Inhaltsverzeichnis
Allgemein
Im Folgenden wird immer wieder Bezug auf gesamte Unternehmensgruppe Resch & Frisch (im Folgenden „Konzern“) eingegangen. Dies ist deshalb erforderlich, da aufgrund der umfangreichen konzerninternen Verflechtungen eine isolierte Betrachtung einzelner Gesellschaften nicht zweckmäßig ist und zu verzerrten Aussagen führen würde.
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Rahmenbedingungen als Ausgangspunkt für die Analyse
Konjunkturverlauf
| BIP, real (Privater Konsum) | Verbraucherpreise | Arbeitslosenquoten | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schätzung | Prognose | Prognose | Schätzung | Prognose | Prognose | Schätzung | Prognose | Prognose | |
| 2025 | 2026 | 2027 | 2025 | 2026 | 2027 | 2025 | 2026 | 2027 | |
| DEUTSCHLAND | 1,1 | 0,9 | 0,8 | 2,2 | 2,1 | 2,4 | 3,6 | 3,6 | 3,5 |
| ITALIEN | 0,5 | 0,4 | 0,7 | 1,8 | 1,7 | 1,8 | 6,2 | 6,0 | 6,0 |
| ÖSTERREICH | 0,7 | 0.9 | 1,2 | 3,6 | 2,6 | 2,2 | 5,8 | 5,7 | 5,7 |
Quelle: OECD Economic Outlook (December 2025)
Die wirtschaftliche Entwicklung in den für den Konzern wesentlichen Märkten Deutschland, Italien und Osterreich zeigt für den Zeitraum 2025 bis 2027 ein insgesamt moderat wachsendes, jedoch regional unterschiedlich ausgeprägtes Bild. Während in Deutschland und Italien nur geringe Zuwächse des realen privaten Konsums erwartet werden, prognostiziert die OECD für Osterreich eine allmähliche Belebung (2025: 0,7 %, 2026: 0,9 %, 2027: 1,2 %). Gleichzeitig geht die Inflation in allen drei Ländern weiter zurück, wobei Österreich nach einem noch höheren Niveau im Jahr 2025 (3,6 %) bis 2027 auf 2,2% absinkt. Die Arbeitslosenquoten bleiben insgesamt stabil, mit sehr niedrigen Werten in Deutschland sowie leicht höherem, aber konstantem Niveau in Italien und Osterreich. Insgesamt ergibt sich damit ein Umfeld mit verhaltenem, jedoch stabilem Konsumverhalten und zunehmender preislicher Normalisierung, was für den Lebensmittelhandel sowohl Chancen durch realen Nachfrageanstieg als auch Herausforderungen durch intensiven Wettbewerb und begrenzte Preisweitergaben mit sich bringt.
Rohstoffmärkte
Die Entwicklung der für die Backwarenproduktion maßgeblichen Rohstoffmärkte blieb im Berichtszeitraum von moderaten, jedoch weiterhin spürbaren Preis- und Verfügbarkeitsrisiken geprägt. Wesentliche Einsatzstoffe wie Getreide, Mehl, Zucker, pflanzliche und tierische Fette sowie Eier unterlagen aufgrund globaler Ernteergebnisse, geopolitischer Unsicherheiten und wetterbedingter Schwankungen einer erhöhten Volatilität.
Während einzelne Rohstoffgruppen im Jahresverlauf leichte Preisrückgänge verzeichneten, blieben die Einkaufspreise im historischen Vergleich auf einem erhöhten Niveau. Für den Konzern, der sowohl frische Backwaren als auch tiefgekühlte Teiglinge produziert und damit in mehreren rohstoffintensiven Prozessstufen tätig ist, wirkten sich diese Entwicklungen unmittelbar auf die Herstellkosten aus.
Resch&Frisch Österreich GmbH
Die Energiepreise zeigten zwar eine gewisse Entspannung gegenüber den Vorjahren, blieben jedoch volatil und hatten aufgrund der energieintensiven Back- und Kühlprozesse des Konzerns eine wesentliche Bedeutung für die Produktions- aber auch für die Logistikkosten. Insgesamt erforderten die Marktbedingungen ein aktives Rohstoff- und Lieferantenmanagement, langfristige Beschaffungsstrategien sowie kontinuierliche Effizienzmaßnahmen entlang der Wertschöpfungskette.
Geschäftsverlauf
Hinweis zur Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr
Die Resch&Frisch Back’s Zuhause GmbH wurde rückwirkend zum 31.12.2024 im Wege einer Verschmelzung zur Aufnahme auf die Resch&Frisch Osterreich GmbH (vormals Resch&Frisch-Gastrovertriebs GmbH) übertragen. Dabei ging das Vermögen der übertragenden Gesellschaft als Ganzes im Rahmen der Gesamtrechtsnachfolge auf die übernehmende Gesellschaft über, ohne dass eine Liquidation stattfand. Die Verschmelzung erfolgte unter Inanspruchnahme der steuerlichen Begünstigungen des Art. I UmgrStG.
Absatzentwicklung
Die Umsatzerlöse erhöhten sich im
Berichtsjahr insgesamt von € 43.907.879,33 (2024) um
€ 38.994.511,45 (+ 88,8 %) auf € 82.902.390,78 (2025) und stellen sich im Detail wie folgt dar:
| 2025 | 2024 | Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR | 6 | EUR | 6 | EUR | 6 | |
| Back- und Handelswaren | 82.691.859,16 | 99,7% | 43.343.851,60 | 98.7% | 39.348.007,56 | 90.8% |
| Consultingerlöse | 199.214,38 | 0.2% | 0,00 | 0,0% | 199.214,38 | k. A. |
| Dienstleistungserlöse | 11.317,24 | 0,0% | 564.027,73 | 1,3% | -552.710,49 | -98,0% |
| Summe | 82.902.390,78 | 100,0% | 43.907.879,33 | 100,0% | 38.994.511,45 | 88.8% |
Die größte Veränderung ist in den Back- und Handelswaren zu verzeichnen, die von € 43.343.851,60 (2024) um € 39.348.007,56 (+ 90,8%) auf € 82.691.859,16 (2025) angestiegen sind. Diese Entwicklung steht mit der im Geschäftsjahr 2025 erfolgten Umgründung im unmittelbaren Zusammenhang.
Darüber hinaus werden unter den Umsatzerlösen erstmals Consultingerlöse erfasst, die im Zusammenhang mit einer Umgliederung von Dienstleistungserlöse auf Consultingerlöse stehen.
Die Dienstleistungserlöse haben sich gegenüber dem Vorjahr von € 564.027,73 (2024) um € 552.710,49 (- 98,0%) auf € 11.317,24 (2025) reduziert. Begründet ist dies durch eine organisatorische Anderung innerhalb der gesamten Firmengruppe, wodurch seitens der Gesellschaft durchgeführte Konzerndienstleistung in andere Gesellschaften ausgelagert wurden.
Resch&Frisch Österreich GmbH
Entwicklung des Geschäftsergebnisses
Der Jahresüberschuss erhöhte sich im Berichtsjahr insgesamt von € 1.660.585,71 (2024) um € 1.135.415,47 (+ 68,4%) auf € 2.796.001,18 (2025) und stellt sich im Detail wie folgt dar:
| 2025 | 2024 | Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| EUR | 6 | EUR | 6 | EUR | 6 | |
| Betriebsergebnis | 3.512.435,10 | 125,6% | 2.036.190,96 | 122.6% | 1.476.244,14 | 72.5% |
| Finanzergebnis | 64.684,08 | 2,3% | 139.948,53 | 8.4% | -75.264,45 | -53,8% |
| Ergebnis vor Steuern | 3.577.119,18 | 127,9% | 2.176.139,49 | 131,0% | 1.400.979,69 | 64.4% |
| Steuern vom Einkommen | -781.118,00 | -27,9% | -515.553,78 | -31,0% | -265.564,22 | 51,5% |
| Ergebnis nach Steuern | ||||||
| (= Jahresüberschuss) | 2.796.001,18 | 100,0% | 1.660.585,71 | 100,0% | 1.135.415,47 | 68.4% |
Das Betriebsergebnis verbesserte sich im Berichtsjahr von € 2.036.190,96 (2024) um € 1.476.244,14 (+ 72,5%) auf € 3.512.435,10 (2025). Die nachstehende Ubersicht stellt die Zusammensetzung dieser Veränderung dar, die maßgeblich durch die im Geschäftsjahr durchgeführten Umgründungen beeinflusst war.
| 2025 | |
|---|---|
| Veränderungen zum Vorjahr | EUR |
| Umsatzerlöse | 38.994.511,45 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 85.450,56 |
| Materialaufwendungen | -19.957.960,26 |
| Personalaufwendungen | -9.651.533,24 |
| Abschreibungen | -314.513,32 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -7.679.711,05 |
| Gesamtveränderung Betriebsergebnis | 1.476.244,14 |
Die in der Übersicht dargestellten Veränderungen zeigen, dass die im Geschäftsjahr 2025 erfolgte Umgründung das Betriebsergebnis wesentlich beeinflusst hat.
Im Berichtsjahr erhöhte sich die Belastung an Steuern vom Einkommen von € 515.553,78 (2024) um € 265.564,22 (+ 51,5%) auf € 781.118 (2025). Dieser Anstieg ergibt sich vor allem aus dem höheren steuerpflichtigen Ergebnis im Geschäftsjahr 2025.
Resch&Frisch Österreich GmbH
Finanzielle Leistungsindikatoren1
Ertraqslage
Big Picture
| Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2025 zu 2024 | ||||
| 2025 | 2024 | in EUR | in % | |
| Umsatz | 82.902.391 | 43.907.879 | 38.994.511 | 88.8% |
| Ergebnis vor Steuern | 3.577.119 | 2.176.139 | 1.400.980 | 64.4% |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 3.715.175 | 2.367.652 | 1.347.523 | 56.9% |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern und | ||||
| Abschreibungen (EBITDA) | 4.173.272 | 2.511.235 | 1.662.036 | 66.2% |
| Betriebsergebnis | 3.512.435 | 2.036.191 | 1.476.244 | 72,5% |
| Umsatzrentabilität (in %) | 4,5% | 5.4% | ||
| Eigenkapitalrentabilität (in %) | 59,9% | 40.1% | ||
| EBITDA-Marge (in %) | 5,0% | 5,7% |
Einzelpositionen im Verhältnis zum Umsatz
| 2025 | in | % | 2024 | in | % |
|---|---|---|---|---|---|
| 82.902.391 Umsatz | 100,0% | 43.907.879 100,0% | |||
| Materialaufwendungen 44.465.116 | 53,6% | 24.507.156 | 55,8% | ||
| Personalaufwendungen 18.821.913 | 22,7% | 9.170.379 | 20,9% | ||
| Sonstige betriebliche Aufwendungen 16.088.623 | 19,4% | 8.408.912 | 19,2% | ||
Die wesentlichen Veränderungen der Ertragslage betreffen alle die im Geschäftsjahr 2025 durchgeführte Umgründung.
¹ Die Formeln zur Berechnung der Kennzahlen werden als Beilage zum Lagebericht dargestellt.
Vermögenslage
Big Picture
| Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2025 zu 2024 | ||||
| 2025 | 2024 | in EUR | in % | |
| Bilanzsumme | 15.837.165 | 9.774.000 | 6.063.165 | 62,0% |
| Eigenkapital | 7.581.487 | 5.429.980 | 2.151.508 | 39,6% |
| verzinsliches Fremdkapital | ||||
| (ohne Verbundene UN) | 1.512.474 | 937.112 | 575.362 | 61,4% |
| Flüssige Mittel | 980.311 | 179.095 | 801.216 | 447,4% |
| Umlaufvermögen mit einer RLZ < 1 Jahr | 13.915.576 | 9.286.316 | 4.629.260 | 49.9% |
| Fremdkapital mit einer RLZ < 1 Jahr | 6.748.423 | 3.406.908 | 3.341.515 | 98,1% |
| Nettoverschuldung (in EUR) | 532.163 | 758.017 |
|---|---|---|
| Nettoverschuldungsgrad (in %) | 7,0% | 14,0% |
| Working Capital (in EUR) | 7.167.153 | 5.879.408 |
| Eigenkapitalquote (in %) | 47,9% | 55,6% |
Die wesentlichen Veränderungen der Vermögenslage betreffen alle die im durchgeführte Umgründung.
Geschäftsjahr 2025
Finanzlage
Big Picture
| Veränderung | ||||
|---|---|---|---|---|
| 2025 zu 2024 | ||||
| 2025 | 2024* | in EUR | in % | |
| Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | 3.124.069 | 3.212.327 | -88.258 | -2.7% |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | 2.064.864 | -131.972 | 2.196.836 | -1664,6% |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -4.387.717 | -3.207.188 | -1.180.529 | 36.8% |
| zahlungswirksame Veränderung der | ||||
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 801 216 | -126.833 | 928.049 | -731,7% |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am | ||||
| Beginn der Periode | 179.095 | 305.928 | -126.833 | -41,5% |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | ||||
| am Ende der Periode | 980.311 | 179.095 | 801.216 | 447,4% |
*Berücksichtigend Anpassungen iZm der Umgründung
Die wesentlichen Anderungen in der Finanzlage ergeben sich aus der 2025 durchgeführten Umgründung und Veränderungen von Forderungen und Verbindlichkeiten innerhalb des Konzernverbundes.
Bericht über die Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft hatte im Geschäftsjahr 2025 keine Zweigniederlassungen.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Im Folgenden werden die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren dargestellt. Die Ausführungen beziehen sich auf die gesamte Unternehmensgruppe der Resch & Frisch Gruppe (im Folgenden „Konzern“), da aufgrund der umfangreichen konzerninternen Verflechtungen eine isolierte Betrachtung einzelner Gesellschaften nicht zweckmäßig ist und zu verzerrten Aussagen führen würde.
Umweltbelange
Der Konzern verfolgt seit mehreren Jahren einen systematischen Ansatz zur Weiterentwicklung seiner ökologischen und sozialen Verantwortung. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der kontinuierlichen Verbesserung der Ressourceneffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In der Produktion wurden Maßnahmen zur Optimierung des Energieverbrauchs umgesetzt, darunter Investitionen in moderne, energieeffiziente Anlagentechnik sowie laufende Optimierungsprojekte im Bereich der Ofentechnologie und Kälteversorgung. Strom wird bereits zur Gänze aus erneuerbaren Quellen bezogen, ergänzend wird der Anteil der unternehmenseigenen Energieerzeugung aus schrittweise ausgebaut. Ziel ist es, die Abhängigkeit von volatilen Energiemärkten zu reduzieren und gleichzeitig den CO2-Fußabdruck der Produktion nachhaltig zu senken.
Auch im Bereich der Rohstoffbeschaffung verfolgt der Konzern klare Nachhaltigkeitsgrundsätze. Der Fokus liegt auf einer möglichst regionalen und verlässlichen Lieferantenstruktur, um Transportwege kurz zu halten und die Rückverfolgbarkeit der eingesetzten Rohstoffe zu gewährleisten. Ein Teil der eingesetzten Getreideprodukte stammt aus kontrollierten und qualitätsgesicherten Bezugsquellen, wodurch ökologische Aspekte sowie verantwortungsvolle Anbaumethoden stärker berücksichtigt werden. Ergänzend dazu werden laufend Initiativen zur Reduktion von Lebensmittelabfällen in der Produktion und im Filialbetrieb umgesetzt, unter anderem durch verbesserte Produktionsplanung, optimierte Portionierung und den Einsatz moderner Kühltechnologien. Lebensmittel, die trotz dieser Maßnahmen nicht mehr für den Verkauf geeignet sind, jedoch einwandfrei konsumierbar bleiben, werden nach Möglichkeit nicht entsorgt, sondern im Rahmen bestehender Kooperationen an soziale Einrichtungen gespendet. Auf diese Weise leistet der Konzern einen zusätzlichen Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Unterstützung gesellschaftlicher Initiativen.
Im Bereich Verpackung arbeitet Resch&Frisch kontinuierlich daran, den Einsatz recyclingfähiger sowie recycelter Materialien schrittweise auszubauen. Als Hersteller von Back- und Feinbackwaren für Haushalt, Handel und Gastronomie kommt Verpackungen dabei eine zentrale Rolle zu – sowohl im Hinblick auf Produktqualität, Lebensmittelsicherheit und Haltbarkeit als auch auf Umweltwirkungen. Die bestehenden Verpackungskonzepte werden regelmäßig hinsichtlich Materialeinsatz, Schutzfunktion, Umweltwirkung und gesetzlicher Anforderungen evaluiert. Durch gezielte Designanpassungen, Materialoptimierungen sowie den Einsatz leichterer oder alternativer Verpackungslösungen konnten bereits erste Verbesserungen erzielt werden, ohne dabei Kompromisse bei Produktsicherheit oder Funktionalität einzugehen. Darüber hinaus wird die Umstellung interner Verpackungen auf Mehrweggebinde vorangetrieben und auch der Einsatz von Verpackungen bei Lieferantinnen und Lieferanten kritisch überprüft.
Resch&Frisch Österreich GmbH
Arbeitnehmerbelange
Die Mitarbeitenden sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Resch&Frisch Systems. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf einer strukturierten Personal- und Organisationsentwicklung, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen, zu binden und systematisch weiterzuentwickeln.
Ausbildung und Fachkräftesicherung
Mit der Inbetriebnahme des Lehrlingsausbildungszentrums im Wirtschaftsjahr 2019 wurde die interne Fachkräfteentwicklung deutlich gestärkt. Die praxisorientierte Ausbildung ermöglicht den gezielten Aufbau handwerklicher und lebensmitteltechnologischer Kompetenzen.
Im Berichtsjahr befanden sich 43 Lehrlinge in 10 Lehrberufen in Ausbildung, überwiegend in Kernbereichen wie Bäckerei, Konditorei und Lebensmitteltechnologie. Moderne Ausbildungsstrukturen, individuelle Betreuung und ergänzende Schulungsmaßnahmen bilden die Grundlage für eine langfristige Fachkräftesicherung.
Personalentwicklung und Qualifizierung
Die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden erfolgt über ein strukturiertes Qualifizierungsangebot. Dieses unterstützt sowohl die fachliche als auch die persönliche Weiterentwicklung und stärkt die Organisationskompetenz und Wissenssicherung.
Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement
Als lebensmittelproduzierendes Unternehmen gesetzeskonforme Arbeitsbedingungen. gewährleistet Resch&Frisch sichere und Präventionsmaßnahmen, regelmäßige Sicherheitsunterweisungen und eine umfassende Dokumentation erfüllen die Anforderungen relevanter ISO-Normen sowie gesetzlicher Vorgaben. Zusätzlich fördern Programme zur betrieblichen Gesundheitsvorsorge die langfristige Arbeitsfähigkeit der Arbeitnehmer:innen.
Die Mitarbeitendenstruktur stellt sich wie folgt dar:
| durchschnittliche Anzahl der | ||
|---|---|---|
| Vollzeitäquivalente | 2024 2025 | |
| Arbeiter | 0 | |
| Angestellte | 226 | 157 |
| Summe | 226 | 157 |
| Geschlechter in % | 2025 2024 | |
| Frauen | 44% | 34% |
| Männer | 56% | 66% |
| Summe | 100% | 100% |
Integriertes Managementsystem und relevante ISO-Zertifizierungen
Der Konzern verfügt über ein umfassendes Managementsystem, das in den Bereichen Qualität, Lebensmittelsicherheit, Umwelt, Energie sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz systematisch aufgebaut und durch international anerkannte ISO-Zertifizierungen abgesichert ist. Die bestehenden Managementansätze und Zertifizierungen werden schrittweise in einem integrierten Managementsystem (IMS) zusammengeführt und in einem zentralen IMS-Handbuch dokumentiert. Ziel ist es, einheitliche Strukturen, klare Zuständigkeiten und eine konsistente Steuerung der nichtfinanziellen Belange sicherzustellen.
Im Bereich Qualitätsmanagement ist der Konzern nach ISO 9001:2015 zertifiziert. Das Zertifikat umfasst die Herstellung und Verpackung tiefgekühlter und vorgebackener Backwaren sowie Snackprodukte und ist bis 16. Dezember 2028 gültig. Die Lebensmittelsicherheit wird durch ein eigenständiges Managementsystem nach ISO 22000:2018 gewährleistet, dass die Herstellung von Brot, Gebäck, Feinbackwaren und Snackprodukten abdeckt. Das Zertifikat war bis 16. Dezember 2025 gültig; eine Rezertifizierung wurde initiiert.
Darüber hinaus betreibt der Konzern ein Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem nach ISO 45001:2018, welches die Bereiche Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Belieferung von Gastronomie und Hotellerie, Heimzustellung sowie Filialbetrieb umfasst und bis 9. April 2027 zertifiziert ist. Ergänzend ist ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001:2015 für die Bereiche Produktion, Vertrieb sowie Filial- und Heimservice implementiert und ebenfalls bis 9. April 2027 gültig.
Zur systematischen Steuerung energiebezogener Aspekte verfügt der Konzern zudem über ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001, welches die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz sowie die Uberwachung und Bewertung energiebezogener Prozesse sicherstellt. Die bestehenden Zertifizierungen belegen den strukturierten, dokumentierten und extern überprüften Ansatz des Konzerns. Durch die Integration dieser Systeme in das IMS-Handbuch wird eine konsolidierte Steuerung, eine verbesserte Transparenz sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung der ökologischen, sozialen und unternehmerischen Verantwortung unterstützt.
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Die voraussichtliche Entwicklung der Resch & Frisch Osterreich GmbH wird maßgeblich durch die Nachfrageentwicklung in den belieferten Absatzmärkten sowie durch kostenrelevante Rahmenbedingungen bestimmt. Insbesondere die Entwicklung der Energie-, Rohstoff- und Personalkosten stellt auch im Prognosezeitraum einen wesentlichen Einflussfaktor auf die Ertragslage dar.
Die Resch&Frisch Gruppe erwartet für das kommende Geschäftsjahr eine Absatzmenge leicht über dem Niveau des Jahres 2025. Das Wachstum soll insbesondere durch die gezielte Verdichtung der B2B-Verkaufsgebiete, eine verstärkte Akquisitionskampagne im B2C-Bereich sowie zusätzliche Absatzimpulse aus den im Jahr 2025 gewonnenen frische Kunden und -Kundinnen, insbesondere im Gesundheitswesen und öffentlichen Einrichtungen, erzielt werden.
Für die kommenden Geschäftsjahre geht der Konzern von einer weiterhin stabilen Nachfrage nach hochwertigen Back- und Feinbackwaren im Haushalts- und Gastronomiebereich aus. Trends wie Convenience, verlässliche Produktqualität, einfache Zubereitung und verantwortungsvoll hergestellte Lebensmittel unterstützen die strategische Ausrichtung. Die Zusammenarbeit mit Handels- und Vertriebspartnern wird weiterentwickelt, um saisonale Nachfrageschwankungen besser auszugleichen und die Versorgungs- und Planungssicherheit zu erhöhen.
Der strategische Fokus liegt weiterhin auf den Heimmärkten, in denen die Marktposition und regionale Verankerung gestärkt werden sollen. Ergänzend werden ausgewählte Pilotprojekte zur Internationalisierung geprüft, um neue Marktpotenziale in begrenztem Umfang zu erschließen.
Das wirtschaftliche Umfeld bleibt von volatilen Rohstoff- und Energiepreisen sowie Unsicherheiten in Lieferketten geprägt. Durch langfristige Beschaffungsstrategien, Effizienzmaßnahmen in der Produktion und kontinuierliche Prozessoptimierungen sieht sich der Konzern jedoch gut aufgestellt, diesen Herausforderungen zu begegnen.
Resch&Frisch bekennt sich klar zum Produktionsstandort und versteht sich als stabiler und verlässlicher Arbeitgeber in der Region. Sichere und ausgewogene Produkte, hohe Liefertreue sowie langfristige Partnerschaften mit Handel, Gastronomie und Endkundinnen und -kunden bilden die Grundlage für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Konzerns.
Zum Zeitpunkt der Berichterstellung sind die konkreten finanziellen Auswirkungen der genannten Faktoren auf die Geschäftsentwicklung des Unternehmens noch nicht verlässlich quantifizierbar.
Resch&Frisch Österreich GmbH
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Im Folgenden werden die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten dargestellt. Die Ausführungen beziehen sich auf die gesamte Unternehmensgruppe der Resch & Frisch Gruppe (im Folgenden „Konzern“), da aufgrund der umfangreichen konzeninternen Verflechtungen eine isolierte Betrachtung einzelner Gesellschaften nicht zweckmäßig ist und zu verzerrten Aussagen führen würde.
Risikobeurteilungsprozess
Die Identifikation, Bewertung und Steuerung interner und externer Risiken erfolgt im Konzern im Rahmen eines ganzheitlichen Risikomanagements. Dabei werden finanzielle ebenso wie ökologische, soziale und Governance-bezogene Risiken (ESG-Risiken) berücksichtigt, sofern sie für die Geschäftstätigkeit, die Lieferkette oder wesentliche Anspruchsgruppen von Bedeutung sind. Die nachhaltigkeitsbezogenen Risiken werden dabei in einem übergeordneten Kontext betrachtet und aus den jeweiligen Einzelbewertungen der relevanten Fachbereiche abgeleitet.
Die interne und externe Kommunikation von Risiken basiert nicht auf einem einzelnen Instrument, sondern setzt sich aus mehreren aufeinander abgestimmten Elementen zusammen. Dazu zählen neben dem Konzernberichtswesen auch der Nachhaltigkeitsbericht. Im operativen Bereich wird das Risikomanagement durch ein strukturiertes Berichtswesen unterstützt. Monatliche Auswertungen, Kostenstellen- und Profitcenterberichte, relevante Key Performance Indicators (KPIs), vierteljährliche Hochrechnungen sowie regelmäßige Geschäftsführersitzungen ermöglichen eine laufende Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklung und liefern zugleich wichtige Informationen für die Beurteilung nichtfinanzieller Risiken.
Das konzernweite Risikomanagement ist eng mit dem integrierten Managementsystem (IMS) verzahnt. Die nach internationalen ISO-Standards zertifizierten Managementsysteme in den Bereichen Qualität, Lebensmittelsicherheit, Umwelt, Energie sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz stellen strukturierte Prozesse, klare Verantwortlichkeiten und dokumentierte Kontrollmechanismen zur Verfügung. Die relevanten Inhalte werden schrittweise in einem zentralen IMS-Handbuch zusammengeführt und bilden eine wesentliche Grundlage für die systematische Steuerung von Risiken, einschließlich ESG-bezogener Fragestellungen.
Ergänzend dazu ist ein Internes Kontrollsystem (IKS) implementiert, das durch definierte Kontrollen und Prüfschritte zur Risikominimierung beiträgt. Zur weiteren Stärkung der Governance-Strukturen wurde im September 2024 ein Beirat eingerichtet, dessen unabhängige Mitglieder eine beratende und überwachende Funktion gegenüber der Geschäftsführung wahrnehmen und auch bei der Beurteilung strategischer sowie nachhaltigkeitsbezogener Risiken eingebunden sind.
Die im Lagebericht dargestellten wesentlichen Risiken betreffen primär klassische unternehmerische Risiken mit finanzieller Relevanz. Sofern diese Risiken zugleich ESG-bezogen sind oder wesentliche Nachhaltigkeits-Risiken betreffen, wird darauf hingewiesen.
Risken iZm der Beschaffung von Rohstoffen und Lieferketten
Beschreibung: der Konzern ist in wesentlichem Ausmaß von der Verfügbarkeit, Qualität und Preisbildung zentraler Rohstoffe abhängig (insbesondere Getreide/Mehl, Fette/Ole, Zucker, Hefe, Saaten sowie – je nach Sortiment – Milch-/Eierprodukte). Die Rohstoffpreise unterliegen saisonalen und globalen Schwankungen (Ernteerträge, Wetterextreme, geopolitische Ereignisse, Handelsrestriktionen), wodurch es zu Kostenerhöhungen, Margendruck oder Einschränkungen der Produktionsplanung kommen kann. Darüber hinaus können Störungen in der Lieferkette (Transportengpässe, Lieferantenausfälle, Qualitätsabweichungen, längere Vorlaufzeiten) die Versorgungssicherheit beeinträchtigen.
Auswirkungen: Steigende Herstellkosten, reduzierte Deckungsbeiträge, Einschränkungen in der Lieferfähigkeit gegenüber Handel/Gastro, erhöhtes Working Capital (Sicherheitsbestände), potenzielle Vertragsstrafen bei Nichterfüllung.
ESG-Bezug: Wesentlich, die Abhängigkeit von agrarischen Rohstoffen ist mit Umweltauswirkungen in der vorgelagerten Wertschöpfung verbunden, insbesondere im Hinblick auf Treibhausgasemissionen, Landnutzung, Biodiversität sowie Wasserverbrauch. Darüber hinaus bestehen entlang der Lieferkette soziale Risiken, etwa in Bezug auf Arbeits- und Sozialstandards in der landwirtschaftlichen Erzeugung und Weiterverarbeitung. Veränderungen der klimatischen Rahmenbedingungen können diese Risiken zusätzlich verstärken.
Steuerung/Maßnahmen: Mehrlieferantenstrategie, Lieferantenqualifizierung, längerfristige Rahmenverträge, Sicherheitsbestände für kritische Rohstoffe, laufendes Rohstoffmonitoring, Qualitätsprüfungen im Wareneingang, Eskalations- und Alternativrezepturen (Substitutionsfähigkeit) unter Einhaltung lebensmittelrechtlicher Vorgaben.
Risiken iZm der Energieverfügbarkeit bzw. der Energiepreisentwicklung
Beschreibung: Die Backwarenproduktion ist in mehreren Prozessstufen energieintensiv (Backprozesse, Gär-/Kühlprozesse, Tiefkühlung, Lagerhaltung sowie Logistik und Filialbetrieb). Volatile Strom- und Gaspreise bzw. Anderungen in Netzentgelten oder staatlichen Abgaben können die Kostenbasis spürbar beeinflussen. Zusätzlich können regulatorische Anforderungen (CO2-Bepreisung, Effizienzvorgaben, Berichtspflichten) zu weiteren Kosten, Investitionserfordernissen oder Anpassungen in der Produktions- und Logistikstruktur führen.
Auswirkungen: Ergebnis- und Cashflow-Schwankungen, Preisweitergabedruck im Wettbewerb, Investitionsbedarf (z. B. Effizienzmaßnahmen, Umstellung energieträgerbezogener Systeme).
ESG-Bezug: Wesentliches Umwelt- und Klimarisiko aufgrund energieintensiver Prozesse und der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern; Verbunden mit Transitions- und Kostenrisiken aus Energiepreisen und Klimaregulierungen.
Steuerung/Maßnahmen: Energiemonitoring, Effizienzprogramme, Investitionen in energieeffiziente Anlagen/Technologien, Optimierung von Back- und Kühlprozessen, Prüfung von Eigenstromerzeugung und alternativen Energieträgern, sowie – abhängig von der Beschaffungsstrategie – geeignete Vertragsmodelle (Fixpreis/Tranchen/Indexmodelle).
Resch&Frisch Österreich GmbH
Risiken iZm Produktions-, Anlagen- und Betriebsunterbrechungen
Beschreibung: die kontinuierliche Produktionsfähigkeit hängt von der Verfügbarkeit kritischer Anlagen (Ofen, Kühlung, Kompressoren, Fördertechnik, Verpackungslinien) sowie von einer stabilen Prozessund Instandhaltungsorganisation ab. Technische Defekte, ungeplante Stillstände, Wartungsfehler oder Engpässe bei Ersatzteilen können zu Betriebsunterbrechungen führen. Bei einem tiefgekühlten Produktportfolio kommt dem verlässlichen Betrieb der Kälteanlagen und der Tiefkühllogistik besondere Bedeutung zu.
Auswirkungen: Lieferausfälle, Mehrkosten (Sonderschichten, alternative Beschaffung, Ausschuss), Qualitätsrisiken und potenziell Vertrags- bzw. Reputationsschäden.
ESG-Bezug: Technische Störungen oder Ausfälle kritischer Anlagen können neben betriebswirtschaftlichen Auswirkungen auch Umwelt- und Arbeitssicherheitsrelevante Aspekte betreffen. Insbesondere bei Kühl- und Kälteanlagen können Leckagen potenzielle Umweltauswirkungen verursachen und ein erhöhtes Risiko für Arbeits- und Gesundheitssicherheit der Mitarbeitenden darstellen.
Steuerung/Maßnahmen: Präventive Instandhaltung, kritische Ersatzteilbevorratung, Notfall- und Wiederanlaufpläne, technische Audits, sowie – wo sinnvoll – Versicherungen (Betriebsunterbrechung, Maschinenbruch).
Risiken iZm der Logistik
Beschreibung: ein großer Teil des Geschäftsmodells erfordert eine stabile Kühl- bzw. Tiefkühlkette. Störungen (Ausfall von Kühlaggregaten, Verzögerungen, Temperaturabweichungen, Treibstoff- /Mautkosten, Fahrermangel) können sowohl Kosten erhöhen als auch die Produktsicherheit gefährden.
Auswirkungen: Warenverderb, Abschriften, Rücklieferungen, Reklamationen, kurzfristige Mehrkosten (Ersatztransporte), Unterbrechungen in der Versorgung von Gastronomie und Filialen.
ESG-Bezug: Das Risiko weist einen Umwelt- und Sozialbezug auf. Der energieintensive Betrieb von Kühl- und Tiefkühlketten sowie der Transport führen zu relevanten Emissionen (Umwelt). Zudem bestehen soziale Aspekte im Zusammenhang mit Arbeitsbedingungen und Verfügbarkeit von Fahrpersonal sowie der Gewährleistung der Produktsicherheit.
Steuerung/Maßnahmen: Temperaturmonitoring, definierte Wareneingangs- und Transportkontrollen, Tourenoptimierung, Wartung der Kühlfahrzeuge und Tiefkühlaggregate an den Standorten, Ersatzkonzepte, sowie Vertrags- und Kapazitätsmanagement mit Logistikpartnern.
Risiken iZm Lebensmittelsicherheit und Qualität in der Produktion von Lebensmitteln
Beschreibung: als Lebensmittelhersteller ist der Konzern dem Risiko ausgesetzt, dass es trotz definierter Hygiene- und Qualitätsprozesse zu Kontaminationen, Allergenfehldeklarationen, Fremdkörperereignissen, Mikrobiologie-Abweichungen oder sonstigen Qualitätsmängeln kommt. Solche Ereignisse können Produktrückrufe erforderlich machen und neben direkten Kosten (Rückruf, Entsorgung, Produktionsstillstand) auch Haftungs- und Reputationsfolgen verursachen.
Auswirkungen: Rückrufkosten, Schadenersatzansprüche, behördliche Maßnahmen, Vertrauensverlust bei Kundinnen und Kunden/Partner:innen, Umsatzrückgänge, höhere Prüf- und Sicherungskosten.
ESG-Bezug: Wesentliches sozial- und governancebezogenes ESG-Risiko. Relevanz ergibt sich aus der Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit der Verbraucher:innen sowie aus Anforderungen an Compliance, Qualitätsmanagement und Rückverfolgbarkeit in der Lebensmittelproduktion.
Steuerung/Maßnahmen: Wareneingangs- und Prozesskontrollen, Rückverfolgbarkeit, Lieferantenfreigaben, Schulungen, Hygieneaudits, Reklamations-Prozesse, interne und externe Auditierungen.
Risiken iZm dem Markt, der Nachfrage und dem Wettbewerb
Beschreibung: der Konzern ist sowohl im B2B-Geschäft (Gastronomie/Hotellerie) als auch im Filial- /Endkunden und -kundinnengeschäft einer dynamischen Wettbewerbs- und Nachfragesituation ausgesetzt. Risiken ergeben sich insbesondere aus:
• Verhaltener Konsumneigung bzw. Preis- und Aktionssensitivität, • Verlagerung von Konsummustern (Ernährungstrends, Convenience, gesundheitsbezogene Präferenzen), • Wettbewerb durch Handel (Eigenmarken, Preisdruck), Systemgastronomie und regionale Bäckereiketten, • Frequenzschwankungen an Hochfrequenzstandorten (Bahnhöfe) infolge Mobilitäts- und Tourismusentwicklung, Infrastrukturmaßnahmen oder geänderter Pendlerströme.
Auswirkungen: Absatz- und Umsatzschwankungen, Margendruck (Promotionsintensität), Standortprofitabilitätsrisiken.
ESG-Bezug: Indirekt, durch veränderte Konsum- und Ernährungstrends sowie steigende Nachhaltigkeitserwartungen (z.B. in Hinblick auf Verpackung) der Kundinnen und Kunden.
Steuerung/Maßnahmen: Sortiments- und Preisarchitektur, Innovationspipeline, Kundinnen und Kundenbindungs- und Servicekonzepte, laufendes Monitoring von Frequenz- und Standortkennzahlen, flexible Produktions-/Distributionsplanung, aktives Key-Account-Management im B2B Bereich.
Risiken iZm dem Arbeitsmarkt, dem Personal und der Arbeitssicherheit
Beschreibung: Vor allem in der Produktion, der Logistik und dem Filialbetrieb besteht ein strukturelles Risiko aus Arbeitskräfteknappheit, Fluktuation, steigenden Lohn- und Lohnnebenkosten sowie saisonalen Engpässen. Zusätzlich können Ausfälle durch Krankheit, Arbeitsunfälle oder Belastungsspitzen die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
Auswirkungen: Kapazitätsengpässe, Qualitäts- und Prozessrisiken (bei hoher Personalfluktuation), steigende Personalkosten, Liefer- und Serviceeinschränkungen, Risiko von Beanstandungen/Strafen ESG-Bezug: Wesentliches sozialbezogenes_ ESG-Risiko im Zusammenhang mit Arbeitskräfteverfügbarkeit, Mitarbeiterbindung, Qualifikation sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Steuerung/Maßnahmen: Personalentwicklung und Qualifizierungsprogramme, Arbeitgeberattraktivität/Retention, Schicht- und Kapazitätsplanung, Automatisierungs- und Ergonomiekonzepte, Arbeitssicherheitsmanagement, klare Prozessstandards und Vertretungsregelungen.
Risiken iZm dem Einsatz von IT
Beschreibung: durch Digitalisierung in Produktion, Logistik, Bestellprozessen sowie Energie-/Mess- und Steuerungssystemen besteht ein erhöhtes Risiko durch Cyberangriffe (Ransomware, Phishing, Systemmanipulation), Systemausfälle oder Datenverlust. Zudem können Datenschutzverletzungen (Kunden und Kundinnen-/Mitarbeitendendaten) rechtliche und reputative Folgen nach sich ziehen.
Auswirkungen: Betriebsunterbrechung, Lieferunfähigkeit, Wiederherstellungskosten, Vertrags- und Haftungsrisiken, mögliche Verwaltungsstrafen, Reputationsschäden.
ESG-Bezug: Wesentliches governancebezogenes ESG-Risiko. Relevanz ergibt sich aus Anforderungen an Datenschutz, ITSicherheitsorganisation, interne Kontrollen sowie dem Schutz personenbezogener Daten von Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeitenden.
Steuerung/Maßnahmen: IT-Sicherheitsarchitektur, Vulnerability-Management, Multi-Faktor- Authentifizierung, Backup- und Recovery-Konzepte, Awareness-Trainings, Incident-Response-Pläne.
Risiken iZm den regulatorischen Anforderungen
Beschreibung: der Konzern unterliegt vielfältigen rechtlichen Anforderungen (Lebensmittelrecht, Hygiene, Allergen- und Herkunftskennzeichnung, Verpackungs- und Abfallrecht). Anderungen dieser Vorschriften können zu Anpassungsbedarf in Rezepturen, Etikettierung, Verpackungskonzepten und Prozessen führen. Zusätzlich gewinnen Nachhaltigkeitsanforderungen (z. B. Berichts- und
Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette) an Bedeutung; unzureichende Umsetzung kann Compliance- , Haftungs- und Reputationsrisiken erzeugen.
Auswirkungen: Umstellungsaufwand, zusätzliche Investitionen, Risiko von Beanstandungen/Strafen, Vertriebsrisiken, erhöhte Prüf- und Dokumentationskosten.
ESG-Bezug: Wesentliches Querschnittsrelevantes ESG-Risiko mit Schwerpunkt Governance. Relevanz ergibt sich aus regulatorischen Anforderungen zu Umwelt-, Sozial- und Transparenzthemen sowie aus Berichts- und Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette.
Steuerung/Maßnahmen: Compliance-und QM-Prozesse, rechtliches Monitoring, Lieferantenanforderungen und -prüfungen, dokumentierte Freigabeprozesse und Workflows, sowie projektbasierte Implementierung neuer regulatorischer Anforderungen.
Resch&Frisch Österreich GmbH
Risiken iZm der Umwelt und dem Klima
Beschreibung: der Klimawandel kann die Verfügbarkeit und Qualität agrarischer Rohstoffe mittel- bis langfristig beeinträchtigen (Ernteausfälle, Qualitätsverschiebungen). Physische Risiken (Extremwetter) können Logistik und Standorte beeinträchtigen. Transformationsrisiken entstehen durch strengere Klima- und Umweltnormen, steigende CO2-Kosten sowie erhöhte Erwartungen von Kunden und Kundinnen sowie Finanzierungspartner:innen.
Auswirkungen: Preis- und Beschaffungsrisiken, Investitionsdruck, Anpassungskosten, potenzielle Wettbewerbsnachteile bei verzögerter Transformation.
ESG-Bezug: Zentrales ESG-Schlüsselrisiko im Bereich Umwelt und Klima Relevanz ergibt sich aus physischen Klimarisiken sowie Transitionsrisiken infolge regulatorischer Anforderungen, CO2-Kosten und Transformationsanforderungen.
Steuerung/Maßnahmen: Klimabezogenes Risikomonitoring, Maßnahmenprogramme zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Reduktion von Emissionen, Anpassungen in der Beschaffungsstrategie (z. B. regionale/resiliente Lieferketten), Umweltmanagement, sowie Fortschreibung mittel- bis langfristiger Dekarbonisierungs- und Investitionspfade.
Risiken iZm der Finanzwirtschaft
Beschreibung: der Konzern finanziert sich im wesentlichen Umfang über Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Daher bestehen Risiken aus Zinsänderungen, Refinanzierungsbedarf oder Verschlechterungen der Finanzierungskonditionen. Im B2B-Geschäft kann sich zudem ein Kreditausfallrisiko bei Kunden und Kundinnen ergeben.
Auswirkungen: Höhere Finanzierungskosten, Liquiditätsbelastung, Forderungsausfälle, Ergebnis- und Cashflow-Volatilität.
ESG-Bezug: Indirekter governance- und sozialbezogener ESG-Bezug aufgrund der Bedeutung finanzieller Stabilität für nachhaltige Unternehmensführung, Investitionsfähigkeit und Beschäftigungssicherheit.
Steuerung/Maßnahmen: Liquiditätsplanung, Covenants-Monitoring, straffe Kreditlimit- und Mahnwesenprozesse sowie laufende Bonitätsprüfungen unserer Kunden und Kundinnen.
Risiken iZm der Konzentration auf zentrale Produktionsstandorte
Beschreibung: Die Resch & Frisch Gruppe bündelt wesentliche Produktionskapazitäten an wenigen zentralen Standorten. Für die operative Geschäftstätigkeit der Resch & Frisch Osterreich GmbH kommt diesen Produktionsstätten eine zentrale Bedeutung zu. Ereignisse wie größere technische Störungen, Brand- oder Naturereignisse, längerfristige Personalausfälle, behördliche Anordnungen oder infrastrukturelle Einschränkungen an diesen Standorten könnten die Produktionsfähigkeit temporär oder nachhaltig beeinträchtigen und wären kurzfristig nur eingeschränkt kompensierbar.
Auswirkungen: Produktions- und Lieferausfälle, Umsatzeinbußen, erhöhte Kosten durch Ersatzmaßnahmen, Reputationsrisiken gegenüber Kunden, potenzielle Vertragsverletzungen.
ESG-Bezug: Der ESG-Bezug des Risikos ist als nachrangig einzustufen. Der Schwerpunkt liegt auf operativen und wirtschaftlichen Auswirkungen; soziale und governancebezogene Aspekte ergeben sich lediglich indirekt.
Steuerung/Maßnahmen: Standortbezogene Notfall- und Wiederanlaufpläne, redundante Produktionsund Verpackungskapazitäten für kritische Sortimente, vorbeugender technischer Brandschutz, Versicherungsdeckungen, regelmäßige Risikobewertungen der Produktionsstandorte sowie organisatorische und technische Maßnahmen zur Erhöhung der Verfügbarkeit.
Verwendung von Finanzinstrumenten
Zur Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit sowie zur Sicherstellung einer ausreichenden Liquiditätsausstattung setzt der Konzern nicht-derivative Finanzinstrumente ein. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Bankverbindlichkeiten, sonstige Finanzverbindlichkeiten sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nicht.
Die Finanzierungsstrategie des Unternehmens ist darauf ausgerichtet, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen und eine ausgewogene Finanzierungsstruktur zu gewährleisten. Die Steuerung der Finanzinstrumente erfolgt unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der konzernweiten Liquiditäts- und Finanzplanung.
Wesentliche finanzielle Risiken ergeben sich insbesondere aus Liquiditäts-, Kredit- und Zinsrisiken. Zur Begrenzung dieser Risiken erfolgt eine laufende Uberwachung der Liquiditätslage sowie der Forderungsbestände. Zinsrisiken resultieren im Wesentlichen aus variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten und werden durch eine entsprechende Strukturierung der Finanzierungen gesteuert. Insgesamt beurteilt das Management die aus dem Einsatz der Finanzinstrumente resultierenden Risiken als beherrschbar.
Bericht über die Forschung und Entwicklung
Resch&Frisch verfolgt einen klar definierten Qualitätsanspruch entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Backwaren werden aus einer vollständig transparenten und nachvollziehbaren Produktionskette hergestellt. Das Qualitätssicherungsprogramm „Genuss – mit Sicherheit!“ gewährleistet eine durchgängige Kontrolle aller Prozessschritte vom Saatkorn bis zur Weiterverarbeitung in der Mühle. Die Dokumentation und Systematik werden laufend weiterentwickelt, um steigenden Anforderungen an Transparenz, Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit zu entsprechen. Externe Nachweise wie das AMA-Gütesiegel für Brot & Gebäck bestätigen die Einhaltung österreichischer Herkunftskriterien, strenger Hygienevorgaben sowie den Verzicht auf Farbstoffe, Aromen und Konservierungsmittel. Diese Standards unterstützen gleichzeitig die Anforderungen der ISO 9001 hinsichtlich Prozessqualität und Dokumentation.
Produktentwicklung und ernährungswissenschaftliche Ausrichtung
Die Weiterentwicklung des Sortiments erfolgt kontinuierlich unter Berücksichtigung sensorischer, technologischer und ernährungsphysiologischer Aspekte. Eine interne Ernährungsexpertin und Diätologin begleitet den Entwicklungsprozess fachlich. Schwerpunkte sind u. a.: Reduktion von Zuckerund Salzgehalten und die Weiterentwicklung ernährungsorientierter Produktlinien.
Nachhaltigkeitsmanagement und ISO-Konformität
Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Das implementierte Nachhaltigkeitsmanagementsystem basiert auf anerkannten Standards und orientiert sich an der Zielsetzung Klimaneutralität 2040. Die zentralen Handlungsfelder und Maßnahmen entsprechen den Anforderungen relevanter ISO-Normen hinsichtlich Systematik, Zieldefinition, Wirksamkeitskontrolle und kontinuierlicher Verbesserung.
cunsrechen. 27. 05. 26
DI (FH), Bernhard Prechtl Mag. Sabine Schgör