Inhaltsverzeichnis
1.GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DES UNTERNEHMENS
1a) Geschäftsverlauf
Gegenstand des Unternehmens ist die industrielle Erzeugung von Gleiseindeckungen, Betonwaren, Bauelementen und Betonfertigteilen aller Art, sowie die in diesem Zusammenhang erforderlichen Tätigkeiten wie z.B. die Montage derselben.
Das Jahr 2025 war, wie das Jahr davor, geprägt von den Auswirkungen der geostrategischen Verwerfungen (Handels- und Zollpolitik in USA, Ukrainekrieg, etc.) und deren Folgen für die Situation der heimischen Energie-, Rohstoffpreise und Lieferkettenverwerfungen. Darüber hinaus stellte der in Osterreich nach wie vor über dem EU-Durchschnitt liegende Preisauftrieb und der damit einhergehende Druck diese Kosten weiterzugeben eine substanzielle Herausforderung für die Unternehmen der Beton-Fertigteil-Branche dar. Gerade für international agierende und in Österreich produzierende Unternehmen, wie Gmundner Fertigteile, ist dadurch ein erheblicher Wettbewerbsnachteil entstanden.
Die konjunkturelle Lage im Bereich Betonfertigteile ist generell von einem Rückgang der Umsätze gekennzeichnet. Entsprechend einer Umfrage des Verbands der Österreichischen Betonfertigteilerzeuger (VOB) vom Herbst 2025 erwarten 63% der Unternehmen einen realen Umsatzrückgang. Als Grund nennen die von einem Umsatzrückgang betroffenen Betriebe zu geleichen Teilen die schlechte Wirtschaftssituation, die damit verknüpfte schwache Auslastung sowie sich ändernde Marktbedingungen (VÖB- Konjunkturbarometer vom 14. Oktober 2025).
Darüber hinaus bleibt abzuwarten, wie sich die angekündigten Budgetkürzungen der Osterreichischen Bundesregierung im Infrastrukturbereich auswirken. Bislang war durch den weiteren Ausbau der Eisenbahninfrastruktur und zudem der Stromnetze in Folge der Energiewende ein stabiler Trend gegeben.
Das Unternehmen Gmundner Fertigteile ist in zwei strategischen Geschäftsfeldern tätig. Zum einen im Bereich Bahninfrastruktur mit Bahnübergängen aus Polymerbeton und Gleistragplatten, welche international ausgeliefert werden. Zum anderen im Bereich der Elektroinfrastruktur, technische Gebäude und Spezialbetonfertigteile.
In beiden Geschäftsfeldern ist durch die aktuelle Klimadiskussion außerhalb Österreichs ein anhaltendes Interesse und dementsprechende Nachfrage festzustellen. Das hat sich in den Bereichen der Produkte BODAN, BO-TRACK, BO-STATION und BO-GATE auf eine stabile Umsatz- und Ertragsentwicklung von Gmundner Fertigteilen ausgewirkt. Aus heutiger Sicht und aufgrund von politischen Direktiven und Visionen ist davon auszugehen, dass diese Nachfragesituation weiterhin so bestehen bleibt.
Ca. 57% des Unternehmensumsatzes wurden im Inland erzielt. Der im Ausland erzielte Umsatz in Höhe von EUR 9,17 Mio. liegt über jenem des Vorjahres, da eine erfreuliche Anzahl von Sonderprojekten umgesetzt werden konnte.
Das Jahr 2025 war innerbetrieblich gekennzeichnet von der Inbetriebnahme der neuen Produktionshalle für Stahlbeton. Mit diesem Schritt wurde die bestehende (in die Jahre gekommene) Produktionshalle teilweise ersetzt und kann man dadurch auf die aktuellen Gegebenheiten am Markt reagieren und weitere Umsatzpotentiale heben.
Die Betriebsleistung im Geschäftsjahr 2025 war mit EUR 21,322 Mio. deutlich über dem Niveau des Vorjahres und stellt somit den höchsten Wert in der Unternehmensgeschichte dar.
Mit EUR 2,992 Mio. konnte aufgrund von Sonderprojekten und guten Verträgen für Auslandsprojekte ein Ergebnis vor Steuern von 13,79 % erzielt werden.
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter während des Geschäftsjahres betrug 59 Personen.
1b) Finanzielle Leistungsindikatoren
| Kennzahl | Erläuterungen | 2025 | 2024 |
|---|---|---|---|
| Betriebsleistung | Umsatzeriöse + Bestandsveränderung | 21.322.338 | 18.285.335 |
| EBIT | EGT +/- Zinsaufwendungen/-erträge | 3.122.714 | 2.171.955 |
| +/- ähnliche Aufwendungen/Erträge | |||
| Umsatzrentabilität (ROS) | EBIT / Betriebsleistung | 14,65% | 11,88 % |
| Eigenkapitalrentabilität | EGT / Eigenkapital | 68,13% | 60,54 % |
| Gesamtkapitalrentabilität | EBIT / Gesamtkapital | 16,25% | 11,75% |
| Eigenkapitalquote | (Eigenkapital + unversteuerte Rücklagen + Investitionszuschüsse) | 23,28% | 19,37% |
| / Gesamtkapital | |||
| Cash-Flow aus Betriebstätigkeit | 3.430.435 | 2.691.784 | |
| Cash-Flow aus Investitionstätigkeit | -1.233.803 | -7.042.164 | |
| Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit | -1.267.851 | 3.294.756 |
1c) Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des
Geschäftsjahres eingetreten sind
Vorgänge von besonderer Bedeutung, die zu einer anderen Bewertung des Jahresabschlusses führen hätten müssen, oder ein anderes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln, sind bis zum Tag der Erstellung des Jahresabschlusses nicht eingetreten.
2. BERICHT ÜBER DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG UND DIE RISIKEN DES UNTERNEHMENS
2a) Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Aufgrund der derzeitigen Angebots- und Auftragslage erwarten wir für das Geschäftsjahr 2026 eine stabile Umsatzentwicklung – wenn auch nicht auf dem Rekordniveau von 2025.
Durch die nach wie vor unstabile geopolitische Situation (Krieg in der Ukraine, mögliche Handelskriege, etc.) kann es zu Auswirkungen auf den Rohstoff- und Energiemärkten kommen, deren Konsequenzen auf die Ertragslage derzeit nicht abschätzbar sind.
Bei Löhnen und Gehältern wird aufgrund der sinkenden Inflation ein geringeres Niveau als bei den vergangenen Kollektivvertragsabschlüssen erwartet. Die Möglichkeiten zu deren vollständigen Berücksichtigung in den Angebotspreisen stellt aber gerade im internationalen Kontext eine enorme Herausforderung dar.
Im Bereich von Weiterentwicklungen und Innovationen bei unseren Spezialprodukten ist geplant, mit unseren Kunden gemeinsam Entwicklungen voranzutreiben, welche interessante Ergänzungen unseres Produktportfolios ermöglichen.
2b) Risikobericht
Derzeit bestehen noch Unsicherheiten hinsichtlich einer konstanten Auslastung und des Jahresumsatzes. Die vertraglichen Grundlagen für Lieferungen sind bei einigen Auftraggebern in Form von Rahmenverträgen fixiert, bei anderen Auftraggebern noch im Vergabestadium – zudem stehen im Jahr 2026 in einem gesteigerten Wettbewerbsumfeld entscheidende Rahmenvertragsverhandlungen an.
Die GMUNDNER FERTIGTEILE Gesellschaft m.b.H. & Co KG hat im Jahr 2025 keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich nicht zu Handels- und Spekulationszwecken gehalten.
Mit der operativen Geschäftstätigkeit sind die nachstehend erläuterten wesentlichen Risiken verbunden:
Beschaffungsmarktrisiken
Da keine langfristigen Lieferverträge mit unseren Lieferanten existieren, sind Änderungen in der Distributionspolitik unserer wichtigen Lieferanten ein Risikofaktor. Aus diesem Grund beziehen wir unsere Waren von verschiedenen Lieferanten und unser Einkauf überprüft laufend die Preise und Beschaffungsrisiken durch Anfragen und Ausschreibungen. Das Beschaffungswesen erfolgt gemäß den in der ISO 9001 vorgesehenen Prozessen.
Einerseits können sich in der Folge der politisch gewünschten Energiewende weitere Preiserhöhungen ergeben und zudem die globalen Auseinandersetzungen (z.B. diversere militärische Auseinandersetzungen, potenzielle Handels- und Zollkriege, neue geostrategische Allianzen, etc.) zu Erhöhungen der Energie- und Rohstoffpreise führen bzw. deren Verfügbarkeit beeinflussen.
Absatzmarktrisiko
Die von uns gelieferten Produkte werden mit hohen Qualitätsstandards (ISO 9001) hergestellt. Die Umsätze der Kunden sind teilweise von deren Einkaufspolitik abhängig - Billigpreis gegenüber Qualitätsprodukt.
Längerfristige Verträge führen zu einer klaren Preissituation, Mindestabnahmemengen werden allerdings bei keinem Auftraggeber garantiert. Die Kunden in den Kernmärkten zeichnen sich durch eine hohe Zahlungsmoral aus. Bei Sonderprojekten im Ausland werden Zahlungsrisiken durch Sicherheiten bzw. Vorauszahlung minimiert.
Durch Aktivitäten in verschiedenen Märkten und Bereichen wird unser Absatz gestreut und dadurch das Risiko schwankender Investitionstätigkeiten und Nachfrage unserer Kunden zumindest zum Teil gemindert.
Währungsrisiko
Die GMUNDNER FERTIGTEILE Gesellschaft m.b.H. & Co KG tätigt ihre Geschäfte hauptsächlich in Euro, daher besteht im operativen Bereich nur ein minimales Währungsrisiko. Ebenso werden Finanzierungen und Veranlagungen ausschließlich in Euro abgewickelt.
Andere Risiken
Für spezifische Haftungsrisiken und Schadensfälle wurden Versicherungen abgeschlossen, deren Umfang laufend überprüft wird.
Um Risiken zu begegnen, die aus den vielfältigen steuerlichen, Wettbewerbs-, patent-, kartell- und umweltrechtlichen Regelungen und Gesetzen resultieren, werden Entscheidungen auf Basis entsprechender rechtlicher Beratungen getroffen.
3. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Der strategischen Ausrichtung des Unternehmens entsprechend liegen die Forschungsund Entwicklungsschwerpunkte auf Spezialprodukten im Eisenbahnsektor, sowie der Ausweitung der Produktpalette in den derzeit eingesetzten Materialbereichen. Im Vordergrund steht dabei die Entwicklung von flexiblen Lösungen mit höchstem Qualitätsanspruch.
Onon, 26. 2. 226
Die Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Christof Neumann
Dr. Thomas Danner, MSc.