Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
1.1. Geschäftsverlauf
Die ZIB Training GmbH – kurz ZIB – hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten als eines der führenden privaten Aus- und Weiterbildungsunternehmen für Jugendliche und Erwachsene positioniert. Das Unternehmen ist überwiegend für öffentliche Auftraggeber tätig und agiert schwerpunktmäßig in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland. Zu den Hauptauftraggebern zählen das Arbeitsmarktservice (AMS) in den von ZIB betreuten Bundesländern, der Osterreichische Integrationsfonds (OIF), die Osterreichische Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD), das Land Niederösterreich, das Land Burgenland sowie die Stadt Wien.
Die Entwicklung im Geschäftsjahr 2025 verlief äußerst erfolgreich. Das bestehende Auftragsniveau konnte weiter ausgebaut werden, wodurch erstmals die Grenze von EUR 40 Mio. beim gesamten Auftragsvolumen überschritten wurde.
Der vorliegende Lagebericht bietet einen Uberblick über den Geschäftsverlauf von ZIB sowie über die wesentlichen Entwicklungen am österreichischen Arbeitsmarkt und im privaten Bildungs- und Schulungsbereich. Da das Unternehmen überwiegend für öffentliche Auftraggeber tätig ist, sind insbesondere Veränderungen in der arbeitsmarktpolitischen Schulungslandschaft für arbeitslose Personen von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus werden jene gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen dargestellt, welche die Geschäftstätigkeit des Unternehmens in der Vergangenheit beeinflusst haben und auch künftig beeinflussen werden.
Zu Beginn wird auf die vom Arbeitsmarktservice (AMS) veröffentlichten Kennzahlen zur Arbeitsmarktlage im Jahr 2025 eingegangen.
Im Jahresdurchschnitt waren im Jahr 2025 insgesamt 394.036 Personen arbeitslos gemeldet bzw. befanden sich in Schulungsmaßnahmen des AMS. Dies entspricht einem Anstieg von 5,5 % gegenüber dem Vorjahr.
Die durchschnittliche Anzahl der Personen in Schulungsmaßnahmen belief sich österreichweit auf 76.496. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 1,3 %.
Insgesamt entfielen von den Schulungsteilnehmer_innen 40.024 auf weibliche Schulungsteilnehmerinnen. Damit wurde gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 3,1% verzeichnet, womit ihr Anteil bei rund 52 % lag. Die Zahl der männlichen Schulungsteilnehmer sowie der Schulungsteilnehmer_innen mit alternierender Geschlechtsidentität belief sich auf 36.472 und lag damit um 0,7 % unter dem Vorjahreswert.
Im regionalen Vergleich zeigten sich im Jahr 2025 in jenen Bundesländern, in denen ZIB tätig
| ist, | unterschiedliche | durchschnittliche | Teilnehmer_innenzahlen | in | AMS- | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schulungsmaßnahmen. | Burgenland Im | wurden | durchschnittlich | ||||
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1.851 Schulungsteilnehmer_innen verzeichnet, in Niederösterreich 9.848 sowie in Wien 35.641 Schulungsteilnehmer_innen.
Auch die Altersstruktur der Schulungsteilnehmer_innen unterschied sich nach Altersgruppen. Insgesamt waren 29.854 Schulungsteilnehmer_innen unter 25 Jahre alt. Dies bedeutete einen Zuwachs von 4,6% gegenüber dem Vorjahr. Die größte Gruppe bildeten mit 39.192 Schulungsteilnehmer_innen Personen im Haupterwerbsalter zwischen 25 und 49 Jahren, wobei hier ein leichter Rückgang von 1% festgestellt wurde. Die Zahl der Schulungsteilnehmer_innen im Alter von 50 Jahren und darüber belief sich auf 7.450 und erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr moderat um 0,9 %.
Hinsichtlich des Ausbildungsniveaus zeigt sich, dass der überwiegende Teil der Schulungsteilnehmer_innen maximal über einen Pflichtschulabschluss verfügte. Diese Gruppe umfasste im Jahr 2025 insgesamt 43.674 Personen und verzeichnete damit einen Anstieg von 0,6 % gegenüber dem Vorjahr.
Um einen Gesamteindruck der allgemeinen Arbeitsmarktsituation zu vermitteln, wird nachfolgend kurz auf die Entwicklung der Registerarbeitslosenquote eingegangen. Diese zeigte in Osterreich in den vergangenen Jahren deutliche Schwankungen. Während die Quote im Jahr 2010 rund 6,9 % und im Jahr 2015 rund 9,1 % betrug, lag sie vor der COVID-19- Pandemie im Jahr 2019 bei 7,4 %. Im Jahr 2025 belief sich die durchschnitliche Registerarbeitslosenquote auf 7,3 %. Trotz der verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung infolge der längsten Rezession der Zweiten Republik kann die Arbeitsmarktsituation damit weiterhin als stabil bewertet werden.
Im Jahr 2025 stieg die Inflationsrate in Österreich laut Statistik Austria wieder auf durchschnittlich 3,6% an, nachdem sie im Jahr 2024 noch bei 2,9% gelegen war. Verantwortlich dafür waren insbesondere erneut steigende Energiepreise infolge des Auslaufens staatlicher Entlastungsmaßnahmen sowie anhaltend hohe Preissteigerungen im Dienstleistungssektor. Trotz des neuerlichen Anstiegs lag die Inflation jedoch weiterhin deutlich unter den außergewöhnlich hohen Teuerungsraten der Jahre 2022 und 2023.
Im Bereich der laufenden Betriebskosten zeigte sich bei ZIB im Vergleich zu den Vorjahren bereits eine schrittweise Stabilisierung, insbesondere aufgrund der von ZIB gesetzten Maßnahmen zur Kostenoptimierung. Durch die Weiterführung des Arbeitsmodells „Desk Sharing“ konnte trotz steigender Mitarbeiter_innenzahlen auf zusätzliche Büroflächen im Organisationsbereich weitgehend verzichtet werden. Zusätzlich wirkten sich bereits im Vorjahr neu verhandelte Rahmenvereinbarungen mit Geschäftspartner_innen – insbesondere Preisdeckelungen, Fixpreisvereinbarungen sowie das teilweise Aussetzen von Indexanpassungen – stabilisierend auf die Betriebsausgaben aus.
Die Personalkosten bei ZIB entwickelten sich im Jahr 2025 weiterhin steigend. Vor allem die durchschnitlichen Personalaufwendungen pro Kopf erhöhten sich deutlich. Besonders die in den Wintermonaten stark angestiegenen krankheitsbedingten Abwesenheiten wirkten sich spürbar auf die Personalaufwendungen aus. Zusätzlich führten die kollektivvertraglichen Anpassungen im BABE-Kollektivvertrag zu weiteren Kostensteigerungen. Nach den außergewöhnlich hohen Anpassungen der Jahre 2023 um 9,6 % und 2024 um 7,7 % erfolgte
im Jahr 2025 eine weitere Erhöhung der kollektivvertraglichen Entgelte um 3,1 %. Vor der COVID-19-Pandemie lagen die jährlichen Anpassungen überwiegend im Bereich von rund 1 % bis 2 %, vereinzelt bis 3 %.
Zur langfristigen Sicherung qualifizierter Mitarbeiter_innen setzte ZIB auch im Jahr 2025 weiterhin verstärkt auf Maßnahmen zur Mitarbeiter_innenbindung und Personalgewinnung. Dazu zählten interne Weiterbildungsangebote, strukturierte Onboarding-Prozesse sowie zusätzliche freiwillige Sozialleistungen und Maßnahmen zur Teamentwicklung.
Das Jahr 2025 war zusätzlich von wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit geprägt. Insbesondere die erst am 3. März 2025 abgeschlossene Regierungsbildung erschwerte über weite Teile des Jahres die Planbarkeit zukünftiger arbeitsmarktpolitischer Entwicklungen und öffentlicher Ausschreibungen erheblich. Mit dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung gingen darüber hinaus Anpassungen der budgetären Rahmenbedingungen sowie neue arbeitsmarktpolitische Richtlinien und Maßnahmenpakete im Laufe des Jahres einher, wodurch sich auch die organisatorischen und inhaltlichen Anforderungen innerhalb der privaten Bildungs- und Schulungslandschaft veränderten und sich die Rahmenbedingungen bei Auftragsvergaben verschärften.
Die Auftragslage im Geschäftsjahr 2025 war für ZIB aufgrund der langen unklaren Budgetsituation öffentlicher Auftraggeber nur schwer einschätzbar. Bis in den Sommer 2025 bestand weiterhin Unsicherheit, da Entscheidungen über Wiederbeauftragungen und neue Ausschreibungen teilweise erst ab Sommer 2025 getroffen werden konnten. In der privaten Bildungs- und Schulungsbranche führte dies vermehrt zu personellen Einschnitten, Kündigungen sowie wirtschaftlichen Unsicherheiten. Trotz der angespannten Markt- und Ausschreibungssituation sowie zahlreicher Neuausschreibungen großvolumiger Projekte, insbesondere im Bereich Deutsch, gelang es ZIB, wesentliche budgetäre Einschnitte erfolgreich abzufedern und die Wettbewerbsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis zu stellen. Im Rahmen der Vergabeverfahren konnte ZIB erneut zahlreiche bedeutende Zuschläge für Schulungs-, Qualifizierungs- und Beratungsmaßnahmen sichern, bestehende Projekte erfolgreich fortführen sowie neue Auftraggeber gewinnen.
Nachfolgend werden die zentralen Schulungsmaßnahmen und Beratungstätigkeiten des Geschäftsjahres 2025 dargestellt.
Im Bereich OST wurden neben den bereits etablierten und jahresübergreifenden Projekten „Bildungscampus“, „Johnnies Pfotenwelt GmbH" sowie „Jugendcollege – Wien #basic Ost“ auch die beiden großen Deutschmaßnahmen „Deutsch MS LAP - Deutsch für Personen mit abgeschlossener mittlerer Schule oder LAP" und „Deutsch PS Ost - Deutsch für Personen mit maximal Pflichtschulabschluss" nach einer anfänglich angespannten Ausschreibungssituation erneut erfolgreich gewonnen.
Zusätzlich erhielt ZIB erneut den Zuschlag des OIF und führt weiterhin unterschiedliche Deutschkurse im Auftrag des ÖIF – Osterreichischer Integrationsfonds - durch.
Mit der Osterreichischen Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD) konnte darüber hinaus ein neuer Auftraggeber gewonnen werden. Hierbei handelt es sich um die
Durchführung der „Deutschkurse für den Vorstudienlehrgang der Wiener Universitäten" für Studierende aus dem Ausland.
Auch im Bereich Niederösterreich konnten mehrere langjährig erfolgreiche Projekte fortgeführt werden. Dazu zählen insbesondere die sehr erfolgreichen „JBZ 2.0" in Krems, St. Pölten und Wiener Neustadt, „FiT NO - Frauen in Handwerk und Technik" sowie das Beratungsprojekt „PQ – Punktgenaue Qualifizierung".
Darüber hinaus wurden zahlreiche weitere Schulungs-, Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen unternehmensweit umgesetzt. Dazu zählen unter anderem „BBE – Woman and Empowerment", „Deutsch4Job Pflege/Soziales und Tourismus/Gastronomie", „Wiedereinstieg mit Zukunft", „Modulare Deutschlerncenter" sowie „Job Navi - Ausbildungswege für junge Mütter".
Das Geschäftsjahr 2025 war insbesondere zu Jahresbeginn von einem Informationsstillstand hinsichtlich der weiteren Auftragsvergabe und somit von einer hohen Auftragserteilungs- und Planungsunsicherheit geprägt. Dennoch gelang es ZIB, durch die getroffenen Vorkehrungen flexibel auf die Anforderungen der Branche zu reagieren, eine weitere stabile Ertragslage sicherzustellen und das Geschäftsjahr 2025 außerordentlich erfolgreich sowie als eines der besten Geschäftsjahre der__ Unternehmensgeschichte abzuschließen.
1.2. Geschäftsergebnis, Vermögens- Finanz- und Ertragslage (inkl. Kennzahlen)
Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 2025 bei einer Betriebsleistung von TEUR 41.033 (Vorjahr TEUR 37.206, d.s. +10,29%) einen Jahresüberschuss von TEUR 3.174 (Vorjahr TEUR 2.056 d.s. +54,37%).
Die Gesamtkapitalrentabilität (ROI) beträgt 26,14% (Vorjahr 16,4%). Diese Kennzahl beschreibt das Verhältnis zwischen Betriebsergebnis und Gesamtvermögen.
Die Eigenmittelquote gemäß Unternehmensreorganisationsgesetz (URG) beträgt zum 31.12.2025 20,06 % (Vorjahr 14,44 %).
Die Schuldentilgungsdauer gemäß URG beträgt zum 31.12.2025 weniger als ein Jahr.
Die Working Capital Ratio 1, welche das Verhältnis von Umlaufvermögen zu kurzfristigem Fremdkapital beschreibt, beträgt zum 31.12.2025 122,9 % (Vorjahr 112,2 %).
Der Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit belief sich auf TEUR 2.559 (Vorjahr TEUR 3.531). Nach Berücksichtigung des Nettogeldflusses aus der Investitionstätigkeit iHv TEUR -279 (Vorjahr TEUR -375) und jenem aus der Finanzierungstätigkeit iHv TEUR - 2.085 (Vorjahr TEUR -1.250) errechnet sich die Veränderung des Finanzmittelbestandes iHv TEUR 195.
1.3. Mitarbeiter_innen-Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2025 waren durchschnittlich 431 Angestellte bei der ZIB Training GmbH beschäftigt (Vorjahr: 424). Die Ermittlung der Beschäftigtenzahl erfolgte auf Basis der jeweiligen Beschäftigungsquoten (Vollzeitäquivalente).
1.4. Zweigniederlassungen
Im Geschäftsjahr 2025 führte die ZIB Training GmbH Schulungs-, Qualifizierungs- und Beratungsmaßnahmen in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland durch. An rund 30 Standorten wurden unterschiedliche Projekte und Maßnahmen umgesetzt. Die Zentralen der jeweiligen Unternehmensbereiche befinden sich für den Bereich OST in Wien sowie für den Bereich Niederösterreich in St. Pölten.
Im Jahr 2025 wurde zudem der erste Teil des neuen Schulungsstandortes in der
Lemböckgasse, 1230 Wien, angemietet, welcher künftig einen der größten
Schulungsstandorte von ZIB in der Gudrunstraße, 1100 Wien, vollständig ersetzen wird.
1.5. Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag
Im Jahr 2025 sind bislang über den normalen Geschäftsverlauf hinaus keine relevanten Vorgänge eingetreten.
2. Voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Für das Geschäftsjahr 2026 geht ZIB auf Grundlage der erteilten Aufträge, bestehenden Vergabeverhältnisse sowie des aktuellen Auftragsvolumens von einer stabilen und weitgehend erfolgreichen Auslastungs- und Ertragssituation aus.
Die weitere Entwicklung ab dem Jahr 2027 ist derzeit hingegen nur eingeschränkt prognostizierbar, da insbesondere die mittel- und langfristigen Auswirkungen der neuen arbeitsmarktpolitischen Schwerpunktsetzungen, budgetären Rahmenbedingungen sowie regulatorischen Maßnahmen auf die private Bildungs- und Schulungslandschaft noch nicht abschließend beurteilbar sind.
2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Das größte Risiko für ZIB besteht weiterhin in den unsicheren Entwicklungen am nationalen Arbeitsmarkt sowie im zunehmenden Wettbewerbs- und Preisdruck innerhalb der privaten Bildungs- und Schulungslandschaft. Dieser Trend ist bereits seit mehreren Jahren erkennbar und hat sich zuletzt nochmals deutlich verschärft. Ausschlaggebend dafür sind insbesondere die sich verändernden arbeitsmarkt- und budgetpolitischen Rahmenbedingungen sowie die zunehmend angespannte Haushaltslage auf Bundes- und Landesebene.
Die Staatsverschuldung Osterreichs lag im Jahr 2025 bei rund EUR 418 Mrd. bzw. rund 81,5 % des BIP. Für das Jahr 2026 wird ein weiterer Anstieg auf rund 84 % bis 86 % des BIP erwartet. Gleichzeitig überschritt das Budgetdefizit weiterhin deutlich die Maastricht-Grenze von 3 % des BIP. Vor diesem Hintergrund verfolgt die amtierende Bundesregierung bis 2028 einen umfassenden budgetären Konsolidierungskurs mit dem Ziel, die öffentlichen Haushalte zu stabilisieren und das Defizit schrittweise zu reduzieren.
Auch die österreichische Wirtschaft blieb im Jahr 2025 von einer angespannten konjunkturellen Lage geprägt. Nach zwei Jahren der Rezession zeigten sich zwar erste
Anzeichen einer wirtschaftlichen Stabilisierung, das reale BIP-Wachstum fiel 2025 mit rund 0,6 % jedoch weiterhin sehr gering aus. Auch für das Jahr 2026 gehen die aktuellen Prognosen lediglich von einem moderaten realen BIP-Wachstum zwischen rund 0,9 % und 1,2 % aus.
Der Markt für arbeitsmarktpolitische Schulungs-, Qualifizierungs- und Beratungsmaßnahmen ist nach wie vor wesentlich von öffentlichen Mitteln abhängig und wird maßgeblich von den dargestellten wirtschaftlichen und budgetpolitischen Entwicklungen beeinflusst. Trotz nomineller Budgetsteigerungen für die Jahre 2026 und Folgejahre kam es real in nahezu allen Bereichen der Branche zu deutlichen indirekten Kürzungen der verfügbaren Fördermittel. Haupttreiber dafür waren insbesondere die massiv gestiegenen Personal- und Betriebskosten infolge der hohen Inflation der Vorjahre, deutliche kollektivvertragliche Anpassungen sowie der gleichzeitig anhaltend hohe arbeitsmarktpolitische Unterstützungsbedarf bei zunehmend verschärften Rahmenbedingungen. Infolgedessen verschlechterten sich innerhalb der privaten Bildungs- und Schulungsbranche sowohl die wirtschaftliche Lage vieler Bildungsträger als auch die allgemeine Branchenstimmung deutlich. Die negativen Prognosen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung öffentlicher Fördermittel führten zudem bei vielen Bildungsträgern zu wachsender Unsicherheit und zunehmender wirtschaftlicher Verunsicherung.
Zusätzlich wurden durch den öffentlichen Auftraggeber neue arbeitsmarktpolitische Schwerpunktsetzungen und Zielgruppenprogramme – insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Pflege, Integration und Langzeitarbeitslosigkeit – eingeführt. Dadurch verteilen sich die vorhandenen Budgetmittel für zukünftige Maßnahmen auf eine deutlich größere Anzahl an Maßnahmenbereichen. In der Folge können trotz vergleichbarer Gesamtbudgets insgesamt wesentlich weniger Projekte und Maßnahmen finanziert bzw. ausgeschrieben werden.
Die Arbeitsmarktdaten des Jahres 2026 verdeutlichen den unverändert hohen Bedarf an arbeitsmarktpolitischen Unterstützungsmaßnahmen. Ende April 2026 waren österreichweit rund 398.000 Personen arbeitslos oder in Schulungsmaßnahmen registriert; die Arbeitslosenquote lag mit rund 7,5 % weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Der Bedarf arbeitsmarktpolitischer Qualifizierungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote bleibt daher unverändert hoch.
Zukünftige Ausschreibungen werden noch stärker von Kosteneffizienz, wirtschaftlichen Preisund Leistungsstrukturen sowie hohen Vermittlungs- und Integrationserfolgen geprägt sein. Bereits im Jahr 2025 zeigte sich deutlich, dass sich die Anforderungen und Rahmenbedingungen bei der Vergabe arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen erheblich verschärft haben und zukünftig noch mehr verschärfen werden. Neben der qualitativen Durchführung von Maßnahmen entwickeln sich wirtschaftliche Kriterien sowie nachweisbare arbeitsmarktpolitische Erfolge zunehmend zu den zentralen Kriterien bei Vergabeentscheidungen. Dadurch verschärft sich der Preis- und Wettbewerbsdruck innerhalb der privaten Bildungs- und Schulungsbranche weiter erheblich und führt zu einem zunehmend herausfordernden Marktumfeld.
ZIB wird die weiteren wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Entwicklungen sowie die damit verbundenen Veränderungen der Markt- und Vergabebedingungen weiterhin laufend beobachten, analysieren und strategisch bewerten. Durch eine flexible und vorausschauende Vorgehensweise verfolgt ZIB das Ziel, das bestehende Auftragsvolumen stabil zu halten.
Unverändert besteht weiterhin das Risiko von Liquiditätsengpässen infolge verlängerter Zahlungsfristen öffentlicher Auftraggeber. Insbesondere Projekte mit Förderung durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) erfordern bereits im Rahmen der Ausschreibungsteilnahmeeine vorausschauende Liquiditäts- und Cashflow-Planung, da diese Maßnahmen häufig vorfinanziert werden müssen. Dabei handelt es sich jedoch ausschließlich um ein Finanzierungs- bzw. Liquiditätsrisiko und nicht um ein Ausfallrisiko.
Aktuell liegt keine externe Finanzierung vor. Sollte in Zukunft Fremdkapital aufgenommen werden, ist aufgrund des aktuellen Marktumfelds mit höheren Finanzierungskosten zu rechnen.
Finanzinstrumente sind für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht wesentlich.
Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nicht.
3. Forschung und Entwicklung
ZIB betreibt keine Forschung und Entwicklung im klassischen Sinne. Innovations- und Entwicklungsprozesse erfolgen vielmehr im Rahmen laufender Marktbeobachtungen, Bedarfsanalysen sowie der kontinuierlichen Evaluierung arbeitsmarktpolitischer Anforderungen. Neue methodische Ansätze und identifizierte Schulungserfordernisse werden im Zuge bestehender Projekte oder im Rahmen eigenständiger Pilotmaßnahmen erprobt und bei positiver Evaluierung schrittweise in den regulären Schulungsbetrieb integriert.
Krems, am 18.06.2026
Monika Forsthuber MBA Geschäftsführerin
Mag. Andrea-Stecher MBA Geschäftsführerin
Die angeführten unternehmensexternen Daten stützen sich unter anderem auf Angaben, Statistiken und Pressemeldungen des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS), des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET), der Bundesanstalt Statistik Osterreich (Statistik Austria), des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) sowie des österreichischen Parlaments.