Inhaltsverzeichnis
SOLAN Kraftfutterwerk Schmalwieser GmbH & Co KG zum 28.02.2025
1. Geschäftstätigkeit
Die Firma SOLAN Kraftfutterwerk blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Beginnend als kleiner Agrarhandel, zählt SOLAN heute zu den größten Futtermittellieferanten Osterreichs. Futter in Müsliform, Mineralstoffe, Konzentrate, verschiedenste Spezialfutter sowie ein umfangreiches Sortiment an ausgesuchten Handelswaren und Rohstoffen für landwirtschaftliche Nutztiere, machen SOLAN zu einem kompetenten Partner bei der Tierernährung. Tiernahrung für Katze, Hund & Co. ergänzen das breit gefächerte Sortiment.
In vierter Generation leitet die Familie Schmalwieser nun schon die Firma und hat diese kontinuierlich erweitert und ausgebaut.
2. Geschäftsergebnis und Ertragslage
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2024/2025 einen Jahresgewinn von TEUR 242 erzielt (Vorjahr TEUR 566).
Das EBIT beträgt TEUR 478 (Vorjahr TEUR 828).
Die Umsätze sind gegenüber dem Vorjahr um 4,72 % auf TEUR 21.449 (Vorjahr 22.512) gesunken. Der Wareneinsatz hat sich entsprechend des Umsatzrückganges auf TEUR 14.073 (Vorjahr 14.801) bzw. 65,47% (Vorjahr 66,95%) verringert.
Der Personalaufwand ist im Verhältnis zum Umsatz auf 11,30% (Vorjahr 11,06%) gestiegen. Das Betriebsergebnis 2025 beträgt TEUR 524 (Vorjahr 827). Daraus ergibt sich eine Umsatzrentabilität von 2,45% (Vorjahr 4%) und ein ROI von 3,68% (Vorjahr 6,30%).
3. Finanzlage und Kennzahlen
Aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat das Unternehmen im Berichtsjahr 2024/2025 einen Cash- Flow von TEUR 918 erwirtschaftet (Vorjahr TEUR 2.159).
Die wirtschaftliche Eigenmittelquote beträgt 23,60% (Vorjahr 20,33%)
Die Schuldentilgungsdauer beträgt: 6,4 Jahre (Vorjahr: 6,2 Jahre) Aus den Kennzahlen ergibt sich, dass kein Reorganisationsbedarf im Sinne des Unternehmensreorganisationsgesetzes (URG) besteht.
Sowohl die Eigenkapitalquote (Grenzwert 8%) als auch die Schuldtilgungsdauer (Grenzwert 15 Jahre) liegen über bzw. unter den maßgeblichen Grenzwerten.
4. Vermögenslage
Inventory-Turnover: Die Lagerumschlagshäufigkeit bzw.-dauer der fertigen Erzeugnisse und des Warenlagers beträgt 6,58 bzw. 55 Tage (Vorjahr 7,02 bzw. 52 Tage).
Anlagendeckungsgrad I (EK/AV): Der Anlagendeckungsgrad beträgt 42,30% (Vorjahr 37,65%).
Gesamtverbindlichkeiten (ohne Rückstellungen)/Bilanzsumme:
| 2024/2025 | 68% |
|---|---|
| 2023/2024 | 67% |
| 2022/2023 | 73% |
Kapitalrentabilität:
Die Gesamtkapitalrentabilität beträgt 4% (Vorjahr 6,3%).
Die Eigenkapitalrentabilität beträgt 9% (Vorjahr 22%).
5. Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Besondere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.
6. Bericht über die Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft hat den Sitz in Bachmanning. Darüber hinaus gibt es keine Zweigniederlassungen.
7. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die gewerbliche und industrielle Mischfutterproduktion betrug im Jahr 2024 in Österreich rund 1,957 Mio t. (+3,1% gegenüber 2023).
Von der Gesamterzeugung entfallen 12,7% auf Schweinefutter, 24,3% auf Rinderfutter, 37,51% auf Geflügelfutter, 7,5% auf Futtermittel für sonstige landwirtschaftliche Nutztiere (Pferd, Wild, ) und 8,52% auf Heimtierfutter. Fertigfutter für Geflügel stellt mit rund 35,06% (V] 34,94%) der gesamten Mischfutterproduktion den größten Anteil dar, gefolgt von Fertigfutter für Rinder mit einem Anteil von 24,30% (VJ 24,30%).
Von der Futtermittelproduktion 2024 entfallen 48,03% auf die industrielle Produktion und 51,97% auf die gewerbliche.
16,47% (VJ 16,36%) der Futtermittelproduktion für landwirtschaftliche Nutztiere wurden exportiert.
Bei Heimtierfutter beträgt die Exportquote 83,84% (VJ 82,47%).
Sektor Schweinehaltung
Der Schweinebestand zum Stichtag 1. Dezember 2024 wurde von der Statistik Austria im Rahmen der Allgemeinen Viehzählung erfasst. Die Erhebung bildet einen Gesamtschweinebestand von rund 2,53 Mio. Stück ab, dies entspricht einer marginalen Zunahme von 0,7% nach einem deutlichen Minus von 5,0% im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Anzahl der Ferkel erhöhte sich um 1,5% auf 614.500 Stück. Der Mastschweinebestand stieg um 2,4% auf 1,09 Millionen Stück zum Stichtag. Die Anzahl an schweinhaltenden Betrieben reduzierte sich, ausgehend von 19.201 Betrieben 2022 auf 17.756 Betriebe im Jahr 2023, zum Jahresstichtag 2024 um weitere 6,5% auf 16.608 Betriebe. Nachdem europaweit Zuchtsauenbestände zuletzt stark abgestockt wurden, scheinen die Bestände auf derzeitigem Niveau zu verharren. Die weitere Entwicklung ist sicherlich von der Höhe des Fleischabsatzes und der Exportmöglichkeiten, Stichwort Afrikanische Schweinepest, abhängig. Die Verunsicherung in der Schweinebranche bleibt durch bevorstehende Veränderungen der Haltungsformen und ein anstehendes Vollspaltenverbot bestehen, die Motivation für Investitionen und Weiterführung der Betriebe ist bei den Hofnachfolgern nach wie vor sehr gering. Markenprogramme welche verbesserte Haltungsformen abgelten scheinen derzeit ausreichend versorgt zu sein.
Sektor Rinderhaltung
Mit 1,82 Mio. Rindern wurden laut Statistik Austria am Stichtag 1. Dezember 2024 um 15.400 Tiere österreichweit weniger im Vergleich zu 2023 gehalten. Dies entspricht einem Rückgang von 0,8%. Insgesamt 1,9% der noch im Jahre 2023 rinderhaltenden Betriebe trennten sich von ihren Rindern, die Anzahl der Betriebe mit Rindern sank auf 50.401. Im Jahr 2024 wurden rund 611.000 Großrinder geschlachtet, dies waren gegenüber 2023 um 1,8 % weniger.
Die bundesweite Milchanlieferung belief sich im Jahr 2024 auf 3,58 Mio. t. Das ist eine leichte Steigerung gegenüber 2023 mit einem Mengenplus von rund 0,6%. Weiterhin reduzierte sich die Anzahl der Milchlieferanten um 3,8% auf 21.557 Betriebe. Bemerkenswert ist, dass die Milchanlieferung an österreichische Molkereien und Käsereien insgesamt um 4,3% stieg, dies lag aber allein daran, dass die Erstankäufe und die Abrechnung in Osterreich erfolgten, die Milchmengen aber weiterhin ins Ausland verbracht wurden. Der durchschnittliche Jahresmilchpreis sank laut Statistik Austria im Jahr 2024 auf 50,32 ct/kg und erreichte damit nicht mehr das Rekordniveau (tatsächliche Inhaltsstoffe, Durchschnitt aller Qualitäten und Milchsorten) von 2023. Die Auszahlungspreise starteten im Jänner auf hohem Niveau, fielen aber im ersten Halbjahr deutlich ab, erst zur zweiten Jahreshälfte konnten diese sich stabilisieren. Die Produktionskosten haben sich zwar etwas relativiert, zusätzliche Produktionsauflagen der Molkereien (AMA Gütesiegel Tierhaltung plus) erschweren zunehmend die Produktion ohne erkenntliche Abgeltung der Mehraufwände.
Quellen:
Produktionsstatistik - Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie und Bundesinnung der Lebensmittelgewerbe Grüner Bericht 2025 – Bundesministerium für Land und Forstwirtschaft Jahresbericht 2024 Milch – Agrarmarkt Austria
8. Ausblick
Nach dem guten Ergebnis des Geschäftsjahres 2024/25 sind die produzierten und abgesetzten Mengen im laufenden Geschäftsjahr um ca. 5% gestiegen. Dieses Zuwachs erwarten wir auch für den Umsatz des laufenden Geschäftsjahres.
Für das Geschäftsjahr 25/26 wird ein Jahresüberschuss erwartet.
Mittel- bis langfristig sieht die Geschäftsführung intakte Chancen auf eine weiterhin erfolgreiche Geschäftstätigkeit der Gesellschaft.
9. Risikoberichterstattung
9.1 Risiko im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten
Die Gesellschaft verwendet die im Abschluss beschriebenen Finanzinstrumente. Es werden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt. Es bestehen keine Risikokonzentrationen, da die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber einer Mehrzahl von Kunden bestehen und Geldanlagen nur bei erstklassigen Finanzinstituten getätigt werden. Für Aktiva und Passiva in fremder Währung bestehen Wechselkursrisiken.
9.2 Risiko aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 1.331 zum Abschlussstichtag wurden Wertberichtigungen in Höhe von T€ -12 abgesetzt.
Die gesamten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in Euro fakturiert, sodass wir uns keinem Wechselkursrisiko gegenübersehen.
9.3 Risiko aus sonstigen Forderungen
Von den sonstigen Forderungen in Höhe von T€ 653 betreffen T€ 584 eine im März 2025 erhaltene Investitionsförderung sowie T€ 35 Guthaben bei Körperschaften. Sämtliche Forderungen bestehen in Euro.
9.4 Risiko aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 1.033 bestehen zur Gänze in Euro, sodass wir Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf die Ertragslage ausschließen können. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinst; Zinsschwankungen können somit keine Auswirkungen auf die Ertragslage haben. Für Zwecke der Liquiditätsplanung sind sie als kurzfristig einzustufen.
9.5 Risiko aus Sonstigen Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 540 bestehen aus laufenden monatlichen Verrechnungen mit den Abgabenbehörden, der monatlichen Lohn-, Gehalts- und Provisionsabrechnung sowie diversen Abgrenzungen. Die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen zur Gänze in Euro und sind unverzinst. Für Zwecke der Liquiditätsplanung sind sie als kurzfristig einzustufen.
Ein Liquiditätsrisiko in Bezug auf die eingegangenen Verbindlichkeiten sehen wir aus heutiger Sicht nicht.
10. Forschung und Entwicklung
In Praktischen Fütterungsversuchen werden im Bereich der Forschung und Entwicklung Aktivitäten gesetzt.
Hier werden optimale Fütterungsmethoden und neue Zusatzstoffe in der Praxis erprobt.
Bachmanning, am 26.11.2025
SOLAN Kraftfutterwerk
Schmalwieser Ges.m.b.H. & Co.KG.
ag. Thoma chmalwieser
Harald Schmalwieser