Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf
Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um rund EUR 2,3 Mio auf EUR 40,0 Mio gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von rund 6,1 % (2024: Anstieg 9,5 %). Der Umsatzanstieg ist im Wesentlichen auf die Indexierung der Km-Sätze zurückzuführen. Die Marktanteile in Wien sowie im Weinviertel konnten im Wesentlichen gehalten werden.
In den Umsatzerlösen sind Handelswarenerlöse in Höhe von rund EUR 3,0 Mio (2024: TEUR 882) enthalten, welche aus dem Verkauf von Bussen stammen. Da die Busse nach Ablauf der Vertragsdauer (in der Regel fünf bis sieben Jahre) verpflichtend zu erneuern bzw. abzutauschen sind, gehört der Verkauf der gebrauchten Busse zum Geschäftsmodell der Gesellschaft.
Die bezogenen Leistungen in Höhe von EUR 3,5 Mio. (2024: EUR 3,4 Mio.) resultieren mit EUR 3,3 Mio. (2024: 3,2 Mio.) wiederum vor allem aus der Weitergabe von Aufträgen an Subauftragnehmer und sind im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen unverändert geblieben.
Die Materialtangente (Materialaufwand inkl. bezogener Leistungen im Verhältnis zu den Umsatzerlösen) ist im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 8,8 % im Wesentlichen konstant geblieben (2024: 9,1%).
Der Personalaufwand ist gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,6 Mio von EUR 20,4 Mio auf EUR 19,8 Mio gesunken. Die Personaltangente (Personalaufwand im Verhältnis zu den Umsatzerlösen) hat sich dadurch geringfügig von 51,3 % auf 49,0 % verbessert. Dies ist insbesondere auf die Tatsache zurückzuführen, dass die inflationäre Anpassung der Löhne und Gehälter geringer als die Indexierung (Erhöhung) der Umsatzserlöse war.
Die Abschreibungen im Jahr 2025 sind von TEUR 96 auf TEUR 89 gesunken. Dies ist auf den Umstand zurückzuführen, dass lediglich geringfügige und notwendige Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung getätigt wurden.
Die Anlagenintensität, welche das Verhältnis des Anlagevermögens zum Gesamtvermögen ausdrückt, beträgt im abgelaufenen Geschäftsjahr 5,8 % (2024: 9,5 %).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr von EUR 16,1 Mio um EUR 0,2 Mio auf EUR 15,9 Mio. Die Reduktion ist im Wesentlichen auf die gesunkenen Leasingaufwendungen zurückzuführen.
Das Ergebnis vor Steuern beträgt für das abgelaufene Geschäftsjahr EUR 1,6 Mio (2024: minus EUR 1,5 Mio).
Lage der Gesellschaft
Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag 31.12.2025 weiterhin ein negatives Eigenkapital in Höhe von EUR 1,1 Mio auf (2024: EUR 2,6 Mio.). Diese Verbesserung resultiert aus dem positiven Ergebnis im Jahr 2025, welches insbesondere auf die Erlöse aus den Busverkäufen im abgelaufenen Geschäftsjahr zurückzuführen ist.
Aufgrund der infolge der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten deutlich gestiegenen Treibstoffkosten wurden im Rahmen des Krisenmanagements gezielte Maßnahmen eingeleitet, um den wirtschaftlichen Turnaround nachhaltig zu unterstützen, die Ertragslage zu stabilisieren und die Grundlage für eine positive und erfolgreiche zukünftige Entwicklung des Unternehmens zu schaffen:
• Busverkäufe
Mit dem Auslaufen von Linienverträgen werden die geleasten Busse veräußert. Aufgrund der guten Zustände der Busse können die gebrauchten Busse gewinnbringend veräußert werden.
• Absicherung Treibstoffpreise
Die Entwicklung der Treibstoffpreise hat maßgeblichen Einfluss auf den betriebswirtschaftlichenErfolg des Unternehmens. Um den enormenen Schwankungen der Treibstoffpreise nicht zu unterliegen, wurde mit den Lieferanten Fixpreisvereinbarungen bis Ende 2025 geschlossen.
• Verringerung der Personalkosten
Durch Änderungen in der Kursplanung bzw. -zusammensetzung wird das bestehende Personal effizienter eingesetzt, sodass sowohl die Stehzeiten als auch etwaige Überstunden verringert werden sollen. Darüber hinaus kommt es aufgrund der Effizienzsteigerung zu einem Abbau von Mitarbeitern.
• Fuhrparkmanagement
Mit der Gründung der MotoCar Bus und Truck Service GmbH im Jahr 2021 erfolgt das gesamte Fuhrparkmanagement innerhalb der Unternehmensgruppe. Neben den nunmehr amStandort inWien stattfindenden Reparaturen und Services sämtlicher Fahrzeuge, erfolgt auch die Fahrzeugaufbereitung sowie der Fahrzeugverkauf (wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells der Gschwindl-Gruppe) durch die MotoCar Bus und Truck Service GmbH. Aufgrund des unternehmensinternen Fuhrparkmanagements wird laufend von Kosteneinsparungen profitiert.
2. Risikobericht
Als für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlichen Finanzinstrumentesind aktivseitig die unter den Guthaben bei Kreditinstituten sowie unter den Kassenbeständen ausgewiesenen verfügbaren liquiden Mittel in Höhe von insgesamt EUR 1,0 Mio zu nennen. Diesen stehenzum Bilanzstichtag Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 0 gegenüber. Der in der Bilanzin Bezug auf diesen Posten ausgewiesene Buchwert entspricht dem Marktwert (Veranlagungen in EUR).
Das maximale Ausfallsrisiko ist auf die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungenund Leistungen (TEUR 985; 2024: TEUR 728) begrenzt. Aufgrund der durchgehend hohen Bonität der Kunden ist bei den ausgewiesenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche imÜbrigenfast ausschließlich Ausgangsfakturen der Monate November 2025 und Dezember 2025 betreffen, keinerlei Ausfallsrisiko gegeben.
Marktwertänderungsrisiken bezüglich Forderungen, Guthaben bei Kreditinstituten und Verbindlichkeiten sind nicht gegeben, da sämtliche Beträge auf EUR (Euro) lauten.
Hinsichtlich der Cashflow-Risiken sowie des Risikos, dass die zur Erfüllung der ausden Finanzinstrumenten resultierenden Verpflichtungen erforderlichen Finanzmittel nicht zur Verfügungstehen (Liquiditätsrisiko) wurde eine Fortbestehensprognose erstellt, welche u.a. auch einen kurz- und langfristigen Liquiditätsplan umfasst. Auf Basis der in der Fortbestehensprognose getroffenen Annahmen und Prämissen sowie der laufenden Planungen und SOLL-IST-Vergleiche, ist weiterhin, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, von einem Fortbestand des Unternehmens auszugehen.
Sollte sich aufgrund des Geschäftsverlaufes ergeben, dass es zu Planungsabweichungen kommt undes somit zu Liquiditätsengpässen kommen kann, müssten weitere Finanzierungen mit Dritten vereinbart werden.
3. Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Die Geschäftsleitung geht für die nächsten Jahre von steigenden Umsätzen aus dem Linienverkehr aus, da es sich meist um langfristige (fünf bis sieben Jahre) Verträge handelt, die nun stetig indexiert werden. Der Marktanteil in Wien als auch in Niederösterreich konnte auch im Jahr 2025 gehalten werden. Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass keine wesentlichen Linien wegfallen und der Marktanteil somit auch weiterhin gehalten werden kann.
Das Geschäftsfeld ist nach wie vor geprägt von den Personalkosten, den Treibstoffpreisen sowie den Leasingaufwendungen. Insbesondere die Treibstoffpreise stellen einen bedeutenden Kostenfaktor dar, unterliegen aber derzeit erheblichen marktbedingten Schwankungen. Anhaltend hohe oder stark schwankende Treibstoffpreise können die Kostenstruktur und damit die Ertragslage der Gesellschaft belasten. Vor diesem Hintergrund wird dem aktiven Kostenmanagement und der laufenden Beobachtung der Energiemärkte auch künftig besondere Bedeutung beigemessen.
Es wird weiter an der Verbesserung der Einsatzpläne der Lenker gearbeitet, sodass die Personalkosten, welche einen wesentlichen Kostenfaktor darstellen, weiter reduziert werden können. Dies und zusätzliche Einsparungsmaßnahmen im Verwaltungsbereich sollen zu einer weiteren Verbesserung der Personaltangente führen. Darüber hinaus kommt es durch den Wechsel bei den gefahrenen Linien zu einer Verringerung der Sach- und Personalaufwendungen.
Trotz der obigen Maßnahmen sowie der zu erwartenden Umsatzsteigerungen ist insbesondere aufgrund der Entwicklung der Treibstoffpreise für das Jahr 2026 von einem geringfügig negativen Ergebnis vor Steuern auszugehen.
Die bevorstehende Senkung der Lohnnebenkosten um 1 % wird sich für das Jahr 2027 positiv auf die Kostenstruktur des Unternehmens auswirken und zu einer entsprechenden Entlastung der Personalaufwendungen beitragen.
Auf Basis der Entwicklung des abgelaufenen Geschäftsjahres sowie der voraussichtlichen künftigen Entwicklung, ist daher weiterhin, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit, von einem Fortbestand des Unternehmens („Going Concern Prämisse“) auszugehen.
4. Forschung und Entwicklung
Forschung und Entwicklung werden von der Gesellschaft nicht betrieben.
Wien, am 26. September 2026
Gschwindl Linien GmbH vertreten durch Barbara Haindl, BA Mag. Martin Haindl