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Lagebericht 2024

MOLL-MOTOR Mechatronische Antriebstechnik GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 25. Sep. 2025

Historischer Bericht · Der neueste Jahresabschluss betrifft den 31. Dez. 2025.

Inhaltsverzeichnis

(gemäß § 243 UGB) zum Jahresabschluss zum 31.12.2024

I. Darstellung des Geschäftsverlaufs und der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens

1. Überblick

1.1 Wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen

Mit mittlerweile rd. 45% (Vj.: 42%) Exportanteil versuchen wir den schwächelnden Inlandsumsatz durch neue Märkte zu kompensieren und uns nicht nur vom Produktportfolio, sondern auch über die Märkte stärker zu diversifizieren.

Entgegen einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Österreich um -1,2 % konnte in den EU-27 mit +1,0% zumindest ein leichtes Wachstum ausgewiesen werden. Dieser Trend setzt sich bereits aus dem Vorjahr fort.

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts1 (BIP) in Österreich von 2015 bis 2024 in %

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
8,0
6,0
4,0
,0
1,0
2,0
4.0
6.0
-6.3
-8,0
2015201620172018201920202021202220232024

Quelle: WKO Statistik; Stand Mai 2025

¹ Das Bruttoinlandsprodukt bezeichnet den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die im betreffenden Jahr innerhalb der Landesgrenzen hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Es gilt als wichtiger Indikator für die Wirtschaftskraft eines Landes. Das reale Bruttoinlandsprodukt berücksichtigt die Preisentwicklung. Seine Veränderung wird auch als Wirtschaftswachstum bezeichnet.

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts) (BIP) in 27 EU-Mitgliedsstaaten von 2015 bis 2024 in %

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
8,0
6,0
4,0
2,0
2,0
4.0
6.0
6
8,0
2015201620172018201920202021202220232024

Quelle: WKO Statistik; Stand Mai 2025, bis 2019 Werte der EU(28)

Die größten Herausforderungen im Jahr 2024 waren die globalen Unsicherheiten, welche doch zu einer reduzierten Investitionsbereitschaft geführt haben, und die Optimierung der Lagerbestände unserer Kunden, nachdem die Lieferketten wieder gut organisiert zu sein scheinen. Als wesentlicher Faktor für die Kostenseite ist der starke Anstieg der Lohnkosten zu erwähnen, welche v.a. auf die KV-Erhöhungen in Höhe von 7,1% auf die Ist-Löhne zurückzuführen ist.

1.2 Spezifische Fragen und Probleme der Branche

Mit der internationalen Norm IEC 60034-30 (Rotating electrical machines – Part 30: Efficiency classes of single-speed, three-phase, cage-induction motors) wurden Vorrausetzungen geschaffen, Effizienzstandards zu vereinheitlichen und anzuheben. Mit dem Termin 1.7.2023 wurde der letzte Schritt einer ganzen Serie gesetzt, die Energieeffizienz der Elektromotoren weiter anzuheben. Jeder dieser Termine hatte Auswirkungen auf unsere Lager-Disposition, es mussten neue Modell getestet und bevorratet werden und v.a. sind die Kunden auf die geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen, welche meistens auch zu erhöhten Einkaufspreisen führen, hinzuweisen. Mit dem letzten Termin müssen Motoren >= 75kW den Mindestwirkungsgrad IE4 erreichen. Vorgezogene Lagerlegungen führen dadurch zu einem weiteren Lageraufbau, jedoch unsere Flexibilität, dem Kunden alle erlaubten bzw. in Zukunft geforderten Produkte schon vor dem Stichtag anbieten zu können, erfordert diese Maßnahme. Speziell KMU, die auf verschiedene Kontinente exportieren, schätzen die fachliche Beratung durch Lieferanten über die unterschiedlichen Effizienzvorschriften für Antriebe in verschiedenen Ländern.

1.3 Entwicklung des Ergebnisses im Geschäftsjahr

Umsatzerlöse:

Im Jahr 2024 mussten wir einen Umsatzrückgang nach den beiden umsatzstärksten Vor-Jahren von fast 19% realisieren. Am stärksten wurde der Inlandsmarkt getroffen (-23 %), hier machte sich zusätzlich zu allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung der Vertriebsausfall einer kompletten Produktgruppe bemerkbar, der EU-Umsatz reduzierte sich um -14%. In das sonstige Ausland konnten wir unsere Umsätze sogar um 6% steigern. Der Exportanteil liegt nunmehr bei 45% (nach 42% im VJ).

Sonstige betriebliche Erträge:

Die sonstigen betrieblichen Erträge weisen im Jahr einen um -145 TEUR niederen Betrag aus, welcher sich im Wesentlichen auf die Reduktion der Kursgewinne um -19 TEUR und einer Auflösung der Rückstellung aus Devisentermingeschäfte (41 TEUR nach 148 TEUR im VJ) zusammensetzt.

Materialaufwand:

Der Materialaufwand - bereinigt um den Lageraufbau – ist um 3.119 TEUR gesunken. Diese Reduktion der Einkaufsmengen aber auch der Bevorratung ist der Umsatzentwicklung entsprechend.

Personalaufwand:

Der Aufwand für Löhne und Gehälter erhöht sich um 1,6%. Die kollektivvertraglich bedingte Erhöhung um 7,8% wurde mit Mitarbeiterreduktion im Bereich der Arbeiter entgegengewirkt.

Sonstige betriebliche Aufwendungen:

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich um -43 TEUR. Aufgrund des reduzierten Materialeinkaufs aus Fernost reduzierten sich die Zollkosten um -10 TEUR. Auch die Frachtkosten reduzieren sich um -26 TEUR. Weiters konnte der Aufwand aus Kursdifferenzen um -40 TEUR reduziert werden. Als erhöhte Aufwandsposition sind v.a. die Ausgaben für Software-Dienstleistungen anzuführen (+24 TEUR). Aufgrund gestiegener Strompreise und den vermehrten Einsatz von Elektrofahrzeugen für die Firmenflotte steigen die Stromkosten um +10 TEUR. Auch die Mietkosten erhöhen sich nach Anpassungen durch den VPI um +11 TEUR. Die Mehrkosten für Berufskleidung belaufen sich nach Programmergänzungen sowie durch den Umstieg auf einen anderen Lieferanten v.a. aufgrund von Einmalkosten um +10 TEUR.

2. Wichtige Ereignisse während des Geschäftsjahres

Im Jahr 2024 kam es zu neuerlichen Eskalationen auf den globalen Risikoherden, der „Terror“-Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 führte 2024 zu einer Eskalation zwischen Israel und den benachbarten Gebieten (Iran, Libanon, Syrien). Ende 2024 kam es zu einem Machtwechsel in Syrien, der 2022 begonnene Krieg in der Ukraine wird - jedoch ohne große wirtschaftlichen Veränderungen - fortgeführt. Die Erhöhung der Energiepreise führt im Bereich Strom zu höheren Kosten fixiert bis Ende 2025, der Gasliefervertrag war langfristig bis Ende 2024 fixiert. Die allgemeine wirtschaftliche Lage verschlechterte sich spätestens mit Jahresmitte, die Anzahl der Insolvenzen (jedoch nicht in unserem Kundenkreis) stieg auf neue Höchstwerte. Durch all diese eher negativen Rahmenbedingungen beeinflusst, merkten wir bereits im 2. Halbjahr sinkenden Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr.

3. Forschung und Entwicklung

Als Handelsunternehmen führt die MOLL-MOTOR Mechatronische Antriebstechnik GmbH keine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Im Rahmen des KVP-Prozesses wird jedoch das Produktspektrum ständig verbessert und durch weitere Vertretungsverträge erweitert.

4. Finanzinstrumente

Im Geschäftsjahr 2024 wurden weiterhin Devisen-Termingeschäfte abgeschlossen, um Währungskursschwankungen nach unten abzusichern und Preisgarantien gegenüber Kunden gewährleisten zu können. Hinsichtlich Art und Umfang der derivativen Finanzinstrumente verweisen wir auf unsere Ausführungen im Anhang.

5. Zweigniederlassungen

Die MOLL-MOTOR Mechatronische Antriebstechnik GmbH hat keine Zweigniederlassungen im Sinne des § 243 Abs 3 Z 4 UGB.

II. Die Lage des Unternehmens

1. Struktur des Unternehmens, Betriebsstätten

Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Stockerau, Industriestraße 8 – gleichzeitig auch die betriebliche Zentrale des Unternehmens mit Geschäftsführung, Verwaltung, Produktion und Lagermöglichkeiten. Weitere angemietete Lagerorte befinden sich im nahen Umkreis um den Hauptstandort. Vertriebsstandorte befinden sich in Linz, in Hall in Tirol sowie in Leibnitz.

2. Kennzahlen Vergleich zu Vorjahr

2.1. Bilanzkennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
31.12.202431.12.2023
Umschlagshäufigkeit der Debitoren7,988,88
Umschlagsdauer der Debitoren in Tagen45,7541,12
Umschlagshäufigkeit der Kreditoren *)21,5916,53
Umschlagsdauer der Kreditoren in Tagen16,9122,08
Umsatzrentabilität in %5,23%7,27%
Eigenkapitalrentabilität (ROE before tax) in %11,86%22,44%
Gesamtkapitalrentabilität (ROI before tax) in %9,21%16,43%
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
2.2. URG – Kennzahlen31.12.202431.12.2023
Eigenmittelquote gem. § 23 URG82,37%73,20%
k.A. (kein
effektives
fiktive Schuldentilgungsdauer in JahrenFremdkapital)7,6
2.3. weitere Kennzahlen31.12.202431.12.2023
Investitionsdeckung118,55%156,78%
Anlagendeckungsgrad **)1.118,94%1.059,84%
Umschlagshäufigkeit Vorräte3,583,29
Days Inventory Outstanding (DIO) / Lagerreichweite100,45109,29
2.4. Cashflow2024 in TEUR2023 in TEUR
Ergebnis vor Steuern1.3692.346
+ Abschreibungen / Verlust aus den Abgang AV224314
+ Zuweisung / Auflösung von Rückstellungen-78-130
+ Abnahme / - Zunahme der Vorräte, Forderungen aus L& L3.1112.532
+ Zunahme / - Abnahme von Verbindlichkeiten-188-785
- Zahlung von Steuern-322-1.174
Nettogeldfluss aus Ifd. Geschäftstätigkeit4.1163.103
Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit-267-366
Nettogeldfluss aus Finanzierungstätigkeit-1.200-2.455
Zahlungswirksame Veränderung des
Finanzmittelbestandes2.649283
Finanzmittelbestand am Beginn der Periode906623
Finanzmittelbestand am Ende der Periode3.555906

*) Unter Berücksichtigung der geleisteten Anzahlungen

**) Ausgehend vom Ergebnis vor Steuern

IlI. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

1. Ausblick für die Jahre 2025/26

Man merkt, dass die Bereitschaft zur Bevorratung von Fertigungskomponenten bei unseren Kunden wieder abnimmt. War das zu Zeiten der Pandemie noch eine rasche Maßnahme, um Beeinträchtigungen der Lieferketten kompensieren zu können, so setzten viele Kunden bereits wieder auf just-in-time Lieferungen bei gleichzeitiger Reduktion ihrer eigenen Bevorratung. Durch den Lagerabbau bei unseren Kunden wird die Nachfrage nach neuen Lieferungen (Auftragseingang) in diesem Bereich leicht rückläufig (< 10%) erwartet.

Die hohe Inflation, und hier im speziellen in Österreich, führte für 2024 zu erneut hohen Lohnabschlüssen, welche uns aufgrund der erforderlichen manuellen Tätigkeiten in voller Höhe trifft. Hier gilt es vor allem durch den weiteren Aufbau fachlicher Kompetenzen sowie einer deutlichen Kunden- bzw. Service-Orientierung die Kundenbindung zu sichern und neue Potentiale zu heben.

Die Branchen- sowie auch Geodiversifikation unseres Geschäfts wirkt sich weiterhin stabilisierend auf die Risiken und Chancen bezüglich der Umsatzentwicklung aus.

Die Entwicklung der MOLL-MOTOR Mechatronischen Antriebstechnik GmbH wird seitens der Geschäftsführung grundsätzlich als langfristig positiv angesehen, wobei negative Entwicklungen aufgrund mangelnder Investitionsbereitschaft in der Industrie sich natürlich negativ auf die zu erzielende Umsätze des Unternehmens auswirken.

Durch unser kaufmännisches Monitoring der wichtigsten Kennzahlen ist jedoch gewährleistet, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden und wir uns weiterhin auf einem langfristigen Wachstumspfad sehen.

Die Anwendung der Fortführungsannahme unter den gegebenen Umständen und o.a. Ausführungen und den Ausführungen im Anhang zu den Ereignissen nach dem Bilanzstichtag kann insgesamt als sicher bewertet werden.

2. Risiken des Unternehmens

Das Risikomanagement obliegt der Geschäftsführung sowie den einzelnen Abteilungsleitungen. Im Bereich der Beschaffung wird durch wöchentliche automatisierte Bestellabläufe ein Mengenrisiko verhindert. Das Beschaffungsvolumen in Fremdwährung (USD) ist im überschaubaren Rahmen. Um jedoch allfällige unkalkulierte Kursverluste einzuschränken, werden teilweise Termingeschäfte abgeschlossen. MOLL-MOTOR Mechatronische Antriebstechnik ist bestrebt, sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig langfristige Wirtschaftsbeziehungen einzugehen, um auch hier etwaige Risiken vorwegzunehmen.

Absatzseitig wird weitestgehend durch ein zeitnahes Debitorenmanagement versucht, Zahlungsschwierigkeiten rechtzeitig zu erkennen und Ausfälle zu verhindern. Die mit Beginn Geschäftsjahr 2018 abgeschlossene Kreditversicherung wird fortgeführt, und Höchstlimits von Kunden bei wachsendem Umsatz an die tatsächlich zu erwartenden Außenstände angeglichen.

Betreffend die derzeitige Entwicklung der Energiepreise sind wir mit Energielieferverträgen ausgestattet, welche uns eine Planbarkeit auf niedrigem Niveau bei der Gasversorgung bis Ende 2027 gewährleisten, für den Strombezug wurden Verträge mit einer Laufzeit bis Ende 2025 abgeschlossen, die aufgrund unser guten Eigenversorgung durch die PV-Anlage nur zu Mehrkosten von rd. 10.000 € im Jahr führen. Eine weitere Investition in die Erweiterung der PV-Anlage samt Speicherlösung soll die Kosten für den Energiebezug auf lange Sicht jedoch deutlich reduzieren.

Stockerau, am 22. 09 2025

Ing. Mag. Gérulf Moll M{LL-MOTOR Méchatronische Antriebstechnik GmbH

Const hon Mag. Gernot Schandl MOLL-MOTOR Mechatronische Antriebstechnik GmbH

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