulatorische Meilensteine wurden ebenfalls erreicht: Hernexeos® (zongertinib / Her2 Tyrosinkinase-Inhibitor) erhielt die Marktzulassung zur Behandlung des nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms mit spezifischen Mutationen in den USA, Japan und China. Zudem gab es deutliche Fortschritte bei unserem ersten immunonkologischen „Tcell Engager“-Präparat (obrixtamig) in der klinischen Entwicklung.
Im Bereich der klinischen Forschung nehmen wir weiterhin die volle regionale Länderverantwortung wahr. Unsere Organisation betreut eine Vielzahl von Ländern innerhalb der Region bei internationalen klinischen Prüfungen hinsichtlich unserer Konzernprodukte.
2. Zweigniederlassungen
Zweigniederlassungen bestehen unter folgender Firmierung:
| Firma | rechtlicher Sitz Sitz | Gründungsjahr | |
|---|---|---|---|
| Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG, | Bratislava | Slowakei | 2008 |
| organizacna zlozka | |||
| Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG | Budapest | Ungarn | 2008 |
| Magyarorszagi | |||
| Fioktelepe | |||
| Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG | Bukarest | Rumänien | 2008 |
| Viena | |||
| Sucursala Bucuresti | |||
| Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG, | Laibach | Slowenien | 2008 |
| Podruznica Ljubljana | |||
| Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG - | Sofia | Bulgarien | 2009 |
| BULGARIAN BRANCH | |||
| Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG Eesti | Tallinn | Estland | 2009 |
| filiaal | |||
| Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG | Kaunas | Litauen | 2009 |
| Lietuvos filialas | |||
| Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG, | Kiew | Ukraine | 2010 |
| Repräsentanz Ukraine | |||
| Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG, | Riga | Lettland | 2010 |
| Latvijas filiāle | |||
3. Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren
Kennzahlen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gemäß KFS/BW 3
| Kennzahlen zur Ertragslage: | 2025 | 2024 | +/-% |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 2 476 388 2 156 424 | 14,84% | |
| EBIT (entspricht Betriebsergebnis) | 319 365 | 201 389 | 58,58% |
| Jahresergebnis | 295 327 | 173 466 | 70,25% |
| Umsatzrentabilität*) | 11,9% | 8,0% | |
| Eigenkapitalrentabilität*) | 24,2% | 15,8% | |
| Gesamtkapitalrentabilität*) | 11,4% | 8,0% | |
Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage:
| Nettoverschuldung*) | 802 759 | 812 978 | -1,26% |
|---|---|---|---|
| Working Capital*) | 949 085 | 736 140 | 28,93% |
| Eigenkapitalquote*) | 43,7% | 43,7% | |
| Nettoverschuldungsgrad (Gearing)*) | 65,7% | 73,9% |
| Cash-flow-Kennzahlen: | |||
|---|---|---|---|
| Netto-Geldfluss aus der laufenden | |||
| Geschäftstätigkeit | 238 770 | 424 506 | -43,75% |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -77 967 | -72 239 | 7,93% |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -158 945 | -348 953 953 | -54,45% |
Personalkennzahlen:
| durchschnittlicher Mitarbeiterstand | 3 380 | 3 386 | -0,18% |
|---|---|---|---|
| Fluktuation | 5,46% | 4,81% | 13,51% |
’> *) Die Berechnung erfolgt gemäß KFS/BW 3 Empfehlung zur Ausgestaltung finanzieller Leistungsindikatoren
im Lagebericht bzw. Konzernlagebericht
Interpretation der Finanzkennzahlen
Die Entwicklung des Geschäftsjahres 2025 war für die RCV-Region weiterhin positiv, die sich in gesteigerten Umsatzerlösen in den Märkten widerspiegelt, und sich andererseits auch durch weiterhin starke konzerninterne Erlöse von in Wien produzierte, biopharmazeutische Produkte, erklärt.
Sowohl das starke Umsatzwachstum (+15%) als auch das außergewöhnlich starke Gewinnwachstum (+70%) im Jahr 2025 lässt sich einerseits auf die gestiegenen Erlöse in den Geschäftsbereichen Humanpharma und Tiergesundheit zurückführen. Andererseits wirken weiterhin Effekte aus der Einführung von Global Business Services (GBS) im Jahr 2023 nach. Der im Jahr 2023 notwendige Aufbau von Vorratsbeständen führte damals zu außergewöhnlich hohen Umsätzen mit verbundenen Unternehmen. Diese einmalige Bevorratung führte in der Folge zu geringeren Umsatzerlösen und Gewinnen im Geschäftsjahr 2024. Mit dem Auslaufen dieses Sondereffekts zeigt sich 2025 nun wieder eine normalisierte und zugleich klar positive Entwicklung.
Die GBS Einmaleffekte spiegeln sich auch noch wider in Working Capital (+29%), vor allem bedingt durch den zurück normalisierten Forderungsbestand aus Lieferungen und Leistungen gegenüber verbundenen Unternehmen, als auch durch einen steigenden Vorratsbestand. Daraus resultierend ergibt sich eine Reduktion des Netto-Geldflusses der laufenden Geschäftstätigkeit (-44%). Der Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit hat sich reduziert (-54%), da eine geringere Dividende für 2024 im Jahr 2025 ausbezahlt wurde.
Der Mitarbeiterstand ist mit 3.380 Mitarbeiter ungefähr gleichgeblieben (-0,18%), und die Fluktuation ist gestiegen von 4,8% auf 5,5%.
Betriebliches Gesundheitsmanagement
Die Gesundheit unserer Mitarbeiter*innen ist für Boehringer Ingelheim ein zentraler Wert. Wir verfolgen einen ganzheitlichen Gesundheitsansatz, der körperliche, mentale, soziale und finanzielle Aspekte umfasst. Durch gezielte Maßnahmen stärken wir Wohlbefinden, Motivation und langfristige Arbeitsfähigkeit unserer Belegschaft.
Unsere Gesundheitsangebote umfassen ein breites Betriebssportprogramm, Initiativen zur Gesundheitsförderung, Präventionsmaßnahmen wie Impfaktionen sowie vertrauliche Beratungsleistungen für berufliche und private Anliegen (Employee Assistance). Zusätzlich bestehen in den Ländern der Region vielfältige Aktivitäten, etwa Bewegungschallenges oder Unterstützungsangebote in herausfordernden Lebenssituationen.
Die strategische und operative Weiterentwicklung liegt im Bereich EHS, welcher dafür über eine eigene Unit Health Management (aktuell 2 FTE) verfügt. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit Arbeitsmedizin, Arbeitspsychologie, Arbeitssicherheit, Human Resources und dem Betriebsrat sowie in Abstimmung mit globalen EHS- und HR-Funktionen.
Im Rahmen des Projekts „Health & Wellbeing Coordination“ – gefördert durch den Fonds Gesundes Österreich und in Kooperation mit der ÖGK – werden die bestehenden Aktivitäten bis Mitte 2026 zu einem strukturierten, systematischen Gesundheitsmanagement ausgebaut. Analysen, Befragungen und Fokusgruppen bilden die Basis für zielgruppenspezifische Maßnahmen. Ergänzend wurden Kennzahlen etabliert und Maßnahmen laufend evaluiert, um eine hohe Wirksamkeit sicherzustellen.
Learning, Development und Engagement im Überblick
Im Jahr 2025 haben wir die nachhaltige Einbettung und Nutzung unser Lern- und Entwicklungsangebot vorangetrieben. Unsere Angebote, allen voran die Leadership Programme und Language Learning goFluent, haben Kolleg*innen der gesamten RCV- Region erreicht. Die Reichweite und Qualität unserer Angebote werden von unseren Kolleginnen und Kollegen nachhaltig auf hohem Niveau bewertet. Wir haben neue Angebote basierend auf dem Bedarf der Organisation pilotiert und implementiert. Und wir haben erstmals generative künstliche Intelligenz sowie Virtual Reality in unsere Angebote integriert.
Im Überblick:
x x x x Unsere Führungskräfte führen auch beim Thema Lernen: 25 Leaders Trainings, 255 Teilnehmende und damit rund 33% unserer Führungskräfte erreicht. Unsere Mitarbeitenden nutzen verstärkt die Angebote unserer Boehringer University und des Virtual Campus: 1.950 regelmäßig wiederkehrende Nutzerinnen, insgesamt 3.320 Kolleginnen und Kollegen registriert. Sprachkenntnisse werden zunehmend über unsere Plattform GoFluent erlernt: fast 700 aktive Lernende, über 120 nahmen individuelle Sprachstunden in Anspruch. Auch hier erreicht unser Angebot die RCV-Länder. Polen, Russland und Tschechien sind gemeinsam mit Österreich unter den Top 4 Nutzern. Wir integrieren aktuellste Technologien wie künstliche Intelligenz oder Virtual Reality in unsere Angebote und erhöhen so den Nutzen für die Teilnehmenden und die Organisation.
Personalentwicklung/Aus- und Weiterbildung
Die kontinuierliche und individuell angepasste Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden bleibt weiterhin entscheidend für unseren Erfolg. Auch im Jahr 2025 haben wir eine Vielzahl an Lernmöglichkeiten und Weiterbildungsprogrammen angeboten, die auf die Bedürfnisse unserer Business Units und strategischen Ziele abgestimmt sind. Das Feedback aus der Organisation und von den Teilnehmenden zu inhaltlicher Qualität und Weiterempfehlung ist ausgezeichnet.
Im Überblick:
x x x x x Führungskräfteentwicklungsprogramme mit regionaler Reichweite nachhaltig etabliert. Hosting einer Kohorte des globalen “Leaders of Leaders”-Programms in Wien. Stärkere Verankerung und Steigerung der Nutzung unseres Sprachtrainingsangebotes GoFluent in der gesamten Region. Lateral Leadership Programm erstmals mit KI Integration. Ausbau der Trainee- und Ausbildungsprogramme, insbesondere der Vernetzung mit Deutschland und dem Hosting von Lehrlingen in Wien.
Talent Management
Talentmanagement ist weiterhin eine strategische Priorität bei Boehringer Ingelheim. Unser Ziel ist es, die richtigen Talente in den passenden Positionen zu haben und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.
Im Überblick:
x x x x x Erweiterung unserer Lehrausbildung, neuer Lehrberuf ab 2026. Professionelles Business Coaching in Österreich und für unsere Länder. Erfolgreiches neues Mentoring Konzept in der Biopharma Wien. Erstmaliger volle Jahres MAG Zyklus mit integrierten „Our Behaviours“. Beginn der Umsetzung des adaptierten globalen Focus Talent Konzepts.
Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Familienfreundliche und mitarbeiterorientierte Leistungen sind traditionell Bestandteil der Unternehmenskultur von Boehringer Ingelheim und Ausdruck der gelebten sozialen Verantwortung.
Im Überblick:
x x x x Wir haben zahlreiche Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie umgesetzt, wie die Einrichtung eines Betriebskindergartens, Gleitzeitmodelle und die Veranstaltung von Familientagen. Wir unterstützen die Wiedereingliederung von Mitarbeitern nach der Karenz. Wir unterstützen Eltern mit einem Kostenzuschuss zu Feriencamps. Zusätzliche freie Tage rund um Feiertage erleichtern die Planung zusammenhängender Freizeit.
Durch flexible Arbeitszeiten, sinnvolle Homeoffice-Regelungen und die Förderung von Teilzeit ermöglichen wir Kolleg*innen – sofern es mit ihren Tätigkeiten vereinbar ist – ein hohes Maß an Flexibilität im Alltag.
Openness, Respect & Opportunity (vormals Diversity, Equity & Inclusion)
Offenheit, Respekt und Chancengleichheit sind fest in unserer Unternehmenskultur und unseren Werten verankert. Mit dem neuen globalen Framework „Openness, Respect & Opportunity“ bekräftigen wir unser Engagement für einen diskriminierungsfreien Arbeitsplatz, an dem alle Mitarbeitenden respektiert werden und gleiche Chancen erhalten. Dieses Bekenntnis unterstützt unsere Ziele im Rahmen von „Sustainable Development – For Generations“ (SD4G).
Im Überblick:
x x x x x Kennzahlen & Transparenz: Quartalsaktuelle Infografik zu relevanten KPIs sind für alle Mitarbeitenden in Österreich einsehbar. Onboarding & Führungskräfteentwicklung: Openness, Respect & Opportunity ist integraler Bestandteil im Onboarding und im First Line Leaders Programm. Employee Resource Groups (ERGs): Die Professionalisierung und strategische Verknüpfung selbstgesteuerter Netzwerke für spezifische Interessengruppen mit den Unternehmenszielen wurde gefestigt und die Vernetzung zwischen den ERGs intensiviert. Lern- und Entwicklungsmaßnahmen: Weitere Lernangebote, wie ein neues KIgestütztes Leadership-Modul für den Standort Wien, stärken gezielt Kompetenzen rund um Offenheit, Respekt und Chancengleichheit. Ausarbeitung einer neuen Betriebsvereinbarung Antidiskriminierung (mit HR LL & BR), sowie Entwicklungsstart eines dazugehörigen e-learnings. Inklusion: Zusammenarbeit mit den Behindertenvertrauenspersonen sowie externen Partnern.
Sozialleistungen
Das Unternehmen bietet verschiedene Sozialleistungen an, wie u.a.
| x | Betriebsrestaurant |
|---|---|
| x | Pensionsplan |
| x | Zusatzleistungen des Arbeitsmedizinischen Diensts, wie zB freiwillige |
| Untersuchungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Büroarbeitsplätzen, | |
| Mitwirkung an der Vorsorgeuntersuchung, Impfaktionen, Biofeedback | |
| x | Betriebskindergarten an zwei Standorten |
| x | Betriebliche Gesundheitsförderung inklusive Betriebssport |
| x | Kooperation mit EAP Institut – Employee Assistance services |
| x | Kostenersatz Öffi-Ticket |
| x | Volunteering Day – einen Tag Freiwilligentätigkeit als bezahlte Arbeitszeit um sich |
| für nachhaltige, soziale und gesundheitsfördernde Projekte zu engagieren |
III. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des
Unternehmens
1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Humanpharma
Im Geschäftsbereich Humanpharma erwarten wir für das Jahr 2026 eine stabile Umsatzentwicklung. Der Ablauf von Patenten und makroökonomischen Einflüssen werden uns dieses Jahr weiterhin vor Herausforderungen stellen.
Wir werden die bereits erfolgreich gestarteten Initiativen konsequent weiterführen und uns parallel auf die Markteinführung neuer Produkte vorbereiten.
Starkes Wachstum erwarten wir auch dieses Jahr von unserer Medikamentengruppe rund um Jardiance® welche dadurch eine noch stärkere Rolle innerhalb des gesamten Produktportfolios einnehmen wird.
Tiergesundheit
Wir werden unsere Wachstumsstrategie auch im Jahr 2026 konsequent weiterverfolgen und etliche Märkte in ihrer Expansion weiter maßgeblich beeinflussen. Dabei unterscheidet sich der Fokus von Land zu Land, sowohl in der Strategie als auch im Portfolio- und Speziesfokus, wobei Kleintier in allen Ländern das längerfristig relevanteste Marktsegment bleibt. Kontinuierliche Überprüfung und Weiterentwicklung der Go-to- Market und in-Market Strategien bilden die Grundlage für eine langfristige Ausrichtung und Erfolg.
Biopharma
Auch in 2026 erwarten wir eine Steigerung der Herstellung von Produkten und Projekten in unseren Anlagen.
Innovation Unit
Die Innovation Unit bei Boehringer Ingelheim in Wien konzentriert sich weiterhin auf die präklinische Erforschung und Entwicklung neuer onkologischer Therapien. Die Umstrukturierung der globalen Innovation Unit im Jahr 2025 stärkt unsere Wettbewerbsposition und zielt darauf ab, schwerkranken Patienten schneller und sicherer verbesserte Therapieoptionen zu bieten. Neue Meilensteine und klare Entscheidungskriterien unterstützen die Priorisierung und Beschleunigung unserer Projekte. „Winning in Oncology“ bleibt eine zentrale Priorität. Wir arbeiten daran, das Potenzial von Hernexeos® durch zusätzliche Indikationen und Märkte voll auszuschöpfen. Zudem erwarten wir mehrere Phase-I-Studien mit neuen Wirkstoffen aus der Wiener Forschung und streben wichtige klinische Meilensteine für zwei fortgeschrittene Assets an („Proof of Concept“). Im Fokus der präklinischen Forschung steht die Portfolioerneuerung, mit dem Ziel, mindestens drei Projekte mit dem Meilenstein „Candidate Selection“ in die Entwicklung zu übergeben.
2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Das Bonitätsrisiko unseres Handelswarengeschäftes in den zentral- und osteuropäischen Ländern ist durch eine entsprechende Ausfallsvereinbarung bzw. durch Warenkreditversicherungen weitgehend abgedeckt. Bei einigen Kunden erfolgt die Belieferung gegen Vorauskassa oder Vorlage einer Bankgarantie. Kunden, für die keine Besicherung besteht oder besonders kritische Märkte, werden von uns eng überwacht. In Russland und Belarus wurden zB. alle Kunden auf Vorauskasse umgestellt.
In Osterreich ist aufgrund der langen und intensiven Geschäftsbeziehung und den branchenüblichen Zahlungsbedingungen das Ausfallrisiko als sehr gering einzustufen.
Durch den teilweise hohen Lagerbestand ist RCV mit Abwertungsrisiken hinsichtlich der Warenbestände konfrontiert. Das Abwertungsrisiko für RCV besteht einerseits aufgrund eines möglichen Rückgangs der Wiederbeschaffungswerte bzw. Einkaufspreisänderungen und gleichermaßen aufgrund möglicher Effekte auf dem Absatzmarkt, die dazu führen können, dass eine Abwertung gelagerter Bestände erforderlich wird. Hierzu gehört beispielsweise ein starkes Sinken von Marktpreisen (unter den Einkaufspreis) oder die Unverkäuflichkeit bestimmter Produkte. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, unterliegen vorgelagerte Bedarfsplanungen intensiver Abstimmung, erlauben jedoch bei regulatorischen Anderungen entsprechende Flexibilität.
Das Währungskursrisiko wird teilweise über entsprechende Devisentermingeschäfte abgesichert.
Die in der Bilanz ausgewiesenen Finanzinstrumente sind Gegenstand des allgemeinen Risikomanagements des Unternehmens, welches in den Buchhaltungs- und Bilanzierungsmethoden seinen Niederschlag findet. Außer den bereits im Jahresabschluss und im Anhang gezeigten Risiken bestehen keine weiteren Preisänderungs-, Ausfall-, Liquiditäts- und Cashflow-Risiken.
Die makroökonomische Situation sowie die allgemeine politische Lage der Region werden permanent genau beobachtet und mit den Kollegen und Kolleginnen vor Ort in laufender Abstimmung evaluiert.
Wien, am 3. März 2026
Boehringer Ingelheim RCV GmbH für Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG
ed by: Phonot Dobrocky 7738AC744E5A4E5.
Dr. Pavol DOBROCKY
DocuSigned by: laina. Birl 998D7704AC6D4BE Yana OREL