Inhaltsverzeichnis
1. ALLGEMEINES
Die Firma VORAN Maschinen GmbH ist ein internationales, mittelständisches Unternehmen im oberösterreichischen Zentralraum mit durchschnittlich 112 Beschäftigten. Der Schwerpunkt der Maschinenproduktion liegt in der Fertigung landwirtschaftlicher Geräte zur Obstverarbeitung, Getreideaufbereitung und die Grünlandtechnik. Im Anlagenbau liegen die Schwerpunkte bei der Schlachttechnik und den dafür erforderlichen Förderanlagen, wobei wir durch die jahrzehntelange Erfahrung in der Schwein-, Rinder- und Schafschlachtung weltweit Anlagen ausführen und auf entsprechende Referenzprojekte verweisen können. Durch modernste Technologien und dem entsprechenden Maschinenpark, unter Einsatz von Lasertechnik, Kantroboter, Schweißroboter bis hin zur neuesten Laserschweißtechnik verfügt das Unternehmen über alle Voraussetzungen, um in der Fremdfertigung für nahezu jeden gewerblichen oder industriellen Einsatzbereich Einzelteile, Halbfabrikate und Komponentenbau für die Industrie produzieren zu können. Im Bereich Metallbau liegt der Schwerpunkt in der Alu- und Stahlkonstruktion von Fassaden, Geländer, Stiegen, sowie der Verglasungen ganzer Gebäudefronten. Wichtigster Absatzmarkt ist Europa, insbesondere Osterreich, Deutschland, Schweiz und die osteuropäischen Staaten. Lieferungen verteilen sich aber am Weltmarkt auf bis zu 104 Länder. Die Firma VORAN Maschinen GmbH ist ein 100 %iges Tochterunternehmen der VORAN Holding GmbH und körperschaftsteuerrechtlich mit dieser in eine Unternehmensgruppe einbezogen.
2. DARSTELLUNG DES GESCHAFTSVERLAUFES
Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Betriebsleistung im Vergleich zum Vorjahr um 13% gesunken. Die Materialintensität hat sich mit rund 54% (Vorjahr 55%) nicht verändert. Insgesamt sank der Rohertrag auf € 14,7 Mio (Vorjahr € 16,7 Mio). Die Personalintensität ist von 25 % auf 28 % gestiegen. Die sonstigen Aufwendungen sind im Vergleich zur Betriebsleistung mit 14 % leicht niedriger als im Vorjahr (15%). Das Geschäftsjahr schließt mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von rund € -0,07 Mio (Vorjahr € 0,8 Mio). Der Return on Investment nach Steuern beträgt -0,3 % (Vorjahr 2,8 %).
3. DARSTELLUNG DER LAGE DES UNTERNEHMENS
A) ERTRAGSLAGE
Die nachstehenden Kennzahlen bieten einen Überblick über die Entwicklung der Ertragslage.
| Ergebniskennzahlen in TEUR | 2024/25 | 2023/24 |
|---|---|---|
| Betriebsleistung | 32.188,4 | 36.958,3 |
| Materialintensität | 54,4% | 54,7% |
| Personalintensität | 28,0% | 24,9% |
| EBT | -108,7 | 967,6 |
| Betriebsleistungsrendite | -0,3% | 2,6% |
| Jahresergebnis | -76,8 | 758,5 |
| Jahresergebnis /Betriebsleistung | -0,2% | 2,1% |
| Mitarbeiter | 112 | 119 |
| ROI nach Steuern | -0,3% | 2,8% |
Tabelle 1 – Kennzahlen Ertragslage
B) VERMÖGENS- UND FINANZLAGE
Die Investitionen in das Anlagevermögen waren mit € 2,2 Mio höher als in den Vorjahren. Im Wesentlichen betrafen diese aber den Erwerb von einer Beteiligung. Das Working Capital ist auf € 8,9 Mio gesunken (Vorjahr € 10,5 Mio). Die Working Capital Ratio beträgt 1,8 (Vorjahr 2,0).
Die Eigenkapitalquote inkl. Investitionszuschüsse sinkt leicht auf 50,7 % (Vorjahr 51,6 %).
| AKTIVA | 2024/25 | 2023/24 |
|---|---|---|
| A. ANLAGEVERMÖGEN | 5.627,6 | 4.752,1 |
| B. UMLAUFVERMÖGEN | 18.578,4 | 20.407,9 |
| C. AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGEN | 291,7 | 111,9 |
| D. AKTIVE LATENTE STEUERN | 339,6 | 265,9 |
| SUMME | 24.837,3 | 25.537,8 |
| PASSIVA | 2024/25 | 2023/24 |
| A. EIGENKAPITAL | 12.420,2 | 12.997,0 |
| B. INVESTITIONSZUSCHÜSSE | 172,62 | 188,7 |
| C. RÜCKSTELLUNGEN | 3.497,0 | 3.514,5 |
| D. VERBINDLICHKEITEN | 8.747,4 | 8.837,6 |
| SUMME | 24.837,3 | 25.537,8 |
Tabelle 2 – Bilanzübersicht
Der Cash-Flow It. URG beträgt rund € 0,7 Mio (Vorjahr € 1,8 Mio). Die theoretische Schuldentilgungsdauer It. URG liegt bei 14,4 Jahren (Vorjahr 3,9).
| Kapitalflussrechnung | 2024/25 | 2023/24 |
|---|---|---|
| Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit | 279,4 | -2.344,3 |
| Cash Flow aus der Investitionstätigkeit | -2.118,2 | -832,9 |
| Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit | -508,2 | -562,7 |
| Summe Cash Flow = Veränderung Finanzmittelbestand | -2.347,0 | -3.739,9 |
| Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 5.170,2 | 8.910,1 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 2.823,2 | 5.170,2 |
Tabelle 3 – Kapitalflussrechnung
4. WICHTIGE EREIGNISSE WÄHREND DES GESCHÄFTSJAHRES
Wie bereits im Anhang erläutert, hat der anhaltende Krieg zwischen Russland und der Ukraine starke Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Lage des Unternehmens.
Die Firma RT-Engineering GmbH wurde zu 60% übernommen.
In der Sparte Anlagenbau konnten größere Aufträge wiederum nicht abgeschlossen werden, da sich die Kunden in Hochrisikogebieten befinden (wie zB. Myanmar und Südsudan). Im Bereich Robotic wurden die Entwicklungsarbeiten mit einer Versuchsanlage bei einem namhaften Kunden bis hin zur Anwendungsreife erfolgreich durchgeführt. In der Sparte Produkte wurde ein neuer Siebbandpressentyp entwickelt.
Die im Vorjahr installierte Kostenrechnung wird laufend angewendet und ausgebaut.
5. VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG UND HINWEISE AUF RISKEN.
In der Sparte Produkte ist die Nachfrage weiterhin angespannt (in etwa -10%). In der Sparte Metallbau ist auf Grund der rezessiven Baukonjunktur mit einer rückläufigen Auftragslage zu rechnen. Der Geschäftsbereich Teilefertigung liegt zwar in der Umsatzentwicklung 5% über Plan-Niveau, ein Ausblick auf Grund der konjunkturellen Lage ist jedoch unsicher. Der Anlagenbau kämpft weiterhin mit Folgeaufträgen und muss durch andere Geschäftsbereiche gestützt werden. Auf das Thema Robotic wird im Abschnitt F&E näher eingegangen.
Die weiteren Auswirkungen des Krieges auf die Marktentwicklung und die Einflüsse aus der Heizungsbranche sind derzeit nur schwer einschätzbar. Eine Bestandsgefährdung besteht nach eingehender Beurteilung der Geschäftsführung und nach den gemachten Erfahrungen in 2024/25 aber nicht. Rechtliche und wirtschaftliche Bestandsgefährdungspotentiale werden weiterhin als beherrschbar eingeschätzt.
6. NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Das Unternehmen erfüllt alle Umweltauflagen. Aufgrund laufender Neuinvestitionen ist das Unternehmen auf dem technisch neuesten Stand. Die Motivation der Arbeitnehmer ist sehr hoch, was sich in der geringen Fluktuation widerspiegelt.
7. Umwelt
Sofern von Bedeutung werden laufend Maßnahmen zur Verringerung von Emissionen durchgeführt. Maßnahmen aus dem Umweltprogramm werden kontinuierlich erarbeitet und umgesetzt.
8. PERSONALRISIKO
Zusätzlich zu den erwarteten höheren Personalkosten, steigen auch die Aufwendungen für die Suche von qualifiziertem Personal.
9. LIQUIDITÄTSRISIKO - FINANZIERUNGSRISIKO
Aufgrund der hohen Eigenmittelquote ist die Finanzierungssituation sowohl hinsichtlich Kapitalbereitstellung als auch Kosten der Fremdfinanzierung sehr gut abgesichert. Im laufenden Geschäftsjahr sind lediglich Ersatzinvestitionen geplant. Sowohl die fristgerechte Rückführung als auch die geplanten Neuinvestitionen können aus dem Cash-Flow finanziert werden.
10. WAHRUNGSRISIKO
Das Unternehmen wickelt seine Geschäfte ausschließlich in EURO ab, sodass im operativen Bereich faktisch kein Währungsrisiko besteht.
11. FORDERUNGSRISIKO
Die ausgewiesenen Inlandsforderungen sind, wie im Anhang bereits erwähnt, nicht zur Gänze werthaltig. Abschreibungen bzw. Wertberichtigungen wurden deshalb im erforderlichen Ausmaß berücksichtigt.
12. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Im F&E-Bereich sind Entwicklungen in der Schlachttechnik (Robotic) weit fortgeschritten und befinden sich bei marktführenden Unternehmen in der Testphase. Der Einsatz von Robotic in der Schlachthausindustrie wird aufgrund der angespannten Personalsituation bei fleischverarbeitenden Betrieben als künftiger Absatzmarkt betrachtet.
13. BONITATSRISIKO
Das Kreditrisiko stellt das Risiko dar, das aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen durch Geschäftspartner entsteht und zu Vermögensverlusten führen kann. Die Kredit- und damit Ausfallrisiken werden kontinuierlich überwacht, für'eingetretene und erkennbare Risiken wird durch den Ansatz von Wertberichtigungen und Rückstellungen vorgesorgt. Aufgrund der Vielzahl der Geschäftspartner liegt keine Konzentration von Ausfallsrisiken vor.
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Ing. Ferdirand Stafer, Geschäftsführer