Inhaltsverzeichnis
L A G E B E R I C H T
zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2025 der Brauerei Schloss Eggenberg Stöhr GmbH & Co KG
1. Geschäftsverlauf und finanzielle Leistungsindikatoren
| 2025 | 2024 | 2023 | ||
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | Te | 21.722 | 21.662 | 20.143 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | Te | 1.222 | 1.101 | 863 |
| in % vom Umsatz | % | 5,63 | 5,08 | 4,28 |
| Wirtschaftliches Eigenkapital 1 | Te | 8.149 | 6.632 | 7.172 |
| Eigenkapitalquote 2 | % | 53,10 | 43,45 | 48,82 |
| Eigenkapitalrentabilität 3 | % | 11,25 | 10,52 | 4,74 |
| Investitionen | Te | 1.414 | 1.863 | 1.817 |
| Cash-Flow | Te | |||
| betriebliche Tätigkeit | 2.550 | 4.528 | 2.792 | |
| Investitionstätigkeit | - 585 | - 1.817 | - 1.745 | |
| Finanzierungstätigkeit | - 1.201 | - 1.941 | - 1.128 | |
| Mitarbeiter | Anz. | 17 | 18 | 19 |
Das Jahr 2025 war für den österreichischen Biermarkt kein einfaches. Der Inlandsabsatz sank um 6,1 %, was einen Rückgang von 511 Tausend-HL bedeutet. Besonders negativ betroffen war Dosenbier als unmittelbare Folge der Einführung eines Einwegpfands in Osterreich im Jahr 2025. Einziger echter Lichtblick blieb das alkoholfreie Bier, das erneut um 3,8% zulegen konnte.
Die Mengenentwicklung der Brauerei Schloss Eggenberg verlief weitgehend analog zur Entwicklung des Gesamtmarktes. Während beim klassischen Bier (inkl. Radler) Rückgänge hingenommen werden mussten, wuchs der Absatz unseres alkoholfreien „Freibier“ erneut um über 30 %. Mit einem Anteil von 10 % am Ausstoß der Brauerei ist das alkoholfreie Bier also eine wesentliche Tragsäule des Unternehmenserfolgs.
Besser als die Mengenentwicklung verlief die Umsatzentwicklung, wo zumindest ein leichtes Plus zu verzeichnen war. Im Lichte der Marktentwicklung und des speziell in der Gastronomie herausfordernden Umfelds eine erfreuliche Tatsache.
Beschaffungsseitig war
bei den agrarischen Rohstoffen wie auch bei anderen Kostenpositionen eine leichte Entspannung festzustellen. Die Lage bei den Energiepreisen (insbesondere beim Gas) entspannte sich im Laufe des Jahres zusehends, eine Entwicklung, die sich 2026 aufgrund des Iran-Konflikts leider nicht fortsetzte. Der Rohertrag des Unternehmens in Relation zum Umsatz sank leicht, was vor allem auf einen höheren Anteil von Handelswaren am Gesamtumsatz zurückzuführen ist.
1 Bilanzielles Eigenkapital einschließlich den Gesellschafterverrechnungskonten zugebuchte nicht entnommene Gewinne und Investitionszuschüsse
2 Wirtschaftliches Eigenkapital in % der Bilanzsumme
3 Ergebnis vor Steuem in % des wirtschaftlichen Eigenkapitals
Die Personalkosten (einschließlich der Kosten für Personalgestellung innerhalb der Unternehmensgruppe, die im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen sind), blieben zwar in Relation zum Umsatz nahezu konstant, stiegen aber in absoluten Zahlen leicht.
Der durchschnittliche Beschäftigtenstand inklusive des von der „Muttergesellschaft" SCHLOSS EGGENBERG Vertriebs- und Verwaltungs GmbH. gestellten Personals blieb im Jahr 2025 mit 118 Mitarbeitern unverändert zum Vorjahr.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen neben den beschriebenen Kosten für Personalgestellung sanken in Summe vor allem wegen reduzierter Ausgaben für Marketing. Gegenläufig entwickelten sich die Aufwendungen für Miete, Leasing und Fuhrpark, die über dem Vorjahr lagen.
Die Abschreibungen (inkl. Vollabschreibung geringwertiger Vermögensgegenstände) sanken gegenüber dem Vorjahr deutlich, was vor allem auf reduzierte Gebindezukäufe zurückzuführen ist.
Das EBIT 2025 betrug schlussendlich T€ 1.222 nach T€ 1.101 im Vorjahr, ein im Hinblick auf das nach wie vor schwierige Marktumfeld sehr erfreuliches Ergebnis. Noch deutlicher gestiegen ist aufgrund der gesunkenen Zinsbelastung das Ergebnis vor Steuern, das mit T€ 917 rund 30% über dem Vorjahr lag.
Die Investitionsausgaben des Unternehmens lagen mit rd. 1,4 Mio. EUR unter 2024, da im ersten Halbjahr in erster Linien Investitionen fertig umgesetzt wurden, deren Ausgabenschwerpunkt in 2024 lag, während sich die für das zweite Halbjahr geplante Erneuerung der Kälteanlage des Betriebs auf 2026 verschob.
Das wirtschaftliche Eigenkapital des Unternehmens blieb mit T€ 8.149 oder 53,1 % auf sehr hohem Niveau, die Eigenkapitalrentabilität übertraf mit 11,3 % nochmals das Vorjahr.
Der freie Cash-Flow des Unternehmens betrug T€ 1.965 und wurde vor allem zur Reduktion der Nettofinanzverschulden des Unternehmens genutzt.
2. Risikobericht
Risiken und deren Auswirkungen werden im Rahmen des Risikomanagements erhoben und analysiert. Verantwortlich sind hierfür die Geschäftsleitung und das Produktmanagement. Zentrale Stelle des Berichtswesens ist der Bereich Controlling, dem gemeinsam mit der Geschäftsleitung, unter Einbindung der Führungskräfte, die operative Planung unterliegt.
Liquiditätsrisiko: Die Liquiditätsplanung wird vom Rechnungswesen in Rücksprache mit der Geschäftsführung erstellt. Auf Basis des Geschäftsverlaufs ergeben sich in der Regel unterjährig nur geringe Spitzenbedarfe für Liquidität. Das Unternehmen ist auf Basis längerfristig kommittierter Finanzierungszusagen jederzeit in der Lage, den Liquiditätserfordernissen des ordentlichen Geschäftsbetriebs nachzukommen. Trotz der hohen Ausgaben für Investitionen verfügte die Brauerei jederzeit über ausreichende Liquidität, um allen Zahlungsverpflichtungen termingerecht nachzukommen.
Ausfalls- und Kreditrisiko: Das Controlling überwacht auch mögliche Risiken, wie etwa Forderungsausfälle bei Gastronomiekunden. Diesbezüglich werden regelmäßig Bonitätsabfragen getätigt bzw. Lieferungen nur gegen Barzahlung durchgeführt. Im Einzelfall können Zahlungsstockungen der Gastronomiekunden abgefedert und Kunden durch Stundungen gezielt unterstützt werden.
Beschaffungsrisiko: Die Versorgung der Brauerei mit den beiden wichtigsten Braurohstoffen Hopfen und Malz wird durch langfristige Einkaufskontrakte mit Mälzereien und Hopfenbauern abgesichert. Die Versorgung der Brauerei mit erstklassigem Brauwasser wird durch eigene Quellen sichergestellt, deren Neufassung im Jahr 2017 abgeschlossen wurde. Seit 2020 kooperiert die Brauerei mit dem Einkaufsverbund der „Freien Brauer“ aus Deutschland, was stark zur Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten beigetragen hat. Während beim Strom durch den hohen Grad an Eigenerzeugung (Wasserkraftwerk, PV-Anlage) die Versorgungsicherheit sehr hoch ist, ist Erdgas für den Betrieb kurzfristig nicht zu substituieren. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, werden langfristige Bezugsverträge zum Teil mit Gas-Terminkontrakten geschlossen.
Gegen Elementar-Risiken (z.B. Feuer, Wasser) besteht Versicherungsschutz.
Ein Fremdwährungsrisiko besteht nicht, da sowohl vertriebs- als auch einkaufseitig nahezu ausschließlich in Euro fakturiert wird.
Ein generelles Marktrisiko stellt die Konzentration unserer Kunden im österreichischen Einzelhandel dar (Spar, Billa, Lagerhäuser, .). Wir hoffen jedoch, im Interesse der gewünschten Sortenvielfalt unserer Handelskunden, wie bisher gut am Markt platziert zu bleiben. Unsere jüngsten Zuwächse im Lebensmittelhandel sollten als Basis für eine langfristige für beide Seiten erfolgreiche Zusammenarbeit dienen.
Ein stetig steigendes Risiko ist der Bereich IT-Sicherheit. Das Unternehmen tritt diesem Risiko durch technische Maßnahmen, aber auch durch Bewusstseinsbildung bei Mitarbeitern entgegen. Dahingehend werden gezielte Schulungsmaßnahmen durchgeführt. Cybersicherheit ist ein Kernbereich der IT-Investitionen und wird laufend evaluiert und verbessert.
Die Geschäftsführung ist durch genaue Marktbeobachtung, Prüfung der Kundenzufriedenheit und -bonität, Beachtung der Umweltauflagen (Oko-Bilanz) und gesetzlichen Vorgaben (Verhinderung von Alkoholmissbrauch etc.), sowie der Entwicklung der Rohstoff- und Energieversorgung bestrebt, rechtzeitig und ausreichend auf diverse Risiken vorbereitet zu sein.
3. Finanzinstrumente
Durch die Gesellschaft werden grundsätzlich keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt. Lediglich in Einzelfällen werden im Zuge der Rohstoff- und Energiebeschaffung Terminkontrakte angewandt.
Der Bestand von originären Finanzinstrumenten (Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzforderungen und –schulden) ist aus der Bilanz ersichtlich. Hinsichtlich der Risikomanagementziele und –methoden verweisen wir auf unsere Ausführungen zu Pkt. 2. Risikobericht.
4. Forschung und Entwicklung
Die Aktivitäten des Unternehmens im Bereich Forschung und Entwicklung betreffen vor allem die laufende Weiterentwicklung unserer Produktionsprozesse in Richtung Kosteneffizienz und Schonung natürlicher Ressourcen. Weiters sind wir bemüht, bestehende Rezepturen laufend zu verbessern, Produktinnovation zur Marktreife zu führen und überlieferte Brautradition zeitgemäß wiederzubeleben.
Nach wie vor im Fokus stehen klarerweise die Senkung der Energieverbräuche im Unternehmen. Nächster großer Schritt bei der Energieeinsparung wird die Erneuerung der Kälteanlage der Brauerei, die sich derzeit in der Vergabephase befindet.
Zur Absicherung qualitativ bester regionaler Rohstoffe besteht seit 2017 ein gemeinsames Projekt mit der Saatbau Linz, bei dem Landwirte aus der Region Winterbraugerste für die Brauerei anbauen. Mittlerweile hat sich dieser neue Weg der Rohstoffversorgung als tragende Säule der Rohstoffversorgung im Betrieb etabliert. Die Brauerei setzt damit auf höchste Regionalität und enge Zusammenarbeit mit der oberösterreichischen Landwirtschaft.
Ein besonderes Augenmerk wird auf die Weiterentwicklung unseres Biersortiments gelegt. So sollen die Saison- und Kreativbiere der Brauerei in eine eigene 0,33L Produktlinie überführt werden. Der Launch der neuen Linie ist schrittweise für den Zeitraum 2026 bis 2027 geplant.
Ein weiterer Fokus in der Produktentwicklung wird derzeit auf die Kreierung neuer Geschmackserlebnisse bei alkoholfreien Bieren gelegt. Weiter ausgebaut werden unsere Limo-Marke „Strizzi" sowie die 2024 im Markt eingeführte Marke „Feinsprizz“ (Weißwein gespritzt). So können Verkaufserfolge abseits des klassischen Biermarkts entwickelt werden.
5. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Wie eingangs berichtet, befindet sich der österreichische Biermarkt in einer Phase der Stagnation bzw. ist leicht rückläufig. Ein Trend, der auch im ersten Quartal 2026 anhielt. Die Konsumzurückhaltung verstärkte sich seit Beginn des Iran-Konflikts und der damit verbundenen Preissteigerungen vor allem bei Treibstoffen noch einmal. Insofern wird die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens im Jahr 2026 auch stark davon abhängen, wie lange diese externen Einflussfaktoren bestand haben.
Durch die beschriebenen Produktinnovationen soll der Entwicklung des Biermarkts aktiv begegnet werden, um den zukünftigen Unternehmenserfolg abzusichern. Somit soll auch 2026 ein konstant positives Unternehmensergebnis erwirtschaftet werden.
Vorchdorf, 8. Mai 2026
Die Geschäftsführung der Brauerei Schloss Eggenberg Stöhr GmbH & Co KG
Hubert Stöhr