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Lagebericht 2025

Roland Spedition GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 28. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

ROLAND Spedition GmbH

Allgemeine Wirtschaftslage

Als Container Operateur transportieren wir Waren für die ganze österreichische Wirtschaft und unser Erfolg ist abhängig von dieser, aus diesem Grund ein paar Facts zur österreichischen Wirtschaftslage.

Verhaltenes BIP-Wachstum: Statt der ursprünglich prognostizierten 0,8 % wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2025 lediglich um etwa 0,3 % bis 0,5 %. Österreich blieb damit erneut hinter dem EU-Durchschnitt zurück. Die Erholung wurde primär vom privaten Konsum getragen, während der Außenhandel und die Industrie – insbesondere durch die Schwäche in Deutschland – weiterhin belastet blieben.

Widerspenstige Inflation: Die Teuerung sank langsamer als erwartet. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag die Inflationsrate bei etwa 3,5 %. Erst zum Jahreswechsel 2025/2026 setzte eine stärkere Entspannung ein; im Januar 2026 sank die Inflation erstmals wieder auf 2,0 %, begünstigt durch sinkende Energiepreise.

Arbeitsmarkt unter Druck: Die Arbeitslosenquote stieg wie befürchtet an und lag im Jahresdurchschnitt 2025 bei etwa 7,4 %. Ende Dezember 2025 waren über 434.000 Personen arbeitslos oder in Schulung, was einem Anstieg von 2,0 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Angespannte Staatsfinanzen: Das Budgetdefizit weitete sich 2025 auf etwa 4,4 % des BIP aus. Gründe hierfür waren hohe Ausgaben für Sozialleistungen, Gehälter im öffentlichen Dienst und steigende Zinsbelastungen. Die Schuldenquote stieg leicht auf ca. 81,7 %.

Ausblick 2026: Für das aktuelle Jahr 2026 rechnen Experten mit einer Festigung der Konjunktur und einem Wachstum von rund 0,9 % bis 1,1 %, gestützt durch sinkende Zinsen und eine sich stabilisierende Kaufkraft.

Geschäftsverlauf und Ertragslage

Das Ergebnis des Geschäftsjahrs 2025 konnte über Plan abgeschlossen werden. Leider hat sich aber der gesamtwirtschaftliche negative Trend in 2025 fortgesetzt. Wie oben erwähnt ist Roland von der Gesamtwirtschaftslage abhängig, so war und ist leider kein Mengenwachstum ohne preisliche Maßnahmen möglich.

Trotz des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds in Österreich konnte die Roland Spedition das Geschäftsjahr 2025 äußerst erfolgreich und deutlich über Plan abschließen. Durch kontinuierliche Prozessoptimierungen gelang es uns, sowohl das Volumen als auch die Margen nachhaltig zu steigern, was in einem Umsatzwachstum von 8 % resultierte.

Die massiven Kostensprünge – insbesondere durch die drastisch erhöhten Trassenpreise in Deutschland bei gleichzeitiger Kürzung der Schienenmaut-

Förderung (Trafög) – konnten erfolgreich am Markt platziert werden. Dennoch betrachten wir diese Entwicklung mit Sorge: Die Kombination aus steigenden Kosten, verursacht durch die öffentliche Hand in Deutschland, und einer durch Baustellen sowie operative Instabilitäten belasteten Infrastruktur gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene. Die negativen Auswirkungen dieser Rahmenbedingungen sind bereits in der laufenden Periode 2026 deutlich spürbar.

Das ordentliche Betriebsergebnis beträgt TEUR 7.519 (Vorjahr TEUR 4.556). Die Eigenmittelquote beträgt 46,06 % (Vorjahr 38,55 %). Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von TEUR 5.467 (Vorjahr TEUR 3.913), aus Investitionstätigkeit von TEUR 62 (Vorjahr 26) sowie Finanzierungstätigkeit von TEUR -3.598 (Vorjahr TEUR -9) führt zu einer Veränderung des Finanzmittelbestandes von TEUR 1.931 (Vorjahr TEUR 3.930). Im Sinne eines optimierten unternehmensübergreifenden Cash-Managements der Roland-Gruppe wurden die flüssigen Mittel der Gesellschaft auf gleichem Niveau des Vorjahres belassen.

Es besteht eine Zweigniederlassung in Salzburg.

Risiken

Als Containeroperateur sind wir, wie bereits erwähnt, unmittelbar von den konjunkturellen Schwankungen und der Leistungsfähigkeit der Gesamtwirtschaft abhängig.

Die allgemeinen wirtschaftlichen Risiken sind bekannt und sollen an dieser Stelle nochmals verdeutlicht werden: Geopolitische Veränderungen können zu Handelskonflikten und weiteren globalen Krisen führen. Der nach wie vor laufende Angriffskrieg in der Ukraine sowie der mit Ende Februar 2026 ausgebrochene Krieg im Iran bergen erhöhte Unsicherheiten. Auch wenn kein Engagement in den am Krieg beteiligten Ländern besteht, wird es bei andauerndem Verlauf der Auseinandersetzungen zu Auswirkungen auf die benachbarten Länder des Irans, Europa und die Weltwirtschaft kommen. Bereits heute ist ein massiver Anstieg der Preise im Energiebereich und in weiterer Folge auch bei allen energieintensiven Produkten absehbar. Das bedeutet, dass ein Szenario mit weiter steigender Inflation, stark rückläufigem Wachstum und einer daraus resultierenden Stagflation nicht ausgeschlossen werden kann.

Der Klimawandel führte in der Vergangenheit immer wieder auch zu Unterbrechungen der Schieneninfrastruktur. Es zeigt sich, dass Extremwetterereignisse künftig ein ernsthaftes operatives Risiko darstellen können. Insgesamt betrachten wir die Klimathematik jedoch weiterhin als Chance für unser Geschäftsmodell.

Ein weiteres Thema ist die Haushaltskrise in Deutschland. Aufgrund notwendiger Budgetkürzungen haben sich die Kosten für den Verkehrsträger Schiene deutlich erhöht, was marktseitig kaum vollständig weitergegeben werden kann. Da der Verkehrsträger Straße von diesen Steigerungen weniger stark betroffen ist, führt dies auf bestimmten Relationen zu einer Rückverlagerung von Waren auf den Lkw.

Zudem verschärft sich der Wettbewerb dadurch, dass einzelne Marktteilnehmer versuchen, sich Marktanteile „zu kaufen“, indem sie Verluste in Kauf nehmen, um ihre Mengen zu steigern. Insbesondere bestimmte Reedereien forcieren „Carrier’s Haulage“, um ihre Kunden (Spediteure, die auch zu unseren Kunden zählen) zu binden und eigene Hinterlandverkehre in direkter Konkurrenz zu uns aufzubauen.

Folgende weitere Risikoszenarien sind zu beachten:

Eine unzureichende Performance von Reedereien und Häfen sowie Engpässe in der Schieneninfrastruktur (Baustellen) können zu erheblichen Störungen in unseren Systemen und damit zu hohen Kosten führen. Das „Worst-Case- Szenario“ wäre ein erneuter Zusammenbruch globaler Lieferketten, was massive Auswirkungen auf unser Geschäft hätte.

Insolvenzen von Kunden oder Partnern könnten die Roland Spedition wirtschaftlich schädigen.

Das Risiko nicht voll ausgelasteter Züge ist ein immanenter Bestandteil unseres Geschäftsmodells.

Die meisten dieser Risiken sind, wie in den Vorjahren, eher theoretischer Natur. Daher gilt nach wie vor: Als innovatives, flexibles und unabhängiges Unternehmen mit starken Eigentümern können wir kurzfristig auf individuelle Kundenwünsche reagieren. Genau diese Flexibilität macht den Erfolg der Roland Spedition aus.

Das Ausfallrisiko von Forderungen stufen wir als mittel bis hoch ein; hierfür wird im Einzelfall durch Wertberichtigungen vorgesorgt. Forderungen gegenüber Dritten werden nach Möglichkeit ausreichend versichert. Da alle Transaktionen in Euro abgewickelt werden, besteht kein Währungsrisiko. Aufgrund der positiven Liquiditätssituation der Gesellschaft wird das Liquiditäts- und Cashflow-Risiko als gering eingestuft.

Rückstellung

In den sonstigen Rückstellungen befinden sich Rückstellungen für Gewährleistungen, Personalaufwendungen.

Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft betreibt keine Forschung und Entwicklung im klassischen Sinn.

Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Der Auftakt in das Geschäftsjahr 2026 gestaltete sich erwartungsgemäß herausfordernd. Insbesondere der Januar war durch externe Faktoren geprägt: Massive Schneefälle in Norddeutschland, eine defizitäre Infrastruktur sowie eine unzureichende Performance der Seehäfen führten zu erheblichen operativen Beeinträchtigungen im Schienennetz. Diese Sondereffekte resultierten temporär in einem Rückgang der beförderten Mengen.

Trotz dieses volatilen Starts und eines verschärften Marktumfelds blicken wir zuversichtlich auf das verbleibende Geschäftsjahr. Auch wenn die guten Zahlen des Jahres 2025 aufgrund der kumulierten Kostensteigerungen durch Baustellen sowie des intensiven Wettbewerbsdrucks voraussichtlich nicht in vollem Umfang erreicht werden können, rechnen wir für das Gesamtjahr 2026 mit einem stabilen, positiven Ergebnis.

Unsere Stärke liegt in unserer Agilität: Wir begegnen dem aktuellen Kostendruck mit konsequenter Effizienzsteigerung und setzen alles daran, die hohe Servicequalität für unsere Kunden trotz der infrastrukturellen Hürden sicherzustellen. Die Roland Spedition ist bestens aufgestellt, um auch in einem anspruchsvollen Umfeld erfolgreich zu navigieren.

Christian Gi utjahr e.h. Mag, Nikolaus Hirnschall e.h.

Geschäftsführung

Wien, 13. März 2026

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