Inhaltsverzeichnis
Gesundheit Österreich GmbH
Inhalt
1 Geschäftsverlauf und Geschäftslage..........................................................................................................1 1.1 Einleitung..............................................................................................................................................1 1.2 Beschreibung des Geschäftsverlaufs .........................................................................................2 2 Leistungsindikatoren .................................................................................................................................... 11 2.1 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren.................................................................................... 11 2.2 Finanzielle Leistungsindikatoren.............................................................................................. 12 3 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.......... 18 4 Prognose ........................................................................................................................................................... 19 4.1 Entwicklung des Auftrags- bzw. Umsatzvolumens ........................................................... 19 4.2 Personelles und Personalressourcen...................................................................................... 20 4.3 Räumliche Situation ...................................................................................................................... 21 4.4 Organisatorisches........................................................................................................................... 21 5 Forschung und Entwicklung ...................................................................................................................... 23 6 Finanzinstrumente, Risiken und Strategien ......................................................................................... 23 7 Zweigniederlassungen ................................................................................................................................. 23
Tabellen Tabelle 1: Durchschnittlicher Stand an verfügbaren Beschäftigten ........................................................ 12 Tabelle 2: Anlage-, Umlaufvermögen und Aktive Rechnungsabgrenzung der GÖG (in Mio. €).............................................................................................................................. 13 Tabelle 3: Umsatzerlöse der GÖG (in Mio. €)................................................................................................... 13 Tabelle 4: Aufwendungen für Material und bezogene Herstellungsleistungen der GÖG (in Mio. €) .............................................................................................................................. 14 Tabelle 5: Überblick Ertragslage der GÖG (in Mio. €)................................................................................... 15 Tabelle 6: Kapitalflussrechnung der GÖG (in Mio. €).................................................................................... 16 Tabelle 7: Überblick Eigenkapital und liquide Mittel der GÖG (in Mio. €) ........................................... 17 Tabelle 8: Entwicklung der Umsatzerlöse (in Mio. €) .................................................................................... 19 Tabelle 9: Vollzeitäquivalent – VZÄ...................................................................................................................... 21
1 Geschäftsverlauf und Geschäftslage
1.1 Einleitung
Die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) wurde per Bundesgesetz über die Errichtung der Gesundheit Österreich GmbH (GÖGG) am 1. August 2006 gegründet. Mit Inkrafttreten dieses Gesetzes sind alle Rechte und Pflichten des Fonds „Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen“ (ÖBIG) und des Fonds „Gesundes Österreich“ (FGÖ) im Sinne einer Gesamtrechtsnachfolge auf die GÖG übergegangen. Im Jahr 2027 wurde das Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen (BIQG) als Geschäftsbereich der GÖG auf Basis des Gesundheitsqualitätsgesetzes eingerichtet.
Die Aufgaben der GÖG sind durch das GÖGG eindeutig definiert. Für jeden Geschäftsbereich gibt es einen klar definierten gesetzlichen Aufgabenkatalog.
Die Geschäftsbereiche „Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen“ (ÖBIG) und Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen (BIQG) haben die, für die jeweiligen Bereiche definierten, gesetzlichen Aufgaben ausschließlich gegenüber dem Bund zu erfüllen. Umgekehrt ist der Bund durch das GÖGG verpflichtet, diese gesetzlich definierten Aufgaben, sofern der GÖG ausreichend qualifizierte Ressourcen zur Verfügung stehen, ausschließlich der GÖG zu übertragen und dafür die erforderlichen Mittel bereitzustellen.
Zum Teil abweichend von den Geschäftsbereichen sind aufgrund rechtlicher Bestimmungen innerhalb des Rechnungswesens folgende Rechnungskreise eingerichtet:
• Rechnungskreis ÖBIG/BIQG (dieser umfasst die Geschäftsbereiche ÖBIG - mit Ausnahme des Stammzellregisters – und BIQG). • Rechnungskreis FGÖ (dieser umfasst den Geschäftsbereich FGÖ). • Rechnungskreis ÖSZR (dieser umfasst das „Österreichische Stammzellregister“ (ÖSZR), das im Geschäftsbereich ÖBIG angesiedelt und aufgrund des § 4a (3) GÖG-Gesetz in einem eigenen Verrechnungskreis abzubilden ist).
Aus Gründen der Transparenz und besseren Abgrenzbarkeit wurden im Jahr 2021 zwei weitere Rechnungskreise eingerichtet.
• Rechnungskreis Recovery and Resilience Facility (RRF): Als Folge der Covid-19 Pandemie wurde auf europäischer Ebene ein Finanzierungstopf für die Umsetzung eines Recovery and Resilience Facility (RRF) Programms eingerichtet, das auf nationaler Ebene umgesetzt wird. Die GÖG wurde vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) mit umfangreichen Arbeiten bei der Umsetzung des österreichischen RRF-Programms im Gesundheits- und Sozialbereich beauftragt. Im Rahmen der Abwicklung dieses Programms wurden von der GÖG auch sehr umfangreiche Förderungen und Finanzierungen durchgeführt. Die Umsetzung dieses Programms dauert teilweise bis Ende des Jahres 2029. • Rechnungskreis Agenda Gesundheitsförderung: Ebenfalls als Folge der Covid-19 Pandemie wurden von der Österreichischen Bundesregierung zusätzliche Finanzmittel für die Gesundheitsförderung zur Verfügung gestellt. Auch in diesem Fall wurde die GÖG vom BMASGPK mit der Erarbeitung und Umsetzung eines Gesundheitsförderungsprogramms beauftragt.
Im Auftrag des Eigentümers der GÖG (100 % Bund) wurden mit 1. August 2006 zwei Tochtergesellschaften gegründet. Die GÖG ist zu 100 Prozent Eigentümerin der gemeinnützigen Gesundheit Österreich Forschungs- und Planungsgesellschaft mbH sowie der nicht gemeinnützigen Gesundheit Österreich Beratungsgesellschaft mbH. Über diese Tochtergesellschaften werden Projektarbeiten abgewickelt, die nicht vom Bund beauftragt werden, wobei sich die Tochtergesellschaften der Ressourcen der GÖG bedienen. Die Zusammenarbeit zwischen der GÖG und den Tochtergesellschaften wird jeweils durch ein Service Level Agreement geregelt.
1.2 Beschreibung des Geschäftsverlaufs
a) Rechnungskreis ÖBIG/BIQG
Geschäftsbereich Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen
Abteilung Digitalisierung und Dateninfrastrukturen
Die 2025 gegründete Abteilung Digitalisierung und Dateninfrastrukturen unterstützt die digitale Weiterentwicklung des öffentlichen Gesundheitswesens in Österreich und auf EU-Ebene. Sie stellt für die Politik relevantes Wissen zum technischen State of the Art, zu Evidenz sowie zu möglichen Policy-Interventionen bereit und erprobt Möglichkeiten für neuartige Gesundheitsdaten-Infrastrukturen, digitale Gesundheitsanwendungen sowie die Nutzung digitaler Instrumente in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung. Im Jahr 2025 wurden unter anderem Arbeiten zur eHealth-Strategie, zum Aufbau der eHealth-Servicestelle, zum Europäischen Gesundheitsdatenraum geleistet sowie Analysen zum Einsatz künstlicher Intelligenz im intramuralen Bereich durchgeführt.
Abteilung Gesundheit, Gesellschaft und Chancengerechtigkeit
Die Abteilung Gesundheit, Gesellschaft und Chancengerechtigkeit befasst sich mit sozialen und sozioökonomischen Einflussfaktoren auf die Gesundheit und setzt dabei einen besonderen Fokus auf vulnerable und benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Den strategischen Rahmen bilden die Gesundheitsziele Österreich sowie die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Im Jahr 2025 wurden unter anderem Analysen zur Gesundheit älterer Menschen sowie sozial belasteter Familien durchgeführt und internationale Vernetzung sowie Wissenstransfer mithilfe von Schulungsangeboten betrieben.
Abteilung Gesundheitsberufe und Langzeitpflege
Die Abteilung Gesundheitsberufe und Langzeitpflege beschäftigt sich mit der bedarfs- und zukunftsorientierten Entwicklung der Gesundheitsberufe in Österreich und widmet sich dem Thema Pflege und Betreuung, insbesondere im Langzeitbereich. Zu den zentralen Aufgaben zählen Grundlagenarbeiten für die Gestaltung von Berufsgesetzen und Ausbildungsregelungen, die qualitative und quantitative Personalplanung, die interprofessionelle Zusammenarbeit sowie die kompetenz- und qualitätsorientierte Leistungserbringung. Ausgewählte Schwerpunkte der
Arbeiten 2025 lagen im Bereich der Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes, der Weiterentwicklung integrierter Langzeitversorgung über alle Lebensphasen hinweg inkl. Telecare sowie der Bereitstellung von pflegerelevanten Daten und Kennzahlen.
Abteilung Gesundheitsökonomie und -systemanalyse
Die Abteilung Gesundheitsökonomie und -systemanalyse betreibt angewandte Forschung zu gesundheitsökonomischen und systemrelevanten Fragestellungen und bereitet entsprechende Informationen für Entscheidungsträger:innen auf, um mit öffentlichen Ressourcen einen optimalen Nutzen für die Bevölkerung und Verteilungsgerechtigkeit zu schaffen. Die Schwerpunkte der Arbeiten im Jahr 2025 lagen unter anderem im Bereich der methodischen und datenanalytischen Unterstützung von Reformmaßnahmen, Evaluierungsprojekten sowie dem Monitoring der Gesundheitsreform im Rahmen der Zielsteuerung Gesundheit.
Abteilung Pharmaökonomie
Die Abteilung Pharmaökonomie trägt durch Forschung, Evidenzgenerierung, Politikberatung und Capacity Building dazu bei, den Zugang zu Medikamenten und Medizinprodukten in Österreich, Europa und weltweit leistbar zu machen. Sie ist ein von der Weltgesundheitsorganisation designiertes Kooperationszentrum für Arzneimittelpreisbildung und -erstattung. Im Jahr 2025 lagen die Schwerpunkte insbesondere bei Arbeiten zu einem fairen Zugang zu erschwinglichen Medikamenten und Medizinprodukten, bei Nutzenbewertungen, bei der Führung des Medizinprodukteregisters sowie der Teilnahme an europäischen Studien.
Abteilung Planung und Systementwicklung
Kernaufgabe der Abteilung Planung und Systementwicklung ist die Entwicklung, Aktualisierung und Wartung zentraler Planungsinstrumente im österreichischen Gesundheitswesen. Dies geschieht unter Einbeziehung von Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen sowie auf Grundlage einer kontinuierlich erweiterten und qualitätsgesicherten Datenbasis. Die Arbeitsschwerpunkte lagen 2025 unter anderem auf der Revision des Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG), der Unterstützung mehrerer Bundesländer bei Regionalen Strukturplänen Gesundheit (RSG) sowie der Erarbeitung des Rehabilitationsplans.
Abteilung Psychosoziale Gesundheit
Die Abteilung Psychosoziale Gesundheit beschäftigt sich mit Fragen zur Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen bzw. psychosozialen Problemen sowie Gesundheitsförderung und Prävention. Neben den wissenschaftlichen Arbeiten gehören Vernetzung, Prozessbegleitung und Strategieentwicklung zum Aufgabenspektrum. Im Jahr 2025 lagen die Schwerpunkte der Arbeiten auf der Ist-Analyse der psychosozialen Versorgung in Österreich, zur Entstigmatisierung und zum Gewaltschutz. Weiter betrieben wurde die Koordinationsstelle für Suizidprävention (SUPRA).
Kompetenzzentrum Sucht
Das Kompetenzzentrum Sucht ist in Österreich die führende Institution im Bereich Sammlung, Analyse und Verfügbarmachung empirischer und strategischer Daten in Bezug auf illegale Drogen, Alkohol, Psychopharmaka, Tabak und verwandte Produkte, Glücksspiel und andere suchtrelevante Verhaltensweisen. Im Jahr 2025 rückten neue Konsumtrends bei Jugendlichen, insbesondere im Bereich Tabak und Nikotin sowie die problematische Nutzung digitaler Spiele und sozialer Medien verstärkt in den Mittelpunkt der Arbeiten.
Funktionsbereich Internationales und Tochtergesellschaften
Der Funktionsbereich Internationales und Tochtergesellschaften unterstützt die internationalen Aktivitäten der GÖG sowie die Aktivitäten ihrer Tochtergesellschaften und stärkt damit die Einbindung in europäische und globale Gesundheitsinitiativen. Zu den Aktivitäten zählen insbesondere Projekte mit internationalem Bezug (EU, WHO) sowie nationale Projekte, die mit internationalen Fördermitteln (ko-)finanziert werden. 2025 bearbeitete die GÖG 53 Projekte mit internationalem Bezug. Darüber hinaus unterstützt die Nationale Kontaktstelle EU4Health österreichischer Antragsteller:innen für EU-Programme durch Beratung und Trainings.
ÖBIG-Transplant
Die GÖG nimmt seit 1991 wichtige nationale und internationale Organisations- und Förderaufgaben im Transplantationswesen bei Organ- und Stammzellspenden wahr. Im Jahr 2025 wurden in österreichischen Krankenanstalten insgesamt 733 Organtransplantationen durchgeführt, 67 davon von Lebendspenderinnen bzw. -spendern und 666 mit Organen Verstorbener. Die Organspenderate lag in Österreich bei 22,2 pro eine Million Einwohner:innen. Ein umfangreiches Förderprogramm umfasst zahlreiche Maßnahmen im Bereich der Organ- und Stammzellspende sowie -transplantation. Mit Stand Dezember 2025 waren 71.262 Personen in das an der GÖG geführte Widerspruchsregister eingetragen und es wurden dort rund 1.200 Abfragen registriert.
Gesundheitsberuferegister
Das Gesundheitsberuferegister ist ein elektronisches Verzeichnis, in dem alle Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, der gehobenen medizinisch-therapeutisch-diagnostischen und der Operationstechnischen Assistenz erfasst werden. Die Registrierung ist Voraussetzung für die Berufsausübung im jeweiligen Gesundheitsberuf in Österreich. Die Abteilung Gesundheitsberuferegister an der GÖG und die Bundesarbeitskammer registrieren in geteilter Zuständigkeit alle Berufsangehörigen, wobei die GÖG die registerführende Stelle ist. Als moderne E-Government-Anwendung unterstützt das Register eine effiziente, papierlose Verwaltung und leistet einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung und Patientensicherheit im Gesundheitswesen. Es enthält Informationen über die Berechtigung der einzelnen Berufsangehörigen und ist für alle Interessierten öffentlich unter gbr.gv.at einsehbar. Das Register umfasste zum Stichtag 31.12.2025 insgesamt 230.888 aktive Registrierungen.
Vergiftungsinformationszentrale
Die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) ist „Rund um die Uhr“ an der GÖG unter der Notrufnummer +43 1 4064343 erreichbar. Toxikologisch geschulte Ärztinnen und Ärzte beantworten Fragen zu akuten Vergiftungen bzw. einem Verdacht darauf. Auf Basis der telefonisch übermittelten Informationen werden die Anrufer:innen beraten, ob ärztliche Hilfe notwendig ist. Die VIZ unterstützt auch medizinisches Personal mit diagnostischem und therapeutischem Wissen. Abgesehen vom unmittelbaren Nutzen für die anrufende Person wird durch die telefonische Beratung bei Vergiftungsverdacht eine Reduktion der Kosten im Gesundheitssystem durch weniger Rettungseinsätze und Krankenhausaufenthalte erreicht. Im Jahr 2025 wurden insgesamt rund 35.000 Anfragen entgegengenommen und circa 32.000 Anrufe zu konkreten toxikologischen Problemen bearbeitet. Die Anrufe zu Betroffenen kamen überwiegend von Laien (62 %) und medizinischem Personal wie Krankenhausärztinnen und -ärzten und Rettungskräften (37 %). Im Jahr 2025 wurde der „Toxikologische Beirat“ gegründet, der die VIZ bei wissenschaftlichen und strategischen toxikologischen Fragen unterstützt.
Redaktion Gesundheitsportal
Die Qualität von Online-Gesundheitsinformationen ist für gute Gesundheitsentscheidungen heute wichtiger denn je. Aber es wird immer schwieriger, zuverlässige Informationen im Internet als solche zu erkennen. Das öffentliche Gesundheitsportal gesundheit.gv.at kann besonders durch Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der Informationen punkten. Ziel des Portals ist es, die Gesundheitskompetenz der Menschen in Österreich zu fördern und dadurch ihre Mitwirkungsund Entscheidungsmöglichkeiten in der Gesundheitsversorgung zu steigern. Zudem trägt gesundheit.gv.at im Rahmen der Zielsteuerung-Gesundheit zur Optimierung der Patientenströme und -wege („digital vor ambulant vor stationär“) und zur Bereitstellung von e-Health-Anwendungen bei. Im Jahr 2025 nutzten rund 7,5 Millionen Besucher:innen die Inhalte von gesundheit.gv.at. Die am häufigsten nachgefragten Themenbereiche sind „Krankheiten“, „Gesund leben“ sowie „Diagnose & Labor“.
Geschäftsbereich Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen (BIQG)
Abteilung Evidenz und Qualitätsstandards
Die Abteilung Evidenz und Qualitätsstandards unterstützt evidenzbasierte Entscheidungen im Gesundheitswesen und trägt zur Qualität von Gesundheitsleistungen bei. Mittels Health Technology Assessments (HTA) werden Gesundheitstechnologien bewertet und Programme, Modellprojekte und Versorgungsprozesse systematisch überprüft. Außerdem werden Qualitätsstandards entwickelt und evaluiert. Die Schwerpunkte der Arbeiten lagen 2025 insbesondere auf Evaluationen, Monitoringkonzepten und der Weiterentwicklung von Qualitätsstandards, unter anderem zur integrierten Versorgung von chronischen Wunden.
Abteilung Koordination Onkologie
Die Abteilung Koordination Onkologie bündelt seit 2025 die Aktivitäten der GÖG im Bereich Krebs und unterstützt die Weiterentwicklung von onkologischer Versorgung, Früherkennung und Prävention. Die Arbeitsschwerpunkte lagen bei der Aktualisierung des Nationalen Krebsrahmenprogramms, der fachlichen Begleitung des Onkologiebeirats und des Nationalen Screening- Komitees sowie bei evidenzbasierten Empfehlungen zur Krebsfrüherkennung.
Abteilung Qualitätsarbeit und -entwicklung
Die Abteilung Qualitätsarbeit und -entwicklung arbeitet an transparenten Qualitätskriterien für das Gesundheits- und Pflegewesen und überwacht deren Einhaltung. Mit Hilfe von Evaluierungen und im kollegialen Austausch mit den Gesundheitsdienstleisterinnen und -dienstleistern soll die Struktur- und Prozessqualität im Gesundheitswesen laufend verbessert werden. 2025 wurde hierzu das Projekt Qualitätssicherung in der Praxis fortgeführt, bei dem mehr als 600 österreichische Arztpraxen von Peers besucht wurden.
Abteilung Qualitätsmessung und Patientenbefragung
Die Abteilung Qualitätsmessung und Patientenbefragung arbeitet an Qualitätsmessungen und Evaluierungen im Gesundheitsbereich. Dazu werden bundesweite Qualitätsregister geführt und die Erwartungen bzw. Erfahrungen von Patientinnen und Patienten mittels Befragungen erhoben, analysiert und zielgerichtet an die jeweiligen Stakeholder rückgemeldet. Zudem werden im Rahmen der österreichweiten Qualitätsberichterstattung Daten erhoben, aufbereitet und veröffentlicht. Im Jahr 2025 wurde die Strategie für bundesweite Qualitätsregister fertiggestellt.
Neben den Arbeiten in den vier Abteilungen werden übergeordnete, strategische Arbeiten, wie jene zum Gesundheitsqualitätsportal, zur Patient:innensicherheitsstrategie 3.0 und zur Qualitätsstrategie 3.0 direkt von der Geschäftsbereichsleitung koordiniert.
b) Rechnungskreis Recovery and Resilience Facility (RRF)
Die GÖG wurde vom BMASGPK mit umfangreichen Arbeiten bei der Umsetzung des österreichischen RRF-Programms im Gesundheits- und Sozialbereich beauftragt. Im Rahmen der Abwicklung dieses Programms wurden von der GÖG ab dem Jahr 2022 auch sehr umfangreiche Förderungen und Finanzierungen durchgeführt. Nach dem Auslaufen des Projektes Frühe Hilfen im Vorjahr, wurden 2025 noch folgende drei Projekte bearbeitet:
Attraktivierung und Förderung der Primärversorgung in Österreich
Seit 2021 betreibt die GÖG das Projekt „Attraktivierung und Förderung der Primärversorgung in Österreich“, das im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität der EU durchgeführt wird. Im Jahr 2025 wurde für die Aktivitäten zum Thema Primärversorgung und Versorgungskoordination eine eigene Abteilung geschaffen, die dem Geschäftsbereich ÖBIG zugeordnet ist. Zur Stärkung der Forschung in der Primärversorgung wurden 2025 zwei Calls zur Primärversorgungsforschung ausgeschrieben. Die Plattform Primärversorgung zählte Ende 2025 mehr als 2.790 Einzel- und 155 institutionelle Mitglieder. Bei der Neugründung von Primärversorgungseinheiten (PVE) bietet der PVE-Accelerator zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten und Services, wie eine Mediathek, Webinare oder Informationsvideos.
Community Nursing
Die Etablierung von Community Nursing ist ein wichtiges Anliegen der österreichischen Gesundheits- und Sozialpolitik und stellt eine nachhaltige Investition dar. Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz und das Wohlbefinden älterer Menschen zu verbessern und damit deren Verbleib im eigenen „Zuhause“ so lange wie möglich durch Stärkung der Selbsthilfe der Betroffenen und deren An- und Zugehörigen zu gewährleisten. Im Jahr 2021 wurden die durch RRF-Mittel geförderten Pilotprojekte ausgeschrieben. Im Jahr 2022 wurden mit den für die Durchführung der Pilotprojekte ausgewählten Gemeinden, Städten, Sozialhilfeverbänden und Arbeitsgemeinschaften Fördervereinbarungen mit einer Laufzeit bis Ende 2024 abgeschlossen. Im Jahr 2025 erfolgte die Endabrechnung dieser Förderungen.
Entwicklung der elektronischen Eltern-Kind-Pass-Plattform
Die Entwicklung einer elektronischen Dokumentations- und Kommunikationsplattform für die Eltern-Kind-Pass Untersuchungen und Beratungen ist ebenfalls Teil des „Österreichischen Aufbau- und Resilienzplans“ und ermöglicht langfristig Auswertungen und Bewertungen für und von gesundheitspolitischen, ökonomischen und sozialen Fragestellungen. Aufgabe der GÖG ist es, das BMASGPK bei der Umsetzung dieses Projektes in fachlicher Hinsicht zu begleiten.
c) Rechnungskreis Agenda Gesundheitsförderung
Als Folge der Covid-19 Pandemie wurden von der Österreichischen Bundesregierung ab dem Jahr 2021 zusätzliche Finanzmittel für die Gesundheitsförderung zur Verfügung gestellt und die GÖG wurde vom BMASGPK mit der Erarbeitung und Umsetzung eines Gesundheitsförderungsprogramms beauftragt. Die Agenda Gesundheitsförderung treibt als zentrale Strategie des Bundes die Umsetzung der österreichischen Gesundheitsförderungsstrategie voran und unterstützt aktiv die Erreichung der nationalen Gesundheitsziele.
Seit 2025 ist die Agenda Gesundheitsförderung an der GÖG als eigener Geschäftsleitungsbereich verankert. Die drei zugehörigen Kompetenzzentren hatten im Jahr 2025 folgende Arbeitsschwerpunkte:
Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Gesundheitssystem
Das Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Gesundheitssystem unterstützt die Akteurinnen und Akteure des Gesundheitswesens dabei, faire, personen- und gesundheitszentrierte Rahmenbedingungen im System zu schaffen. Gesundheitsförderung und die Stärkung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung und in Gesundheitseinrichtungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Ziel ist es, die Zahl der gesunden Lebensjahre zu erhöhen und einen Systemwandel herbeizuführen. Die Schwerpunkte der Arbeiten lagen 2025 insbesondere auf guter Kommunikation im Gesundheitswesen mittels Kommunikationstrainings, verlässlichen (digitalen) Gesundheitsinformationen sowie der Messung von Gesundheitskompetenz unter Gesundheitsberufen und in der Bevölkerung.
Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit – Abteilung Klimaneutralität und nachhaltige Transformation
Die Abteilung Klimaneutralität und nachhaltige Transformation fokussiert auf die Klimaneutralität im Gesundheitswesen und den damit verbundenen Gesundheitsschutz. Ziel ist es, mit geeigneten Strategien, innovativen Projekten, Rahmenbedingungen und Maßnahmen eine gesundheitsfördernde und klimafreundliche Entwicklung des Gesundheitswesens zu unterstützen. Im Jahr 2025 lagen die Schwerpunkte der Arbeiten auf der Weiterentwicklung der Strategie klimaneutrales Gesundheitswesen, insbesondere in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung sowie der Fortführung des Projektes „Beratung klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen“, an dem bereits 557 österreichische Gesundheitseinrichtungen teilnehmen. Auch der Klima- Manager:innen-Lehrgang wurde 2025 fortgeführt.
Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit – Abteilung Klimaresilienz und One Health
Die Abteilung Klimaresilienz und One Health entwickelt wissenschaftliche Grundlagen, Strategien und Methoden, um die Resilienz des österreichischen Gesundheitssystems und der Bevölkerung im Zusammenhang mit den Folgen des Klimawandels zu stärken. Im Fokus stehen dabei der Zusatznutzen an der Schnittstelle Gesundheitsförderung und Klima, der One-Health-
Ansatz sowie Aspekte sozialer Gerechtigkeit. Die Schwerpunkte der Arbeiten lagen 2025 insbesondere beim „Klimaresilienz-Check Gesundheit 2050“ für Gemeinden sowie dem Aufbau des Klima-Gesundheitsnetzwerks Österreich, in dem Bundesländer und die Sozialversicherung ihre Expertise bündeln.
Kompetenzzentrum Zukunft Gesundheitsförderung
Das Kompetenzzentrum Zukunft Gesundheitsförderung beleuchtet gesundheitsbezogene Herausforderungen der Zukunft. Dabei geht es unter anderem um den demografischen Wandel, psychosoziale Gesundheit, soziale Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Durch die Beteiligung der Bevölkerung sowie von Expertinnen, Experten und Stakeholdern soll Gesundheitsförderung gemeinsam neu gedacht, stärker positioniert und in den verschiedenen Politik- und Gesellschaftsbereichen nachhaltig verankert werden. Im Jahr 2025 lagen die Schwerpunkte der Arbeiten auf innovativen Beteiligungsmöglichkeiten durch die neue Beteiligungsplattform für Gesundheit, auf psychosozialer Gesundheit junger Menschen mit den Projekten YOUareART und „Act Belong Commit“ sowie Maßnahmen zur Teilhabe älterer Menschen.
d) Rechnungskreis Fonds Gesundes Österreich (FGÖ)
Abgeleitet vom Gesundheitsförderungsgesetz definiert der FGÖ seine Rolle als Förderstelle, Kompetenzzentrum und Drehscheibe in der Gesundheitsförderungslandschaft. Jüngste Entwicklungen machen sichtbar, in welch enger Wechselwirkung ökologische, politische, wirtschaftliche, digitale und soziale Einflussfaktoren mit Gesundheit stehen. Vor diesem Hintergrund wurde für 2025 das Jahresthema „Gesundheit für alle! Gesundheitsforderung – die Wege zu den Menschen“ gewählt: Es verdeutlicht, dass Gesundheitsförderung nur dann wirksam sein kann, wenn sie Menschen tatsachlich erreicht und faire Zugänge zu gesundheitsrelevanten Ressourcen ermöglicht.
Eine zentrale Aufgabe des FGÖ ist die finanzielle Förderung sowie die inhaltliche, methodische und qualitative Umsetzung und Weiterentwicklung von Gesundheitsförderungsprojekten. Dabei war die Projektförderung im Jahr 2025 primär auf die in den vier Lebenswelten definierten Projektcalls und Förderschwerpunkte fokussiert:
• Lebenswelt Digitale Räume: Projekte zur Digitalisierung als Gesundheitsdeterminante und Methode der Gesundheitsförderung, insbesondere für Kinder und Jugendliche • Lebenswelt Bildungseinrichtungen: Initiativen wie „Wohlfühlzone Schule“ oder „ABC der psychosozialen Gesundheit junger Menschen“ zur Stärkung der psychosozialen Gesundheit und Resilienz in Schulen • Lebenswelt Arbeitsplatz, Betriebe: Projekte zur betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF), Konzept für Cluster- und Regionenprojekte für Kleinst- und Kleinbetriebe sowie neue Seminarformate • Lebenswelt Gemeinden, Städte, Regionen: Initiativen wie „Auf gesunde Nachbarschaft!“ und „50 Tage Bewegung“ zur Förderung der sozialen Teilhabe und aktiven Mobilität
Darüber hinaus engagiert sich der FGÖ in Plattformen und Netzwerken und betreibt Aufklärung und Information:
Plattformen und Netzwerke
• Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz (ÖPGK): Fortsetzung der Zusammenarbeit zur Förderung der Gesundheitskompetenz • Österreichische Kompetenz- und Servicestelle für Selbsthilfe (ÖKUSS): Förderung von Selbsthilfeorganisationen und -aktivitäten
Aufklärung und Information
• Kommunikationsmaßnahmen: Schwerpunkt „Gesundheitliche Chancengerechtigkeit – die Bevölkerung wirksam erreichen“ mit Konferenzen, Magazinen und Social-Media-Aktivitäten • Weiterbildungsprogramme: Seminare und Programme zur Gesundheitsförderung für verschiedene Zielgruppen
e) Rechnungskreis „Österreichisches Stammzellregister“
Das Österreichische Stammzellregister (ÖSZR) ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fremdspendersuchen im In- und Ausland. Es ist weltweit mit anderen Spenderregistern verbunden und arbeitet eng mit den österreichischen Spender- und Transplantationszentren zusammen, um für Patientinnen und Patienten eine Stammzelltransplantation zu ermöglichen. Im Jahr 2025 wurden in Österreich 493 Patientinnen und Patienten zur Suche nach nichtverwandten Stammzellspenderinnen und -spendern angemeldet. In jenen österreichischen Spenderdateien, die mit dem ÖSZR kooperieren, waren im Jahr 2025 ungefähr 148.000 potenzielle Stammzellspender:innen registriert. Die Anzahl der Entnahmen von Stammzellen von Spender:innen aus diesen Dateien hat im Jahr 2025 99 betragen. Das ÖSZR organisierte 2025 200 Stammzellpräparate für Patientinnen und Patienten aus Österreich.
2 Leistungsindikatoren
2.1 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
a) Umwelt- und Arbeitnehmerbelange
Die GÖG ist seit dem Jahr 2022 Mitglied beim Klimabündnis (Klimabündnisbetrieb) und hat als solches schon eine Reihe von Maßnahmen im Sinne des Klimaschutzes in die Wege geleitet und umgesetzt. Im Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit gibt es einschlägig erfahrene Mitarbeiter:innen die sich sehr konstruktiv in diese Thematik einbringen.
An der GÖG ist ein Arbeitsschutzausschuss (ASA) eingerichtet, der als beratendes Gremium Empfehlungen/Vorschläge an die Geschäftsleitung erarbeitet. Vom ASA wurden Maßnahmen zur Vermeidung von psychischen Fehlbelastungen vorgeschlagen, deren Umsetzung eine laufende Bestrebung der Geschäftsleitung darstellt. Zusätzlich zur arbeitsmedizinischen Betreuung ist auch ein arbeitspsychologischer Dienst eingerichtet. Außerdem gibt es an der GÖG ein Programm zur betrieblichen Gesundheitsförderung, das im Sinne eines betrieblichen Gesundheitsmanagements ausgeweitet wurde und bei dem Gesundheitszirkel-Moderatorinnen und -Moderatoren eine wichtige Rolle spielen.
Ein weiterer Schwerpunkt im Bereich der Arbeitnehmerbelange ist die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten des Unternehmens. Im Kollektivvertrag der GÖG sind ein Mindestanspruch auf Fort- und Weiterbildung sowie die Art und der Umfang an freiwilligen Sozialleistungen für die Belegschaft definiert. Durch die Einrichtung einer eigenen Personalabteilung im Jahr 2025 wurden die Belange der Personalentwicklung weiter aufgewertet. Zur finanziellen Bedeckung der Umsetzung von konkreten Maßnahmen in den genannten Bereichen wurden entsprechende Vorkehrungen im Budget der GÖG getroffen.
b) Beschäftigtenstand
Zur Beschreibung des für den Betrieb tatsächlich verfügbaren Beschäftigtenstandes wird die Kennzahl Vollzeitäquivalent (VZÄ) angegeben. Diese Kennzahl berücksichtigt die Gewichtung von Teilzeitarbeit, unterjährige Ein- und Austritte von Beschäftigten sowie Karenzfälle und Sonderurlaube.
Die Anzahl an verfügbaren Beschäftigten ist im Berichtsjahr mit einer Anzahl von 385 Personen beziehungsweise 337 VZÄ höher als im Jahr 2024 mit einer Anzahl von 355 Personen beziehungsweise 308 VZÄ. Diese Steigerung des Personalstandes war aufgrund der Auftragslage erforderlich.
Die Zahl der Karenzfälle war im Jahr 2025 mit 16 Personen nur unwesentlich höher als im Jahr 2024 mit 15 Personen. Beinahe die Hälfte aller Beschäftigten der GÖG sind Teilzeitkräfte. Von den verfügbaren Beschäftigten der GÖG wurden im Jahr 2025 10 Personen dauerhaft an das BMASGPK verliehen, im Vorjahr waren das 8 Personen. Im Vergleich zu den Vorjahren unverändert sind rund drei Viertel aller Beschäftigten an der GÖG weiblich und ebenfalls rund drei Viertel Sachbearbeiter:innen.
| in Köpfen | in VZÄ | |
|---|---|---|
| Durchschnittlicher Stand an | ||
| verfügbaren Beschäftigten im | 385* | 337 |
| Jahr 2025 | ||
| Durchschnittlicher Stand an | ||
| verfügbaren Beschäftigten im | 355* | 308 |
| Jahr 2024 |
*ohne Karenzfälle
Darstellung: GÖG
2.2 Finanzielle Leistungsindikatoren
a) Vermögenslage
Im Jahr 2025 wurden Investitionen in der Höhe von € 0,34 Mio. (Vorjahr: € 0,26 Mio.) getätigt, wobei der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit in der technischen Ausstattung der GÖG und der Beschäftigten, sowie in der Anschaffung einer Risikomanagementsoftware gelegen ist. Den Zugängen zum Anlagevermögen stehen Abschreibungen und Abgänge in Höhe von € 0,39 Mio. (Vorjahr: € 0,40 Mio.) gegenüber. Es ergibt sich dadurch eine Reduktion des Anlagevermögens um € 0,06 Mio. (Vorjahr: € 0,14 Mio.). Der Buchwert des gesamten Anlagevermögens (inkl. Finanzanlagen) der GÖG belief sich zum 31. Dezember 2025 auf € 0,51 Mio. (Vorjahr: € 0,57 Mio.). Ein großer Teil der Forderungen der GÖG betrifft die Forderungen gegenüber dem Gesellschafter. Ein Großteil dieser Forderungen sind dem Geschäftsbereich FGÖ zuzurechnen und bilden die Grundlage, bei gegebenem Bedarf zusätzliche Mittel an die GÖG für den FGÖ auszuzahlen. Der Stand dieser Forderung hat sich im Jahr 2025 gegenüber dem Jahr 2024 nicht verändert und beträgt € 7,98 Mio. Die Forderungen der GÖG waren zum Bilanzstichtag mit einer Höhe von € 19,00 Mio. deutlich niedriger als im Vorjahr (€ 25,45 Mio.). Diese Verminderung ist in erster Linie auf eine Abnahme der Forderungen aus noch nicht fakturierten Leistungen im Bereich RRF und Agenda Gesundheitsförderung im Ausmaß von rund € 6,87 Mio. zurückzuführen.
Unter Berücksichtigung der Entwicklung der in den Vorräten abgebildeten noch nicht abrechenbaren Leistungen in der Höhe von € 0,57 Mio. (Vorjahr: € 0,44 Mio.) und dem Stand an liquiden Mitteln zum Bilanzstichtag in der Höhe von € 18,33 Mio. (Vorjahr: € 13,57 Mio.) ist das Umlaufvermögen der GÖG mit einer Höhe von € 37,90 Mio. gegenüber dem Vorjahr (€ 39,46 Mio.) gesunken.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungen in Höhe von € 0,66 Mio. sind im Vergleich zum Vorjahr (€ 10,63 Mio.) deutlich zurückgegangen. Dies ist mit dem Auslaufen von mehrjährigen Fördervereinbarungen im Rechnungskreis RRF begründet, für die diese Abgrenzungen zu bilden waren.
Tabelle 2: Anlage-, Umlaufvermögen und Aktive Rechnungsabgrenzung der GÖG (in Mio. €)
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Anlagenvermögen | 0,51 | 0,57 |
| Umlaufvermögen | 37,90 | 39,46 |
| Aktive Rechnungsabgrenzung | 0,66 | 10,63 |
| Darstellung: GÖG |
b) Ertragslage
Die Umsatzerlöse der GÖG erreichten im Jahr 2025 ein Volumen von € 60,72 Mio. (Vorjahr: € 74,55 Mio.) und gliedern sich nach Rechnungskreisen und unter Berücksichtigung der Verrechnung von internen Leistungen wie folgt:
Tabelle 3: Umsatzerlöse der GÖG (in Mio. €)
| 2025 | 2024 | Vdg. | Vdg. % | |
|---|---|---|---|---|
| Rechnungskreis ÖBIG/BIQG | 42,22 | 38,03 | 4,19 | 11,0% |
| Rechnungskreis Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) | 13,11 | 7,96 | 5,15 | 64,7% |
| Rechnungskreis Österreichisches Stammzellregister | ||||
| (ÖSZR) | 7,59 | 6,44 | 1,15 | 17,9% |
| Rechnungskreis Agenda Gesundheitsförderung | 2,99 | 4,43 | -1,44 | -32,5% |
| Rechnungskreis Recovery and Resilience Facility (RRF) | -5,19 | 17,69 | -22,88 | -129,4% |
| Umsatzerlöse gesamt | 60,72 | 74,55 | -13,83 | -18,6% |
Darstellung: GÖG
Die wesentlichsten Unterschiede bei den Umsatzerlösen nach interner Leistungsverrechnung im Vergleich zum Vorjahr sind durch folgende Punkte begründet:
• Die Umsatzerlöse im Rechnungskreis ÖBIG/BIQG in Höhe von € 42,22 Mio. sind im Vergleich zum Vorjahr um € 4,19 Mio. (+11,0 %) gestiegen, insbesondere durch zusätzliche Beauftragungen durch das BMASGPK im Bereich der Rahmenleistungsanweisung und durch höhere Beauftragungen durch die Bundesgesundheitsagentur (BGA) im Bereich Zielsteuerung-Gesundheit und der Förderung des Transplantationswesens. • Im Rechnungskreis FGÖ lagen die Umsatzerlöse mit € 13,11 Mio. über den Vorjahreserlösen in Höhe von € 7,96 Mio. Dies ist durch eine Budgetaufstockung aus Mitteln des Finanzausgleichs für den Zeitraum 2024 bis 2028 um jährlich € 2,75 Mio. bedingt. Da die Ergänzung zur Leistungsanweisung jedoch erst im Frühjahr 2025 unterfertigt wurde, wurde die Erhöhung für das Jahr 2024 erst im Jahr 2025 ertragswirksam. • Im Rechnungskreis ÖSZR entwickelten sich die Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich sehr positiv (+€ 1,15 Mio. bzw. +17,9 %). Dies ist auf eine erhöhte Nachfrage nach Stammzellspendern und ein erhöhtes Spenderaufkommen zurückzuführen. • Die Umsatzerlöse im Rechnungskreis Agenda Gesundheitsförderung lagen 2025 mit € 2,99 Mio. um € 1,44 Mio. (-32,5 %) unter dem Vorjahreswert, was auf die zeitliche Verschiebung bei Aufwendungen im Zusammenhang mit Beauftragungen und Förderungen und somit auch Umsätzen zurückzuführen ist. • Im Rechnungskreis RRF kam es im Jahr 2025 zu einer Reduktion des Umsatzvolumens von € 17,69 Mio. auf € -5,19 Mio. Der Umsatzrückgang resultiert aus dem Auslaufen von umfangreichen Förderprojekten. Der ausgewiesene Negativumsatz ergibt sich aus nicht
ausgenützten Förderungen im Projekt Community Nursing und dadurch bedingten Umsatzsowie Aufwandskorrekturen.
Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen belaufen sich auf € 17,89 Mio. (Vorjahr: € 36,39 Mio.). Diese Aufwendungen umfassen projektbezogene Sachaufwendungen sowie Aufwendungen für Förderungen, welche in direktem Zusammenhang mit den Umsatzerlösen stehen.
Tabelle 4: Aufwendungen für Material und bezogene Herstellungsleistungen der GÖG (in Mio. €)
| 2025 | 2024 | Vdg. | Vdg. % | |
|---|---|---|---|---|
| Rechnungskreis ÖBIG/BIQG | 4,29 | 3,95 | 0,34 | 8,6% |
| Rechnungskreis Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) | 9,55 | 4,97 | 4,58 | 92,2% |
| Rechnungskreis Österreichisches Stammzellregister | ||||
| (ÖSZR) | 6,25 | 5,37 | 0,88 | 16,4% |
| Rechnungskreis Agenda Gesundheitsförderung | 2,99 | 4,43 | -1,44 | -32,5% |
| Rechnungskreis Recovery and Resilience Facility (RRF) | -5,19 | 17,67 | -22,86 | -129,4% |
| Aufwendungen für Material und bezogene Herstel- | ||||
| lungsleistungen gesamt | 17,89 | 36,39 | -18,50 | -50,8% |
Darstellung: GÖG
Die wesentlichsten Veränderungen bei den Aufwendungen für Material und bezogene Herstellungsleistungen im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich aus:
• Im Rechnungskreis ÖBIG/BIQG stiegen die projektbezogenen Sachaufwendungen um rund € 0,34 Mio. im Vergleich zu 2024 an. Dies ist primär auf das steigende Beauftragungsvolumen seitens des BMASGPK zurückzuführen. • Die Aufwendungen für Förderungen und Beauftragungen im Rechnungskreis FGÖ sind mit € 9,55 Mio. gegenüber dem Vorjahr (€ 4,97 Mio.) deutlich angestiegen. Dies ist durch eine Budgetaufstockung aus Mitteln des Finanzausgleichs für den Zeitraum 2024 bis 2028 um jährlich € 2,75 Mio. bedingt. Da die Ergänzung zur Leistungsanweisung jedoch erst im Frühjahr 2025 unterfertigt wurde, wurde die Erhöhung für das Jahr 2024 erst im Jahr 2025 aufwandswirksam. • Die Aufwendungen im Zusammenhang mit der nationalen und internationalen Spendersuche im Stammzellregister in der Höhe von € 6,25 Mio. sind insbesondere aufgrund der höheren Anzahl an Suchen und Produkten für Transplantationen sowie inflationsbedingter Preisanpassungen wieder angestiegen (Vorjahr: € 5,37 Mio.). • Die Aufwendungen für Beauftragungen und Förderungen im Rechnungskreis Agenda Gesundheitsförderung in Höhe von € 2,99 Mio. sind aufgrund von zeitlichen Verschiebungen gegenüber dem Vorjahr (€ 4,43 Mio.) gesunken. • Der Rückgang sowie der ausgewiesene negative Aufwand (€ -5,19 Mio.) im Rechnungskreis RRF basiert auf sinkenden Förderaufwendungen sowie Aufwandskorrekturen aufgrund nicht ausgenützter Förderungen im Programm Community Nursing, das 2025 ausgelaufen ist.
Die Personalaufwendungen in Höhe von € 35,53 Mio. liegen deutlich über dem Wert des Vorjahres (€ 31,96 Mio.). Dieser Anstieg von ungefähr 11 Prozent ist vor allem bedingt durch die höhere Anzahl an Beschäftigten (plus 9,1 % Steigerung bei den VZÄ). Der Anstieg der Personalaufwendungen ist weiters bedingt durch die jährliche Tarifanpassung (3,5 %) sowie durch kollektivvertraglich vorgesehene Vorrückungen im Gehaltsschema und individuelle Gehaltserhöhungen.
Unter Berücksichtigung der Abschreibungen inklusive des Aufwands für geringwertige Wirtschaftsgüter in Höhe von € 0,39 Mio. (Vorjahr: € 0,40 Mio.) sowie sonstiger betrieblicher Aufwendungen in Höhe von € 5,69 Mio. (Vorjahr: € 5,12 Mio.) errechnet sich ein positives Betriebsergebnis in der Höhe von € 1,72 Mio. (Vorjahr: € 1,48 Mio.).
Das Finanzergebnis belief sich auf € 0,11 Mio. (Vorjahr: € 0,15 Mio.) und konnte somit einen kleinen Beitrag zum Gesamtergebnis leisten. Daraus resultiert ein Jahresüberschuss in der Höhe von € 1,83 Mio. (Vorjahr: € 1,63 Mio.), der zur Gänze den Gewinnrücklagen zugeführt wird.
Tabelle 5: Überblick Ertragslage der GÖG (in Mio. €)
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Betriebsleistung | 61,23 | 75,35 |
| Aufwendungen für Material | ||
| und sonstige bez. Herstellungs- | 17,89 | 36,39 |
| leistungen | ||
| Personalaufwand | 35,54 | 31,96 |
| Abschreibungen | 0,39 | 0,40 |
| Sonstige betriebliche Aufwen- | ||
| dungen | 5,69 | 5,12 |
| Betriebsergebnis | 1,72 | 1,48 |
| Finanzergebnis | 0,11 | 0,15 |
| Jahresüberschuss | 1,83 | 1,63 |
Darstellung: GÖG
c) Finanzlage
Tabelle 6: Kapitalflussrechnung der GOG (in Mio. €)
| Kapitalflussrechnung GÖG | 2025 | 2024 | |
|---|---|---|---|
| 1. | Jahresüberschuss | 1,83 | 1,63 |
| 2. | + Abschreibungen /- Zuschreibungen auf Vermögensgegenstände des Investitionsbereichs | 0,39 | 0,40 |
| + Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen (ohne Finanzanlagen) | 0,00 | 0,00 | |
| + Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen und sonstigen Finanzinvestitionen | 0,00 | 0,00 | |
| - Verluste aus dem Abgang von Anlagevermögen (ohne Finanzanlagen) | 0,00 | 0,00 | |
| - Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen und sonstigen Finanzinvestitionen | 0,00 | 0,00 | |
| 2b. + Verlust / - Gewinn aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des Investitionsbereichs | 0,00 | 0,00 | |
| = Geldfluss aus dem ordentlichen Ergebnis | 2,22 | 2,03 | |
| - Zunahme / + Abnahme der Vorräte | -0,13 | 0,50 | |
| - Zunahme / + Abnahme der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände | 6,45 | -8,43 | |
| - Zunahme / + Abnahme der aktiven Rechnungsabgrenzungsposten | 9,97 | 16,88 | |
| 3a. - Zunahme / + Abnahme der Forderungen sowie anderer Aktiva | 16,29 | 8,95 | |
| + Zunahme / - Abnahme von Rückstellungen für Abfertigungen | 0,01 | 0,56 | |
| + Zunahme / - Abnahme von sonstigen Rückstellungen | 1,08 | -0,67 | |
| 3b. + Zunahme / - Abnahme von Rückstellungen | 1,09 | -0,12 | |
| + Zunahme / - Abnahme von erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen | -0,05 | 1,33 | |
| + Zunahme / - Abnahme von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -9,88 | -16,67 | |
| + Zunahme / - Abnahme von sonstigen Verbindlichkeiten | 2,21 | 0,95 | |
| + Zunahme / - Abnahme der passiven Rechnungsabgrenzungsposten | -6,77 | 1,21 | |
| 3c. + Zunahme / - Abnahme der Verbindlichkeiten sowie anderer Passiva | -14,49 | -13,17 | |
| 4. = Nettogeldfluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 5,11 | -2,31 | |
| + Zugänge It. Anlagenspiegel | 0,34 | 0,26 | |
| 5. - Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen) | -0,34 | -0,26 | |
| 6. | = Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit | -0,34 | -0,26 |
| 7. | = Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 0,00 | 0,00 |
| 8. | Nettogeldfluss gesamt (Summe aus Zi. 4., 7. und 8.) | 4,77 | -2,57 |
| Bestand an liquiden Mitteln am Beginn der Periode | 13,57 | 16,14 | |
| +/- Veränderung liquide Mittel | 4,77 | -2,57 | |
| = Bestand an liquiden Mitteln am Ende der Periode | 18,33 | 13,57 | |
| Darstellung: GÖG | |||
Die liquiden Mittel haben sich im Jahresverlauf von € 13,57 Mio. um € 4,76 Mio. auf € 18,33 Mio. erhöht. Der Nettogeldfluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist mit € 5,11 Mio. positiv und beruht insbesondere auf dem Jahresüberschuss (€ 1,83 Mio.) sowie der Abnahme von Forderungen (€ 6,45 Mio.) und Aktiven Rechnungsabgrenzungen (€ 9,97 Mio.). Der Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit beläuft sich auf € -0,34 Mio. und betrifft vorrangig Investitionen ins Anlagermögen.
Zum Bilanzstichtag 31.12.2024 hatte die GOG ein Eigenkapital von insgesamt € 7,67 Mio. aufgewiesen. Unter Berücksichtigung des Jahresüberschusses im Jahr 2025 in der Höhe von € 1,83 Mio. weist die GÖG zum Bilanzstichtag 31.12.2025 ein Eigenkapital in der Höhe von
€ 9,50 Mio. auf. Dieses Eigenkapital war zum Bilanzstichtag zu 100 Prozent mit liquiden Mitteln abgedeckt.
Tabelle 7: Überblick Eigenkapital und liquide Mittel der GÖG (in Mio. €)
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 9,50 | 7,67 |
| Liquide Mittel | 18,33 | 13,57 |
| Darstellung: GÖG |
3 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten, denen das Unternehmen ausgesetzt ist
Aufgrund der gesetzlichen Grundlage, der dadurch festgelegten Aufgaben und Exklusivität bei der Auftragsabwicklung für den Bund bzw. Auftragsvergabe durch den Bund stellt eine etwaige Kürzung bei der Höhe der für die GÖG jährlich verfügbaren Budgetmittel des Bundes einen Risikofaktor dar, da die Umsatzerlöse des BMASGPK im aktuellen Geschäftsjahr mit rund 61 Prozent den mit Abstand größten Anteil an den gesamten Umsatzerlösen der GÖG darstellen.
Die fünf Rechnungskreise der GÖG sind von diesem Risikofaktor unterschiedlich betroffen:
Für die Rechnungskreise FGÖ und Agenda Gesundheitsförderung sind die Mittel und damit die Umsatzerlöse für die Periode 2024 bis 2028 der Höhe nach im Finanzausgleichsgesetz festgelegt und daher nicht von den jährlichen Budgetverhandlungen abhängig. Durch diese Festlegung stehen für den Rechnungskreis FGÖ jährlich durchschnittlich 10,00 Millionen Euro und für den Rechnungskreis Agenda Gesundheitsförderung 10,25 Millionen Euro bis Ende 2028 zur Verfügung.
Beim Rechnungskreis RRF sind zwei große Programme aus der Recovery and Resilience Facility bereits beendet, zwei weitere laufen bis 2026 bzw. 2029, die dafür vorgesehenen Mittel sind mit dem BMASGPK vertraglich festgelegt.
Beim Rechnungskreis ÖBIG/BIQG ist für das Jahr 2026 ein weitgehend konstantes Auftrags- und Mittelvolumen gegenüber dem Vorjahr mit dem BMASGPK in Form von jährlichen Leistungsanweisungen durch den Eigentümer zu erwarten.
Für die GÖG stellen die Aufträge der BGA ebenfalls einen wichtigen Teil der Umsatzerlöse dar (aktuell ungefähr 16 %). Die dafür verfügbaren Mittel werden grundsätzlich im Rahmen des Finanzausgleiches zwischen Bund und Ländern festgelegt. Die der GÖG zuordenbaren Aufgaben und Mittel werden im Jahr 2026 dem Umfang nach im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht ansteigen.
Das „Österreichische Stammzellregister“ wird zwar im Auftrag des BMASGPK betrieben, die Mittel dafür (aktuell ungefähr 13 % der Umsatzerlöse der GÖG) kommen jedoch ausschließlich von anderen Finanzierungsträgern. Die GÖG hat nicht nur den gesetzlichen Auftrag zur Führung des österreichischen Stammzellregisters, sondern auch einen unbefristeten Finanzierungsvertrag mit dem Dachverband der Sozialversicherungsträger. Die Refundierungen der Aufwendungen für die Stammzellspendersuche sind vertraglich und teilweise auch gesetzlich abgesichert.
Aufgrund der erreichten Größe der GÖG (Umsatz, Anzahl der Beschäftigten) sowie der sich daraus ergebenden Struktur sowie der zunehmenden Aufgaben der GÖG wurde nach Vorarbeiten im Jahr 2024 im Jahr 2025 ein Risikomanagementsystem an der GÖG eingerichtet.
4 Prognose
Als Ausgangsbasis für diese Prognose können die Werte aus dem Jahresabschluss der GÖG für das Jahr 2025 und für die Prognose selbst, die im ersten Quartal 2026 aktualisierten Werte aus der Vorschau für das Jahr 2026 herangezogen werden.
Aus gesundheitspolitscher Sicht ergab sich für das Jahr 2025 ein differenziertes Bild: Einerseits war das Jahr gekennzeichnet von einer recht homogenen und kontinuierlichen Bearbeitung der im Finanzausgleich 2023 definierten Agenda, bei welcher auch der GÖG in maßgeblichen Bereichen wie Planungsarbeiten, Digitalisierung, Gesundheitspersonal aber auch Gesundheitsförderung und Prävention eine erweiterte Rolle zukommt. Andererseits war das Jahr 2025 auf der Ebene der politischen Steuerung von unterschiedlichen Phasen und auch Veränderungen gekennzeichnet: von der zunächst langen und wechselvollen Phase der Regierungsverhandlungen (mit der alten Regierung noch im Amt) hin zum Amtsantritt der neuen Bundesregierung und nunmehr wieder einer Konstellation mit eigenem Staatssekretariat im Ministerium. Aus perspektivischer Sicht konnten mit dem Doppelbudget 2025/2026 stabile finanzielle Rahmenbedingungen für die GÖG auch in den nicht finanzausgleichs-verhangenen Finanzierungsbereichen sichergestellt werden. Aufgrund der avisierten Vorhaben im Zuge der Reformpartnerschaft kommt insbesondere den Bereichen Gesundheitsplanung, Primärversorgung und Gesundheitsökonomie sowie Digitalisierung eine erhöhte Priorität in der Aufgabensetzung und Bearbeitung der Reformagenden zu.
4.1 Entwicklung des Auftrags- bzw. Umsatzvolumens
Laut Prognose wird für das Jahr 2026 ein Umsatzvolumen der GÖG von insgesamt € 71,37 Mio. erwartet. Das Erlösvolumen ist somit im Vorjahresvergleich (€ 60,72 Mio.) deutlich ansteigend, was jedoch auch auf Umsatzkorrekturen aufgrund nicht ausgenützter Förderungen im Rechnungskreis RRF im Jahr 2025 zurückzuführen ist.
Tabelle 8: Entwicklung der Umsatzerlöse (in Mio. €)
| 2026 | 2025 | Vdg. | Vdg. % | |
|---|---|---|---|---|
| Rechnungskreis ÖBIG/BIQG | 44,50 | 42,22 | 2,28 | 5,4% |
| Rechnungskreis Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) | 0,70 | -5,19 | 5,89 | 113,5% |
| Rechnungskreis Österreichisches Stammzellregister (ÖSZR) | 7,84 | 2,99 | 4,85 | 162,2% |
| Rechnungskreis Agenda Gesundheitsförderung | 10,34 | 13,11 | -2,77 | -21,1% |
| Rechnungskreis Recovery and Resilience Facility (RRF) | 7,99 | 7,59 | 0,40 | 5,3% |
| Umsatzerlöse gesamt | 71,37 | 60,72 | 10,65 | 17,5% |
Darstellung: GÖG
In den einzelnen Rechnungskreisen ergibt sich für das Jahr 2026 folgende Prognose für die Umsätze nach interner Leistungsverrechnung:
Die erzielbaren Umsatzerlöse der GÖG hängen im Rechnungskreis ÖBIG/BIQG vom verrechenbaren Auftragsvolumen ab. Dieses Auftragsvolumen hat im Jahr 2025 € 42,22 Mio. betragen. Nach aktuellen Hochrechnungen wird dieses Auftragsvolumen im Jahr 2026 auf ungefähr € 44,50 Mio. (+€ 2,28 Mio.) ansteigen. Dies ist insbesondere auf eine Ausweitung der Arbeiten
für die BGA im Bereich der Planungsmittel und Transplantfördermittel, Arbeiten zum Thema eHealth und einem Anstieg der internen Leistungsverrechnung im Bereich Agenda Gesundheitsförderung zurückzuführen.
Im Rechnungskreis Recovery and Resilience Facility (RRF) verbleiben im Jahr 2026 zwei Arbeitsschwerpunkte, der Betrieb der Plattform zur Förderung der Einrichtung von Primärversorgungseinheiten und die Unterstützungsarbeiten bei der Einführung eines elektronischen Eltern-Kind- Passes. Hierfür prognostiziert die GÖG einen Umsatzerlös nach interner Leistungsverrechnung von € 0,70 Mio. Ein Vorjahresvergleich ist wenig aussagekräftig, da das Programm Community Nursing ausgelaufen ist und hier durch Aufwands- und Umsatzkorrekturen aufgrund von nicht ausgenützten Förderungen im Vorjahr ein Negativumsatz auszuweisen war (€ -5,19 Mio.).
Im Rechnungskreis Agenda Gesundheitsförderung stehen für die Kompetenzzentren Klima und Gesundheit (KoKuG), Gesundheitsförderung und Gesundheitssystem (KoGuG) sowie Zukunft Gesundheitsförderung (KoZuG) auf Grundlage des Finanzausgleichs jährlich € 10,25 Mio. zur Verfügung. Davon sind für das Jahr 2026 € 7,84 Mio. für Beauftragungen und Förderungen vorgesehen (+ € 4,85 Mio.), was sich in den Umsatzerlösen abbildet.
Für 2026 wird für den Rechnungskreis FGÖ unter Berücksichtigung der Erlöse aus ÖKUSS ein Umsatzerlös von insgesamt € 10,34 Mio. erwartet. Dies ist weniger als im Jahr 2025 (€ 13,11 Mio.), wo atypisch viele Mittel aus der Budgetaufstockung aus Mitteln des Finanzausgleichs zur Verfügung standen. Dies war durch Verzögerungen bei der Vertragserstellung im Jahr 2024 begründet.
Die GÖG hat den gesetzlichen Auftrag zur Führung des „Österreichischen Stammzellregisters“. Die Umsatzerlöse im Stammzellregister sind primär von der Anzahl der Patientinnen und Patienten, die eine Stammzelltransplantation benötigen und daher für eine Stammzellspendersuche angemeldet werden, abhängig. Diese Anzahl ist in den letzten Jahren gestiegen, dürfte mittelfristig aber konstant bleiben. Der prognostizierte Umsatzerlös beim Stammzellregister liegt im Jahr 2026 bei ungefähr € 7,99 Mio. und damit etwas über dem Umsatzerlös im Jahr 2025 (€ 7,59 Mio.).
4.2 Personelles und Personalressourcen
Seit August 2016 ist ao. Univ.-Prof. Dr. Herwig Ostermann, CEO Geschäftsführer der GÖG. Gemeinsam mit Dr.in med. univ. Karin Eglau, Mag.a Claudia Habl, COO Mag. Otto Postl, CFO (bis September 2025), Mag. Dr. Klaus Ropin, MMag. Kurt Wolfsberger, CFO (Oktober bis Dezember 2025) und Mag.a Dr.in Nadine Zillmann zeichnet er für die Geschäftsleitung verantwortlich.
Aufgrund der neuerlichen Ausweitung der Arbeiten für das BMASGPK und der BGA und der dadurch bedingten Entwicklung der Umsatzerlöse, wird die Personalausstattung der GÖG im Jahr 2026 etwas höher sein als im Vergleich zum Vorjahr. Basierend auf den aktuellen Prognosen kann daher für das Jahr 2026 folgende Annahme zur Personalausstattung der GÖG getroffen werden. Die Kennzahl Vollzeitäquivalent – VZÄ, berücksichtigt bei der Personalanzahl die Gewichtung aufgrund von Teilzeitarbeit sowie unterjährigen Ein- und Austritten von Beschäftigten:
Tabelle 9: Vollzeitäquivalent – VZÄ
| VZÄ | |
|---|---|
| Durchschnittlicher Stand 2025 | 337 |
| Prognostizierter durchschnittlicher Stand 2026 | 342 |
| Darstellung: GÖG |
4.3 Räumliche Situation
Aufgrund des neuerlichen Anstiegs der Anzahl an Beschäftigten sind die bestehenden Räumlichkeiten ausgelastet. Ende 2025 wurde eine neue Räumlichkeit in der Falkestraße 6 angemietet. Für das Jahr 2026 stehen größere räumliche Veränderungen bevor. Die Räumlichkeiten am Stubenring 8 sowie ein Stockwerk am Standort Aspernbrückengasse werden aufgegeben, stattdessen erfolgt eine optimierte Nutzung der bestehenden Räumlichkeiten sowie eine Neuanmietung in der Biberstraße 22, die sich im gleichen Gebäudekomplex befindet, wie der Hauptstandort Stubenring 6.
4.4 Organisatorisches
Seit der Neuorganisation Anfang 2025 besteht die GÖG aus vier fachlichen Unternehmensbereichen:
ÖBIG mit den Abteilungen
• Digitalisierung und Dateninfrastrukturen • Gesundheit, Gesellschaft und Chancengerechtigkeit • Gesundheitsberufe und Langzeitpflege • Gesundheitsökonomie und -systemanalyse • Kompetenzzentrum Sucht • Pharmaökonomie • Planung und Systementwicklung • Primärversorgung und Versorgungskoordination • Psychosoziale Gesundheit
und mit den Öffentlichen Services
• ÖBIG-Transplant • Österreichisches Stammzellregister • Vergiftungsinformationszentrale
BIQG mit den Abteilungen
• Evidenz und Qualitätsstandards • Koordination Onkologie • Qualitätsarbeit- und Entwicklung • Qualitätsmessung und Patientenbefragung
Agenda Gesundheitsförderung mit den Abteilungen
• Gesundheitsförderung und Gesundheitssystem • Klima und Gesundheit (Klimaneutralität und nachhaltige Transformation) • Klima und Gesundheit (Klimaresilienz und One Health) • Zukunft Gesundheitsförderung • Redaktion Gesundheitsportal
Fonds Gesundes Österreich inkl. Österreichische Kompetenz- und Servicestelle für Selbsthilfe (ÖKUSS)
Darüber hinaus wurden die Koordination der internationalen Arbeiten und jene der Tochterfirmen sowie der Betrieb des Gesundheitsberuferegisters im Bereich Programmmanagement, Internationales und Organisation zusammengefasst. Die Leitung verantwortet als Chief Operation Officer (COO) darüber hinaus alle operativen Agenden der GÖG.
Aufgrund der Entwicklung der vom BMASGPK übertragenen Arbeiten in den letzten Jahren ist die Anzahl der Beschäftigten sowie der Umsatz der GÖG stark angestiegen. Die GÖG hat nunmehr eine Größe erreicht, dass im Zusammenhang mit den Anforderungen an das Beteiligungsmanagement des BMASGPK und aufgrund gesetzlicher Bestimmungen zum Berichtswesen folgende Aufgaben erfüllt werden müssen:
• Führung eines Risikomanagements • Erarbeitung eines Qualitätsmanagements- und Qualitätssicherungssystems • Aktualisierung und Ausweitung des bestehenden Managementinformationssystems • Ausbau der Digitalisierung interner Prozesse
5 Forschung und Entwicklung
Die Gesundheit Österreich GmbH wurde per Bundesgesetz als nationales Forschungs- und Planungsinstitut im Gesundheitswesen eingerichtet. Konkretisierend muss dazu angeführt werden, dass die GOG sowohl Arbeiten im Sinne von wissenschaftlich basierten Dienstleistungen und Forschungsarbeiten wie zum Beispiel bevölkerungsbezogene Befragungen durchführt, als auch wissensbasierte Projektarbeiten wie zum Beispiel die Durchführung von Literaturanalysen zur Unterstützung bei gesundheitspolitisch relevanten Fragestellungen erbringt. Die GÖG führt jedoch keine naturwissenschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch.
Bei der Durchführung der Arbeiten bzw. Erbringung der Dienstleistungen muss sich die GÖG am aktuellen Stand der Wissenschaft, Forschung und Technik orientieren. Das bedingt für die Beschäftigten der GÖG einen permanenten Lernprozess, der durch die gezielte Bereitstellung von Zeit- und Finanzressourcen für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie durch Kooperationen mit universitären und außeruniversitären Einrichtungen und des Weiteren durch die Einrichtung eines wissenschaftlichen Beirates an der GOG unterstützt wird. Dem Thema Wissensmanagement und damit zusammenhängend der Personalentwicklung wird an der GÖG ein sehr hoher Stellenwert beigemessen.
6 Finanzinstrumente, Risiken und Strategien
Das Unternehmen bedient sich nicht des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten.
7 Zweigniederlassungen
Die Gesundheit Österreich GmbH hat keine Zweigniederlassungen.
Wien, am 3. Juni 2026
a.o. Univ.-Proß Dr. Herwig Ostermann Geschäftsführer /