Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Das Geschäftsjahr 2024/2025 war eines der schwierigsten in der Firmengeschichte der ALPEN-MAYKESTAG GmbH. Neben einer schwachen konjunkturellen Lage wurde das Wirtschaftsjahr von zwei Einbrüche im Werk Ferlach und dem Zentrallager Puch geprägt.
Der Umsatz der ALPEN-MAYKESTAG GmbH, schrumpfte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/2025 im Vergleich zum VJ um -4,2% auf T€ 52.021.
Bei der Umsatzverteilung hat sich, im Vergleich zum vorhergegangenen Geschäftsjahr, keine wesentlichen Veränderungen gegeben.
58,16% (VJ 56,78%) des Umsatzes wurde mit der Marke ALPEN erzielt, 40,42% (VJ 42,07%) mit der Marke MAYKESTAG und 1,43% steuerten die Handelsvertretungen bei.
Der Vertrieb AT schloss mit einem Minus von -5,5% im Vergleich zum Vorjahr ab.
Die Sparte Vertrieb Industrie verlor im Vergleich zum Vorjahr -11,6%, was hauptsächlich aus dem Zerspanungscluster Oberösterreich getrieben ist. Der Vertrieb Handel konnte trotz der konjunkturellen Schwäche, den Umsatz, nahezu auf dem Niveau 23/24 mit einem leichten Rückgang von -0,4%, halten.
Der Bereich Export verzeichnet ein Umsatzminus von -7,8% im Vergleich zum WJ2023/2024.
Die prozentual größten Rückgänge sind in den Ländern Ecuador -74,2%, Argentinien -73,6% und Paraguay -51,4% zu verzeichnen.
Der Rückgang in Argentinien ist vom strikten Devisenhandel getrieben. Paraguay und Ecuador sind extremen wirtschaftlichen Problemen ausgesetzt.
Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage konnte in einigen Ländern der Umsatz ausgebaut werden. Peru verzeichnet eine Steigerung von +35,4%; Dänemark +19,5%. Von einer hohen Umsatzbasis ausgehend konnte der Umsatz in Großbritannien um 8,6% und in Frankreich um 6,6% gesteigert werden.
Auf niedrigerem Umsatzniveau konnten sehr hohe Wachstumsraten in Saudi-Arabien +285,4%, Montenegro +125,7%, Liechtenstein +82,7% und Süd-Korea +40,6% erzielt werden.
Aufgrund des Eingangs genannten Einbrüchen lag der Fokus auf der Lieferfähigkeit der Produkte. Der entstandene Sach- und Betriebsunterbrechungsschaden sind durch eine Versicherung gedeckt. Die finale Schadensabwicklung ist noch nicht erfolgt.
5-Jahresstrategie
Die 5-Jahresstrategie wurde im November 2024 besprochen und im Inhalt verabschiedet. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation wurden die investitionsrelevanten Themen auf das Wirtschaftsjahr 2025/2026 verschoben. Vertriebsrelevante Projekte wurden im Q2/2025 angestoßen.
Kriege – Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung
Die negativen Auswirkungen der Kriegsgebiete wurden Großteils im Wirtschaftsjahr 2023/2024 verarbeitet. Die anhaltenden Unruhen haben zu einem weiteren Umsatzverlust von rund -430TEUR in 2024/2025 im Vergleich zu 2023/2024 geführt.
Wirtschaftlicher Ausblick
Das Wirtschaftsjahr 2025/2026 wurde aufgrund der Maßnahmen rund um die 3- Jahresstrategie und der aufhellenden Stimmung in den Kernmärkten Österreich und Deutschland mit einem Wachstum geplant.
Beschaffungsbereich
In der Rohmaterialbeschaffung gab es im Wirtschaftsjahr 2024/2025 keine nennenswerten Veränderungen.
Aufgrund der wirtschaftlichen Spannungen China und USA kommt es zu einer künstlichen Verknappung vom Legierungselement Wolfram. Was zu einem Preisanstieg führt, der wiederum Auswirkung auf Hartmetall und Schnellarbeitsstähle hat. Aus diesem Grund besteht ein Risiko von nicht kalkulierten Preissteigerungen.
Der Energiepreis ist bis 2027 abgesichert, somit sind aus diesem Bereich keine negative Auswirkung möglich.
Betriebsstätten
Die Gesellschaft hat Betriebsstätten in Puch / Salzburg, St. Gallen / Steiermark und Ferlach / Kärnten.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Die Betriebsleistung verringert sich um 6,44 % auf T€ 51.857 gegenüber dem Vorjahr (T€ 55.429).
Der Materialaufwand ist - im Verhältnis zur Betriebsleistung - gegenüber dem Vorjahr von 42,67 % auf 41,16 % gesunken.
Dies maßgeblich durch Kosteneinsparungspotentiale und geringere Stromkosten.
Der Personalaufwand ist maßgeblich durch geringere Zuführung zu den Personalrückstellung und die zeitweise Umstellung auf eine 4-Tage-Woche in der Produktion um T€ 892 gegenüber dem VJ gesunken.
Es konnte ein Betriebserfolg in Höhe von T€ 664 (VJ T€ 1.188) erzielt werden.
Das Ergebnis vor Steuern beträgt € 184 (VJ T€ 857).
Das Eigenkapital verringerte sich auf T€ 24.743 (VJ T€ 25.134), die Eigenkapitalquote beträgt 54,25% (VJ 52,83%).
Die gesamten Vorräte erhöhten sich um T€ 435 auf T€ 23.420 – maßgeblich durch die Erhöhung an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind von T€ 12.008 auf T€ 12.583 gestiegen.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind von T€ 5.813 auf T€ 5.725 gesunken.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind von T€ 1.595 auf T€ 1.437 gesunken.
| Operativer Cashflow: (Ergebnis nach Steuern+AfA+/-Veränd. | 2024/25 | VJ |
|---|---|---|
| Langfr. RST) | T€ 2.542 | T€ 4.636 |
| Umsatzrentabilität (Ergebnis vor Steuern/Umsatz): | 0,00% | 1,58% |
| Eigenkapitalrentabilität (Ergebnis vor Steuern/durchschn EK) | 0,00% | 3,50% |
| Gesamtkapitalrentabilität (Ergebnis vor Steuern/durchschn.GK) | 0,00% | 1,82% |
| Nettoverschuldungsgrad (Nettoverschuldung/Eigenkapital) | 86,76% | 78,27% |
| Working Capital (Umlaufvermögen-langfr. UV-kurzfr.FK) | T€ 21.467 | T€ 19.671 |
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Umwelt- und Arbeitnehmerbelange
Am Standort St. Gallen wurde neben vielen kleineren Themen in eine neue effizientere Absauganlage in der Produktion investiert. Der Stromverbrauch konnte dadurch um 86% reduziert werden. Gleichzeitig konnten die Heizkosten durch die Rückführung der Abluft, eingespart werden.
Die Umsetzung der LED-Beleuchtung am Standort Puch wurde um ein Jahr zurückgestellt. Es wurde laufend an Verbesserungen im Bereich Arbeitssicherheit gearbeitet.
Der Standort Ferlach hat sich im Wirtschaftsjahr 2024/25 auf die Erneuerung des Abfallwirtschaftsplatzes fokussiert. Der Außenplatz wurde erneuert und neu organisiert. Somit konnte ein weiterer wichtiger Schritt im Bereich Umweltmaßnahmen gesetzt werden.
Aufgrund der Einbrüche wurde im Wirtschaftsjahr 2024/2025 in die Gebäudesicherheit an allen drei Standorten investiert.
Für 2025/2026 ist die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen aus dem Risk Survey geplant.
2. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
Der Fokus für das Geschäftsjahr 2025/2026 liegt auf dem Umsatz- und Mengenwachstum, um das Unternehmen wieder in eine gewohnte Gewinn-Situation zu bringen.
Strategische Investitionen zur Weiterentwicklung des Unternehmens:
Nach erfolgreicher Einführung eines EMS-Systems im Wirtschaftsjahr 2023/2024 wurde im September 2024 das Kick-off Meeting, für die Umstellung auf ein neues ERP- System, durchgeführt.
Weiters wurde mit der Erstellung einer neuen Homepage begonnen.
Investitionsprojekte
Für das Wirtschaftsjahr 2025/2026 sind Investitionen in den Produktionsstandorten auf Basis der 3 Jahresstrategie geplant. Der Fokus liegt auf weiteren Produktivitätssteigerungsmaßnahmen.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Die größte Ungewissheit und somit das größte Risiko ist nach wie vor die Unsicherheit in der wirtschaftlichen Entwicklung - getrieben von der Zollpolitik der USA.
Es ist nicht abzuschätzen welche Auswirkungen die Zölle sowie das kommunizierte ‚Verbrenner aus‘ im Jahr 2030 auf die Automobil- und Metallindustrie in den kommenden Monaten haben werden.
Die hohen Personal- und Energiekosten gepaart mit der rückläufigen Produktionsauslastung, sind nach wie vor ein Kostentreiber, der vermehrt zu Wettbewerbsnachteilen führt.
Finanzinstrumente, Risiken und Strategien
Finanzinstrumente Allgemein
Bei den Finanzinstrumenten handelt es sich im Wesentlichen um originäre Finanzinstrumente, wozu insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zählen.
Das mit den Finanzinstrumenten dieser Art verbundene Risiko ist gering, da besonderes Augenmerk auf das aktive Management der Finanzanlagen unter Berücksichtigung externer Faktoren gelegt wird.
Risiken im Zusammenhang mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Vermögensgegenstände werden im Jahresabschluss mit den Anschaffungskosten bewertet. Für alle erkennbaren Risiken werden entsprechende Wertberichtigungen gebildet.
Risiken im Zusammenhang mit Verbindlichkeiten
Grundsätzlich werden Verbindlichkeiten mit dem Nennwert bzw. mit dem höheren Rückzahlungsbetrag unter Berücksichtigung des Vorsichtsgrundsatzes angesetzt.
Ansonsten wurden im Geschäftsjahr keine Finanzinstrumente eingesetzt.
3. Forschung & Entwicklung
Es konnten sowohl für das Segment ALPEN wie auch MAYKESTAG neue Produkte am Markt eingeführt werden. Für ALPEN lag der Fokus auf Produkten im Segment Holz und bei MAYKESTAG wurde die Weiterentwicklung der erfolgreichen Speedcut 4.0 Linie auf den Markt gebracht. Alle neuen Produkte sind im Markt gut angelaufen.
4. Stammkapital und Gesellschafterstruktur
Das Stammkapital im Geschäftsjahr 2024/2025 ist unverändert zu 2023/24 und beträgt EUR 700.000.
Die Anteile teilen sich wie folgt auf:
| Reischl Privatstiftung | 99,01% | EUR 693.070 | |
|---|---|---|---|
| Hr. Ing. Mag. Max Rainer Reischl | 0,84% | EUR | 5.880 |
| Hr. Maximilian Reischl | 0,15% | EUR | 1.050 |
Ing. Mag. Claudia/Zoff
Geschäftsführerv Puch, 26.03.2026