← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025

Hefel Textil GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 28. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

EEP

1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens

1.1 Geschäft und Rahmenbedingungen

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren im Jahr 2025 ebenso herausfordernd wie bereits im Vorjahr. Insbesondere die anhaltenden Kostensteigerungen - vor allem im Bereich der Personalkosten – sowie die konjunkturelle Schwäche in zahlreichen Märkten prägten weiterhin das Umfeld der österreichischen Konsumgüterindustrie.

Als besonders personalintensives Unternehmen spürten wir den zunehmenden Wettbewerbsnachteil gegenüber den in Europa dominierenden deutschen Herstellern deutlich. Während deutsche Heimtextilproduzenten seit 2022 nicht mit denselben hohen Inflationsraten konfrontiert waren wie die österreichischen Produzenten, fielen auch die daraus resultierenden kollektivvertraglichen Lohnsteigerungen deutlich moderater aus. In unseren Kernmärkten Osterreich und Deutschland wurden wir daher wiederholt mit dem Umstand konfrontiert, als nahezu einziger Anbieter Preisanpassungen vorzunehmen.

Zusätzlich belastet die im internationalen Vergleich hohe Besteuerung des Faktors Arbeit in Osterreich die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Produktionsunternehmen erheblich. Der daraus resultierende Preisdruck erhöhte sich im Berichtsjahr weiter. Zur teilweisen Kompensation der Kostennachteile wurden verstärkt Differenzierungsstrategien verfolgt sowie Serviceleistungen weiter verbessert.

Auf europäischer Ebene setzte sich die negative Entwicklung der Textil- und Bekleidungsindustrie fort. Laut dem europäischen Branchenverband Euratex waren im Jahr 2025 sämtliche wesentlichen Kennzahlen der Branche erneut rückläufig. Umsatz, Produktion und Beschäftigung gingen bereits das dritte Jahr in Folge zurück. Euratex sieht darin eine Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit Europas insgesamt. Als Hauptursachen werden strukturell hohe Energiekosten, die verhaltene Konsumnachfrage, unlauterer Wettbewerb durch asiatische Online-Plattformen sowie die zunehmende regulatorische Belastung europäischer Hersteller genannt.

Zusätzliche Herausforderungen ergaben sich für unser Unternehmen durch die Insolvenz unseres über Jahrzehnte größten Kunden, einer österreichischen Möbelhauskette, Ende des Jahres 2024. Wenngleich die Umsätze zuletzt bereits deutlich unter den historischen Höchstwerten lagen, stellte dieser Ausfall dennoch eine Hypothek dar. Erfreulicherweise gelang es uns bereits früh im Jahr 2025, die größte österreichische Möbelhauskette sowie international zweitgrößte Unternehmensgruppe dieser Branche als Kunden in Osterreich zu gewinnen. Daraus ergibt sich erhebliches Potential für die kommenden Jahre.

In Österreich führte die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung weiterhin zu einer Sparneigung der privaten Haushalte und entsprechend gedämpftem Konsumverhalten. Das geringe Wirtschaftswachstum im Jahr 2025 wurde überwiegend durch staatliche Ausgaben getragen, nicht durch privatwirtschaftliche Akteure. Private Haushalte haben in den vergangenen zwei Jahren rund EUR 10 Mrd.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Beilage IV / Seite 2
BeANDSLE

zusätzlich auf Konten und Sparbüchern veranlagt. Das daraus künftig mögliche zusätzliche Konsumpotential stellt mittel- bis langfristig eine Chance für die Konsumgüterindustrie dar.

Der konsolidierte Umsatz des Unternehmens - einschließlich der Schweizer Tochtergesellschaft Hefel Textil AG – belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf ME 13,5 nach ME 14,5 im Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern betrug – TE 616 (Vorjahr – TE 1.440). Die Eigenmittelquote lag zum 31.12.2025 bei 39,65% (Vorjahr 45,63%).

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl belief sich im Jahresdurchschnitt auf 121 Personen (Vorjahr 127).

1.2 Geschäftsergebnis und Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
inAnteil 20252024Anteil
Rohergebnis9.104100%9.174100%
sonstige betriebl.ErträgeTe1141%1452%
PersonalaufwandTe-6.906-76%-7.145-78%
AbschreibungenTe-198-2%-215-2%
sonstiger betriebl.Aufwand-2.774-30%-3.386-37%
BetriebserfolgTe-660-7%-1.427-15%
FinanzerfolgTe440%-130%
Ergebnis vor Steuern-616-7%-1.440-15%

1.3 Finanzlage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
in20252024
FinanzergebnisTe44-12
BankverbindlichkeitenTe1.253750
Ergebnis vor SteuernTe-616-1.440
AbschreibungenTe198215
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von VermögensgegenständenTe02
sonstige zahlungsunwirksame ErträgeTe00
Cash Flow aus dem ErgebnisTe-418-1.223

HEF F EL

BED AND SLEEP

Beilage IV / Seite 3

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Nettoverschuldung (Net Debt)EUREUR
verzinsliches Fremdkapital *)2.876.251,622.732.383,35
- flüssige Mittel725.090,841.132.210,98
Nettoverschuldung2.151.160,781.600.172,37

*) Abfertigungs-, Pensions-, Jubiläum sgeldrückstellung, Handelsvert.-Rückstellung,

Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Nettoumlaufvermögen (Working Capital)EUREUR
Umlaufvermögen6.509.616,196.939.062,52
- langfristiges Umlaufvermögen448.228,08485.947,63
= kurzfristiges Umlaufvermögen6.061.388,116.453.114,89
- kurzfristiges Fremdkapital2.659.488,522.112.345,04
Nettoumlaufvermögen3.401.899,594.340.769,85

1.4 Vermögenslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
in31.12.2025Anteil31.12.2024Anteil
AktivaTe7.043100%7.508100%
Langfristiges Vermögen *)Te98214%1.05514%
Kurzfristiges VermögenTe6.06186%6.45386%
PassivaTe7.043100%7.508100%
Eigenkapital (inkl. Rücklagen)Te2.76140%3.41446%
Langfristiges FremdkapitalTe1.62323%1.98226%
Kurzfristiges FremdkapitalTe2.65937%2.11228%

*) inkl.aktive latente Steuern

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden T€ 163 in EDV, Produktion-, Betriebs- und Geschäftsausstattung investiert.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
EEPBeilage IV / Seite 4
31.12.2025 31.12.2024
Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity - ROE)
Ergebnis vor Steuern-18,06%-29,04%
bereinigtes Eigenkapital *)

*) Eigenkapital am Beginn des GJ (einschließlich unversteuerte Rücklagen nach Abzug einer (zinsbereinigten) Steuerlatenz von 11,5%)

Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investment - ROI)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Ergebnis vor Zinsen und Steuem-7,73%-15,30%
Gesamtkapital *)

*) Gesamtkapital am Beginn des GJ

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Eigenmittelquote (§ 23 URG)
Eigenkapital + unversteuerte Rücklagen Gesamtkapital - erhaltene Anzahlungen39,65%45,63%

1.5 Forschung und Entwicklung

Auch 2025 haben wir wie in den Vorjahren unsere Entwicklungsarbeit auf die Suche nach neuen Gewebeund Füllungsmaterialien und deren Implementierung in unser Bettwaren-Produktsortiment konzentriert.

2. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2026 wurde für die österreichische Wirtschaft noch von einer moderalen konjunkturellen Erholung ausgegangen. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute WIFO und IHS erwarteten ursprünglich ein reales Wirtschaftswachstum von rund 1,0% bis 1,1% für das Jahr 2026. Diese Einschätzung basierte insbesondere auf einer erwarteten Stabilisierung der Inflation, einer Erholung der Investitionstätigkeit sowie einer allmählichen Belebung des privaten Konsums.

Im Verlauf des Jahres hat sich das wirtschaftliche Umfeld jedoch deutlich eingetrübt. Insbesondere geopolitische Unsicherheiten, steigende Energiepreise sowie eine weiterhin verhaltene Investitionsbereitschaft führten zu einer spürbaren Abschwächung der Konjunkturerwartungen. Die aktuellen Prognosen von IHS und WIFO liegen mittlerweile bei einem Wirtschaftswachstum zwischen 0,5% und 0,8 % für das Jahr 2026. Die Osterreichische Industriellenvereinigung geht laut ihrem Konjunkturbericht vom 29.04.2026 von einer „Halbierung der ursprünglich erwarteten realen Expansionsdynamik in Österreich“ aus. Die eingeschränkte Planbarkeit infolge der genannten Unsicherheiten wird das wirtschaftliche Umfeld auch im weiteren Jahresverlauf prägen.

Vor diesem Hintergrund ist auch für unser Unternehmen weiterhin von einem herausfordernden Marktumfeld auszugehen, wodurch das Erreichen des ursprünglich budgetierten Umsatzes zur Herausforderung wird. Zusätzlich kam es in den vergangenen Monaten zu Insolvenzen beziehungsweise Schließungen mittelgroßer, zum Teil jahrzehntelanger Kunden. Hauptursache für den Wegfall dieser Kunden sind insbesondere die rückläufige Konsumentennachfrage sowie die deutlich gestiegenen Personalkosten.

Das zu Beginn des Jahres 2025 eingeleitete Kostensenkungsprogramm wird daher konsequent fortgeführt und führte auch im laufenden Geschäftsjahr zu weiteren Kosteneinsparungen gegenüber dem Vorjahr. Die Kollektivvertragsverhandlungen brachten mit Stichtag 01.04.2026 eine Erhöhung der Ist-Gehälter und -Löhne um 2,5%. Diese Anpassung liegt zwar weiterhin über dem Niveau internationaler Mitbewerber, jedoch deutlich unter der maßgeblich rollierenden Inflation von 3,33%.

Entgegen den zu Jahresbeginn bestehenden Erwartungen wird auch das Geschäftsjahr 2026 für die gesamte Heimtextilien-Branche herausfordernd bleiben. Gleichzeitig besteht die Erwartung, dass sich für das Jahr 2027 eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung abzeichnet, von der die Heimtextilbranche aufgrund ihrer Konjunktursensitivität überdurchschnittlich profitieren wird.

3. Risikobericht

3.1 Allgemeiner Risikobericht des Gesamtunternehmens

Die Rahmenbedingungen stellen für unsere Branche eine Herausforderung dar, da die Heimtextilbranche besonders sensibel auf Konjunkturentwicklungen reagiert. Bei Abschwächung der Konjunktur sind wir die Ersten, die mit sinkender Nachfrage konfrontiert sind, um umgekehrt bei wachsender Konjunktur überproportional schnell zu profitieren. Dem erhöhten Ausfallsrisiko auf Kundenebene widmen wir unsere besondere Aufmerksamkeit, vor allem durch die Absicherung unserer Forderungen bei Kreditversicherungsunternehmen. Weiters nimmt unser Debitorenmanagement die Beobachtung liquiditätsschwacher Kunden aktiv wahr und garantiert dadurch ein überschaubares Ausfallsrisiko.

3.2 Spezieller Risikobericht bezüglich den Finanzinstrumenten

a) Bonitäts- und Ausfallsrisiko

Auf der Aktivseite stellen die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Das Risiko ist als gering einzustufen, da es sich bei den Kreditinstituten überwiegend um solche von unzweifelhafter Bonität handelt.

b) Zinsänderungsrisiko

Aktivseitig bestehen Zinsänderungsrisiken nur seitens der Guthabenszinsen bei Kreditinstituten, welche teilweise durch Festgeldveranlagungen nivelliert werden.

Passivseitig besteht ein Zinsänderungsrisiko bei den Finanzverbindlichkeiten, welche teilweise durch Fixzinsvereinbarungen abgedeckt wurden. Die restlichen Risiken der Zinsschwankungen sind – gerade auch durch Anlehnung an die Refinanzierungskosten der Banken bei der Nationalbank (EURIBOR, LIBOR) – als marktgegeben einzustufen.

c) Währungsänderungsrisiko

Das Fremdwährungsrisiko kann als moderat eingestuft werden. Wechselkursrisiken aus bestehenden Fremdwährungsforderungen werden durch fallweise Einkäufe in diesen Fremdwährungen glattgestellt. Beim US-Dollar liegt ein Einnahmenüberschuss vor und durch die nicht zu prognostizierende Entwicklung des US-Dollar besteht ein gewisses Wechselkursrisiko.

Schwarzach, am 01. Juni 2026

Richmon befel pit

Dr. Die?mar Hefel

Mag. Ulrike Hefel

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.