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Lagebericht 2025

SPIE ESCAD Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 03. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Beschreibung des Geschäftsverlaufes und Lage des Unternehmens

Seit Mitte März 2024 ist die SPIE ESCAD Austria GmbH offiziell Teil der SPIE AG. Der französische SPIE Konzern ist ein weltweit agierender Konzern, dessen Deutschland- und Zentraleuropasparte 1999 gegründet wurde und heute zu den Top Industrieservicedienstleitern in Deutschland zählt. Zum Zeitpunkt des Bilanzstichtages beschäftigte die SPIE ESCAD Austria GmbH 65 MitarbeiterInnen.

Die Werte Schnell, Kompetent und Zuverlässig zeichnen die SPIE ESCAD Austria GmbH aus. Mit ihren Mitarbeitern entwickelt die SPIE ESCAD Austria branchenunabhängige, individuelle Lösungen im Bereich Engineering, Robotik, Automatisierung und Fertigung.

Durch die Integration in den SPIE Konzern haben sich für die SPIE ESCAD Austria neue Chancen ergeben. Durch die gut ausgebaute Vernetzung des Konzerns und der Zentralisierung gewisser organisatorischer Bereiche werden auch langfristige Effekte in der Zusammenarbeit und Struktur erwartet, die sich positiv auf die Geschäfte der SPIE ESCAD Austria auswirken.

Nach einem schwierigen Jahr 2024, geprägt von einer anhaltenden und angespannten globalen wirtschaftlichen Lage mit hohen Inflationsraten und steigenden Kosten, hat das Jahr für die SPIE ESCAD Austria ähnlich begonnen.

Die gesetzten Sparmaßnahmen im Jahr 2024, wie die Standortoptimierungen, sowie die räumliche Verkleinerung und die gesetzten Personalmaßnahmen und Umstrukturierungen, haben über das erste Halbjahr 2025 verteilt ihre Wirkung in den Kosten gezeigt. Vor allem die allgemeinen Kosten konnten im Zuge der Maßnahmen nachhaltig verringert werden.

Die generelle Auftragslage im Projektgeschäft gestaltete sich bis zur Mitte des Jahres noch schwierig. Mit einer Verbesserung der Situation in der zweiten Jahreshälfte war eine durchgängige Auslastung aller Bereiche möglich. Im Bereich Ersatzteilhandel blieb der Umsatz unter dem erwarteten Level. Aufgrund fehlender Investitionsbereitschaft und Reduzierung der Produktionsschichten einiger Betriebe, fiel der Umsatz auf einen Stand von 2019 zurück. Der Bereich Arbeitskräfteüberlassung war vor allem durch die rückläufige wirtschaftliche Lage weiterhin stark betroffen. Im Bereich der Leichtbaurobotik wurde an der Entwicklung eines neuen Produktes (E.FLEX) gearbeitet, welches als Baukastensystem mit unterschiedlichen Funktionen seit 2025 angeboten wird.

Die Verzögerungen und Schwierigkeiten in der Abwicklung eines technisch sehr anspruchsvollen Projektes aus 2023 verursachten sowohl in 2024, als auch in 2025 Mehraufwendungen und Terminverschiebungen. Die in 2024 gebildeten Rückstellungen konnten per Ende 2025 aufgelöst werden, da gegen Ende des Jahres ein Abschluss der Arbeiten und eine Einigung mit den Kunden erzielt werden konnte, welche sich auch positiv auf das Ergebnis vor Steuern und Zinsen ausgewirkt haben. Daher konnte das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr stark verbessert werden.

Auch im Bereich der Geschäftsführung gab es 2025 eine Veränderung. Der langjähre Geschäftsführer Thomas Neudorfer hat mit 31.12.2024 seine Funktion als Geschäftsführer abgegeben und mit Mitte 2025 das Unternehmen verlassen. Das Unternehmen wird damit ab 01.01.2025 von Rudolf Rauch als alleiniger Geschäftsführer weitergeführt.

2. Kennzahlen

Umsatzrentabilität

Die Umsatzrentabilität entspricht dem Verhältnis aus Ergebnis vor Zinsen und Steuern und den Umsatzerlösen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Berechnung:20252024
Ergebnis vor Zinsen und Steuern x100 Umsatzerlöse2,58 %-23,35 %

EBIT

Das EBIT entspricht dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Berechnung:20252024
Ergebnis vor Steuern + Zinsen und ähnliche Aufwendungen0,27 Mio-3,03 Mio

Eigenkapitalrentabilität

Die Eigenkapitalrentabilität entspricht dem Verhältnis des Ergebnisses vor Steuern zum Eigenkapital und bringt die Verzinsung des eingesetzten Kapitals zum Ausdruck. Je höher die Eigenkapitalrentabilität, umso positiver ist es für das Unternehmen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Berechnung:20252024
Ergebnis vor Steuern x100 Eigenkapital32,28 %-440,27%

Gesamtkapitalrentabilität

Die Gesamtkapitalrentabilität gibt die Verzinsung des gesamten Kapitaleinsatzes eines Unternehmens an.

Man betrachtet damit die gesamte Effizienz des eingesetzten Kapitals unabhängig von der Finanzierung.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Berechnung:20252024
Ergebnis vor Zinsen und Steuern x100 Gesamtkapital5,92 %-45,28 %

Nettoumlaufvermögen

Das Nettoumlaufvermögen stellt dar welcher Teil des Vermögens kurzfristig zur Generierung von Umsatz zur Verfügung steht und nicht durch Fremdmittel finanziert ist, bereinigt um die liquiden Mittel.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Berechnung:20252024
Umlaufvermögen – langfristiges Umlaufvermögen – kurzfristiges Fremdkapital2,64 Mio4,99 Mio

Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote gibt an wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital eines Unternehmens ist. Je höher die Eigenkapitalquote umso höher ist die finanzielle Stabilität eines Unternehmens.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Berechnung:20252024
Eigenkapital x100 Gesamtkapital19,54 %10,00%

Geldflussrechnung 2025

Der Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 402 (Vorjahr: TEUR 409). Der Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit hat sich auf TEUR 1.252 (Vorjahr: minus TEUR 165) verändert. Der Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit liegt bei minus TEUR 1.717 (Vorjahr: minus TEUR 273). Die zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands beträgt minus TEUR 63 (Vorjahr: minus TEUR 29). Die Gesellschaft verfügte im Vorjahr neben Guthaben bei Kreditinstituten auch über liquide Mittel in Höhe von MEUR 0,75, die im Rahmen einer mit der SPIE Germany Switzerland Austria GmbH abgeschlossenen Cash-Pooling Vereinbarung veranlagt sind. Zum 31.12.2025 besteht aus der Cash-Pooling Vereinbarung ein negativer Saldo von minus MEUR 1,71.

3. Beschreibung der wesentlichen Risiken und Unsicherheiten

Zu den Risiken bzw. Unsicherheiten zählt vor allem die immer noch schwache Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lage. Der Rückgang der Investitionsbereitschaft von Unternehmen aller Branchen und die erhöhte Anzahl an Insolvenzen haben das Jahr 2025 geprägt und Einfluss auf alle Bereiche der SPIE ESCAD Austria GmbH gehabt.

4. Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft

Die wirtschaftlichen Prognosen für 2026 sind leicht positiv aber weiterhin verhalten. Für das nächste Jahr wird eine leichte Verbesserung der Wirtschaftslage mit einem BIP-Wachstum von ca. 1,0 -1,4 % vorhergesagt. Die Inflationsrate soll sich um ca. 1 % verbessern und auf ein Niveau von 2,0-2,5 % sinken.

Aufgrund der aktuellen Prognosen für das Jahr 2026 rechnet die Geschäftsführung der SPIE ESCAD Austria weiterhin mit einem herausfordernden Jahr. Vor allem das breite und branchenunabhängige Portfolio soll zu einer stabilen Lage beitragen, wenngleich nur eine langsame Erholung der wirtschaftlichen Lage vorhergesagt wird. Durch die Konzentration auf die Kernbereiche des Unternehmens, einem gut ausgebauten Konzernnetzwerkes und in Kombination mit Cross-Selling Maßnahmen sowie dem neuen Produkt im Bereich Leichtbaurobotik soll 2026 ein stabiles Jahr für die SPIE ESCAD Austria GmbH werden.

Laut aktuellen Prognosen wird sich der Arbeitsmarkt nur langsam erholen, aber zum Jahr 2025 leicht verbessern und auf 7,3% zurückgehen. Damit bleibt wie auch in den Vorjahren der Fokus auf der Intensivierung des Employer Brandings und einer aktiven und gezielten Recruitingstrategie, um die geplante Entwicklung der Unternehmensbereiche zu erreichen.

Um die Planung 2026 zu erreichen und eine stabile Aussicht für die weiteren Jahre zu haben, wird Wert auf das Kerngeschäft in allen Bereichen gelegt. Im Projektgeschäft wird davon ausgegangen, dass der Fokus weiterhin im Bereich Modernisierung von Anlagen und Erhaltung bestehender Anlagen liegt, was ebenfalls eine Auslastung im Instandhaltungsbereich ermöglichen wird. In der Arbeitskräfteüberlassung zeichnet sich weiterhin eine Tendenz von Überlassungen zu Vermittlungen ab. Für das Ersatzteilgeschäft wird sowohl im Bereich der neuen und gebrauchten Ersatzteile, als auch im Reparaturbereich eine stabile Umsatzlage erwartet. Mit dem neuen Produktbereich der Leichtbaurobotik werden neue Möglichkeiten zur Umsatzgenerierung geschaffen. Des Weiteren sollen die Synergien aus der Konzernstruktur intensiviert werden und zur stabilen Lage beitragen.

5. Forschung und Entwicklung

Es gibt keine Aktivitäten im Bereich der Forschung und Entwicklung.

6. Zweigniederlassungen

SPIE ESCAD Austria GmbH, 10.-Oktober-Straße 27, 9560 Feldkirchen

SPIE ESCAD Austria GmbH, Maria-Theresia-Straße 51, 4600 Wels

7. Bestehende Preisänderungs-, Ausfalls-, Liquiditäts- und Cash-Flow-Risiken

Zu den Hauptrisiken zählen:

x das weiterhin hohe Risiko durch Insolvenzen von Kunden / Lieferanten x die weiterhin verhaltene Investitionsbereitschaft von Unternehmen aller Branchen x die niedrigere aber stabile Auftragslage im Ersatzteilhandel

Auch für 2026 wird eine weiterhin hohe Insolvenzrate vorhergesagt. Aufgrund des breitgefächerten Kundenstammes ist eine grundlegende Risikostreuung vorhanden. Es wird dennoch Wert auf die

Überprüfung der wirtschaftlichen Lage der Kunden gelegt und ein entsprechend effizientes Mahnwesen geführt.

Durch die verhaltene Wirtschaftslage wird davon ausgegangen, dass weiterhin eine niedrige Investitionsbereitschaft vorherrscht. Dies wird sich weiterhin auf den Auftragseingang auswirken und den Konkurrenzdruck bei Vergaben hochhalten. Durch die weitestgehende Branchenunabhängigkeit der SPIE ESCAD Austria soll aber eine durchgängige Auslastung gewährleistet werden.

Die Anschaffungspreise von Industrieelektronikbauteilen und der Umschwung von neuen auf gebrauchte Bauteile sowie Reparaturen hat bereits in den Vorjahren zu einem Umdenken in der Beschaffungsstrategie geführt. Ziel ist es den Lagerwert, wie in den vergangenen Jahren, weiterhin zu reduzieren und die Anschaffungen so gering wie möglich zu halten. Zusätzlich bildet die aktuell niedrige Auftragslage im Vergleich zu den Vorjahren eine große Herausforderung dar.

29. April 2026, Oberwang, Rudolf Rauch

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