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Lagebericht 2025

Neobitint GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 29. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Allgemein

1.1. Beschreibung der Unternehmenstätigkeit

Die Gesellschaft Neobitint GmbH (weiters Neobitint) erbringt Leistungen in der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche. Sie wurde im Jahre 2005 gegründet. Neben dem Head Quarter in Wien bestehen Zweigniederlassungen in Zürich (Schweiz), Prag (Tschechien), Baku (Aserbaijan), Burgas (Bulgarien) und Genf (Schweiz) Durch den Ausbau der Betriebstätten in Burgas und Genf hat sich die Firmentätigkeit weiterentwickelt. Der Tätigkeitsschwerpunkt konnte in diesen Ländern erweitert werden, um die Marktposition des Unternehmens weiterhin zu stärken. Aufgrund der Verlegung des Data Centers von Glattbrugg bei Zürich nach Genf zum 1. Juli 2025 wurde die Zweigniederlassung in Opfikon stillgelegt und ein entsprechender Beschluss über die Schließung der Filiale gefasst.

Die Hauptaufgabe der Firma ist das Erbringen von Dienstleistungen in der Informations- Technologischen -Versorgung (ITV) für die ausländischen Tochtergesellschaften der LUKOIL International GmbH-Gruppe (LIG-Gruppe). Somit ist die Gesellschaft von den von OFAC/OFSI verhängten Sanktionen erfasst.

Der Betriebsgegenstand umfasst folgende Dienstleistungen:

a) Integrierte Steuerungssysteme b) Automatisierte Steuerungssysteme der Produktion und technologischen Prozesse, Kontrollapparaturen und Automatik c) Lokale Informationssysteme für die Softwareversorgung d) Rechen- und Bürotechnik e) Telekommunikation, Satellitenverbindungen f) Informationssicherheit g) Informationsversorgung (Auskunft, Zugriff zu Datenbanken) h) Lieferung von Lizenzen und Cloudservices.

Im Berichtsjahr waren keine Anteile verbundener Unternehmen oder andere Beteiligungen im Besitz der Gesellschaft.

Die Tätigkeit der Neobitint beschränkt sich grundsätzlich auf die IT-Dienstleistungen im Unternehmen, die zur LIG-Gruppe gehören. Die Geschäftstätigkeit mit fremden dritten Unternehmen ergibt sich einerseits nur dann, wenn Unternehmen der LIG-Gruppe durch einen Eigentümerwechsel aus der Gruppe ausgeschieden sind, die Verträge aber dennoch mit der Gesellschaft (Neobitint) beibehalten wurden oder wenn andererseits die Leistung über einen fremden Generalauftragnehmer an die Gesellschaft der LIG-Gruppe erbracht wird.

1.2. Wirtschaftliches Umfeld

Durch die aktuelle weltpolitische Lage sieht sich die Gesellschaft immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert.

Aufgrund der im Oktober 2025 gegen die LIG-Gruppe verhängten US-Sanktionen ist die Geschäftstätigkeit des Unternehmens in erheblichem Ausmaß eingeschränkt. Die jeweils monatlich verlängerten OFAC/OFSI-Lizenzen ermöglichen zwar die kurzfristige Fortführung des operativen Betriebs, bieten jedoch keine ausreichende Grundlage für eine verlässliche mittel- bis langfristige Unternehmensplanung.

Trotz Bestehens einer gültigen OFAC/OFSI-Lizenz kam es infolge der Sanktionslage bereits zu Abbrüchen der Geschäftsbeziehungen durch einzelne Banken sowie Lieferanten, was zu zusätzlichen operativen Einschränkungen führt.

Die Geschäftsleitung konzentriert sich vor diesem Hintergrund auf die Sicherung der Personalressourcen sowie auf die Aufrechterhaltung der wesentlichen und geschäftskritischen IT-Dienstleistungen innerhalb der Gruppe. Ziel ist es, die kontinuierliche Unterstützung der operativen Tätigkeit der Gruppengesellschaften im bestehenden regulatorisch und wirtschaftlich stark eingeschränkten Umfeld sicherzustellen.

Vor dem Hintergrund der derzeitigen geopolitischen Unsicherheiten, wurde vorerst von weiteren Investitionsprojekten im Jahre 2025 abgesehen.

Dennoch konnten im Berichtsjahr sämtliche in den Vorjahren in Betrieb genommenen Systeme sowie die Serverinfrastruktur planmäßig eingesetzt und veräußert werden.

Die zu Beginn des Geschäftsjahres in Betrieb genommenen neuen Rechenzentren in Genf und Wien haben es ermöglicht, die Hosting-Dienstleistungen in der gewohnten Qualität

fortzuführen. Gleichzeitig konnten die erhöhten Sicherheitsanforderungen der Kunden umfassend berücksichtigt und erfüllt werden.

2. Geschäftsentwicklung

2.1. Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
20252024 VeränderungVeränderung
in TEURin TEURin TEURin %
1. Umsatzerlöse18 41020 039-1 629-8,13
2. Sonstige betriebliche Erträge77161515625,37
3. Aufwendungen für bezogene Leistungen-7 818-11 0643 246-29,34
4. Personalaufwand-6 296-5 665-63111,14
5. Abschreibungen-995-570-42574,56
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen-2 903-2 314-58925,45
7. B E T R I E B S E R F O L G1 1691 04112812,30
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge0000,00
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen-83-66-1725,76
10. F I N A N Z E R G E B N I S-83-66-1725,76
11. E R G E B N I S V O R S T E U E R N1 08697511111,38

Die wesentlichen Ergebniskomponenten stellen sich wie folgt dar:

Betriebserfolg

Der Betriebserfolg ist von TEUR 1.041 auf TEUR 1.169 (+ TEUR 128) gestiegen. Die Entwicklung ist auf folgende Veränderungen zurückzuführen:

Die Umsatzerlöse haben sich von TEUR 20.039 auf TEUR 18.410 (- TEUR 1.629) reduziert. Die Begründung für den Rückgang in Höhe von 8,13 % (VJ: Rückgang von - 11,09 %) liegt darin, dass sich die Gesellschaft im Berichtsjahr – aufgrund von Umstrukturierungsmaßnahmen im Konzern - mit ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit weiterhin verstärkt auf den europäischen Markt konzentriert hat. Dementsprechend zeigen auch die Aufwendungen aus bezogenen Leistungen einen entsprechenden Rückgang von 29,34 % (VJ: Rückgang von – 14,70 %). In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass die Margengestaltung (in Einklang mit der OECD- Transferpreisrichtlinie) fortlaufend angepasst wird und daher insgesamt relativ konstant geblieben ist. Der Rückgang der Erlöse sowie der damit verbundenen Aufwendungen ist ebenfalls wesentlich auf die bestehenden Sanktionsmaßnahmen zurückzuführen.

Der Personalaufwand weist eine Zunahme von 11,14 % (VJ: Anstieg von 6,73 %) auf. Da der Personalstand im Zeitablauf weitgehend unverändert geblieben ist, ist mit der Erhöhung des üblichen Lohnniveaus und einer entsprechenden Anpassung beim Jahresbonus die Steigerung von TEUR 5.665 auf TEUR 6.296 begründet.

Die Abschreibungen erhöhten sich um TEUR 425 auf TEUR 995 (VJ: Reduktion um TEUR 312 auf TEUR 570). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die zu Beginn des Berichtsjahres erfolgte Inbetriebnahme der im Vorjahr errichteten Datacenter in Genf und Wien zurückzuführen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um TEUR 589 (+ 25,45 %) gestiegen (VJ: Reduktion von - 21,27 %). Gegenläufig wirkten sich Einsparungen aufgrund des weiterhin verstärkten Fokus auf den europäischen Markt aus. Diese betrafen insbesondere personalbezogene Aufwendungen, wie Mietaufwendungen für Dienstwohnungen, Leasingkosten für Dienstfahrzeuge und Reisespesen, sowie einen geringeren Beratungsaufwand, reduzierte Werbeaufwendungen infolge von Sparmaßnahmen und niedrigere Spesen des Geldverkehrs aufgrund geschlossener Bankkonten und einer geringeren Anzahl an Überweisungen. Diese Einsparungen wurden jedoch durch höhere Aufwendungen für die Instandhaltung der Betriebstätte Genf sowie gestiegene Kursverluste überkompensiert, wodurch es insgesamt zu einem Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen kam.

Insgesamt führten die Entwicklungen zu einem Anstieg des Betriebsergebnisses.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis zeigt wie im Vorjahr ein negatives Bild in Höhe von rund TEUR - 83 (VJ: TEUR - 67).

Im Rahmen eines Darlehens ergaben sich Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 79 (VJ: TEUR 65).

Ergebnis vor Steuern

Das Ergebnis vor Steuern ist im Berichtsjahr positiv. Es erhöhte sich von TEUR 975 im Vorjahr auf TEUR 1.086 im Berichtsjahr. Die Ergebnisverbesserung resultiert insbesondere aus den im Zuge der Umstrukturierung umgesetzten Maßnahmen sowie den Anpassungen an die bestehenden Sanktionsmaßnahmen.

2.2. Vermögens- und Finanzlage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
20252024VeränderungVeränderung
in TEURin TEURin TEURin %
A K T I V A
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände1 2741 09817616,03
II. Sachanlagen2 0992 756-657-23,84
3 3733 854-481-12,48
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände8 0147 09392112,98
davon gegenüber verb. Unternehmen6 6595 4981 16121,12
II. Kassenbestand, Guthaben bei
Kreditinstituten2 6004 812-2 212-45,97
10 61411 905-1 291-10,84
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN274529-255-48,20
D. AKTIVE LATENTE STEUERN502327117,39
S U MM EA K T I V A14 31116 311-2 000-12,26
P A S S I V A
A. EIGENKAPITAL
I. Nennkapital10010000,00
II. Kapitalrücklagen20720700,00
III. Bilanzgewinn8 2327 35687611,91
Rücklagen aus erfolgsneutral erfassten
IV. Wertänderungen0-99-100,00
8 5397 65488511,56
B. INVESTITIONSZUSCHÜSSE0000,00
C. RÜCKSTELLUNGEN743797-54-6,78
davon für Steuern116892730,34
D. VERBINDLICHKEITEN4 9727 751-2 779-35,85
davon gegenüber verb. Unternehmen3 6642 91874625,57
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN57109-52 -47,71
S U M M EP A S S I V A14 31116 311-2 000-12,26

Die Bilanzsumme verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR – 2.000 von TEUR 16.311 auf TEUR 14.311.

Der Anstieg des immateriellen Vermögens ist im Wesentlichen auf den Erwerb konzerninterner integrierter Managementsysteme zurückzuführen. Bis Ende 2025 befanden sich diese Softwarelösungen im Eigentum der Schwestergesellschaft Danube Technical Services DMCC, welche anschließend aus der Gruppe veräußert wurde. Zuvor wurden die entsprechenden Programme an die Neobitint GmbH übertragen, um deren weitere Nutzung innerhalb der Konzernstruktur sicherzustellen.

Der Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände ist im Wesentlichen auf die Auswirkungen der bestehenden Sanktionsmaßnahmen zurückzuführen, die zu Einschränkungen im internationalen Zahlungsverkehr und damit zu Verzögerungen bei Zahlungseingängen führten.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind von TEUR 529 auf TEUR 274 gesunken (VJ: Reduktion von TEUR -290). Grund hierfür sind weitere konzerninterne Umstrukturierungsmaßnahmen sowie eine fortgeführte strategische Ausrichtung mit Fokus auf den europäischen Markt. Darüber hinaus sind Lieferanten infolge der bestehenden Sanktionen zunehmend nicht bereit, Leistungen für die Zukunft bereitzustellen. Gleichzeitig ist die Neobitint aufgrund der eingeschränkten Rahmenbedingungen nicht in der Lage, eine verlässliche langfristige Planung vorzunehmen oder entsprechende Vorauszahlungen zu leisten.

Die Verbindlichkeiten auf der Passivseite zeigen einen Rückgang von TEUR 2.779 (VJ: Anstieg von TEUR 388). Der hohe Verbindlichkeitenstand zum Ende des Vorjahres resultierte im Wesentlichen aus Investitionen in die Infrastruktur des Datacenters der Betriebstätte Genf, die gegen Jahresende durchgeführt wurden. Im Berichtsjahr führte die Begleichung dieser Verbindlichkeiten zu dem entsprechenden Rückgang.

Bei den passiven Rechnungsabgrenzungen ist eine Verringerung um TEUR 52 von TEUR 109 auf TEUR 57 (VJ: Anstieg von TEUR + 107) zu verzeichnen. Die Ursache hierfür ist im Wesentlichen ein im Jahr 2023 abgeschlossener Verkauf von Check Point-Supportleistungen

mit einer vertraglichen Laufzeit bis 2027. Die daraus resultierenden vereinnahmten Erlöse werden entsprechend der Leistungserbringung über die Vertragslaufzeit zeitanteilig als Umsatzerlöse erfasst. In den passiven Rechnungsabgrenzungen wird daher zum Bilanzstichtag nur mehr der auf künftige Berichtsperioden entfallende Erlösanteil ausgewiesen. Die übrigen Supportverträge wurden mit einer Laufzeit von jeweils einem Jahr abgeschlossen und erfordern daher keine Rechnungsabgrenzung über den Bilanzstichtag hinaus.

Darüber hinaus ist die Passivseite wie im Vorjahr im Wesentlichen durch ein positives Eigenkapital in Höhe von TEUR 8.539 (VJ: TEUR 7.654) gekennzeichnet. Die Entwicklung ergibt sich durch das Ergebnis im Geschäftsjahr sowie dem Ergebnisvortrag aus dem Bilanzgewinn 2024.

3. Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Die gängigen Kennzahlen der erfolgswirtschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Analyse und die Geldflussrechnung stellen sich wie folgt dar:

3.1. Kennzahlen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 10
20252024Veränderung
in TEURin TEURin TEUR
Umsatzerlöse in TEUR18 41020 039-1 629
Ergebnis vor Zinsaufwand und Steuern in TEUR1 3711 041330
Working Capital in TEUR6 6234 3572 266
Nettoverschuldung in TEUR-950-3 9102 960
Nettoverschuldungsgrad in %-11,1350,24-61,37
Nettoumlaufvermögen in %260,67156,18104,49
Umsatzrentabilität in %7,455,192,25
Eigenkapitalquote in %59,6746,9212,75
Gesamtkapitalrentabilität in %8,176,381,79

Das Net Working Capital zeigt den Überschuss der kurzfristig liquidierbaren Aktiva eines Unternehmens über die kurzfristigen Passiva. Es ist also jener Teil des Umlaufvermögens, der nicht zur Deckung der kurzfristigen Verbindlichkeiten gebunden ist. Das Net Working Capital zeigt mit TEUR 6.623 (VJ: TEUR 4.357) eine Erhöhung um TEUR + 2.266. Die Ursache hierfür war insbesondere der stärkere Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten im Vergleich zur Verringerung der kurzfristigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände. Die Begründung hierfür liegt im gegenüber dem Vorjahr reduzierten Cash-Bestand zum Bilanzstichtag. Die Gründe für den Rückgang der Verbindlichkeiten wurden bereits unter Punkt 2.2. näher erläutert.

Die Umsatzrentabilität gibt das prozentuelle Verhältnis des Ergebnisses (vor Zinsen und Steuern) zum erzielten Umsatz an und lässt somit erkennen, wie viel Cent Gewinn mit jedem Euro Umsatz erwirtschaftet wurde. Die Kennzahl ist im Jahr 2025 mit 7,45 % gegenüber dem Vorjahr (VJ: 5,19 %) gestiegen. Der Anstieg in Höhe von 2,25 %-Punkte ist dadurch begründet, dass trotz geringerer Umsatzerlöse die Aufwendungen entsprechend reduziert werden konnten, sodass sich insgesamt ein positiver Effekt sowohl im Ergebnis als auch in der Rentabilität niederschlägt.

Die Gesamtkapitalrentabilität in Höhe von 8,17 % (VJ: 6,38 %) ist ebenso eine Verhältniszahl des Ergebnisses (vor Zinsen und Steuern) zum eingesetzten Kapital. Im Berichtsjahr hat sich die Kennzahl um 1,79 Prozentpunkte erhöht.

Die Eigenkapitalquote zeigt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital. In diesem Fall ergeben die TEUR 8.539 (VJ: TEUR 7.654) an Eigenkapital im Verhältnis zu TEUR 14.311 (VJ: TEUR 16.311) Gesamtkapital eine weiterhin hervorragende Eigenkapitalquote in Höhe von 59,67 % (VJ: 46,92 %). Im Vergleich zum letzten Geschäftsjahr hat sich die Kennzahl um 12,75 Prozentpunkte erhöht.

Die Nettoverschuldung zeigt jenen Betrag des verzinslichen Fremdkapitals, der nicht durch kurzfristig verfügbare Mittel gedeckt ist. Die Nettoverschuldung ergibt in beiden Berichtsjahren einen positiven Überhang, wobei sich das verzinsliche Fremdkapital in beiden Jahren zur Gänze aus einem konzerninternen Darlehen zusammensetzt. Im Berichtsjahr ergibt der Aktivüberhang einen Betrag von TEUR 950 und im Jahr 2024 TEUR 3.910.

3.2. Geldflussrechnung

Die nachstehende Darstellung der Geldflussrechnung erfolgt gemäß der AFRAC Stellungnahme 36, RZ 43.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 13
20252024
in TEURin TEUR
Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit:
Ergebnis vor Steuern1 086975
+/- Verluste/Gewinne aus dem Abgang von Anlagen44-15
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen
+/- Abnahme/Zunahme der Forderungen
sowie anderer Aktiva-6652 810
+/- Abnahme/Zunahme aktive latente Steuern-2718
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen-81-319
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten
sowie anderer Passiva-3 5971 656
Netto-Geldfluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit-2 2555 686
-Zahlungen Ertragsteuern (inkl. Erträge aus der
Auflösung von Rückstellungen)-184-197
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit-2 4395 489
Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit:
+ Einzahlungen abgegangener Anlagen0126
- Investitionen ins Anlagevermögen-547-2 648
Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit-547-2 522
Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit:
+ Einzahlung von Stammkapital (Kapitalerhöhung)00
- Auszahlungen von Eigenkapital (Ausschüttungen)00
+ Einzahlung von Kapitalrücklagen00
- Auszahlungen von Kapitalrücklagen00
+ Einzahlungen für die Aufnahme von Darlehen1 6620
- Auszahlungen für die Tilgung von Darlehen-887-1 172
Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit775-1 172
ZAHLUNGSWIRKSAME VERÄNDERUNG
DES FINANZMITTELBESTANDES-2 2121 796
+Finanzmittelbestand am Beginn der Periode4 8123 016
Finanzmittelbestand am Ende der Periode2 6004 812

4. Risikobericht

4.1. Risikomanagement

Das Risikomanagement umfasst sämtliche organisatorischen Prozesse, durch die Risiken frühzeitig erkannt sowie geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung entwickelt und umgesetzt werden. Als Risiken gelten alle Entwicklungen, die einen negativen Einfluss auf das Erreichen der qualitativen und quantitativen Unternehmensziele, insbesondere auf eine bestandsgefährdende Beeinträchtigung der zukünftigen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens, haben.

4.2. Risikokategorien und Maßnahmen

4.2.1. Operative und sonstige Risiken

4.2.1.1 Marktrisiken

Das Projekt-, Vertrags- und Beschaffungsrisiko ergibt sich aus dem Kerngeschäft der Gesellschaft. Die Entwicklung von Softwarelösungen im Bereich der Informationstechnologie ist sowohl unternehmens- als auch länderspezifisch und erstreckt sich in der Regel über mehrere Jahre. Sämtliche Software-Investitionsprojekte werden vor ihrer Umsetzung einem strukturierten Risikoprüfungs- und Genehmigungsprozess unterzogen. Bis zur Einführung der US-Sanktionen gegen die LUKOIL-Gruppe im Oktober 2025 wurde dieser Prüfungs- und Genehmigungsprozess durch die PAO LUKOIL, Moskau, durchgeführt. Seitdem wird diese Funktion von der LUKOIL International GmbH wahrgenommen. Erst nach erfolgreichem Abschluss dieses Prozesses werden die Projekte genehmigt und die für ihre Umsetzung erforderlichen finanziellen Mittel – gegebenenfalls in Form von Darlehen der Neobitint – bereitgestellt.

Beschaffungsrisiken, insbesondere aufgrund möglicher Marktengpässe oder unerwarteter Preissteigerungen, können trotz entsprechender Planungs- und Steuerungsmaßnahmen nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Dennoch wird diesen Risiken einerseits mit einem intensiven Lieferantenmanagement und andererseits durch eine laufende Marktbeobachtung, die immer stärker global ausgerichtet ist,

begegnet. Um das vom Auftraggeber vorgegebene Budget einzuhalten, werden von der Neobitint Angebote von mehreren Lieferanten eingeholt und die Vertragsinhalte (Leistungen und Kosten) genau geprüft. Ein wesentliches Augenmerk wird dabei auch auf die bei der Projektausführung anfallenden Reisekosten gelegt. In Zukunft sollen Kosteneinsparungen dadurch erreicht werden, dass von Drittfirmen zugekaufte Fremdleistungen von konzerneigenem, geschultem Personal erbracht werden. Vor der Projektgenehmigung sollen bereits alle Abnahmeverträge platziert sein. Da darüber hinaus die anderen Lukoil Gesellschaften zur Abnahme der entwickelten Softwareprogramme verpflichtet sind, besteht das Risiko am Absatzmarkt nur eingeschränkt. Dem Risiko, dass von den Abnehmern Preisreduktionen vorgenommen bzw. später als vereinbart mit Zahlungen für die Programmnutzung begonnen wird, wird dadurch begegnet, dass die Ursachen für die Bemängelungen sowie die Zulässigkeit dieses Vorgehens genau untersucht werden.

4.2.1.2. Personalrisiken

Ziel unserer Personalstrategie ist, die Motivation und Qualifikation der Mitarbeiter durch regelmäßige Mitarbeitergespräche zu fördern und passende Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden.

4.2.1.3. Rechtliche Risiken

Als international agierendes Unternehmen ist die Neobitint vielfältigen steuerlichen, rechtlichen und gesetzlichen Regelungen unterworfen. Vor dem Abschluss von Verträgen werden die in den einzelnen Ländern geltenden Regelungen analysiert und ihre juristischen und finanziellen Auswirkungen geprüft.

4.2.1.4. Beteiligungsrisiko

Da zum Jahresende 2025 keine Beteiligungen im Bestand des Unternehmens waren, ist das Beteiligungsrisiko für die Gesellschaft nicht existent.

4.2.2. Finanzwirtschaftliche Risiken

4.2.2.1. Zinsänderungsrisiken

Risiken aus Zinsänderungen bei den erhaltenen Darlehen wird generell durch den Abschluss möglichst langfristiger Zinsbindungen begegnet. Für das bestehende Darlehen wurde der Zinssatz in Höhe des ICE Term SOFR zuzüglich einer Marge von + 2.21 % (Vorjahr: Fixzinssatz 4,10 %) festgesetzt. Das daraus resultierende Zinsänderungsrisiko wird als gering eingeschätzt. Die Rückzahlung des Darlehens ist vertraglich bis zum 31. Dezember 2027 vereinbart.

4.2.2.2. Liquiditätsrisiken

Eine angespannte Liquiditätslage könnte entstehen, wenn Schwankungen des Erlöszuflusses dadurch eintreten, dass die planmäßigen Fälligkeiten aus den Abnahmeverträgen nicht eingehalten werden, während die Aktivitäten im Bereich der Softwareentwicklung zu wesentlichen laufenden Ausgaben führen. Diesem Risiko wird dadurch begegnet, dass im Vorhinein die monatlichen Zahlungsströme erfasst und laufend aktualisiert werden. Das Liquiditätsrisiko ist jedoch als gering einzuschätzen, weil die Liquidität im Ernstfall durch den LIG-Konzern gesichert ist. Im Zuge der Sanktionen kam es zu einer Einfrierung von Bankkonten. Als Gegenmaßnahme wurde der Einsatz von Zahlungsagenten implementiert, um die Abwicklung des Zahlungsverkehrs weiterhin sicherzustellen.

4.2.2.3. Währungsrisiken

Die Neobitint ist international tätig und infolgedessen einem Fremdwährungsrisiko ausgesetzt. Dieses resultiert aus den Wechselkursveränderungen verschiedener Fremdwährungen. Es ist das Ziel der Gesellschaft, die Auswirkungen der Wechselkursschwankungen möglichst gering zu halten, indem versucht wird, Verbindlichkeiten in einer Fremdwährung nur dann einzugehen, wenn diesen gleichhohen Forderungen in gleicher Währung gegenüberstehen. Im Rahmen der Ukraine Krise und den Schwierigkeiten im Zahlungsverkehr allerdings war die Gesellschaft im Berichtsjahr oftmals gezwungen, Zahlungen in Fremdwährung vorzunehmen, die keiner entsprechenden Gegenposition gegenüberstehen. Die Gesellschaft war daher im Berichtsjahr einem erhöhten Währungsrisiko ausgesetzt.

4.2.2.4. Ausfallsrisiken

Dem Risiko von Forderungsausfällen wird durch eine laufende elektronisch gestützte Überwachung sowie eine regelmäßige Analyse des Forderungsbestandes und der Forderungsstruktur begegnet.

5. Finanzinstrumente

Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

6. Forschung und Entwicklung

Als reine Serviceorganisation werden von der Gesellschaft selbst keine Forschungs- oder Entwicklungsaktivitäten betrieben, sondern im Konzernverbund der LIG-Gruppe verfolgt.

7. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Die weitere Entwicklung der Gesellschaft ist grundsätzlich von den Entscheidungen der Muttergesellschaft, LUKOIL INTERNATIONAL Holding GmbH bzw. des LUKOIL Konzerns, aber auch von der OFAC/OFSI abhängig.

Dementsprechend hängt die Fortführung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2026 im Wesentlichen von dem erfolgreichen Verkauf der LUKOIL International Gruppe aus der LUKOIL-Gruppe ab. Sollten die OFAC/OFSI-Lizenzen nicht verlängert werden und auslaufen, besteht für die Gesellschaft das Risiko der Zahlungsunfähigkeit.

Für den Fall, dass einzelne Banken und Lieferanten sogenannte interne bzw. unternehmensspezifische Sanktionsmaßnahmen einführen und die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft beenden, werden geeignete Maßnahmen zur Sicherung der Fachkräfte sowie zur Aufrechterhaltung der geschäftskritischen IT-Dienstleistungen gegenüber den Kunden gesetzt. Diese Maßnahmen dienen der Überbrückung bis zur Klärung der Eigentümerstruktur im Zusammenhang mit einem neuen Gesellschafter. Erst im Anschluss daran erscheint eine

Rückkehr zu einer regulären Geschäftstätigkeit sowie eine Weiterentwicklung des Unternehmens wieder möglich.

Durch diese Maßnahmen konnten die Einsatzbereiche der Mitarbeiter effizienter gebündelt und bestehende Synergieeffekte genutzt werden, was insgesamt zu einer Steigerung der Produktivität beigetragen hat.

Im Geschäftsjahr 2025 wurden gegen die LUKOIL-Gruppe US- und UK-Sanktionen verhängt. Die jeweils monatlich verlängerten OFAC/OFSI-Lizenzen ermöglichen derzeit zwar die Fortführung der laufenden Geschäftstätigkeit der Gesellschaft, dennoch ist das Unternehmen mit folgenden Auswirkungen und Herausforderungen konfrontiert:

1. Schwierigkeiten beim Zahlungsverkehr; 2. Etwaige Probleme bei der Vertragserfüllung / Vertragsverlängerungen 3. Verstärkte Compliance-Kontrollen durch Behörden und Finanzinstitute; 4. Informationssicherheitsrisiken und Cyber-Bedrohungen; 5. Beschränkungen des internationalen Transports und komplexe Logistik 6. Personalengpässe durch Kündigungen

Für weitere Ausführungen wird auf die Anhangangabe im Abschnitt 4.10. Ukraine Konflikt verwiesen.

Im fünften aufeinanderfolgenden Krisenjahr zeigte das Unternehmen eine hohe Anpassungsfähigkeit an die angespannte geopolitische und wirtschaftliche Situation. Durch gezielte operative Maßnahmen konnte auf externe Unsicherheiten flexibel reagiert werden.

Ob und in welchem Ausmaß die bestehenden negativen Rahmenbedingungen durch die eingeleiteten positiven Entwicklungen vollständig kompensiert werden können, lässt sich aus heutiger Sicht jedoch noch nicht verlässlich beurteilen.

8. Zweigniederlassungen

Zweigniederlassungen bestehen zum Bilanzstichtag in der Schweiz (Zürich und Genf), in Tschechien, in Bulgarien und in Aserbaidschan.

Wien, am 26. August 2026

Die Geschäftsführung:

Rinald Khamidullin

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