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Lagebericht 2025

Tribotecc GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 24. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Wirtschaftliches Umfeld und Umsatzentwicklung

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
Umsatz in TEUR20252024Abw. in %
Inland2.2322.054+8,7%
Ausland97.04389.227+8,7%
Gesamt99.27591.281+8,7%

Für das Jahr 2025 wurde mit geringeren Mengen in verschiedenen Produktgruppen, aber aufgrund anzunehmender höherer Rohstoffpreise mit höheren Erlösen geplant. Vorausgesehen wurde somit eine leichte Umsatzsteigerung im Vergleich zu 2024.

Tatsächlich ist ein Mengenverlust im Vergleich zum Budget 2025 eingetreten, sich ergebende positiven Rohstoffpreiseffekte, hauptsächlich verursacht durch geopolitische Einflüsse, konnten aber realisiert werden und führten somit zu einem positiven Ergebniseffekt.

Tribotecc verfolgt die eingeschlagene Strategie durch Forschung und Entwicklung sowie Intensivierung der Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern weiterhin konsequent, um das Unternehmen bestmöglich für sich verändernde Märkte und Bedarfe in den bestehenden Kernmärkten zu positionieren.

2. Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage

Finanzielle Leistungsindikatoren

Vermögenslage:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
31.12.202531.12.2024
TEURTEUR
Anlagevermögen5.7556.474
Umlaufvermögen einschließlich Abgrenzungen50.55041.833
Eigenkapital40.63337.908
Fremdkapital ohne Investitionszuschüsse14.31310.371

Ertragslage:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
20252024
EBITDA / Umsatzerlöse14,0 %12,0 %
EBIT / Umsatzerlöse12,8 %10,8 %

Die Eigenmittelquote ist im Berichtsjahr von 78,5% (Wert Vorjahr) auf 74,0% gesunken. Die Eigenmittel in absoluten Zahlen liegen um 7,2 % über dem Vorjahreswert.

Das Anlagevermögen ist von EUR 6,4 Mio. im Vorjahr auf EUR 5,7 Mio. im Berichtsjahr gesunken.

Die Vorräte haben sich aufgrund von gestiegenen Rohstoffpreisen um EUR 2,4 Mio. auf EUR 29,9 Mio erhöht.

Das EBIT der Gesellschaft des Berichtjahres von EUR 12,7 Mio. liegt – bedingt durch höhere Umsatzerlöse sowie einen vergleichsweise günstigen Rohstoffeinkauf im Jahresverlauf – um 29% über dem Vorjahreswert. Die EBIT- und EBITDA-Margen konnten gegenüber dem Vorjahr entsprechend gesteigert werden.

Finanzlage:

Der operative Cash-Flow mit rund EUR 8,3 Mio liegt um rund EUR 5,7 Mio. über dem Vorjahreswert von EUR 2,6 Mio, dies aufgrund eines gegenüber der Vorjahr gestiegenen Jahresüberschusses, verminderter Investitionen im Geschäftsjahr und stark gestiegener Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Investitionen:

Auch im Jahr 2025 wurde das Hauptaugenmerk auf den Abschluss von Investitionsübehang gelegt. Weiters wurden einige Ersatzinvestitionen getätigt, um Anlagen auf den neuesten Stand zu bringen. Die realisierten Gesamtinvestitionen in Höhe von rund EUR 0,4 Mio. liegen unter den Abschreibungen des Geschäftsjahres.

3. Zweigniederlassung, Tochterfirma

Das Unternehmen unterhält in Wien, Österreich, eine Zweigniederlassung.

Die in Shanghai / China ansässige Tochterfirma „Tribotecc Functional Materials (Shanghai) Co., Ltd.“ hat sich den Erwartungen gemäß entwickelt und stellt ein wichtiges Standbein im chinesischen Markt dar.

4. Forschung und Entwicklung

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten bezogen sich im Geschäftsjahr 2025 auf Aktivitäten im Reibbelag, im Polymerbereich und auf den Batteriesektor. Es ist gelungen die Beziehungen mit unseren wichtigsten Kunden weiter zu intensivieren, um der gesteigerten Aktivität durch die zu erwartenden geänderten Rahmenbedinungen entsprechend Rechnung zu tragen. Tribotecc wird wieder als kompetenter und lösungsorientierter Forschungspartner wahrgenommen. Nichts desto trotz liegt weiterhin ein Schwerpunkt auf neue Anwendungen und Industrien und gezielte Erweiterung der Produktpalette entsprechend der Kundenanforderungen in diesen Anwendungen.

5. Umweltschutz

Der nachhaltige Schutz der Umwelt nimmt bei der Geschäftsleitung und den Unternehmenszielen eine wichtige Rolle ein und ist in den strategischen Zielen des Unternehmens fest verankert. Im Geschäftsjahr 2025 gab es keinen in Bezug auf den Umweltschutz relevanten Vorfall.

6. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Der Personalstand zum 31.12.2025 ist im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Personalentwicklung (inkl. Lehrlinge)1)20252024
Anzahl der Mitarbeiter per 31.12.2025 ²)82,880,6
Personalabgänge inkl. Pensionierungen 1) Mitarbeiter auf Basis Vollzeitäquivalente10,08,0
2) Ohne Betriebs-Pensionist

7. Arbeitnehmerschutz

Bei der Erkennung von Gefahrenpotenzialen wird unterschieden in „echte Beinaheunfälle“, also Ereignisse, die gerade noch nicht zu einem Unfall geführt haben, und A&O- Hinweise, bei denen auf Unfallrisiken hingewiesen wird und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen initiiert werden.

In der Strategie wurde eine „Zero Accidents“ Policy verankert und diese spiegelt sich in den Unternehmenszielen, den Mitarbeiterzielen der Abteilungsleiter und in einer internen Kampgne wieder. Das Ziel im Unternehmen keine Arbeitsunfälle zu haben soll bis 2030 erreicht werden.

8. Risikomanagement

Das höchste Ausfallrisiko auf der Aktivseite bezieht sich auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Eine Kreditversicherung deckt einen großen Teil des Forderungsausfallsrisikos ab. Bei einzelnen Kunden sind die vom Versicherungsmarkt zur Verfügung gestellten Kapazitäten jedoch begrenzt. Neben regelmäßigen Bonitätsauskünften werden die Kreditlinien regelmäßig geprüft und aktives Forderungsmanagement betrieben.

Preisänderungen bei den Rohstoffen wird durch entsprechenden Preisklauseln Rechnung getragen. Der Antimonrohstoff hat in den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 aufgrund von Exportkontrollen des wichtigsten Exportmarktes China einen historischen „Höhenflug“ erlebt, seit September sind die Rohstoffpreise kontinuierlich gesunken. Hohe Volatilität bei zentralen Rohstoffpreisen, versursacht auch durch die zunehmenden

geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten, kann auch in Zukunft zu einem erheblich negativen Einfluss auf die Umsatzentwicklung führen oder auch signifikanten Abwertungsbedarf des Lagerbestands an Rohstoffen sowie Halb- und Fertigerzeugnissen zur Folge haben. Laufende Beobachtung der relevanten Rohstoffmärkte sowie des Lagerbestands sowie vorausblickende Vertragsgestaltung auf Kundenseite tragen zur Reduzierung dieser Risiken bzw. Wahrnehmung von Chancen aus Rohstoffpreisänderungen bei.

Ein Risiko durch Währungsschwankungen besteht und der Einfluss auf das Geschäft wird in diesem Jahr genau beobachtet, weil eine Zunahme der Volatilität auch in diesem Bereich wahrgenommen wird.

Für das Unternehmen bestehen rechtliche Risiken aus Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften. Insbesondere haben die regulatorischen Vorgaben (etwa Produktzulassungsvoraussetzungen bzw. Registrierungsanforderungen auf Basis der europäischen) in Bezug auf die Produkte der Gesellschaft über die letzten Jahre deutlich hinsichtlich Umfang wie auch Komplexität zugenommen. Weiters spielen die Thematiken Nachhaltigkeit, Transparenz in der Lieferkette und kritische Rohmaterialien („CMRT“ Regularien) eine zunehmend wichtige Rolle im Kunden- und Lieferantenverhältnis. Dies führt zu entsprechend höheren Aufwendungen (z.B. Studienkosten für Substanzevaluierungen). Die Nichteinhaltung von entsprechenden regulatorischen Vorschriften kann sich erheblich negativ auf Umsatz bzw. Profitabilität des Unternehmens auswirken. Die Tribotecc GmbH hat ein Compliance-System für die Überwachung und Einhaltung der gesetzlichen und behördlichen Vorgaben eingerichtet.

Die laufende Kontrolle des Working Capitals, die bestehende Ertragskraft des Unternehmens sowie bestehende Finanzierungslinien gewährleisten ausreichende Liquidität.

9. Ausblick 2026

Das wirtschaftliche Umfeld bleibt im Jahr 2026 von erhöhten Unsicherheiten geprägt. Nach mehreren konjunkturell schwachen Jahren wurde für Europa und Österreich zwar eine leichte wirtschaftliche Erholung erwartet, diese ist jedoch fragil und von regional unterschiedlichen Entwicklungen gekennzeichnet. Entsprechende Wirtschaftsprognosen wurden zuletzt mehrfach revidiert, auch vor dem Hintergrund massiver geopolitischer Spannungen.

Insbesondere die industrielle Wertschöpfung zeigt weiterhin eine verhaltene Dynamik. Exportorientierte Branchen stehen nach wie vor unter Druck, bedingt durch eine nur langsam anziehende Nachfrage, reduzierte Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie aufgrund vergleichsweise hoher Personal- und Energkiekosten, strukturelle Anpassungserfordernisse sowie eingeschränkte Investitionsbereitschaft.

Globale politische Spannungen sowie wirtschaftspolitische Maßnahmen wirken sich weiterhin dämpfend auf den Welthandel aus und erhöhen die Volatilität internationaler Lieferketten. Handelspolitische Risiken, insbesondere protektionistische Tendenzen und tarifäre Maßnahmen, können die Planbarkeit von Absatz- und Beschaffungsmärkten zusätzlich beeinträchtigen.

Die europäische Automobilindustrie, ein wesentlicher Absatzmarkt des Unternehmens, wird im Jahr 2026 voraussichtlich von einer insgesamt stagnierenden Entwicklung geprägt sein. Strukturelle Herausforderungen – unter anderem im Zusammenhang mit technologischer Transformation in Richtung Elektromobilität und regulatorischen Anforderungen – wirken sich weiterhin aus und verstärkeren sich. Insbesondere der Trend Richtung Elektromobiltät wirkt sich nun – nach einer schwächeren Entwicklung als zunächst angenommen – zunehmend aus und der internationale Wettbewerb wird intensiver. Zusätzlich können handelspolitische Maßnahmen, beispielsweise der USA sowie weiter zunmehmende Handelskonflikte negative Effekte auf Kostenstrukturen, Lieferketten und Absatzmöglichkeiten haben.

Auf der Beschaffungsseite bestehen weiterhin Risiken durch Exportbeschränkungen, kurzfristige Zolländerungen sowie regulatorische Eingriffe bei strategisch relevanten Rohstoffen. Der für das Unternehmen wesentliche Rohstoff Zinnmetall bleibt aufgrund begrenzter Verfügbarkeit und möglicherweise spekulativer Markteinflüsse anfällig für erhebliche Preisschwankungen. Somit können negative Effekte durch stark schwankende Rohstoffpreise nicht ausgeschlossen werden. Das Unternehmen versucht diese Effekte durch entsprechende Einkaufspolitik zu reduzieren bzw. sich daraus ergebende Chancen auch zu nutzen, verfolgt insgesamt jedoch einen konservativen und risikominimierenden Ansatz.

Durch den anhaltenden Konflikt im Nahen Osten ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass dies zu höheren Energiekosten führt, wobei elektrischer Strom den Hauptanteil der Energiekosten des Unternehmens ausmacht. Dies kann das Ergebnis des Unternehmens deutlich negativ beeinflussen, auch wenn ein relevanter Teil des Energiebezugs bzw. der entsprechenden Preise bereits im Jahr 2025 abgesichert wurde, was den erwarteten negativen Effekt etwas abmildert.

Das Unternehmen verfügt über eine solide Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die Finanzierung ist stabil, und die Ertragskraft stellt eine tragfähige Grundlage für die weitere Unternehmensentwicklung dar. Der Ausbau neuer Geschäftsfelder wird fortgesetzt. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen seine Fähigkeit zur Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen mehrfach unter Beweis gestellt und kann Erfolge in der Etablierung neuer Produkte und Absatzmärkte vorweisen.

Schwerpunkte im Prognosezeitraum liegen auf der weiteren Stärkung der operativen Resilienz, einem vorausschauenden Risikomanagement in Bezug auf Rohstoffversorgung und Kreditoren- sowie Debitorenmanagement und einer konsequenten Kostenkontrolle.

Vor diesem Hintergrund wird davon ausgegangen, dass das Unternehmen auch im Jahr 2026 in der Lage ist, die bestehenden Herausforderungen insgesamt angemessen zu bewältigen, auch wenn ein Ergebnisrückgang zum vergleichsweise erfolgreichen Jahr 2025 vor dem Hintergrund der bestehenden Herausforderungen erwartet wird.

Arnoldstein, am 2. April 2026

Die Geschäftsfühfung

/DI Georg Bouvier

MMag. Stefan Greimel, LL.M. (Boston)

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