Inhaltsverzeichnis
AKTIE UND UNTERNEHMENSSTRUKTUR
Die Hutter & Schrantz Stahlbau AG wurde am 20.10.2006 ins Firmenbuch eingetragen. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt EUR 1.500.000,-- und ist in 1.500.000 auf Inhaber lautende Stückaktien geteilt. Die Aktien der Gesellschaft sind im ungeregelten Markt des Mid Market-Segments (MTF) der Wiener Börse gelistet.
Die Hutter & Schrantz Stahlbau AG hält jeweils 90 % der Anteile an der Haslinger Stahlbau GmbH in Feldkirchen sowie an der Claus Queck GmbH in Düren, Deutschland und 51 % an der Oberhofer Stahlbau Ges.m.b.H. Insgesamt umfasst die Hutter & Schrantz Stahlbau-Gruppe elf Gesellschaften. Die Hutter & Schrantz Stahlbau AG erbringt Beratungs- und Managementleistungen in den Bereichen Finanzierung, Controlling und Strategie für ihre Tochterunternehmen.
WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Entwicklung von Gesamtwirtschaft und Branchenumfeld
Die Weltwirtschaft war im Jahr 2025 weiterhin durch eine Vielzahl an Herausforderungen geprägt. Zwar wirkten rückläufige Leitzinsen und eine gegenüber den Höchstständen der Vorjahre niedrigere Inflation grundsätzlich stabilisierend, gleichzeitig belasteten geopolitische Spannungen, eine schwache Industriekonjunktur in Europa, erhöhte Standortkosten und eine zurückhaltende Investitionstätigkeit die wirtschaftliche Dynamik.
Vor diesem Hintergrund blieb das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2025 verhalten. Auch in Europa war die wirtschaftliche Entwicklung von einer nur schrittweisen Erholung geprägt. Hohe Lohn- und Finanzierungskosten sowie Unsicherheiten im Zusammenhang mit Energiepreisen, internationalen Handelsbeziehungen und geopolitischen Konflikten wirkten sich weiterhin dämpfend auf Investitionen und Konsum aus.
Die konjunkturellen Rahmenbedingungen in Österreich waren auch im Jahr 2025 besonders herausfordernd. Die wirtschaftliche Entwicklung war von einer schwachen Industrieproduktion, einer weiterhin gedämpften Baukonjunktur und zurückhaltenden Investitionen geprägt. Die Bauinvestitionen blieben trotz niedrigerer Zinsen und des Auslaufens der KIM-Verordnung mit 30. Juni 2025 unter Druck.
GESCHÄFTSVERLAUF
Die Kapazitäten der Hutter & Schrantz Stahlbau-Gruppe waren im Geschäftsjahr 2025 über das gesamte Jahr hinweg zufriedenstellend ausgelastet. Lediglich einzelne Abteilungen von Tochterunternehmen waren vorübergehend nicht voll ausgelastet.
Der Stahlbaumarkt war der schwierigen Lage entsprechend weiterhin äußerst angespannt. Der Konkurrenzdruck durch am Markt vorhandene Überkapazitäten hielt an. Eine nachhaltige Entspannung dieser Lage war im Berichtsjahr noch nicht erkennbar.
Die Einkaufspreise entwickelten sich im Jahr 2025 im Vergleich zu den Vorjahren nur leicht volatil. Bei einzelnen Vormaterialien kam es weiterhin zu Preisbewegungen. Die Verfügbarkeit der wesentlichen Materialien war im Vergleich zu den Krisenjahren grundsätzlich gegeben, wenngleich bei einzelnen Spezialmaterialien längere Lieferzeiten nicht ausgeschlossen werden konnten.
BERICHT ÜBER DIE ZWEIGNIEDERLASSUNGEN
Es bestehen keine Zweigniederlassungen.
ENTWICKLUNG DER BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN
Haslinger Stahlbau GmbH
Die Haslinger Stahlbau GmbH ist ein 1949 gegründetes, europaweit renommiertes Stahlbauunternehmen mit Sitz in Feldkirchen. Mit 5 Standorten in Österreich, Deutschland und Ungarn zählt das Unternehmen zu den leistungsfähigsten Stahlbauunternehmen Europas und realisiert die Visionen internationaler Auftraggeber aus zahlreichen Branchen.
Die wirtschaftliche Lage der Haslinger Stahlbau GmbH im abgelaufenen Jahr 2025 kann als sehr gut bezeichnet werden. Das Jahr war bei der Haslinger Stahlbau GmbH geprägt von sehr guter Auslastung in den Bereichen der Fertigung und der nachgeschalteten Montage der angelieferten Stahlkonstruktionen auf den Baustellen.
Der Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf TEUR 112.792 (Vorjahr: TEUR 112.492). Der Auslandsumsatz betrug TEUR 102.359 (Vorjahr: TEUR 72.956), während die Inlandsumsätze TEUR 12.421 erreichten (Vorjahr: TEUR 40.178).
Die Betriebsleistung belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf TEUR 105.555 (Vorjahr: TEUR 101.687). Das Ergebnis vor Steuern betrug TEUR 8.405 (Vorjahr: TEUR 6.067).
Im Inland lag der Schwerpunkt weiterhin auf dem architektonischen und konstruktiven Stahlbau für Industrie und Gewerbe, dem Brückenbau für Kommunen und die öffentliche Hand sowie der Realisierung von Bahnhofsumbauten und U-Bahnstationen als Teil- Generalunternehmer. Der Auslandsumsatz wurde insbesondere durch Projekte im Brückenbau, im Industrie- und Gewerbebau sowie durch weitere Großprojekte in ausgewählten europäischen Märkten erzielt.
Durch die strategische Fokussierung auf ertragreichere Geschäftsfelder und durch Optimierungen im operativen Geschäftsablauf sollen auch künftig Ergebnisse erzielt werden, die über dem Branchenschnitt liegen.
Das ungarische Werk Haslinger Acélszerkezetépítö Kft mit Sitz in Dunavécse konnte das Geschäftsjahr 2025 erneut positiv abschließen. Der Umsatz belief sich auf EUR 24,57 Mio. (Vorjahr: EUR 24,57 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern betrug EUR 2,04 Mio. (Vorjahr: EUR 1,41 Mio.).
Claus Queck GmbH
Die Claus Queck GmbH ist auf die Herstellung und den Vertrieb von Stahlkonstruktionen aller Art spezialisiert. Das Angebot umfasst nach einer strategischen Neuausrichtung insbesondere Projekte für den Infrastrukturbau (Brücken und Lärmschutz), Stahlbau für Industrie und Gewerbe sowie den Anlagenbau sowie architektonischen Stahlbau. Der Fokus der Aktivitäten liegt im Wesentlichen auf dem deutschen Markt, die Claus Queck GmbH ist aber auch für ausgewählte Auftraggeber und Aufträge international tätig.
Mit 19,4 Mio. EUR (Vorjahr: 16,7 Mio. EUR) ist der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Der Auftragsbestand zum 31.12.2025 beträgt 17,4 Mio. EUR (Vorjahr: 13,8 Mio. EUR).
Die Claus Queck GmbH erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 9,1 Mio. EUR (Vorjahr: 15,0 Mio. EUR). Insbesondere aufgrund einer sehr schwankenden Produktionsauslastung und einer Vielzahl von verschobenen Infrastrukturprojekten hat die Gesellschaft das Geschäftsjahr mit einem negativen Ergebnis von -2,5 Mio. € (Vorjahr: +0,1 Mio. €) abgeschlossen. Aufgrund dieses negativen Ergebnisses hat die Claus Queck GmbH in Abstimmung mit der Muttergesellschaft ein umfangreiches Restrukturierungskonzept eingeleitet, welches mittel- bis langfristig die Grundlage für die Rückkehr in ein dauerhaft positives operatives Ergebnis darstellen soll.
Oberhofer Stahlbau Ges.m.b.H.
Die Oberhofer Stahlbau GmbH ist in den Bereichen gewerblicher Hochbau, Errichtung von Seilbahnstationen und Aussichtsplattformen, Sanierung historischer Stahlbauten, Errichtung von Sportstätten und Brückenbau tätig.
Der Geschäftsverlauf im Jahr 2025 war weiterhin durch eine anhaltende
Investitionszurückhaltung in der Baubranche geprägt. Der Umsatz reduzierte sich von EUR 9,01 Mio. im Jahr 2024 auf EUR 8,50 Mio. im Jahr 2025. Trotz dieses Umsatzrückgangs konnte das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden: Nach rund EUR - 783 TEUR im Jahr 2024 belief sich dieses im Jahr 2025 auf rund EUR -131 TEUR.
Die Ergebnisverbesserung ist einerseits auf die Wirkung bereits im Vorjahr eingeleiteter Kostenmaßnahmen zurückzuführen. Andererseits wirkten sich ein verbessertes Projektmanagement, insbesondere im Bereich Claim- und Nachtragsmanagement, sowie eine verbesserte Projektselektion und höhere Margen bei neu akquirierten Projekten positiv auf das operative Ergebnis aus. Damit wurde im Vergleich zu den Jahren 2021 bis 2024 erstmals wieder eine signifikante Verbesserung des operativen Ergebnisses erzielt.
Das Ergebnis nach Steuern lag 2025 bei EUR +182 TEUR. und verbesserte sich damit – trotz weiter gestiegener Zinsbelastung – gegenüber dem Vorjahr 2024 (-940 TEUR) um EUR 1,12 Mio.
FINANZIELLE UND NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
ERTRAGSLAGE
Die Umsatzerlöse der Hutter & Schrantz Stahlbau AG beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf TEUR 240 (Vorjahr: TEUR 320).
Das Ergebnis nach Steuern beträgt TEUR 3.125 (Vorjahr: TEUR 1.795).
VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Bilanzsumme zum 31.12.2025 belief sich auf TEUR 19.590 (Vorjahr: TEUR 19.547).
KENNZAHLENANALYSE
| 2025 | 2024 | ||
|---|---|---|---|
| Eigenkapital x 100 Eigenkapital- | |||
| Gesamtkapital quote | % | 72,8 | 70,4 |
| Jahresüberschuss x 100 | |||
| Return On Equity Ø Eigenkapital | % | 22,29 | 12,84 |
| Jahresüberschuss | |||
| Earnings per Share Ø Anzahl der Aktien | EUR | 2,09 | 1,20 |
| Dividenden- Dividende x 100 | |||
| Aktienkurs rendite | % | 6,78 | 9,62 |
NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Bei den Bestrebungen nach wirtschaftlichem Erfolg werden soziale und ökologische Belange nicht außer Acht gelassen. Die Hutter & Schrantz Stahlbau AG hat unter anderem das Ziel, glaubwürdig und integer zu sein. Kundenzufriedenheit sowie gegenseitige Wertschätzung und Respekt haben höchste Priorität.
Mitarbeiter
Die Mitarbeiter der Hutter & Schrantz Stahlbau AG leben die gemeinsamen Werte des Unternehmens – unter Berücksichtigung von regionalen Besonderheiten und Traditionen. Die Zahl der Mitarbeiter ist im Geschäftsjahr 2025 von 561 in 2024 auf 568 Mitarbeiter gestiegen. Nach wie vor sind rund 60 % der Mitarbeiter in Österreich beschäftigt.
Die Personalstrategie des Konzerns sieht die Förderung und Weiterbildung der Mitarbeiter sowie eine möglichst geringe, zumindest branchenübliche Fluktuation vor.
Ökologische Aspekte
Der Hutter & Schrantz Stahlbau AG liegt ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt und die Schonung von Ressourcen am Herzen. Es wird eine Balance zwischen ökonomischen und ökologischen Zielen geschaffen. Umweltaspekte werden wo möglich stets berücksichtigt, beispielsweise bei Einkaufsentscheidungen.
RISIKOBERICHTERSTATTUNG
Die Hutter & Schrantz Stahlbau AG und ihre Tochtergesellschaften sind den branchentypischen Geschäftsrisiken ausgesetzt. Diese beinhalten im Wesentlichen die Forderungsausfalls-, Preisänderungs-, Beteiligungs- und operationelle Risiken.
Die Gefahr von Forderungsausfällen wird durch Investitionsgüterversicherungen in Zusammenarbeit mit einem bekannten Anbieter von Kreditversicherungen begegnet. Bei Großprojekten wird individuell ein geeignetes Absicherungsinstrument gewählt.
Dem Risiko der Änderung des Stahlpreises begegnet unsere Gruppe durch entsprechende Vertragsgestaltung mit Lieferanten und Kunden. Um sich die Verfügbarkeit von Stahlträgern und -blechen zu sichern, kommt der Pflege langfristiger Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten eine wesentliche Rolle zu.
Zur betriebswirtschaftlichen Steuerung und Überwachung der Beteiligungen werden entsprechende Instrumente des Controllings eingesetzt. Dem operationellen Risiko wird durch ein internes Kontrollsystem (IKS) Rechnung getragen. So wurden für eventuelle Forderungen Rückstellungen gebildet.
Zur Absicherung gegen steigende Fremdkapitalzinsen werden derzeit keine wesentlichen Instrumente eingesetzt. Darüber hinaus werden in der Gruppe keine weiteren derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
Die Geschäftsleitung bedient sich zur Risikoüberwachung verschiedener betriebswirtschaftlicher Instrumente, um Chancen und Risiken frühzeitig identifizieren zu können. Durch regelmäßiges Berichtswesen werden die Entscheidungsträger über die Belange der Gesellschaften informiert.
DAS JAHR 2026
Für das Jahr 2026 wird von einer weiterhin nur schrittweisen konjunkturellen Erholung ausgegangen. Niedrigere Finanzierungskosten können die Rahmenbedingungen für die Baukonjunktur verbessern; gleichzeitig bleiben hohe Lohn- und Standortkosten, geopolitische Risiken, eine zurückhaltende Investitionstätigkeit sowie ein intensiver Wettbewerb wesentliche Unsicherheitsfaktoren.
In Österreich wird weiterhin mit einem angespannten Arbeitsmarkt gerechnet, auch wenn sich die Auswirkungen der anhaltenden Konjunkturschwäche in einzelnen Branchen bemerkbar machen. Der Mangel an Fachkräften bleibt eine wesentliche Herausforderung für die österreichische Wirtschaft. Die im Vergleich zu anderen Ländern in Europa stärker gestiegenen Lohnkosten belasten weiterhin die internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Bei den Materialeinstandspreisen wird für 2026 von einer insgesamt [stabilen/leicht steigenden/volatilen] Entwicklung ausgegangen. Die Verfügbarkeit der wesentlichen Materialien sollte grundsätzlich gegeben sein, Lieferprobleme können jedoch bei einzelnen Sondermaterialien weiterhin auftreten.
Bei den Absatzpreisen wird aufgrund anhaltender Überkapazitäten am Markt in Kombination mit einer geringen Anzahl an Großprojekten weiterhin von einem hohen Marktdruck durch die Vielzahl der Mitbewerber auszugehen sein.
Unser Schwerpunkt wird nach wie vor darauf gerichtet sein, durch weitere Organisationsund Ablaufverbesserungen, insbesondere die Optimierung der Beschaffung und Logistik sowie durch eine Weiterentwicklung der Prozessabläufe in der Technik, Produktion und Montage, eine Effizienzsteigerung an den eigenen Fertigungsstandorten zu erreichen, um wie bisher positive Erträge zu erwirtschaften.
Aufgrund der nach wie vor herausfordernden Lage ist momentan kein zuverlässiger Ausblick auf die Ergebnisse unserer Beteiligungen im Geschäftsjahr 2026 möglich. Wir gehen jedoch davon aus, dass diese teilweise unter den Ergebnissen des Geschäftsjahres 2025 liegen können. Auch negative Ergebnisse bei einzelnen Beteiligungen im Jahr 2026 können zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten werden in der Hutter & Schrantz Stahlbau-Gruppe im Produktbereich im notwendigen Umfang, zum Teil auch nur projektabhängig, durchgeführt.
Im Jahr 2025 sind keine nennenswerten bzw. separat erfassbaren derartigen Aufwendungen angefallen.
BERICHT ÜBER DEN BESTAND SOWIE DEN ERWERB UND DIE VERÄUSSERUNG EIGENER ANTEILE
Bezüglich eigener Anteile wird auf die Angabe „Eigenkapital“ im Anhang verwiesen.
ANGABEN ZU KAPITAL-, ANTEILS-, STIMM- UND KONTROLLRECHTEN UND DAMIT VERBUNDENEN VEREINBARUNGEN
Das Grundkapital der Hutter & Schrantz Stahlbau AG beträgt zum 31. Dezember 2025 EUR 1.500.000,00 (Vorjahr: EUR 1.500.000,00) und ist in 1.500.000 (Vorjahr: 1.500.000) auf Inhaber lautende Stückaktien geteilt. Stimmrechtsbeschränkungen bestehen nicht (1 Aktie entspricht 1 Stimme). Dem Konzern sind keine Vereinbarungen ihrer Aktionäre bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien beschränken bzw. besondere Kontrollrechte haben.
Die HSV GmbH, Wien, hält mehr als 10 % am Grundkapital der Gesellschaft.
Wien, am 26. Juni 2026
Der Vorstand:
gez.: Dr. Hans Heinz Martin Heing gez.: Martin Heinz
fore the ne