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Lebenshilfe Region Judenburg Gemeinnützige GmbH
Die Lebenshilfe Region Judenburg Gemeinnützige GmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft und als solche nicht auf Gewinn gerichtet. Sie erbringt persönliche Hilfeleistungen für Menschen mit Behinderung und für sozial benachteiligte Personen; dabei ist sie überwiegend im Auftrag des Sozialressorts des Landes Steiermark sowie (in kleinerem Umfang) im Auftrag des Sozialministeriumservice und anderer öffentlicher Stellen tätig. Die Lebenshilfe Region Judenburg wurde 1976 gegründet.
Die Lebenshilfe Region Judenburg Gemeinnützige GmbH ist als spendenbegünstigte Organisation anerkannt (Registrierungsnummer SO-1305)
1. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft im Jahr 2025
Der Geschäftsbericht 2025 informiert über die wichtigsten Entwicklungen des Geschäftsjahres.
Das im Mai 2024 gestartete Projekt „Intensivbetreuung” wurde im Jahr 2025 erfolgreich fortgeführt. Im Rahmen dieses Angebots wird eine Betreuung rund um die Uhr für eine einzelne Person sichergestellt. Ziel ist es, die betreffende Person schrittweise wieder in bestehende Regelangebote zu integrieren. Aufgrund der positiven Entwicklung und des weiterhin bestehenden Bedarfs wurde das Projekt über das ursprünglich vorgesehene Ende verlängert.
Im laufenden Jahr 2025 wurde die neue Leistungsart „Mobile Leistung in Pflegeheimen” beantragt und bewilligt. Eine weitere Entwicklung in den folgenden Jahren wird erwartet.
Erlössituation
Da die Verrechnung von Leistungen nach dem Stmk. Behindertengesetz (StBHG) bzw. nach Richtlinien des Sozialministeriumservice den Großteil der Erlöse (über 90 %) ausmacht, ist die Entwicklung der Leistungspreise für die Erlössituation von maßgeblicher Bedeutung.
Im Bereich der Leistungspreise nach dem StBHG erfolgte auch für das Jahr 2025 eine Anpassung der Tag- und Stundensätze auf Basis der kollektivvertraglichen Gehaltsentwicklung sowie der allgemeinen Kostensteigerungen.
Beim Projekt des Sozialministeriumservice konnte der bereits in den Vorjahren berücksichtigte Leitungsanteil weiterhin aufrechterhalten werden. Dies ist insbesondere aufgrund der gestiegenen Betreuungszahlen von großer Bedeutung.
Die Bereiche Schulassistenz und Autismuszentrum entwickelten sich auch im Jahr 2025 positiv, Die Nachfrage nach diesen
Leistungen blieb auf hohem Niveau.
Die sonstigen Erlöse umfassen insbesondere Verkaufserlöse aus den Werkstätten sowie Rückersätze und Vergütungen. Dieser Bereich entwickelte sich insgesamt stabil.
Kostensituation
Die im SWO-Kollektivvertrag geregelten Gehälter wurden auch im Jahr 2025 entsprechend den kollektivvertraglichen Vereinbarungen angepasst. Der Personalaufwand blieb damit weiterhin der bedeutendste Kostenfaktor der Gesellschaft.
Bei den Sachkosten zeigte sich im Jahr 2025 insgesamt eine stabile Entwicklung.
Beschäftigungssituation
Stichtag 31.12.2025: 348 Beschäftigte bzw. 218 Vollzeitäquivalente
Stichtag 31.12.2024: 341 Beschäftigte bzw. 207 Vollzeitäquivalente
Beim Beschäftigtenstand kam es 2025 gegenüber 2024 zu einem leichten Anstieg, welcher durch die neuen Leistungen aber auch durch den höheren Hilfebedarf (in den jeweiligen Bescheiden) unserer Kundinnen und Kunden bedingt ist.
Betriebserfolg
Die Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2025 weist bei Gesamterlösen von rund T€ 16.196 ein ausgeglichenes Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von T€ 2 aus.
Die Finanzierung des Unternehmens erfolgte weiterhin ohne nennenswerte zusätzliche Fremdmittelaufnahme. Die finanziellen Leistungsindikatoren zeigen, dass Kapitalstruktur und Ertragslage der Lebenshilfe Region Judenburg Gemeinnützige GmbH auch im Geschäftsjahr 2025 stabil und positiv zu beurteilen sind.
Unternehmenskennzahlen
1. Kennzahlen zur Vermögenslage
1.1. Eigenmittelquote gem. § 23 URG
Berechnung:
(Eigenkapital inkl. Sonderposten für Investitionszuschüsse x 100%) / (Gesamtkapital)
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 3.790.713,80 € | 3.789.007,68 € |
| Gesamtkapital (§ 224 Abs. 3 UGB) | 8.308.584,33 € | 8.472.968,28 € |
| abzüglich von den Vorräten absetzbare Anzahlungen | 0,00 € | 0,00 € |
| abzüglich Investitionszuschüsse | -1.265.088,22 € | -1.333.860,11 € |
| Gesamtkapital | 7.043.496,11 € | 7.139.108,17 € |
| Eigenmittelqoute (§ 23 URG) | 53,80% | 53,10% |
Erläuterung:
Die Eigenmittelquote gibt an, in welchem Ausmaß (zu Buchwerten) sich der Eigentümer selbst am Risiko und an der Finanzierung beteiligt.
1.2 Verschuldungsgrad
Berechnung:
(Fremdkapital x 100%) / (Gesamtkapital)
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Fremdkapital | 3.274.969,64 € | 3.350.100,49 € |
| Gesamtkapital | 8.308.584,33 € | 8.472.968,28 € |
| Verschuldungsgrad | 39,42% | 39,54% |
Erläuterung:
Der Verschuldungsgrad zeigt die Relation von Fremdkapital zu Gesamtkapital an und gibt damit Auskunft über die Finanzierungsstruktur.
2. Kennzahlen zur Finanzlage
2.1. Cash-Flow in TEUR
| Nettogeldfluss aus d. laufenden Geschaftstätigkeit | T€ 1.402 |
|---|---|
| Nettogeldfluss aus d. Investitionstätigkeit | T€ 241 |
| Nettogeldfluss aus d. Finanzierungstätigkeit | T€ 168 |
| Cashflow | T€ 993 |
I. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Ende des Geschäftsjahres
Die positive Entwicklung des Autismuszentrums setzte sich auch nach dem Ende des Geschäftsjahres fort, Der Bedarf bleibt unverändert hoch und die Zahl der betreuten Klientinnen und Klienten steigt weiterhin. Zudem ist eine Erweiterung des Angebots in Richtung Diagnostik angedacht.
Das Schulassistenzgesetz befindet sich mittlerweile im zweiten Umsetzungsjahr. Die Auswirkungen auf die Lebenshilfe Region Judenburg werden insgesamt positiv beurteilt. Gleichzeitig bestehen aufgrund unterschiedlicher Vergabemodelle der Gemeinden und möglicher Ausschreibungen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich der langfristigen Entwicklung dieses Leistungsbereiches.
Im Bereich der Sotialpolitik stehen die Auswirkungen der budgetären Konsolidierungsmaßnahmen des Landes Steiermark weiterhin im Fokus. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung sind die konkreten Auswirkungen auf einzelne Leistungsbereiche noch nicht vollständig abschätzbar.
II.
Voraussichtliche Entwicklung im Jahr 2026 und 2027
Aufgrund der starken Abhängigkeit vom Sozialressort des Landes Steiermark bleibt eine langfristige Prognose weiterhin mit Unsicherheiten verbunden. Der zunehmende Kostendruck auf die öffentlichen Haushalte führt zu einer restriktiveren Budgetpolitik, die sich auch auf den Sozialbereich auswirken kann.
Der anhaltende Fachkräftemangel stellt weiterhin eine wesentliche Herausforderung dar. Zur nachhaltigen Sicherung des Personalbedarfs werden bestehende Maßnahmen zur Personalgewinnung und -bindung kontinuierlich weiterentwickelt und durch alternative Recruiting-Modelle ergänzt.
Das Projekt „Intensivbetreuung" wurde aufgrund des anhaltenden Unterstützungsbedarfs zunächst bis Mitte 2026 verlängert. 2wischenzeitlich erfolgte eine weitere Verlängerung bis Mitte 2027. Die weitere Fortführung ist von der Entwicklung des individuellen Betreuungsbedarfs sowie den Entscheidungen des Kostenträgers abhängig.
Darüber hinaus wird die Lebenshilfe Region Judenburg auch künftig an der Weiterentwicklung bestehender Angebote und an der Entwicklung neuer bedarfsgerechter Leistungen arbeiten.
IV.
Forschung und Entwicklung
Für die Weiterentwicklung unserer Dienstleistungen wurde bereits 2013 ein Strategieprozess gestartet, der seit 2015 Teil des Regelbetriebes ist. Dieser Prozess führte in den vergangenen Jahren zur Entwicklung zahlreicher neuer Angebote wie Sommerbetreuung Schul- und Kindergartenassistenz, Autismuszentrum, ELER, Frühförderung sowie mobiler Unterstützungsangebote.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender Leistungen sowie die Entwicklung innovativer Unterstützungsformen bleiben zentrale Bestandteile der Unternehmensstrategie.
V. Tochtergesells chaften
Die Gesellschaft gründete 2015 eine nicht gemeinnütrige GmbH, in der der Nahversorger Nah und Frisch Murkauf in Judenburg-Murdorf geführt wird. Im Sommer 2017 wurde das Bistro im LKH Judenburg erworben und ab September 2017 mit unserer Klientel betrieben.
VI.
Abschätzung zukünftiger Risiken
Da die Lebenshilfe Region Judenburg Gemeinnützige GmbH im öffentlichen Auftrag (vor allem des Landes Steiermark) persönliche Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung ausführt, sind die für private Produktionsbetriebe typischen Risiken (Absatzmärkte; Lieferanten; Rohstoffe: Währungsrisiken etc.) nur eine untergeordnete Rolle. Das Hauptrisiko des Unternehmens besteht in der Abhängigkeit von politischen Entscheidungen - insbesondere in der Kürzung der Sozialausgaben im Budget des Landes sowie Entscheidungen der Landesregierung, die eine Einschränkung der bisherigen Förderungspraxis bzw, eine restriktivere Zuerkennung von Hilfeleistungen nach dem Stmk. Behindertengesetz näch sich ziehen. Diesbezüglich ist auf die von der Stmk. Landesregierung angekündigten Ausgabenkürzungen zu verweisen (siehe Punkt II und III).
Da politische Entscheidungen des Landes von der Lebenshilfe Region Judenburg Gemeinnutzige GmbH nicht beeinflussbar sind, können sich entsprechende Maßnahmen zur Risikobeschränkung nur auf Informations- und Kommunikationsarbeit beschränken. Die Geschäftsführung der Lebenshilfe Region Judenburg Gemeinnützige GmbH steht seit vielen Jahren in
regelmäßigem Kontakt zu Regierungsmitgliedern des Landes sowie relevanten Landesstellen, sorgt für Informationsaustausch und öffentliche Präsenz und ist Mitglied der „Sozialwirtschaft Steiermark".
Zum Zeitpunkt der Berichterstellung kann weiterhin von einer weitgehend gesicherten personellen Versorgung ausgegangen werden. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen jedoch, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt sehr rasch verändern kann. Daher bleibt die Gewinnung und langfristige Bindung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein zentraler Schwerpunkt der Unternehmensentwicklung.
Judenburg, am 30. Juli 2026
Ing. Reinfried Lierzer, MA
Sandra Rinofnier
Geschäftsführung
Lebenshilfe Region Judenburg Gemeinnützige GmbH