Inhaltsverzeichnis
1.1 Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen
Eppendorf Austria GmbH ist als Teil der Eppendorf Gruppe von deren Entwicklung betroffen, weshalb auch Erläuterungen mit Relevanz für die Gruppe aufgenommen wurden.
Die regionalen Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit der Eppendorf Austria liegt in Europa. Zur Beurteilung der Gesamtentwicklung in diesen Marktregionen kommt dem jeweiligen Bruttoinlandsprodukt (BIP) als wesentlichem Wirtschaftsindikator eine wichtige Rolle zu.
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Im Jahr 2025 setzte die Weltwirtschaft ihren Wachstumskurs mit moderatem Tempo fort: Die Weltwirtschaft verzeichnete im Gesamtjahr 2025 einen kontrollierten Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung von 3,2 Prozent (Vorjahr: 3,2 Prozent). Das Wachstum der Weltwirtschaft wird weiterhin maßgeblich vom Wachstum in China und den sonstigen Schwellenländern getragen. Die globale Produktion stieg um etwa 3,3 Prozent, der Welthandel sogar um rund 4,6 Prozent, angetrieben vom Boom der Künstlichen Intelligenz (KI). Die US-Geldpolitik wurde gelockert, während die Fiskalpolitik weltweit expansiv blieb, vor allem durch höhere Rüstungsausgaben. Gegenwind kam von der US-Zollpolitik, die zu dauerhaft hohen Zollsätzen führte und zunehmend Handel und Produktion belastete. Die wirtschaftspolitische Unsicherheit, insbesondere durch die USA, blieb ein Risikofaktor. Die Inflation verharrte auf erhöhtem Niveau (G7: 2,8 Prozent im September), während sinkende Energiepreise und steigende Metallpreise die Preisentwicklung beeinflussten.
Veränderung des Bruttoinlandsprodukts
| in % | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| China | 4,8 | 5.0 |
| Asien-Pazifik | 4,5 | 4,5 |
| Welt | 3,2 | 3,3 |
| USA | 2,0 | 2,8 |
| Europa | 1,3 | 1,8 |
| Deutschland | 0,2 | -0,5 |
Quelle: Internationaler Währungsfonds (Stand: Schätzungen 25. Februar 2026 mit aktualisierten Vorjahresangaben im Vergleich zum
Konzernlagebericht 2024).
Die wirtschaftliche Entwicklung war jedoch regional sehr unterschiedlich. Die US-Wirtschaft schwächte sich ab, China kompensierte Exportverluste in die USA durch stärkere Ausfuhren in andere Länder, und asiatische Schwellenländer profitierten besonders vom KI-Boom. Europa wuchs verhalten, Japan setzte fiskalische Stimuli ein, während Lateinamerika und Russland unter hohen Zinsen und geopolitischen Belastungen litten.
Europa
Im Jahr 2025 entwickelte sich die Konjunktur im Euroraum insgesamt schwach. Das Wirtschaftswachstum lag bei rund 1,3 Prozent (Vorjahr: 1,6 Prozent), in Deutschland sogar nur bei 0,2 Prozent. Hauptursachen waren die protektionistische US-Handelspolitik mit deutlich erhöhten Zöllen auf EU-Exporte sowie die starke Aufwertung des Euro, die die preisliche Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zusätzlich belastete. Die Exportpreise im Euroraum stiegen stärker als im weltweiten Durchschnitt, was die Ausfuhren dämpfte. Während die öffentlichen Investitionen, insbesondere für Infrastruktur und Verteidigung, stützend wirkten, blieb die private Investitionstätigkeit moderat.
Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Euroraum um 2,1 Prozent. Der private Konsum profitierte von steigenden Reallöhnen, während die Industrieproduktion schwach blieb und der Dienstleistungssektor sich nur mäßig erholte. Die Finanzpolitik war uneinheitlich: Während Deutschland expansiv agierte, setzten andere Länder eher auf Konsolidierung. Im Aggregat gingen von dieser Seite daher nur geringe Impulse für die Konjunktur aus.
Life-Science-Branche wieder auf moderatem Wachstumskurs
Zu den wichtigsten Kundengruppen von Eppendorf zählen die biopharmazeutische und pharmazeutische Industrie sowie öffentliche Forschungseinrichtungen. Auch Labore zur Qualitätssicherung aus der Chemie- und Nahrungsmittelbranche gehören zu den Kunden des Unternehmens. Von den Entwicklungen in diesen Branchen gehen entsprechend Impulse für die Geschäftsentwicklung des Eppendorf Konzerns aus.
Im Jahr 2025 blieb die Marktsituation in der Life-Science-Branche angespannt, entwickelte sich jedoch zum ersten Mal seit 2022 positiv. Marktstudien zufolge verzeichnete die Branche ein Wachstum von 2,4 Prozent (Vorjahr: -1,5 Prozent). Angetrieben wurde das Wachstum im Life-Science-Markt von einer starken Nachfrage in der biopharmazeutischen Produktion. Hier gab es, wie im Gesamtmarkt, eine stark positive Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien. Branchenweit zeigten sich die Kunden nach wie vor zurückhaltend bei Investitionen in Laborinstrumente, was die Nachfrage in diesem Segment dämpfte.
Die globale Marktlage war 2025 geprägt durch Handelskonflikte, geopolitische Risiken und die Innenpolitik in den USA. Die durch die US-Regierung verhängten Strafzölle sorgten für Investitionszurückhaltung bei Kunden weltweit. Globale Life-Science-Konzerne reagierten mit Lieferketten-Anpassungen und Preiserhöhungen. Zusätzlich sorgten Kürzungen beim Forschungsbudget des National Institute of Health (NIH) für eine Abschwächung der Nachfrage im akademischen und staatlichen Kundensegment im amerikanischen Markt. Das Segment der akademischen und staatlichen Kunden ist infolgedessen global um 2,5 Prozent geschrumpft. Für 2026 wird erwartet, dass sich die Erholung der Life-Science-Branche fortsetzt, mit einem prognostizierten Wachstum von 3,6 Prozent. Im Instrumente-Segment wird sich die Investitionszurückhaltung der vergangenen Jahre erwartungsgemäß abschwächen, da Laborgeräte das Ende ihres Produktlebenszyklus erreichen werden.
Geschäftsverlauf und Ertragslage:
Heterogenes Marktumfeld prägt Umsatzentwicklung
Im Geschäftsjahr 2025 sorgten insbesondere die wiederkehrenden Umsätze mit Verbrauchsmaterialien für eine Stabilisierung der Geschäftsentwicklung und kompensierten teilweise die schwache Investitionsbereitschaft im Bereich der Laborinstrumente. Der Konzernumsatz ging allerdings insgesamt um 56,3 Mio. € auf 924,0 Mio. € zurück (Vorjahr: 980,3 Mio. €). Dies entsprach einem Umsatzrückgang von 5,7 Prozent (Vorjahr: -9,1 Prozent). In der Commercial Unit EMEA verzeichnete Eppendorf 2025 einen Umsatzrückgang zum Vorjahr in Höhe von 1,7 Prozent (Vorjahr: -6,1 Prozent) bedingt durch Budgetbeschränkungen, ungleichmäßige Finanzierungszyklen und geopolitische Spannungen. Zudem verschärfte sich der Wettbewerb in den Bereichen Qualität, Verfügbarkeit, integrierte Dienstleistungen und Preis. Der technologische Wandel schritt voran: Immer mehr vernetzte Geräte und automatisierte Workflows standardisierten Laborprozesse und verbesserten die Compliance. Nachhaltigkeit wurde zu einem zentralen Kaufkriterium; Energieeffizienz sowie recycelbare oder biobasierte Materialien wurden immer häufiger in Ausschreibungen gefordert.
Aus dem komplexen Marktumfeld in der EMEA-Region resultierte ein uneinheitliches Umsatzprofil. In einzelnen Märkten sorgten Investitionen der Pharmaindustrie und regulatorischer Rückenwind für ein robustes, hohes einstelliges Wachstum, während andere Märkte durch makroökonomische Herausforderungen und strikte Kundenbudgets gebremst wurden. Insgesamt resultierte daraus eine weitgehend stabile, aber heterogene Entwicklung in der EMEA-Region. Investitionen in Anlagegüter konzentrierten sich auf messbare Produktivitätssteigerungen. Zudem legten Kunden verstärkt Wert auf die Gesamtkosten über den gesamten Lebenszyklus und weiteten Serviceverträge aus, um die Nutzungsdauer von Anlagen zu verlängern und Ausfallzeiten zu minimieren. Ausgewählte Erfolge im Gerätegeschäft und eine starke Kundenbindung durch Service halfen, den Umsatz zu stabilisieren. Die Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien blieb widerstandsfähig und stützte durch regelmäßige, wiederkehrende Käufe die Umsatzentwicklung.
Grundsätzlich entspricht die beschriebene Geschäftsentwicklung der Lage in dem Vertriebsgebiet der Eppendorf Austria. Der Umsatzentwicklung fällt jedoch bei Eppendorf Austria 2025 positiv aus und liegt bei +2.103.1 25,65 €. Dieses ist durch eine Optimierung des Vertriebsprozesses und das Allokieren der Umsätze von Tschechien und Slowakei zur Eppendorf Austria zurückzuführen. Im Zuge einer Umstrukturierung in der Commercial Unit EMEA wurde die Eppendorf Austria GmbH weiters ein Zentrum für Customer Care (Auftragsabwicklung und Kundenbetreuung) für Osterreich, Deutschland und Polen; die Service Abteilung ein Zentrum für Osterreich, Polen und Schweiz und das Pipetten- Kalibierlabor der Eppendorf Austria übernahm den Markt Polen. Dieses Ergebnis habe sich positiv auf das Betriebsergebnis ausgewirkt.
Finanz- und Vermögenslage:
Cashflow, liquide Mittel und Working Capital
Die Liquiditätslage der Gesellschaft hat sich im Geschäftsjahr 2025 weiter verbessert. Die liquiden Mittel (Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten) erhöhten sich von rund 2,9 Mio. EUR zum 31.12.2024 auf rund 5,0 Mio. EUR zum 31.12.2025. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen, auf den im Geschäftsjahr erzielten positiven operativen Cashflow zurückzuführen, der aus dem deutlich gestiegenen Ergebnis und einem insgesamt gut gesteuerten Working Capital resultiert.
Das Working Capital (Umlaufvermögen abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten) stieg im selben Zeitraum von rund 3,5 Mio. EUR (2024) auf rund 5,1 Mio. EUR (2025). Der Anstieg spiegelt einerseits das gewachsene Geschäftsvolumen mit höheren Forderungen und reduzierten Vorräten durch Lagerstandverminderung wider, andererseits bleibt die Finanzierung des laufenden Geschäfts trotz des Wachstums komfortabel.
Insgesamt ist die Cashflow- und Liquiditätssituation der Gesellschaft als sehr solide zu beurteilen. Die vorhandenen liquiden Mittel sowie das positive Working Capital sichern die Fähigkeit, bestehenden Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachzukommen und notwendige Investitionen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb finanzieren zu können.
1.2 Eigene Anteile
Die Eppendorf Austria GmbH verfügt über keine eigenen Anteile.
1.3 Zweigniederlassungen
Die Eppendorf Austria GmbH hat ein Repräsentation Office in Ungarn zur Anstellung von einem lokalen Mitarbeiter. Die Niederlassung ist aber keine aktive Betriebsstätte.
1.4 Finanzielle Leistungsindikatoren
Geschäftsergebnis
Das Geschäftsjahr 2025 verlief für die Eppendorf Austria GmbH erfolgreich. Es wurde ein Jahresüberschuss von 1.016.295,96 € (Vorjahr: 695.248,49 €) erzielt. Die Eigenkapitalquote beträgt 54,5 % (Vorjahr: 52,0 %) und die Umsatzrentabilität beträgt 5,03 % (Vorjahr: 3,84 %).
Zur weiteren Beurteilung der Finanzlage werden insbesondere Ergebnis- und Strukturkennzahlen herangezogen:
Die Umsatzrentabilität von 5,03 % (Vorjahr: 3,84 %) dokumentiert eine im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserte Ertragslage des operativen Geschäfts. Die Eigenkapitalquote von 54,5 % (Vorjahr: 52,0 %) unterstreicht die solide Eigenkapitalausstattung der Gesellschaft und ihre Fähigkeit, mögliche Markt- und Konjunkturschwankungen finanziell abzufedern. Zum Bilanzstichtag entfallen 2.758.360,57 € (Vorjahr: 2.347.112,87 €) der Verbindlichkeiten auf Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr.
1.4 Finanzielle Leistungsindikatoren
Das Geschäftsjahr 2025 verlief für die Eppendorf Austria GmbH erfolgreich. Es wurde ein Jahresüberschuss von 1.016.295,96 € (Vorjahr: 695.248,49 €) erzielt. Die Eigenkapitalquote beträgt 54,5 % (Vorjahr: 52,0 %) und die Umsatzrentabilität beträgt 5,03 % (Vorjahr: 3,84 %). Zur weiteren Beurteilung der Finanzlage werden insbesondere Ergebnis- und Strukturkennzahlen herangezogen: Die Umsatzrentabilität von 5,03 % (Vorjahr: 3,84 %) dokumentiert eine im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserte Ertragslage des operativen Geschäfts. Die Eigenkapitalquote von 54,5 % (Vorjahr: 52,0 %) unterstreicht die solide Eigenkapitalausstattung der Gesellschaft und ihre Fähigkeit, mögliche Markt- und Konjunkturschwankungen finanziell abzufedern. Zum Bilanzstichtag entfallen 2.758.360,57 € (Vorjahr: 2.347.112,87 €) der Verbindlichkeiten auf Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr. Vor dem Hintergrund der stabilen Ertragslage und der hohen Eigenkapitalquote ist die kurzfristige Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft weiterhin als gesichert anzusehen.
2. Risiken und Chance des Unternehmens
Eppendorf verfügt über ein strukturiertes Risikomanagementsystem, für das der Vorstand die Gesamtverantwortung trägt, während der Aufsichtsrat die Wirksamkeit überwacht. Seit 2025 ist das zentrale Risikomanagement im Corporate Controlling angesiedelt, koordiniert die Risiko- und Chancenerfassung, validiert die Meldungen aus den Fachbereichen und berichtet regelmäßig an Vorstand und Aufsichtsrat. Ziel ist nicht, alle Risiken auszuschließen, sondern sie frühzeitig zu erkennen, zu steuern und bewusst zur Nutzung von Chancen in der Geschäftstätigkeit einzusetzen. Als wesentliche Risiken gelten die derzeit unsicheren wirtschaftlichen und (geo-)politischen Rahmenbedingungen, insbesondere Handelskonflikte, Straf- und Schutzzölle sowie mögliche Exportkontrollen, die Kosten steigern, globale Lieferketten stören und die Kundennachfrage beeinträchtigen können. Hinzu kommt die Abhängigkeit von einem weltweiten Zulieferernetzwerk, bei dem der Ausfall von Schlüssellieferanten oder unerwartete Supply-Chain-Engpässe die Lieferfähigkeit gefährden könnte. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Informationssicherheit und Cyberrisiken: Eppendorf orientiert sich an Standards wie ISO/IEC 27001, integriert Vorgaben der EU-NIS-2-Richtlinie und investiert in moderne Uberwachungs- und Analysesysteme, den Schutz kritischer IT-Systeme sowie die Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Zugleich nimmt der regulatorische Druck zu (unter anderem durch EU-Okodesign, SBTi, Nachhaltigkeitsberichterstattung und EU- Taxonomie); durch frühzeitige und aktive Umsetzung sollen daraus Wettbewerbs-vorteile entstehen. Branchenspezifisch ist Eppendorf vor allem von der Life-Science-Forschung abhängig, sodass Budgetkürzungen in F&E, erhöhte Preissensitivität, neue Wettbewerber und Nachfrageverschiebungen Risiken für die Umsatzentwicklung darstellen. Diese werden durch diversifizierte Kundensegmente, verschiedene Vertriebskanäle, Rahmenverträge sowie eine breite Aufstellung von Produktportfolio und Produktionsstandorten gemindert. Allgemeine Geschäftsrisiken, etwa aus Extremwetter, Naturkatastrophen, Pandemien oder Betrugsversuchen, adressiert das Unternehmen durch Präventionsmaßnahmen. Derzeit sind keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, wobei zukünftig bislang unbekannte oder heute als unwesentlich eingestufte Risiken dennoch negative Auswirkungen haben können.
Auf der Chancenseite profitiert Eppendorf von seiner Ausrichtung auf wachstumsstarke Bereiche wie medizinische und Grundlagenforschung, Biotechnologie, Pharmaindustrie, Gesundheitswesen, Lebensmittelindustrie und andere Sektoren. Diese Branchen wachsen unter anderem aufgrund steigender Lebenserwartung, höherer Anforderungen an Gesundheit, Lebensmittelqualität und -sicherheit sowie Umweltschutz, insbesondere in dynamischen Schwellenländern. Die wichtigsten Kunden stammen aus öffentlichen Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie aus Pharma- und Biotechunternehmen, deren Nachfrage stark von staatlichen Budgets und Förderprogrammen abhängt. Steigende Forschungsbudgets, etwa im EU-Rahmenprogramm, bieten zusätzliche Potenziale. Eine bedeutende Chance ist der Ausbau der US-Pharmakapazitäten mit sehr hohen Investitionsvolumina, aus denen sich für Eppendorf - trotz bisher stärkerer Position im akademischen Bereich - attraktive Wachstumsmöglichkeiten im industriellen Segment ergeben. Generell wird der Markt für Laborinstrumente und -Verbrauchsmaterialien in Pharma und Biopharma durch die Erforschung neuer Wirkstoffe, den demografischen Wandel und einen wachsenden Gesundheitssektor getrieben. Zukunftstrends wie Zell- und Gentherapien, mRNA- Medikamente, Multi-Omics, Automatisierung von Laborprozessen und neue Analyseinstrumente verstärken die positive Marktdynamik. Eppendorf investiert umfangreich in Forschung und Entwicklung, verfolgt Technologietrends und Wettbewerbsaktivitäten und erschließt dadurch Wachstumschancen über Portfolioerweiterungen und neue Geschäftsfelder. Zusätzliche Chancen liegen in Digitalisierung, vernetzten Laborgeräten und Lösungen für nachhaltige, „grüne" Labore, etwa über klimaneutrale Produktionsstätten und nachhaltige Laborausstattung. Insgesamt steht Eppendorf damit einerseits einem komplexen Risikoumfeld gegenüber, verfügt andererseits aber über erhebliche Chancen in einem strukturell wachsenden Life-Science-Markt.
2.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Weltwirtschaftswachstum
Im Jahr 2026 wird die Weltwirtschaft nur moderat wachsen; der IWF erwartet ein globales Wachstum von 3,1 Prozent. Hauptursache sind die seit 2025 protektionistischere US- Handelspolitik und damit verbundene Verwerfungen im Welthandel.
Für Europa haben sich die Wettbewerbsbedingungen verschlechtert: Höhere US-Einfuhrzölle und gestiegene Preise europäischer Exportprodukte – unter anderem durch die Aufwertung des Euro – mindern die preisliche Wettbewerbsfähigkeit, während China dank abgewertetem Renminbi und sinkenden Exportpreisen Marktanteile hinzugewinnt. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Für die USA wird ein BIP-Wachstum von 2,1 Prozent erwartet, gebremst durch zollbedingte Inflation und Belastungen für reale Einkommen und Arbeitsmarkt. In China wird das Wachstum mit 4,2 Prozent etwas niedriger ausfallen als im Vorjahr, beeinträchtigt durch einen schwachen Immobilienmarkt und hohe US-Zölle, aber gestützt durch stärkere Exporte nach Asien und Europa. Im Euroraum wird ein Wachstum von 1,4 Prozent prognostiziert, getragen von einer moderaten Investitionserholung bei weiterhin schwierigen Exportbedingungen. Staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung – besonders in Europa - stützen die Konjunktur, während der private Konsum nur verhalten zunimmt. Wesentliche Risiken sind eine mögliche erneute Verschärfung der Handelspolitik, geopolitische Spannungen und eine schwächere Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten. Insgesamt bleibt das weltweite Wachstum 2026 unterdurchschnittlich und von Protektionismus, regionalen Divergenzen und verhaltener Binnennachfrage geprägt.
Strategien für nachhaltiges Wachstum
Das zurückliegende Berichtsjahr zeigte, wie wichtig flexible und resiliente Prozesse und Strukturen sind, mit denen schnell und effizient auf dynamische Marktentwicklungen reagiert werden kann. Dementsprechend wurde bereits im Herbst 2023 ein umfassendes Programm zur Steigerung von Resilienz, Profitabilität, Effizienz und Innovationskraft der Eppendorf Gruppe initiiert, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Eppendorfs abzusichern. Im Jahr 2025 wurde intensiv an einer neuen, ambitionierten Unternehmensstrategie gearbeitet, die Wachstum, Innovationen und moderne Zusammenarbeit in den Mittelpunkt stellt. Ziel ist es, langfristig deutlich schneller zu wachsen als der Markt und perspektivisch eine EBIT-Marge von 20 Prozent zu erreichen. Zudem sollen das Kerngeschäft fokussiert und gestärkt sowie gezielt neue Wachstumsmärkte erschlossen werden.
Markterwartungen
Eine generelle, langfristig positive Wachstumsprognose für die Life-Science-Branche stimmt für das kommende Berichtsjahr vorsichtig optimistisch. Für die EMEA-Region geht Eppendorf 2026 von einem moderaten, aber soliden Wachstum aus. Triebkräfte sind insbesondere verbesserte Rahmenbedingungen im Biopharma-Markt, eine hohe Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien und eine allmähliche Erholung ausgewählter Investitionsprojekte. Zusätzlich wird das Wachstum durch verstärkte Aktivitäten in Biopharma und Biowissenschaften, die zunehmende Automatisierung von Arbeitsabläufen sowie die breitere Einführung vernetzter, regulativ konformer Instrumente unterstützt. In Teilen der Region normalisieren sich Finanzierungszyklen; Kundinnen und Kunden bevorzugen zunehmend Lösungen, die neben hoher Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit auch betriebliche Einsparungen ermöglichen. Vor diesem Hintergrund erwartet Eppendorf in EMEA eine stabile Geschäftsentwicklung mit wachstumsorientierten Impulsen, wobei gleichzeitig ein striktes Kosten- und Investitionsmanagement Voraussetzung bleibt, um die Profitabilitätsziele zu erreichen. Diese moderaten Wachstum Erwartungen schließen die EMEA-Märkte die Eppendorf Austria betreut mit ein. 2026 auch sind keine nennenswerten Umstrukturierungseffekte für Eppendorf Austria zu erwarten.
2.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Unsere Geschäftstätigkeit als regionale Vertriebs- und Servicegesellschaft mit rund 50 Mitarbeitenden ist mit Chancen und Risiken verbunden. Ziel unseres Risikomanagements ist es, wesentliche Risiken frühzeitig zu erkennen, zu steuern und gleichzeitig Chancen gezielt zu nutzen.
Risikomanagement
Die Gesamtverantwortung für ein wirksames Risikomanagementsystem liegt bei der Geschäftsführung der Tochtergesellschaft im Einklang mit den konzernweiten Vorgaben. Die jeweiligen Fachbereiche identifizieren und bewerten Risiken in ihrem Verantwortungsbereich und leiten bei Bedarf Maßnahmen ein. Das Risikomanagement erfolgt in enger Abstimmung mit dem zentralen Risikomanagement der Eppendorf SE, das Vorgaben bereitstellt, die Berichterstattung koordiniert und die Weiterentwicklung des Systems sicherstellt.
Wesentliche Risiken
Für unsere Gesellschaft ergeben sich Risiken insbesondere aus der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, möglichen Verschiebungen in Forschungs- und Investitionsbudgets unserer Kunden sowie aus Preis- und Wettbewerbsdruck im regionalen Markt. Weitere Risiken bestehen in Unterbrechungen der Lieferfähigkeit des Konzerns, die sich auf unsere regionale Verfügbarkeit von Produkten auswirken können, sowie in Cyberrisiken und Störungen der IT-gestützten Vertriebs- und Serviceprozesse. Durch konzernweit etablierte Informationssicherheitsstandards, laufende Schulungen der Mitarbeitenden, enges Monitoring der Markt- und Kundensituation sowie eine enge Abstimmung mit den Produktions- und Logistikeinheiten des Konzerns werden diese Risiken begrenzt. Aus heutiger Sicht bestehen keine Risiken, die den Fortbestand unserer Gesellschaft gefährden.
Finanzinstrumente
Die Gesellschaft verwendet keine derivativen Finanzinstrumente.
Chancen
Als regionale Vertriebs- und Serviceorganisation profitieren wir von der starken Marktposition und Innovationskraft des Eppendorf-Konzerns im Life-Science-Bereich. Chancen ergeben sich insbesondere aus dem Wachstum in der Pharma- und Biotechindustrie, im akademischen Forschungsumfeld sowie im Gesundheits- und Lebensmittelbereich. Zusätzliche Potenziale sehen wir in der steigenden Nachfrage nach Automatisierung, digitalen und vernetzten Laborlösungen sowie nachhaltigen Produkten. Durch kundennahen Service, technische Beratung vor Ort und eine enge Zusammenarbeit mit den konzernweiten Produkt- und Entwicklungsteams können wir diese Marktchancen gezielt nutzen und unsere Position im regionalen Markt weiter ausbauen.
3. Forschung und Entwicklung
Die Eppendorf Austria GmbH betreibt keine eigene Forschung und Entwicklung, profitiert jedoch von den Innovationen und Entwicklungen innerhalb der Eppendorf Gruppe.
Eppendorf Austria GmbH
RU
Dipl. Ing. Mathias Wenisch
Wien, am 29. Mai 2026
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