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Lagebericht 2025

Trenkwalder Group AG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 29. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
rewalder
Outsoervices

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

Geschäftsverlauf

Die Trenkwalder Group AG ist die Management-Holding für die rund 40 Tochtergesellschaften in 15 Ländern des Trenkwalder-Konzerns im In- und Ausland.

Konzernfinanzierung und -steuerung, Lizenz- und Markenmanagement sowie insbesondere die strategische und operative Führung zur Hebung von Effizienz- und Synergiepotenzialen stehen dabei im Mittelpunkt der Aktivitäten.

Nach dem schwachen Wirtschaftswachstum der EU-27 Länder um 1,1 % im Jahr 2024 erholte sich das Wirtschaftswachstum im Jahr 2025 spürbar. Laut endgültigen Daten wuchs das BIP der EU-27 insgesamt um 1,5 %. In Zentraleuropa stabilisierte sich Deutschland nach zwei Rezessionsjahren mit einem minimalen Wachstum von +0,2 % (Vorjahr: -0,5 %), während Osterreich mit +0,6 % wieder moderat wuchs (Vorjahr: -0,7 %). Die Schweiz wuchs mit +1,3 % weiterhin stabil. In Osteuropa entwickelten sich die Wirtschaftszahlen weiterhin heterogen: Polen erzielte ein kräftiges Wachstum von 3,6 %, Kroatien von 3,2 % und Bulgarien von 3,1 %. Tschechien wuchs um 2,5 %, Griechenland um 2,1 %. Slowenien wuchs um 1,1 % und die Türkei verzeichnete mit 3,6 % erneut eines der stärksten Wachstumsergebnisse in der Region. Rumänien (0,7 %), die Slowakei (0,8 %) und Ungarn (0,4 %) blieben hingegen hinter dem EU-Durchschnitt zurück.

Die Arbeitslosenquoten entwickelten sich im Jahr 2025 in den meisten Ländern weitgehend stabil, in einigen Märkten mit leichtem Anstieg. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote der EU-27 blieb bei 5,9 % (Vorjahr: 5,9 %). Anstiege wurden in Deutschland (3,4 % auf 3,6 %), Österreich (5,2 % auf 5,6 %), der Slowakei (5,3 % auf 5,5 %) , Tschechien (2,6 % auf 2,7 %), Rumänien (5,4 % auf 6,1 %) und Polen (2,9 % auf 3,1 %) verzeichnet. Ungarn verharrte unverändert bei 4,5 %. Verbesserungen gab es in Kroatien (5,0 % auf 4,7 %) und Slowenien (3,7 % auf 3,4 %). Bulgarien verbesserte sich deutlich von 4,2 % auf 3,5 %. In Griechenland sank die Arbeitslosenquote auf 9,3 % (Vorjahr: 10,1 %) und in der Türkei auf 8,5 % (Vorjahr: 8,8 %).

Die Trenkwalder Group AG als Management-Holding ist weiterhin nur indirekt vom Russland-Ukraine- Konflikt betroffen. Die Gruppe ist nicht direkt in Russland oder der Ukraine tätig, jedoch haben die geopolitischen Unsicherheiten weiterhin Auswirkungen auf Lieferketten und das wirtschaftliche Umfeld. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Ukraine eine bedeutende Quelle für Fachkräfte, insbesondere für den polnischen und tschechischen Arbeitsmarkt.

Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete die Trenkwalder Gruppe trotz minimalem Wirtschaftswachstum und einem Umsatzrückgang in Österreich und Deutschland ein Umsatzwachstum, die vor allem auf Umsatzsteigerungen in Ungarn, Rumänien und Polen zurückzuführen ist. Insgesamt stieg der Umsatz um 4,5 % gegenüber dem Vorjahr an. Die Zahl der FTEs stieg leicht auf rund 16.500. Während energieund rohstoffintensive Branchen weiterhin unter Druck standen, zeigten sich vor allem der Dienstleistungssektor, das Gesundheitswesen und der Technologiesektor als Wachstumsfelder.

Die strategische Neuausrichtung der Vertriebsorganisation wurde konsequent fortgeführt. Dabei standen die Optimierung des Kundenportfolios, die Stärkung margenstarker Geschäftsfelder sowie der

Outsourcing & HR Services

Ausbau der digitalen Recruiting-Strategien im Fokus. Der Bereich BPO wurde in Deutschland, Österreich, der Türkei und in Kosovo weiter ausgebaut.

Die Digitalisierung interner Prozesse sowie die Optimierung externer Recruiting-Kanäle (u.a. durch Active Sourcing und Plattformintegration) wurde weiter vorangetrieben. Auch im Jahr 2025 war das Ziel die evolutionäre Weiterentwicklung der Marke fortzusetzen. Aufbauend auf dem Rebranding 2023 wurde die Marktpositionierung als Hybrid-HR-Anbieter gestärkt: durch die Kombination von technologischem Know-how, Outsourcing-Kompetenz und Recruiting-Exzellenz.

Für 2026 erwartet die Trenkwalder Gruppe ein moderates Wachstum von etwa 6,6 %, das insbesondere durch die zunehmende Nachfrage nach flexiblen HR-Lösungen, den weiteren Ausbau von Outsourcing-Dienstleistungen sowie die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung der internen Prozess unterstützt wird. Der Fokus bleibt auf der Optimierung des Margenwachstums, der Portfolioerweiterung und der weiteren Automatisierung von Recruiting- und Verwaltungsprozessen.

Die kontinuierliche Verbesserung der internen Prozesse, die Digitalisierung der HR-Services und die gezielte Weiterentwicklung der strategischen Produktbereiche werden auch in den kommenden Jahren wesentliche Treiber des Unternehmenserfolgs sein. Trenkwalder wird seine Rolle als europäischer Spezialist für Personaldienstleistungen weiter ausbauen und sich als innovativer Partner für Unternehmen in einer zunehmend dynamischen Arbeitswelt positionieren.

Bericht über Zweigniederlassungen

Zum Stichtag bestehen keine Zweigniederlassungen.

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Die Trenkwalder Group AG erwirtschaftete im Rahmen ihrer konzernleitenden Funktion und als Dienstleistungsunternehmen für die Trenkwalder-Gruppe eine Betriebsleistung von TEUR 5.580 (Vorjahr: TEUR 5.751). Die Gesellschaft weist für das Geschäftsjahr 2025 ein positives operatives Ergebnis (EBIT) von TEUR +1.402 aus, das gegenüber dem Vorjahr (TEUR 1.412) nahezu unverändert ist. Geringere Ausschüttungen aus Türkei, Tschechien, Bulgarien und Osterreich sowie Zinsenerträge konnten den ebenfalls geringeren Zinsenaufwand fast kompensieren, Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen im Zusammenhang mit der Neustrukturierung der Business- Process-Outsourcing-Gruppe von TEUR 11.488 (Vorjahr: TEUR 0) Führten zu dem positiven Finanzergebnis von TEUR 10.627.Im Vorjahr war das Finanzergebnis noch leicht negativ mit TEUR -73. Das Ergebnis vor Steuern 2025 ist mit TEUR 12.029 deutlich höher als im Vorjahr mit TEUR 1.340.

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Trenkwalder Group AG einen Jahresüberschuss von TEUR 13.576, der auf ein operatives Ergebnis von TEUR 1.402, ein Finanzergebnis von TEUR 10.627 sowie einen Steuerertrag von TEUR 1.547 zurückzuführen ist. Im Vorjahr lag der Jahresüberschuss bei TEUR 43 Der Steuerertrag ist mit TEUR 1.547 einerseits auf niedrigeren Steueraufwand aus der Steuergruppe sowie andererseits auf die höheren aktiven Steuerlatenzen zurückzuführen, da die kurz- bis mittelfristig erwartete Verwertbarkeit der Verlustvorträge der Trenkwalder Group AG höher erwartet wird als zuletzt.

Die bei der Trenkwalder Group AG zum 31.12.2025 aktivierten Vermögenswerte von TEUR 243.060 (Vorjahr: TEUR 223.965), insbesondere aus Anteilen an verbundenen Unternehmen, dem

Markenwert sowie aus Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und latenten Steuern, spiegeln die Holding- und Finanzierungsfunktion der Gesellschaft wider.

Diesen Aktiva stehen auf der Passivseite vor allem ein positives Eigenkapital in Höhe von TEUR 37.743 (Vorjahr: TEUR 24.167), nachrangige Darlehen von verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 98.597 (Vorjahr: TEUR 96.896) gegenüber. Weiters bestehen Verbindlichkeiten gegenüber dem mittelbaren Mehrheitsgesellschafter von TEUR 88.946 (Vorjahr: TEUR 89.177). Die Eigenkapitalquote stieg von 10,8% im Vorjahr vor allem aufgrund des positiven Jahresüberschusses 2025 auf 15,5%.

Der operative Cash-Flow war 2025 mit TEUR -3.652 wie im Vorjahr negativ (Vorjahr: TEUR -6.846). Die Verbesserung ist vor allem auf eine positive Veränderung des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen. Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit war aufgrund geringerer Ausschüttungen und erhaltener Zinsen mit TEUR 3.380 niedriger als im Vorjahr mit TEUR 4.753, der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit war mit TEUR 689 aufgrund von Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten niedriger als im Vorjahr mit TEUR 1.505. Die Nettoveränderung des Finanzmittelbestandes ohne Berücksichtigung der Währungsumrechnung und sonstiger Differenzen beträgt TEUR 417 (Vorjahr: TEUR -588).

Die Trenkwalder Group AG beschäftigte im abgelaufenen Wirtschaftsjahr im Durchschnitt 13 Mitarbeiter.

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Das zukünftige Marktpotenzial für Personaldienstleistungen bleibt in den Ländern Zentral-, Ost- und Süd-Osteuropas differenziert und stark von lokalen regulatorischen Rahmenbedingungen abhängig. Die wirtschaftliche und geopolitische Entwicklung im Jahr 2026 ist weiterhin mit Unsicherheiten behaftet. Die globale Wachstumsdynamik wird durch geopolitische Spannungen (Ukraine, Naher Osten, China) beeinflusst, was sich auch auf die Nachfrage nach flexiblen Arbeitsmodellen auswirkt.

Im herausfordernden Marktumfeld hat die Trenkwalder Gruppe in den vergangenen Jahren strategische Maßnahmen ergriffen, um Wettbewerbsvorteile zu stärken. Der Fokus liegt weiterhin auf der Reduzierung der Abhängigkeit von einzelnen Branchen, insbesondere der Automobilindustrie, sowie auf einer stärkeren Diversifikation mit Blick auf Margenverbesserung und Risikomanagement.

Die EU-Wirtschaft zeigt trotz eines herausfordernden externen Umfelds eine bemerkenswerte Resilienz. Laut Herbstprognose der EU-Kommission (November 2025) wird das BIP-Wachstum in den EU-27 für 2026 auf 1,4 % prognostiziert (2025: 1,4 %). Gleichzeitig wird die Inflation weiter sinken: Im Euroraum wird die Inflationsrate 2026 voraussichtlich auf 1,9 % zurückgehen (2025: 2,1 %). Die EZB hat ihren Leitzins im Laufe des Jahres 2025 auf 2,0 % gesenkt; weitere Anpassungen werden von der weiteren Wirtschafts- und Inflationsentwicklung abhängen. Die Arbeitslosenquote in der EU dürfte 2026 auf 5,8 % leicht sinken (2025: 5,9 %).

Das Leistungsangebot der Trenkwalder-Gruppe umfasst die Hauptbereiche Staffing, HR Services, Personalberatung und Business Process Outsourcing (BPO). Dabei ist insbesondere das Temporary Placement (TP) weiter auf Wachstumskurs, da Unternehmen verstärkt auf flexible Arbeitskräfte setzen, um Fachkräftemangel und volatile Marktbedingungen auszugleichen.

Auf Basis des bisherigen Geschäftsverlaufs erwartet die Trenkwalder Gruppe für 2025 einen moderaten Umsatzanstieg und eine Verbesserung der Ertragslage. Die Expansion der BPO- Wachstumsstrategie wird weiter vorangetrieben, insbesondere in den Bereichen Industrie, Gesundheitswesen und E-Commerce. Die Digitalisierung und Automatisierung interner Prozesse verläuft planmäßig und unterstützt die Effizienzsteigerung.

Der Markt für Personaldienstleistungen zeigt positive Tendenzen. Der Bedarf an Fachkräften bleibt hoch, während sich der Arbeitsmarkt in einigen Regionen entspannt. Der Bereich Personalvermittlung (Permanent Placement) wächst insbesondere im medizinischen Sektor und in spezialisierten Industriebranchen. Zudem verzeichnen Outsourcing-Lösungen eine steigende Nachfrage, da Unternehmen vermehrt auf externe Expertise für administrative und prozessuale Dienstleistungen zurückgreifen. Prognosen gehen von einem jährlichen Marktwachstum von 7 % im Bereich Temporary Placement und 10 % im Bereich Outsourcing bis 2030 aus.

Das strategische Ziel bleibt, durch Digitalisierung, Prozessoptimierung und innovative Lösungen Marktführer in Effizienz und Flexibilität zu werden. Die bereits implementierten digitalen Systeme für Personalbeschaffung, Vertrieb, Buchhaltung und Berichterstattung werden weiter ausgebaut. Der Automatisierungsgrad in der Rechnungsstellung („Invoice Automation") wurde nochmals erhöht, wodurch Fehlerquoten weiter reduziert und Abrechnungsprozesse beschleunigt wurden.

Die Verfügbarkeit qualifizierter Bewerber ist nach wie vor entscheidend für den Erfolg der Trenkwalder Gruppe. Trotz gestiegener Arbeitslosenquoten in einigen Ländern bleibt der Wettbewerb um Fachkräfte intensiv. Die digitale Personalgewinnung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Bewerber

trenkwalder

erwarten eine einfache, schnelle und digitale Kommunikation in ihrem bevorzugten Kanal - sei es über mobile Apps, Video-Interviews oder KI-gestützte Bewerbungsprozesse.

Die digitale Transformation setzt sich konsequent fort:

• Digitale Rekrutierung über automatisierte Matching-Systeme • Digitales Personalmanagement (Lohnabrechnung, Zeiterfassung, Rechnungsstellung) • KI-gestützter Vertrieb für effiziente Kundenakquise • Digitale Verträge mit automatisierter Signatur

Auch in der externen Kommunikation werden digitale Lösungen weiter ausgebaut:

• Interaktive Mitarbeiter- und Kundenportale • Automatisierte Übertragung von Zeitnachweisen • Chatbot-gestützte Kommunikation mit Mitarbeitern

Im Bereich Business Process Outsourcing liegt der Fokus auf der tiefen Integration in die Wertschöpfungskette der Kunden. Das Dienstleistungsportfolio wird in den Bereichen IT-Support, Customer Service und technische Beratung weiter ausgebaut. Dabei kommen zunehmend hybride Modelle mit „Onsite"- und „Remote"-Lösungen zum Einsatz.

Zusammenfassend bleibt das Ziel, nachhaltiges Wachstum über dem Marktdurchschnitt zu erzielen, insbesondere durch Expansion in margenstarke Geschäftsbereiche, eine stärkere Positionierung im Industriebereich und die konsequente Digitalisierung von Prozessen. Mit den umgesetzten strategischen Maßnahmen sieht sich die Trenkwalder Gruppe gut aufgestellt, um ihre Marktposition weiter zu stärken und die Ertragskraft nachhaltig zu verbessern.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Trenkwalder Gruppe ist im Rahmen ihrer Aktivitäten einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit unternehmerischem Handeln verbunden sind.

Das Marktrisiko ist dabei maßgeblich von der konjunkturellen Entwicklung in den jeweiligen Ländern geprägt, welches in hohem Maße von der weiteren Entwicklung der Konjunktur abhängt. Durch das aufgrund der Krise gebremste Wirtschaftswachstum, bekommt auch der Branchenmix im Kundenportfolio der einzelnen Trenkwalder Ländergesellschaften eine starke Bedeutung in der Beurteilung der Marktrisiken. Die regionale Diversifikation der Konzerngesellschaften in 15 Ländern und verschiedenen Wirtschafts- und Währungsräumen (Zentral-, Ost- und Süd-Ost-Europa) führt zu einer deutlichen Reduzierung dieses Risikos. Zudem ermöglichen effiziente und flexible Unternehmensstrukturen (E-sign, digitale Filialen, etc.) eine schnelle Reaktion auf konjunkturelle Veränderungen.

Weitere Risiken ergeben sich aus den laufenden Veränderungen in gesetzlichen oder tarifrechtlichen Rahmenbedingungen für die Kernprodukte der Gruppe (Staffing, HR-Services, BPO) in den einzelnen Jurisdiktionen. Die konsequente Umsetzung der tariflichen und rechtlichen Änderungen in den Kundenverträgen erlaubt der Gesellschaft eine schnelle Reaktion auf die Änderungen dieser Rahmenbedingungen.

Das für den Trenkwalder Konzern relevante Beschaffungsrisiko besteht darin, die zutreffend qualifizierten Mitarbeiter zur richtigen Zeit rekrutieren zu können. Diesem Risiko wird durch

Investitionen zur Optimierung des digitalen Bewerberprozesses, durch intensive Bearbeitung des Arbeitsmarktes sowohl in Eigenregie jeder Landesgesellschaft als auch gemeinsam durch grenzüberschreitendes Recruiting zwischen den Gruppengesellschaften begegnet.

Die Digitalisierung der Kernprozesse (z.B. Recruiting-/Staffing-Prozess) stellt weiterhin einen wesentlichen Strategiebestandteil im Trenkwalder Konzern dar. Digitalisierte Prozesse und Tools sowie daraus abgeleitete Produktentwicklungen bieten erweiterte Möglichkeiten, Marktanteile zu sichern und auszubauen. Neue Technologien bieten auch die Möglichkeit, operative Strukturen anzupassen, die Effizienz und Profitabilität im Konzern und den einzelnen Länderorganisationen zu erhöhen. Risiken ergeben sich in diesem Zusammenhang überwiegend aus dem „Change-Prozess" sowie aus der erhöhten Abhängigkeit der Verfügbarkeit der IT-Systeme in den Länderorganisationen.

Ein besonderes Augenmerk muss verstärkt auf Mitbewerber aus der HR-Start-up-Szene gelegt werden. Diese Unternehmen bieten Kunden HR-Teilprozesse innovativ, digital und mit geringem Personaleinsatz an. Durch Vernetzung und Evaluierung kann die Trenkwalder Gruppe auch Akquisitionspotentiale erkennen und das Marktrisiko über Kooperationen bzw. Zukäufe bei Bedarf reduzieren.

Aus der Finanzierungsfunktion der Holding ergeben sich im Wesentlichen Zins- und Kreditrisiken. Das Zinsrisiko entsteht aus der Schwankung des Marktzinssatzes. Die Gruppe finanziert sich im Wesentlichen über langfristige Gesellschafterdarlehen sowie in vielen Landesgesellschaften mittels Factorings („echtes" oder „unechtes" Factoring) und Kontokorrentlinien.

Finanzierung durch den Mehrheitseigentümer

Der Vorstand weist zum Grundsatz der Unternehmensfortführung auf folgende Sachverhalte hin: Die Droege Capital GmbH, Düsseldorf, Deutschland, hat im Geschäftsjahr 2025 (am 28. Mai 2025) für das Geschäftsjahr 2026 gegenüber der Trenkwalder Group AG, Wien, (als operative Holding mit Cash- Pooling-Funktion für die Trenkwalder Personaldienste GmbH, Österreich, und die Trenkwalder Personaldienste GmbH, Deutschland) auf Basis des Liquiditätsplanes bis Ende 2026 eine unbedingte Finanzierungszusage in Höhe von EUR 32,5 Mio., abrufbar ab 1. Juni 2025 befristet bis 31. Dezember 2026, abgegeben. Die Finanzierungszusage in Höhe von EUR 32,5 Mio. reduziert sich, sofern Sondereffekte wie der Aufnahme einer Aval- und/oder Bankfinanzierung direkt durch die Trenkwalder Group AG oder über ihre Tochtergesellschaft Trenkwalder Personaldienste GmbH, Österreich, eintreten und soweit dadurch netto die Liquidität der Trenkwalder Group AG verbessert wird. Die Finanzierungszusage kann entweder in Form liquider Mittel oder über eine von der Droege Capital GmbH gegebene Garantie an ein Kreditinstitut abgerufen werden, damit die Trenkwalder Group AG liquide Mittel im Ausmaß von insgesamt bis zu EUR 32,5 Mio. zur Abdeckung eines temporären Finanzierungsbedarfes erhält. Zum Stichtag 8. Mai 2026 war die Finanzierungszusage in Höhe von EUR 15,8 Mio. ausgenutzt.

Am 8. Mai 2026 hat die Trenkwalder Group AG mit der Droege Capital GmbH die bisherige Stundungsvereinbarung für gewährte Darlehen zzgl. Zinsen iHv. EUR 63,76 Mio. (Darlehen EUR 55,79 Mio., Zinsen EUR 7,97 Mio.) dahingehend abgeändert, dass in den Geschäftsjahren 2026-2028 keine Tilgungen oder Zinszahlungen zu leisten sind. Die neue Stundungsvereinbarung sieht eine Tilgung in 2029 iHv. EUR 6,0 Mio. zzgl. Zinsen EUR 2,9 Mio., in 2030 iHv. EUR 18,0 Mio. zzgl. Zinsen EUR 8,7 Mio., in 2031 iHv. EUR 16,5 Mio. und in 2032 iHv. EUR 15,3 Mio. vor. Die Verzinsung über Gesellschafterdarlehen iHv. EUR 36,79 Mio. (zzgl. Zinsen iHv. EUR 5,13 Mio.) wurde bereits ab dem Geschäftsjahr 2018 derart geändert, dass Zinsen für diese Darlehen nur dann anfallen, wenn und

insoweit die Trenkwalder Group AG ein positives Ergebnis nach Steuern und vor Darlehenszinsen ausweisen würde und über ausreichend Liquidität verfügt, die Zinszahlung zu leisten. Derart nicht anfallende Zinsen werden allerdings in Folgejahren nachverrechnet, sofern und soweit die oben angeführten Bedingungen erfüllt werden.

Der Finanzierungsbedarf der Trenkwalder Group AG wurde durch die neue Stundungsvereinbarung und durch verschiedene andere Maßnahmen reduziert. Deshalb haben die Trenkwalder Group AG und die Droege Capital GmbH am 8. Mai 2026 vereinbart, den Finanzierungsbedarf der Trenkwalder Group AG nicht mehr durch eine Finanzierungszusage, sondern auf Basis des aktuellen Liquiditätsplanes bis Ende 2027 durch ein Festbetragsdarlehen in Höhe von EUR 20,0 Mio. sowie durch einen Rahmenkredit (KK-Linie) in Höhe von maximal EUR 3,0 Mio. zu decken. Die Besicherung beider Darlehen erfolgt hierbei durch Vermögenswerte der Trenkwalder Group AG.

• Die Auszahlung des Festbetragsdarlehens durch die Droege Capital GmbH erfolgte am 8. Mai 2026 unbar durch Verrechnung mit der ausgenutzten Finanzierungszusage in Höhe von EUR 15,8 Mio. Den verbleibenden Auszahlungsbetrag in Höhe von EUR 4,2 Mio. wird die Droege Capital GmbH auf Anforderung der Trenkwalder Group AG auszahlen. Das Festbetragsdarlehen ist bis zum 31.12.2029 befristet. Die Rückzahlung erfolgt wie folgt: ein Betrag in Höhe von EUR 10,0 Mio. ist spätestens bis zum 30.12.2028 zurückzuführen, ein weiterer Betrag in Höhe von EUR 5,0 Mio. spätestens bis zum 30.09.2029. Der verbleibende Betrag in Höhe von EUR 5,0 Mio. wird mit Ablauf der Laufzeit zum 31.12.2029 zur Rückzahlung fällig. • Der Rahmenkredit (KK-Linie) kann von der Trenkwalder Group AG bis zu EUR 3,0 Mio. variabel und zur freien Verwendung jederzeit - auch nach erfolgter (teilweiser) Rückzahlung - in Anspruch genommen werden. Der Rahmenkredit (KK-Linie) wird ab dem 8. Mai 2026 bis auf Weiteres gewährt. Die Droege Capital GmbH hat das ordentliche Kündigungsrecht zur teilweisen oder vollständigen Kündigung des Rahmenkredits (KK-Linie) bis zum 31.12.2027 ausgeschlossen. • Die Finanzierungszusage in Höhe von EUR 32,5 Mio. vom 28. Mai 2025 wurde mit Wirkung zum 8. Mai 2026 aufgehoben. Die Trenkwalder Group AG hat ab diesem Zeitpunkt keine Ansprüche mehr aus der Finanzierungszusage.

Die Anwendung des Grundsatzes der Unternehmensfortführung beruht daher auf der Tatsache, dass auf Basis der vorliegenden Liquiditätspläne die Liquidität der Trenkwalder-Gruppe durch das von der Droege Capital GmbH gewährte befristete Festbetragsdarlehen in Höhe von EUR 20,0 Mio. und dem Rahmenkredit (KK-Linie) in Höhe von EUR 3,0 Mio. aus heutiger Sicht gesichert erscheint. Unter den gesetzten Prämissen ist das Unternehmen ausreichend finanziert und wird somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in der Lage sein, seinen fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, wodurch der Fortbestand des Unternehmens aufrechterhalten werden kann. Sollte sich aufgrund des Geschäftsverlaufs ergeben, dass die auf Basis des Liquiditätsplanes bis Ende 2027 ermittelten notwendigen Finanzierungen - das befristete Festbetragsdarlehen über EUR 20,0 Mio. und der Rahmenkredit (KK-Linie) über EUR 3,0 Mio. - nicht ausreichen, müssten weitere Finanzierungen mit Dritten oder mit den Eigentümern vereinbart werden. Der Vorstand geht auf Basis der vorliegenden Liquiditätspläne weiterhin davon aus, dass die Beibehaltung der Going-Concern-Prämisse angemessen ist.

Derivative Finanzinstrumente wurden nicht genutzt.

3. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine Forschungs- und Entwicklungskosten aktiviert.

4. Bericht über den Bestand sowie den Erwerb und die Veräußerung eigener Anteile

Die Trenkwalder Group AG hielt im Geschäftsjahr 2025 keine eigenen Anteile.

5. Umwelt- und Arbeitnehmerbelange

Die Trenkwalder Group AG bekennt sich zu einem schonenden und bewussten Umgang mit der Umwelt sowie zu einer nachhaltigen Unternehmensführung. Laufend werden Projekte zur Digitalisierung der internen Prozesse („papierloses Büro“) umgesetzt. Speziell hervorzuheben ist dabei die Umsetzung mehrerer Digitalisierungsprojekte, die zu einem digitalen “End to End” Kundenund Bewerberprozess beitragen. Damit können wesentliche Prozesse „papierlos“ und standortunabhängig abgewickelt werden.

In mehreren Ländern wurden auch die Fuhrparks vermehrt auf umweltschonende Elektro- bzw.

Hybridfahrzeuge umgestellt.

Ursprünglich hätte ab dem Berichtsjahr 2025 für Trenkwalder die Verpflichtung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, die die drei Themenblöcke Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (kurz ESG) umfasst, bestanden. Demnach wäre Trenkwalder verpflichtet, detaillierte Informationen zu den Nachhaltigkeitsmaßnahmen und deren Auswirkungen offenzulegen. Beginnend mit dem Jahr 2024 wurde daher intensiv am Thema ESG gearbeitet, um die Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) bestmöglich zu erfüllen. Ziel ist es, eine transparente und umfassende Berichterstattung sicherzustellen, nachhaltige Entwicklungen messbar zu machen und die ESG-Strategie kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Durch das Omnibus I-Paket der EU wurde im Frühjahr 2025 die ESG-Berichtspflicht um zwei Jahre auf das Wirtschaftsjahr 2027 verschoben.

Die Trenkwalder Group AG beschäftigte 2025 im Durchschnitt 13 Mitarbeiter (Vorjahr: 14).

Trenkwalder steht seit Jahren für vorbildliches HR-Management und wurde wieder mit diversen Gütesiegeln ausgezeichnet. Im Rahmen der unabhängigen Recruiting-Studie BEST RECRUITERS 2024/2025 wurde Trenkwalder im Herbst 2025 erneut mit dem 1. Platz in der Branche Arbeitskräfteüberlassung ausgezeichnet und sichert sich damit die Spitzenposition der Branche.

Wien, am 1. Juni 2026

Unterschrieben von: POLLOK MARK Ausgestellt von: Namirial CA Firma Qualificata Signaturzeitpunkt: 01-06-2026 08:57:45 IP-Adresse: 172.226.108.50 Dipl. Wirt-Ing. Mark Pollok

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