Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeines
Die Geschäftsaktivitäten der Powerlines Energy Austria GmbH umfassen die Planung, Montage, Demontage und Inbetriebsetzung von Hochspannungsfreileitungen sowie Kabelverlegungen.
Die Powerlines Group ist seit dem Geschäftsjahr 2022 Teil der französischen BOUYGUES Gruppe.
2. Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2025
Im Gegensatz zum Geschäftsjahr 2024, mit einem Umsatz von EUR 28,1 Mio, wurden mit mehreren Großprojekten im Geschäftsjahr 2025 der Umsatz auf EUR 38,1 Mio gesteigert. Dies bedeutet eine Umsatzsteigerung von 35,4 % aus erfolgreich umgesetzten Projekten. Dieser Umsatz spiegelt weiterhin die stabile und gute Auftragslage in der Powerlines Energy Austria GmbH im Jahr 2025 wider.
Das Geschäftsjahr 2025 war, wie im Vorjahr, im Wesentlichen durch die erfolgreiche Abwicklung von mehreren Großprojekten geprägt. Durch die bereits hohen Auftragseingänge aus den Vorjahren konnte bereits während der Budgetierung von einer stabilen und sicheren Geschäftsentwicklung ausgegangen werden. Der Fokus bei Angebotslegungen wurde dabei insbesondere auf strategische Zielprojekte gelegt. Dadurch konnte ein Auftragseingang von EUR 74,2 Mio erreicht werden.
Die deutliche Umsatzsteigerung der Powerlines Energy Austria GmbH im Geschäftsjahr 2025 wurden insbesondere zum einen durch die aus den Vorjahren und im Geschäftsjahr 2025 gewonnenen Aufträgen erzielt, welche sich aktuell auch noch in Abwicklung befinden. Hier sind vor allem die Großprojekte der Austrian Power Grid AG und der Netz Niederösterreich GmbH nennenswert. Der Ersatzneubau der bestehenden 110kV Doppelleitung zwischen dem Umspannwerk Ernsthofen und Holzleitern mit einem Volumen von EUR 7,9 Mio bei der Netz Niederösterreich GmbH konnte erfolgreich realisiert werden. Die Demontagearbeiten der bestehenden 220kV Salzburgleitung mit einem Volumen von rund EUR 17,2 Mio und die Generalerneuerung und die Einbindung der 220kV Leitung in das neu errichtete Umspannwerk Leoben mit einem Volumen von rund EUR 15,8 Mio befinden sich aktuell in der Realisierung.
Im ersten Quartal 2025 konnte die 80 Grad Ertüchtigung zwischen Hessenberg und Ternitz mit einem Volumen von rund EUR 8,4 Mio gewonnen werden, welche sich ebenfalls in Realisierung befindet. Zum Ende der ersten Jahreshälfte konnten zwei Baulose 3 und 4 der Enstalleitung für den Endkunden Austrian Power Grid AG für die Generalerneuerung der 220 kV Leitung im Enstall mit einem Projektvolumen von jeweils rund EUR 29,0 Mio und EUR 29,6 Mio akquiriert werden. Ein Großprojekt der Wiener Netze GmbH mit einem Projektvolumen von rund EUR 3,1 Mio wird derzeit realisiert.
Des Weiteren sind zwei Großprojekte der Energienetze Steiermark GmbH mit einem Volumen von rund EUR 1,8 Mio und EUR 2,2 Mio und bei der Nezte BW mit einem Volumen von rund EUR 2,1 Mio. fertiggestellt worden.
Die Auftragseingänge im Geschäftsjahr 2025 sind im Wesentlichen auf die neuen Projekte der Austrian Power Grid AG und der Wiener Netze GmbH zurückzuführen, welche zu den großen Verteilnetzbetreibern in Österreich gehören und seit vielen Jahren Kernkunden sind.
Durch das effiziente und professionelle Projektmanagement, dem Einsatz des erfahrenen Montagepersonals sowie einer nachhaltigen Preisstrategie konnte die Margenqualität gesteigert werden. Es wurde ein EBITDA von TEUR 10.895 erreicht. Die Gesellschaft hat Investitionen in Höhe von TEUR 1.378 in den Maschinen- und Fuhrpark getätigt, um zeitgleich mehrere Großprojekte in den Spannungsebenen von 110kV bis 380kV abwickeln zu können. Zudem wurden neue Werkzeuge angeschafft, die es den Mitarbeitern ermöglichen, mit modernsten technischen Arbeitsmitteln zu arbeiten. Dies garantiert der Powerlines Energy Austria GmbH auf lange Sicht die Wettbewerbsfähigkeit am Markt.
Durch die Fokussierung auf strategische Projekte und das daraus resultierende Projektportfolio konnte das operative Personal der Powerlines Energy Austria GmbH optimal ausgelastet werden.
Die Powerlines Energy Austria GmbH betreibt keine Zweigniederlassungen.
3. Mitarbeiter
Mit Stichtag 31. Dezember 2025 beträgt der Mitarbeiterstand 84 Mitarbeiter (Vorjahr 80). Auch im Geschäftsjahr 2025 lag der Fokus auf Mitarbeiterentwicklung und damit verbundenen Schulungsmaßnahmen.
4. Risikomanagement
Die Gesellschaft ist aufgrund der Einbindung in den Powerlines Konzern auch in das Risikomanagement der Gruppe integriert. Die entsprechenden Risikomanagementziele und -methoden, welche der Konzern zur Absicherung anwendet, werden auch bei der Powerlines Energy Austria GmbH umgesetzt.
Fremdwährungsrisiko
Ziel der Fremdwährungsabsicherung ist es, potenzielle Währungsrisiken bereits in der Angebotsphase zu minimieren. Dies erfolgt unter anderem durch sogenannte Back-to-Back- Vereinbarungen mit Lieferanten, um Wechselkursrisiken frühzeitig zu neutralisieren.
Bei Projekten mit Fremdwährungsrisiken werden zusätzlich entsprechende Währungsreserven eingeplant, um mögliche Kursschwankungen abzufedern. Die Finanzierung von Geschäften außerhalb des Euroraums erfolgt grundsätzlich in der jeweiligen Landeswährung, um das Risiko aus Wechselkursschwankungen weiter zu reduzieren.
Preisänderungsrisiko
Zur Begrenzung von Preisänderungsrisiken wird einerseits angestrebt, mit Lieferanten stabile Einkaufskonditionen durch den Abschluss fixer Vereinbarungen sicherzustellen.
Andererseits werden bei langfristigen Projekten Preisgleitklauseln in die Verträge integriert, um potenzielle Kostensteigerungen – insbesondere bei Materialien – an den Kunden weitergeben zu können. Weiters werden bei langfristigen Verträgen bereits in der Kalkulation Indexpreissteigerungen berücksichtigt, um das Preisänderungsrisiko zu minimieren.
Beschaffungsrisiko
Ein zentrales Risiko in der Beschaffung besteht in der nicht termingerechten Bereitstellung projektkritischer Materialien. Zur Risikominimierung wird ein systematisches Kontroll- und Steuerungssystem eingesetzt, das auf der kontinuierlichen Beobachtung relevanter Marktinformationen, der genauen Kenntnis der eigenen Lieferketten sowie der daraus abgeleiteten Maßnahmen basiert. Wesentliche Elemente der Risikovermeidung sind eine vorausschauende Bedarfsplanung, präzise Prognosen, der Einsatz von Dual-Sourcing- Strategien, der Aufbau von Sicherheitsbeständen sowie der Abschluss langfristiger Lieferverträge mit strategischen Partnern.
Die Zusammenarbeit wird vorzugsweise mit Lieferanten und Nachunternehmern gepflegt, die über eine nachweislich gute Bonität und eine stabile finanzielle Basis verfügen. Zusätzlich werden präventive Maßnahmen wie die Diversifikation der Lieferantenbasis, die Etablierung von Alternativlieferanten sowie vertragliche Absicherungen (z. B. Garantien oder Vorauszahlungsversicherungen) eingesetzt, um das Risiko eines Lieferantenausfalls weiter zu minimieren.
Personalbeschaffungsrisiko
Aufgrund des Fachkräftemangels besteht die Gefahr, dass offene Stellen nicht oder nur verzögert mit geeignetem Personal besetzt werden können. Um dem zunehmenden Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken, setzt das Unternehmen auf ein eigenes strukturiertes Ausbildungsprogramm sowie die gezielte Förderung des eigenen Personals. Durch praxisnahe Ausbildung und kontinuierliche Weiterqualifizierung wird angestrebt, den Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken.
Ausfallsrisiko
Hinsichtlich dem Kundenausfallsrisiko wird die Bonität des Kunden vorab und laufend überprüft, um potenzielle Ausfallszenarien frühzeitig zu erkennen. Dem Ausfallsrisiko der Forderungen wird insbesondere durch den Abschluss einer Forderungsversicherung für Kunden Rechnung getragen. Sollte ein Kunde nicht versicherbar sein, wird versucht das Risiko durch alternative Sicherheiten zu minimieren.
Liquiditäts- und Cashflow Risiko
Zur Absicherung gegen potenzielle Liquiditätsrisiken verfolgt das Unternehmen eine konsequente Strategie der Risikoselektion bei der Vertragsgestaltung. Es wird gezielt darauf geachtet, Geschäftsbeziehungen mit Kunden und Lieferanten einzugehen, die über eine gute Bonität verfügen. Die Bonitätsprüfung erfolgt regelmäßig auf Basis externer Wirtschaftsauskünfte sowie interner Bewertungsverfahren, um Zahlungsausfälle frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Darüber hinaus wird dem Cashflow-Risiko durch ein aktives und vorausschauendes Working Capital Management begegnet. Dieses umfasst unter anderem:
die Optimierung von Zahlungszielen und -bedingungen, ein stringentes Forderungsmanagement, die Optimierung von Lagerbeständen sowie die enge Abstimmung zwischen den beteiligten Stakeholdern der Gruppe
Ziel ist es, jederzeit eine ausreichende Liquidität sicherzustellen, finanzielle Flexibilität zu wahren und die Kapitalbindung im operativen Geschäft zu minimieren.
IT-Risiko
Mit der zunehmenden Digitalisierung steigen auch die Anforderungen an das Risikomanagement im IT-Bereich. Cyberbedrohungen wie Ransomware, Phishing-Angriffe und gezielte Attacken auf kritische Systeme stellen eine wachsende Herausforderung dar. Um diesen Risiken wirksam zu begegnen, wurde das bestehende IT-Risikomanagementsystem weiter ausgebaut. Es umfasst unter anderem regelmäßige Schwachstellenanalysen, Penetrationstests sowie ein kontinuierliches Monitoring sicherheitsrelevanter Ereignisse durch extern beauftragte SOC (Security Operation Center). Ein zentrales Element der Sicherheitsstrategie ist die Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Durch gezielte Schulungen wird ein hohes Maß an Sicherheitsbewusstsein im gesamten Unternehmen gefördert.
Die proaktive Einführung der ISO 27001-Normen soll zu einem robusten Informationssicherheitsframework führen. Durch die Implementierung und kontinuierliche Verbesserung des Informationssicherheits-Managementsystems werden nicht nur die Abwehrmaßnahmen gegen potenzielle Bedrohungen verstärkt, sondern das Unternehmen auch als vertrauenswürdiger Partner in der Branche positioniert.
Es wird kontinuierlich in den Schutz der Systeme und Daten investiert, um die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Informationen nachhaltig zu gewährleisten.
5. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026
Im Zusammenhang mit dem weiterhin sehr hohen geplanten Ausbau der Übertragungsleitungen in ganz Europa, vor allem in Österreich und Deutschland, ist davon auszugehen, dass wie in den Vorjahren, auch in den kommenden Jahren die Großprojekte im In- und Ausland zur Ausschreibung gelangen werden. Die wesentlichen Treiber für die geplanten Ausbauentwicklungen sind vor allem der Fokus auf erneuerbare Energien, die Abschaltung von Atom- und Kohlekraftwerken und die bereits bestehenden, zu geringen Übertragungskapazitäten. Die Ausbauplanungen und die konkreten Projekte im Übertragungsnetz werden regelmäßig von den Netzbetreibern in Zusammenarbeit mit den nationalen Regulatoren evaluiert und in einem Netzentwicklungsplan (NEP) veröffentlicht.
Für die Powerlines Energy Austria GmbH wird das Geschäftsjahr 2026 durch die Abwicklung von bereits gewonnenen Projekten der Austrian Power Grid AG sowie der regionalen Netzbetreiber gekennzeichnet sein. Die Gesellschaft wird weiterhin an Ausschreibungen für Groß- und Kleinprojekte teilnehmen, um die Geschäftsentwicklung weiterhin für die Folgejahre positiv voranzutreiben und um damit die Auslastung zu optimieren.
Daher wird auch ein Teil des Umsatzes 2026, wie beschrieben, durch die bereits im Projektportfolio der Powerlines Energy Austria GmbH befindlichen Projekte erfolgen.
Resultierend auf Basis der obigen Erläuterungen wird auch für das Geschäftsjahr 2026 von einer hohen Auslastung des Personals ausgegangen.
Erklärtes Ziel ist es, den hohen Marktanteil in Österreich stabil und durch Optimierungsmaßnahmen in den Projekten die Margen auf hohem Niveau zu halten bzw. zu steigern. Dies trägt zur Ertragsqualität und damit zur Sicherung der Beschäftigung bei.
6. Forschung und Entwicklung
Im aktuellen Geschäftsjahr wurde keine Forschung und Entwicklung durchgeführt.
7. Finanzielle Leistungsindikatoren
| Bilanzsumme: | TEUR 22.812 | (Vorjahr TEUR 22.940) |
|---|---|---|
| Eigenmittelquote: | 36,5 % | (Vorjahr 23,9 %) |
| (Eigenkapital/Gesamtkapital) | ||
| ROI: | 43,7 % | (Vorjahr 24,4 %) |
| (Betriebserfolg/Gesamtkapital) | ||
| Nettoguthaben: | TEUR 14.749 | (Vorjahr TEUR 292) |
| (Liquide Mittel) |
Unter Berücksichtigung der vorstehend beschriebenen Situation ist aus heutiger Sicht eine erfolgreiche Fortsetzung der Geschäftstätigkeit möglich. Aufgrund des hohen Auftragsbestandes, welcher eine hohe Deckung für 2026 und auch für 2027 vorsieht, sowie noch zu erwartenden Ausschreibungen im Jahr 2026 bzw. für die nächsten Jahre, sind sämtliche Voraussetzungen zur Erreichung der geplanten Ergebnisqualität für das kommende Geschäftsjahr aktuell weiterhin gegeben.
Bad Sankt Leonhard im Lavanttal, am 4. Mai 2026
Powerlines Energy Austria GmbH
Ihami Yücel (Geschäftsführer kaufmännisch) س Thomas Tschachler (Geschäftsführer technisch)