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Lagebericht 2024/25

Münzer Bioindustrie GmbH

Original-PDF

Stichtag 30. Apr. 2025 · Eingereicht am 29. Jän. 2026

Inhaltsverzeichnis
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
Geschäftsjahr 2024/2025
I)Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft
Das Wirtschaftsjahr 2024/2025 war von einem instabilen wirtschaftlichen Umfeld geprägt.
Schwankende Rahmenbedingungen im Handel und der Industrie sorgen weiterhin für Unsicherheit.
Diese Entwicklungen wirkten sich vor allem auf Preisniveaus und Beschaffungsmärkte aus, die
aufgrund von Volatilität und steigenden Kosten geprägt waren.
Der Berichtszeitraum war zudem von Dynamiken bestimmt, die sich unmittelbar auf die Ertragslage
auswirkten. Während die Beschaffungsmärkte durch anhaltend hohe Preisniveaus belastet
wurden, führten parallel Marktbewegungen zu einem zunehmenden Druck auf die Margen. Diese
gegenläufigen Effekte stellten das Unternehmen auf die Probe. In Summe wirkten sie sich daher
natürlich auch auf das Unternehmensergebnis aus.

1. Division Feedstock Sourcing

Trotz der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnte das Unternehmen seine operative Stabilität und Marktposition aufrechterhalten. Der erfolgreiche Abschluss des Wirtschaftsjahres 2024/2025 ist auf die konsequente Stärkung interner Prozesse sowie auf den gezielten Ausbau bestehender Strukturen zurückzuführen. Diese Maßnahmen sicherten einen stabilen Geschäftsverlauf und trugen maßgeblich dazu bei, das Jahr trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen positiv abzuschließen.

Das Geschäftsmodell der Münzer Bioindustrie GmbH (MBI) begründet sich auf drei stabilen Säulen:

Die Sammlung und Bereitstellung von Rohstoffen bildet die Grundlage für die Produktion von erneuerbaren Kraftstoffen und ist somit zentraler Bestandteil unserer Wertschöpfungskette. Das Sammelnetzwerk für Altspeiseöl wird kontinuierlich ausgebaut und internationalisiert, um unsere Versorgung langfristig abzusichern.

Theorie allein schafft noch keine funktionierenden Systeme. Um die Effizienz und Praxistauglichkeit neuer Sammelkonzepte sicherzustellen, wurden ebenso Pilotprojekte initiiert und erprobt. Im Zuge einer internen Neustrukturierung wurden darüber hinaus Prozesse im Bereich Feedstock Sourcing gezielt verschlankt und Entscheidungswege verkürzt. Durch die Bündelung von Kompetenzen und die engere Abstimmung zwischen diversen Abteilungen, wurde die Effizienz gesteigert. Diese Strukturanpassung ermöglicht es, flexibel auf Marktentwicklungen zu reagieren und schafft Synergien, die sowohl operative Stabilität als auch die Wettbewerbsfähigkeit stärken.

2. Division Biodiesel

Die Division Biodiesel bildet das Kerngeschäft des Unternehmens und leistet darüber hinaus einen zentralen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Um die europäischen Klimaziele zu erreichen, gewinnen nachhaltige erneuerbare Kraftstoffe zunehmend an Bedeutung. Die schrittweise Erhöhung der Beimischungsquote stellt dabei einen zentralen Hebel dar. Ein Schritt, der technisch längst umsetzbar ist und in einigen EU-Ländern bereits gelebte Praxis ist.

Das Unternehmen legt darüber hinaus großen Wert auf Nachverfolgbarkeit und Einhaltung gesetzeskonformer Umwelt und Qualitätsstandards entlang der gesamten Wertschöpfungskette und Zertifizierungen durch unabhängige Zertifizierungssysteme wie ISCC (International Sustainability & Carbon Certification). Somit wird sichergestellt, dass die eingesetzten Rohstoffe den strengen Nachhaltigkeitskriterien der Europäischen Union entsprechen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
3. Division Entsorgung & Industriereinigung
Der Geschäftsbereich Entsorgung & Industriereinigung (kurz: E&I) bildet den Grundstein des
Unternehmens seit über 30 Jahren und ist somit eine wichtige Konstante von Münzer. Sie steht für
Beständigkeit, Verlässlichkeit und Handschlagqualität. Qualitäten, die mittlerweile über Jahrzehnte
gewachsen sind und das Vertrauen der Kunden genießen. Durch persönliche Betreuung und eine
partnerschaftliche Zusammenarbeit wird eine hohe Effizienz erreicht, die auch in wirtschaftlich
anspruchsvollen Zeiten Bestand hat.
Gerade in Zeiten, die von wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt sind, zeigt sich, dass die
Konzentration und Weiterentwicklung der eigenen Stärken Schlüsselelemente für Stabilität sind.
Ergänzend wurden Investitionen in den Fuhrpark vorgenommen, um die Einsatzbereitschaft und
Leistungsfähigkeit der Division aufrecht zu erhalten.
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
II) Ausgewählte Finanzkennzahlen
1. Kennzahlen der Ertragslage:
Die Gesamtleistung (Umsatzerlöse zuzüglich Bestandsveränderungen) betrug im Berichtszeitraum
insgesamt T€ 344.110 (im Vorjahr: T€ 325.360).
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug im Berichtszeitraum T€ 8.975 (im Vorjahr:
T€ 25.794), das Ergebnis vor Steuern betrug T€ 8.081 (im Vorjahr: T€ 25.091).
Die Umsatzrentabilität bezogen auf das EBIT betrug im Berichtszeitraum demnach 2,6 % (im
Vorjahr: 7,95 %), in Bezug auf das Ergebnis vor Steuern 2,34 % (im Vorjahr: 7,73 %).
Die Eigenkapitalrentabilität bezogen auf das Ergebnis vor Steuern betrug im Berichtszeitraum
9,60 % (im Vorjahr: 28,98 %).
Die Gesamtkapitalrentabilität (ROI – Return on Investment) bezogen auf das Ergebnis vor Steuern
betrug im Berichtszeitraum 5,99 % (im Vorjahr: 18,28 %).
2. Kennzahlen der Vermögens- und Finanzlage:
Die Nettoverschuldung (Net Debt) betrug im Berichtszeitraum T€ 4.645 (im Vorjahr: T€ -8.063).
Das Nettoumlaufvermögen (Working Capital) betrug im Berichtszeitraum T€ 34.818 (im Vorjahr:
T€ 50.444).
Die Eigenkapitalquote betrug im Berichtszeitraum 63,24 % (im Vorjahr: 63,84 %).
3. Geldflussrechnung:
Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit betrug im Berichtszeitraum
T€ -12.322 (im Vorjahr T€ -4.555).

Der Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug im Berichtszeitraum T€ 7.355 (im Vorjahr: T 17.267).

Der Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtszeitraum T€ -11.932 (im Vorjahr T€ -1.167).

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Nicht finanzielle Leistungsindikatoren III)
- Arbeitnehmerbelange
Neue Mitarbeitende, die in Aufbereitungs- und Produktionsanalagen tätig sind, werden im Rahmen
eines strukturierten Einarbeitungs- und Schulungssystems mit den betrieblichen Abläufen und
Funktionalitäten vertraut gemacht. Diese praxisnahe Heranführung an die Prozesse stellt sicher,
dass die moderne Produktions- und Anlagentechnik optimal gesteuert, überwacht und
instandgehalten werden kann.
Durch das engagierte Personal gelingt es dem Unternehmen auf dem Gebiet der Entsorgung von
flüssigen Abfällen kundenorientierte und verlässliche Lösungen anzubieten. Damit leistet die
Belegschaft einenwesentlichenBeitrag zur Stabilität undWettbewerbsfähigkeit des
Unternehmens.
Motivierte Mitarbeitende mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung und Flexibilität sind ein
spürbares Ergebnis derartiger Einschulungs- und Einarbeitungsphasen.
-Umweltbelange
DurchdiesogenannteOmnibus-Verordnungder EuropäischenUnionwurdeder
Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)
ein Aufschub um zwei Jahre beschlossen. Somit ist das Unternehmen erst mit dem Wirtschaftsjahr
2027/2028 zur Veröffentlichung eines CSRD-konformen Nachhaltigkeitsbericht verpflichtet.
Ungeachtet dieser zeitlichen Verschiebung arbeitet das Unternehmen weiterhin konsequent an der
gruppenweiten Implementierung der Berichtsstandards, um eine transparente Berichterstattung
zu ermöglichen. Dazu werden interne Prozesse weiterentwickelt und die Datengrundlage
kontinuierlich verbessert.
In Hinblick auf die laufenden Verhandlungen zu neuen Anwendungsgrenzen der CSRD ist das volle
Ausmaß der rechtlichen Verpflichtungen derzeit noch nicht endgültig abzusehen. Das
Unternehmen verfolgt diese Entwicklungen aufmerksam und kann aufgrund der bereits geleisteten
Vorarbeit zielgerichtet auf neue Anforderungen reagieren.
Das Ziel ist es, die von uns gesammelten Abfallstoffe zu Rohstoffen zu machen. Wir haben uns dabei
100%iger Transparenz verschrieben. Die unabhängigen Überprüfungen von Zertifizierern wie etwa
ISCC (International Sustainability & Carbon Certification) bestätigen, dass unsere Rohstoff- und
Lieferketten auf Nachhaltigkeit, Verlässlichkeit und Rückverfolgbarkeit aufgebaut sind. Das ist die
Basis für einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umwelt, in allen Märkten und
Regionen, in denen wir tätig sind.
- Auslastung und Produktion
Ein wesentlicher Leistungsindikator für die Münzer Unternehmensgruppe ist der Auslastungsgrad
der Biodieselanlagen in Wien und in Gaishorn am See. Im Geschäftsjahr 2024/2025 konnten die
Anlagenkapazitäten zur Gänze ausgelastet werden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug die
Auslastung ebenfalls um die 100%. Somit kann festgehalten werden, dass der Auslastungsgrad in
den vergangenen Wirtschaftsjahren konstant sehr hoch ist.
Für das Wirtschaftsjahr 2025/2026 wird angestrebt, diesen Auslastungsgrad weiter hochzuhalten.
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
IVStandorte
a) Zweigniederlassungen
- Zweigniederlassung Wien: Uferstraße 12, 1220 Wien
- Zweigniederlassung West-Steiermark: Dietenberg 29, 8563 Ligist
b) Produktionsstandorte
- Münzer Bioindustrie GmbH: Gewerbestraße 21, 3550 Langenlois
- Münzer Paltental GmbH: Leobenerbrückenweg 206, 8783 Gaishorn am See
VIVoraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft
Die globale wirtschaftliche Lage bleibt bis heute von Unsicherheiten geprägt. Geopolitische
Spannungen und schwankende Energiepreise stellen auch in Zukunft Herausforderungen dar, auf
die sich das Unternehmen mittel- und langfristig vorbereiten muss. Mit diesen Gegebenheiten
muss das Unternehmen auch in der Zukunft umgehen können, um den nachhaltigen
Unternehmenserfolg sicherzustellen, Dabei ist die Fähigkeit strategisch zu planen und flexibel auf
Veränderungen zu reagieren von essenzieller Bedeutung.
Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass Stabilität auch unter schwierigen
Bedingungen möglich ist. Internationale Lieferketten haben sich neu geordnet, Handelsströme
verschoben und die Märkte für nachhaltige Energieträger entwickeln sich zunehmend dynamisch.
Die auf europäischer Ebene fortentwickelten Vorgaben zur Förderung erneuerbarer Energien und
zur Nutzung abfallbasierter Rohstoffe stärken die Entwicklung zusätzlich und schaffen ein planbares
Umfeld für nachhaltige Investitionen. Das Unternehmen nutzt diese Rahmenbedingungen, um
seine Position in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Energie weiter zu festigen und
zu wachsen.
Wenn politische Weichen neu gestellt werden, verändert sich auch das Klima für Energie und
Industrie. Die neue österreichische Bundesregierung hat in ihrem neuen Regierungsprogramm die
Bedeutung von Technologieoffenheit als Basis einer modernen Energie und Klimapolitik
hervorgehoben und sich zu einer Transformation des Energiesektors bekannt. Somit soll
sichergestellt werden, dass alle technologischen Möglichkeiten, Teil der Lösung sein dürfen und
können. Gleichzeitig rückt die Forderung der lokalen Wertschöpfung stärker in den Vordergrund.
Somit kann zukünftig sichergestellt sein, dass Abhängigkeiten verringert und externe
Marktschwankungen abgefedert werden. Entscheidend wird nun sein, dass diese angekündigte
Offenheit auch in der konkreten Umsetzung spürbar wird - durch Rahmenbedingungen, die
Innovation fördern, Investitionen ermöglichen und langfristige Planungssicherheit für das
Unternehmen gewährleisten.
VI)Forschung und Entwicklung
Die Münzer Unternehmensgruppe führt derzeit keine eigenen Forschungsprojekte durch. Jedoch
wird laufend daran gearbeitet die Analysen der Rohstoffe und Produkte zu verfeinern und zu
verbessern, um den Feedstock-Mix der Biodiesel Produktion in wirtschaftlicher und in qualitativer
Hinsicht zu verbessern.

Der Konzern verwendete heuer – wie in den Vorjahren – Instrumente zur Absicherung gegen Diesel- bzw. Biodiesel-Preisbewegungen. Diese Commodity-Swaps dienen dazu, Marktschwankungen und nicht gegebene Korrelationen auszugleichen. Ein physisches Grundgeschäft muss beim Einsatz dieser Finanzderivate gegeben sein.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
VII)Verwendung von Finanzinstrumenten
Genauere Angaben zu den verwendeten Finanzinstrumenten sind im Anhang erläutert.
VIII) Risikoberichterstattung
Unvorhersehbare Preisschwankungen auf Rohstoffmärkten werden mittels Hedging-Methoden
reduziert. Dadurch wird der Unternehmensgruppe ermöglicht einen unabhängigeren Absatz zu
erwirtschaften und das Margenrisiko überwiegend auszuschalten.
Ein Risiko aus einer negativen Zinssatzänderung ist im Bereich der Finanzschulden aufgrund der
Fremdfinanzierung möglich. Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns sind in einem annähernd
gleichen Verhältnis variabel bzw. fix verzinst. Aufgrund der überwiegenden Tätigkeit im
Energiesektor und dessen hoher Korrelation im Zusammenhang mit konjunkturellen
Schwankungen versucht man einerseits diesen Schwankungen mit variabler Verzinsung
entgegenzuwirken. Andererseits versucht die Münzer Gruppe aufgrund des derzeitig höchst
volatilen Zinsniveaus mit Fixverzinsungen eine bessere Planungssicherheit zu schaffen. Durch
diese Maßnahmen wird versucht das Zins-Risiko so gering wie möglich zu halten.
Die Unternehmensgruppe ist fristenmäßig solide finanziert. Die bestehenden Rahmen der
Betriebsmittelkonten sind revolvierend ausschöpfbar und wurden in der Vergangenheit bereits
mehrmals verlängert. Es bestehen langjährige, sehr gute Partnerschaften mit unseren
Hausbanken, die in Entwicklungsschritte laufend eingebunden sind und die uns bei Wachstums-
und Risikofragen unterstützen.

Sinabelkirchen, 11. Dezember 2025

Ewald-Marco Münzer, B.A., MBA Geschäftsführender Gesellschafter

Mighael Münzer Geschäftsführender Gesellschafter

Mag. Gregor Reindl Geschäftsführer

MMag. Clays Höfer Geschäftsführer

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