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Lagebericht 2024

1zu1 Prototypen GmbH & Co KG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 03. Apr. 2025

Inhaltsverzeichnis

Datum: 4.2.2025

Seite: 1/6

1. GESCHÄFTSVERLAUF:

Die 1zu1 Prototypen GmbH & Co KG ist in der Prototypen- und Kleinserienfertigung von 1 bis zu 1. Mio. Kunststoffteilen für Industrie & Gewerbekunden tätig.

Das Jahr 2024 war geprägt dadurch, dass sich die Marktsituation in der Dachregion nochmals im Vergleich zum Vorjahr stark verändert hat. Da High-Tech-Unternehmen jedoch schon im Vorjahr mit einer Personalanpassung frühzeitig auf die veränderte Marktsituation reagierte hat, könnte die Unternehmenslage stabilisiert werden. Kundenseitige Einsparungen in der Forschung und Entwicklung sowie der hohe Kostendruck in der Branche führten zu einer Korrektur der Umsatzprognose ebenfalls im 2024. Als zusätzliche Gegenmaßnahme wurden freiwerdende Stellen durch Prozessoptimierungen nur bedingt nachbesetzt.

Das Unternehmen ist per 01.02.2022 an die international tätige Prototal Industries AB / Jönköping / Schweden verkauft worden. Als Teil einer internationalen Unternehmensgruppe muss das Unternehmen seinen Beitrag zur Gesamtstrategie leisten. Neben konkret definierten Umsatzzielen zählt dazu auch, die Gewährleistung einer stabilen Basis für die künftige Weiterentwicklung.

Mit ca. 126 Mitarbeitenden ist 1zu1 das größte Unternehmen dieser Gruppe. Gesamt sind in der Unternehmensgruppe ca. 350 Mitarbeitende beschäftigt. Im angegebenen Geschäftsjahr wurden fakturierte Umsätze von 14,8 Mio. € erzielt. Die Umsätze wurden zu 18% in Osterreich und zu 82% im Ausland erzielt. Der Umsatz mit der Prototal Gruppe betrug im Jahr 2024 585.000,- €.

Per 31.12.2024 waren im Unternehmen 126 Mitarbeitende beschäftigt. Zum 31.12.2023 betrug der Mitarbeiterstand im Vergleich 138 Mitarbeitende. Unter Berücksichtigung der Teilzeitarbeitskräfte sind es umgerechnet auf Vollzeit im Durchschnitt 115,2 Mitarbeitende. 18 Mitarbeiter entfallen per Ende 2024 auf Lehrlinge.

Der Verlust in diesem Geschäftsjahr konnte durch den reduzierten Personalaufwand sowie Kosteneinsparungen in den betrieblichen Aufwendungen eingegrenzt werden.

An Auftragseingängen wurde für 2024 ein Budget von 18,4 Mio. € geplant. Fakturiert wurden 14,8 Mio. €. Das geplante Ziel „Auftragseingang 2024" wurde somit

um 2 Mio nicht erreicht. Die schwierige Situation kommt hauptsächlich daher, dass der Ukraine Krieg im Februar 22 begann und zu starker Verunsicherung in unseren Märkten führte. Positiv zu vermerken ist, dass per Ende 2024 ein Auftragspolster von 1,6 Mio. € besteht, welches 2025 abzuarbeiten ist. Im Vorjahr wurde mit einem Auftragspolster von 2,1 Mio. € in das Jahr 2024 gestartet.

Im Jahr 2024 lag der Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz bei 58%, somit verbessert sich dieser Indikator leicht zum Vorjahr. (Vorjahr 59%) Mittelfristig wird ein Personalkostenanteil von unter 47% angestrebt.

1.1. Finanzielle Leistungsindikatoren:

Die Vermögenslage des Unternehmens ist als gut zu bezeichnen, da mit den Kassabeständen und Guthaben bei Kreditinstituten fast sämtliche Verbindlichkeiten abgedeckt werden können. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen 1.506 Mio. €.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage20242023
Nettoverschuldung (Net Debt)3.912.6684.025.806
Nettoumlaufvermögen (Working Capital)-579.244-676.595
|Eigenkapitalquote (Equity Ratio)26,2%24,8%
Kennzahlen zur Ertragslage20242023
Rohergebnis12.591.18313.746.633
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)-10.875-282.483
Kapitalrentabilität
Eigenkapitalrentabilitat (ROE)-7,3%-15,3%
Gesamtkapitalrentabilität (ROI)-0,1%-3,3%

1.2. Produktion:

Der Personalstand konnte in der Produktion 2024 entsprechend der herausfordernden Wirtschaftslage in der Dachregion gegenüber 2023 leicht sinkend gehalten werden. Der Abbau des Personalstandes im Vorjahr war eine bewusste Entscheidung der Managementteams/ Geschäftsleitung. Durch die große Anzahl von Lehrlingen beträgt die Lehrlingsquote (Anzahl Mitarbeitende als Lehrling im Verhältnis zur Gesamtbelegschaft) im Unternehmen zirka 14%.

Aufgrund des getätigten großen Investitionspakets in den Vorjahren waren 2024 größere Investitionen nicht notwendig. Gesamthaft wurden 2024 für die Erweiterung der Produktion, EDV-Software, Maschinen, Anlagen und Geschäftsausstattung ca. EUR 1. Mio aufgewendet.

Die Finanzierung erfolgte aus dem Cash-Flow sowie über Fremdfinanzierung.

1.3. Cash Flow-Kennzahl:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
2024
Ergebnis vor SteuernTEUR-159
+ AbschreibungTEUR+750
Cash-FlowTEUR+ 591

2. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens:

Gemeinsam mit der Geschäftsleitung des Eigentümers wurde für 2025 ein Planumsatz inkl. Berücksichtigung von ,Ware in Arbeit und Materiallagerveränderung* von 16,5 Mio. € festgelegt. Ziel ist ein EBITDA von 11,8%. Dies bedeutet, dass das Unternehmen einen Auftragseingang von 16,5 Mio. für 2024 plant. Damit soll das oben genannte Ziel per 31.12.2025 erreicht werden. geplant. 2025sindInvestitionenvonca. 1,0Mio. € Langfristig ist mit einer Investitionsquote von ca. 7-8% des jeweiligen Jahresumsatzes zu rechnen.

2.1. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
A) Risikomanagement:
Das Risikomanagement im Finanzbereich ist Aufgabe der Geschäftsführung. Es
werden bei einem Auftragsvolumen von > 5.000 € auftragsbezogen, vor Abschluss
jedes einzelnen Kontraktes, die finanziellen und nichtfinanziellen Risiken beurteilt
und möglichst abgesichert. Die Absicherung erfolgt gegebenenfalls durch Verein-
barungenvonTeilzahlungenmitimNormalfall:
50% Anzahlung und 50% nach Auslieferung. Durch dieses Risikomanagement
konnten, auch in den vergangenen Jahren, die Ausfälle auf minimalem Niveau ge-
halten werden.
B) Originäre Finanzinstrumente:
Der Bestand an originären Finanzinstrumenten (Forderungen und Verbindlichkei-
ten aus Lieferungen und Leistungen, Finanzanlagen und Finanzschulden) ist aus
dem Jahresabschluss ersichtlich. Diese Finanzinstrumente unterliegen folgenden
wesentlichen Risiken:
Bonitätsrisiken:
Da keine generellen Aufrechnungsvereinbarungen mit den Geschäftspartnern be-
stehen, stellt die Gesamtheit, der bei den Aktiva ausgewiesenen Beträgen, gleich-
zeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Da es sich bei den Kunden
und Kreditinstituten ausschließlich um solche mit bester Bonität handelt ist das Bo-
nitäts-und Ausfallsrisikoalsgeringzubeurteilen.
Die Befürchtungen, dass sich durch die laufenden Krisensituationen ein höheres
Ausfallrisiko bei Insoivenz eines Geschäftspartners ergeben könnte, hat sich nicht
bewahrheitet. Aufgrund max. Außenstände von 100.000 €/ Großkunde bewerten
wir dieses Risiko mit maximal 200.000 € in 2025 gleich wie im Vorjahr.
Da bei größeren Projekten eine laufende Bonitätsbeurteilung, vor Auftragsan-
nahme, erfolgt (KSV- Uberwachung), bestehen nur geringe Bonitätsrisiken dieser
Kunden.
Zinsänderungs- und Liquiditätsrisiko:
Die Gesellschaft ist vorwiegend über Eigenkapital finanziert und mit den Bankgut-
haben können die Verbindlichkeiten jederzeit gedeckt werden. Es bestehen daher
keine_wesentlichenLiquiditätsrisikenbeiFinanzierungen.
Liquiditätsengpässe und das zur Verfügung stellen von Kapital ist 2025 mit dem
schwedischen Eigentümer abzustimmen.

Währungsänderungsrisiko:

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind nur mehr in Euro vorhanden, daher besteht kein Währungsrisiko.

Ein kleiner Teil der Aufträge mit Schweizer und Liechtensteiner Kunden werden in der Währung CHF abgewickelt. Derzeit sind dies unter 15%. Das Risiko dieser Geschäfte ist durch die positive Finanzsituation des Unternehmens gedeckt. Der Kontostand in CHF sowie die Einnahmen in CHF ermöglichen aus heutiger Sicht weiterhin, dass die Schweizer Mehrwertsteuer über das CHF Konto vollumfänglich, also ohne Wechsel von € in CHF getätigt werden kann.

Zahlungsmoral der Kunden:

Die Zahlungsmoral der Kunden hat sich in den vergangenen Jahren kaum geändert. Durch die Covid-19-Krise wurden Mahntexte und konsequentes Mahnen geändert und verstärkt. Bis Ende 2024 konnte keine wesentliche Anderung der Zahlungsmoral festgestellt werden. Dennoch ist auffallend, dass große Kunden seit einigen Jahren nach längeren Zahlungszielen Fragen (45 Tage oder mehr). Speziell dann, wenn das Thema „Serienfertigung“ besprochen wird, kommen Skontogewährung oder längere Zahlungsziele in Diskussion. Ein Zahlungsziel über 30 Tagen wird, außer in Spezialfällen (Projekte für Serienfertigung), konsequent abgelehnt. Skonti werden bei der bestehenden Zinslage nicht gewährt. Zusätzlich wurden, auch durch die Risiken von eventuellen Ausfällen, die durch die Pandemie vermutet wurden, Zahlungsmodalitäten dahingehend geändert, dass vermehrt Anzahlungen bei größeren Aufträgen und bei „Tooling“-Beauftragungen verrechnet werden. Weitestgehend wurde das uneingeschränkt durch die Kunden akzeptiert.

3. Forschung und Entwicklung:

2024 wurden nahezu keine Forschungsprojekte bei 1zu1 durchgeführt.

Jedoch wurde die Stelle „Innovation und Forschung" ab dem 4. Quartal 2021 neu eingerichtet. Diese Stelle verfolgt das Ziel, gute Informationen für die Geschäftsleitung für zukünftige Investitionsentscheidungen sowie Werkstoffentscheidungen (welche Materialien sollen wir unseren Kunden anbieten?) vorzubereiten. Zusätzlich stimmt diese Person Innovationsthemen in der Prototal Gruppe ab. Die Funktion beschränkt sich 2024 auf die Themen des 3D Drucks.

Die Gesellschaft ist jedoch ständig mit vielen Projekten zur Entwicklung neuer Verfahren und neuer Produkte im Sinne einer optimalen Kundenbetreuung beschäftigt.

Die F&E Aktivitäten sollen in den nächsten Jahren ausgebaut werden und über den Bereich des 3D Drucks hinaus auch in den anderen Bereichen intensiviert werden.

Dornbirn, 04.02.2025

Thomas Kohler

Geschäftsleitung

Jan Olof Löfving

Geschäftsleitung

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