Inhaltsverzeichnis
ifw mould tec GmbH
1. Allgemeines
100% Eigentümer der ifw mould tec GmbH ist die ifw Manfred Otte GmbH. Die ifw Manfred Otte GmbH fungiert seit dem 1.1.2007 als Holding.
Die ifw mould tec GmbH beschäftigt sich mit der industriellen Fertigung von Spritzgussformen für die Kunststoffindustrie. Dabei ist ifw mould tec GmbH ein Nischenproduzent, der auf Werkzeuge für Kunststoffrohrverbindungen (Fittings) spezialisiert ist und in diesem Bereich über 50 Jahre Erfahrung verfügt. Werkzeugtechnologie auf höchstem Niveau gemeinsam mit hohen Qualitätsstandards machen das Unternehmen seit Jahren international erfolgreich. Trotz hoher Standardisierung sind sämtliche Werkzeuge Unikate, die nach den Bedürfnissen der Kunden konstruiert und gefertigt werden (Auftragsfertigung).
2. Rahmenbedingungen
Neben den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen (insbesondere in der EU, jedoch auch global) ist ifw im Werkzeugbau vom Investitionsverhalten der Kunden abhängig. Auch die Innovationsbereitschaft der Kunden spielt eine wesentliche Rolle, da ifw aufgrund des vorhandenen Know-hows in der Branche als Spezialist für die Entwicklung von Werkzeugen für neue Produkte gilt. Aufgrund der schmalen Nische und des relativ kleinen Marktes sind Marktdaten für jene Segmente, in denen sich ifw bewegt, nicht vorhanden.
3. Geschäftslage und finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Die Geschäfts- und Ertragslage im Jahr 2025 zeigt ein sehr angespanntes Marktumfeld und eine Baubranche, die sich noch immer in einer Krise befindet. Im Geschäftsjahr 2025 konnten die budgetierten Planzahlen (Umsatz und Ergebnis) nicht erreicht werden. Gründe dafür waren, dass es zu Terminverschiebungen bei der Werkzeugerstellung und Werkzeugauslieferung gekommen ist. Diese Verschiebungen hatten unterschiedliche Gründe. Der Auftragseingang war im Gesamtjahr 2025 auf einem guten Niveau. Insbesondere Aufträge aus dem DACH-Raum haben dazu beigetragen, dass die Auslastung ab dem zweiten Halbjahr 2025 sehr gut war.
Die hohen Personalkostensteigerungen der letzten Jahre haben das Kostenniveau nach oben getrieben. Die weiter andauernde Krise am Bau und die zögernden Auftragsvergaben unserer Kunden haben dazu geführt, dass die Deckungsbeiträge bei den neuen Aufträgen geringer ausgefallen sind und Auftragsverhandlungen länger und finanziell belastender verliefen.
Die Auslastung in der Produktion der ifw mould tec war im ersten Halbjahr 2025 auf einem mittleren Niveau. Ab dem zweiten Halbjahr war eine gute Auslastung vorhanden, und es wurden wieder Überstunden durchgeführt. Der Urlaubs- und Zeitausgleichsstand ist daher im Geschäftsjahr 2025 wieder deutlich aufgebaut worden.
Durch die branchenübergreifende schwierige wirtschaftliche Situation war im Jahr 2025 qualifiziertes Personal am Arbeitsmarkt verfügbar. Es wurden gezielte Personalanpassungen durchgeführt. In Summe ist der Personalstand und die Personalsituation als stabil einzustufen.
Die Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens kann als gesichert bezeichnet werden. Einzelne Kennzahlen zum 31.12.2025 lassen sich wie folgt zusammenfassen:
| In TEUR | Geschäftsjahr | Vorjahr |
|---|---|---|
| Eigenmittelquote nach URG | 46,3% | 45,2% |
| Rohergebnis | 13.568 | 11.129 |
| EBITDA | 973 | -132 |
| Ergebnis vor Steuern | -212 | -1.103 |
| Umsatzrentabilität | -1,7% | -8,3% |
| Kapitalflussrechnung nach der AFRAC-Stn 36: | ||
| Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | 670 | -759 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -939 | -782 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 0 0 | -800 |
Ein wichtiger Erfolgsfaktor und nicht finanzieller Leistungsfaktor sind unsere Mitarbeiter. Die hausinterne Ausbildung von Lehrlingen ist dabei ein wesentlicher Faktor. Ab dem Jahr 2023 wurde die Lehrlingsausbildung neu und besser aufgestellt.
Der Personalstand bei den Lehrlingen wurde kontinuierlich erhöht. Ab Mitte 2025 ist ein zweiter Lehrlingsausbildner eingestellt worden. Dieser Ausbildungsbereich hat sich über die letzten Jahre zu einer sehr guten Abteilung entwickelt, die auch Serienaufträge abbildet. Dadurch ist ein deutliches Zeichen für die Zukunft gesetzt worden.
Investiert wurde vor allem in die Modernisierung des Maschinenparks im Bereich Fräsen und Drehen.
4. Bericht über Zweigniederlassungen
Es werden keine Zweigniederlassungen unterhalten.
5. Forschung und Entwicklung
Ziel der Forschung und Entwicklung ist es technische Lösungen zu finden die eine hohe Produktqualität garantieren. Komplett neuartige und innovative Konzepte sollen entscheidende Vorteile für die Kunden bringen und deren Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Es ist gelungen Verfahren zu entwickeln die am Gesamtmarkt, auch bei Mitbewerbern, bisher nicht bekannt waren. Diese Verfahren werden bei uns stets weiterentwickelt, um eine breiteres Produktportfolio anbieten zu können.
Für die durchgeführte Forschung und Entwicklung wird eine öffentliche Förderung in Form der Forschungsprämie beantragt.
Werkzeugkonzepte im Bereich 2k Technologie wurden konstant erweitert, ebenso Konzepte mit Umlege-Verfahren. In diesen Bereichen sehen wir Zukunftschancen für die ifw mould-tec.
6. Finanzinstrumente / Risikomanagement
Die Ausfallrisiken werden durch die Absicherung der meisten außereuropäischen Geschäfte mittels Kontrollbank-Garantie, Bankgarantie, Dokumenten-Akkreditiv und Vorauskassa entsprechend geringgehalten, wobei für jedes Projekt eine eigene Kombination abhängig vom jeweiligen Land und Kunden erstellt wird. Die meisten unserer westeuropäischen Kunden weisen eine gute oder ausgezeichnete Bonität auf, größere Überfälligkeiten bei den Außenständen sind nicht vorhanden. Es ist zu erwarten, dass wie bisher alle mit unseren Kunden abgeschlossenen Teilzahlungsvereinbarungen termingerecht eingehalten werden.
7. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Wichtig für ifw mould tec wird es sein, mit Produkt- und Technologieneuheiten die Innovationsund Technologieführerschaft unter Beweis zu stellen.
Die intensive Marktbearbeitung durch den Vertrieb und Marketingmaßnahmen sollten dazu beitragen, dass die geplanten Umsätze erreicht werden können. Personelle Verstärkung ist im Vertrieb ab 2026 zugesichert.
Es gibt für das Geschäftsjahr 2026 eine interessante Anzahl an potentiellen Projekten, die unsere Kunden umsetzen möchten.
Die Betreuungsintensität unserer Kunden ist sehr groß, regelmäßige persönliche Präsenz vor Ort ist sehr wichtig.
Unser Ziel ist auch weiterhin in den nächsten Jahren im angestammten Markt zu wachsen, andererseits aber auch neue Geschäftsfelder zu entwickeln, um die Abhängigkeit von der Baukonjunktur zu verringern. Diese neuen Geschäftsfelder möchten wir in Zukunft einerseits durch den Ausbau unseres After-Sales Angebotes und andererseits mit der Zusatzleistung von einfachen Automatisierungslösungen erschließen. Dieser Ausbau ist 2025 noch nicht erfolgt und daher für 2026 ein gestecktes Ziel.
Um das Unternehmen am Stand der Technik zu halten und die Effizienz weiter zu steigern sind neben zahlreichen internen Optimierungsmaßnahmen auch im Jahr 2026 weitere höhere Investitionen geplant.
Das Managementteam der ifw mould tec beobachtet die Entwicklung regelmäßig, um auf Auftragsschwankungen reagieren zu können. Der Auftragseingang lag im Jahr 2025 mit € 21 Mio. deutlich über den Vorjahren. Durch bereits angearbeitete Aufträge zum 31.12.2025 (siehe Bestandsveränderung) ist sichergestellt, dass im ersten Halbjahr 2026 eine Vollauslastung in fast allen Abteilungen vorhanden ist. Die schlechte Konjunktur am Bau, insbesondere in Deutschland, bewirkt jedoch, dass unsere Kunden länger abwarten, bis Investitionen getätigt werden. Wir agieren daher ebenso vorsichtig.
Personell ist kein Aufbau vorgesehen. Durch hausinterne Lehrlingsausbildung sollen zukünftig freie Positionen besetzt werden.
Die Planbarkeit ist weiterhin sehr schwierig, regelmäßige Kundengespräche sind von hoher Bedeutung, um einen besseren Blick nach vorne zu erhalten.
Ein Aufschwung im Bausektor wird prognostiziert, jedoch ist der Zeitpunkt schwer vorherzusagen.
Die gute finanzielle Situation und eine Eigenmittelquote von 46,3% per 31.12.2025 sollte helfen größere Probleme zu vermeiden. Mittelfristig bleibt die konjunkturelle Lage der größte Unsicherheitsfaktor.
Micheldorf, am 13. März 2026
Mag. Gerald Neudeck Geschäftsführer