← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2024

AQUA Mühle Vorarlberg gGmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 07. Okt. 2025

Inhaltsverzeichnis

1) Geschäftsmodell des Unternehmens

Der Name der gemeinnützigen Gesellschaft AQUA Mühle Vorarlberg mit Sitz in der Energiefabrik an der Samina in Frastanz steht für das inhaltliche Programm. AQUA steht für die Dienstleistungen Arbeit und QUAlifizierung, Mühle steht für die Betreuung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, mit der 1987 im Wohnheim in der Mühlegasse in Frastanz begonnen wurde. Vorarlberg steht für die Region, in der AQUA Mühle tätig ist. Die Entstehungsgeschichte ist eng verbunden mit dem Sozialpionier Thomas Vogel, der am 27. Dezember 2014 mit 59 Jahren verstorben ist. Aus mehreren von ihm gegründeten und geleiteten Initiativen entstand 2005 die „aqua mühle frastanz – soziale dienste gemeinnützige GmbH“. Seit dem Zusammenschluss mit der „Arbeitsinitiative für den Bezirk Feldkirch (ABF)” und der Übertragung der „ABO Projekt gGmbH” in Ludesch, beides mit Wirkung vom 1. Oktober 2015, firmiert unsere Einrichtung unter dem neuen Namen „AQUA Mühle Vorarlberg gGmbH“. Im Zuge dieser Veränderung gingen die Gesellschaftsanteile der Marktgemeinde Frastanz (49%) an den „Arbeits- und Beschäftigungsprojekte Förderverein“. AQUA Mühle ist nicht gewachsen um des Wachsens willen oder aus strategischen Gründen. In dem Maß, in dem der Druck und die ungleiche Verteilung von Chancen in unserer Gesellschaft steigen, ist ein solidarischer Sozialstaat verpflichtet, helfende und stützende Angebote auszubauen. Das Wachstum von AQUA Mühle hat deshalb zwei Botschaften: Eine erfreuliche, nämlich dass der Sozialstaat funktioniert und reagiert. Und eine bedenkliche, nämlich dass es zunehmende negative gesellschaftliche Entwicklungen gibt, die dieses Wachstum notwendig machen. Es gibt wenig Hinweise darauf, dass sich die Ausgrenzungsmechanismen am Arbeitsmarkt, der Bildung, der sozialen Integration, usw nachhaltig positiv verändern. Deshalb bleibt unsere Aufgabe bestehen, Antworten und Lösungen anzubieten. Soziale Einrichtungen wie die AQUA Mühle Vorarlberg schaffen durch ihre Angebote ein hohes Maß an regionaler sozialer Wertschöpfung, weil Menschen aktiviert, qualifiziert und betreut werden. Und sie schaffen eine unmittelbare regionale wirtschaftliche Wertschöpfung.

Organisatorisch gliederte sich die AQUA Mühle Vorarlberg gGmbH nach einer Organigramm.

Anpassung seit Sommer 2022 in drei Bereiche und Stabstellen der internen Dienste

• Wohnen - Leben • Arbeit – Beschäftigung • Bildung - Beratung • Stabstellen - Interne Dienste

Die Bereiche arbeiten vernetzt, durch strukturiertes und effizientes Arbeiten können wir unseren KlientInnen vielfältige Angebote aus einer Hand bieten.

2) Lage der Gesellschaft

Im Geschäftsjahr 2024 wurde ein negatives Betriebsergebnis in Höhe von EUR 980.000,- budgetiert. Dieses vorsichtige Budget basierte auf dem strategischen Ziel, die wirtschaftliche Eigenständigkeit und Tragfähigkeit der einzelnen Bereiche sicherzustellen. Entsprechend waren nach Umlagen in sämtlichen Bereichen negative Ergebnisse vorgesehen, um die wirtschaftliche Struktur langfristig stabil auszurichten.

Erfreulicherweise konnten wir trotz dieser konservativen Planung das Geschäftsjahr 2024 mit einem sehr positiven Ergebnis abschließen. Es wurden Rücklagen in Höhe von EUR 70.000,- für

Risikovorsorge, EUR 160.000,-- für geplante Investitionen sowie EUR 170.000,-- für den Sozialfonds (Land Vorarlberg) gebildet. Mit diesen Rücklagen stärken wir die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Organisation und schaffen Sicherheit für kommende Herausforderungen.

Bereits im Rahmen der Budgetierung 2024 wurden sämtliche Förderzusagen analog zum Vorjahr kritisch hinsichtlich ihrer Realisierungsmöglichkeiten geprüft. Dabei flossen sämtliche absehbaren Wertberichtigungen ein, um eine realistische und vorsichtige Planung sicherzustellen. Diese Vorgehensweise hat sich als notwendig erwiesen, um den zunehmend komplexen und volatilen Förderumfeldern Rechnung zu tragen und finanzielle Risiken frühzeitig zu minimieren.

Personalkosten als zentraler Kostenblock

Ein wesentlicher Kostenfaktor bei AQUA Mühle Vorarlberg sind die Personalkosten. Trotz einer vertraglich vereinbarten Gehaltserhöhung von 9,2 % gemäß Kollektivvertrag im Jahr 2024 konnten die Personalkosten im Vergleich zum Budget signifikant reduziert werden. Zum 31. Dezember 2024 waren 30 Stammmitarbeiter: innen weniger beschäftigt als im Vorjahr. Diese Reduktion ergibt sich zum einen aus der Schließung der Kinderbetreuungseinrichtung Panama in Dornbirn. Zum anderen erfolgten Nachbesetzungen offener Stellen überwiegend durch interne Kandidatinnen, während in den Stabsstellen Dienstverhältnisse ohne Nachbesetzung aufgelöst wurden.

Darüber hinaus haben Sonja Meyer und Thomas Fleischmann die Geschäftsführung ab Dezember 2023 intern übernommen. Eine ursprünglich für Mitte 2024 geplante Nachbesetzung der Geschäftsführungsstelle wurde erst mit Jänner 2025 realisiert. Diese interne Lösung trug ebenfalls maßgeblich zu den Personalkosteneinsparungen bei.

Rückstellungen für Urlaubsansprüche, Sabbaticals und Mehrarbeitsstunden wirken sich aufgrund ihres Volumens erheblich auf das Jahresergebnis aus. Im Jahr 2024 konnten Rückstellungen in Höhe von EUR 100.000,-- aufgelöst werden, was sich zudem auch positiv auf das Ergebnis ausgewirkt hat.

Bereich Arbeit-Beschäftigung

Im Bereich Arbeit-Beschäftigung lag der Fokus im Jahr 2024 auf der Stabilisierung unseres größten Angebots – der Gastronomie. Dazu wurden einerseits wirtschaftlich eindeutig unrentable Angebote, wie die Kantine des BRG/BORG Dornbirn Schoren und des BG Bludenz geschlossen, und andererseits die Transparenz in den anderen Angeboten erhöht. Dies führte dann zu belegbaren, tragfähigen Fakten die es zuließen im Herbst 2024 eine Preisanpassung in der Kindergarten- und Schulverpflegung zu erwirken. Parallel dazu wurde ein Organisationsentwicklungsprozess angestoßen der im folgenden Jahr umgesetzt wird und die Transparenz weiter erhöhen wird und die Verantwortlichkeiten klarer regelt.

Durch die starke Fokussierung der vorhandenen Ressourcen auf die Gastronomie wurde als Auftrag an die anderen Angebote des Bereichs die Aufrechterhalten des laufenden Betriebs unter Einhaltung der festgelegten Budgets, sowie kleinere notwendige Anpassungen ausgegeben. Für den Holzbau & die Landschaftspflege bedeutete dies die Konzentration auf den vor Jahren eingeschlagenen erfolgreichen Weg im kommunalen Spielplatzbau, sowie die Erbringung von kommunaler Landschaftspflegedienstleistung. Für die Industrienahe Fertigung die Kund: innenbeziehungspflege und die damit verbundene Sicherung von Nachfolgeaufträgen. Das gleiche galt für die Digitalisierung & Mikroverfilmung, wobei hier hervorzubehen ist, dass zusätzlich deutlich in die längst überfällige Modernisierung des Maschinenparks investiert wurde und weiter investiert werden muss. Erschwert wurde die Stabilisierung des Angebots durch einen Leitungswechsel und den damit verbundenen Weggang einer langjährigen Mitarbeiterin. Die Objektreinigung konnte durch die hervorragende Arbeit des ganzen Teams ihre Stellung als stabiles, ertragsstarkes Angebot weiter festigen und sogar einen Neukunden gewinnen. Während die Nahversorgung – bestehend aus Breandarei, Fahrradwerkstatt, Tankstelle und Therapiearten & biologischer Landwirtschaft – welche durch

Langzeitkrankenstände und hohe Personalfluktuation viel von der Leitung und den verbliebenen Mitarbeiter: innen abverlangte, ihre Ziele nicht ganz erreichen konnte. Schlimmeres, wie z.B. temporäre Angebotsschließungen, konnte jedoch durch den außerordentlichen persönlichen Einsatz des Teams verhindert werden. Der Mobile Einsatz und das Soziale Integrationsleasing konnten, aufgrund der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der aktuell sehr Ressourcenschwachen Klient:innen, nur minimal zum Gesamtergebnis beitragen. Insgesamt zeigt sich, dass eine klare Fokussierung und Konzentration auf ein Angebot durchaus in der Lage ist vorhandenes Potential zu heben. Dies braucht allerdings Zeit und entsprechende Unterstützung durch die Kompetenzen, das Know-How und die Erfahrung der obersten Führungsebene und des Betriebseigenen Controllings.

Bereich Bildung-Beratung

Im Bereich Bildung-Beratung kam es 2024 zu Kürzungen von sieben Lehrstellen in der überbetrieblichen Lehrausbildung (AQUA Subunternehmer des AZV), vor allem im IT-Bereich (fünf Lehrstellen) sowie in der Fahrradwerkstatt (zwei Lehrstellen). Diese Kürzungen wirken sich sowohl auf die Anzahl der Lehrstellen als auch auf die Höhe der geförderten Stammmitarbeiter:innen aus.

Parallel dazu wurde die Kinderbetreuungseinrichtung Panama in Dornbirn nach zehn Jahren Betriebszeit geschlossen. Die betroffenen Mitarbeiterinnen wurden frühzeitig informiert und es wurde gemeinsam nach passenden Lösungen gesucht sowie aktiv bei der Stellensuche aktiv unterstūtzt.

Bereich Wohnen

Im Bereich Wohnen wurde im Geschäftsjahr 2024 ein neues Angebot umgesetzt: „DA Sein & Kaffee und mehr“. Dieses niederschwellige Angebot dient als Anlaufstelle, die ohne Anmeldung während der Öffnungszeiten besucht werden kann. Es bietet in gemütlicher Atmosphäre professionelle Beratung und fördert den Austausch von Menschen in ähnlichen Lebenslagen. Das Angebot wird durch Mittel des Landes Vorarlberg gefördert und soll die soziale Integration und Unterstützung weiter stärken.

Der Bereich Wohnen war auch 2024 von einem erheblichen Fachkräftemangel und hohen Belastungen geprägt. Zusätzlich kam es zu personellen Veränderungen insbesondere auf Leitungsebene, die für weitere Herausforderungen sorgten. Maßnahmen zur Stabilisierung der Personalstruktur wurden eingeleitet, deren Wirkung sich jedoch erst mittelfristig zeigt.

Zusammenfassung

Das Geschäftsjahr 2024 war geprägt von einer vorsichtigen Budgetplanung mit einem erwarteten negativen Ergebnis. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen konnte durch gezielte Kostensteuerung, Personalanpassungen und eine verbesserte Fördermittelsteuerung ein positives Ergebnis erreicht werden. Die Bildung von Rücklagen stärkt die finanzielle Stabilität. Die vielfältigen Maßnahmen in den Bereichen Arbeit-Beschäftigung, Bildung-Beratung und Wohnen sichern die Weiterentwicklung der Organisation und tragen zur Erreichung der langfristigen Ziele bei.

Die Herausforderungen im Bereich Personal insbesondere der Fachkräftemangel und die komplexe Förderlandschaft bleiben weiterhin zentrale Themen, denen mit kontinuierlicher Anpassung und Planung begegnet wird.

Die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft ist geordnet, den Zahlungsverpflichtungen konnte nach Art, Höhe und Fristigkeit jederzeit nachgekommen werden.

Kennzahlen zur Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
20242023
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)419.131,40- 255.822,58
Kapitalrentabilität
Eigenkapitalrentabilität (ROE)9,51%-5,48%
Gesamtkapitalrentabilität (ROI)4,65%-2,70%
Nettoliquidität- 5.333.489,76-4.743,723,96
Nettoumlaufvermögen (Working Capital)3.378.105,4302.877.150,74
Eigenkapitalquote (Equity Ratio)52,6 %48,9 %
Eigenkapitalquote inkl unv RL und BKZ52,6%48,9%
Nettoliquiditätsgrad (Gearing)-110,50%-107,60%
Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit905.595,19-135.240,29
Cash-flow aus der Investitionstätigkeit-315.829,39-456.897,05
Cash-flow aus der Finanzierungstätigkeit00,00

3) Die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft

Aufgrund der multiplen Problemstellungen durch Kürzungen im Bereich der AMS Maßnahmen, einer stark erhöhte Kostenstruktur (Energie, Material, Personal) und kollektivvertraglichen Anpassungen (Arbeitszeitverkürzung, Gehaltsindexierungen) planen wir ein negatives Jahresergebnis für 2025.

Strategische Zielsetzung ist u.a. eine Bewahrung der professionellen und effizienten Unternehmensstrukturen von AQUA Mühle, um die bearbeiteten Märkte auch weiterhin aktiv mitgestalten zu können. 70% des Budgets der AQUA Mühle umfassen Personalkosten, wirksame Budgetmaßnahmen sind somit überwiegend über Personalabbau umsetzbar. Eine Stabilisierung des Budgets für 2026 ist aufgrund von mehreren Neuausschreibungen im Bereich Bildung-Beratung sowie vermutlich politische Anderungen nur erschwert möglich. Die bereits im letzten Wirtschaftsjahr begonnene Evaluation der Leistungsfähigkeit der Overhead und allgemeiner Prozessstrukturen, wird im laufe der Jahre 2025 und 2026 abgeschlossen. Bereits erste Ergebnisse haben deutlich gezeigt, dass die Aufgabenmehrung bei den aktuellen Bereichsleitungen und zeitgleicher Abbau von anderen Personalstellen, teilweise negative Auswirkungen auf Prozesstreue und Prozessqualität gehabt haben. Diesem wird mit der Neuausrichtung und Neugliederung des gesamten Overheads Rechnung getragen. Fokus liegt dabei auf der Bündelung von Personalverwaltung, Prozess- und Qualitätsmanagement. Somit wird mit einem leichten Anstieg der Overheadkosten gerechnet.

Die hohen Rücklagen erlauben grundsätzlich die Planung eines negativen Budgets auch für das Jahr 2025 (Plan minus € 895.000). Ein geringer Abbau der Rücklagen erscheint zudem auch strategisch sinnvoll, da soziale Unternehmen in der Vergangenheit auch aufgrund hoher Rücklagen stark unter Druck geraten sind (vgl. IFS, Integra Vorarlberg). Die Rücklagen konnten überwiegend aufgrund einer professionalisierten Eigenerwirtschaftung (Arbeit-Beschäftigung) und Auftragserfüllung mit effizientem Personaleinsatz (Wohnen-Leben, Personal am Markt nicht vorhanden) erreicht werden und nicht aufgrund von Überförderungen, dennoch wird hier in der öffentlichen Wahrnehmung selten unterschieden.

Die bereits im Lagebericht 24 erwarteten Kürzungen im Bereich AMS und weiterer Fördermittelgebenden ist eingetreten. Wird die AQUA Mühle, nach aktuellem Stand, jedoch nur uns sehr geringem Umfang (3%-5% Fördersumme AMS für AQUA) nach Stand der Berichtserstellung treffen. Dieser Kürzung wird durch interne Überprüfung aller AMS, hauptsächlich Bereich Sozialökonomischer Betrieb (SOB), intern der Bereich Arbeit und Beschäftigung, Angebote aktuell begegnet. Ziel ist die Aufschlüsselung und Einschätzung aller Angebote nach 1) Wirtschaftlichkeit, 2)Nutzen für Klient:Innen. GGf. werden einzelne Angebote angepasst und auch geschlossen. Davon primär betroffen sind aktuell eher kleinteilige Angebote, wie etwa Breanderei und Tankstelle.

Die Schulsozialarbeit befindet sich in Vorarlberg aufgrund von Strukturveränderungen im Wandel. Eine Die bereits 2024 in die Wege geleitete und bereits erwähnte inhaltliche Anpassung der Angebote zeigt für 2025 ein entsprechenden Zugewinn an Aufträgen deutlich an. So konnte die Region Bregenzerwald ab Schuljahr 26 hinzugewonnen werden. Die entsprechende Übergabe das vorherigen Anbieters beginnt bereits mit dem Schuljahr 25/26. Entsprechender Bedarf nach mehr Beratungsräumlichkeiten wird sich entsprechend auswirken.

Im Bereich Wohnen-Leben und in der Abteilung Schulsozialarbeit wurden von Seiten der Gesundheitsund Sozialabteilung keine konkreten Kürzungen im Sozialfond angekündigt und umgesetzt. Weitere Kürzungen im Bereich des Sozialfonds sind aber für die Folgejahre von Seiten des Land Vorarlberg aufgrund des Kostendrucks zu erwarten, trotz steigender Nachfrage nach Angeboten der AQUA Mühle in diesem Bereich. Aufgrund der Innovationskraft der AQUA Mühle und der flexiblen Umsetzung des Betreuungsauftrages ist für die AQUA Mühle aber eine stabile Förderentwicklung erwartbar. Nach aktuellem Kenntnisstand sind Kürzungen in den Angeboten der Sozialpsychiatrie bei AQUA für die Jahre 2025 und 2026 erneut nicht zu erwarten.

Vor allem im Bereich Wohnen-Leben spüren wir den Fachkräftemangel massiv und einige Angebote können nicht mehr mit voller Auslastung umgesetzt werden. Mögliche Angebotserweiterungen (z.B. Betreuungs- und Wohnangebote in verschiedenen Bezirken) können aufgrund von Personalmangel 2024 nicht realisiert werden. Auch 2024 wird daher verstärkt Augenmerk auf qualitative

Entwicklungsprozesse im Personalbereich gelegt. Grundsätzlich wird der Bereich organisatorisch und personell neu aufgestellt.

2025 liegt der Entwicklungsfokus des Gesamtbetriebs weiterhin auf der Stabilisierung und Verbesserung des geplanten Budgets sowie auf eine Entlastung und Optimierung der Zusammenarbeit der Mitarbeiter:innen und Bereichsstrukturen. Hierzu beginnt ein extern begleiteter Kulturprozess der grundsätzlich die Formen des Zusammenarbeitens klären soll. Es werden entsprechend Werte und Haltungen hinterfragt und ggf. gemeinsam neu entwickelt um ein zukünftiges Miteinander arbeiten zu ermöglichen. Auf Ebene der klassischen Prozessstrukturen greifen die bereites früher im Bericht erläuterten Maßnahmen, sowie die Neugestaltung der Zuordnungen im Organigramm als Grundlage der prozessorientieren Zusammenarbeit. Ebenfalls in 2025 werden die Grundlagen geschaffen um auf die Erfordernisse der Lohntransparenzrichtlinie der EU, die 2023 mit Umsetzungskarenz bis 2026, zu reagieren. Als Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden trifft AQUA Mühle hier die volle, jährliche Berichtspflicht.

Ende März 2023 wurde die Unternehmensqualität der AQUA Mühle durch die Qualitätsmanagementsystem EFQM (European Foundation for Quality Management) evaluiert, entsprechende Maßnahmenableitungen wurden ab der zweiten Jahreshälfte 2023 geplant. Die bereits für 2023 geplanten, aber nicht umgesetzten Maßnahmen, haben in Q2024 begonnen. Dazu gibt es ein eigenes Qualitätsteam, sowie gemeinsamen Austausch auf Fachebene mit den wichtigsten Vergabeorganisationen.

Um grundsätzlichen Risiken der sich verändernden Förderlandschaft entgegenzuwirken, werden aktuell strategische Partnerschaften und ggf. Zusammenschlüsse mit Konkurrenzunternehmungen geprüft. Zielstellung ist hierbei die Identifikation von Zukunftsfeldern und die daraus folgende Spezialisierung von Angeboten.

4) Forschung und Entwicklung, Qualitätsmanagement

Die Gesellschaft betreibt keine wesentlichen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten, fallweise werden einzelne Projekte evaluiert. Das Controlling (Einführung vierteljährlicher Management Report), das betriebliche Gesundheitsmanagement (Gesundheitskennzahlen) sowie der Vertrieb (Einführung einer Stabstelle Vertriebskoordination und Vertriebsdatenbank) wurden nach einem erfolgreichen EFQM Audit im Winter 2020 in der Zwischenzeit umgesetzt. AQUA Mühle ist gemäß EFQM als „Committed to Excellence“ auditiert, eine Weiterentwicklung und Zertifizierung zu „Recognized for Excellence“ und damit eine Auditierung des Gesamtunternehmens ist in Vorbereitung und war zur Umsetzung im März 2023 geplant. Aufgrund der Wechsel in der Geschäftsführung werden diese Pläne verzögert im Geschäftsjahr 25 wieder aufgenommen. Eine Einreichung ist für Q1 in2026 in Planung. Die Unternehmensanalyse und Auditierung ist strukturell eine Qualitätsweiterentwicklung für das Unternehmen, schärft unseren strategischen Blick auf das Gesamtunternehmen und verbessert die Kontrolle, Steuerung und Planungssicherheit. Für die Umsetzung dieser komplexen Prozesse wurde Anfang 2022 zusätzlich eine Stabstelle Qualitäts- und Prozessentwicklung eingerichtet. Die Stelle konnte im Juni 2025 neu besetzt werden und hat die Arbeit aufgenommen.

5) Risikoberichterstattung

Rechtliche und wirtschaftliche Bestandsgefährdungspotentiale

Aus der Risikoanalyse ergeben sich keine Anhaltspunkte darüber, dass die Fortführung der Unternehmenstätigkeit gefährdet sein könnte. Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt. Anhängige Gerichts- oder Aufsichtsverfahren, die zu Ansprüchen führen könnten oder die wahrscheinlich nicht erfüllbar sind, bestehen nicht.

Bestandsgefährdende Risiken sind derzeit trotz der zahlreichen Krisen (u.a.Ukraine Krieg, Kostendruck, Fachkräftemangel, reduzierte Förderaufträge, etc.) auch für das Jahre 2025 nicht erkennbar.

Risikomanagement

Das Risikomanagement erfolgt im Kern über die bewährten Instrumente der Buchführung. Eine revisionsgerechte Trennung der Bereiche Finanz- und Rechnungswesen und Controlling, wird zum Juni 25 umgesetzt. Ebenso ist für das Q3 die personelle Aufstockung des Unternehmenscontrollings geplant und befindet sich in Umsetzung. Zielstellung ist die Auflösung der personellen Subordinationsverhältnisse im Finanzbereich und so eine möglichst objektive und transparente Finanzsteuerrung innerhalb des Unternehmens. Weiterhin wird die Umstellung und Modernisierung der genutzten Finanz IT Systeme angestrebt. Eine Umsetzung und Umstellung ist für das Geschäftsjahr 26 geplant. Die Nutzung des Finanz- und Warenwirtschaftssystems wird zur Informationsgewinnung und zeitnaher Auswertungen der Daten genutzt. Die betriebswirtschaftlichen Auswertungen werden durch individuelle Berichte verbessert. Zur Erkennung und Steuerung von Unternehmensrisiken wurde ein System eingerichtet, das im Wesentlichen auf folgenden Instrumenten aufbaut:

- zielorientiertes Controlling - jährliche strategische Schwerpunktplanung in allen Bereichen und der Gesamtorganisation - Regelmäßiger Strategieabgleich - Geschäftsstellenbezogene Kosten- und Leistungsrechnung für die Bereiche - Erstellung aussagefähiger monatlicher Zwischenabschlüsse - Einrichtung einer kurz- und mittelfristigen Planrechnung - vierteljährlicher Management report - Zeitnahe Überwachung der Debitoren

Operative Risiken

Die Erlöse von AQUA Mühle stammen – neben Produktions- und Dienstleistungserlösen – hauptsächlich aus Leistungsaufträge des Arbeitsmarktservice, des Landes Vorarlberg (dabei aus dem Bereich Arbeitsmarktförderung und dem Sozialfonds, an welchem auch die Gemeinden beteiligt sind), des Europäischen Sozialfonds und des Bundesministerium für Justiz. Auf Grund der jeweils spezifischen Bedingungen der Auftraggeber bei der Auftragsvergabe, wie z.B. Ausschreibungsbedingungen, kurzfristige Budgeteinsparungen, Kontingentierung, Tarifdeckelungen, usw. ist eine stabile Ertragsplanung sehr schwierig. Der weitaus größte Kostenfaktor sind Personalkosten. Diese können aus arbeitsrechtlichen Gegebenheiten, aber auch sozialen Überlegungen nur mittelfristig beeinflusst werden. Zu einer qualitativ hochwertigen Auftragserfüllung, die von den Auftraggebern zu Recht erwartet wird, sind qualifizierte und engagierte Mitarbeitende notwendig. Seit 2021 ist ein verstärkter, massiver Fachkräftemangel auch im Sozialbereich sichtbar und stellt die AQUA Mühle vor große Herausforderungen. Mit einer Mitarbeiterzentrierten Ausrichtung (Stichwort „familienfreundlicher Betrieb“) und einem Fokus auf ein professionelles Personalmanagement werden strategische Ausrichtungen und die Attraktivität als Arbeitgeber geschärft. Dieses Spannungsfeld stellt aber auf jeden Fall ein weiteres, grundsätzliches operatives Risiko dar. Neben Fachkräftemangel und allgemeinem wirtschaftlichen Rückgang, stellt auch der deutlich gestiegene Druck auf die öffentlichen Haushalte und damit die insgesamt zur Verfügung stehenden Fördermittel ein entsprechendes Risiko dar.

Liquiditätsrisiken

Das Risiko, benötigte Finanzmittel nicht oder nicht rechtzeitig zur Begleichung fälliger Verpflichtungen vorhalten bzw. beschaffen zu können, besteht aktuell nicht. Auf Grund einer soliden Finanzierungsstruktur sowie Zahlungs- und Abrechnungsvereinbarungen mit den Auftraggebern AMS

und Land Vorarlberg ist die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft aktuell trotz der zahlreichen von außen auf die AQUA Mühle einwirkenden Krisen sichergestellt.

Versicherungsrisiken

Die Gesellschaft ist mit den branchenüblichen Versicherungsleistungen ausgestattet.

Risiken der IT Systeme

Potenzielle Risiken in Hinblick auf Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz der IT-Systeme der Gesellschaft werden durch laufende Anpassungsmaßnahmen begrenzt. In der IT wurde eine Mittelfristplanung bis 2025 erstellt, die sich auf eine Sicherung der Strukturen und Weiterentwicklung des internen Know-How fokussiert. Grundlage dazu ist die erstellte IT Strategie, die in klaren Abläufen Zielerreichungen und Planungen bis 2026 enthält. Ebenso berücksichtigt sind die Anforderungen an europäische Systeme bzw. die entsprechenden Datenschutzverordnungen und der Einfluss der vorwiegend in den USA gehosteten Systeme. Hier werden in 2025 gezielt Alternativen geprüft um die Abhängigkeit von US- Amerikanischen Anbietenden zu minimieren. Zielstellung ist die mittelfristige, selbstgehostete ERP Umgebung.

Ausfallsrisiken

Im stationären Betreuungsbereich besteht ein Auslastungsrisiko sowie das Risiko, vorgeschriebene Eigenerläge der KlientInnen nicht oder nicht vollständig zu erhalten. Bei Maßnahmen des AMS besteht das Risiko, dass weniger KlientInnen wie vereinbart zugewiesen werden. Die vorgehaltenen Strukturund Personalkosten können deshalb nicht verlässlich refinanziert werden.

6) Finanzinstrumente

Die Gesellschaft setzt keine derivativen Finanzinstrumente ein.

7) Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft unterhält keine Zweigniederlassungen.

Frastanz, am 30.06. 25

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
AGUA Mühle voraarberg g
6820 Frastan www.aquamuehle at

Max Krieger-Alfons

Geschäftsführer AQUA Mühle Vorarlberg gGmbH

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.