Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Das Marktumfeld im Elektro- und Elektronikhandel war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin von intensivem Wettbewerb, hoher Preistransparenz und einem anspruchsvollen Nachfrageumfeld geprägt. Insbesondere der für die Elektro-Shop Köck GmbH wesentliche Markt für elektrische Haushaltsgeräte entwickelte sich rückläufig. Nach Daten von Statistik Austria sank der nominelle Umsatzindex des österreichischen Einzelhandels mit elektrischen Haushaltsgeräten gegenüber dem Vorjahr um rund 5,1 %; preisbereinigt betrug der Rückgang rund 6,1 %. Dieses Marktsegment umfasst insbesondere Haushaltsgroßgeräte wie Kühlschränke, Elektroherde, Küchengeräte und Waschmaschinen und bildet damit einen wesentlichen Teil des Kernmarktes der Gesellschaft ab.
Die Umsatzerlöse der Elektro-Shop Köck GmbH beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf 57,64 Mio. EUR nach 66,49 Mio. EUR im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang von rund 13,3 %. Neben der rückläufigen Marktentwicklung war das Geschäftsjahr wesentlich durch die Neuorganisation der Lager- und Logistikstruktur geprägt.
Die Geschäftsentwicklung im laufenden Geschäftsjahr 2026 stellt sich demgegenüber deutlich positiver dar. Zum 29. September 2026 liegen die Umsatzerlöse rund 25 % über dem entsprechenden Vergleichszeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig zeigen sich nach Abschluss der Lagerzentralisierung erste positive Effekte in den operativen Abläufen und in der Bestandsbewirtschaftung.
Im Mittelpunkt der Neuorganisation stand die Zusammenführung der bislang auf sechs dezentrale Standorte verteilten Lagerkapazitäten an einem zentralen Standort. Im Geschäftsjahr 2025 wurden die wesentlichen Voraussetzungen für diese Zentralisierung geschaffen und mit der Ubersiedlung umfangreicher Warenbestände sowie der Umstellung der bestehenden Logistikprozesse begonnen. Gleichzeitig wurden Teile der Personal- und Infrastrukturstruktur bereits im Hinblick auf den zukünftigen Betrieb des Zentrallagers aufgebaut. Da die vollständige Zusammenführung der Lagerstandorte erst im Laufe des Geschäftsjahres 2026 abgeschlossen wurde, werden die wirtschaftlichen Vorteile der neuen Struktur erst ab diesem Zeitpunkt wirksam.
Die Neuorganisation war insbesondere aufgrund der zunehmenden Kapazitätsgrenzen der bisherigen Lagerstruktur erforderlich. Die dezentrale Struktur begrenzte die Flexibilität im Wareneingang und führte zu einem erhöhten Koordinations- und Umlagerungsbedarf. Mit dem neuen Zentrallager wurden daher die Voraussetzungen für eine höhere Wareneingangskapazität, eine zentralere Bestandssteuerung und eine auf das zukünftige Geschäftsvolumen ausgerichtete, skalierbare logistische Infrastruktur geschaffen.
Der weitere Ausbau von Service-, Zustell- und Montageleistungen bleibt ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie. Bereits in den vergangenen Geschäftsjahren wurde der Fokus verstärkt auf Dienstleistungen wie Beratung, Planung, Montage, Reparatur und Premium-Services gelegt. Das neue Zentrallager schafft durch eine verbesserte Warenverfügbarkeit und effizientere logistische Abläufe die Voraussetzungen, diesen Bereich weiterzuentwickeln. Insbesondere die eigene Zustellorganisation soll von der zentralen Lage und den verbesserten Möglichkeiten zur Planung der täglichen Kundentermine profitieren. Die hohe Kundenzufriedenheit mit den eigenen Zustell- und Serviceleistungen bestätigt aus Sicht der Geschäftsleitung die strategische Bedeutung dieses Bereichs und dessen Funktion als Differenzierungsmerkmal im österreichischen Elektrohandel.
Auf der Kostenseite erhöhten sich die Personalaufwendungen im Berichtsjahr von rund 7,52 Mio. EUR auf 8,57 Mio. EUR. Diese Entwicklung war einerseits durch kollektivvertragliche Anpassungen und allgemeine Personalkostensteigerungen geprägt, andererseits wurden zusätzliche personelle Kapazitäten in den Bereichen Logistik, Verkauf, Zustellung und Service aufgebaut. Ein Teil der Kostenstruktur war damit bereits im Geschäftsjahr 2025 auf die zukünftige Leistungsfähigkeit und ein höheres Geschäftsvolumen ausgerichtet. Die volle operative Nutzung dieser zusätzlichen Kapazitäten wurde erst mit dem weiteren Fortschritt der Transformation im Geschäftsjahr 2026 möglich.
Auch die bereits in den Vorjahren begonnenen Investitionen in die Standort- und Vertriebsstruktur wurden fortgeführt. Das Erdgeschoss des neuen Flagshipstores ist mittlerweile vollständig erschlossen. Die Gebäudestruktur wurde von Beginn an für eine weitergehende Nutzung konzipiert; zukünftig sind insbesondere die Erschließung einer zusätzlichen Verkaufsebene sowie die Schaffung weiterer Büroflächen vorgesehen. Das wirtschaftliche Potenzial der bereits geschaffenen Infrastruktur kann damit in den kommenden Jahren weiter erschlossen werden.
Insgesamt war das Geschäftsjahr 2025 sowohl von einem rückläufigen Marktumfeld als auch von wesentlichen strukturellen Veränderungen innerhalb der Gesellschaft geprägt. Die operative Entwicklung wurde durch diese Rahmenbedingungen entsprechend beeinflusst. Gleichzeitig wurden mit der Zentralisierung der Logistik, dem weiteren Ausbau der Serviceorganisation und den Investitionen in die Standortstruktur wesentliche Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Unternehmens geschaffen.
2. Geschäftsergebnis
Der Jahresüberschuss belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 300.436,82 EUR nach 348.271,58 EUR im Vorjahr und konnte damit trotz des geringeren Geschäftsvolumens nahezu auf Vorjahresniveau gehalten werden. Das Ergebnis vor Steuern blieb ebenfalls konstant und sank geringfügig von 435 TEUR auf 396 TEUR.
Im Geschäftsjahr 2024 wurde das Ergebnis aus Vorsichtsgründen durch die Bildung von Risikovorsorgen um insgesamt rund 1,07 Mio. EUR reduziert. Hintergrund waren die damals bestehenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung mit Dyson sowie einer möglichen Rückzahlung staatlicher Umsatzersatzleistungen. Nachdem sich diese Risiken im Geschäftsjahr 2025 günstiger entwickelten als ursprünglich angenommen, konnten Teile der im Vorjahr gebildeten Rückstellungen wieder aufgelöst werden.
Hinsichtlich der Auseinandersetzung mit Dyson konnte im Geschäftsjahr 2025 eine Einigung erzielt werden, deren finanzielle Belastung deutlich unter dem ursprünglich angenommenen Niveau lag. Nach Abschluss der Einigung wurden die Geschäftsbeziehungen mit Dyson zudem schrittweise wieder aufgenommen. Auch das potenzielle Risiko aus einer Rückzahlung staatlicher Umsatzersatzleistungen aus der Lockdown-Phase konnte auf Basis des aktuellen Kenntnisstandes wesentlich reduziert werden. Das betreffende Verfahren war zum Zeitpunkt der Berichterstellung jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen. Die im Vorjahr vorsorglich gebildeten Rückstellungen konnten daher teilweise aufgelöst werden.
Die bilanzielle und finanzielle Basis der Gesellschaft entwickelte sich im Geschäftsjahr 2025 weiterhin positiv. Das Eigenkapital erhöhte sich zum 31. Dezember 2025 auf rund 7,48 Mio. EUR nach 7,18 Mio. EUR im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich damit von rund 22,7 % auf 24,3 %. Gleichzeitig reduzierten sich die ausgewiesenen Verbindlichkeiten von rund 18,80 Mio. EUR auf 17,85 Mio. EUR. Auch der Zinsaufwand ging von rund 320 TEUR im Vorjahr auf rund 251 TEUR zurück. Damit wurde die finanzielle Basis der Gesellschaft trotz des anspruchsvollen Marktumfelds und der umfangreichen Transformationsmaßnahmen weiter gestärkt.
3. Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft führt keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten durch.
4. Vorschau
Im laufenden Geschäftsjahr 2026 wurde die Zusammenführung der bisherigen Lagerstandorte in das neue Zentrallager abgeschlossen. Die sechs bisherigen Standorte wurden geschlossen und die entsprechenden Mietverhältnisse beendet. Da diese Maßnahmen teilweise erst im Laufe des ersten Halbjahres 2026 abgeschlossen wurden, stellte sich die vollständige Kosten- und Effizienzwirkung der Zentralisierung erst im weiteren Verlauf des laufenden Geschäftsjahres ein.
Mit dem Abschluss der Zentralisierung und der zunehmenden Stabilisierung der neuen Logistikstruktur zeigen sich die mit der Transformation angestrebten operativen Verbesserungen. Die deutlich erhöhte Wareneingangskapazität ermöglicht eine raschere Ubernahme verfügbarer Waren und verbessert damit die Lieferfähigkeit
gegenüber den Kunden. Gleichzeitig können die Warenbestände zentral gesteuert und interne Umlagerungsprozesse deutlich reduziert werden.
Auch in der Bestandsbewirtschaftung zeigt sich eine positive Entwicklung. Nach internen Auswertungen liegt ein auf vergleichbarer Basis ermittelter Warenwert zum 29. September 2026 trotz des deutlich höheren Geschäftsvolumens um rund 15 % unter dem Niveau zum Jahresende 2025. Diese Entwicklung deutet auf einen verbesserten Warenumschlag und eine Verringerung der im Vorratsvermögen gebundenen Mittel hin. Auch die Vertriebs- und Serviceorganisation profitiert von der neuen Struktur. Die Filialen können unmittelbar auf die Warenverfügbarkeit des Zentrallagers zurückgreifen, während die eigene Zustellorganisation durch die zentrale Lage und die verbesserte Verkehrsanbindung effizienter eingesetzt werden kann. Damit schafft die neue Logistikstruktur zugleich wesentliche operative Voraussetzungen für den weiteren Ausbau von Zustell-, Montage- und Premium-Services.
Die Umsatzentwicklung im laufenden Geschäftsjahr ist deutlich positiv. Zum 29. September 2026 liegen die Umsatzerlöse rund 25 % über dem entsprechenden Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch unter Berücksichtigung der vergleichsweise schwächeren Vorjahresbasis zeigt diese Entwicklung eine deutlich verbesserte Geschäftsdynamik. Aus Sicht der Geschäftsleitung bestätigt die bisherige Entwicklung die eingeschlagene strategische Ausrichtung.
Parallel dazu werden die Investitionen in die bestehende Vertriebsinfrastruktur fortgeführt. Beim Flagshipstore ist das Erdgeschoss mittlerweile vollständig erschlossen. Perspektivisch sind zusätzliche Verkaufsflächen im ersten Obergeschoss sowie weitere Büroflächen vorgesehen. Die bestehende Gebäudestruktur wurde von Beginn an auf diese zukünftige Nutzung ausgelegt. Der weitere Ausbau ermöglicht damit eine zunehmend bessere Nutzung der bereits geschaffenen Infrastruktur.
Auf Basis der bisherigen Entwicklung beurteilt die Geschäftsleitung die operative Ausgangslage für 2026 deutlich positiver als im Geschäftsjahr 2025. Insbesondere das Umsatzwachstum sowie die Verbesserungen bei Warenverfügbarkeit, Logistikprozessen und Bestandsbewirtschaftung zeigen, dass die im Zuge der Transformation geschaffenen Kapazitäten zunehmend genutzt werden können.
Gleichzeitig wurden wesentliche Transformationsmaßnahmen erst im Laufe des Geschäftsjahres 2026 abgeschlossen und weitere Investitionen befinden sich noch in Umsetzung. Die Kosten- und Ergebnisentwicklung kann daher auch im laufenden Geschäftsjahr noch durch Ubergangs-, Aufbau- und Investitionseffekte beeinflusst werden. Insgesamt wird gegenüber 2025 eine deutliche Verbesserung der operativen Entwicklung erwartet. Mit zunehmender Nutzung der neu geschaffenen Strukturen sollen sich die daraus resultierenden Effizienzvorteile künftig verstärkt in der Kostenund Ertragsentwicklung widerspiegeln.
5. Risiken
Die Elektro-Shop Köck GmbH ist weiterhin Risiken ausgesetzt, die sich insbesondere aus dem intensiven Wettbewerbsumfeld, der allgemeinen Konsumentwicklung sowie aus der Entwicklung der Personal- und Sachkosten ergeben. Der Elektro- und Elektronikhandel ist durch hohe Preistransparenz, eine hohe Aktions- und Rabattintensität sowie einen intensiven Wettbewerb zwischen stationären und online tätigen Anbietern geprägt. Diese Faktoren können auch zukünftig zu Margendruck und kurzfristigen Nachfrageverschiebungen führen.
Die im Zuge der Transformation geschaffenen zusätzlichen Kapazitäten erhöhen die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells. Die wirtschaftliche Nutzung dieser Kapazitäten wird wesentlich von der weiteren Entwicklung des Geschäftsvolumens abhängen. Die bisherige Entwicklung im Geschäftsjahr 2026 zeigt diesbezüglich eine positive Geschäftsdynamik.
Weitere Investitionen in den Ausbau des Flagshipstores sowie laufende Anpassungen der Organisation können die kurzfristige Ergebnisentwicklung beeinflussen, schaffen zugleich jedoch zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten für die bestehende Vertriebsund Serviceinfrastruktur.
Die im Vorjahr besonders relevanten rechtlichen Risiken haben sich im Geschäftsjahr 2025 wesentlich reduziert. Die Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Geschäftspartner Dyson konnte auf einem deutlich niedrigeren Belastungsniveau als ursprünglich angenommen beigelegt werden. Hinsichtlich möglicher Rückzahlungen staatlicher Umsatzersatzleistungen besteht weiterhin ein Restrisiko, dessen erwartete Höhe gegenüber dem Vorjahr jedoch erheblich reduziert werden konnte.
Die Geschäftsleitung begegnet den bestehenden Risiken durch laufendes Controlling, Ergebnis- und Liquiditätsplanung, eine vorsichtige Bilanzierungspolitik, eine diversifizierte Lieferantenstruktur sowie die kontinuierliche Optimierung der operativen Prozesse. Aus heutiger Sicht sind keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar.
6. Zweigniederlassungen und Standorte
Die Gesellschaft hat keine eingetragenen Zweigniederlassungen, betreibt jedoch folgende Standorte:
• Flagshipstore, Groß-Enzersdorfer Straße 71, 1220 Wien • Filiale Wien 14, Linzer Straße 60–62, 1140 Wien • Zentrallager, Breitenleerstraße 100/1/A, 1220 Wien
Wien, am 6.10.2026
Karl Köck