Inhaltsverzeichnis
LAT Nitrogen Austria GmbH
Lage der Gesellschaft und Geschäftsverlauf
Überblick über die Geschäftstätigkeit und die Geschäftsentwicklung
Als 100-prozentige Tochtergesellschaft der AGROFERT, a.s., vermarktet die LAT Nitrogen Austria GmbH die von der LAT Nitrogen Linz GmbH, der LAT Nitrogen Ottmarsheim SAS und der LAT Nitrogen France SAS erzeugten Düngemittel und technischen Stickstoffprodukte. Seit Dezember 2023 werden auch stickstoffbasierte Produkte von weiteren Herstellern aus dem AGROFERT-Konzern verkauft.
Pflanzennährstoffe
Der europäische Düngemittelmarkt stand auch in 2025, speziell im ersten Halbjahr, unter erheblichem Druck. Zentrale Herausforderungen waren weiterhin die erheblichen Produktionskosten, getrieben durch hohe Gaskosten, und die geopolitischen Spannungen. Dementsprechend startete bei LAT Nitrogen Austria der Düngerbereich in den ersten Monaten mit unterdurchschnittlichen Verkaufs– und Liefermengen.
Im zweiten Halbjahr führte die Einführung der Importzölle auf bestimmte russische und belarussische Düngemittel dazu, dass die Nachfrage der Landwirtschaft auf europäische Produkte anstieg. Speziell der Verkauf von Mehrnährstoffdüngern (NPK Düngern) entwickelte sich ab Juli äußerst positiv, da zusätzlich die verringerte Ausbringung der Mehrnährstoffdünger aus den Vorjahren kompensiert werden musste.
Im vierten Quartal sorgte die angekündigte Einführung des kostenpflichtigen CO₂- Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ab 1. Januar 2026 für erhebliche Verunsicherung am Markt, da es seitens der EU bis kurz vor Jahresende unklar war, wie hoch die Zölle für Importware ausfallen werden. Die Einführung von CBAM ist absolut zu begrüßen, da damit nicht nur europäische Industrie einen Anteil an der Reduzierung der Emissionen trägt (ETS Kosten) sondern auch die importierenden Anbieter einen Beitrag (CBAM) leisten müssen. Dies sollte dazu führen, dass die gesamte Industrie die Dekarbonisierung der globalen Düngerproduktion beschleunigt und es zu einer besseren Gleichstellung von europäischen und nicht-europäischen Produzenten kommt.
Dementsprechend entwickelten sich die Verkaufsmengen in den letzten Kalendermonaten äußerst positiv und gekoppelt mit stabilen Produktionsmengen konnte die verstärkte Nachfrage gut bewältigt werden.
Technische Stickstoffprodukte
Trotz der wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen in 2025 blieben die Verkaufsmengen in diesem Geschäftsbereich bei LAT Nitrogen Austria auf stabilen Niveau. Bei technischem Harnstoff konnten sogar achtbare Steigerungen erreicht werden, da im Vergleich zum Vorjahr keine nennenswerten Wartungsarbeiten durchgeführt werden mussten und die Anlagen auf sehr guten Raten betrieben werden konnten.
Wie im Düngermitelbereich hat auch hier die Einführung von CBAM zum Jahresende positive Effekte. Die Kunden orientieren sich wieder mehr in Richtung europäische Produktion, da die Preisunterschiede zu Importware geringer werden und die angebotene Liefer- und Produktqualität von europäischen Produzenten an Wertschätzung gewinnt.
Finanzieller Überblick
Unternehmenskennzahlen der LAT Nitrogen Austria GmbH
| 2025 | 2024 | 2023 | ||
|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | in Mio. Euro | 1 130,2 | 947,6 | 1 058,0 |
| Exportquote | in % | 88,7 | 88,2 | 86,0 |
| EBITDA | in Mio. Euro | -8,1 | -61,1 | -55,5 |
| Betriebserfolg (EBIT) | in Mio. Euro | -9,6 | -61,6 | -56,1 |
| Ergebnis vor Steuern | in Mio. Euro | -7,0 | -53,2 | -49,4 |
| Jahresfehlbetrag/-überschuss | in Mio. Euro | -5,1 | -39,0 | -38,0 |
| Bilanzsumme | in Mio. Euro | 486,5 | 399,9 | 364,8 |
| Eigenmittel | in Mio. Euro | 124,9 | 130,0 | 168,9 |
| Eigenmittelanteil | in % | 25,6 | 32,5 | 46,3 |
Umsatzentwicklung
Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz der LAT Nitrogen Austria GmbH auf 1.111 Millionen Euro, nachdem 2024 930 Millionen Euro erzielt wurde. Der Umsatzzuwachs ist hauptsächlich auf die erhöhte Nachfrage im zweiten Halbjahr zurückzuführen, die wiederum ein Konsequenz der auf russische Produkten eingeführten Importzölle ist. Die Absatzmenge erhöhte sich 2025 um 6,9 % auf rund 3,1 Millionen Tonnen.
Die LAT Nitrogen Austria GmbH fungiert als zentraler IT-Dienstleister für jene LAT- Nitrogen-Firmen, die bis 2023 zum sogenannten NITRO-Geschäftsbereich des Borealis-Konzerns gehörten. Aus der Verrechnung von Leistungen an Konzernunternehmen wurden dabei im abgeschlossenen Geschäftsjahr Umsätze in Höhe von 19 Millionen Euro erzielt.
Die LAT Nitrogen Austria GmbH belieferte im Geschäftsjahr 1.226 Kunden in 33 Ländern. Der Exportanteil betrug 89,3 %. Die größten Umsätze wurden in Frankreich erzielt, gefolgt von Deutschland und Österreich.
Ergebnisentwicklung
Nachdem im Vorjahr ein negatives EBIT (Earnings before Interest and Taxes) in Höhe von -91,6 Millionen Euro zu verzeichnen war, konnte 2025 der Betriebserfolg deutlich verbessert werden, aber lag mit -9,6 Millionen Euro immer noch im negativen Bereich. Im zweiten Quartal 2023 hat die LAT Nitrogen Austria GmbH das Cash-Pooling aller LAT-Nitrogen-Gesellschaften übernommen, die zuvor in das konzernweite Liquiditätsmanagement der Borealis AG eingebunden waren. Diese Zentralisierung der Treasury-Funktion führen höheren Zinserträgen, aber auch zu gestiegenen Zinsaufwendungen. Das Finanzergebnis des Jahres 2025 betrug +2,6 Millionen Euro. Es hat sich gegenüber dem Vorjahr um 5,8 Millionen Euro verschlechtert, wobei im Vorjahr der Gewinn aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften innerhalb der AGROFERT Gruppe enthalten ist (LAT Nitrogen Slovakia 1,98 und IKR Services 2,2 Millionen Euro).
Das Ergebnis vor Steuern beträgt somit im abgeschlossenen Geschäftsjahr -7,0 Millionen Euro nach -53,2 Millionen Euro im Jahr 2024.
Bilanzstruktur
Die Bilanzstruktur zeigte in den letzten drei Jahren die folgende Entwicklung:
| • Sonst. Umlaufvermögen • Vorräte • Anlagevermögen • Konzernverbindlichkeiten | Sonstiges Fremdkapital • Eigenkapital |
|---|---|
| 500 | |
| 400 | |
| 182 | |
| 130 | |
| 85 | |
| 300 | |
| 29 | |
| 169 | |
| 59 | |
| 200 | |
| 29 | |
| 75 | |
| 100 | |
| 67 |
Aktiva 2025 Passiva 2025 Aktiva 2024 Passiva 2024 Aktiva 2023 Passiva 2023
2025 hat sich die Bilanzsumme der LAT Nitrogen Austria GmbH im Vergleich zum Vorjahr um 85,5 Millionen Euro erhöht. Die wesentlichsten Veränderungen betreffen die Konzernforderungen und Finanzanlagen. Ende 2025 bestanden Forderungen aus Cash-Pooling-Vereinbarungen in Höhe von 5,8 Millionen Euro und IC Darlehen in Höhe von 40,4 Millionen Euro. 2024 betrugen die Forderungen aus Cash-Pooling-Vereinbarungen und IC Darlehen 148 Millionen Euro. Die kurzfristigen Gelder in Höhe von 40 Millionen Euro wurden 2025 bei externen Banken veranlagt.
Mit der Erhöhung der Kapitalrücklagen in der LAT Nitrogen Linz GmbH und der Stammkapital von der LAT Nitrogen Bulgaria doo hat sich das Finanzanlagenvermögen von 36,2 Millionen Euro um 138 Millionen Euro auf 174,2 Millionen Euro erhöht.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind 2025 insgesamt um 65,3 Millionen Euro auf 275,9 Millionen gestiegen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 5,3 Millionen Euro. Aus dem Cash-Pooling bestanden zum 31.12.2025 Verbindlichkeiten gegenüber anderen Konzerngesellschaften in Höhe von 72,1 Millionen, da seit 2023 die zentralen konzerninternen Bankkonten bei der LAT Nitrogen Austria GmbH geführt werden. (Vorjahr 34,8 Millionen Euro).
Entwicklung des Eigenkapitals
| in Millionen Euro | Stamm- | Kapital- | Gewinn- | Bilanz- | Eigen- | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| kapital | rücklagen | rücklagen | gewinn | kapital | |||
| 01.01.2025 | 0,04 | 164,8 | 0,0 | -34,9 | 130,0 | ||
| Jahresfehlbetrag 2025 | -5,1 | -5,1 | |||||
| Dividende | |||||||
| Auflösung von | |||||||
| Gewinnrücklagen | |||||||
| 31.12.2025 | 0,04 | 164,8 | 0,0 | -40,0 | 124,9 |
Risikomanagement
Die LAT Nitrogen Austria GmbH hat 2023 ein eigenes Risikomanagement- und internes Kontrollsystem eingeführt, um nach dem Eigentümerwechsel Risiken weiterhin proaktiv zu minimieren.
• Die Rechnungslegung erfolgt mittels der gruppenweit standardisierten Unternehmenssoftware SAP gemäß festgeschriebener Richtlinien. • Das Ausfallrisiko bei den Forderungen wird durch Festlegung eines individuellen Kreditlimits pro Schuldner reduziert. Die Einhaltung dieses Kreditrahmens wird IT-technisch sichergestellt, und Veränderungen unterliegen definierten Prozessen und Genehmigungsverfahren. 2025 hat die LAT Nitrogen Austria GmbH eine sogenannte Excess of Loss Kreditversicherung abgeschlossen. In dieser Konstruktion werden nicht einzelne Kunden sondern das Kreditmanagement Verfahren genehmigt, was für die Gesellschaft eine größere Flexibilität bei der Festlegung von Kreditlimits ermöglicht. • Bis zum zweiten Quartal 2023 war die LAT Nitrogen Austria in das Cash-Pooling des Borealis-Konzerns eingebunden, während gleichzeitig eine zentralisierte Treasury-Organisation für den Geschäftsbereich NITRO aufgebaut wurde. Das bei LAT Nitrogen Austria GmbH etablierte Cash- und Liquiditätsmanagement, die eigene Payment-Factory sowie die AGROFERT-Konzernfinanzierung stellen sicher, dass ausreichende Liquidität zur Verfügung steht und Fremdkapital reduziert wird. • Die LAT Nitrogen Austria GmbH ist durch Verkaufs- und Kauftransaktionen, die in anderen Währungen als dem Euro durchgeführt werden, einem Fremdwährungsrisiko ausgesetzt. Das Fremdwährungs- und auch das Zinsrisiko werden ebenfalls durch die eigene Treasury-Abteilung gemanagt. Zur Vermeidung von Wechselkursrisiken wurden sowohl 2025 als auch 2024 Devisen- und Währungs-Swaps abgeschlossen.
Die LAT Nitrogen Austria GmbH handelt mit Waren, die eine gewisse Preisvolatilität aufweisen, und unterliegt durch die Einlagerung der Güter somit auch dem Risiko von Preisschwankungen. Dieses Risiko wird durch fortlaufende Überwachung der Lagermengen, kontinuierliche Marktforschung, um auf Preistrends frühzeitig reagieren zu können, und ein entsprechendes Berichtswesen aktiv kontrolliert und begrenzt.
Der im Februar 2022 ausgebrochene militärische Ukraine-Konflikt und die damit verbundenen weltwirtschaftlichen Auswirkungen haben bei den Düngemittelherstellern das Risiko steigender Rohstoff- und Energiepreise verstärkt. Darüber hinaus hat das Risiko eines potentiellen Lieferstopps von russischem Erdgas nach Europa an Bedeutung gewonnen. Die daraus folgende mögliche Beschränkung der Versorgung mit dem Hauptrohstoff kann zu Produktionseinschränkungen oder -abstellungen und in der Folge zu Umsatz- und Margenrückgängen bei der LAT Nitrogen Austria GmbH führen. Dieser Situation wird durch laufendes Monitoring, Optimierungen innerhalb des AG- ROFERT-Konzerns beim Rohstoffeinkauf sowie durch entsprechende Steuerung der Produktionsmengen begegnet.
Mensch und Umwelt
In der LAT Nitrogen Austria GmbH haben hohe Standards hinsichtlich Gesundheit, Sicherheit und Umwelt höchste Priorität. Laufend durchgeführte Sicherheitsbegehungen und Audits sowie monatliche Mitarbeiterinformationen tragen dazu bei, Verbesserungspotentiale zu erkennen, Maßnahmen zu implementieren und die hohen Qualitätsstandards weiter auszubauen.
Die LAT Nitrogen Austria GmbH hält die ISO-Zertifizierungen 9001 für Qualität und 14001 für Umweltschutz, ISO 50001 für Energiemanagement sowie das FAMI-QS-Zertifikat für Futtermittelsicherheit und Qualität.
2025 haben wir den zweiten LAT Nitrogen Bericht zur sozialen Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility Report) auf unserer Webseite veröffentlicht. Der Bericht stellt ausführlich und Standort übergreifend, unsere Aktivitäten, Ziele und Erfolge in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung dar.
In unserem ersten Jahr der Teilnahme an der Bewertung und externen Gruppenzertifizierung unseres Nachhaltigkeitsmanagement und der sozialen Verantwortung durch EcoVadis wurde LAT Nitrogen mit der Ecovadis-Bronzemedaille ausgezeichnet. Eine Bronzemedaille ist eine Auszeichnung, die an die besten 35 % der Unternehmen vergeben wird, die von EcoVadis in den 12 Monaten vor dem Ausstellungsdatum der Medaille bewertet wurden. Die Re-Zertifizierung wurde in die Wege geleitet und soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen sein.
Ebenso wurden im zweiten Quartal die Aktivitäten zur Zertifizierung des Fußabdrucks unserer Dünger und technischen Stickstoff Produkte (Product Carbon Footprint) abgeschlossen und ein erneuertes Zertifikat wurde ausgestellt. Zusätzlich wurden im vierten Quartal die PCFs für Melamin und Guanidin Carbonat neu verifiziert.
Im Jahr 2025 startete LAT Nitrogen mit Partnern (Resch&Frisch, Wührer Agrar und Josephinum Research) ein Kooperationsprojekt zur Förderung einer effizienten und klimafreundlichen Weizenproduktion in Österreich. Ziel ist es, durch den Einsatz von CO₂- reduzierten Düngemitteln, digitalen Precision-Farming-Tools, Pflanzenkohle sowie bodenschonenden Bewirtschaftungsmethoden Ressourcen zu sparen, Emissionen zu senken und die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu sichern. Die enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette verbindet wissenschaftliche Expertise mit landwirtschaftlicher Praxis und trägt dazu bei, nachhaltige Produktionsstandards zu etablieren, die sowohl den Klimaschutz stärken als auch die Zukunftsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft fördern.
Supply-Chain-Management
Im Supply-Chain Bereich wurde im Jahr 2025 die Zusammenarbeit und der Austausch mit den Agrofert Schwestergesellschaften weiter intensiviert. Dies zeigte sich auch in einer gemeinsamen Optimierung der Logistik- und Absatzprozesse, die vor allem die Nutzung von Synergien und Effizienzsteigerung zum Ziel hatte.
Die Verfügbarkeit eines größeren Netzwerkes erlaubt es uns, Skaleneffekte besser zu nutzen und optimierte Lieferwege zu etablieren. Insgesamt konnten dadurch erhebliche Einsparungspotenziale realisiert werden. Vor allem in Ammoniakbereich ist es offensichtlich, dass der Austausch von Mengen und Transportmitteln mit Duslo und Lovochemie signifikante Vorteile bietet, um die Versorgungssicherheit für die nachgelagerten Produktionen besser abzusichern und die Ammoniak-Lagerentwicklung besser steuern zu können.
Marketingaktivitäten
Das Jahr 2025 war für Marketing von technologischen Fortschritten und einem Fokus auf neue Geschäftsfelder/Produkte geprägt. Ein besonderer Meilenstein war der erfolgreiche Rollout des Corn Starter Pro (phosphatbetonter NPK Dünger mit zusätzlichem Schwefel und Zink), mit dem wir bereits im ersten Jahr wichtige Impulse im Markt setzen konnten. Darüber hinaus wurde die Basis für eine neue Produktlinie geschaffen, die sich auf CO₂-reduzierte Produkte – insbesondere Düngemittel und technische Stickstoffe – fokussiert. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Transformation unseres Portfolios und adressieren zugleich steigende Kundenanforderungen im Bereich klimafreundlicher Lösungen.
Organisatorisch wurden das Marketing Communications Team sowie die Bereiche Agronomy und Digitale Services, zusätzlich zum Produkt Management sowie Melamin Business Development und Technical Service Team, in das neu geschaffene Department „New Business Development und Marketing“ eingegliedert. Ziel dieser organisatorischen Neuausrichtung ist es, Marketing- und Agronomie-Expertise für Innovationspotenziale zu bündeln und gezielt neue Geschäftsfelder zu etablieren.
Ein weiterer Fortschritt im Jahr 2025 lag auf dem Einsatz von KI-gestützten Tools, die zu einer spürbaren Effizienzsteigerung bei gleichzeitiger Kostensenkung führten. So wurden beispielsweise Empfehlungsvideos auf Basis von Avataren in mehreren Sprachen für Marketingkampagnen erstellt, wodurch eine skalierbare und konsistente Kundenansprache mit reduziertem Produktionsaufwand ermöglicht wurde.
Im Bereich Digitale Landwirtschaft wurden bestehende Lösungen wie NutriGuide® und N-Pilot® 2.0 weiterentwickelt um Kundenanforderungen zu erfüllen. N-Pilot® 2.0 wurde gemeinsam mit unserem Hardware Partner auf der Agritechnica-Messe in Hannover vorgestellt. Die weiterentwickelte NutiGuide® App vereint nun die Funktionen Düngeplanung, teilflächenspezifische Düngung (bisher NutriZones®) und N-Bedarfsbestimmung mit dem N-Pilot®.
Beratung und Anwendungstechnik
Im Bereich Beratung und Anwendungstechnik standen auch 2025 die Nähe zu unseren Kundinnen und Kunden sowie eine praxisorientierte Wissensvermittlung im Mittelpunkt. Neben der agronomischen Beratung waren das Marketing-, Agronomie- und Produktmanagement-Team regelmäßig im direkten Austausch mit Kunden aus Landwirtschaft und Industrie. Sei es auf landwirtschaftlichen Messen, bei Fachvorträgen, Feldtagen oder im Rahmen von Kundenbesuchen. Ziel ist es, für unsere Kunden greifbar zu sein und als kompetenter Partner wahrgenommen zu werden. Dabei erläutern wir nicht nur den optimalen Einsatz unserer Produkte, sondern informieren auch über Produktinnovationen sowie über die CO₂-Fußabdrücke unserer Lösungen und zeigen konkrete Möglichkeiten zu deren Reduktion auf.
Die Basis für die Berechnungen zum CO₂-Fußabdruck der Düngung liefern die Daten und Ergebnisse unserer Düngungsversuche in Kooperation mit dem Lehr- und Forschungszentrum Francisco Josephinum in Wieselburg. Die Versuche haben zum Ziel, klimafreundliche Düngestrategien zu identifizieren. Der Eintrag von Kohlenstoff in den Boden über Erntereste und Zwischenfrüchte zusammen mit der Stickstoffdüngestrategie spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Erste Ergebnisse zeigen klar, dass eine nachhaltige Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion klimafreundlich ist – weil so der CO₂-Fußabdruck pro Tonne produziertem Erntegut sinkt und die knappe Ressource „Land“ effizient genutzt wird.
Forschung und Entwicklung
Im Bereich F&E konzentrieren wir uns auf Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung Vor dem Hintergrund der Einstufung von Phosphor als kritischem Rohstoff durch die Europäische Kommission engagiert sich LAT Nitrogen in einem Forschungsprojekt zur Entwicklung einer innovativen Phosphorrecyclingtechnologie. Ziel ist es, Phosphor aus Klärschlammaschen zurückzugewinnen und erneut in pflanzenverfügbare Formen zu überführen, um Abhängigkeiten von Primärrohstoffen zu reduzieren und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Im Rahmen des FFG-geförderten Projekts PHOBOS („Phosphorrückgewinnung und Bindemittelbereitstellung als ökonomische Stoffverwertung“) entwickelt LAT Nitrogen gemeinsam mit der Montanuniversität Leoben und weiteren Partnern ein neuartiges Verfahren auf Basis eines induktiv beheizten Schüttschichtreaktors. LAT Nitrogen bringt dabei seine industrielle Expertise insbesondere in den Bereichen NPK-Produktion, Produktentwicklung und Standortstrategie ein. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Rohstoffsicherung, zur Stärkung des Standorts Linz und zur Entwicklung neuer, nachhaltiger Geschäftsmodelle im Bereich des Phosphorrecyclings.
Ein weiteres Phosphor Rückgewinnungsprojekt mit Wien Energie und MA48 ist mit der Sicherstellung der relevanten behördlichen Genehmigungen und der Ausarbeitung eines Qualitätssicherungskonzeptes mit den Partnern in die entscheidende Phase der Kommerzialisierung eingetreten. Für Anfang 2026 sind kommerzielle Versuchsläufe in der NPK Anlage geplant.
Im Zuge verschärfter EU-Umweltauflagen und steigender Anforderungen an nachhaltige Düngemittel fokussiert sich unser Innovationsportfolio auf die Steigerung der Nährstoffnutzungseffizienz (NUE). Ein wesentlicher Ansatz sind kontrolliert freisetzende Düngemittel, die Nährstoffe bedarfsgerecht verfügbar machen und Verluste in Boden und Gewässer minimieren. Da herkömmliche polymerbeschichtete Produkte bislang nicht ausreichend biologisch abbaubar sind, beteiligt sich LAT Nitrogen gemeinsam mit dem AGROFERT Forschungszentrum VUCHT und weiteren Partnerinstitutionen an einem Horizon-Europe-Forschungsprojekt zur Entwicklung einer vollständig biologisch abbaubaren Beschichtung auf Basis des Biopolymers PHBV. Ziel ist es, die Effizienz granulierter Düngemittel weiter zu erhöhen und gleichzeitig künftige regulatorische Anforderungen ab 2028 zu erfüllen. LAT Nitrogen verantwortet dabei die Produktformulierung, Qualitätssicherung und Feldversuche und leistet damit einen zentralen Beitrag zur Marktreife innovativer, nachhaltiger Düngemittellösungen.
Trotz seines hohen Potenzials steht der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Europa unter Druck. Die derzeitige wirtschaftliche Lage verlangsamt Investitionen in Forschung, Produktion und den Infrastrukturausbau. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt GrAmLi, das gemeinsame Elektrolyseprojekt von LAT Nitrogen und VERBUND zur Herstellung von grünem Wasserstoff, im September 2025 beendet. Trotz des hohen Projektfortschritts und Reifegrades war eine wirtschaftliche Umsetzung auf Grund unzureichender öffentlicher Förderzusagen nicht möglich.
Tochtergesellschaften
Mit Ausnahme der serbischen Tochtergesellschaft LAT Nitrogen doo Beograd sind alle Tochtergesellschaften in das Single-Sales-Konzept eingebunden. Sie erbringen definierte Dienstleistungen (Warenumschlag, Absackung, Lagerung, Transportorganisation usw.) für die LAT Nitrogen Austria GmbH und erhalten dafür eine marktkonforme Kompensation.
Im Zuge der im Supply-Chain-Bereich angefangenen Optimierung von Absatz- und Logistikprozessen wurde die polnische Tochtergesellschaft der LAT Nitrogen Austria GmbH aufgelöst und das Trading Business Unit von der LAT Nitrogen Czech Republik gekauft.
Ausblick
Obwohl die Gaspreise zu Beginn 2026 wieder durch mehr Volatilität gekennzeichnet sind als im zweiten Halbjahr 2025, führen die vollen Auftragsbücher zu Beginn des Jahres zu hohen Liefermengen. Diese Verkäufe wurden zusätzlich mit Gashedges abgesichert, sodass auch die Ergebnisse bei LAT Nitrogen Austria für die ersten Monate gut ausfallen sollten.
Die globalen geopolitischen Unsicherheiten als auch die insgesamt schwächelnde europäische Wirtschaft machen es jedoch schwierig, einen gesicherten Ausblick für das Gesamtjahr 2026 zu geben. Weiters wird das aktive Inkrafttreten von CBAM den Markt sowohl bei Düngemitteln als auch bei technischen Stickstoffprodukten anhaltend verändern. Es ist davon auszugehen, dass die betroffene europäische Industrie gestärkt wird und Versorgungssicherheit für die Kunden garantiert werden kann.
Nichtsdestotrotz können diese Veränderungen das Kaufverhalten der Kunden in positive als auch negative Richtung beeinflussen, da das Hauptaugenmerk der Kunden auf einer Ausbalancierung des Risikos (Mengenabsicherung vs. Lagerkosten) gelegt werden wird.
Trotz aller Unsicherheiten bietet die starke Marktposition der LAT Nitrogen Austria GmbH gute Chancen für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2026.
Linz, am 2. April 2026
Die Geschäftsführung
Leopold Jozef Alders
Wadimir Kovalenko
Pavel Hanus
Ausblick
Obwohl die Gaspreise zu Beginn 2026 wieder durch mehr Volatilität gekennzeichnet sind als im zweiten Halbjahr 2025, führen die vollen Auftragsbücher zu Beginn des Jahres zu hohen Liefermengen. Diese Verkäufe wurden zusätzlich mit Gashedges abgesichert, sodass auch die Ergebnisse bei LAT Nitrogen Austria fur die ersten Monate gut ausfallen sollten.
Die globalen geopolitischen Unsicherheiten als auch die insgesamt schwächelnde europäische Wirtschaft machen es jedoch schwierig, einen gesicherten Ausblick für das Gesamtjahr 2026 zu geben. Weiters wird das aktive Inkrafttreten von CBAM den Markt sowohl bei Düngemitteln als auch bei technischen Stickstoffprodukten anhaltend verändern. Es ist davon auszugehen, dass die betroffene europäische Industrie gestärkt wird und Versorgungssicherheit für die Kunden garantiert werden kann.
Nichtsdestotrotz können diese Veränderungen das Kaufverhalten der Kunden in positive als auch negative Richtung beeinflussen, da das Hauptaugenmerk der Kunden auf einer Ausbalancierung des Risikos (Mengenabsicherung vs. Lagerkosten) gelegt werden wird.
Trotz aller Unsicherheiten bietet die starke Marktposition der LAT Nitrogen Austria GmbH gute Chancen für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2026.
Linz, am 2. April 2026
Die Geschäftsführ
Leopold Jozef Alders Wladimir Kovalenko Pavel Hanus
Ausblick
Obwohl die Gaspreise zu Beginn 2026 wieder durch mehr Volatilität gekennzeichnet sind als im zweiten Halbjahr 2025, führen die vollen Auftragsbücher zu Beginn des Jahres zu hohen Liefermengen. Diese Verkäufe wurden zusätzlich mit Gashedges abgesichert, sodass auch die Ergebnisse bei LAT Nitrogen Austria für die ersten Monate gut ausfallen sollten.
Die globalen geopolitischen Unsicherheiten als auch die insgesamt schwächelnde europäische Wirtschaft machen es jedoch schwierig, einen gesicherten Ausbiick für das Gesamtjahr 2026 zu geben. Weiters wird das aktive Inkrafttreten von CBAM den Markt sowohl bei Düngemitteln als auch bei technischen Stickstoffprodukten anhaltend verändern. Es ist davon auszugehen, dass die betroffene europäische Industrie gestärkt wird und Versorgungssicherheit für die Kunden garantiert werden kann.
Nichtsdestotrotz können diese Veränderungen das Kaufverhalten der Kunden in positive als auch negative Richtung beeinflussen, da das Hauptaugenmerk der Kunden auf einer Ausbalancierung des Risikos (Mengenabsicherung vs. Lagerkosten) gelegt werden wird.
Trotz aller Unsicherheiten bietet die starke Marktposition der LAT Nitrogen Austria GmbH gute Chancen für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2026.
Linz, am 2. April 2026
Die Geschäftsführung
Leopoid Jozef Alders
Wladimir Kovalenko
Pavel Hanus