Inhaltsverzeichnis
FRIEDHÖFE WIEN
FRIEDHÖFE WIEN GmbH
Standards und Richtlinien
Alle Daten und Berechnungsgrundlagen dieses Lageberichtes sind am österreichischen Rechtsrahmen gemäß UGB – Unternehmensgesetzbuch ausgerichtet. Die zahlenmäßige Darstellung erfolgt in Millionen Euro (Mio. EUR). Aufgrund der Darstellung in Mio. EUR kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlagen des Wiener Stadtwerke Konzerns ............................................................... 3 1.1. Geschäftstätigkeit ...................................................................................................... 3 1.2. Unternehmensstrategie .............................................................................................. 3 1.3. Entwicklung des Umfelds ........................................................................................... 4 1.3.1. Konjunkturelles Umfeld .............................................................................................. 4 1.3.2. Rechtliches Umfeld .................................................................................................... 6 1.4. Mitarbeiter*innen ........................................................................................................ 9 1.5. Compliance .............................................................................................................. 10 1.6. Forschung und Innovation ....................................................................................... 11 2. Wirtschaftsbericht .......................................................................................................... 15 2.1. Geschäftsverlauf ...................................................................................................... 15 2.1.1. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren ....................................................................... 15 2.1.2. GuV (Kurzfassung) .................................................................................................. 16 2.1.3. Bilanz ....................................................................................................................... 20 2.1.4. Investitionen ............................................................................................................. 24 2.1.5. Kapitalflussrechnung ................................................................................................ 25 2.2. Umwelt und Nachhaltigkeit ...................................................................................... 26 3. Risiken und Kontrollen ................................................................................................... 29 3.1. Risikomanagement und Internes Kontrollsystem ..................................................... 29 3.1.1. Risikomanagementsystem ....................................................................................... 29 3.2. Internes Kontrollsystem (IKS) .................................................................................. 30 3.2.1. Steuerkontrollsystem (SKS) ..................................................................................... 30 3.3. Erläuterungen der wesentlichen Einzelrisiken ......................................................... 31 3.4. Chancen ................................................................................................................... 33 4. Ausblick ......................................................................................................................... 34 4.1. Allgemein ................................................................................................................. 34 4.2. Entwicklung der FRIEDHÖFE WIEN GmbH ............................................................ 35
1. Grundlagen des Wiener Stadtwerke Konzerns
1.1. Geschäftstätigkeit
Die Geschäftstätigkeit der FRIEDHÖFE WIEN GmbH umfasst vier Bereiche:
Friedhöfe: Gräberverwaltung, Beerdigungsdienstleistungen und Instandhaltung der gesamten Friedhofsinfrastruktur auf 46 Friedhöfen in Wien Friedhofsgärtnerei: Zentrale am Wiener Zentralfriedhof, Zweigstellen auf den Friedhöfen Hernals, Hietzing, Neustift, Ottakring, Stammersdorf Zentral, Südwest, Feuerhalle Simmering Steinmetzwerkstätte am Wiener Zentralfriedhof Krematorium am Friedhof Feuerhalle Simmering
Im Bereich Friedhöfe werden Grabnutzungsrechte für Grabstellen verschiedener Art angeboten: klassische Sarg- und Urnengrabstellen in den Ausprägungen Erdgrab, gruftartiges Grab (mit Grabdeckplatte), Gruft, Urnenwandnischen, Urnenstelen und -säulen sowie Kolumbariennischen. Um dem Trend der Urnenbeisetzung sowie der naturnahen Bestattung folgen zu können, werden zusätzlich verschiedene Gemeinschaftsgrabanlagen angeboten (Baum-, Rasen-, Strauch-, Urnengarten, Waldgräber, Familien- und Freundschaftsbäume, Regenwasserurnen, Wiener Naturgrab) sowie Urnengräber für gemeinsame Mensch-Tier- Beisetzungen. Es werden Beisetzungen von Särgen und Urnen durchgeführt sowie Aufbahrungshallen und Kühlkammern bereitgestellt.
Im Bereich Friedhofsgärtnerei werden Grabpflegen und Grabschmückungen durchgeführt sowie Floristikprodukte (Trauer- und Anlassfloristik) angeboten. Darüber hinaus werden innerhalb der Wiener Stadtwerke Unternehmen vermehrt Büro-, Etagen- und Fassadenbegrünungen durchgeführt.
Der Bereich Steinmetzwerkstätte bietet umfangreiche Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Errichtung und Erhaltung von Grabanlagen an.
Das Krematorium führt Kremationen im Auftrag von Bestattungsunternehmen, Krankenhäusern und im Rahmen von Körperspendeprogrammen durch.
1.2. Unternehmensstrategie
Die FRIEDHÖFE WIEN GmbH verwaltet und gestaltet 46 Friedhöfe in Wien. Mit einer Fläche von rund 1,2 % der Wiener Gesamtfläche verstehen wir uns als mehr als nur Begräbnisstätte. Dies spiegelt sich auch in unserer Unternehmensstrategie wider:
FRIEDHÖFE WIEN
Wir sind mehr als nur Begräbnisstätte! Wir schaffen Raum für einen würdevollen Abschied, passend für die Angehörigen und passend zu den Verstorbenen. Wir schaffen einen Raum der Vielfalt in der Friedhofskultur und Raum der Begegnung für Jung und Alt, für Mensch und Wildtier.
Wir beeinflussen das Stadtklima positiv! Durch eine angepasste Raumgestaltung und -pflege, insbesondere vermehrt entsiegelte Flächen und vermehrte Baumplanzungen, wirken wir positiv, unmittelbar auf die Lufttemperatur inner- und außerhalb unserer Friedhöfe sowie auf das notwendige Versickerungspotenzial für zunehmenden Starkregen ein. Damit erhöhen wir die Lebensqualität der Wienerinnen und Wiener. Wir legen Wert auf eine hohe Energieeffizienz für neue Gebäude, aber auch Gebäude, die bereits seit vielen Jahrzehnten auf unseren Friedhöfen betrieben werden und sind bemüht, hier regelmäßig Optimierungen zu erzielen.
Wir nutzen und entwickeln (digitale) Services im Sinne unserer Kund*innen! Kund*innenorientiert und prozessorientiert entwickeln wir neue technische Lösungen und setzen damit Standards für die Branche. Die Vorteile dienen sowohl unseren Kund*innen (B2B, B2C) aber auch unserer internen Organisation, um unsere Aufwände zu optimieren und zusätzliche Ressourcen für die persönliche Kund*innenbetreuung zu schaffen.
Wir bieten sinnvolle, moderne und sichere Arbeitsplätze für Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Bedürfnissen! Wir setzen verschiedenste Kompetenzen zur Leistungserbringung ein. Angelernte Mitarbeiter*innen, Fachkräfte sowie Akademiker*innen finden bei uns eine sinnstiftende, moderne und sichere Arbeitswelt. Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind herzlich willkommen und werden wertschätzend in unsere Arbeitswelt integriert.
1.3. Entwicklung des Umfelds
1.3.1. Konjunkturelles Umfeld
Die österreichische Konjunktur befindet sich in einem schrittweisen Erholungsprozess, der jedoch deutlich verhaltener ausfällt als in früheren Phasen. Für das Jahr 2025 erwartet die OECD ein moderates Wirtschaftswachstum von 0,3 %, das von der Inlandsnachfrage getragen wird. Im kommenden Jahr soll die Konjunktur mit einem BIP-Wachstum von 0,9 % etwas an Fahrt gewinnen. Laut OECD sind hierfür ein Anstieg des privaten Konsums, höhere Investitionen und eine leichte Exportbelebung verantwortlich. Die rückläufige Inflation unterstützt den privaten Konsum, während gesunkene Zinsen und ein erhöhter Kapitalersatzbedarf die Investitionen anregen dürften.
Strukturelle Herausforderungen – wie der zunehmende Protektionismus, der Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit, die gestiegene chinesische Konkurrenz und die Schwäche der deutschen Industrie – schaffen jedoch ein ungünstiges Umfeld für die österreichische Exportwirtschaft. Außerdem dürfte der Welthandel an Schwung verlieren, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit einer kräftigen Exporterholung weiter verringert.1
Die Inflation wird zu Jahresbeginn 2026 durch den Wegfall des Basiseffekts aus dem Energiepreisanstieg des Vorjahres um bis zu einem Prozentpunkt zurückgehen. Dennoch wird sie auch im Jahr 2026 über dem EZB-Ziel sowie dem Durchschnitt des Euroraums liegen (WIFO: 2,6 %, IHS: 2,5 %).2
2025 wird voraussichtlich das dritte Jahr in Folge mit rückläufigen Warenexporten sein. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres sind die Warenausfuhren insgesamt um 2,2 % gesunken. Besonders stark fielen die Rückgänge bei Straßenfahrzeugen (-9,0%) sowie bei medizinischen und pharmazeutischen Erzeugnissen (-16,0 %) aus. Aufgrund der protektionistischen US-Handelspolitik sanken die Warenausfuhren in die USA in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 um 22,2 % und jene nach China um 9,8 %. Auch die Exporte nach Deutschland leiden unter den indirekten Auswirkungen der schwachen Nachfrage auf Drittmärkten.3
Das anhaltend niedrige Wirtschaftswachstum führte im Jahr 2025 zu einem merklichen Anstieg der Arbeitslosigkeit: Die Arbeitslosenquote gemäß AMS stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 7,5 %. Der leichte Aufschwung der österreichischen Wirtschaft im Jahr 2026 reicht nicht aus, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Erst 2027 und 2028 wird es zu einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 7,3 % kommen.
Die Gesamtbeschäftigung in Personen stagniert 2025 und wächst im Prognosezeitraum um durchschnittlich 0,5 % pro Jahr. Die Zahl der gesamten geleisteten Arbeitsstunden nimmt bereits im heurigen Jahr wieder zu und entwickelt sich für die Jahre 2026 bis 2028 ähnlich wie die Beschäftigung in Personen.4
Die Inflation in Osterreich hält sich hartnäckig. Im ablaufenden Jahr lag die Inflationsrate zu Jahresende bei der 4-Prozent-Marke. Im Jahresschnitt 2025 belief sich der Preisauftrieb auf 3,6 %, wobei die Preise in der Breite angestiegen sind. Zum einen sind fiskalpolitische Ausgleichsmaßnahmen (Stromkostenbremse und dergleichen) zu Jahresbeginn ausgelaufen, was die Inflationsrate erhöhte. Zum anderen haben die Lebensmittelpreise kräftig zugelegt,
1 https://www.wko.at/oe/news/konjunkturradar-2025-12.pdf – Abruf am 22.01.2026
² https://www.wko.at/oe/news/konjunkturprognose-wifo-ihs-4-2025.pdf – Abruf am 22.01.2026
3 https://www.wko at/oe/news/konjunkturradar-2025-12.pdf – Abruf am 22.01.2026
4 https:/www.oenb.at/Geldpolitik/Konjunktur/wirtschaftsprognosen-fuer-oesterreich.html - Gesamtwirtschaftliche Prognose für Österreich 2025 bis 2028 vom Dezember 2025 (PDF) - Abruf am 22.01.2026
und der Preisauftrieb bei den lohnkostenintensiven Dienstleistungen hat kaum nachgelassen. Mit dem Wegfall der Effekte aufgrund ausgelaufener fiskalpolitischer Ausgleichsmaßnahmen aus dem Vorjahr wird zu Jahresbeginn 2026 die Inflation merklich zurückgehen. Zudem sollten von den Lohnstückkosten wegen moderater Kollektivvertragsabschlüsse weniger preistreibende Effekte ausgehen. Dem steht ein von der Erhöhung von Gebühren und Verbrauchssteuern, etwa auf Tabak, ausgehender Inflationsdruck gegenüber. Alles in allem erwartet das IHS für den Jahresdurchschnitt 2026 eine Inflationsrate von 2,5%. Im Jahresschnitt 2027 sollte die Inflation auf 1,9 % fallen.5
Im Euro-Raum ist die Konjunktur moderat aufwärtsgerichtet. Die europäische Exportwirtschaft leidet darunter, dass die chinesische Regierung zunehmend auf die Förderung von Hochtechnologie setzt, und so der Wettbewerb auf dem Weltmarkt zunimmt, während Erzeugnisse aus dem Euro-Raum in China immer weniger Absatz finden. Darüber hinaus werden Europas Exporte zunehmend von den Zollerhöhungen belastet.
Die Inflation verlangsamte sich im Jahresverlauf 2025 deutlich und liegt seit dem Frühjahr nahe bei 2,0 %. Die EZB senkte ihren Leitzinssatz (Einlagensatz) daher in mehreren Schritten auf 2,0 %. Die Fiskalpolitik im Euro-Raum ist insgesamt in etwa neutral. Die EZB dürfte die Zinssätze auf absehbare Zeit nicht weiter senken.b
Die derzeit unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die ambitionierten Klimaund Energieziele stellen die Wiener Stadtwerke vor große Herausforderungen. Diesen kann das Unternehmen durch konsequentes Arbeiten an neuen innovativen Dienstleistungen und Produkten, die bestmögliche Betreuung bestehender Kund"innen und durch permanente Effizienzsteigerung erfolgreich begegnen.
1.3.2. Rechtliches Umfeld
Rechtliche Rahmenbedinqungen
Die Abteilung Recht, Compliance und Vergabeangelegenheiten in der Konzernleitung koordiniert ein konzernübergreifendes Netzwerk für rechtliche Angelegenheiten. Auf diese Art und Weise wird die Einhaltung der hohen rechtlichen Standards des Konzerns sichergestellt.
Um den sich laufend verändernden Rahmenbedingungen erfolgreich zu begegnen, werden von den jeweiligen Rechtsabteilungen regelmäßig Evaluierungen und Stellungnahmen zu Gesetzes- und Verordnungsentwürfen, Rechtsgutachten bzw. rechtlichen Fragen mit Bezug auf die Wiener Stadtwerke durchgeführt. Die Mitarbeiter*innen der Rechtsabteilungen stellen
5 https://www.ihs.ac.at/de/datencenter/konjunkturprognose/ , Allmähliche Erholung der Investitionstätigkeit (PDF) – Abruf am 22.01.2026 6 https://www.wifo ac.at/publikationen/wifo-konjunkturprognose/ - Osterreichs Wirtschaft sieht Licht am Ende des Tunnels - Abruf am 22.01.2026
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ihr Wissen den Abteilungen in den einzelnen Unternehmensbereichen beratend zur Verfügung, um sie bei der Umsetzung ihrer Aufgaben zu unterstützen.
Neben dem üblichen Geschäftsbetrieb hat man sich im Geschäftsjahr 2025 intensiv mit der Implementierung und Umsetzung der Regelungen des Wiener Public Corporate Governance Kodex in der Corporate Governance der Wiener Stadtwerke-Gruppe beschäftigt.
Datenschutz
Datenschutz ist für die Wiener Stadtwerke ein wichtiges Thema. Die Konzernrichtlinie betreffend die Datenschutzorganisation legt die Grundsätze für die Verarbeitung personenbezogener Daten im Konzern fest. Die Datenverarbeitung wird durch einen Prozess für konzernrelevante Data Breach-Fälle ergänzt. Datenschutzrelevante Themen, die mehrere Konzernunternehmen betreffen, werden in regelmäßigen Abständen zwischen den Datenschutzverantwortlichen der Konzernunternehmen abgestimmt. Neue IT-Systeme werden vor ihrer Einführung datenschutzrechtlich geprüft. Einmal jährlich wird eine für alle Mitarbeiter*innen verpflichtende Datenschutz-Schulung durchgeführt.
Die Löschkonzepte für gruppenweite Applikationen werden weiterhin laufend im Konzern abgestimmt und implementiert. Es wurde das konzernweite Statement zum Thema Generative KI vertieft, entsprechende Use Cases erstellt sowie die Anforderungen aus dem AI-Act evaluiert. Für die künftige Einführung neuer Applikationen wurde ein einheitlich strukturierter Prozess implementiert.
Branchenspezifische Rahmenbedingungen
Das rechtliche Umfeld der FRIEDHÖFE WIEN GmbH ist begründet im Wiener Leichen- und Bestattungsgesetz sowie in der auf ihren Anlagen geltenden Bestattungsanlagenordnung und ist beeinflusst vom Wettbewerbsrecht.
In seinem Erkenntnis G 105/2015 22 entschied der Verfassungsgerichtshof, dass die Bestimmung, Verstorbene ausschließlich in der Kühlkammer einer Bestattungsanlage unterzubringen, zulässig ist. Das gleiche gilt für die Regelung, dass die Aufbahrung von Verstorbenen während der Zeremonie in einem Raum auf dem Friedhof zu erfolgen hat.
Die Geschäftstätigkeit entwickelt sich in Abhängigkeit von der Anzahl der Verstorbenen in Wien. Die Sterblichkeit in Wien ist in den letzten Jahrzehnten stark gesunken. In den letzten Jahren ist die Statistik Austria von einer Stabilisierung der Sterblichkeit ausgegangen. Bereits im letzten Jahr wurde diese Prognose geändert und es wurden weitere Reduktionen in den nächsten Jahren vorausgesagt, bis es dann wieder zu einem Anstieg auf das Niveau der Vorjahre kommt. Die Urbanisierung verstärkt den Trend, dass viele Beisetzungen im
ursprünglichen Heimatland und nicht in Wien durchgeführt werden. Die Anzahl der Grabnutzungsrechte wird bisher kaum durch das wirtschaftliche Umfeld beeinflusst, jedoch von der sich ändernden Erinnerungs- und Friedhofskultur. Negativ wirken sich die langfristige Abnahme der Wertigkeit im Umgang mit dem Tod aus sowie die wachsenden Zahlen an Alternativangeboten, die sich mit der steigenden Anzahl an Feuerbestattungen eröffnen (z.B. Urne mit nach Hause, Waldbestattungen außerhalb von Wien, Verstreuen der Asche in Flüssen etc.). Neue, noch nicht nachgefragte Trends, wie Reerdigung und Resomation könnten künftig ebenfalls zum Sinken der Nachfrage führen. Kleiner werdende Familien führen dazu, dass Familiengräber aufgelassen werden. Im Bereich der Neuvergabe von Gräbern auf den Friedhöfen sind Naturgräber im Vormarsch.
Die FRIEDHÖFE WIEN GmbH optimiert laufend ihre Services – etwa durch Nutzung der Digitalisierung und Optimierung der Verwaltungsprozesse – und entwickelt aktiv die Friedhofskultur weiter. Der Wert der Friedhöfe als Ort der Begegnung, Erholung, Kultur und Natur wird durch zahlreiche Maßnahmen und Aktivitäten in den Vordergrund gestellt. Mit mehr als 500 ha Fläche kommt den Friedhöfen im Zusammenhang mit steigender verbauter Fläche innerhalb der Stadt eine große Bedeutung zu. Die messbare Klimarelevanz und der damit steigende Wert der Friedhöfe für die Wiener*innen stellt eine zentrale Argumentation für den Erhalt der Friedhöfe dar. Der unmittelbare Nutzen im Sinne der kühlenden Umgebung und der Räume für Biodiversität, soll das Verhalten der Kund*innen im Umgang mit den Gräbern (sowohl Erhalt als auch Pflege) positiv beeinflussen.
Im Bereich Friedhofsgärtnerei und Steinmetzwerkstätte herrscht zwischen den Marktteilnehmer*innen ein starker Verdrängungswettbewerb. Die Anzahl der Anbieter*innen steigt kontinuierlich, große Preisunterschiede sind insbesondere an Friedhofsstandorten mit großer Anbieter*innenzahl beobachtbar. Zusätzlich bauen diverse Anbieter*innen aktive, wenn auch unerlaubte Kund*innenanwerbung auf den Friedhöfen aus. Um die Einhaltung der Bestattungsanlagenordnung und damit die Rahmenbedingungen für alle Gewerbetreibenden auf den Friedhöfen gleichermaßen zu gestalten, wurde bereits 2020 in Abstimmung mit den verantwortlichen Innungen ein Registrierungsprozess entwickelt. Alle Gewerbetreibenden, die auf den Friedhöfen tätig werden, müssen vorab eine Registrierung bei der FRIEDHÖFE WIEN GmbH durchführen. Damit kann die Rechtmäßigkeit der Ausübung überprüft werden. Laufende Kontrollen vor Ort sichern die Einhaltung der Vorschriften.
Im Bereich Krematorium wächst die Anzahl der Anbieter und deren Kapazitäten laufend. Rund um Wien herrscht bereits reger Wettbewerb. Die Entscheidung, wo kremiert wird, liegt oft ausschließlich beim Bestattungsunternehmen, teilweise weite Transporte der Verstorbenen werden leider in Kauf genommen.
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1.4. Mitarbeiter*innen
| durchschnittliche FTE | 2025 | 2024 | +/- | +/- % |
|---|---|---|---|---|
| Arbeiter*innen / Angestellte | 371,5 | 372,9 | -1,4 | -0,39% |
| Lehrlinge | 10,8 | 10,8 | 0,0 | -0,28% |
| SUMME FRIEDHÖFE WIEN* | 382,3 | 383,8 | -1,5 | -0,38% |
*exkl. Karenzurlauber*innen, Präsenz- und Zivildiener
Die Anzahl der Mitarbeiter*innen ist grundsätzlich stabil. Mehrbedarf entstand 2023 durch die Veränderung der Anzahl der selbst geführten Friedhöfe (sog. Eigenregiefriedhöfe). Vor allem durch den herrschenden Wettbewerb in den Gärtnereibetrieben, die vorrangig Vertragspartner in der Führung der übrigen Friedhöfe (sog. Kontrahentenfriedhöfe) sind, verändert sich das Interesse bei den Vertragspartnern. Vermehrt müssen Kontrahentenfriedhöfe wieder als Eigenregiefriedhöfe übernommen werden. Auf diese Entwicklung wird bereits großes Augenmerk gelegt und organisatorische Vorbereitung werden getroffen.
Stabile Lehre
Mit September 2025 wurden 239 neue Lehrlinge in der Wiener Stadtwerke-Gruppe aufgenommen. Mit einem Plus von 6 % gegenüber dem Vorjahr ist das ein starkes Zeichen für die zukunftsorientierte Ausbildung bei den Wiener Stadtwerken. Die jungen Talente werden in 20 Lehrberufen ausgebildet, darunter Elektrotechnik, Gleisbautechnik und Maschinenbautechnik und der neue Lehrberuf Fernwärmetechnik. Zum Stichtag 31.12.2025 befinden sich 720 Lehrlinge in Ausbildung.
In allen Lehrberufen besteht die Möglichkeit, die Lehre mit der Matura zu verbinden. Wer seine Lehre bei den Wiener Stadtwerken abgeschlossen hat, bleibt in der Regel im Unternehmen - die Übernahmequote liegt bei beachtlichen 80 %. Der Frauenanteil in technischen und handwerklichen Berufen konnte bis 2025 auf 30 % gesteigert werden. Damit nimmt die Wiener Stadtwerke-Gruppe eine Vorreiterrolle ein und setzt weiterhin auf die Begeisterung von Frauen für technische Berufe.
Das zentrale Lehrlingsmanagement ist für die gruppenweite Koordination und Weiterentwicklung der Lehrlingsausbildung zuständig. Um dem Fachkräftemangel und den Herausforderungen der Klimakrise erfolgreich zu begegnen, wird das Lehrangebot innerhalb der Wiener Stadtwerke-Gruppe laufend angepasst und überarbeitet. Das bedeutet auch, den Ausbilder*innen die dafür notwendigen Weiterbildungen zu ermöglichen, um die
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Lehrausbildung auf höchstem Niveau zu halten. Bei der Friedhöfe Wien GmbH werden drei Lehrberufe ausgebildet: Friedhofsgärtner*in, Florist*in und Steinmetz*in.
Gesundheit und Sicherheit
Die Gesundheit und der Schutz der Mitarbeiter*innen sind für die Wiener Stadtwerke Gruppe ein zentrales Ziel. Die umfangreichen Maßnahmen zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz gehen teilweise weit über die gesetzlich vorgeschriebenen Regelungen hinaus. Die Wiener Stadtwerke Gruppe sieht darin vor allem einen Teil der sozialen Verantwortung.
Die Wiener Stadtwerke Gruppe bietet allen Mitarbeiter*innen und deren Angehörigen anonyme und kostenlose psychologische Unterstützung in schwierigen Arbeits- und Lebenssituationen. Die externe Beratungsstelle bei Health Consult ist unkompliziert per Telefon erreichbar. Intern stehen Betriebsärzt*innen und Arbeitspsycholog*innen für Beratung zur Verfügung.
Barrierefreiheit, Vielfalt und Gleichstellung
Barrierefreiheit, Vielfalt und Gleichstellung sind in der Wiener Stadtwerke-Gruppe von strategischer Relevanz und sowohl in der übergreifenden Governance als auch in der bereichsspezifischen Funktionalstrategie verankert. Fachlich verantwortet werden die Themen in den strategischen Kompetenzfeldern Barrierefreiheit und Menschen mit Behinderungen sowie Vielfalt & Gleichstellung. Die strukturelle, gruppenweite Verankerung wird über die jeweiligen Arbeitskreise mit Vertreter*innen aller Konzernunternehmen als Barrierefreiheitsbeauftragte bzw. Beauftragte für Vielfalt & Gleichstellung sichergestellt.
Barrierefreiheit, Vielfalt und Gleichstellung werden integriert bearbeitet. Es wird kontinuierlich daran gearbeitet, Vielfalt in all ihren Facetten zu stärken und sowohl die Arbeitsbedingungen als auch die Produkte und Dienstleistungen der Wiener Stadtwerke-Gruppe barrierefrei zu gestalten. Mit einer klaren Null Toleranz-Haltung zu sexueller Belästigung, Mobbing und Diskriminierungen in all ihren Formen und einer entsprechenden Unterstützungsarchitektur für Betroffene wird ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld als Grundlage für gelebte Vielfalt und Gleichstellung gefördert. Mit Blick in die Zukunft liegt das Ziel darin, die Themen Barrierefreiheit, Vielfalt und Gleichstellung weiter als Teil der unternehmerischen und sozialen Verantwortung der Wiener Stadtwerke-Gruppe zu etablieren und noch stärker strukturell und prozessual in der Organisation zu verankern.
1.5. Compliance
Die Wiener Stadtwerke-Gruppe trägt als DIE Infrastrukturdienstleisterin Wiens große Verantwortung für das am Laufen halten der Stadt. Nur wer moralisch einwandfrei und gesetzeskonform agiert kann garantieren, dieser Verantwortung auch gerecht zu werden. Das
ist mit ein Grund dafür, warum regelkonformes Handeln und Unternehmensethik einen so hohen Stellenwert für die Gruppe haben und für unsere tägliche Arbeit essenziell sind.
Aus diesem Grund wurde bereits vor einigen Jahren ein gruppenweites Compliance- Management-System (CMS) eingerichtet, welches vom Compliance Officer der Wiener Stadtwerke GmbH gemeinsam mit den Compliance Officers in den Konzernunternehmen in regelmäßigen Abständen bewertet und weiterentwickelt bzw. verbessert wird. Das CMS wird auch hinsichtlich der Wirksamkeit regelmäßig einer unabhängigen Prüfung unterzogen. Geschäftsführung und Aufsichtsrat erhalten schriftliche Compliance-Berichte eine regelmäßige Berichterstattung und bei Bedarf wird ad-hoc berichtet. Zur Aufdeckung von Compliance-Verstößen existiert neben anderen Meldekanälen ein gruppenweites Hinweisgeber*innensystem eingerichtet, welches den gesetzlichen Anforderungen zur Wahrung von Anonymität und Datenschutz entspricht und von den Mitarbeiter*innen, Kund*innen und Lieferant*innen genutzt wird. Im Geschäftsjahr 2025 wurden eine gruppenweit einheitliche, digitalisierte Risikoanalyse durchgeführt. Aus den identifizierten Risiken wurden Maßnahmen zur Risikoreduzierung abgeleitet. Weiters erhielten die Mitarbeiter*innen unternehmensübergreifend Präsenz- und Onlineschulungen. An der Weiterentwicklung des CMS wurde auch im Geschäftsjahr 2025 aktiv gearbeitet. Die Einhaltung aller für die Gruppe maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften wird von der Compliance Organisation in Zusammenarbeit mit weiteren maßgeblichen Abteilungen überwacht und auch im Rahmen von risikoorientierten Compliance Checks kontrolliert.
1.6. Forschung und Innovation
Die FRIEDHÖFE WIEN GmbH setzt auf Digitalisierung, effiziente Organisation und Nachhaltigkeit
Als europaweit erster Friedhofsbetreiber hat die FRIEDHÖFE WIEN GmbH im Jahr 2020 das Digitale Grab und die darin integrierte Digitale Erinnerung (www.digitalesgrab.at) entwickelt und produktiv gestellt. Innovative Serviceprozesse lassen sich zeit- und ortsunabhängig von unseren Kund*innen erledigen. Modernes, digitales Service, wie es in vielen anderen Branchen bereits zum Alltag gehört, hat nun auch die Friedhöfe erreicht: Grabverlängerungen, bargeldlose Bezahlung, Stammdatenänderungen, alles über eine einfache Handhabung im Digitalen Grab möglich. Außerdem soll die Trauerkultur durch die Digitale Erinnerung wieder einen engeren Bezug zum Grab herstellen; quasi ein „Facebook“ für alle Verstorbenen, mit geregeltem Zugang. Zusatzservices wie das Entzünden von Grabkerzen oder die Anfertigung von Grabstellenfotos können genutzt werden. Mehr als 20.000 Kund*innen nutzen unser Digitales Grab bereits aktiv. Jährlich werden neue Angebote im Digitalen Grab umgesetzt und so das Service verbessert.
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Gräber online besichtigten? Auch das ist bereits Realität für 46 Friedhöfe in Wien. Freie Grabstellen können selektiert, die Grabart angezeigt und ausgewählt werden (www.friedhoefewien.at/freie-grabstellensuche). Damit soll der Grabstellenverkauf forciert werden. Außerdem werden jene Gräber, die ein weiterhin nutzbares Grabinventar besitzen, in eine Nachnutzung gebracht. Abrissarbeiten, Transportleistungen für neues Steininventar und damit Kosten für die Kund*innen werden auf diese Art und Weise gespart und darüber hinaus wird ein Beitrag für die Umwelt geleistet.
Ein moderner Onlineshop für die Gärtnerei hat sich bereits gut etabliert. Die in die Jahre gekommenen Gärtnereisoftware wurde vollständig abgelöst. Das neue System ist bereits produktiv und eröffnet uns neue Möglichkeiten. Ein Kund*innenportal, in dem sämtliche gepflegten Gräber eingesehen und maßgeschneiderte Lösungen bestellt werden können sowie die Möglichkeit neuer Zahlungsmodalitäten (Teilzahlungen, Einziehungsaufträge) gewählt werden kann, kommt zum Einsatz.
Der Onlineshop für den Friedhofshop wurde bereits 2022 produktiv gesetzt und erweitert unser digitales Vertriebsangebot.
Die Homepage der FRIEDHÖFE WIEN GmbH wurde 2021 generalüberholt. Inhalte wurden kund*innenfreundlich aufbereitet und dadurch ein schnelleres Finden von Informationen ermöglicht. Frieda, unser lernender Chatbot, unterstützt bei wiederkehrenden Fragen. Wir nutzen KI um die Lernkurve von Frieda möglichst schnell zu erhöhen.
KI hilft uns auch Kund*innenanfragen schneller zu beantworten. So wurde 2025 mit der automatischen Vorselektion und Bearbeitung von Kund*innenanfragen, die per Mail im Kundenservice eintreffen begonnen.
Die Digitale Kühlraumlogistik wurde mit der Inbetriebnahme der neuen, zentralen Kühlkammer realisiert. Alle Bestattungsunternehmen haben hiermit einen Onlinezugang zur Kühlkammer. Weitere große Kühlkammern folgen, um einen umfassenden Einblick über die Abstellungen anzubieten und damit den B2B-Kund*innen ein besseres, umfassenderes Service bieten zu können. Die Kühlkammer der Feuerhalle sowie des Friedhofs Stammersdorf-Zentral wurden bereits an das neue System angebunden. 2025 wurden die Kühlkammern am Wiener Zentralfriedhof zur Anbindung vorbereitet.
Die zentrale Bestattungsanmeldung wurde im Oktober 2024 produktiv gestellt. Im Zuge der Bestattungsanmeldung muss nur noch ein Anruf vom Bestattungsunternehmen getätigt werden, um mehrere Termine auf diversen Friedhöfen inklusive Kremation reservieren zu können. Zur Realisierung dieses neuen Services waren umfangreiche organisatorische und technische Schritte nötig, die neben dem optimierten Service für die Bestattungen auch die
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Basis für künftige, organisatorische Notwendigkeiten gelegt haben, die im Zusammenhang mit dem Anstieg der Eigenregiefriedhöfe auf die FRIEDHÖFE WIEN GmbH zukommen. Im Juli 2025 wurde die Zentralisierung des Kund*innenservices abgeschlossen. Prozessgruppenverantwortliche wurden installiert, um die laufende Optimierung unserer Arbeitsabläufe sicherzustellen.
Im Rahmen eines Forschungsprojektes in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur und dem Austrian Institute of Technology (AIT) wurde bereits 2023 die Klimarelevanz der Friedhofsflächen messbar gemacht. Temperatursenkungen am Friedhof und in dessen unmittelbarer Umgebung sowie die Erhöhung des Wasserversickerungspotentials stellen zentrale Schlüsselfaktoren dar. Anhand von realistischen, tatsächlich umsetzbaren Szenarien, wurde das Verbesserungspotential beziffert. Die Ergebnisse wurden medial präsentiert. Unsere Aktivitäten (wie werden Flächen gestaltet, welche Bäume werden gepflanzt uvm.) werden laufend auf diese Ergebnisse ausgerichtet. Etwa wurde eine weitere Naturgrabanlage am Friedhof Feuerhalle Simmering fertiggestellt. Eine weitere Anlage ist für 2026 bereits am Friedhof Liesing in Vorbereitung. Am Friedhof Meidling wurde mit der Umsetzung weiterer Renaturalisierungs- und Nutzungsmaßnahmen begonnen, die 2026 eröffnet werden.
Die Entwicklung der Geschäftstätigkeit der FRIEDHÖFE WIEN GmbH zeigt sich grundsätzlich und über die vergangenen Jahre relativ stabil, weist jedoch aufgrund der zunehmenden Alternativangebote, sinkender Sterbezahlen, der starken Zuwanderung sowie der geänderten Erinnerungs- und Friedhofskultur einen stärker werdenden negativen Trend auf. Um diesem Trend entgegenzuwirken, werden laufend Aktivitäten gestartet, die den Friedhof als Begegnungs- und Lebensraum positionieren. In Folge soll er dann auch von den Bürger*innen als Bestattungsort gewählt werden. Zusätzliche Einnahmequellen stellen die Sicherung der Umsätze sicher und decken damit Aufwände, die die Pflege der umfangreichen Friedhofsanlagen fordern.
So konnte etwa der Umsatz im Friedhofsshop und bei den Friedhofsführungen durch neue Angebote deutlich gesteigert werden. Im Bereich Führungen wurde bereits 2024 ein Akkreditierungsverfahren etabliert, das den Zugang zu unseren Friedhöfen für gewerbliche Führungen einschränkt. Durch intern erarbeitete Schulungsunterlagen mit friedhofsspezifischen Inhalten kann die Informationsqualität durch die Fremdenführer*innen verbessert werden. Durch die Einhebung eines Solidaritätsbeitrages bei den Fremdenführer*innen fließt ein kleiner Teil der am Friedhof erzielten Umsätze auch den Friedhöfen zu.
Um den Alternativbestattungen (insb. Waldbestattungen) außerhalb der Friedhöfe entgegenzuwirken, werden laufend weitere Angebote geschaffen. Bereits in den Vorjahren
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wurden weitere Anlagen (Friedhöfe Südwest und Hernals: Waldgräber, Friedhof Hietzing: Regenwasserurnen) in Betrieb genommen. 2022 wurde eine Revolution für die Naturbestattung in Wien gestartet. Bisher waren Naturbestattungen ausschließlich Urnen vorbehalten. Särge musste weiterhin traditionell beigesetzt werden. Diesen Umstand hat die FRIEDHÖFE WIEN GmbH 2022 durch eine neue Anlage geändert: Das Wiener Naturgrab. Die neu geschaffene Gruppe am Wiener Zentralfriedhof fasst insgesamt ein Areal von 13.000 m². Hier können erstmalig und einzigartig sowohl Urnen als auch Särge naturbestattet werden. In der Gruppe sind ausschließlich Biosärge und -urnen zugelassen. Ebenfalls wurde dort erstmalig eine Verabschiedung unter freiem Himmel geschaffen. Damit soll das Naturerlebnis umfassend werden. Das Angebot wurde so gut angenommen, dass die Erweiterung der Gräberfläche für 2026 bereits in Vorbereitung ist. Die FRIEDHÖFE WIEN GmbH bietet auf sieben Friedhöfen (Neustift, Südwest, Feuerhalle Simmering, Zentralfriedhof, Stammersdorf Zentral, Hietzing, Hernals) Naturgräber an. Unter „naturgrab.at“ ist unser Angebot abrufbar. 2026 folgen zwei weitere Friedhöfe mit Naturgrabanlagen: Friedhof Liesing sowie Friedhof Meidling.
Um eine hohe und gleichbleibende Qualität in den Kund*innenprozessen auf allen Friedhöfen anzubieten, wird die Zertifizierung nach Qualitätsmanagement ISO 9001:2015 für die Abteilung Kund*innenservice fortgeführt. Das System wurde entsprechend der im Laufe des Jahres durchgeführten Zentralisierung angepasst. Eine kontinuierliche Kund*innenzufriedenheitsbefragung wurde konzipiert und etabliert. Die erste Auswertung liegt mit Jahresende 2025 vor. Daraus werden weitere Schritte zur Optimierung unseres Angebotes abgeleitet.
Mitarbeiter*innengewinnung und -bindung stellen eine wesentliche Anstrengung im Personalbereich der FRIEDHÖFE WIEN GmbH dar. Daher wurde in den letzten Jahren bereits vermehrt auf die Themen Talenteförderung und Nachfolgeplanung gesetzt. Interne Aus- und Weiterbildungen werden großgeschrieben, um unsere Mitarbeiter*innen jobfit zu machen und zu halten.
Wesentliche Themen stellen weiterhin der Umweltschutz und die Ressourcenschonung dar. Bereits im Mai 2020 wurde die Umweltkampagne „Gemeinsam.SORGSAM“ veröffentlicht und 2022 erweitert. Alle Projekte, die einen positiven Beitrag auf die Umwelt erzeugen, werden unter diesem gemeinsamen Dach sichtbar gemacht.
Ausblick
Das Jahr 2025 war abermals ein Jahr des Fortschritts. Wir arbeiten weiterhin an Innovationen, um eine klimafreundliche und zukunftsfähige Stadtentwicklung voranzutreiben. Der Ausbau von Innovationen bleibt ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie, um den ständig
wachsenden Herausforderungen in einer sich verändernden Welt zu begegnen. Investitionen in Forschung und Entwicklung, nachhaltige Technologien und die Förderung von Talenten werden dabei ermöglichen, weiterhin innovativer Vorreiter zu sein.
2. Wirtschaftsbericht
2.1. Geschäftsverlauf
2.1.1. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
| Friedhofsleistungen | 2025 | 2024 | +/- | +/- % |
|---|---|---|---|---|
| Sargbeisetzungen | 6.661 | 6.983 | -322 | -4,61% |
| Urnenbeisetzungen | 4.568 | 4.689 | -121 | -2,58% |
| Grabverlängerungen | 28.510 | 28.497 | 13 | 0,05% |
| Kremationen | 4.975 | 5.588 | -613 | -10.97% |
Wie im Vorjahr ist insbesondere bei den Sargbeisetzungen auf den von der FRIEDHOFE WIEN GmbH verwalteten Friedhöfen erneut ein Rückgang zu verzeichnen. Es ist davon auszugehen, dass der Grund dafür zum einen die in Wien geringere Sterblichkeit ist, zum anderen boomen alternative Bestattungsformen wie diverse Wälder, die vor allem im niederösterreichischen Wienerwald im Nordwesten Wiens eröffnet wurden.
Die Anzahl der Grabverlängerungen ist im Vorjahresvergleich gleichgeblieben. Neben einem gesellschaftlichen Wandel, der seit Jahren zu verzeichnen ist und wonach der Wert einer Grabstelle für Familie und hinterbliebene Bekannte und Freunde an Bedeutung verliert, dürften bisher wirtschaftliche Gründe dazu geführt haben, dass Familien und Hinterbliebene Grabstellen nicht länger pflegen und betreuen wollten, sondern stattdessen Zusammenlegungen von Grabstellen durchführen oder auf diese gänzlich verzichten. Im abgelaufenen Jahr wurden wesentliche Initiativen gesetzt, um eine Stagnation der abnehmenden Anzahl an Grabverlängerungen zu bewirkt. So werden etwa im Digitalen Grab kürzere Laufzeiten angeboten, an der Umstellung auf jährliche Sepa-Zahlungen wurde gearbeitet und die Kund"innenrückgewinnung wurde intensiviert. Die Anzahl der Kremationen in Wien sinkt. Die Kremationen im Auftrag der Medizinischen Universität Wien laufen seit Anfang 2024 nach erfolgter Ausschreibung des Auftraggebers über ein Krematorium außerhalb von Wien . In den Jahren davor sind bis zu 1.200 Kremationen jährlich von der Medizinischen Universität Wien beauftragt worden. Im aktuellen Jahr ist darüber hinaus eine
E FRIEDHÖFE WIEN
Abwanderung von Kremierungen zu verzeichnen, da einige vermehrt Kremationsstätten außerhalb Wiens nutzen. Bestattungsunternehmen
2.1.2. GuV (Kurzfassung)
| Finanzangaben in TEUR | 2025 | 2024 | +/- | +/- % |
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 44.697 | 44.393 | 304 | 0,68% |
| Betriebsergebnis | -950 | -1.818 | 867 | 47,72% |
| Finanzergebnis | 2.296 | 2.408 | -112 | -4.64% |
| Ergebnis vor Steuern – EBT | 1.346 | 590 | 756 | 128,02% |
| Bilanzgewinn/-verlust | 1.342 | 615 | 727 | 118,30% |
• Umsatzerlöse
Die Erlöse aus der Auflösung zukünftig abgegrenzter Grabentgelte betragen 2025 rund 14.758 TEUR (Vorjahr: 14.373 TEUR) und sind damit um 385 TEUR höher.
Die Umsätze durch Beisetzungen sowie Hallen- und Kühlkammerbenützungen sind aufgrund der geringeren Anzahl an Beauftragungen, die in erster Linie auf eine geringere Sterblichkeit in Wien zurückzuführen ist, gesunken und betragen 12.258 TEUR (Vorjahr: 12.835 TEUR), womit eine Verringerung um -577 TEUR zu verzeichnen ist. Mit den tarifmäßig erhöhten Erlösen für Grabrechtserwerbe, Grabstellenentgelten sowie für sanitätsbehördliche Beisetzungen konnte mit 5.753 TEUR (Vorjahr: 5.401 TEUR) trotz der geringeren Beisetzungszahlen eine Umsatzsteigerung erzielt werden.
Die Umsätze aus Kremationen betragen 1.910 TEUR (Vorjahr: 1.985 TEUR). Die Gärtnereien haben Umsätze in Höhe von 6.517 TEUR (Vorjahr: 6.245 TEUR) lukriert, wobei vor allem die Erlöse für Grabschmückungen und -pflege gestiegen sind. Die Steinmetzwerkstätte verzeichnet mit Umsätzen in Höhe von 1.261 TEUR (Vorjahr: 1.545 TEUR) ein Minus in Höhe von -284 TEUR, wobei sich korrespondierend dazu der Materialeinsatz ebenfalls verringert hat (siehe Absatz unter Punkt Betriebsergebnis).
Mit Fremdenführern, Shopverkäufen, Weiterverrechnungen und diversen sonstigen Geschäftsfällen wurden Umsätze in Höhe von 1.671 TEUR (Vorjahr: 1.615 TEUR) erzielt. Mietumsätze sind in Höhe von 570 TEUR (Vorjahr: 399 TEUR) lukriert worden.
Es wurden für E-Fahrzeuge Zuschüsse in Höhe von 109 TEUR (Vorjahr: 566 TEUR vor allem für Energiekosten) an die FRIEDHÖFE WIEN GmbH ausbezahlt. Für Schadenersätze, Mobilitätsabgabe und weitere sonstige Erträge wurden 212 TEUR (Vorjahr: 137 TEUR)
FRIEDHÖFE WIEN
eingenommen. Für Bestandsveränderungen und Anlagenverkäufe wurden 31 TEUR (Vorjahr: 168 TEUR) erwirtschaftet und für die Auflösung nicht realisierter Aufwandsrückstellungen konnten 145 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) verbucht werden.
Betriebsergebnis
Für pflanzliche Rohstoffe, Brenn- und Treibstoffe, chemische Mittel, Dienstkleider, Handelswaren sowie Hilfs- und Betriebsstoffe ist im Vorjahresvergleich ein um 86 TEUR (Vorjahr: -373 TEUR) geringerer Aufwand angefallen. Für bezogene Leistungen wurden 52 TEUR (Vorjahr: -555 TEUR) weniger aufgewendet. Der Aufwand für Material und bezogene Leistungen beträgt daher in Summe 3.251 TEUR (Vorjahr: 3.389 TEUR). Grund dafür ist in erster Linie die verringerte Auftragslage durch weniger Beisetzungen.
Im Personalbereich führen im Wesentlichen die Indexsteigerungen und Bezugsvorrückungen zu einer Erhöhung um 1.010 TEUR oder 4,13 %, nachdem der Mitarbeiterstand mit 382,3 FTE (Vorjahr: 383,8 FTE) kaum verändert ist. Aus den Rückstellungen für Vordienstzeiten des Altpersonals wurden 369 TEUR aufgelöst, nachdem dieser Aufwand während des Jahres bereits abgerechnet und ausbezahlt worden war.
Die Aufwendungen für Abschreibungen sind um 232 TEUR (Vorjahr: -37 TEUR) gestiegen, was im Wesentlichen durch neu aktivierte Softwarelösungen verursacht wird.
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen verzeichnen die Instandhaltungstätigkeiten in Höhe von 3.132 TEUR (Vorjahr: 3.375 TEUR) eine leichte Verringerung. Der Energieaufwand auf den diversen Friedhöfen hat mit 829 TEUR (Vorjahr: 978 TEUR) nach den inflationsbedingt hohen Preissteigerungen vor allem im Jahr 2023 wieder ein wirtschaftlich tragbareres Ausmaß angenommen, liegt damit aber immer noch über dem Wert des Jahres 2022 in Höhe von 634 TEUR.
Für Mieten ist mit 1.992 TEUR (Vorjahr: 2.342 TEUR) vor allem durch eine Betriebskostengutschrift seitens der BFW Gebäudeerrichtungs- und Vermietungs GmbH & Co KG ein deutlich geringerer Aufwand angefallen. Für Beratungsleistungen, Gerichtskosten und Überprüfungsarbeiten sind mit 346 TEUR (Vorjahr: 493 TEUR) um 148 TEUR geringere Aufwendungen angefallen und der Reinigungsaufwand, worin die Entsorgung von Friedhofsabfällen in Höhe von 1.237 TEUR (Vorjahr: 1.212 TEUR) enthalten ist, hat sich mit 2.137 TEUR (Vorjahr: 2.069 TEUR) um 68 TEUR erhöht.
Die Konzernbereichsumlage an die Muttergesellschaft B&F Wien – Bestattung und Friedhöfe GmbH konnte nach einer Neuberechnung der zu verteilenden Kosten um weitere 348 TEUR (Vorjahr: -180 TEUR) auf 2.412 TEUR (Vorjahr: 2.760 TEUR) verringert werden.
E FRIEDHÖFE WIEN
In Summe betragen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Unternehmens 14.842 TEUR (Vorjahr: 16.613 TEUR), woraus inklusive der Umsätze und Erträge abzüglich der Material- und Personalaufwendungen sowie der Aufwendungen für Abschreibungen ein verbessertes Betriebsergebnis in Höhe von - 950 TEUR (Vorjahr: - 1.818 TEUR) resultiert.
• Finanzergebnis
Für die Beteiligung an der WStW TownTown GmbH & Co Residenz KG wurden Erträge in Höhe von 652 TEUR (Vorjahr: 632 TEUR) erzielt.
Die Anteile der beiden WSTW – Fonds IV und VI wurden in schüttungsfähige Tranchen umgewandelt und es wurden im Dezember erstmalig phasengleiche Schüttungen in Höhe von insgesamt 260 TEUR beschlossen.
Die Zinserträge aus Ausleihungen betragen 840 TEUR (Vorjahr: 859 TEUR). Davon wurden im Wesentlichen 420 TEUR (Vorjahr: 420 TEUR) von der BFW Gebäudeerrichtungs- und Vermietungs GmbH & Co KG (BFW KG) entrichtet, die Wien Energie TownTown GmbH & Co Energy Tower KG hat 96 TEUR (Vorjahr: 111 TEUR) bezahlt und seitens der WIPARK Garagen GmbH wurden 317 TEUR (Vorjahr: 319 TEUR) eingenommen. Weiters wurden für die Ausleihung an die Tierfriedhof Wien GmbH Erträge in Höhe von 7 TEUR (Vorjahr: 8 TEUR) lukriert.
Für die Cashpoolingstände wurden Zinserträge in Höhe von 626 TEUR (Vorjahr: 990 TEUR) erzielt. Grund dafür sind vor allem die stetig abnehmenden Zinsen, weshalb die FRIEDHOFE WIEN GmbH begonnen hat, die Möglichkeit zu nutzen in schüttungsfähige WSTW – Fonds zu investieren. So wurden im Herbst 2025 sowohl Anteile der beiden bestehenden Fonds als auch Anteile dreier neu aufgelegter WSTW – Fonds gekauft. In Summe wurden Fonds-Investitionen in Höhe von 19.996 TEUR getätigt.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen, die in erster Linie im Zuge der Bilanzierung der langfristigen Personalrückstellungen gebildet werden, sind in Höhe von 83 TEUR (Vorjahr: 73 TEUR) angefallen.
• Ergebnis vor Steuern – EBT
| EBIT Berechnung | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Betriebsergebnis laut GuV | -950.172,22 | -1.817.522,52 |
| - diverse Erträge aus Liegenschaftsverkäufen | ||
| (inklusive Nachbesserung früherer Verkäufe) | 0,00 | -1.144,90 |
| EBIT – bereinigt | -950.172,22 | -1.818.667,42 |
| Umsatzerlöse | 44.696.902,06 | 44.393.375,67 |
| EBIT MARGE | -2,13% | -4,10% |
Das bereinigte EBIT – Earnings before interest and tax – beträgt -950 TEUR (Vorjahr: - 1.819 TEUR). Wesentliche Anteile an dieser positiven Entwicklung haben die höhere Auflösung von Grabentgelten, höhere Mieteinnahmen, höhere Gärtnereiumsätze insbesondere für Grabpflegen, die Auflösung von Vordienstzeitenrückstellungen für Teile des Altpersonals, die Auflösung von sonstigen Rückstellungen, geringere Gebühren für Wasser/Abwasser, geringere Aufwendungen für Instandhaltungen, ein geringerer Energieaufwand, Betriebskostengutschriften und eine geringere Konzernbereichsumlage.
• Bilanzgewinn/-verlust
Aufgrund diverser positiver Effekte, die trotz der Verringerung der Beisetzungen zu einer deutlichen Verbesserung des EBIT führen, wird mit 1.342 TEUR (Vorjahr: 615 TEUR) ein unerwartet hoher Bilanzgewinn ausgewiesen. Die dafür verantwortlichen Effekte wurden bereits im Ergebnis vor Steuern – EBT erläutert.
2.1.3. Bilanz
| in TEUR | 2025 | 2024 | +/- | +/- % |
|---|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | 108.010 | 88.489 | 19.521 | 22,06% |
| Umlaufvermögen | 20.042 | 34.453 | -14.411 | -41,83% |
| Aktive Rechnungs- | ||||
| abgrenzungsposten | 8.913 | 10.514 | -1.601 | -15,22% |
| Aktive latente Steuern | 54 | 47 | 7 | 15,17% |
| SUMME AKTIVA | 137.019 | 133.503 | 3.516 | 2,63% |
| Eigenkapital | 15.502 | 14.770 | 732 | 4,96% |
| Investitionszuschüsse | 12 12 | 13 13 | -1 | -9,96% |
| Rückstellungen | 8.432 | 9.156 | -724 | -7,91% |
| Verbindlichkeiten | 2.878 | 2.667 | 211 | 7,90% |
| Passive Rechnungs- | ||||
| abgrenzungsposten | 110.196 | 106.898 | 3.298 | 3,09% |
| SUMME PASSIVA | 137.019 | 133.503 | 3.516 | 2,63% |
Rundungsdifferenzen werden nicht ausgeglichen
Anlagevermögen
In den Immateriellen Vermögensgegenständen werden laufend aktuelle Softwareprodukte aktiviert, die für einen zeitgemäßen und modernen Auftritt des Unternehmens – insbesondere im Internet – unerlässlich sind und sukzessive weiter ausgebaut werden.
In den Sachanlagen sind vor allem die Bauten und Grundstückswerte auf den durch die FRIEDHÖFE WIEN GmbH verwalteten 46 Friedhöfen dargestellt. Der Grundwert der Grundstücke im Eigentum der Friedhöfe Wien beträgt zum Bilanzstichtag 16.782 TEUR (Vorjahr: 16.782 TEUR). Die übrigen Vermögenswerte, die in Form von Gebäuden, technischen Anlagen und Maschinen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung dargestellt werden, werden laufend erneuert und ersetzt, vor allem wenn dies im Hinblick auf eine nachhaltige und klimarelevante Betriebsführung sinnvoll und wirtschaftlich möglich ist.
In den Finanzanlagen werden Anteile an der Wien Energie TownTown GmbH & Co Energy Tower KG in Höhe von 1.660 TEUR (Vorjahr: 1.660 TEUR) und an der WStW TownTown GmbH & Co Residenz KG in Höhe von 9.766 TEUR (Vorjahr: 9.954 TEUR) ausgewiesen.
Weiters bestehen Ausleihungen an die BFW Gebäudeerrichtungs- und Vermietungs GmbH & Co KG in Höhe von 11.000 TEUR (Vorjahr: 11.000 TEUR), an die Wien Energie TownTown
FRIEDHÖFE WIEN
GmbH & Co Energy Tower KG in Höhe von 2.378 TEUR (Vorjahr: 2.686 TEUR) sowie an die WIPARK Garagen GmbH in Höhe von 7.500 TEUR (Vorjahr: 7.500 TEUR). Der Tierfriedhof Wien GmbH wurde im Dezember 2023 eine Ausleihung gewährt, die aktuell in Höhe von 160 TEUR (Vorjahr: 180 TEUR) bilanziert wird.
Das Wertpapiervermögen der FH wurde 2025 folgendermaßen verändert: Es wurden um 7.996 TEUR Anteile an den beiden bestehenden WStW – Fonds gekauft und es wurden um 12.000 TEUR zu gleichen Teilen Anteile an drei neu aufgelegten WSTW – Fonds erstanden. Im Zuge der Umschichtung der beiden bestehenden Fonds in schüttungsfähige Tranchen erfolgte der Verkauf eines Anteils je Fonds. Das Fondsvermögen stellt sich daher zum 31.12.2025 mit Stückanzahl und Buchwert wie folgt dar:
| WERTPAPIERE DES | Stück am | Stand am | Stück am | Stand am |
|---|---|---|---|---|
| ANLAGEVERMÖGENS | 01.01.2025 | 01.01.2025 | 31.12.2025 | 31.12.2025 |
| WStW 4 / (A) (RPF 2) | 5.140 | 7.499.362,80 | 6.994 | 10.493.209,38 |
| WStW 6 / (A) | 13.800 | 13.263.139,83 | 18.109 | 18.262.382,13 |
| WStW 7 / (A) | 4.000 | 4.000.000,00 | ||
| WStW 8 / (A) | 4.000 | 4.000.000,00 | ||
| WStW 9 / (A) | 4.000 | 4.000.000,00 | ||
| SUMME | 20.762.502,63 | 40.755.591,51 |
Umlaufvermögen
Im Umlaufvermögen werden die Vorräte mit einem Wert von 526 TEUR (Vorjahr: 559 TEUR) ausgewiesen. Hier sind neben den pflanzlichen Rohstoffen und den sonstigen Betriebsstoffen vor allem die Handelswarenwerte der Gärtnereibetriebe und der Steinmetzwerkstätte abgebildet.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Forderungen betragen zum Stichtag in Summe 1.094 TEUR (Vorjahr: 935 TEUR).
In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 18.248 TEUR (Vorjahr: 32.726 TEUR) werden mit einem Saldo in Höhe von 12.821 TEUR (Vorjahr: 28.124 TEUR) die Forderungen aus Cashpooling ausgewiesen. Die Verringerung gegenüber dem Vorjahr wird zu einem großen Teil durch den Kauf von WSTW – Fonds verursacht.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
Analog zum Vorjahr werden vorausbezahlte Löhne und Gehälter in den aktiven Rechnungsabgrenzungen in Höhe von 158 TEUR (Vorjahr: 179 TEUR) ausgewiesen. Weiters
FRIEDHÖFE WIEN
stellt das Unternehmen für zukünftige Pensionen dieser Bediensteten einen bis zum Jahr 2040 berechneten und auf den Barwert abgezinsten Einmalbetrag in Höhe von 8.741 TEUR (Vorjahr: 10.326 TEUR) dar. Die Auflösung erfolgt jährlich und anteilsmäßig.
Aktive latente Steuern
Die im Zuge der Steuerbilanz errechneten latenten Steuern in Höhe von 54 TEUR (Vorjahr: 47 TEUR) werden in dieser Position dargestellt.
Kennzahlen laut URG
| 2025 | 2024 | +/- | |
|---|---|---|---|
| Eigenmittelquote laut §23 URG | 11,32% | 11,06% | 0,26% |
| Schuldentilgungsdauer laut | |||
| §24(1) URG – in Jahren | 3,12 | 3,97 | -0,85 |
Eigenkapital
Das Eigenkapital beträgt 15.502 TEUR (Vorjahr: 14.770 TEUR) und entspricht mit einer Quote von 11,32 % (Vorjahr: 11,06 %) den Anforderungen für eine Eigenmittelquote gemäß § 23 URG.
Die nicht gebundenen Kapitalrücklagen sind unverändert und betragen 7.904 TEUR. Ebenso werden die gesetzlichen Rücklagen in Höhe von 140 TEUR unverändert ausgewiesen.
Den freien Rücklagen wurde nach der Gewinnausschüttung aus dem Vorjahresergebnis in Höhe von 610 TEUR der verbliebene Restbetrag zugeführt, sodass nunmehr Gewinnrücklagen in Höhe von 4.716 TEUR (Vorjahr: 4.711 TEUR) dargestellt werden.
Rückstellungen
Die kurzfristigen Rückstellungen für Urlaube und Zeitguthaben wurden im Vorjahresvergleich um 159 TEUR (Vorjahr: 172 TEUR) erhöht, aus den langfristigen Personalrückstellungen für Abfertigungen, Jubiläums- und Treuegelder wurden - 105 TEUR (Vorjahr: - 113 TEUR) aufgelöst. Die Rückstellungen für Vordienstzeiten wurden zum Teil abgerechnet und betragen zum Bilanzstichtag 1.487 TEUR (Vorjahr: 1.857 TEUR). Davon werden 992 TEUR im Folgejahr und die restlichen 496 TEUR im Jahr 2027 abgerechnet und aufgelöst. Die Rückstellungen für Vordienstzeiten sind in den sonstigen Rückstellungen enthalten, die insgesamt 1.529 TEUR (Vorjahr: 2.308 TEUR) betragen.
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stammen im Wesentlichen aus verschiedenen Instandhaltungs- und Investitionstätigkeiten sowie aus den sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die laufend auf den 46 Friedhöfen und in den Betrieben erfolgen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen 594 TEUR (Vorjahr: 367 TEUR). Im Wesentlichen sind darin offene Verbindlichkeiten aus der USt – Organschaft gegenüber der B&F Wien – Bestattung und Friedhöfe GmbH in Höhe von 214 TEUR (Vorjahr: 84 TEUR) enthalten. Gegenüber der BESTATTUNG WIEN GmbH werden insbesondere aus der Abrechnung der Shop-Kassa Verbindlichkeiten in Höhe von 161 TEUR (Vorjahr: 23 TEUR) ausgewiesen. Der übrige Saldo besteht gegenüber diversen Konzernunternehmen, die für Energielieferungen, Reinigungstätigkeiten, die Autobusführung am Wiener Zentralfriedhof und viele andere Tätigkeiten beauftragt werden und entspricht den laufenden Abrechnungsmodalitäten.
In den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 953 TEUR (Vorjahr: 777 TEUR) werden die Verbindlichkeiten aus Steuern mit 145 TEUR (Vorjahr: 201 TEUR), im Rahmen der sozialen Sicherheit mit 316 TEUR (Vorjahr: 445 TEUR) sowie diverse Sozialkreditoren und andere Verbindlichkeiten aus der Gehaltsverrechnung dargestellt.
Passive Rechnungsabgrenzungsposten
Die abgegrenzten zukünftigen Grabentgelte betragen 108.799 TEUR (Vorjahr: 105.423 TEUR) und haben sich somit um 3.376 TEUR (Vorjahr: 3.710 TEUR) erhöht. Weiters werden hier die Grabpflegevorauszahlungen mit 724 TEUR (Vorjahr: 771 TEUR) dargestellt.
Zusatzkosten, die 2023 im Zuge der Errichtung der Kühlräume für die Sigmund Freud Universität entstanden sind, wurden zur Gänze ersetzt und auf die 25-jährige Laufzeit des Mietvertrages abgegrenzt. Zum Bilanzstichtag 2025 wird somit ein Saldo in Höhe von 673 TEUR (Vorjahr: 704 TEUR) dargestellt.
FRIEDHÖFE WIEN
2.1.4. Investitionen
| in TEUR | 2025 | 2024 | +/- | +/- % |
|---|---|---|---|---|
| Investitionen in Immaterielle | ||||
| Vermögensgegenstände | 68 | 489 | -421 -421 | -86,02% |
| Investitionen in Sachanlagen | 2.490 | 2.195 | 295 | 13,42% |
| Investitionen in Finanzanlagen | 19.996 | 0 | 19.996 | n.e. |
| SUMME INVESTITIONEN | 22.554 | 2.684 | 19.870 | 740,24% |
Investitionen in Immaterielle Vermögensgegenständen
Die im Vorjahr begonnene Entwicklung und Einrichtung der elektronischen Bestatteranmeldung wurde abgeschlossen und in Betrieb genommen. Insgesamt wurden dafür 61 TEUR (Vorjahr: 314 TEUR) investiert.
In der zweiten Jahreshälfte erfolgt die Einrichtung des SEPA – Lastschriftverfahrens in der FIM – Software um 8 TEUR. Dieses Projekt wurde bis zum Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossen.
Investitionen in Sachanlagen
Für den neuen Gebäudetrakt der Gärtnerei wurden am Wiener Zentralfriedhof im abgelaufenen Wirtschaftsjahr weitere 752 TEUR (Vorjahr: 423 TEUR) investiert. Die Inbetriebnahme ist im Sommer 2025 erfolgt.
Für eine Kühlanlage im Krematorium, eine Wasserpumpe und eine Photovoltaikanlage am Wiener Zentralfriedhof und anderen Maschinen und Geräte wurden 278 TEUR ausgegeben. Für einen Klein–LKW, Transportwagen, Bagger, Dumper und andere Arbeitsmaschinen wurden Investitionen in Höhe von 1.009 TEUR vorgenommen, wobei nach Möglichkeit E- Technologien der Vorzug gegeben wird. Für Vermögensgegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung wurden 140 TEUR investiert und der Wärmetauscher im Krematorium hat 55 TEUR gekostet, wobei letzterer noch nicht abgerechnet wurde.
Investitionen in Finanzanlagen
Da die Möglichkeit geschaffen wurde, schüttungsfähige WSTW – Fonds zu erwerben, nutzt die FRIEDHÖFE WIEN GmbH diese Möglichkeit, um ihre Liquidität optimal einzusetzen. Nachdem die Zinsen für Cashpooling-Forderungen erwartungsgemäß gesunken sind, wurde das bestehende Fonds-Vermögen im September 2025 in schüttungsfähige Tranchen
FRIEDHÖFE WIEN
umgeschichtet. Zusätzlich wurde im November 2025 verfügbare Liquidität sowohl in bestehende als auch in neu aufgelegte Fonds investiert.
Folgende Käufe wurden getätigt:
| INVESTITONEN IN | ||
|---|---|---|
| WERTPAPIERE DES ANLAGEVERMÖGENS | Gekaufte Stück | Kaufpreis |
| WStW 4 / (A) (RPF 2) | 1.855 | 2.995.305,60 |
| WStW 6 / (A) | 4.310 | 5.000.203,40 |
| WStW 7 / (A) | 4.000 | 4.000.000,00 |
| WStW 8 / (A) | 4.000 | 4.000.000,00 |
| WStW 9 / (A) | 4.000 | 4.000.000,00 |
| SUMME | 19.995.509,00 |
2.1.5. Kapitalflussrechnung
Die FRIEDHÖFE WIEN GmbH weist keine verzinsten Außenfinanzierungen aus. Der Cashflow zeigt folgende Entwicklung:
| in TEUR | 2025 | 2024 | +/- | +/- % |
|---|---|---|---|---|
| Cashflow | ||||
| aus dem operativen Bereich | 7.182 | 8.680 | -1.498 | -17,26% |
| Cashflow | ||||
| aus dem Investitionsbereich | -21.908 | -1.480 | -20.428 | n.e. |
| Cashflow | ||||
| aus dem Finanzierungsbereich | -610 | -625 | 15 | 2,40% |
| Gesamtcashflow | -15.336 | 6.575 | -21.911 | -333,25% |
| Anfangsbestand liquider Mittel | 28.164 | 21.589 | 6.575 | 30,46% |
| Endbestand liquider Mittel | 12.828 | 28.164 | -15.336 | -54,45% |
Cashflow aus dem operativen Bereich
Das bessere Betriebsergebnis wird im Wesentlichen durch die geringeren Mittelzuflüsse für Grabentgelte ausgeglichen. Höhere Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sowie die noch nicht geflossenen Schüttungserträge aus den WSTW – Fonds verursachen schließlich den größten Teil der dargestellten Verringerung.
FRIEDHÖFE WIEN
Cashflow aus dem Investitionsbereich
Die Fonds – Käufe in Höhe von 19.996 TEUR verursachen den wesentlichen Teil der vorliegenden Abweichung.
Cashflow aus dem Finanzierungsbereich
Die Ausschüttungsbeschlüsse folgen gerundet den jeweiligen Vorjahresergebnissen.
2.2. Umwelt und Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit als zentraler Unternehmenswert
Die Wiener Stadtwerke Gruppe bekennt sich klar zu ihrer Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft und trägt wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung in Wien und darüber hinaus bei. Nachhaltigkeit ist ein zentraler Unternehmenswert und umfasst die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Handlungsfelder der Gruppe. Als größte kommunale Infrastrukturdienstleisterin Österreichs nutzt die Gruppe ihre bedeutenden Einflussmöglichkeiten und tätigt umfangreiche Investitionen, um eine klimafreundliche und zukunftsfähige Stadtentwicklung zu fördern.
Wichtige Zukunftsprojekte
Der Beitrag zur Nachhaltigkeit der Wiener Stadtwerke-Gruppe sowie zur zukunftsfähigen Entwicklung der Metropolregion Wien erstreckt sich auch 2025 über zahlreiche Schlüsselbereiche: von der Dekarbonisierung der Energieversorgung und der Förderung nachhaltiger Mobilität bis hin zu innovativen Ansätzen im Bereich Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung. Große mehrjährige Zukunftsprojekte wie der Ausbau des Wiener Linien Öffi- Netzes durch die Verlängerung der U2 und den Bau der neuen U5, die Umsetzung des größten Geothermie-Projekts Österreichs durch die Wien Energie oder die Entwicklung eines CO₂- neutralen Betriebs für die Wiener Linien unterstreichen die Bedeutung der Gruppe für eine klimafreundliche Stadt. So sind seit September 2025 erstmals zehn elektrobetriebene Wasserstoff-Busse regulär im Einsatz und es wurden erfolgreiche Tiefenbohrungen sowie ein Fördertest für Wiens erste Tiefengeothermie-Anlage durchgeführt. Des Weiteren wurde 2025 eine gruppenweite ESG-Strategie erarbeitet. Diese beinhaltet Ziele und Maßnahmen zu den Themen Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft sowie Diversität, Barrierefreiheit und strategischem Gesundheitsmanagement. Für die Erreichung des Top-Ziels Klimaneutralität (Netto Null bis 2040), wurde ein interner Zielpfad (Klimatransitionsplan) entwickelt, welcher zukünftig als Steuerungsinstrument dient. Diese Ziele und Initiativen sind entscheidend für die nachhaltige Entwicklung Wiens und beschreiben den Weg der Wiener Stadtwerke-Gruppe als grüner Nachhaltigkeitsmotor im Bereich kommunaler Infrastrukturdienstleistungen.
FRIEDHÖFE WIEN
Ausrichtung auf EU-Taxonomie und CSRD
Eines der Kernstücke des europäischen Green Deals ist die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) zur transparenten Berichterstattung nicht finanzieller Unternehmensleistungen. Für die Wiener Stadtwerke Gruppe ist die CSRD ab dem Geschäftsjahr 2025 verpflichtend. Frühzeitig wurde ein umfassendes, konzernweites ESG- Programm gestartet, um die Vorgaben aus der Richtlinie und weiterer EU-Regulatorik spätestens bei Inkrafttreten zu erfüllen. Im Rahmen des vierjährigen Programmes kam es bereits zur intensiven Auseinandersetzung mit den für die Stakeholder und den Konzern wesentlichen Themen, dem Schaffen von Strukturen und Verantwortlichkeiten mit Fokus auf ESG, der Treibhausgasbilanzierung, Klimarisikoanalyse oder auch der Taxonomiefähigkeit der wesentlichen Wirtschaftsaktivitäten des Konzerns. Die konsequente Auseinandersetzung mit verantwortungsvoller Unternehmensführung und seinen vielen Facetten wird in den kommenden Jahren die Unternehmensstrukturen und -prozesse der Wiener Stadtwerke Gruppe nachhaltig transformieren. Dadurch sind die Weichen für eine, auch in Zukunft, erfolgreiche Wiener Stadtwerke Gruppe gestellt.
Forcierung ökologischer Vorhaben
Die Wiener Stadtwerke Gruppe hat auch 2025 wieder zahlreiche Projektvorhaben der Konzernunternehmen unterstützt, um die Innovationskraft zu stärken und die Klimaschutzbemühungen zu forcieren.
Highlights FRIEDHÖFE WIEN
Für die FRIEDHÖFE WIEN GmbH sind die wesentlichen Umweltaspekte Biodiversität und Klimaschutz/Mikroklima. Als Bestandteil von Frischluftschneisen und Kaltluftentstehungsgebieten können Friedhöfe nicht nur einen wichtigen Beitrag zum städtischen Mikroklima leisten. Sie sind in urbanen Gebieten auch ein Rückzugsraum für Tierund Pflanzenarten. So leben am Wiener Zentralfriedhof unter anderem Rehe, Dachse, Hamster, Eulen und Fledermäuse sowie zahlreiche Bienenvölker.
Am Friedhof Neustift wurde eine Reihe an landschaftsgärtnerischen Maßnahmen ergriffen, um Lebensräume für Arten zu erweitern. So gibt es jeweils ein Areal, in dem speziell auf die Bedürfnisse von Fledermäusen, Reptilien, Singvögeln und Schmetterlingen eingegangen wird. Dieses Areal ist seit 2019 als Tierlehrpfad sicht- und erkundbar gemacht.
Am Wiener Zentralfriedhof finden sich bereits 120.000 m² Naturwiesen. Auf allen Friedhöfen beläuft sich das Areal der Naturwiesen auf insgesamt 135.000 m².
FRIEDHÖFE WIEN
Der Wasser- und Energieverbrauch stellt weiterhin ein wesentliches Thema auf unseren Objekten dar. Die Ausweitung von Nutzwasseranlagen wurde nach eingehender Prüfung der Möglichkeiten bereits abgeschlossen. Inzersdorf wurde als letzter Friedhof mit einer Nutzwasseranlage versorgt. Auf mehreren Friedhöfen werden intelligente Wasserzähler montiert, um frühzeitig Wasserverluste etwa durch Rohrbrüche erkennen zu können.
Die relevanten Umweltthemen (Wasser, Müll, Luft und Lärm) wurden in der Kommunikationskampagne „Gemeinsam.SORGSAM“ aufgearbeitet, die im April 2020 auf den Friedhöfen veröffentlicht wurde. Auf Parkbänken, Mülleimern, Wasserentnahme- und Biosammelstellen kommen die Protagonisten Müll, Wasser und Lärm zu Wort, um alle Besucher*innen und Gewerbetreibenden auf deren aktiven Beitrag zum Umweltschutz auf den Friedhöfen hinzuweisen. Kleine Akzente, die jedoch einen großen Beitrag leisten können, werden gesetzt. So wurde in der Gärtnerei der Friedhöfe Wien auf nachfüllbare, gläserne Kerzenbecher umgestellt. Baum- und Grünschnitt aller 46 Friedhöfe wird der MA48 zur Herstellung von Kompost und Rindenmulch zur Verfügung gestellt. Bereits 2020 wurde die Bestattungsanlagenordnung überarbeitet, um die lärmerzeugenden Arbeiten einzudämmen. Um die Ruhe in den Friedhöfen nicht zu beeinträchtigen, werden seit Jahrzehnten Elektrotransportwagen eingesetzt. Diese sind zugleich energieeffizient und emissionsfrei. Darüber hinaus wurde die Umstellung auf akkubetriebene Gartengeräte weitergeführt.
2022 wurde die „Gemeinsam.SORGSAM“ Kampagne ganzheitlich überarbeitet und auf breitere Beine gestellt. Nach dem die erste Kampagne lediglich das Thema Ressourcen im Fokus hatte (Ressourcen.Smart), wurde diese nun erweitert um die Themen Arten.Reich., Klima.Positiv. und Natur.Nah.. Der Internetauftritt (https://www.friedhoefewien.at/gemeinsamsorgsam) wurde umgebaut und sämtliche Aktivitäten auf den Friedhöfen, die das „Mehr als nur Begräbnisstätte“ widerspiegeln, werden nun diesen vier Kategorien zugeordnet. Prominent ist diese Kampagne am Wiener Zentralfriedhof als Branding des neuen E-Busses zu sehen, der am 2. November 2022 erstmalig seine Runden zog und damit den herkömmlichen Dieselbus als Friedhofslinie ersetzt. Ein weiterer neuer E-Transporter, der für die Friedhöfe in ganz Wien unterwegs ist, wurde ebenfalls mit der Kampagne verschönt.
Die Klimarelevanz der Friedhöfe mit ihrer Gesamtfläche von rund 1,2 % der Stadtfläche ist zweifellos vorhanden. Im Rahmen eines Forschungsprojektes in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur und dem Austrian Institute of Technology (AIT), wurde diese Klimarelevanz messbar gemacht. Die Ergebnisse werden als Basis für weitere Optimierungen des Friedhofs- und Stadtklimas genutzt.
3. Risiken und Kontrollen
3.1. Risikomanagement und Internes Kontrollsystem 3.1.1. Risikomanagementsystem
Die Wiener Stadtwerke verfolgen einen proaktiven Ansatz im Risiko- und Chancenmanagement (im Folgenden kurz Risikomanagement genannt), um potenzielle Risiken und Chancen frühestmöglich zu identifizieren, zu bewerten und angemessen zu steuern.
Die Grundlage der gruppenweit einheitlichen Risikomanagementstrategie bildet das internationale anerkannte COSO 2017-ERM. Es betont die Integration von Unternehmensstrategie und Risikomanagement, um Risiken im Unternehmensverbund frühzeitig zu erkennen und mit den strategischen Zielen in Einklang zu bringen.
Die Konzernrichtline definiert zentrale Vorgaben für das Risikomanagementsystem und legt einen gruppenweiten Mindeststandard fest. Dieser orientiert sich an dem bereits erwähnten COSO-Standard aber auch an weiteren, etablierten Regelungen und Normen, wie der MaRisk und ISO 31000. Darüber hinaus setzen einzelne Konzernunternehmen, in Abhängigkeit von den Anforderungen ihrer Geschäftstätigkeit, weitere spezifische, tiefergehende und strengere Regelungen zum Risikomanagement um.
Das Ziel des Risikomanagements der Wiener Stadtwerke-Gruppe besteht darin, bestandsgefährdende Entwicklungen frühzeitig und systematisch zu identifizieren. Jene Risiken sollen gezielt gesteuert werden, um den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern und die Erreichung der strategischen Ziele zu gewährleisten. Durch die systematische Analyse potenzieller Risiken können die Wiener Stadtwerke nicht nur mögliche negative Wirkungen auf ihre Finanzen, ihre Reputation und ihre operativen Abläufe erkennen und steuern, sondern auch Chancen nutzen, um nachhaltiges Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit zu fördern. Das gruppenweite Risikomanagementsystem bildet somit einen Rahmen, der es Konzernunternehmen ermöglicht, flexibel auf dynamische Marktbedingungen zu reagieren, ihre Entscheidungsfindung zu verbessern und das Vertrauen von Stakeholder*innen zu stärken.
Zur Sicherstellung einer konsistenten Risikosteuerung verfügt die Gruppe über ein einheitliches, mehrdimensionales Risikotragfähigkeitskonzept. Dieses ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung des finanziellen Risikoprofils sowohl auf Ebene der einzelnen Konzernunternehmen als auch des Gesamtverbunds. Durch die Berücksichtigung verschiedener Dimensionen (Kapitalausstattung, Liquidität und Erfolgskennzahlen) können die Entscheidungsträger*innen eine umfassendere Einsicht in ihre Risikotragfähigkeit
gewinnen und fundiertere Entscheidungen über die Optimierung des finanziellen Risikoprofils ihrer Unternehmen treffen. Die Risikotragfähigkeit definiert das maximale Risikoausmaß, welches die Wiener Stadtwerke-Gruppe in einem Zeitraum ohne Gefährdung des Fortbestandes tragen kann. Es wird laufend überprüft und in Einklang mit den übergeordneten Geschäftszielen gesetzt. Der Ansatz fördert eine proaktive Haltung im Umgang mit Risiken und Chancen und unterstützt die Konzerngesellschaften dabei, langfristige Stabilität und Resilienz zu gewährleisten.
Angesichts der aktuellen globalen Unsicherheiten und regulatorischen Entwicklungen hat das Risikomanagementsystem zunehmend an Bedeutung gewonnen. In diesem Zusammenhang haben die Wiener Stadtwerke ihr Risikoprofil in den vergangenen Jahren um Aspekte im Bereich Environmental, Social und Governance ausgebaut. Eine weitergehende Vertiefung wird in den kommenden Jahren fortgesetzt und in einem konzernweit optimierten Risikomanagement-Tool dokumentiert und systematisch erfasst. 2025 wurde begonnen, eine Softwarelösung für das Integrierte Risikomanagement (IRM) konzernweit einzuführen.
3.2. Internes Kontrollsystem (IKS)
Das IKS innerhalb der Wiener Stadtwerke Gruppe umfasst die Überwachung aller prozessbezogenen Kontrollen. Es basiert auf einer systematischen und dokumentierten Erfassung der Prozesse der Ablauforganisation, der Identifizierung und Bewertung von festgestellten Prozessrisiken, der Definition von kompensierenden Maßnahmen und der Durchführung von entsprechenden Kontrollen und der Sicherstellung der Wirksamkeit der Kontrolldurchführungen.
Der gruppenweite Mindeststandard für das IKS wird über eine Konzernrichtlinie festgelegt, sichert ein einheitliches Verständnis der Rollen sowie Verantwortlichkeiten und definiert den IKS-Regelablauf. Im IKS-Regelablauf ist vorgesehen, dass sichergestellt wird, dass eine nachvollziehbare Dokumentation über die durchgeführten Kontrollen vorliegt und das IKS wirksam ist. Dieser Prozess wird kontinuierlich optimiert und bei Bedarf weiter verbessert. Die Verantwortlichkeit für das IKS der einzelnen Konzernunternehmen liegt bei den Geschäftsführungen der jeweiligen Gesellschaft.
Durch eine verpflichtende, periodische Berichterstattung an die Geschäftsführungen und den Aufsichtsrat/Prüfungsausschuss über die Wirksamkeit, ist ein entsprechend den Vorgaben durchgeführtes IKS gewährleistet.
3.2.1. Steuerkontrollsystem (SKS)
Zusätzlich zum Internen Kontrollsystem wurde im Jahr 2021 das SKS implementiert. Dieses umfasst die Summe aller Maßnahmen, Prozesse und Prozessschritte, die gewährleisten, dass
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die Besteuerungsgrundlagen für die jeweilige Abgabenart in der richtigen Höhe ausgewiesen und die darauf entfallenden Steuern termingerecht und in der richtigen Höhe abgeführt werden.
Aufbau und Inhalt des Steuerkontrollsystems richtet sich nach den Bestimmungen der SKS- Prüfungsverordnung und den Vorgaben des Fachgutachtens der Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer über die „Erstellung eines Gutachtens zum Steuerkontrollsystem gemäß §§ 153b Abs 4 Z 4 und 153f Abs 5 BAO“ und in der jeweils gültigen Fassung. Das Steuerkontrollsystem erfolgt nach konzerneinheitlichen Vorgaben, welche in einer Konzernrichtline definiert sind.
Das Steuerkontrollsystem trägt dazu bei, finanzielle, finanzstrafrechtliche, Reputations- und Geschäftsrisiken der Unternehmensgruppe zu reduzieren und wird alle drei Jahre von einem externen Gutachter überprüft. Die letzte Überprüfung fand 2024 statt.
3.3. Erläuterungen der wesentlichen Einzelrisiken
Die Risikolandschaft der Wiener Stadtwerke gliedert sich in mehrere Risikogruppen, in denen die Risiken der FRIEDHÖFE WIEN GmbH eingebettet sind. Die wesentlichsten Risiken in den einzelnen Risikogruppen sind folgende:
Strategie und Markt
Die FRIEDHÖFE WIEN GmbH bildet im Risiko „Sterblichkeitsrate“ mögliche Schwankungen bei der Sterblichkeit ab. Sowohl die Sterblichkeitsrate als auch gesellschaftliche Veränderungen (siehe dazu „Strategie / Umfeld“) können zu kurzfristig eintretenden und auch nachhaltigen Veränderungen bei Beisetzungs- und Kremationszahlen führen. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr ist sowohl im Plan- als auch im Vorjahresvergleich eine Abnahme bei den Sarg- und Urnenbeisetzungen festzustellen. Weiters setzt sich die Verschiebung von Sarg- zu Urnenbeisetzungen fort.
Gesellschaftliche Veränderungen wie der Wandel der Bestattungskultur und die Einstellung zum Tod, haben einen nicht immer bewertbaren Effekt auf den langfristigen Erfolg des Konzernbereichs. Mögliche Umsatzrückgänge sind dabei auf mehrere Faktoren, wie beispielsweise den Spargedanken oder das zunehmende Interesse an alternativen Bestattungsformen, wie beispielsweise Fluss-, Natur- oder Baumbestattungen zurückzuführen. Seit einiger Zeit ist auch eine Zunahme von Privatbegräbnisstätten zu verzeichnen. In diesen Fällen erfolgt eine Aufstellung von Urnen in privaten Räumlichkeiten und Umsatzeinbußen aufgrund fehlender Beisetzungstätigkeiten, Grabentgelte etc. sind die Folge.
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Beschaffung und Aufwand
Der Einfluss der Witterung auf den Gießwasserverbrauch wird im Risiko „(Ab-)/Wassergebühren“ abgebildet und stellt mögliche Kostenabweichungen für Wasser- und Abwassergebühren dar. Um diesen Aufwand zu minimieren, werden einerseits technische Maßnahmen bei den Wasserentnahmestellen getroffen und andererseits eigene Brunnenanlagen errichtet, sofern dies wirtschaftlich und baulich möglich ist. Außerdem wurden bereits auf einigen Friedhöfen intelligente Wasserzähler eingebaut, die frühzeitig einen unregelmäßigen Wasserverlust erkennen lassen.
Inflationsbedingte Erhöhungen bestimmter Aufwandspositionen wurden berücksichtigt und neben der erfolgten Einpreisung in den Planwerten als zusätzliche mögliche Abweichung im Risikomanagement abgebildet. Inflationsbedingte Einflüsse sowie der Aufwand für Energiebeschaffung stellten 2025 kein Risiko dar.
Im Zuge von EDV-Projekten kommt es immer wieder zu Umgliederungen von Investitionen in den Aufwand und umgekehrt. Daraus resultieren oft erst spät Abweichungen beim EDV- Aufwand und in weiterer Folge eine positive oder negative Ergebnisveränderung.
Finanzmarktrisiken
In dieser Risikoklasse werden insbesondere Risiken der kurz- und langfristigen Finanzveranlagungen gemanagt. Im Fokus steht die finanzwirtschaftliche Stabilität inklusive der Sicherung der Liquidität des Konzerns.
Für die effiziente Steuerung der kurzfristigen Liquidität nutzt der Konzern ein konzernweites Cashpooling. Dieses gewährleistet, dass der kurzfristige Finanzbedarf innerhalb des Konzerns jederzeit zuverlässig gedeckt wird. Die langfristige Finanzveranlagung erfolgt konservativ und ist an den Regelungen auf Pensionskassen ausgerichtet. Die dafür erforderlichen Veranlagungen werden durch eine separate Asset-Management Einheit betreut, die zentral in der Konzernleitung verortet ist.
Anlagevermögen und Investitionen
In der FRIEDHÖFE WIEN GmbH bilden die Risiken „Sicherheit von Grabanlagen und Bäumen“ und „Anlagen-Instandhaltungen“ den für die Sicherheit von Besucher*innen und Mitarbeiter*innen erforderlichen Aufwand für Überprüfungsarbeiten von Grabanlagen, Bäumen und baulichen Anlagen ab. Um Risiken möglicher Verletzungen oder Beschädigungen und daraus resultierende Schadenersatzansprüche und Imageschäden zu minimieren, erfolgen regelmäßige Kontrollen durch Objektmanager*innen und
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Friedhofsmitarbeiter*innen. Durch diese Überprüfungen können rechtzeitig Maßnahmen eingeleitet werden.
Personal und Soziales
Mögliche Abweichungen bei den geplanten Mitarbeiter*innenzahlen sowie den geplanten Lohn- und Gehaltsanpassungen wurden im Risikomanagement der FRIEDHÖFE WIEN GmbH als ergebniswirksame Effekte abgebildet. Neben diesen quantitativen Risiken stehen als qualitative Risiken die Krankenstandstage und das Wissensmanagement unter Beobachtung. Es werden laufend Maßnahmen erarbeitet, um hohe Zahlen von Krankenstandstagen zu reduzieren und rechtzeitig für einen durch bevorstehende Pensionierungen erforderlichen Wissenstransfer zu sorgen.
Corporate Governance und Compliance
Im Rahmen der Geschäftstätigkeit ergeben sich für den Konzern verschiedene rechtliche Risiken. Diese können zu juristischen Auseinandersetzungen führen, die den Konzern wirtschaftlich, operativ und auch in Bezug auf die Reputation schädigen können.
Als Konzern, der sich der gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist, gewährleisten die Datenschutzbeauftragten der Konzernunternehmen in Abstimmung mit allen relevanten Bereichen, dass Datenschutzverletzungen konsequent vermieden werden, indem die Verarbeitung personenbezogener Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der DSGVO und den lokal anwendbaren Gesetzen erfolgt.
Gesamtbild: Keine bestandsgefährdenden Risiken bei der FRIEDHÖFE WIEN GmbH
Sämtliche erfasste Einzelrisiken werden aggregiert und im Rahmen einer gesamtheitlichen Risikotragfähigkeitsanalyse betrachtet. Basierend darauf sind zum Stichtag 31. Dezember 2025 keine Risiken erkennbar, die entweder isoliert oder in Kombination mit anderen Risiken bestandsgefährdende Auswirkungen für die FRIEDHÖFE WIEN GmbH haben könnten.
3.4. Chancen
Die Wiener Stadtwerke-Gruppe hat einen klaren gesellschaftlichen Auftrag: Ihre vorrangige Aufgabe und damit auch ihr höchstes Interesse ist die sichere Erfüllung des Versorgungsauftrags gegenüber Bürger*innen und Unternehmen der Metropolregion Wien.
Unabhängig davon ist die Gruppe bestrebt, ihre unternehmerischen Möglichkeiten im Sinne ihrer Kund*innen zu nutzen. Auf diese Weise sichert die Gruppe ihre wirtschaftliche Stabilität und erhöht ihren Handlungsspielraum für die Umsetzung von Konzepten, welche die
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Lebensqualität der Menschen in der Metropolregion erhöhen und die Erreichung der Klimaneutralität bis 2040 vorantreiben.
Im Rahmen des Risikomanagementsystems werden nicht nur Risiken im engeren Sinne, sondern auch potenzielle Chancen miterfasst. Die erfassten Themen fließen in die regelmäßige Risikoberichterstattung ein und werden im Zuge dessen auch in den entsprechenden Gremien adressiert (Details zum Risikoreporting siehe Kapitel Risikomanagementsystem).
4. Ausblick
4.1. Allgemein
Die Wiener Stadtwerke sind weiterhin mit den veränderten Rahmenbedingungen am europäischen Energiemarkt konfrontiert. Im Vordergrund stehen stark schwankende Gas- und Energiepreise und die Notwendigkeit des raschen Umbaus der Energiesysteme. Das erklärte Ziel ist die Schaffung der Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und der Aufbau eines klimaneutralen Energiesystems für den Großraum Wien, allen voran der schrittweise Ausstieg aus Gas. Die Wiener Stadtwerke sind die wesentliche Umsetzerin, um Wien bis 2040 klimaneutral zu gestalten. Für den dafür erforderlichen Weg hat die Gruppe eine klare Unternehmensstrategie formuliert, die sich den drei großen Sektoren Strom, Wärme und Mobilität widmet. Aufgrund der schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird die Wiener Stadtwerke-Gruppe ihre Bemühungen betreffend Effizienzsteigerungen fortführen, um eine starke finanzielle Basis für zukünftige Herausforderungen gewährleisten zu können. Zudem baut die Unternehmensgruppe ihren Servicecharakter weiter aus und setzt verstärkt auf Digitalisierung. Durch klare Priorisierung der Vorhaben sollen wichtige Wachstums-, Innovations- und Klimaschutzprojekte vorangetrieben werden.
Gleichzeitig widmen sich die Wiener Stadtwerke in den nächsten Jahren vermehrt dem Fachkräftemangel. Rund ein Drittel der Mitarbeiter*innen werden in den nächsten zehn Jahren die Pension antreten. Gleichzeitig stehen entsprechende Fachkräfte – allen voran im Bereich IT sowie im öffentlichen Personennahverkehr – auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr in gewohntem Ausmaß zur Verfügung. Im Vordergrund steht hier die Profilierung der Arbeitgebermarke sowie die direkte Ansprache und Rekrutierung fehlender Fachkräfte.
4.2. Entwicklung der FRIEDHÖFE WIEN GmbH
Die Geschäftstätigkeit im Bereich Friedhöfe ist von der Anzahl der Verstorbenen sowie von der generellen Bereitschaft, Gräber aufrecht zu erhalten, abhängig. Die Statistik Austria geht – im Widerspruch zu den Prognosen der Vorjahre – in den jüngsten Prognosen von einer sinkenden Sterblichkeit bis 2027 aus. Danach steigt die Zahl langsam wieder auf das aktuelle Niveau und darüber hinaus an. Gemeinsam mit den bereits seit Jahren wachsenden Alternativangeboten im Zusammenhang mit Feuerbestattungen, verstärkt das den Umsatzund Kostendruck.
Zur Sicherung der Einnahmen wird die starke Positionierung der FRIEDHÖFE WIEN GmbH als wichtiger Bestandteil der Stadt fortgesetzt. Um unsere Angebote leistbar zu halten, werden weitere Optimierungen der Organisation realisiert, die sich durch die Möglichkeiten der Digitalisierung ergeben.
Zahlreiche Aktivitäten unterstreichen unseren Wert als „Mehr als nur Begräbnisstätte!“. Wir laden ein, die Friedhöfe auch abseits von Verabschiedungen als Lebensraum zu entdecken. Auch 2025 wurde dies durch zahlreiche Veranstaltungen aus Kultur, Kunst, Bewegung & Gesundheit sowie Nachhaltigkeit unterstrichen. Unsere Klimarelevanz wird im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter ausgebaut. Entsiegelungen, Baumpflanzungen und Grünraumgestaltung werden vorangetrieben.
Die Digitalisierung eröffnet uns und unseren Kund*innen neue Möglichkeiten. Das Digitale Grab wird weiter ausgebaut und die Nutzung forciert. Vorteile durch die Nutzung der digitalen Prozesse werden unterstrichen und weiter ausgebaut.
Für unsere Geschäftspartner*innen ist ein Partnerportal produktiv, dass zeit- und ortsunabhängige Servicierung garantiert. Der Informations- und Automatisierungsgrad kann damit deutlich erhöht werden. Außerdem können wir dadurch unsere Organisation an die sich ändernde Nachfrage anpassen.
Die Zahl der eigenverwalteten Friedhöfe steigt. Ende 2025 waren bereits 20 Friedhöfe in Eigenverwaltung. Die Zahl der interessierten Gewerbetreibenden – vor allem Gärtnereibetriebe – einen Friedhof zu verwalten sinkt. Daher bereiten wir uns auf weitere Übernahmen vor, die sowohl eine organisatorische Herausforderung als auch eine Chance bedeuten.
Geringere Umsätze durch sinkende Sterbezahlen müssen durch andere, neue Einnahmequellen ansatzweise kompensiert werden. In den letzten Jahren wurden hier bereits einige neue Wege eröffnet: Etwa der Verkauf von nützlichen Artikeln im Friedhofsshop, das Anbieten von Führungen über unsere Friedhöfe, die Leihmöglichkeit von E-Bikes, diverse
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Kooperationen mit Fiakerbetrieben, Musiker*innen, Maler"innen zur Attraktivierung unseres Angebotes oder seit 2024 die Einschränkung von gewerblichen Führungen durch die Einführung eines kostenpflichtigen Akkreditierungsverfahrens, das neue Umsätze zu Gunsten der Friedhofserhaltung eröffnet.
Wien, am 26. März 2026
Maga. Renate Niklas e.h. Geschäftsführerin