Inhaltsverzeichnis
Saisonverlauf
In der Vor-Order für das Geschäftsjahr 2024/25 (nachfolgend GJ) hat sich ein vorsichtiges Agieren unserer Partner gezeigt. Insbesondere die Bereiche Nordic und Tour verzeichneten einen schwachen Auftragseingang in der Vor-Order. Insgesamt führte dies im GJ 2024/25 zu einem signifikanten Mengenrückgang. Zurückzuführen ist diese Entwicklung unter anderem auf die nach wie vor hohen Lagerbestände – bedingt durch die hohen Bestellvolumina während Corona sowie einen reduzierten Durchverkauf in der Saison 2023/24 infolge eines schwachen Winterverlaufs – bei gleichzeitig reduziertem Nachfrageverhalten infolge der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Der Winterverlauf in der Saison 2024/25 zeigte ein heterogenes Bild. In Europa und Skandinavien war dieser geprägt durch milde Temperaturen und geringe Schneelagen bis hinauf ins Hochgebirge. Die Schneesituation in Nordamerika war vor allem im Westen und bedingt durch die Höhenlagen gut, im Osten war der Winter ebenfalls mild und schneelos. Asien und insbesondere Japan hatte einen sehr guten, schneereichen Winter.
Zusammengefasst ein aus Alpin Sicht ansprechender Winter. Der Skitourismus selbst und damit auch der Alpinsport funktionierte sehr gut, die mittlerweile vorliegenden Wirtschafts-/Branchendaten bestätigen insbesondere für Europa Zuwächse im Vergleich zur Vorsaison. In den USA zeigt sich hingegen ein leichter Marktrückgang.
Die Segmente Langlauf und Tour verzeichneten infolge des milden Winters in allen wesentlichen Regionen einen schwachen Durchverkauf. Die Saison 2024/25 brachte daher keine Trendwende. Insgesamt zeigt sich, dass die erwartete Lagerbereinigung und damit Markterholung nach wie vor andauert. In Skandinavien verstärkt sich diese Entwicklung durch spürbare Kaufzurückhaltung infolge des Ukraine Krieges.
Oben angeführte Rahmbedingungen führten zu einem stark reduzierten Gesamtumsatz in Höhe von 119,7 Mio. im GJ 2024/25. Verglichen mit dem Vorjahr (149,9 Mio.) zeigt sich eine Reduktion in Höhe von 20,1 %. Infolge des starken Umsatzrückganges und der dadurch verursachten negativen Ergebnisauswirkungen wurden im Laufe des Jahres Maßnahmen zur Anpassung der Strukturkosten umgesetzt. Dies umfasste u.a. Personalfreisetzungen im Bereich Angestelte und Arbeiter sowie weitere Einsparungen im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Trotz der ergriffenen Maßnahmen zeigt sich ein klar negatives Ergebnis im GJ 2024/25.
Der andauernde Kriegskonflikt in der Ukraine hatte in Bezug auf den operativen Betrieb am Produktionsstandort in der Ukraine keine negativen Auswirkungen. Für weiterführende Informationen wird auf das Kapitel Risikobericht verwiesen.
Engagement im Spitzensport
Das Engagement im Sports-Marketing (Spitzensport) ist für Fischer Sports seit vielen Jahren das wesentliche Tool, um die nötige Sichtbarkeit und ein positives Markenimage für die beiden Marken Fischer und OneWay zu generieren. In der vergangenen Saison standen mehrere Großereignisse auf dem Programm, bei welchen unsere Marken gut in Szene gesetzt wurden. Ein Highlight war die Alpine Heim-WM in Saalbach mit den WM-Titel von Raphael Haaser im Riesentorlauf. Bei der Nordischen WM in Trondheim war Fischer ebenso wie bei der Biathlon WM in Lenzerheide die dominierende Ski- und Schuhmarke und mit OneWay als Stockmarke top präsent. WM Erfolge und gute Sichtbarkeit konnten wir außerdem im Bereich Skitouren und Freestyle Skiing verbuchen.
Umsatz- und Ergebnisentwicklung
Im Vergleich zum Vorjahr mit einem Umsatz iHv 149,9 Mio. wurde im GJ 2024/25 ein Umsatzniveau iHv 119,7 Mio. erreicht. Betreffend der Gründe für diesen Rückgang siehe auch Kapitel „Saisonverlauf“.
| Umsatzerlöse (in EUR Mio.) | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 200 | 189,8 | ||||||
| 180 | 161,8 | 165,2 | |||||
| 160 143,8 | 149,9 | ||||||
| 135,9 | |||||||
| 140 | |||||||
| 119,7 | |||||||
| 113,6 | |||||||
| 120 | |||||||
| 100 | |||||||
| 80 | |||||||
| 60 | |||||||
| 40 | |||||||
| 20 | |||||||
| 0 - | |||||||
| 2017/18 | 2018/19 | 2019/20 | 2020/21 | 2021/22 | 2022/23 | 2023/24 | 2024/25 |
EBT – Ergebnis vor Steuern (in EUR Mio.)
| 25 | 21,4 | 23,2 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 20 | |||||||
| 15 | |||||||
| 10 | |||||||
| 0,6 | |||||||
| 10 | |||||||
| -10,3 | |||||||
| -15 | |||||||
| 2017/18 | 2018/19 | 2019/20 | 2020/21 | 2021/22 | 2022/23 | 2023/24 | 2024/25 |
Das EBT sank im
Jahresvergleich von EUR 1,7 Mio. auf EUR -10,3 Mio. Im historischen Jahresvergleich sind die hohen Versicherungserträge in den GJ 21/22 und 22/23 zu berücksichtigen. Bei der Geschäftsentwicklung der Fischer Sports GmbH ist zu berücksichtigen, dass die von Jahr zu Jahr unterschiedliche Gewichtung von Einzelmärkten am Gesamtumsatz zu deutlichen Schwankungen in der Profitabilität sorgen kann, da neben Verkäufen an den Einzelhandel in Osterreich und der Schweiz eigene Tochtergesellschaften in Deutschland, Frankreich, Russland und den USA beliefert werden und daneben auch Generalvertretungen in allen anderen Märkten bedient werden. Zudem können Verschiebungen im Produktmix zu diesbezüglichen Anderungen führen. Im GJ 2024/25 zeigt sich im Vergleich zum GJ 2023/24 eine leicht gestiegene Rohertragsmarge.
Finanzkapital
Das Gesamtkapital verringerte sich von EUR 159,5 Mio. um EUR 13,9 Mio. auf EUR 145,6 Mio. Der Anstieg des Anlagevermögens betrug EUR 1,5 Mio. und resultiert im Wesentlichen aus Investitionen in techn. Anlagen und Maschinen. Das Umlaufvermögen sank inklusive Rechnungsabgrenzungen von EUR 108,8 Mio. auf EUR 93,8 Mio., die Vorräte sind auf 44,7 Mio. gesunken (Vorjahr 54,1 Mio.). Dies ist zum überwiegenden Teil auf eine Verminderung der Fertigerzeugnisse im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Die Forderungen sind auf 18,0 Mio. (Vorjahr 21,4 Mio.) gesunken, die wesentlichste Reduktion betraf die Forderungen aus L&L. Guthaben bei Kreditinstituten weisen per Jahresende einen Wert von EUR 30,5 Mio. (Vorjahr EUR 32,8 Mio.) aus. Die aktiven latenten Steuern haben sich im Vergleich zum Vorjahr leicht verändert und betragen zum Stichtag EUR 2,0 Mio.
Auf der Passivseite reduzierte sich das Eigenkapital nominell von EUR 75,7 Mio. um EUR 10,5 Mio. auf EUR 65,2 Mio., die Eigenkapitalquote (= Eigenkapital / Gesamtkapital) verminderte sich von 47,5 % auf 44,8 %. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bauten sich von EUR 20,2 Mio. auf EUR 0,1 Mio. ab, mittelfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen 18,0 Mio. (VJ 0,0 Mio.). Das Nettovermögen (= Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten abzüglich Kassabestand und Guthaben bei Kreditinstituten) von EUR 12,6 Mio. im GJ 23/24 verminderte sich um EUR 0,2 Mio. im GJ 24/25. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (EUR 29,1 Mio., davon EUR 19,4 Mio. nachrangige Verbindlichkeiten gegenüber der Konzernmutter) erhöhten sich (EUR 4,9 Mio.), die sonstigen Verbindlichkeiten (EUR -1,1 Mio.) sanken geringfügig. Bei den Rückstellungen kam es zu einer Reduktion von EUR 21,3 Mio. auf EUR 18,4 Mio. Die passiven Rechnungsabgrenzungen vermindern sich auf EUR 5,8 Mio. (Vorjahr EUR 7,9 Mio.), davon betreffen EUR 5,3 Mio. bereits erhaltene Versicherungszahlungen für Reinvestitionen in Folgeperioden.
Das Working Capital (= Umlaufvermögen abzüglich kurzfristiger Rückstellungen und Verbindlichkeiten und unter Einbezug von aktiver als auch passiver Rechnungsabgrenzungsposten) hat sich um EUR 23,5 Mio. von EUR 35,3 Mio. auf EUR 58,8 Mio. erhöht. Betreffend der Entwicklung der einzelnen Positionen wird auf die Bilanz verwiesen. Die Betriebsleistung (= Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen) ist im Vorjahresvergleich von EUR 162,3 Mio. auf EUR 114,8 Mio. (EUR – 47,5 Mio.) deutlich gesunken, das Working Capital in Relation zur Betriebsleistung hat sich von 21,7 % auf 51,2 % erhöht.
Investitionen
Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände betrugen EUR 0,3 Mio. (Vorjahr EUR 0,0 Mio.). Die Investitionen in das Sachanlagevermögen sanken gegenüber dem Vorjahr um EUR 1,0 Mio. auf EUR 4,2 Mio. Die Mittel flossen sowohl in Produktionsanlagen als auch zu einem Teil in die Weiterentwicklung der Kollektion. Es gab heuer keine Investitionen in Finanzanlagen (Vorjahr EUR 0,0 Mio.).
Geldflussrechnung (Cashflow)
Der Mittelzufluss aus der operativen Tätigkeit betrug EUR + 1,8 Mio. (Vorjahr Mittelabfluss EUR -5,0 Mio.), der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit, belief sich auf EUR - 0,2 Mio. (Vorjahr Mittelabfluss EUR -1,2 Mio.). Aus der Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Mittelabfluss von EUR -3,8 Mio. (Vorjahr Mittelabfluss EUR -6,8 Mio.). Die flüssigen Mittel verringerten sich von EUR 32,8 Mio. auf EUR 30,5 Mio.
Übersicht zu den finanzwirtschaftlichen Kennzahlen
| 2023/24 | 2024/25 | Veränderung | |
|---|---|---|---|
| Finanzwirtschaftliche Kennzahlen | TEUR | TEUR | TEUR |
| Gesamtkapital | 159 462 | 145 586 | -13 876 |
| Anlagevermögen | 48 304 | 49 797 | 1 493 |
| Umlaufvermögen, Rechnungsabgrenzungen | 108 783 | 93 761 | -15 022 |
| Working Capital | 35 288 | 58 808 | 23 520 |
| Aktive latente Steuern | 2 375 | 2 028 | -347 |
| Eigenkapital | 76 678 | 66 171 | 10 607 |
| Eigenkapital in % des Gesamtkapitals | 47,5% | 44,8% | -2.7% |
| Betriebsleistung | 162 275 | 114 819 | -47 456 |
| EBITDA (EBIT+Abschreibungen+Leasing) | 4 781 | -8 107 | -12 888 |
| EBIT | 1 596 | -11 593 | -13 189 |
| EBT | 1 738 | -10 294 | -12 032 |
| Investitionen in immat. Vermögensgegenstände | 23 | 324 | 301 |
| Investitionen in das Sachanlagevermögen | 5 241 | 4 220 | -1 021 |
| Investitionen in das Finanzanlagevermögen | 0 | 0 | 0 |
| Mittelab(-zu)fluss aus betrieblicher Tätigkeit | -5 046 | 1 773 | 6 819 |
| Mittelab(-zu)fluss aus Investitionstätigkeit | -1 225 | -189 | 1 036 |
| Mittelab(-zu)fluss aus Finanz.-Tätigkeit | -6 789 | -3 834 | 2 955 |
| Veränderung des Mittelfonds | -13 060 | -2 250 | 10 810 |
| Durchschnittlicher Beschäftigungsstand (FTE) | 432 | 365 | -67 |
| Beschaftigungsstand zum Bilanzstichtay (Köpfe) | 466 | 385 | -81 |
| 2023/24 | 2024/25 | Veränderung | |
| Umsatzerlöse/Betriebsleistung | TEUR | TEUR | TEUR |
| Umsatzerlöse | 149 896 | 119 705 | -30 191 |
| Bestandsveränderung | 12 332 | -5 006 | -17 338 |
| andere aktivierte Eigenleistungen | 47 | 120 | 73 |
| Betriebsleistung | 162 275 | 114 819 | -47 456 |
("Betriebsleistung = Umsatzerlöse + Bestandsveränderung + aktivierte Eigenleistungen)
Intellektuelles Kapital
Die Marke Fischer definiert sich im Wesentlichen über Innovation und High-Tech Sportgeräte. Das entsprechende Augenmerk liegt auf den Entwicklungsbereichen, welche in Ried für Ski und in Ried als auch in Montebelluna (Italien) für Schuhe angesiedelt sind. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betragen EUR 3,0 Mio. (Vorjahr EUR 3,7 Mio.).
Risikobericht
Nach Einschätzung der Geschäftsführung sind nachfolgende Risiken als wesentlich zu klassifizieren:
Kriegsbedingte Leistungsstörung in der Ukraine
Mit dem Beginn der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine am 24.02.2022 wurde Fischer Sports gesamtheitlich und der Produktionsstandort Mukachevo im Speziellen mit einer neuen Risikosituation konfrontiert. Das Produktionswerk von Fischer befindet sich in Mukachevo, in der Region Transkarpatien im äußersten Westen der Ukraine. Die Grenze zu Ungarn ist 40 Straßenkilometer entfernt.
- Die Situation in Mukachevo ist seit Kriegsbeginn in der Ukraine ruhig, es gab und gibt keine kriegerischen Handlungen vor Ort. Aufgrund der geographischen Lage werden diese zukünftig auch nicht erwartet. - Abgesehen von der ersten Mobilisierungswelle im Frühjahr 2022, durch welche Fischer Sports betroffen war, wurden keine weiteren wesentlichen Einberufungen von Fischer Mitarbeitern vorgenommen. Fischer Sports verfügt über die für den operativen Betrieb erforderlichen Personalressourcen. - Die Durchführung des Warenverkehrs war durchgängig sichergestellt. - Die Elektrizitätsversorgung des Produktionsstandortes war im gesamten GJ 2024/25 gewährleistet. - Der operative Betrieb konnte über das gesamte GJ 2024/25 hinweg ohne nennenswerte Einschränkungen aufrechterhalten werden. - Nach Kriegsausbruch eingeführte Kapitalverkehrsbeschränkungen haben sich seither wieder weitgehend normalisiert.
Die aktuellen Entwicklungen werden weiterhin durch die Geschäftsführung der Fischer Sports GmbH in enger Abstimmung mit dem lokalen Management vor Ort beobachtet.
Unter Berücksichtigung der aktuellen Situation sowie auf Basis der seit Kriegsausbruch gewonnenen Erkenntnissen geht die Geschäftsführung von Fischer Sports davon aus, dass ein durchgängiger operativer Betrieb im GJ 2025/26 gewährleistet werden kann. Gleichzeitig kann eine temporäre Leistungsstörung im Wertschöpfungsprozess nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zerstörung von einzelnen Produktionsbereichen am Standort Mukachevo wird – mit Verweis auf die aktuell vorliegenden Informationen sowie die bisherigen Erfahrungen – aus heutiger Sicht als äußerst gering eingeschätzt.
Betriebsunterbrechungsrisiko
Die Produktionsanlagen des Unternehmens werden kontinuierlich instandgehalten und gewartet, sodass das Risiko von Betriebsstörungen oder Produktionsausfällen geringgehalten wird. Im Rahmen des Versicherungsmanagements existiert eine Betriebsunterbrechungsversicherung mit einer rollierenden Haftungszeit von 12 Monaten, bei der auch kritische Einzellieferanten mit wesentlichen Deckungssummen ausgestattet sind.
Die per Ende 02/2025 ausgelaufenen Versicherungsverträge wurden verlängert. Trotz der bestehenden Restriktionen und erschwerten Rahmenbedingungen betreffend Abschluss von Versicherungsverträgen in der Ukraine konnte für die Produktionsgesellschaft in der Ukraine eine lokale Polizze für Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden abgeschlossen werden.
Liquiditätsrisiko
Fischer Sports hat aufgrund der Saisonalität des Geschäftes, gegeben durch die Winterlastigkeit, besondere Herausforderungen bei der Steuerung der Liquidität. Auf jährlicher Basis werden mit den finanzierenden Banken Vereinbarungen getroffen, welche die Durchfinanzierung des betriebsnotwendigen Umlaufvermögens im Rahmen saisonaler Schwankungen sicherstellen. Durch entsprechende Steuerung der Geldströme wurden in den vergangenen Jahren zu keinem Zeitpunkt die von den Banken zur Verfügung gestellten Finanzierungsrahmen ausgeschöpft.
Im GJ 2024/25 war der Finanzierungsbedarf durch die bestehenden Kreditrahmen abgedeckt. Die Ausfinanzierung des GJ 2025/26 ist auf Basis des für das GJ 2025/26 erstellten Budgets nach bestem aktuellem Wissen sichergestellt.
Fremdwährungsrisiken
Die dominierende Währung in der Unternehmensgruppe ist der Euro. Zur Absicherung eines Wertverfalls der Fremdwährungen werden anlassbezogen Devisensicherungsgeschäfte (EUR-USD, EUR-CHF und EUR-RUB) abgeschlossen. In den skandinavischen Märkten, die nicht den Euro als Landeswährung haben, wird ebenfalls überwiegend in Euro fakturiert. Die Verkäufe in die USA erfolgen in USD. Dieses Währungsrisiko ist weitgehend intern durch Zukäufe aus Fernost abgesichert, die ebenfalls in USD abgewickelt werden, wobei es durch ein zeitliches Auseinanderfallen zwischen Einkäufen in USD und Verkäufen in USD dennoch zu Kursverlusten / Kursgewinnen kommen kann. Die Verkäufe in der Schweiz erfolgen in Schweizer Franken. Eine Abwertung des Schweizer Frankens stellt somit kurzfristig ein wesentliches Währungsrisiko auf der Eingangsseite dar. Ein erheblicher Teil der Produktion der Fischer Gruppe wird durch die Tochtergesellschaft Fischer Mukachevo LLC in der Ukraine erbracht. Obwohl die Fakturierung an die Fischer Sports GmbH in Euro erfolgt, besteht im Fischer Sports Teilkonzern ein signifikantes Fremdwährungsrisiko gegenüber der Kursentwicklung der ukrainischen Griwna im Verhältnis zum Euro. Das Management von Fischer Sports schenkt der Entwicklung dieses Währungspaares daher besondere Aufmerksamkeit.
Politische Risiken im Allgemeinen
Durch Exporte in ausländische Märkte erzielt Fischer Sports den Großteil seiner Umsätze. Ebenso sind die Produktion und der Einkauf im Ausland von wesentlicher Bedeutung für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Politische Instabilität, fehlende Rechtssicherheit, staatliche Diskriminierung und wirtschaftliche Sanktionen können sowohl Auslandsinvestitionen als auch den Außenhandel gefährden. Die Entwicklung in den letzten Jahren hat gezeigt, dass sich die Lage auch in scheinbar stabilen Ländern und Regionen äußerst rasch ändern kann.
Die Geschäftsführung verfolgt die politischen Risiken insbesondere in den Ländern Ukraine und Russland mit hoher Aufmerksamkeit.
Supply-Chain Risiken
Mit Verweis auf die aktuellen Rahmenbedingungen wird ein erhöhtes Augenmerk auf alle Risiken im Zusammenhang mit dem Supply-Chain Management gelegt. Besonderer Fokus liegt auf dem frühzeitigen Erkennen möglicher Materialengpässe. Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich aktuell ein wesentlich stabileres Beschaffungsumfeld.
Ausfallsrisiko Kundenforderungen
Das aktive Bewirtschaften von Kundenforderungen stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor für Fischer Sports dar. Neben laufendem Kontakt mit unseren Kunden, versichern wir einen Teil unseres Kreditrisikos. Bei Bedarf fordern wir von unseren Kunden darüber hinaus noch zusätzliche Sicherheiten. Für dennoch verbleibende Risikopositionen bilden wir entsprechende Wertberichtigungen.
Finanzinstrumente
Per Geschäftsjahresende bestehen wie im Vorjahr keine offenen derivativen Finanzinstrumente.
Nachhaltigkeit
Im GJ 2024/25 wurde der erste Fischer Nachhaltigkeitsbericht in Übereinstimmung mit den Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) veröffentlicht und steht allen Stakeholdern zur Verfügung. Die auf europäischer Ebene in Ausarbeitung befindlichen Richtlinien / Vorgaben über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) wurden dabei nach Möglichkeit bereits mitberücksichtigt. Der vorliegende Bericht ist ein klares Bekenntnis des Unternehmens, Prozesse kontinuierlich zu verbessern und das eigene Handeln noch stärker an den Bedürfnissen der Umwelt und zukünftiger Generationen auszurichten.
Schon bisher hatte Fischer Sports ein hohes Interesse daran, seine Produkte umwelt- und ressourcenschonend herzustellen. Der verantwortungsvolle Umgang mit Energie bzw. deren Rückgewinnung waren dabei stehts oberste Handlungsmaxime. Daraus resultierend erzeugt die Fertigung von Wintersportartikeln der Marke Fischer keine nennenswerten Emissionen. Ein allfälliges Umweltrisiko ist als sehr gering zu klassifizieren.
Seit nunmehr 9 Jahren erfolgt am Standort Ried die Wärmeversorgung mit Geothermie für den Niedrigtemperaturbereich und mit Erdgas für die Prozesswärme. Die Anlage wird von einer externen Firma betrieben. Neben dem eigenen Bedarf werden auch die Firmen FACC Operations GmbH und SGL Composites GmbH versorgt. Ergänzend wurde in den Jahren 2019 und 2020 am Standort in Ried eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtfläche von 1730 Quadratmeter errichtet. Mit dieser Anlage können bis zu 323.000 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt werden.
Unter Einbindung der Belegschaftsvertreter verfolgt Fischer Sports seit vielen Jahren ein Programm, um die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich zu verbessern und die Unfallrate zu senken.
Humankapital
Fischer Sports GmbH beschäftigte zum Bilanzstichtag 28. Februar 2025 385 Personen (Vorjahr 466 Personen), der durchschnittliche Beschäftigungsstand betrug 400 (Vorjahr 469). Die Beschäftigten teilten sich in 226 (Vorjahr 260) Personen im Angestelltenverhältnis und 173 (Vorjahr 206) Personen im Arbeiterverhältnis auf. Zum Geschäftsjahresende bildete die Fischer Sports GmbH 7 (Vorjahr 12) Lehrlinge im Produktions- und Verwaltungsbereich aus.
Zufriedene, motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter sind für Fischer ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Aus diesem Grund investiert Fischer Sports laufend in die Aus- und Weiterbildung der Belegschaft.
Während des Geschäftsjahres waren Herr Mag. Franz Föttinger und Herr Mag. Christian Egger als Geschäftsführer für die Gesellschaft tätig.
Ausblick
Das aktuelle wirtschaftliche Umfeld und die damit verbundene Kaufzurückhaltung ist auch in der Vor-Order für das Geschäftsjahr 2025/26 spürbar.
Dies gilt insbesondere für die Segmente Nordic und Tour, welche nach wir vor mit den Auswirkungen der hohen Lagerbestände kämpfen und insgesamt keine signifikante Erholung verzeichnen.
Das Segment Alpin kann hingegen in der Vor-Order für die Saison 2025/26 – verglichen mit dem Vorjahr – eine klare Steigerung vorweisen.
Insgesamt wird daher für das GJ 2025/26 eine Umsatzsteigerung vgl. mit GJ 2024/25 erwartet, wenngleich das erwartete Umsatzniveau noch klar unter GJ 2023/24 liegen wird.
Für die Folgejahre wird – basierend auf den aktuell positiven Entwicklungen im Segment Alpin sowie der erwarteten Markterholung in den Segmenten Nordic und Tour – von einer weiteren Umsatzsteigerung ausgegangen. Der eingeschlagene Weg zur Anpassung der Strukturkosten wird parallel dazu fortgesetzt.
Die vorsaisonale Produktion und der damit verbundene Lageraufbau im Sommer und Herbst bedingt eine alljährliche Liquiditätsbedarfsspitze in den Monaten August bis November. Diese wird überwiegend durch kurzfristige Bankkredite abgedeckt. Die Geschäftsführung geht auf Basis der Budgetplanung davon aus, dass es im Geschäftsjahr 2025/26 zu keinen finanziellen Engpässen kommen wird.
Die Konzentration auf die Kernsegmente Alpin und Nordisch (jeweils Ski und Schuh) sowie Hockey verbunden mit der Zielsetzung der technologischen Produktführerschaft wird auch im Geschäftsjahr 2025/26 innerhalb der Fischer Sports Gruppe weiter fortgesetzt. Ergänzend werden die Aktivitäten zur erfolgreichen Positionierung der Marke OneWay als eigenständige Stockmarke fortgesetzt.
Ried im Innkreis, 26. Juni 2025
Mag. Franz Föttinger
Geschäftsführer/Fischer Sports GmbH
Mag. ChristianEgger Geschäftsführer Fischer Sports GmbH