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Lagebericht 2024

VTU Engineering GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 11. Sep. 2025

Inhaltsverzeichnis

VTU Engineering GmbH – Lagebericht 2024

VTU Engineering GmbH ist Anbieter hochwertiger Engineering Dienstleistungen im Anlagenbau und liefert auch Spezialanlagen nach Kundenanforderung.

Seit dem Jahr 1990 hat sich das Unternehmen kontinuierlich vom reinen Dienstleister für das Concept- und Basic-Engineering von Pharma- und Chemieanlagen hin zum Dienstleistungskomplettanbieter entwickelt. Im Speziellen ist es gelungen in den letzten Jahren das Geschäft in der Pharmazeutischen Industrie und hier vor allem im Bereich biotechnologischer Anlagen auszubauen. Dabei werden die wesentlichsten Positionen aller Fachbereiche durch eigenes Personal oder erprobte Partner abgedeckt, um so eine Dienstleistung hoher Qualität in allen Bereichen sicherzustellen. Dadurch ist das Unternehmen in der Lage, vom Kleinprojekt für Einzelaufgaben bis hin zu Generalplanungsaufträgen die gesamte Bandbreite an Dienstleistungsaufträgen im Anlagenbau anzubieten. Aufgrund der Entwicklung der VTU Engineering GmbH können die angeführten Dienstleistungen für Investitionen bis € 1 Milliarde bzw. Auftragsvolumina von größer € 50 Mio. von der VTU Engineering GmbH abgewickelt werden.

Aufgrund der Kompetenz der Mitarbeiter:innen und vor allem der Möglichkeit, im Konzernverbund auch Entwicklungsaufträge abzuwickeln, liefert die VTU Engineering GmbH auch maßgeschneiderte Spezialanlagen auf Basis von Kundenanforderungen. Beispiele dafür sind Anlagen zur Rückgewinnung von Ethanol für pharmazeutische Prozesse, Anlagen zur Abwasser- oder Abgasreinigung oder Teilanlagen für biotechnologische und pharmazeutische Prozesse.

Geschäftsverlauf und Geschäftsergebnis

Das Ergebnis im Geschäftsjahr 2024 hat die Erwartungen, aufgrund von einigen gut laufenden Großprojekten und der Steigerung im Baseload Geschäft gegenüber dem Vorjahr, voll erfüllt.

Die Betriebsleistung der VTU Engineering GmbH im Geschäftsjahr 2024 betrug € 72,1 Millionen und sank damit um 4,9% gegenüber dem Vorjahr. Der Hauptgrund hierfür liegt in der Reduktion von Zukaufsleistungen für Kundenprojekte, welche an den Kunden weiterverrechnet werden. Durch die Weiterführung des kontinuierlichen Ausbaus von firmeninternen Kompetenzen und Ressourcen zeigt die Betriebsleistung somit abermals ein stabiles Niveau.

Der durchschnittliche Mitarbeiterstand im Jahr 2024 betrug in Österreich 415 (Vorjahr: 439) und in Rumänien 41 (Vorjahr: 41), gesamt somit 456 (Vorjahr: 480).

Wie schon in den Vorjahren wurden weitere Investitionen in interne Projekte im gesamten Bereich des Engineering und des Projektmanagements getätigt sowie Maßnahmen im Qualitätsmanagement zur Absicherung der Qualität der Dienstleistungen durchgeführt.

Das Betriebsergebnis im Jahr 2024 hat sich mit € 4,6 Millionen wieder ins positive gedreht nach einem negativen Betriebsergebnis im Jahr 2023. Der Grund hierfür ist ein stabiler Verlauf der Großprojekte in 2024 und der Wegfall von Sonderzahlungen aufgrund des Eigentümerwechsels 2023.

Die Betriebsstätte in Rumänien konnte im Jahr 2024 wieder ein positives Ergebnis erzielen. Das Nearshoring Konzept wird auch in Zukunft weiter ausgebaut – der durchschnittliche Mitarbeiterstand im Jahr 2024 betrug 41 (im Vorjahr: 41) – und trug entsprechend positiv im Konzernverbund bei.

Die VTU Engineering Schweiz AG, eine 100% Tochter der VTU Engineering GmbH, konnte das Wachstum aufgrund des schwierigen Marktumfeldes im Jahr 2024 nicht fortsetzen. Die Eigenleistung sank um 12,2% gegenüber dem Vorjahr.

Der Markt der VTU Engineering Italia S.r.l, eine 100% Tochter der VTU Engineering GmbH, konnte nach einem herausragenden Jahr 2023 nochmals ein deutliches Wachstum im Jahr 2024 verbuchen. Die VTU Engineering Italia S.r.l steigerte u.a. die Eigenleistung um 8,5% im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr.

Mit der VTU Automation GmbH wurde Mitte 2020 ein Unternehmen in der Branche EMSR und Automatisierung in den VTU Verbund als Tochter der VTU Engineering GmbH erworben. Die Gesellschaft konnte 2024 die Eigenleistung um 11,7% und das Adjusted EBITDA mit 19,9% deutlich anheben.

Die VTU Engineering GmbH hat Mitte 2021 die ifss GmbH erworben. Dadurch wurde eine Erweiterung der Wertschöpfungskette in den Bereichen OPEX und Process Excellence vorgenommen sowie zusätzliches Know-how in den Bereichen Beratung, Projektmanagement und Prozessoptimierung hinzugefügt. Die IFSS GmbH konnte den Umsatz aus dem Vorjahr aufgrund des schwierigen Marktumfeldes nicht halten. Der Ausblick auf das Jahr 2025 ist aufgrund des unveränderten Marktumfeldes nach wie vor verhalten. Dementsprechend erfolgte eine Abwertung der Beteiligung um € 2,87 Millionen.

Personalwesen

Im Mittelpunkt der internen Aktivitäten stehen in allen Geschäftsjahren die Mitarbeiter:innen. Im Geschäftsjahr 2024 lag der Fokus im Aufbau einer tragfähigen und aktiven HR-Arbeit auf Konzernebene, der Integration der neuen Unternehmensteile und neuer Mitarbeiter:innen, sowie der Aus- und Weiterbildung. Auf dem Arbeitgebermarkt tritt die VTU Engineering GmbH offen und mit den notwendigen Mitteln und Maßnahmen auf.

Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage und Effizienzsteigerungsmaßnahmen wurde der Mitarbeiterstand innerhalb des Jahres 2024 um 60 Mitarbeiter reduziert.

Finanzkennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
in TEURGJ 2023 GJ 2024
Umsatzerlöse66.09256.601
Bestandsveränderung5.73519.218
Sonstige betriebliche Erträge32657
Betriebsleistung72.15275.876
Betriebsergebnis4.622-6.705
Ergebnis vor Steuern5.616-4.772
Ergebnis nach Steuern5.011-4.592
Mitarbeiter
(Jahresschnitt)
incl. Betriebsstätten456480
Mitarbeiter
(Jahresende)
incl. Betriebsstätten434494
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
20242023
EK-Quote
(Eigenkapital / Gesamtkapital)46,8%44,2%
EK-Rentabilität
(Ergebnis vor Steuern / Ø Eigenkapital)26,7%-27,5%
Working Capital
(kurzfristige Aktiva - kurzfristige Passiva)€4.452.210,05€212.068,61
Working Capital Ratio
(Working Capital / Umlaufvermögen)16,3%0,9%

Der Cash-Flow setzt sich wie folgt zusammen:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
in EURGJ 2024GJ 2023
Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit€ 5.441.427,69- € 7.242.669,90
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit€ 4.165.122,34- € 2.989.724,61
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit- € 7.902.981,85€ 12.505.675,68

Forschung und Entwicklung

In der VTU Engineering GmbH werden neben Aktivitäten zur Weiterentwicklung von Biodieselverfahren im Auftrag der BDI – BioEnergy International GmbH, Projekte zur Auftragsforschung für diverse andere Kunden betreut.

Risiken der Geschäftsgebarung

Für die VTU Engineering GmbH ist das wesentlichste Risiko ein Abschwächen der Konjunktur, sofern diese zu Umsatzminderungen der operativen VTU Unternehmen führt. Dieses Risiko ist aber als branchenüblich zu bezeichnen und dem wurde und wird mit intensiven Vertriebsaktivitäten durch einen unabhängigen Vertrieb sowie allen Niederlassungs- und Gruppenleitern der VTU Unternehmen begegnet. Durch das gestiegene Auftragsvolumen im Service/Baseload-Bereich der operativen VTU Unternehmen ist die Ressourcenauslastung auf eine breitere Basis gestellt worden, birgt aber in absolutem Maße ein höheres Liquiditätsrisiko. Aufgrund der Größe der Unternehmensgruppe ist das relative Ausmaß jedoch als niedrig und branchenüblich zu bewerten. Durch den seit Jahren sehr erfolgreich betriebenen Ressourcenausgleich über Ländergrenzen hinweg werden die Auslastungsschwankungen der einzelnen Länderzentralen übergeordnet gesteuert und dadurch das Risiko von lokaler, geringerer Auslastung weiter minimiert.

Das Gewährleistungs- und Haftungsrisiko aus Projekten wird grundsätzlich durch eine verpflichtende Risikoanalyse bereits in der Angebotsphase und eine Vertragsprüfung in der Phase des Auftragsabschlusses minimiert. Eine regelmäßige Bewertung der Risiken findet während der Projektausführung in verpflichtenden Steeringmeetings statt. Des Weiteren wird das Haftungsrisiko durch eine an die Risiken des eigenen Angebotsportfolios angepasste Planungs- und Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt. Alle Projekte unterliegen gemäß ihrer Kategorisierung einem Freigabeprozess, der bei größeren Aufträgen auch die Zustimmung des Aufsichtsrates erfordert.

Dem aus dem Geschäftsbetrieb ableitbaren Liquiditätsrisiko wird durch eine revolvierende Liquiditätsplanung und genaue Beobachtung der Auslastung der Mitarbeiter:innen begegnet. Großaufträge selbst werden monatlich einer Analyse unterzogen, um technische und finanzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen gegen Fehlentwicklungen einleiten zu können.

Trotz allem können Projektrisiken oder personelle Veränderungen in Projekten aufgrund von Abgängen von Mitarbeiter:innen nicht immer vorhergesehen, sondern nur abgeschwächt werden. Um das laufende Geschäft ständig richtig zu beurteilen und Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen, finden regelmäßige Sitzungen der Geschäftsleitung sowie der Leiter der operativen Geschäftseinheiten statt, in denen die aktuelle Auftragslage, Personalbelange, Risiken und Fragen der Liquidität und Finanzierung besprochen werden.

Externe Reviews des Rechnungswesens, die Erstellung von Monats-, Quartals- und Jahresabschlüssen sowie die mindestens einmal pro Quartal stattfindenden Sitzungen des Aufsichtsrats der VTU Gruppe, in welchen alle Tochterunternehmen überprüft werden, tragen zum Minimieren der Risiken der Gesellschaft bei.

Finanzinstrumente

Es werden keine derivativen Finanzinstrumente im Unternehmen eingesetzt.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2025

Die Aussicht auf das kommende Geschäftsjahr ist für den österreichischen Markt getrübt, da die sehr hohen Investitionen der vergangenen Jahre nicht im selben Ausmaß zu sehen sind. Die Dichte an Großinvestitionen in Osterreich der letzten drei Jahre kann für die kommenden Jahre nicht erwartet werden, wobei die organisatorische Ausrichtung der funktionalen Einheiten eine verstärkte Unterstützung der übrigen Gesellschaften der VTU Gruppe zulässt bzw. Projekte auch im nahen Ausland, z.B. Slowenien, umgesetzt Werden. Im bisherigen Geschäftsjahr 2025 zeigt sich die Auslastung der ersten Wochen knapp unter dem geplanten Niveau. Aktuell werden zahlreiche kleinere, mittlere und einige Großprojekte – auch im Konzernverbund für andere Unternehmen der Gruppe – abgearbeitet.

Der Fokus der Geschäftsausrichtung liegt in der Ausrichtung auf die Pharma-Industrie als Komplettanbieter für Engineering-Dienstleistungen, als auch auf Chemie-, Petrochemie- und Prozessindustrie. Die konzerninterne Zusammenarbeit zur vollumfassenden Projektbearbeitung wird weiter fortgesetzt. Der Mix aus Service/Baseload-Business und Großprojekten ist ein Garant für eine durchgehend hohe Auslastung. Eine Weitere Vertiefung der Wertschöpfungskette insbesondere im Bereich technische Gebäudeausstattung und Architektur wird weiter vorangetrieben.

Der Ausblick für die Betriebsstätte Bukarest ist positiv, vor allem, weil konzerninterne Projekte in Rumänien abgewickelt werden und das lokale Geschäft in Rumänien zusätzlich zur positiven Entwicklung beitragen Wird. Die physische Präsenz von rumänischen Kolleg:innen bei größeren Projekten vor Ort, erhöht ihre Sichtbarkeit und stärkt ihre internationale Erfahrung. Ein weiterer Personalaufbau ist in Rumänien für das Geschäftsjahr 2025 geplant undein positives Ergebnis wird erwartet. Klares Ziel ist es, am lokalen rumänische Markt Projekte zu lukrieren und die Auslastung sicherzustellen.

Wir sehen zum aktuellen Zeitpunkt keine wesentlichen negativen Einflüsse der Krise in der Ukraine sowie der Sanktionen gegen Russland und Belarus auf laufende Projekte, welche eine Auswirkung auf den aktuellen Abschluss der VTU Engineering GmbH haben.

Die Aussichten auf das kommende Geschäftsjahr sind stabil. Die Pipeline ist ausreichend gefüllt und lässt die VTU Engineering GmbH stabil in das neue Geschäftsjahr starten. Es wird ein leichtes Wachstum der Umsatzerlöse und ein positives Ergebnis erwartet.

Raaba-Grambach, am 27.03.2025

Die Geschäftsführung

V

DI Thomas Miklautsch

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