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Lagebericht 2025

FRANZ OBERNDORFER GmbH & Co KG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 22. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Wirtschaftsbericht

1.1. Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds

Laut Statistik Austria ist das Bruttoinlandsprodukt nach zwei rückläufigen Jahren im Jahr 2025 um 0,6% gestiegen. Die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich blieb jedoch auch im Jahr 2025 äußerst herausfordernd. Strukturelle Faktoren, hohe Kostenbelastungen und anhaltende Unsicherheiten beeinträchtigen das Wirtschaftswachstum weiterhin massiv.

Die heimische Industrie stand im Jahr 2025 weiter unter starkem Druck. Die Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes blieb rückläufig; das WIFO weist für 2025 einen Wertschöpfungsrückgang von –1,1 % aus, bedingt durch hohe Produktionskosten, eine schwache internationale Nachfrage sowie die protektionistische Handelspolitik der USA. Trotz eines kurzfristigen Produktionsanstiegs zu Jahresbeginn 2025 kam es im weiteren Jahresverlauf erneut zu spürbaren Rückgängen. Damit blieb die Industrie ein zentrales Risiko für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Österreichs.

Die wirtschaftspolitische Unsicherheit – insbesondere US-Zölle, Euro-Aufwertung und fiskalische Konsolidierungsmaßnahmen belastete weiterhin die Investitionsbereitschaft und das Konsumklima, womit das Risiko eines anhaltenden Abschwungs deutlich erhöht blieb. Auch das IHS verwies auf zusätzliche Wachstumsdämpfer durch die Budgetkonsolidierung sowie die weiterhin schwachen Exportaussichten.

Die größten Rückgänge im Jahr 2025 zeigen sich weiterhin in der Transportbetonindustrie, wo trotz eines leichten Absatzzuwachses von rund 1 % die Verkaufspreise um –2,6 % sanken und damit zu einem spürbaren Umsatzdruck führten. Auch die Beton- und Fertigteilindustrie bleibt aufgrund der schwachen Nachfrage im Nicht-Wohnbau und eines weiterhin rückläufigen Preisniveaus unter Druck. Leichte Anstiege konnten hingegen insbesondere mineralische Rohstoffe wie Schotter, getragen von einem stabilen Rohstoffbedarf mit rund 100 Mio. Tonnen jährlicher Produktion, sowie Bereiche der feinkeramischen Industrie, die sich im Zuge einer stabilen Industrienachfrage behaupten konnten, verzeichnen.

1.2. Marktposition und Zweigniederlassungen

Die Franz Oberndorfer GmbH & Co KG ist mit einem Marktanteil von rund 29,1% auch im Geschäftsjahr 2025 Marktführer am österreichischen Betonfertigteilmarkt.

Eine Zweigniederlassung besteht in Maribor, Slowenien.

1.3. Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2025

Die Unternehmenstätigkeit umfasste im abgelaufenen Geschäftsjahr ausschließlich die industrielle Fertigung von Betonwaren, Stahlbetonfertigteilen, Kunststoffteilen als Fertigteile und Platten sowie die Verlegung und Montage derselben - dies im gesamten Segment von privatem Hausbau bis zu gewerblichen Großprojekten.

Das Marktumfeld blieb im Berichtsjahr unverändert herausfordernd, mit Verkaufspreisen, die weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt liegen. Die Umsatzerlöse sanken im Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr um TEUR 14.364. Das Betriebsergebnis der Gesellschaft betrug im Geschäftsjahr TEUR -10.016 (Vorjahr TEUR -7.354).

Neben der Ertragslage verschlechterte sich im Geschäftsjahr 2025 auch die Liquidität der Gesellschaft. Die Nettoverschuldung (= Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten abzüglich Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten) beträgt zum 31.12.2025 TEUR 14.129 (Vorjahr TEUR 6.362).

1.3.1. Ertragslage

Die Umsatzerlöse belaufen sich im Berichtszeitraum 2025 auf TEUR 149.369 (Vorjahr TEUR 163.723).

Die Betriebsleistung (Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen und aktivierte Eigenleistungen) lag im Geschäftsjahr bei TEUR 141.382 (Vorjahr TEUR 146.906) und somit 3,76% unter dem Wert des Vorjahres.

Die Position Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen in Prozent zur Betriebsleistung betrug im Geschäftsjahr 2025 46,3% und ist über dem Niveau als im Jahr zuvor (45,9%).

Der Personalaufwand in Relation zur Betriebsleistung liegt im Geschäftsjahr 2025 mit 36,6% über dem Wert des Vorjahres (35,7%).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von TEUR 30.340 im Vorjahr auf TEUR 29.212 im Geschäftsjahr 2025 gesunken.

Durch die oben angeführten Faktoren ist das Betriebsergebnis von TEUR -7.354 auf TEUR -10.016 im Jahr 2025 gesunken.

Das Finanzergebnis verbesserte sich im Geschäftsjahr 2025 insbesondere aufgrund von Erträgen aus Beteiligungen von TEUR 4.600 (Vorjahr TEUR 0), denen Aufwendungen aus Abschreibungen von Finanzanlagen betreffend verbundene Unternehmen von TEUR -1.385 (Vorjahr TEUR 0) gegenüberstanden, auf TEUR 2.116 (Vorjahr: TEUR -1.772).

Im Geschäftsjahr 2025 ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von TEUR -7.901 (Vorjahr TEUR -9.126).

1.3.2. Vermögenslage

Im Berichtsjahr beliefen sich die Investitionen in das Sachanlagevermögen sowie in immaterielle Vermögensgegenstände auf TEUR 3.323 (Vorjahr: TEUR 7.796). Wie im Vorjahr betrafen diese im Wesentlichen den fortgeführten Umbau des Werks Wöllersdorf.

Der Vorratsbestand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2025 geringfügig von TEUR 24.185 auf TEUR 24.211. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und an noch nicht abrechenbaren Leistungen waren zum Bilanzstichtag rückläufig. Gleichzeitig reduzierten sich die mit den noch nicht abrechenbaren Leistungen verrechneten erhaltenen Anzahlungen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Geschäftsjahr 2025 von TEUR 7.242 auf TEUR 1.444 gesunken.

Das Eigenkapital beträgt zum 31.12.2025 TER 36.686 und ist im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 1.226 gestiegen. Der Anstieg resultiert aus einem Forderungsverzicht der Franz Oberndorfer Gesellschaft m.b.H. von TEUR 9.126, dem das negative Jahresergebnis von TEUR -7.901 gegenübersteht.

Die Gesellschaft verfügt – unter Berücksichtigung von Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln – über wirtschaftliche Eigenmittel iHv TEUR 37.263 (Vorjahr TEUR 36.119), wodurch sich eine Eigenkapitalquote iHv 34,8% (Vorjahr 34,6%) ergibt. Die Fremdkapitalquote ergibt sich dadurch mit 65,2 % (Vorjahr 65,4%).

1.3.3. Finanzlage

Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft betragen am Ende des Geschäftsjahres TEUR 55.055 (Vorjahr TEUR 52.736), davon entfallen TEUR 40.542 (Vorjahr TEUR 41.226) auf kurzfristige Verbindlichkeiten.

Der Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2025 TEUR 3.533 (Vorjahr: TEUR -8.261).

Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit lag im Geschäftsjahr 2025 bei TEUR −9.872 (Vorjahr: TEUR −7.098) und entfiel überwiegend auf das Finanzanlagevermögen.

Der Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug im Jahr 2025 TEUR 3.474 (Vorjahr TEUR -1.420).

1.4. Analyse der wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren

1.4.1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Umweltbelange

Im Unternehmen wird verstärkt Augenmerk auf entsprechende Fachkräfteweiterbildung gelegt, vor allem durch selbst entwickelte Weiterbildungsmaßnahmen. Weiters wird versucht, eigenen Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich im Unternehmen weiterzuentwickeln.

Wesentliche Umweltbelange ergaben sich im Geschäftsjahr 2025 nicht.

1.4.2. Beschaffungsmarkt

Der Beschaffungsmarkt war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin durch wesentliche Preisgestaltungen im Bereich der Roh- und Hilfsmaterialien gekennzeichnet.

1.4.3. Absatzmarkt

Mit 94,7 % ist Österreich nach wie vor der Hauptabsatzmarkt der Gesellschaft. Der Exportanteil in die benachbarten Exportmärkte wie Slowakei, Slowenien, Ungarn usw. ist niedrig.

2. Risikobericht

2.1. Wesentliche allgemeine Risiken

Als wesentliche allgemeine Risiken werden branchenbedingt das Debitorenrisiko sowie marktbedingt ein entsprechendes Wettbewerbsrisiko gesehen.

Auch aus den aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten ergeben sich wirtschaftliche Unsicherheiten. Eine geopolitische Eskalation kann Energiepreise (Strom/Gas/Öl) sowie Rohstoffkosten erhöhen und damit Herstellungskosten und Margen belasten. Zudem sind Logistikrisiken möglich, etwa durch Störungen internationaler Transportketten, längere Laufzeiten, Kapazitätsengpässe und steigende Frachtraten. Auf Kundenseite kann die Unsicherheit zu Investitionszurückhaltung und Projektverschiebungen führen. Zusätzlich ist in angespannten geopolitischen Phasen häufig ein erhöhtes Cyber- und Sicherheitsrisiko zu beobachten. Zum jetzigen Zeitpunkt können die Auswirkungen nicht abschließend abgeschätzt werden. Die Gesellschaft ist jedoch absatzseitig nicht direkt von den geopolitischen Eskalationen betroffen.

2.2. Risikoberichterstattung Ausfallrisiko (Debitorenrisiko)

Zur Absicherung unserer Kundenforderungen werden laufend Bonitätsprüfungen durchgeführt und darauf basierend Kreditrahmen systemmäßig festgelegt. Bereits in den Vorjahren wurde auch eine Kreditversicherung zur weiteren Absicherung gegenüber Forderungsausfällen abgeschlossen.

Die Gesellschaft weist wesentliche Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen - unter anderem gegenüber der Oberndorfer d.o.o., der OBW Immobilien GmbH und der Oberndorfer Hybrid Systems GmbH - auf. Die Forderungen gegenüber der Oberndorfer d.o.o. sind zum 31.12.2025 in Höhe von TEUR 10.545 (Vorjahr TEUR 10.545) wertberichtigt. Die Forderungen gegenüber der Oberndorfer Hybrid Systems GmbH sind zum 31.12.2025 in Höhe von TEUR 400 (Vorjahr TEUR 0) wertberichtigt. Die Beurteilung der Werthaltigkeit des Restbetrags der Forderungen ist von Einschätzungen der künftigen Entwicklung der Gesellschaften abhängig und somit mit Unsicherheiten behaftet. Sollte es in Folgejahren zu negativen Planabweichungen kommen, besteht das Risiko einer weiteren Beeinträchtigung der Werthaltigkeit der Forderungen.

2.3. Risikoberichterstattung Liquiditätsrisiko

Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 2025 neuerlich ein negatives Jahresergebnis. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich zum 31.12.2025 auf TEUR 20.211 (Vorjahr TEUR 15.310) und der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sanken zum 31.12.2025 auf TEUR 6.083 (Vorjahr TEUR 8.948). Die Liquidität der Gesellschaft hat sich somit im Geschäftsjahr 2025 verschlechtert.

Auf Basis der mit den finanzierenden Banken laufend geführten Gespräche geht die Geschäftsführung nach bestem aktuellem Wissen davon aus, dass es – trotz der herausfordernden geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – im Geschäftsjahr 2026 zu keinen Liquiditätsengpässen kommen wird und dass die Annahme der Unternehmensfortführung angemessen ist.

2.4. Risikoberichterstattung zu Wettbewerbsrisiken

Kostenoptimierung durch verstärkte Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, laufende interne Prozessanalysen, Herausarbeiten von Systemlösungen zur Maximierung des Kundennutzens in Form von Termintreue und Qualität sind die Aufgaben, um den Wettbewerbskräften entgegenzuwirken.

2.5. Internes Kontrollsystem

Die bisherigen Regelungen bezüglich Internes Kontrollsystem haben sich als bewährt erwiesen. Eine Änderung wird daher von Seiten des Unternehmens als nicht erforderlich angesehen.

3. Finanzinstrumente

Die Gesellschaft hatte während des Berichtszeitraumes keine derivativen Finanzinstrumente im Einsatz.

Zu den im Unternehmen bestehenden originären Finanzinstrumenten zählen im Wesentlichen Finanzanlagen, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, sowie Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Wie bereits im Risikobericht erwähnt, unterliegt die Bonitätsprüfung von Kunden einer laufenden internen Beurteilung. Entspricht die Bonitätsbeurteilung nicht den gestellten Anforderungen werden Geschäfte in der Regel nur mit ausreichenden Versicherungen (z.B. Vorauszahlungen, Bankgarantien) abgeschlossen.

Seit dem Geschäftsjahr 2015 besteht eine Factoring-Vereinbarung.

Aufgrund der gegeben Finanzierungsstruktur schätzt das Management die Schwankungen des Zinssatzes als durchschnittliches Cash-Flow-Risiko ein, da die Zinsen größtenteils abhängig von der Entwicklung des EURIBOR sind.

4. Forschung und Entwicklung

Der Bereich Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr betraf vorwiegend die laufende Weiterverbesserung der bestehenden Produktlinien, insbesondere im Bereich energiesparender Baustoffe und Leichtbauweise.

5. Prognosebericht

Für das Jahr 2026 erwartet das Management – basierend auf den verfügbaren wirtschaftlichen Prognosen – eine moderate wirtschaftliche Erholung in Österreich. Laut WIFO wird für das Jahr 2026 ein Wirtschaftswachstum von 0,2% bis 1,1% erwartet.

Die geopolitische Unsicherheit hat laut WIFO zuletzt weiter zugenommen. Neben der erratischen Handelspolitik der USA belastet nun auch der Iran-Krieg die Konjunktur und hat die Preise für fossile Energieträger in die Höhe schnellen lassen, was die Inflation neuerlich erhöht, und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen dämpft. Die Inflationsrate dürfte laut WIFO im Jahr 2026 zwischen 2,5% bis 4,1% liegen.

Die österreichische Bauwirtschaft sollte im Jahr 2026 laut WIFO nach vier Jahren teils

massiver Einbußen in eine Phase der Stabilisierung übertreten.

Am Arbeitsmarkt wird eine leichte Entspannung erwartet: Die Arbeitslosenquote soll nach Prognosen der EU-Kommission und IHS 2026 wieder etwas zurückgehen, bleibt jedoch über dem Vorkrisenniveau.

Für das Unternehmen bedeutet dies, dass im Jahr 2026 – abhängig von der tatsächlichen Nachfrageentwicklung in der Bauwirtschaft und der allgemeinen konjunkturellen Erholung - mit einer leichten Verbesserung der Absatzsituation gerechnet werden kann. Im ersten Quartal 2026 zeigt sich zwar weiterhin ein gedämpftes Nachfrageumfeld, jedoch wird im weiteren Jahresverlauf 2026 ein stabileres Marktumfeld erwartet. Die Geschäftsführung erwartet für das Geschäftsjahr 2026 gegenüber 2025 einen moderaten Anstieg der Umsatzerlöse und eine verbesserte Ertragslage.

Gunskirchen, am 23. April 2026

Geschäftsführer

Mag. Simone Oberndorfer

DI Werner Pröll

Mag. Peter Knoll

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