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Lagebericht 2025

ALPINE METAL TECH GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 04. Aug. 2026

Inhaltsverzeichnis

1.

Betriebszweck:

Die ALPINE METAL TECH GmbH entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Maschinen und Ausrüstungen. Darüber hinaus erwirbt, verwaltet und veräußert das Unternehmen Beteiligungen an in- und ausländischen Gesellschaften.

Im Segment „Steel“ bietet das Unternehmen Lösungen für das Markieren und Lesen von Halb- und Fertigprodukten der Stahl- und Metallindustrie sowie Spezialmaschinen im Umfeld der Stranggusstechnik an.

Im Segment „Automotive“ konzentriert sich das Unternehmen auf Automatisierungslösungen für die Aluminiumradproduktion. Das Produktportfolio umfasst Systeme zum Hantieren, Kodieren, Bearbeiten, Messen und Testen.

Der Bereich „Advanced Technology" entstand als Spin-off aus dem Automotive- Segment. Hier wird das Maschinenbau-Know-how des Unternehmens außerhalb der Radproduktion eingesetzt.

Durch die Verschmelzung der IH TECH Sondermaschinenbau u. Instandhaltung GmbH, Behamberg, mit der ALPINE METAL TECH GmbH im Vorjahr besteht nun eine Zweigniederlassung am Standort Behamberg.

2. Wirtschaftliche Lage:

Das Geschäftsjahr 2025 war weiterhin von einer schwierigen Marktsituation in der Automobilindustrie sowie von einer unsicheren weltwirtschaftlichen Entwicklung geprägt. Die Sanktionen gegen Russland führten zu einem vollständigen Erliegen der Geschäftstätigkeit in dieser Region. Auch im Falle eines möglichen Kriegsendes wird kurzfristig keine rasche Markterholung erwartet. Gleichzeitig wirkt sich die zunehmende Abschottung Chinas gegenüber dem Westen spürbar auf die Geschäftsentwicklung aus. Die wechselhafte Zollpolitik der USA zeigt derzeit noch keine unmittelbaren Auswirkungen, sorgt jedoch für zusätzliche Unsicherheiten in den internationalen Märkten.

Der Bereich Steel lag trotz guten Auftragseingangs unter dem Vorjahresniveau. Es wurden zum einen im Jahr 2024 mehrere Großprojekte ausgeliefert und zusätzlich führten kundenseitige Verzögerungen bei einer Schienenprüflinie zu einer Verschiebung der Auslieferung auf das Jahr 2026. Die Stahlindustrie befindet sich weiterhin am Beginn der Dekarbonisierung, erste Projekte wurden jedoch bereits gestartet bzw. befinden sich in Planung.

Die Automobilindustrie befindet sich weiterhin in einer angespannten Situation. Die anhaltende Diskussion rund um das Verbrenner-Aus innerhalb der EU sowie der zunehmende Wettbewerb aus China im Bereich Elektromobilität belasten die Branche. Insgesamt stagniert der Markt. Im Jahr 2025 wie auch im Jahr 2024 wurden weltweit rund 90 Millionen Fahrzeuge verkauft.

Der Bereich Advanced Technology blieb aufgrund der Unsicherheiten im Automotive-Markt unter den Erwartungen, entwickelte sich jedoch besser als im Vorjahr. Insbesondere im Bereich E-Mobility wird für dieses Geschäftsfeld ein langfristiger Wachstumsmarkt erwartet.

Im Bereich Life-Cycle-Business lagen die Erlöse unter Vorjahr und Plan, im Wesentlichen bedingt durch eine schwächere Geschäftsentwicklung in China, Brasilien und UK.

Der Auftragseingang betrug EUR 40,8 Mio (Vorjahr: EUR 46,3 Mio). Im Segment Steel ergab sich ein Rückgang von 11 %, im Segment Automotive von 31 %. Advanced Technology verzeichnete hingegen ein Wachstum von 17 %, während das Life-Cycle-Business um 8 % zurückging.

Die Umsatzerlöse reduzierten sich um rund 11 % auf EUR 39,8 Mio (Vorjahr: EUR 44,5 Mio). Segmentseitig ergaben sich folgende Veränderungen: Steel - EUR 3,6 Mio, Automotive - EUR 0,2 Mio, Advanced Technology + EUR 1,0 Mio, Life-Cycle-Business - EUR 0,8 Mio.

Trotz des Umsatzrückgangs wurde ein positives EBITDA in Höhe von EUR 3,3 Mio erzielt (Vorjahr: EUR 3,4 Mio).

Das positive Finanzergebnis von EUR 3,4 Mio (Vorjahr: EUR -0,2 Mio) resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen aus Darlehen (EUR 0,4 Mio), Dividendenerträgen aus der Beteiligung Alpine Metal Tech Brasil (EUR 1,0 Mio), Zuschreibungen von Darlehen an die Alpine Metal Tech Germany Holding GmbH (EUR 1,9 Mio), Zuschreibungen langjähriger Forderungen gegenüber Alpine Metal Tech North America, Inc. (EUR 0,5 Mio) sowie der Abschreibung der Beteiligung an Alpine Metal Tech (Taicang) Co. Ltd. (EUR 0,4 Mio).

Die verbliebene Earn-Out-Verpflichtung aus dem Erwerb der IMT Intermato S.R.L. wurde im Jahr 2025 vollständig beglichen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Diverse Kennzahlen20252024
Eigenmittelquote gemäß § 23 URG67,8 %63,1 %
Fiktive Schuldentilgungs-
dauer gemäß § 24 URG2 Jahre5 Jahre
Umsatz in TEUR39.78744.487
Vorsteuerergebnis in TEUR5.2741.775
EBIT in TEUR1.8872.012
Operativer Cashflow in TEUR6.6164.658
Bruttoliquidität in TEUR6.3961.851
Nettoliquidität (Guthaben-Verbindlichkeiten ge-
genüber Kreditinstituten) in TEUR6.3961.851

3. Rahmenbedingungen:

Der Ukraine-Konflikt und die daraus resultierenden Sanktionen gegen Russland führten zu einem vollständigen Stopp sämtlicher Geschäftsbeziehungen. Eine kurzfristige Markterholung wird auch im Falle eines Kriegsendes nicht erwartet.

Hohe Energiepreise im Euroraum im Vergleich zu den USA und China sowie die anhaltende Krise der Automobilindustrie stellen Kunden weiterhin vor große Herausforderungen und führen zu Verschiebungen bzw. Stornierungen von Investitionsprojekten.

Zusätzliche geopolitische Spannungen – etwa im Zusammenhang mit China und Taiwan sowie die volatile US-Zollpolitik – sorgen für zusätzliche Marktunsicherheit.

Die Verfügbarkeit von Bauteilen, insbesondere elektronischer Komponenten, hat sich deutlich verbessert. Dadurch konnten die Produktionsdurchlaufzeiten wieder auf rund sechs bis acht Monate reduziert werden.

Die hohen Lohnabschlüsse der letzten Jahre erhöhen den Wettbewerbsdruck. Kostensteigerungen können nur teilweise an Kunden weitergegeben werden.

Der Bereich Advanced Technology soll weiter ausgebaut werden. Vor allem vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels bestehen zusätzliche Wachstumspotenziale im Bereich Automatisierung. Das unsichere wirtschaftliche Umfeld wirkt jedoch dämpfend auf die Investitionsbereitschaft.

Am 28. Februar 2026 führten Israel und die USA einen gemeinsamen Militärschlag gegen den Iran durch, um dessen Nuklear- und Raketenprogramme zu neutralisieren. Die Angriffe richteten sich gegen militärische Einrichtungen sowie die Führungsebene und führten zum Tod des Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei.

Künftig ist mit einer Ausweitung der Luftschläge, Cyberoperationen und Angriffe auf iranische Stellvertreter wie die Hisbollah zu rechnen. Der Iran reagierte bereits mit Raketenangriffen auf Israel sowie US-Stützpunkte in den Golfstaaten. Die iranische Revolutionsgarde (IRGC) hat den Schiffsverkehr beim wichtigen Transportweg, der Straße von Hormus, faktisch gestoppt, was die globale OIversorgung beeinträchtigt und die dortigen Volkswirtschaften wie Ägypten (Störung von Seehandelsrouten; keine Durchfahrt durch den Suezkanal) deutlich belasten könnte.

Aktuell sind die Auswirkungen für die Gesellschaft lediglich durch den eingeschränkten Reiseverkehr bemerkbar. Generell ist jedoch – insbesondere bei länger andauerndem Konflikt – von einer Erhöhung der Energiepreise, möglichen Problemen bei der Verfügbarkeit von Bauteilen und insgesamt von einer investitionsdämpfenden Auswirkung bei unseren Endkunden auszugehen.

4. Umweltbelange:

Als global tätiges Maschinenbauunternehmen ist sich die ALPINE METAL TECH GmbH der ökologischen Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit bewusst und arbeitet kontinuierlich daran, Umweltbelastungen zu minimieren.

Die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens werden als zentrale Herausforderung angesehen. Daher wird gezielt in Dekarbonisierungsprojekte, insbesondere im Bereich „Grüner Stahl“ sowie Elektromobilität, investiert.

5. Personal:

Im Jahr 2025 beschäftigte die Gesellschaft durchschnittlich 168 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Für Aus- und Weiterbildung wurden im Jahr 2025 TEUR 42 aufgewendet. Die Geschäftsleitung unterstützt aktiv Maßnahmen zur Unfallverhütung, unter anderem durch die Bereitstellung moderner Schutzausrüstung. Ziel ist es, das Sicherheitsbewusstsein in der Belegschaft weiter zu stärken und Arbeitsunfälle zu minimieren.

Darüber hinaus wird eine freiwillige betriebliche Altersvorsorge angeboten. Zusätzlich nimmt das Unternehmen am Gesundheitsprogramm Fit2Work teil, im Rahmen dessen Workshops durchgeführt wurden.

6. Risikopolitik:

Das Risikomanagement der ALPINE METAL TECH GmbH verfolgt das Ziel, Risiken frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen geschäftliche Nachteile zu vermeiden.

Die Geschäftsführung überwacht laufend die Unternehmensentwicklung und leitet je nach Risikoklassifizierung entsprechende Maßnahmen ein.

Fremdwährungsrisiken werden durch Devisentermingeschäfte abgesichert. Zum Bilanzstichtag bestanden USD-Terminkontrakte über USD 1,9 Mio mit einem positiven Marktwert von EUR 17.771,73.

Forderungsrisiken werden selektiv versichert und durch Wertberichtigungen berücksichtigt.

Beteiligungsrisiken werden durch ein umfassendes Beteiligungscontrolling überwacht, um Risiken frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Zur Steuerung von Liquiditätsrisiken wurden umfassende Maßnahmen implementiert, darunter Working-Capital-Optimierung, angepasste Investitionsplanung sowie der Aufbau ausreichender Kreditlinien. Liquiditätsüberschüsse werden konzernintern kurzfristig zu fremdüblichen Konditionen veranlagt.

Das Management ist trotz volatiler Marktbedingungen zuversichtlich, die finanziellen Verpflichtungen erfüllen zu können und das Liquiditätsrisiko auf einem angemessenen Niveau zu halten.

7. Beteiligungsgesellschaften:

Die Aktivitäten der Gruppe sind unter der ALPINE METAL TECH GmbH gebündelt. Die wesentlichen Beteiligungen übernehmen folgende Funktionen:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Alpine Metal Tech Germany:Produktion und Vertrieb unter den Marken „Gega“, „Makra“ und „Amakon“
Alpine Metal Tech UK:Produktion und Vertrieb unter der Marke „Si- mulation“, UK Vertrieb und Service
Alpine Metal Tech North Amer.: NAFTA Vertrieb und Service
Alpine Metal Tech Taicang:China Vertrieb und Service
Alpine Metal Tech Brasil:Brasilien Vertrieb und Service
Alpine Metal Tech Denmark:lokale Serviceeinheit
IMT Intermato:Produktion und Vertrieb von Bohr-, Schleif- und Drehmaschinen unter der Marke „Inter-
mato“

8. Forschung und Entwicklung, Expansion und Innovation:

Im Jahr 2025 wurde die Entwicklung neuer Produktlösungen sowie neuer Maschinengenerationen weiter vorangetrieben.

Schwerpunkte der kommenden Jahre sind:

• Weiter- und Neuentwicklung von Produkten im Radbereich • Optimierung von Bearbeitungs-, Markier- und Lesesystemen im Stahlsektor • Ausbau des Produktportfolios im Bereich Advanced Technology (Automatisierung, Robotik, Prüfsysteme) • Evaluierung neuer Einsatzbereiche für die vorhandene Technology • Aktive Akquisitions- und Kooperationsstrategie

Investitionen:

9.

Die Sachanlagenzugänge betreffen im Wesentlichen Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie einen Teststand für Brennertests. Bei immateriellen Vermögenswerten gab es keine Zugänge. Derzeit sind auch künftig keine wesentlichen Investitionen geplant.

10. Konkurrenz:

Durch kontinuierliche Weiterentwicklung von Produkten und Vertriebsstrukturen konnte die Marktposition im europäischen Wettbewerb behauptet und international weiter gestärkt werden.

11. Ausblick:

Für das Geschäftsjahr 2026 wird insbesondere in den Bereichen Steel und Advanced Technology eine Umsatzsteigerung erwartet. Die Maschinenlieferungen sind bereits zu 69 % (Vorjahr: 32 %) durch Aufträge abgesichert. Entscheidend für die Zielerreichung wird der Auftragseingang im ersten Quartal sein. Aufgrund der verbesserten Bauteilverfügbarkeit und kürzerer Durchlaufzeiten für kleinere Maschinen wird eine Stabilisierung bis zum zweiten Quartal erwartet.

Der Bereich Steel wird voraussichtlich über dem Vorjahresniveau liegen, insbesondere durch die Auslieferung einer Schienenprüflinie. Für Automotive wird eine weitere Markterholung erwartet. Advanced Technology soll weiter ausgebaut werden. Für das Life-Cycle-Business wird ein Umsatzniveau auf Vorjahresniveau erwartet.

Insgesamt rechnet die Gesellschaft für 2026 mit einem positiven Ergebnis und der Erreichung der Budgetziele.

Die Geschäftsentwicklung wird weiterhin stark von geopolitischen Entwicklungen (Ukraine-Russland, China-Taiwan, Iran-USA, US-Zollpolitik) sowie von der Industrieentwicklung in Europa (Energiepreise, Lohnkosten, Fachkräftemangel) beeinflusst.

Regau, am 17. März 2026

Dr. Christian Preslmayr CEO

Mag. Dietmar Zieher CFO

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