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Die PreZero Polymers Austria GmbH gehört zur PreZero Polymers GmbH Österreich-Italien und ist ein im Bereich Kunststoffrecycling etabliertes Unternehmen.
Am Standort Haimburg (Österreich) verarbeiten wir Kunststoffabfälle aus post-consumer Abfällen und industriellen Mahlgütern zu PP-, HDPE-, PS und MPO-Rezyklaten.
Mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit, Effizienz und Innovation setzt Prezero Polymers Austria GmbH neue Maßstäbe in der Kunststoffindustrie. Als zukunftsorientiertes Kunststoffunternehmen arbeiten wir aktiv daran, den globalen Kunststoffkreislauf zu schließen und die negativen Umweltauswirkungen der Kunststoffproduktion zu minimieren. Dank modernster Recyclingtechnologien und einer klaren Vision für die Kreislaufwirtschaft bleibt PreZero Polymers ein unverzichtbarer Partner für Unternehmen, die nachhaltige Kunststofflösungen suchen.
PreZero Polymers Austria GmbH liefert dabei hochwertige und innovative Kunststoffe an zahlreiche multinationale Konzerne aus unterschiedlichen Branchen, insbesondere aus der Möbel- und Verpackungsindustrie, dem Baugewerbe, dem Gartenbereich, der Elektro- und der Automobilbranche.
1) Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft per 28.02,2025
a. Geschäftsverlauf des Unternehmens
Im Geschäftsjahr 01.03.2024 - 28.02.2025 erzielte Prezero Polymers Austria GmbH ein Verkaufsvolumen von 27.723 t (29.960 t im Zeitraum 01.03.23-29.02.24). Das operative Ergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt.
Die weltweit unsichere wirtschaftliche Lage (Energiepreisentwicklung, Rohstoffpreise, Zinsen Fremdkapital, hohe Inflation, Kriege) hat weiterhin einen stark negativen Einfluss auf den Kunststoffrecyclingmarkt.
Die Nachfrage nach recyceltem Kunststoff ist deutlich eingebrochen. In diesem Zusammenhang befinden sich die Verkaufspreise für unser Produktportfolio, vergleichbar mit der Krise 2009, in einer Abwärtsspirale, wobei der Tiefpunkt nun erreicht sein sollte.
Die gesunkene Nachfrage in den Bereichen PP (Polypropylen), MPO (Mischkunststoffe), PS (Polystyrol) und HDPE (High-Density Polyethylen) sind vor allem auf die historisch beispiellose Marktsituation und die aktuelle wirtschaftliche Situation zurückzuführen. Davon stark betroffen sind alle Anwendungen in den Produktbereichen wie z.B. Haushaltswaren, Garten, Bauindustrie etc.
Der PP-Ballenpreis (COREPLA) hatte sein „all time high” im Juni 2022 bei durchschnittlich über 600 €/t. Die letzte COREPLA-Auktion wurde im Januar 2025 mit einem Preis von 55 €/t einschließlich Transport abgeschlossen.
Die Verkaufspreise unseres Produktportfolios sind im Moment stark unter Druck, was aus der geringen Nachfrage und dem Preisdruck der „Virgin-Alternativen” resultiert. Insbesondere im Bereich Polypropylen (PP) ist der negative Trend stark zu spüren. Die Folge dieser beispiellosen Situation sind durchschnittliche Verkaufspreise für PP, die von 1.650 €/t im Juni 2022 auf ein historisches Tief von etwa 953 €/t im Februar 2024 gefallen sind. Seitdem zeigt sich jedoch ein Aufwärtstrend. Im Februar 2025 lag der durchschnittliche Verkaufspreis bei rund 1.077 €/t.
Das Unternehmen begann mit Mitte des Geschäftsjahres 2023 mit einem drastischen cost cutting und turn around Projekt. Stark negative Produkte (MPO) wurden in das italienische Prezero Werk verlagert, da sie dort kostengünstiger hergestellt werden können. Das Unternehmen reduzierte die Produktionskapazität von 6 Extrudern auf 3 Anlagen und passte gleichzeitig das Produktionspersonal sowie die Angestelltenanzahl an (von 139 Mitarbeiter auf 90). Gleichzeitig stoppte das Unternehmen laufende Investitionen, um Liquidität zu sparen. Das Lager von Inputmaterialien und Fertigprodukten wurde stark abgebaut, ebenfalls um Liquiditāt zu sparen.
Die Optimierungsprojekte waren insgesamt erfolgreich, der Einbruch im Absatz ist jedoch zu mächtig, um mit diesen operativen Maßnahmen vollständig entgegenzuwirken.
b. Umsatzentwicklung der PreZero Polymers Austria GmbH
Die Betriebsleistung erreichte im Wirtschaftsjahr per 28.02.2025 einen Wert von 32,7 MEUR (VJ: 32,4 MEUR).
c. Ergebnis vor Steuern
Das Betriebsergebnis betrug -5,8 MEUR (VI -14,1 MEUR). Das Ergebnis vor Steuern betrug -8,0 MEUR (Vorjahr: -15,7 MEUR).
d. Eigenkapital
Das Eigenkapital ist negativ und beträgt per 28.02.2025 -8,2 MEUR (VJ -0,2 MEUR).
e. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten per 28.02.2025 betragen 55,6 MEUR (VJ 57,1 MEUR).
f. Kennzahlen per 28.02.2025:
| Ifd Nr. Bezeichnung | Wert 2024 Wert 2025 | ||
|---|---|---|---|
| 1 | Betriebsleistung | 29.827 | 32.379 TEUR |
| Veränderung | -2.552 | -19.843 TEUR | |
| Veränderung % | -7,88% | -38,00% | |
| Produktionsumsätze | 30.250 | 30.322 TEUR | |
| Veränderung | -72 | -19.744 TEUR | |
| Handelsumsätze | 88 | 175 TEUR | |
| Veränderung | -88 | -392 TEUR | |
| Menge | 27.723 | 29.960 to | |
| 2 | Produktionsumsatz EU | 25.232 | 28.118 TEUR |
| Produktionsumsatz Ausland | 3.674 | 1.173 TEUR | |
| Produktionsumsatz Inland | 1.344 | 1.031 | TEUR | |
|---|---|---|---|---|
| 3 | Ergebnis vor Steuern | -8.001 | -15.716 | TEUR |
| Sachanlagen | 27.283 | 30.964 | TEUR | |
| Bilanzsumme | 50.959 | 59.527 | TEUR | |
| Eigenkapital | -8.216 | -219 TEUR | ||
| Eigenkapitalquote | -16,12% | -0,37% | ||
| Betriebserfolg | -5.829 | -14.138 | TEUR | |
| Finanzerfolg | -2.172 | -1.578 TEUR | ||
| CF operativ | -3.704 | -6.194 TEUR | ||
| CF Invest | -391 | -8.280 | TEUR | |
| CF Finanzierung | -8.538 | 29.462 TEUR | ||
| Umsatzrentabilität | -18,85% | -45,16% | ||
| GK-Rentabilität | -10,91% | -23,74% | ||
| Nettoverschuldung | 4.845 | -7.292 | TEUR | |
| Nettoumlaufvermögen | -25.435 | -21.636 TEUR | ||
| Nettoverschuldensgrad | -58,97% | n/a | ||
| 4 | Mitarbeiter zum Stichtag | 86 | 98 | |
| männlich | 73 | 81 | ||
| weiblich | 13 | 17 | ||
| Personalaufwand | 6.526 | 8.572 TEUR | ||
| Veränderung | -2.046 | 216 | ||
| Materialaufwand/bez. | ||||
| 5 | Leistungen | 17.989 | 23.849 | TEUR |
| Veränderung | -5.860 | -10.907 TEUR | ||
| Veränderung in % | -24,6% | -31,4% | ||
| 6 | Eigenkapital | -8.216 | -219 TEUR | |
| Veränderung | -7.997 | -665 | TEUR | |
| 7 | Rückstellungen | 3.607 | 2.625 | TEUR |
| Veränderung | 982 | 890 TEUR | ||
| 8 | Verbindlichkeiten | 55.568 | 57.121 TEUR | |
| Veränderungen | -1.553 | 13.476 TEUR | ||
| 9 | Verbindlichkeiten Bank | 7.599 | 8.137 | TEUR |
| Veränderungen | -538 | -539 | TEUR | |
g. Allgemeines
Das Eigenkapital ist gegenüber dem Vorjahr gesunken und beträgt EUR -8.216 TEUR, Die Uquidität des Unternehmens wurde durch eine harte Patronatserklärung der Muttergesellschaft gesichert.
h. Arbeitnehmer- und Umweltbelange
Es wird laufend an der Verbesserung der Produktionsstätten gearbeitet, was sowohl den Arbeitnehmern als auch der Umwelt zugutekommt.
Dabei gehen wir nach den folgenden Prinzipien vor:
• Technische Verbesserungen: z.B. LockOut – TagOut, Schutzeinrichtungen, Not-AUS Schalter, Trenneinrichtungen • Organisatorische Verbesserungen: z.B. Arbeitsfreigabeschein • Persönliche Schutzausrüstung: Verbesserungen der PSA
Mit dem Ziel Gefahrenstellen zu beseitigen und zukünftige Unfälle an selben Stellen zu verhindern, wurde ein Beinaheunfall-Meldesystem eingerichtet und es wurde damit begonnen die neu definierten HSE-Gruppenstandards einzuführen. Die Entwicklung im HSE-Bereich wird monatlich an die Gruppe in Form von festgelegten KPIs berichtet (LTIFR, LTIs, Brände, usw.).
Im Rahmen unserer Bemühungen, Emissionen bestmöglich zu reduzieren, wurde bei den Planungsarbeiten zum Bauprojekt „neue Schredderhalle” besonders auf die Einhaltung niedriger Lärmgrenzen Bedacht genommen.
2) Prognosebericht:
Der Ausblick auf die langfristige Geschäftsentwicklung (Folgejahre) bleibt positiv. Die Signale in Verbindung mit den europäischen Zielen für Recycling-Quoten und Rezyklat-Einsatz in Verpackungen und in anderen relevanten Industriesektoren, wie der Automobilindustrie, kündigen eine vielversprechende Zukunft an.
Die Kunststoffrecyclingindustrie zeigt trotz wirtschaftlicher Herausforderungen positive Entwicklungen, insbesondere durch den zunehmenden Einsatz von Rezyklaten, der auch ab 2025 weiter wachsen soll. Die Branche blickt mit Zuversicht auf die Zukunft und sieht den „Silberstreifen am Horizont“, da der steigende Rezyklateinsatz nicht nur zur Verbesserung des CO2-Fußabdrucks beiträgt, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Mit verstärktem Fokus auf Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Produktion erwartet der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. eine positive Entwicklung, die durch eine effizientere Abfallwirtschaft und eine stärkere politische Unterstützung weiter gefördert werden kann.
3) Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft:
Angesichts des veränderten Szenarios entwickelt Polymers eine neue Vertriebsstruktur, eine neue F&E-Organisation und ein neues Portfolio von Produktverkäufen, um eine realistische und nachhaltige Lösung zur Reduzierung der CO2-Emissionen und Förderung der Kreislaufwirtschaft anzubieten, auch wenn dies Kompromisse in Bezug auf die optimale Qualität erfordert. Dennoch überwiegen die ökologischen Vorteile die Herausforderungen.
Im Budgetansatz für das folgende Geschäftsjahr sind ein Umsatz von € 35M und ein EBITDA von € -1,756 (+7%) vorgesehen. Die langfristigen Erwartungen und das Budget gehen davon aus, dass ab dem Geschäftsjahr 2027/28 wieder positive Ergebnisse erzielt werden. Des Weiteren wird auf die Patronatserklärung und die diesbezügliche Erläuterung im Anhang zum negativen Eigenkapital verwiesen.
Das Unternehmen und der gesamte PreZero Polymers Bereich wird auch nach Ablauf des Geschäftsjahres per 28.02.2025 aktiv weitergeführt. Ziel ist es, das Potential des EU- Kreislaufwirtschaftspakets aktiv zu nutzen.
4) Bericht über Forschung und Entwicklung:
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich der Rezepte und der neuen Produkte wurden im Jahr 2024/2025 fortgesetzt. In enger Zusammenarbeit mit namhaften Brand-ownern gelang es, neue Rezepturen zu entwickeln und damit weitere Kundensegmente anzusprechen bzw. einen Wettbewerbsvorteil zu generieren.
5) Risiken:
Die Geschäftsführung evaluiert kontinuierlich die Risiken. Das Risikomanagement wird in allen relevanten Entscheidungsprozessen sowie Risikobewertungen angewandt und ist essenzieller Teil sämtlicher Investitionsentscheidungen.
Damit den wesentlichen Risiken proaktiv entgegengesteuert werden kann, verfügt das Unternehmen über wirksame Kontrollsysteme, welche durch das Management festgelegt sind.
Es werden periodische Audits aller Unternehmensprozesse durchgeführt, um sowohl Compliance- als auch Prozess- und Unternehmensrisiken festzustellen und aus diesen Feststellungen gemeinsam mit dem Management Maßnahmen zur Risikobeseitigung abzuleiten. Alle Unternehmensbereiche arbeiten aktiv an der fristgerechten Umsetzung der Maßnahmen.
Folgende Risiken werden – unter anderem – minimiert:
• Finanzwirtschaftliche Risiken
Der mögliche Ausfall von Kundenforderungen ist besonders während einer möglichen Rezession wahrscheinlich. Um dieses Risiko zu minimieren, werden wöchentlich die Pünktlichkeit der Eintreibung von Forderungen berichtet und analysiert. Außerdem ist der Großteil der Kundenforderungen durch Kreditversicherungen abgedeckt.
• Kontrollsysteme – 4 Augen Prinzip
Durch die Übernahme der Schwarz-Standards in den täglichen Prozessen wird, unter anderem, sichergestellt, dass in den sensiblen Unternehmensbereichen das 4 Augen Prinzip Anwendung findet (zum Beispiel bei der Durchführung von Zahlungen, der Anlage von Stammdaten, Unterzeichnung von Verträgen)
• Wesentliche Gruppenentscheidungen
Sämtliche wesentliche Gruppenentscheidungen werden durch das Management der PreZero
Polymers Austria GmbH und ggf. durch den Vorstand von PreZero International geprüft und genehmigt.
• Preisänderungsrisiken
Bedingt durch die die Dynamik des Marktes können wesentliche Preisänderungen im Bereich
des Absatzmarktes eintreten.
• Ausfallrisiken
Für wesentliche Teile der Forderungen wurden bzw. werden Kreditversicherungen
abgeschlossen.
• Liquiditäts- und Cashflow-Risiken
Die wesentlichen Unsicherheiten bestehen darin, dass geplante Ergebnisse infolge geänderter Rahmenbedingungen nicht erzielt werden können bzw. nicht schnell genug auf nicht planbare
Entwicklungen reagiert werden kann. Durch laufende monatliche detaillierte Reportings wird dieses Risiko gering gehalten. Ein Liquiditätsrisiko sieht die Geschäftsführung nicht, da die Liquidität durch die PreZero Stiftung & Co KG abgesichert ist. Des Weiteren wird auf die Patronatserklärung und die diesbezüglichen Erläuterungen im Anhang zum negativen Eigenkapital verwiesen.
Haimburg, am 09.10.2025
Die Geschäftsführung
pogr. Monika Eva Töffele, DBA eh