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Lagebericht 2025

Ernst Schweizer GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 29. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

für das Geschäftsjahr 2025

I. Geschäftsverlauf des Geschäftsjahres 2025 und Lage des Unternehmens

Die Entwicklung des Geschäftsjahrs 2025 war wie folgt geprägt: Im ersten Halbjahr konnten bereits 64% des gesamten Umsatzes des Jahres 2025 (ohne Intercompany-Verrechnung) erwirtschaftet werden, was zum großen Teil der vorzeitigen Endung der steuerlichen Förderung für Photovoltaikanlagen (Nullsteuersatz) per 31. März geschuldet war. Der erhöhte Auftragseingang wurde rasch abgearbeitet und in Umsatz umgewandelt. Die Regierung konnte sich im Anschluss zu keiner weiteren Förderung mehr einigen, somit war ein großer Anteil des Business Photovoltaik für Einfamilienhäuser (< 10kWp) nicht mehr wirtschaftlich und auch nicht mehr so umsatzrelevant wie im ersten Halbjahr. Die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen wurden frühzeitig erkannt, was zu einer entsprechenden Anpassung in der Kostenstruktur geführt hat.

Die Umsatzerlöse 2025 waren um 32 % geringer als im Vorjahr 2024. Jedoch wurde auf der Kostenseite im Laufe des gesamten Jahres gearbeitet, sodass das Wirtschaftsjahr 2025 positiv abgeschlossen werden konnte. Das positive Ergebnis 2025 nach Steuern beträgt 883.384,02 Euro, im Vorjahr waren es 928.433,30 Euro. Der prozentuelle Anteil vom positiven Ergebnis nach Steuern konnte von 7,6 % auf 10,1 % gesteigert werden.

Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete die Ernst Schweizer GmbH einen Umsatzerlös von 8.716.863,79 Euro, verglichen zu den Umsatzerlösen von 12.162.946,80 Euro im Geschäftsjahr 2024. Der Rückgang ist, aufgrund der Beendigung der Förderung und dem Rückgang des Marktes geschuldet, beides kam nicht überraschend und die Firma Ernst Schweizer GmbH hat damit gerechnet und das Budget und Ausgaben entsprechend angepasst. Der niedrige Strompreis, die politische Unsicherheit und die fehlende Bereitschaft für Investitionen der Unternehmer sind weitere Gründe für den eingetroffenen Umsatzrückgang.

Der Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit beträgt per 31.12.2025 800.781,28 Euro (Vorjahr: TEUR 1.474). Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus niedrigeren Abschreibungen im Geschäftsjahr. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2024 wurde eine außerplanmäßige Abschreibung auf das Baurecht vorgenommen. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt -51.135,56 Euro (Vorjahr: TEUR -90), der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt -1.629.091,17 Euro (Vorjahr: TEUR -2.245). Die Veränderungen im Finanzierungsbereich resultieren aus einer geringeren Ausschüttung des Bilanzgewinns.

Gesamt kommt es in der Periode zu einer zahlungswirksamen Veränderung des Finanzmittelbestandes in Höhe von -879.445,45 Euro (Vorjahr TEUR -862) womit der Finanzmittelbestand am Ende der Periode 474.142,47 Euro (Vorjahr TEUR 1.354) beträgt.

Die Geldflussrechnung wurde auf Basis des Fachgutachtens AFRAC 36 erstellt.

Die Eigenkapitalquote der Ernst Schweizer GmbH liegt zum Ende des Geschäftsjahres 2025 bei 43,4 %, im Vorjahr lag der Wert bei 42,4 %. Diese solide Eigenkapitalquote unterstreicht die finanzielle Stabilität des Unternehmens und die Fähigkeit sich wirtschaftlich schwierigen Zeiten bzw. einem wirtschaftlich schwierigen Marktumfeld anpassen zu können.

II.

Geschäftstätigkeit Ernst Schweizer GmbH

Die Ernst Schweizer GmbH mit Sitz in Satteins, Vorarlberg ist ein Unternehmen im Bereich Solarenergie und Photovoltaik. Die Gesellschaft steht im 100 % Eigentum der schweizerischen Ernst Schweizer AG. Sie ist für den Vertrieb von Photovoltaik-Lösungen und Montagesystemen im Raum Osterreich aktiv. Der Marktanteil konnte zu 2023 und 2024 gehalten werden, trotz schrumpfenden Marktes. Ernst Schweizer GmbH ist für die Logistik des MSP-Montagesystems innerhalb der Ernst Schweizer Gruppe zuständig. Die MSP-Montagesysteme Produkte werden in Satteins eingelagert, kommissioniert und an die Kunden in Osterreich und den Kunden der Ernst Schweizer AG versendet. Länder wie die Schweiz, Deutschland und den Rest von Europa werden vom Standort Satteins aus versorgt.

Ein weiteres Standbein der Ernst Schweizer GmbH ist die Erfüllung der Dienstleistung im Bereich Technischer- Innendienst und Verkaufsinnendienst für die Ernst Schweizer Gruppe. Der technische Innendienst und der Verkaufsinnendienst der Ernst Schweizer GmbH haben im Geschäftsjahr 2025 maßgeblich zur positiven Geschäftsentwicklung beigetragen. Der technische Innendienst hat durch seine hohe Fachkompetenz und schnelle Reaktionsfähigkeit die Qualität unserer Dienstleistungen weiter verbessert. Dies führte zu einer erhöhten Kundenzufriedenheit und einer Reduktion der Bearbeitungszeiten bei technischen Anfragen.

Der Verkaufsinnendienst hat durch seine proaktive Kundenbetreuung und effiziente Auftragsabwicklung ebenfalls einen wesentlichen Beitrag geleistet. Die enge Zusammenarbeit mit dem Außendienst und die gezielte Schulung der Mitarbeiter haben zu einer Steigerung der Verkaufszahlen pro Mitarbeiter und einer besseren Kundenbindung geführt. Besonders hervorzuheben ist die Kommunikation und Koordination zwischen den Abteilungen, welche weiter optimiert wurde.

III. Voraussichtliche Entwicklungen des Unternehmens

Der Marktrückgang war vorhersehbar und hat sich für 2025 auch abgezeichnet, daher wurden die Personalstruktur und die Investitionen angepasst, was sich auch beim positiven EBIT darstellt. Anpassungen bei den Prozessen und der internen Abwicklung führten ebenso zum Ziel.

IV. Zukunftsbezogene Chancen und Risiken

Die Gesellschaft erwartet für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 ein weiterhin herausforderndes Marktumfeld. Nach den außergewöhnlich starken Wachstumsjahren der Photovoltaikbranche infolge hoher Energiepreise, umfangreicher Förderprogramme und einer erhöhten Nachfrage nach Energieunabhängigkeit hat sich die Marktentwicklung deutlich abgeschwächt.

Ernst Schweizer GmbH Sonnenstraße 1 6822 Satteins, Osterreich Telefon +43 5524 89688 ernstschweizer.com UID-Nr.: ATU 36002106 Firmenbuchnummer: 30923 a

Die österreichische Wirtschaft befindet sich weiterhin in einer verhaltenen Wirtschaftsphase. Hohe Finanzierungskosten, eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft sowie eine allgemein erhöhte wirtschaftliche Unsicherheit führen sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich zu einer spürbaren Investitionszurückhaltung. Insbesondere im privaten Wohnbau ist eine deutliche Abschwächung der Nachfrage festzustellen. Viele private Haushalte verschieben größere Investitionsentscheidungen aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten, höherer Kreditkosten und einer insgesamt unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung.

Zusätzlich sind wesentliche Förderprogramme für Photovoltaikanlagen ausgelaufen beziehungsweise wurden reduziert. Dadurch verlängern sich die Amortisationszeiten von Investitionen in Photovoltaikanlagen, was die Nachfrage zusätzlich belastet. Auch Unternehmen zeigen sich bei Investitionsentscheidungen zunehmend vorsichtig und priorisieren kurzfristig betriebsnotwendige Investitionen gegenüber langfristigen Energieprojekten.

Vor diesem Hintergrund wird für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 mit einem anhaltend hohen Wettbewerbsdruck sowie einer gegenüber den Vorjahren schwächeren Marktentwicklung gerechnet. Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung wird wesentlich davon abhängen, inwieweit neue Marktsegmente erschlossen, Kostenstrukturen angepasst und bestehende Marktanteile gesichert werden können.

V.

Chancenbericht

Trotz des herausfordernden Marktumfeldes bestehen weiterhin Chancen für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft.

Der langfristige Trend zur Dekarbonisierung der Wirtschaft und die europäischen Klimaziele erfordern weiterhin einen erheblichen Ausbau erneuerbarer Energien. Die Photovoltaik bleibt dabei eine der wirtschaftlich attraktivsten Technologien zur nachhaltigen Stromerzeugung.

Steigende Stromnetzentgelte, langfristig erhöhte Energiepreise sowie der Wunsch vieler Unternehmen nach einer stärkeren Eigenversorgung mit Energie können auch künftig Investitionsanreize schaffen. Darüber hinaus bieten gewerbliche und industrielle Dachflächen weiterhin erhebliches Ausbaupotenzial.

Zusätzliche Chancen ergeben sich aus einer möglichen Erholung der Konjunktur, einer Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten sowie möglichen zukünftigen Förder- oder Unterstützungsmaßnahmen auf europäischer oder nationaler Ebene.

VI. Risikobericht

Marktrisiken

Der Photovoltaikmarkt ist aktuell von einer deutlichen Abschwächung der Nachfrage geprägt. Nach Jahren starken Wachstums hat sich die Marktdynamik merklich reduziert. Der Wegfall zahlreicher Fördermaßnahmen, die schwache Baukonjunktur sowie die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit führen zu einer rückläufigen Investitionsbereitschaft.

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Insbesondere der private Wohnbau, der in der Vergangenheit einen wesentlichen Absatzmarkt darstellte, befindet sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Gleichzeitig zeigen sich Unternehmen bei Investitionen zurückhaltend, wodurch Projektentscheidungen zunehmend verschoben oder reduziert werden.

Wettbewerbs- und Margenrisiken

Der Solarmarkt ist von einem intensiven Wettbewerb geprägt. Zahlreiche Anbieter konkurrieren um ein begrenztes Marktvolumen. Dies führt zu einem erheblichen Preis- und Margendruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Zusätzlich führen Überkapazitäten auf internationalen Märkten zu sinkenden Verkaufspreisen und erschweren die Weitergabe gestiegener Kosten an Kunden. Es besteht das Risiko, dass Marktteilnehmer ihre Preise zur Auslastung ihrer Kapazitäten weiter reduzieren und dadurch die Ertragslage der Branche insgesamt belasten.

Rohstoffpreis- und Beschaffungsrisiken

Ein wesentlicher Bestandteil der von der Gesellschaft eingesetzten Produkte besteht aus Aluminium. Der Anteil aluminiumhaltiger Komponenten beträgt rund 90 % der wesentlichen Materialeinsätze. Die Preisentwicklung von Aluminium und Stahl unterliegt erheblichen Schwankungen. Geopolitische Konflikte, Handelsbeschränkungen, Zölle, Energiekostensteigerungen oder Einschränkungen der globalen Lieferketten können zu deutlichen Preissteigerungen führen. Gleichzeitig ist es in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld oftmals nur eingeschränkt möglich, höhere Einkaufspreise zeitnah an Kunden weiterzugeben. Zur Risikosteuerung werden die Einkaufspreise durch die Geschäftsleitung laufend überwacht und mindestens wöchentlich analysiert. Aufgrund kurzer Entscheidungswege können notwendige Anpassungen in Beschaffung, Kalkulation und Vertrieb zeitnah umgesetzt werden. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass starke Rohstoffpreisschwankungen die Ertragslage negativ beeinflussen.

Geopolitische Risiken

Die internationale politische Lage bleibt von erheblichen Unsicherheiten geprägt. Anhaltende Konflikte, Handelsstreitigkeiten, Zollmaßnahmen sowie Veränderungen globaler Lieferketten können sowohl die Verfügbarkeit von Materialien als auch deren Preisentwicklung negativ beeinflussen. Darüber hinaus können politische Entscheidungen auf europäischer oder internationaler Ebene zu Veränderungen der Marktbedingungen führen und bestehende Geschäftsmodelle beeinträchtigen.

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Förder- und Regulierungsrisiken

Der Photovoltaikmarkt ist weiterhin in erheblichem Umfang von politischen Rahmenbedingungen abhängig. Der Wegfall beziehungsweise die Reduktion von Fördermaßnahmen hat bereits zu einer spürbaren Abschwächung der Nachfrage geführt. Sollten künftig keine ausreichenden Investitionsanreize geschaffen werden oder weitere regulatorische Belastungen entstehen, könnte dies die Marktentwicklung zusätzlich negativ beeinflussen.

VII. Gesamtbeurteilung

Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 wird die Entwicklung der Branche verhalten eingeschätzt. Die Kombination aus schwacher Konjunktur, rückläufiger Bautätigkeit, ausgelaufenen Fördermaßnahmen, hoher Wettbewerbsintensität und anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten führt zu einem anspruchsvollen Marktumfeld. Gleichzeitig bleibt die langfristige Bedeutung der Photovoltaik im Zusammenhang mit den europäischen Klimazielen und der Energiewende unverändert hoch. Die Gesellschaft begegnet den bestehenden Herausforderungen durch eine laufende Uberwachung der Markt- und Rohstoffpreisentwicklung, eine konsequente Kostenkontrolle sowie eine flexible Anpassung ihrer Geschäfts- und Beschaffungsprozesse. Aus heutiger Sicht wird für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 von einer stabilen, jedoch herausfordernden Geschäftsentwicklung ausgegangen.

VIII. Forschung und Entwicklung

Die Ernst Schweizer GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Ernst Schweizer AG mit Sitz in Hedingen. Die Forschung und Entwicklung der Photovoltaik-Produkte erfolgen bei der Ernst Schweizer AG.

IX. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Nach dem Abschlussstichtag 31.12.2025 sind keine Vorgänge eingetreten, welche von besonderer Bedeutung sind.

Satteins, am 23,0.2026 S. Sher

Geschäftsführer Herr Samuel Schweizer

Geschäftsführer Herr Christian Birk

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