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Lagebericht 2025

willhaben internet service GmbH & Co KG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 09. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. 1.1 Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage Geschäftsverlauf

Überblick

Die willhaben internet service GmbH & Co KG (nachfolgend kurz: willhaben) steht über die willhaben Holding GmbH mittelbar im Eigentum der Styria Digital Marketplaces GmbH, Graz sowie der Sprints Blossom S.a r.l, Luxemburg.

Der Gegenstand des Unternehmens ist vor allem

• die Entwicklung, der Betrieb und die Vermarktung des digitalen Anzeigenportals willhaben für Immobilien, Jobs & Karriere, Auto & Motor und den allgemeinen Marktplatz. • Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszwecks notwendig oder nützlich sind.

willhaben ist mit 4,1 Millionen durchschnittlichen Usern pro Monat und mit über 13 Millionen Angeboten der größte digitale Marktplatz Österreichs.

Diese Zahlen und die dahinterliegenden jährlichen Zuwächse zeigen, dass sich dieses Geschäft mittlerweile fast ausschließlich auf digitale Plattformen verlagert hat. Dazu tragen praktische Funktionen bei, die das Inserieren und Suchen einfacher ermöglichen als in anderen Mediengattungen. Diese Einfachheit und das erfolgreiche Vermitteln zwischen Käufern und Verkäufern hat zur Folge, dass willhaben den Markt geprägt und weiterentwickelt hat, immer mehr Osterreicher willhaben nutzen und das Kaufen und Verkaufen von nicht mehr gebrauchten Objekten salonfähig wurde. Es entspricht auch dem Trend der Zeit und dem Nachhaltigkeitsprinzip, Dinge nicht wegzuwerfen, sondern ihnen ein zweites Leben zu geben.

Geschäftsverlauf

willhaben hat das Geschäftsjahr 2025 erfolgreich abgeschlossen. Kernthemen und - aufgaben von willhaben im Jahr 2025 waren:

Automarkt

Im Jahr 2025 setzte sich die seit 2024 beobachtete Preiskorrektur am Gebrauchtwagenmarkt fort, was zu einer marktweiten Normalisierung und kürzeren Standzeiten für Fahrzeuge führte. Trotz des wettbewerbsintensiven Umfelds verzeichnete der Automarkt eine deutliche Belebung der Nachfrage, die sich in einem Zuwachs der Leads um ungefähr 20 % im Vergleich zum Vorjahr widerspiegelte. willhaben festigte seine Position durch die nahezu abgeschlossene Migration der Händler auf die neue „willhabenPro“-Plattform (CARMA) sowie die Einführung

wertstiftender Funktionen wie des „Marktmonitors“ und der VIN-basierten Inserierung. Der Geschäftsbereich erzielte ein signifikantes Umsatzplus im Pro-Segment von über 15%.

Immobilienmarkt

Das Marktumfeld blieb 2025 aufgrund der anhaltenden Rezession und der Zinslage herausfordernd, wobei die Neubautätigkeit ihren Tiefpunkt erreichte. Während die Nachfrage im Eigentumssegment verhalten blieb, verzeichnete das Mietsegment einen starken Zuwachs bei den Leads. Durch die Einführung des „Immo- Marktmonitors“ und die Umstellung auf differenzierte Preismodelle konnte der Umsatz im Pro-Segment um über 15 % gesteigert werden. Trotz aggressiver Wettbewerbsmaßnahmen hielt willhaben seine Marktführerschaft bei Anzeigen und Kunden stabil.

Marktplatz

Der Marktplatz verzeichnete 2025 ein solides Wachstum, wobei das B2C-Umsatzplus im Pro-Segment durch die Migration auf neue Bundle-Angebote bei über 11 % lag. Ein zentraler Erfolgstreiber war der Bezahl- und Versanddienst PayLivery, dessen Transaktionszahlen durch gezielte Versandkampagnen um rund 37 % auf über 2,3 Millionen Pay-Ins gesteigert werden konnten. Neue Funktionen wie die QR-Code- Abwicklung beim Versand sowie die Einführung von Apple und Google Pay erhöhten die Usability deutlich. Im Wettbewerb mit internationalen Plattformen wie Vinted konnte willhaben seine Position durch eine stabil hohe Brand Awareness und das nachhaltige PayLivery-Wachstum behaupten.

Jobmarkt

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage konnte willhaben Jobs 2025 erstmals die Marktführerschaft bei Anzeigen und aktiven Kunden in Osterreich übernehmen. Während der Gesamtmarkt bei den offenen Stellen rückläufig war, verzeichnete willhaben einen massiven Zuwachs bei der Nachfrage mit einem Anstieg der Leads um über 40 % im Vergleich zum Vorjahr. Durch gezielte Preisanpassungen im Self-Service-Bereich und die Optimierung der Paketstrukturen wurde eine Steigerung des ARPU (Average Revenue Per User) um knapp 14 % erzielt. Zudem erreichte willhaben Jobs im September erstmals die Spitzenposition in der Markenbekanntheit (Top-of-Mind) im österreichischen Markt.

Digital Advertising

Der Bereich Digital Advertising war 2025 von einer Verschiebung der Werbeausgaben hin zu großen internationalen Plattformen geprägt. Während der programmatische Bereich aufgrund sinkender CPCs (Cost per Click) und einer monopolisierten Marktsituation unter Druck stand, entwickelte sich der Direktverkauf stabil. Besonders reichweitenstarke Sonderformate wie Site-Mutations und Channel-Brandings erwiesen sich erneut als wesentliche Umsatztreiber. Mit dem Start des Projekts „Horizon" wurde

Ende des Jahres zudem eine strategische Neuausrichtung des Portfolios eingeleitet, um auf die Marktdynamik und geänderte Branchenbedarfe zu reagieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Integration kontextbezogener nativer Werbeformate. Diese sichern durch minimierte Ladezeiten und ein nahtloses Design eine positive User Experience, wovon unsere Werbepartner durch eine natürlichere Wahrnehmung ihrer Botschaften und eine gesteigerte Interaktionsqualität profitieren.

1.2 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

1.2.1 Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
in EUR20252024Veränderung in %
Umsatzerlöse82.655.95574.001.544+11,7%
EBITDA11.007.22011.789.420-6.6%
EBIT10.097.59110.770.574-6.2%
Finanzergebnis732.925859.957-14,8%
Jahresüberschuss10.830.51611.630.531-6.9%

Die wirtschaftliche Entwicklung in Osterreich war im Jahr 2025 bereits das dritte Jahr in Folge von einer anhaltenden Rezession geprägt (BIP-Rückgang von ca. 0,3 %). Neben der schwachen internationalen Konjunktur und strukturellen Herausforderungen im Automobilsektor belasteten insbesondere die im europäischen Vergleich hohe Inflation zu Jahresbeginn sowie steigende Arbeitslosenzahlen das Marktumfeld.

Trotz dieser Rahmenbedingungen entwickelten sich die Geschäftsbereiche von willhaben resilient: Der Automarkt verzeichnete eine Marktbereinigung mit sinkenden Medianpreisen und kürzeren Standzeiten, wobei willhaben ein deutliches Plus bei den Leads erzielte. Am Immobilienmarkt blieb die Lage bei Eigentumsobjekten aufgrund der Zinslandschaft angespannt, wenngleich zum Jahresende eine leichte Erholung der Nachfrage spürbar wurde. Das Mietsegment war durch extrem hohe Nachfrage und kurze Vermarktungszeiten geprägt. Im Jobmarkt konnte willhaben trotz eines allgemeinen Rückgangs offener Stellen seine Position stärken und erstmals die Marktführerschaft bei Anzeigen und aktiven Kunden übernehmen. Die Werbewirtschaft verzeichnete ein geringes Marktwachstum von 1,7 %, wobei der Abfluss von Werbebudgets an internationale Plattformen (Google, Meta, Amazon) mit einem Anteil von 86 % weiterhin hoch blieb. Während der programmatische Bereich unter Preisdruck stand, entwickelte sich der Direktverkauf stabil.

Durch die konsequente Weiterentwicklung unserer Produkte – insbesondere durch neue datenbasierte Services wie den „Marktmonitorn – gelang es uns, die Kundenbasis stabil zu halten bzw. auszubauen.

Der Jahresüberschuss ist im Vergleich zum Vorjahr um 6,9% gesunken, die EBIT- Marge hat sich auf 12,2% verringert.

1.2.2 Vermögenslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
in EUR31.12.202531.12.2024Veränderung in %
Anlagevermögen1.825.2671.504.581+21%
Umlaufvermögen (inkl. RAP)45.326.15632.838.110+38%
Aktiva47.151.42334.342.691+37%
Eigenkapital26.926.04716.095.531+67%
Investitionszuschüsse8.73419.437-55%
Rückstellungen7.802.1146.349.560+23%
Sonstiges Fremdkapital (inkl. RAP)12.414.52811.878.164+5%
Passiva47.151.42334.342.691+37%
20252024
Eigenkapitalrentabilität10.830.516 50%11.630.53183%
(Jahresüberschuss / Ø-Eigenkapital)(26.926.047 + 16.095.531) / 2(16.095.531 + 11.974.340) / 2
Eigenkapitalquote26.926.047 57%16.095.53147%
(Eigenkapital/Bilanzsumme)47.151.42334.342.691

Das Anlagevermögen erhöhte sich um insgesamt 21% hauptsächlich im Bereich Patente- und Lizenzrechte durch den Kauf einer Messaging-Softwarelizenz. Dem entgegen steht ein Rückgang der Sonstige Rechte. Der Zuwachs im Umlaufvermögen resultiert insbesondere aus dem Anstieg an Wertpapieren und Anteilen sowie der Erhöhung der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Es wurden Anteile an einem Geldmarkt-Fond in Höhe von 11,8 MEUR angeschafft. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind um 1,2 MEUR angestiegen, da Körperschaftsteuerzahlungen für willhaben internet service GmbH geleistet wurden. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verzeichnen einen Anstieg in Höhe von 379 TEUR.

Die Erhöhung der Rückstellungen setzt sich im Wesentlichen zusammen aus der Dotierung einer Rückstellung (kurzfristig) für ein Effizienzsteigerungsprogramm in Höhe von 2,6 MEUR, der Rückstellung für Urlaubs- und Freizeitguthaben um 126 TEUR und der Rückstellungen für Prozesskosten in Höhe von 135 TEUR. Die Rückstellungen für noch nicht fakturierte Eingangsrechnungen verzeichnete einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 1,1 MEUR, da aufgrund der verlängerten Zeitspanne der Rechnungsfreigabe eine größere Anzahl an Rechnungen noch im Dezember erfasst werden konnte.

Das sonstige Fremdkapital erhöhte sich hauptsächlich durch den Anstieg an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 806 TEUR und der Steuerverbindlichkeiten um 259 TEUR. Dem entgegen steht der Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 397 TEUR.

1.2.3 Finanzlage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
in Tsd EUR20252024Veränderung in %
Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit11.30812.666-10,7%
Cashflow aus
Investitionstätigkeit-12.295403-3150,9%
Cashflow aus
Finanzierungstätigkeit-2-7.509100,0%
Zahlungswirksame
Veränderung des
Finanzmittelfonds-9885.560-117,8%
Finanzmittelfonds zum 31.12.25.66126.649-3,7%

Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 11% niedriger. Dies ist im Wesentlichen auf die Verschlechterung des Ergebnisses vor Steuern zurückzuführen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit ist im Wesentlichen in Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen (deutlich weniger als in 2023) und der erstmaligen Investition in Anteile an Geldmarkt-Fonds begründet. Da 2025 keine Dividendenzahlung geleistet wurde, hat sich der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit deutlich reduziert.

1.2.4 Mitarbeiter

Der Mitarbeiterstand von willhaben sinkt um 16 Mitarbeiter auf 368 im Jahr 2025

Belegschaftsstruktur und Arbeitsbedingungen

Die Mitarbeiterfluktuationsrate belief sich im Berichtsjahr 2025 auf 7,29%. Die Belegschaft ist nahezu vollständig durch Kollektivverträge abgedeckt, wobei 99,44% der Beschäftigten tariflichen Vereinbarungen unterliegen. Das Geschlechterverhältnis zeichnet sich durch einen weiblichen Anteil (Female Share) von 43,75% aus.

Vergütungsgerechtigkeit und Personalentwicklung

Hinsichtlich der Vergütung betrug der unbereinigte geschlechtsspezifische Verdienstunterschied (unadjusted Gender Pay Gap) zum Stichtag 31.12.2025 13%. Im Bereich der Personalentwicklung und Weiterbildung belief sich die durchschnittliche Anzahl der jährlichen Schulungsstunden für männliche Beschäftigte auf 4,73 Stunden und für weibliche Beschäftigte auf 2,62 Stunden.

Mitarbeiter-Benefits

Die Akzeptanz der angebotenen Mitarbeiter-Benefits war hoch, wobei 55% der Mitarbeitenden einen steuerbegünstigten Benefit in Anspruch nahmen. Davon entfielen 54% der gewählten Benefits auf das Offiticket, 40% auf den Essenzuschuss und die verbleibenden 6% auf andere Benefits.

1.2.5 ÖWA und Zugriffsentwicklung

Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Veröffentlichungsmethode der ÖWA grundlegend auf das international etablierte Verfahren der deutschen IVW umgestellt. Diese methodische Neuausrichtung dient der Bereinigung von Consent-Lücken und erhöht

die Transparenz, macht jedoch einen direkten statistischen Vergleich mit den Werten des Vorjahres 2024 unzulässig.

Trotz dieser Umstellung untermauern die Daten für 2025 die dominante Marktstellung von willhaben: Mit einem Durchschnittswert von rund 4,1 Millionen Unique Usern pro Monat erreichte willhaben im Jahr 2025 regelmäßig über 55 % der österreichischen Internetnutzer (ab 14 Jahren). In der Kategorie der Einzelangebote belegte willhaben damit stabil den 2. Platz im Gesamtranking (hinter orf.at) und führt das Feld der kommerziellen Publisher in Osterreich damit weiterhin mit deutlichem Abstand an. Die hohe Relevanz der Plattform zeigt sich in durchschnittlich 90,1 Millionen Visits/Monat. Dabei hat sich willhaben endgültig als „Mobile-First“-Plattform etabliert: Der Anteil des mobilen Traffics (App und Mobile Web) stieg weiter an und machte 88 % der Gesamtnutzung aus. Mit diesen Leistungswerten bleibt willhaben das mit Abstand reichweitenstärkste kommerzielle Einzelangebot Osterreichs und die zentrale Plattform für die heimische Werbewirtschaft im Bereich der Classifieds.

1.3 Bericht über Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft hat keine Zweigniederlassungen.

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des

Unternehmens

2.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

willhaben verfügt über eine exzellente Marktposition und eine überdurchschnittliche Markenbekanntheit im österreichischen digitalen Okosystem. Um dieses Fundament nachhaltig zu stärken und Wachstumspotenziale gezielt zu erschließen, konzentriert sich die Unternehmensstrategie auf folgende Kernbereiche:

Vertikale Marktführerschaft

Wir festigen unsere führende Stellung in den zentralen Verticals (Immobilien, Auto, Job) durch eine zweigleisige Wachstumsstrategie:

• Privatmarkt: Kontinuierliche Steigerung der Attraktivität für C2C-Transaktionen. • Gewerbliches Segment: Erweiterung des Portfolios für Business-Kunden, um deren Geschäftserfolg durch reichweitenstarke Lösungen messbar zu unterstützen.

Begleitet wird dies durch eine kanalübergreifende Optimierung der Usability und eine Modernisierung des visuellen Auftritts, um den dynamischen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.

Steigerung der Nutzungsintensität durch Personalisierung

Unser Ziel ist es, die Barrieren für Käufer und Verkäufer durch technologische Innovationen stetig zu senken. Der Fokus liegt auf der Rolle als intelligenter „Matchmaker“:

Durch iterative Produkttests und datengestützte Messungen verkürzen wir die Timeto-Market für Innovationen.

Verstärkte Personalisierung sorgt dafür, dass User relevante Angebote schneller finden, was die Verweildauer und die Transaktionsrate auf der Plattform nachhaltig steigert.

Ausdehnung der User- und Customer Journey

Mit der Einführung von PayLivery hat willhaben die Sicherheit und Effizienz des Transaktionsprozesses signifikant erhöht. Die strategische Priorität liegt nun in der weiteren Integration von Services entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dieser Ansatz der „frictional-free“ Transaction wird sukzessive auf die Verticals Immobilien, Auto und Jobs übertragen, um neue Erlöspotenziale zu erschließen.

Strategische Portfolio-Bereinigung

Im Zuge einer konsequenten Konzentration auf unsere Kernkompetenzen wurde das im Jahr 2022 gestartete Pilotprojekt zur Wohnkreditvermittlung eingestellt. Diese Entscheidung unterstreicht unseren Fokus auf das Kerngeschäft.

Technische Fitness

Die langfristige Wettbewerbsfähigkeit wird durch kontinuierliche Investitionen in die technische Infrastruktur gesichert. Wirtransformieren bestehende Systemkomponenten in eine moderne, modulare Architektur. Jede Entwicklungsmaßnahme unterliegt dabei strengen Qualitäts-KPIs, um Stabilität, Sicherheit und Skalierbarkeit auf höchstem Niveau zu garantieren.

2.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

2.2.1 Allgemeines

Nach allgemeinen risikopolitischen Grundüberlegungen werden Risiken nur dann eingegangen, wenn dadurch zusätzliche Ertragschancen genützt werden können.

Jedes Risiko ist durch geeignete Maßnahmen auf ein akzeptables Maß zu reduzieren, oder wenn dies technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, auf Dritte zu übertragen. Allgemeine Markt- und Erlösrisiken werden im Rahmen der Unternehmenssteuerung über die Budgetierung, im Forecast und im Berichtswesen erfasst und gesteuert. Risiken im Zusammenhang mit Investitionen werden im Rahmen der Investitionsrechnung identifiziert und bewertet.

2.2.2 Geopolitische Lage

Die geopolitische Lage im Geschäftsjahr 2025 war durch eine fortschreitende geoökonomische Fragmentierung und anhaltende systemische Instabilität geprägt. Die fortwährenden Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten führten zu dauerhaft erhöhten Sicherheitsrisiken und volatilen Rahmenbedingungen für den Welthandel.

Ein wesentlicher Belastungsfaktor war die protektionistische Neuausrichtung der US- Handelspolitik. Drohende bzw. implementierte Handelszölle verschärften den globalen Wettbewerbsdruck und trafen exportorientierte Volkswirtschaften wie Osterreich besonders hart. Diese „Polykrise" – eine Überlagerung von Handelskonflikten, energiepolitischen Abhängigkeiten und strukturellen Umbrüchen – eine Phase der De- Globalisierung und des „Friend-shoring". Für den Standort Osterreich resultierte daraus im Jahr 2025 eine anhaltende Investitionszurückhaltung der Unternehmen sowie ein im EU-Vergleich erschwerter Zugang zu preiswerten Vorleistungen, was die konjunkturelle Dynamik im Berichtszeitraum massiv dämpfte.

2.2.3 Zinspolitik

Im Geschäftsjahr 2025 vollzog die Europäische Zentralbank (EZB) eine deutliche Kehrtwende hin zu einer neutraleren Geldpolitik. Nach der restriktiven Phase der Vorjahre wurden die Leitzinsen im Jahresverlauf mehrfach gesenkt. Der für den Bankensektor maßgebliche Einlagenzins reduzierte sich bis Mitte 2025 auf ein Niveau von 2,00 %. Diese Zinswende zielte darauf ab, die investitionsschwache Konjunktur im Euroraum zu stützen und den realen Finanzierungsdruck zu mildern.

Für den österreichischen Markt konstatierte die Finanzmarktaufsicht (FMA) zwar eine leichte Entspannung bei den Refinanzierungskosten, allerdings blieben die Kreditvergabestandards (insbesondere die KIM-Verordnung für Immobilienkredite) ein dämpfender Faktor für das Neugeschäftsvolumen. Das gesunkene Zinsniveau führte zwar zu einer Stabilisierung der Immobilienbewertungen, eine breit angelegte Erholung der privaten Kreditnachfrage blieb jedoch aufgrund der weiterhin vorsichtigen Einschätzung der Haushalte im Jahr 2025 noch aus.

2.2.4 Preisstabilität

Die Inflation in Osterreich näherte sich 2025 nur zögerlich dem Euro-Zielwert an und lag laut Statistik Austria bei durchschnittlich 3,6 %. Diese anhaltende Teuerung, primär getrieben durch den hohen Lohnkostendruck im Dienstleistungssektor, belastete die reale Kaufkraft und dämpfte die private Konsumnachfrage spürbar. Für die Wirtschaft resultierte aus der hartnäckigen Kerninflation eine signifikante Planungsunsicherheit: Erschwerte Kalkulationen bei Personalkosten und Preissetzungen sowie die Ungewissheit über die weitere Zinsentwicklung der EZB führten zu einer ausgeprägten

Investitionszurückhaltung und hemmten die gesamtwirtschaftliche Dynamik im Berichtszeitraum nachhaltig.

2.2.6. Geschäfts- bzw. unternehmenstypische Risiken

Insbesondere kann willhaben durch folgende Risiken bedroht sein:

Markt- und Wettbewerbsrisiken

Internationale Anbieter von Marktplätzen (Facebook, Scout, Vinted etc) nutzen Skaleneffekte in der Plattformentwicklung, was zu Wettbewerbsnachteilen für willhaben (aber auch für andere nationale Anbieter) führt.

Regulatorische Eingriffe und Compliance: Digitale Marktplätze stehen unter starker Beobachtung. Strengere Datenschutzgesetze (DSGVO), EU-Richtlinien wie der Digital Services Act (DSA) oder neue steuerliche Meldepflichten (z. B. DAC7) können hohe Anpassungskosten verursachen oder Teile des Geschäftsmodells illegal machen.

Vertrauens- und Reputationsverlust: Wenn über den Marktplatz minderwertige Waren, Betrug oder schlechter Service vermittelt werden, fällt dies oft auf den Betreiber zurück. Ein nachhaltiger Vertrauensverlust auf der Käuferseite führt schnell zu einem massiven Nachfrageeinbruch.

Veränderung des Nutzerverhaltens: Technologische Trends (z. B. Voice Commerce, KI-basierte Beschaffung) oder neue gesellschaftliche Präferenzen können dazu führen, dass der bisherige Transaktionsweg für die Zielgruppe irrelevant wird.

Aggressiver Preisdruck durch Neuzugänge: Mit Venture Capital finanzierte Start-ups können den Markt betreten und das Wachstum durch 0%-Provisionen oder stark subventionierte Transaktionen erzwingen. Dies zerstört die eigenen Margen und zwingt zu einem teuren Preiskampf.

Politische und rechtliche Risiken

Das regulatorische Umfeld für digitale Plattformen war 2025 von einer deutlich gestiegenen Komplexität und Dichte an EU-weiten Vorgaben geprägt. Ein zentrales Risiko stellt die nationale Umsetzung der NIS2-Richtlinie (in O umgesetzt durch das Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz 2026) dar. Daraus resultieren mit Inkraftreten u.a. verschärfte Anforderungen an das Risikomanagement, die Berichtspflichten und die Absicherung der Lieferketten.

Zudem traten 2025 wesentliche Teile des EU AI Acts in Kraft. Der AI-Act erfordert eine kontinuierliche Uberprüfung von AI-Anwendungen um Konformität mit den Transparenz- und Sicherheitsvorgaben des AI-Acts zu gewährleisten. Parallel dazu

bleibt die strikte Einhaltung des Digital Services Act (DSA) unter Aufsicht der RTR ein dauerhafter Compliance-Schwerpunkt, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit rechtswidrigen Inhalten und die Nutzer-Transparenz.

Das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG), welches mit 28.06.2025 in Kraft getreten ist, legt verpflichtende Barrierefreiheitsanforderungen für bestimmte Produkte und Dienstleistungen fest. Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes müssen Wirtschaftsakteure Barrierefreiheitsanforderungen für die vom Gesetz erfassten Produkte und Dienstleistungen einhalten. Die Verpflichtungen betreffen auch Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr und sind von betroffenen Unternehmen entsprechend umzusetzen. Betroffene Unternehmen müssen entsprechende Barrierefreiheitserklärungen auf ihren Websiten und Apps stets aktuell halten. Bei neuen Funktionen der elektronischen Dienstleistungen sind diese von Beginn an barrierefrei auszugestalten.

Im steuerrechtlichen Bereich führen die erweiterten Meldepflichten nach dem Digitale Plattformen-Meldepflichtgesetz (DPMG) weiterhin zu einem erhöhten administrativen Aufwand. So müssen z.B. User, die über die relevanten Schwellenwerte fallen und keine oder unrichtige Daten angeben, vom Plattformbetreiber für den einschlägigen Dienst gesperrt werden. Dies führt nicht nur zu Mehraufwand beim Plattformbetreiber, sondern auch zu Unsicherheiten bei den Usern.

2.2.7 Finanzielle Risiken

Risiken können im Wesentlichen nur aus originären Finanzinstrumenten schlagend werden.

Ausfallsrisiko

Das Ausfallsrisiko besteht aus einem durch Nichterfüllung einer vertraglichen Verpflichtung entstehenden Vermögensverlust. Das maximale Ausfallsrisiko stellen die aktivseitig ausgewiesenen Finanzinstrumente dar, da grundsätzlich keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen bestehen. Jedoch können Bankinstitute aufgrund ihrer allgemeinen Geschäftsbedingungen Konten eines Unternehmens gegeneinander aufrechnen.

Die Veranlagung von Finanzmitteln erfolgt ausschließlich bei Gesellschaften mit erstklassiger Bonität. Es ist daher in diesem Bereich von einem geringen Ausfallsrisiko auszugehen.

Das Ausfallsrisiko der Forderungen kann aufgrund der Kurzfristigkeit und der großen Streuung ebenfalls als gering eingestuft werden. Bestehende Risiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt, wobei die historischen Erfahrungswerte an die aktuellen Entwicklungen angepasst werden müssen.

Liquiditätsrisiko

Die Liquidität des Unternehmens wird vom Konzern-Treasury der Styria Media Group AG durch die laufende Liquiditätsplanung und Überwachung und die Steuerung der

Finanzierungsstruktur, das Halten von Barreserven und durch ausreichend verfügbare kurzfristige Kreditlinien gewährleistet. Die Gesellschaft ist daher in der Lage, alle fälligen Verbindlichkeiten pünktlich zu bedienen.

Preisänderungs- und Währungsrisiko

Der Cashflow des Unternehmens ist keinen wesentlichen Auswirkungen aus Preisänderungen am Beschaffungsmarkt ausgesetzt. Da die Gesellschaft nahezu ausschließlich im Euro-Raum operiert, bestehen keine nennenswerten Währungsrisiken.

Zinsänderungs- und Cashflowrisiko

Da die Gesellschaft weder festverzinsliche Finanzanlagen noch verzinsliche Finanzverbindlichkeiten hat, besteht aus diesem Bereich keinerlei Risiko.

3. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten fielen 2025 Aufwendungen in untergeordnetem Ausmaß an. Im Wesentlichen entstehen F&E-Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Ausloten verschiedener Lösungswege im Produktbereich zur Umsetzung der strategischen Ziele. F&E wird nicht in einer dezidierten F&E-Abteilung betrieben, sondern fällt direkt in den jeweiligen Projektteams zumeist in der Initialphase eines Projekts an.

Wien,

willhaben internet service GmbH & Co KG

S au ass Mag. Sylvia Dellantoni 4.2026 10:29 mit MOXIS Guest

Mag. Sylvia Dellantonio

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