Inhaltsverzeichnis
1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld
Das Geschäftsjahr 2025 war geprägt von einem makroökonomischen Umfeld, das weiterhin unter erheblicher Unsicherheit stand. Geopolitische Konflikte, fragile Lieferketten, volatile Rohstoffpreise und eine zunehmend restriktive belasteten internationale Märkte und führten zu einer global Geldpolitik rückläufigen Investitionsneigung. Europa sah sich im Jahr 2025 erneut einer schwachen industriellen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber. Deutschland, als engster wirtschaftlicher Partner Osterreichs, befand sich inmitten eines strukturellen Transformationsprozesses, der durch hohe Energiekosten, Modernisierungsbedarf und eine gedämpfte Exportnachfrage erschwert wurde. Die wirtschaftliche Entwicklung blieb daher hinter den Erwartungen zurück und wirkte sich unmittelbar auf Österreich aus.
| IST 2025 | Prognose 2026 | ||
|---|---|---|---|
| Allgemeine Entwicklung | |||
| BIP (real/Veränderung in %) | +0.5 % | +1,2 % | |
| Inflation (harmonisierter VPI) | 3,5% | 2,6 % | |
| - | Arbeitslosigkeit (% der Unselbständigen) | 7,4 % | 7,3 % |
| Teilentwicklungen | |||
| Privater Konsum (real) | +0,7 % | +0,8 % | |
| - | Investitionstätigkeit (Anlageninv. insgesamt real) | +1,0 % | +1,5 % |
| - | Außenhandel (Warenexporte/real) | -1,7 % | + 0,7% |
| - | Außenhandel (Warenimporte/real) | +2,0% | +1,3 % |
Die österreichische Wirtschaft verzeichnete zwar ein leicht positives BIP-Wachstum, allerdings bei eingeschränkter Konsumneigung, vorsichtigem Unternehmenssektor und politischer Unsicherheit durch komplexe Koalitionsverhandlungen. Besonders relevant für Schäfer Shop Osterreich war der spürbare Rückgang an projektbezogenen Investitionen in der Industrie, im Dienstleistungssektor sowie im Bereich Büro- und Modernisierungsprojekte. Diese Entwicklungen bildeten den konjunkturellen Rahmen des Geschäftsjahres 2025 und beeinflussten die Nachfrage über wesentliche Teile des Sortiments hinweg.
2. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Das Jahr 2025 war für die Schäfer Shop GmbH von einer deutlichen Abschwächung der Nachfrage gekennzeichnet. Die Investitionszurückhaltung vieler österreichischer Unternehmen führte zu einem Rückgang des Gesamtumsatzes um etwa zehn Prozent. Der Rückgang erstreckte sich über sämtliche Geschäftsbereiche: PBS-Sortimente waren weiterhin vom Digitalisierungstrend geprägt, der klassische Büroartikel ersetzte; im Möbel- und Projektbereich wurden zahlreiche Modernisierungspläne verschoben; und die Industrie- und Betriebseinrichtung litt unter der schwachen konjunkturellen Entwicklung der österreichischen Industrie. Trotz dieses herausfordernden Umfelds bleibt die wirtschaftliche Situation des Unternehmens stabil und gut abgesichert.
Die Schäfer Shop GmbH verfügt über eine über Jahre hinweg aufgebaute, überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalquote, die nicht nur finanzielle Stabilität bietet, sondern auch ein entscheidender Wettbewerbsvorteil im Umgang mit volatilen Märkten darstellt. Diese starke Kapitalbasis ermöglichte es dem Unternehmen, strategische Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Logistikoptimierung und Weiterentwicklung der Vertriebsstruktur konsequent voranzutreiben, ohne die finanzielle Substanz zu gefährden. Insgesamt zeigt sich das Unternehmen trotz Umsatzrückgangs wirtschaftlich solide aufgestellt und langfristig handlungsfähig.
2.1 Entwicklung der Vertriebs- und Sortimentskanäle
Der Online-Kanal etablierte sich 2025 erneut als tragende Säule des Unternehmens und als robustester Vertriebskanal. Die zunehmende Automatisierung von Besteliprozessen, verbesserte Datenanalysen sowie zielgruppenorientierte Printmedien führten trotz rückläufiger Marktentwicklung zu stabilisierenden Impulsen. Mit der Schließung des letzten Vertriebsbüros im Jahr 2024 wurde die Transformation hin zu einer vollständig mobil organisierten und digital unterstützten Vertriebsstruktur abgeschlossen. Die Betreuung der österreichischen Kunden erfolgt seither durch ein integriertes Modell aus Außendienst, Customer Service Center, Order Processing und Kundendienst. Dieses Modell erwies sich als effizient, flexibel und kundennah und bildet die Grundlage für die zukünftige strategische Marktbearbeitung.
Im Projektgeschäft sicherte das Workplace-Solutions-Team, bestehend aus Projektleiter:innen und Architekt:innen, weiterhin eine hohe Kompetenz in der Planung komplexer Büro- und Einrichtungskonzepte. Dies stärkte das Unternehmen in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld und bleibt ein wesentlicher Differenzierungsfaktor gegenüber Mitbewerbern.
2.2. Finanzinstrumente
Schäfer Shop Österreich nutzte auch im Jahr 2025 ausschließlich originäre Finanzinstrumente. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente fand nicht statt.
2.3. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren waren 2025 stark von der umfassenden Weiterentwicklung der Logistikstrategie geprägt. Aufbauend auf den 2024 gestarteten Maßnahmen wurde im Berichtsjahr die vollständige Integration aller Sortimentsgruppen in die zentrale Logistik des deutschen Stammhauses abgeschlossen. Diese strukturelle Neuausrichtung stellt einen Meilenstein der Organisationsentwicklung dar. Durch die Zentralisierung wurden Doppelstrukturen abgebaut, die Lieferkette gestrafft und die Warenverfügbarkeit durch ein deutlich größeres zentrales Sortiment verbessert. Die einheitliche Lagerhaltung ermöglicht eine höhere Prozesssicherheit, geringere Fehlerquoten und eine spürbare Reduktion an Teillieferungen. Gleichzeitig profitiert das Unternehmen von konzernweiten Skaleneffekten, welche langfristig Kostenvorteile schaffen und die Positionierung im Markt stärken.
Während der Übergangsphase kam es naturgemäß zu kurzfristig veränderten Lieferzeiten und erhöhtem Abstimmungsbedarf. Diese Herausforderungen wurden bewusst akzeptiert, da die strategischen und wirtschaftlichen Vorteile der neuen Logistikarchitektur klar überwiegen. Parallel zur Logistikumstellung investierte Schäfer Shop Osterreich weiter in digitale Qualifizierung, moderne Vertriebsansätze und KI-gestützte Prozessoptimierungen.
Die Förderung der Mitarbeiterkompetenzen blieb ein zentraler Erfolgsfaktor, insbesondere im Hinblick auf Datenkompetenz, Automatisierung und serviceorientierte Arbeitsmodelle.
Im Jahr 2025 konnte Schäfer Shop konsequent an den bereits 2024 erfolgreich etablierten Nachhaltigkeitsmaßnahmen anknüpfen. Die wachsende Bedeutung im Beschaffungsprozess vieler Unternehmen bestätigte den eingeschlagenen Kurs. Die eingeführten CSR- und Nachhaltigkeitsrichtlinien - von Umwelt- sowie Arbeits- und Menschenrechtsstandards über die nachhaltige Beschaffung bis hin zum transparenten Code of Conduct und der ISO-14001-Zertifizierung – wurden 2025 weiter geschärft und aktiv in die interne wie externe Kommunikation integriert. Dadurch festigte Schäfer Shop seine Position als verlässlicher und verantwortungsbewusster Partner im B2B-Umfeld.
2.4. Leistungsindikatoren
| Nettoumlaufvermögen | 31.12.2025 | 31.12.2024 |
|---|---|---|
| (TEUR) | ||
| Kurzfristiges Umlaufvermögen | 7.692 | 9.202 |
| Kurzfristiges Fremdkapital | -2.992 | -4.188 |
| Nettoumlaufvermögen | 4.700 | 5.014 |
| Nettoverschuldung | 31.12.2025 | 31.12.2024 |
| (TEUR) | ||
| Verzinsliches Fremdkapital | 1.209 | 1.287 |
| Flüssige Mittel | -4.427 | -5.865 |
| Nettoverschuldung | -3.219 | -4.578 |
| Nettoverschuldungsgrad | 31.12.2025 | 31.12.2024 |
| (%) | ||
| Nettoverschuldung | -3.219 | -4.578 |
| Eigenkapital | 6.609 | 7.061 |
| Nettoverschuldungsgrad | 0,00% | 0,00% |
| Eigenkapitalquote | 31.12.2025 | 31.12.2024 |
| (%) | ||
| Eigenkapital | 6.609 | 7.061 |
| Gesamtkapital | 10.920 | 12.662 |
| Eigenkapitalquote | 60,52% | 55,76% |
| Eigenkapitalrentabilität | 31.12.2025 | 31.12.2024 |
| (%) | ||
| Ergebnis vor Steuern | -466 | -517 |
| Eigenkapital | 6.609 | 7.061 |
| Eigenkapitalrentabilität | -7,06% | -7,32% |
| Gesamtkapitalrentabilität | 31.12.2025 | 31.12.2024 |
| (%) | ||
| EBIT | -513 | -611 |
| Gesamtkapital | 10.920 | 12.662 |
| Gesamtkapitalrentabilität | -4,70% | -4,82% |
| 2.5. Geldflussrechnung | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Ergebnis vor Steuern | -466 | -517 |
| Abschreibungen auf immaterielle Anlagen und Sachanlagen | 282 | 375 |
| Veränderung der langfristigen Rückstellungen | -78 | -125 |
| Gewinn/Verlust aus Anlagenabgängen | -38 | -11 |
| Erträge aus Abgang von u. Zuschreibung zu Finanzanlagen/Wertpapieren | -3 | -5 |
| Erträge aus anderen Wertpapieren u. sonstige Zinsen u. ähnliche Erträge | -44 | -89 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 0 | 0 |
| Cash-flow aus dem Ergebnis | -346 | -372 |
| Veränderung der Vorräte | 720 | 562 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 104 | 678 |
| Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen | 22 | 612 |
| sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände | -761 | 163 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | -13 | 24 |
| Investitionszuschüsse | -16 | -17 |
| erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen | -24 | 27 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -73 | -259 |
| Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | -1.030 | 1.603 |
| sonstigen Verbindlichkeiten | 3 | -167 |
| kurzfristigen Rückstellungen | -72 | -193 |
| -1.140 | 3.033 | |
| Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit (OCF) | -1.486 | 2.662 |
| Zahlungen für Ertragssteuern | 59 | -491 |
| Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit vor Steuern (OCF) | -1.426 | 2.171 |
| Investitionen in immaterielle Anlagen und Sachanlagen | -110 | -94 |
| Investitionen in Finanzanlagen | 0 | 0 |
| Erlöse aus dem Abgang von immateriellen Anlagen und Sachanlagen | 56 | 12 |
| Erträge aus anderen Wertpapieren u. sonstige Zinsen u. ähnliche Erträge | 44 | 89 |
| Cash-flow aus Investitionstätigkeit (ICF) | -11 | 6 |
| Gewinnausschüttung | 0 | -1.170 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 0 | 0 |
| Cash-flow aus Finanzierungstätigkeit (FCF) | 0 | -1.170 |
| Gesamt-Cash-flow | -1.437 | 1.007 |
| Gesamtveränderung der liquiden Mittel | -1.437 | 1.007 |
3. Forschung und Entwicklung
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Jahres 2025 konzentrierten sich auf die Weiterentwicklung digitaler und KI-gestützter Anwendungen. Ziel war die Verbesserung interner Abläufe, die Automatisierung administrativer Prozesse sowie die Optimierung der Customer Experience. Eigene Anwendungsfälle wurden weiter verfeinert und zunehmend in operative Prozesse integriert, um Effizienzpotenziale zu heben und das Unternehmen für zukünftige technologische Entwicklungen optimal aufzustellen.
4. Risikoberichterstattung
Das Risikomanagement der Schäfer Shop GmbH ist nach modernen Governance-Standards aufgebaut und gewährleistet eine systematische Identifikation, Analyse und Steuerung aller wesentlichen Risiken. Im Geschäftsjahr 2025 standen insbesondere Markt- und Absatzrisiken im Vordergrund: Die Investitionszurückhaltung sowie schwankende Auftragsvolumina führten zu einer höheren Volatilität in der Nachfrage. Das Unternehmen begegnet dieser Unsicherheit durch flexible Lieferkettenprozesse, eine verbesserte Dispositionsqualität sowie datenbasierte Prognosemodelle, die eine vorausschauende Steuerung ermöglichen.
Preis- und Beschaffungsrisiken blieben 2025 aufgrund der internationalen Rohstoffmärkte und Energiekosten präsent. Durch die zentralisierte Logistik und optimierte Einkaufsprozesse konnten diese Risiken jedoch minigiert werden.
Ausfallrisiken konzentrierten sich auf Kundensegmente, die besonders sensibel auf wirtschaftliche Schwankungen reagieren. Dank eines strengen Debitorenmanagements und klarer Compliance-Richtlinien blieb dieses Risikofeld beherrschbar. Die hohe Eigenkapitalquote schützt das Unternehmen zudem effektiv vor Liquiditäts- und Cashflow-Risiken, sodass keine bestandsgefährdenden Szenarien erkennbar sind. Risiken, die durch die Logistikumstellung entstanden, haben sich weitgehend normalisiert und bewegen sich auf einem kontrollierbaren Niveau.
5. Prognosebericht
Osterreich befindet sich in einer langsamen, verhaltenen Erholungsphase. Positiv stimmt, dass die Kreditnachfrage der österreichischen Unternehmen nach einem dreijährigen Abwärtstrend wieder anzieht. Die deutlich gesunkene Inflation könnte zudem zu einer Aufhellung der Konsumstimmung beitragen. Die schwache Industrieentwicklung sowie die anhaltende Krise im Bauwesen sorgen allerdings dafür, dass die gesamtwirtschaftliche Dynamik schwunglos ist. Damit bleiben Standort- und Industriepolitik zentrale Prioritäten zur Stärkung des Wachstums.
Für das Geschäftsjahr 2026 ist von einem weiterhin anspruchsvollen, jedoch zunehmend stabileren wirtschaftlichen Umfeld auszugehen. Internationale Konjunkturindikatoren deuten darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Dynamik leicht verbessem könnte, sofern sich geopolitische Spannungen nicht weiter verschärfen. Die ersten Signale aus Industrie und Dienstleistungssektor lassen auf eine vorsichtige Belebung der Investitionstätigkeit schließen.
Schäfer Shop Osterreich geht daher von einer moderaten Verbesserung der Nachfrage aus und sieht in der abgeschlossenen Logistikumstellung eine zentrale Grundlage für zukünftiges Wachstum. Die Effizienzgewinne der neuen Struktur werden sich 2026 weiter entfalten und die Lieferqualität nachhaltig verbessern.
Parallel dazu wird das Unternehmen seine Online-Präsenz weiter ausbauen, datengetriebene Vertriebsmodelle stärken und die Marketingarchitektur stärker auf definierte Zielgruppen ausrichten. Die solide finanzielle Basis, die organisatorischen Modernisierungen und die verbesserte Prozesslandschaft bieten eine robuste Grundlage, um von einer möglichen Marktbelebung im Jahresverlauf zu profitieren. Insgesamt blickt das Unternehmen vorsichtig optimistisch in die Zukunft und erwartet mittelfristig eine stabile, nachhaltige Geschäftsentwicklung.
6. Nachtragsbericht
Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse eingetreten, die einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens haben.
| James fides an | ||||
|---|---|---|---|---|
| Thomas Althammer Wels, 11.06.2026 | Di | |||
Quellenangaben:
WKO Statistik Austria: Wirtschaftslage und Prognose, Dezember 2025 https://www.wko.at/statistik/prognose/prognose.pdf?_gl=1*18y37p7*_gcl au*MTg3MDO wMicwMS4xNzY4OTg4MDK0" ga"MTM3MDU4ODcyOC4xNzU5OTk4MTU1* ga TJBE G291F0°czE3Nz12OTk0NDQkbzEwJGcxJHQxNzcyNjk5NTQ0JGovOSRsMCRoMTA5Mj YwNDQ.
https://www.wifo.ac.at
www. wko.at/oe/news/konjunkturradar-oesterreichische-wirtschaft