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Lagebericht 2025

Abfallbehandlung Ahrental GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 16. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

AAG - Abfallbehandlung Ahrental GmbH (AAG) Lagebericht zum Jahresabschluss 2025

A – Wirtschaftliches Umfeld:

Seit Jänner 2011 werden alle andienungspflichtigen Siedlungsabfälle aus dem Einzugsbereich in der mechanischen Abfallsortieranlage – MA Ahrental verarbeitet. Die Siedlungsabfälle umfassen den Restmüll und den Sperrmüll aus den 103 angeschlossenen Gemeinden – Stadtgemeinde Innsbruck sowie 102 Gemeinden aus den Bezirken Innsbruck Land und Schwaz - und werden seitens der Gesellschafter Innsbrucker Kommunalbetriebe Aktiengesellschaft (IKB AG) und der Abfallwirtschaft Tirol Mitte GmbH (ATM) angeliefert.

Weiters werden Gewerbeabfälle durch Tochterfirmen der Gesellschafter – der Firma Mussmann GmbH und der ATM Umwelttechnik GmbH – angeliefert und in der mechanischen Abfallsortieranlage verarbeitet.

B - Geschäftsverlauf:

Die AAG ist mit der Betriebsführung der MA-Anlage und der Deponie Ahrental beauftragt. Die direkte Kundenbeziehung zu den Einlieferern erfolgt ebenso wie der Vertrieb und die Fakturierung ausschließlich durch die IKB AG und die ATM GmbH. Eine Ausnahme bildet hier lediglich das Vor-Ort-Inkasso von Barzahlungen im Auftrag von IKB AG und ATM GmbH.

Aus dem Entsorgungsbereich der IKB AG und ATM GmbH wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr rd. 80.000 Tonnen Abfälle der MA Ahrental zur Sortierung und Behandlung übergeben. Die Mengen sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Der größte Teil der sortierten Fraktionen wird einer thermischen Verwertung zugeführt.

Wertstoffe aus den angelieferten Siedlungsabfällen werden durch die AAG selbständig verwertet.

C - Ertragslage:

Die AAG verrechnet die Annahme des MA-Inputs zu einem zum Planungszeitpunkt festgelegten Entgelt an die IKB AG bzw. ATM GmbH. Da die MA Ahrental als öffentliche Behandlungsanlage gilt und daher andienungspflichtige Abfälle verarbeitet werden, erfolgte im Jahr 2025 die letzte amtliche Prüfung des Annahmetarifes gemäß Tiroler Abfallwirtschaftsgesetz (TAWG). Ein schriftlicher Bescheid für die Genehmigung des Tarifes für den Zeitraum 2025 – 31.12.2035 liegt seit Ende 2025 vor.

Die Verrechnung für die erbrachten Leistungen aus dem Deponiebetrieb erfolgt nach den tatsächlichen Kosten.

Im Geschäftsjahr 2025 konnte mit einem Ergebnis vor Steuem (EvSt) von 1.386,2 TEURO (Vorjahr 1.493,5 TEURO) ein positives EvSt erzielt werden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist im Vergleich zum Vorjahr um 132,9 TEURO auf 1.692,1 TEURO gesunken. Die Gesamtkapitalrentabilität sinkt von 16,1% im Vorjahr auf 15,2%.

Der Umsatz ist gegenüber dem Vorjahr um 2,8 TEURO auf 20,2 Mio. EURO leicht gesunken. Die Umsatzrentabilität liegt bei 8,4% (Vorjahr 9,0%).

Bei den in der Erfolgsrechnung ausgewiesenen Umsatzerlösen handelt es sich im Wesentlichen um die Verrechnung von erbrachten Leistungen der AAG an die Gesellschafter. In diesen verrechneten Leistungen sind die Verarbeitung der Abfälle in der MA Ahrental und die Betriebsführung der Deponie Ahrental enthalten.

In den Aufwendungen für bezogene Leistungen sind im Wesentlichen die Entsorgungskosten der in der MA erzeugten Outputfraktionen abgebildet.

Der Personalaufwand inklusive dem Personalgestellungsaufwand steht für durchschnittlich 31 Mitarbeiter – einen überlassenen IKB-Mitarbeiter und 30 AAG-Mitarbeiter.

Die AfA fällt im Wesentlichen für die Anlagen der mechanischen Abfallsortierung an.

Das negative Finanzergebnis beträgt 305,9 TEURO und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 25,6 TEURO verbessert.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Kennzahlen zur Ertragslage :20252024
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in TEURO1.6921.825
(EvSt + Finanzergebnis)
Umsatz in TEURO20.21320.216
Umsatzrentabilität8,4%9,0%
(Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) / Umsatzerlöse) _
Gesamtka pitalrentabilität (EBIT / durchschnittliches Gesamtkapital)15,2%16,1%

Beilage II

RECYCLING

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
JM
TAL
MKB

D – Investition und Finanzierung:

Das Volumen der getätigten Investitionen im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen hat im Geschäftsjahr 2025 1,9 Mio. EURO betragen. Im Jahr 2025 erfolgte für die mechanische Abfallsortieranlage die Anschaffung von zwei Zerkleinerungsmaschinen moderner Bauart. Insgesamt beträgt der Buchwert des Anlagevermögens zum 31.12.2025 9,0 Mio. EURO und beinhaltet zum größten Teil die mechanische Abfallsortieranlage. Die Anlagenintensität steigt auf 80,4% (Vorjahr 76,7%).

Die Bilanzsumme der AAG beträgt 11,2 Mio. EURO. Das Eigenkapital ist mit 1,5 Mio. EURO (Vorjahr 1,4 Mio. EURO) positiv. Im Jahr 2025 erfolgte eine Ausschüttung aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres in Höhe von 1,0 Mio. EURO. Die Eigenkapitalquote liegt bei 13,5% (Vorjahr 12,9%). Für das Geschäftsjahr 2025 und die folgenden Jahre werden weiterhin deutlich positive Cashflows erwartet. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass das Eigenkapital zukünftig weiter zunimmt.

Die Rückstellungen zum 31.12.2025 betragen 63,7 TEURO gegenüber 75,9 TEURO im Vorjahr. Davon entfallen 40,8 TEURO auf die Rückstellung für nicht konsumierte Urlaube und Zeitausgleich, 12,5 TEURO auf noch nicht ausbezahlte Prämien und 2,0 TEURO auf nicht verrechnete Beratungskosten. Die sonstigen Rückstellungen enthalten die noch nicht verrechneten Prüfungskosten für den Jahresabschluss.

Der Schuldenstand der Gesellschaft bei Bankinstituten zum 31.12.2025 beträgt 4,9 Mio. Euro gegenüber 5,8 Mio. Euro zum 31.12.2024, was einem Rückgang von 14,2 % entspricht. Für die Finanzierung der mechanischen Abfallsortieranlage wurden im Jahr 2011 langfristigen Darlehen bei Kreditinstituten aufgenommen. Diese werden bis ins Jahr 2031 laufend getilgt. Im Jahr 2021 erfolgte die vorzeitige Tilgung des variabel verzinsten Kredites in Höhe von 1,5 Mio. Euro.

Der Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit erzielte im Berichtsjahr einen Überschuss von 2,6 Mio. EUR (Vorjahr: 2,0 Mio. EUR). Der Cashflow aus Investitionstätigkeiten belief sich im Jahr 2025 auf -1,7 Mio. EUR (Vorjahr: -0,5 Mio. EUR). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten lag bei -1,5 Mio. EUR (Vorjahr: -1,5 Mio. EUR).

In Summe verminderte sich der kurzfristige Finanzmittelbestand zum Bilanzstichtag 31.12.2025 im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Mio. EUR.

Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Cash-Pool betragen zum Stichtag 973,4 TEUR und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Mio. EUR erhöht (Vorjahr: Forderungen von 595,8 TEUR).

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage : 20252024
Anlagenintensität80,4%76,7%
(Anlagevermögen / Gesamtvermögen)
Eigenkapital in TEURO1.5151.427
Eigenkapitalquote (Eigenkapital / Gesamtkapital)13,5%12.9%

Beilage II

RECYCLING

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
JM
TAL
TMKB

E – Risikobericht und Finanzinstrumente:

Die AAG ist vor allem betrieblichen Risiken ausgesetzt, welchem sie mit systematischen Schulungen der verantwortlichen Mitarbeiter, mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der eingesetzten Verfahren und Technologien sowie einer regelmäßigen Wartung der Anlagen begegnet. Darüber hinaus sind versicherbare Risiken (vor allem Brand) in einem wirtschaftlich sinnvollen Umfang durch entsprechende Versicherungsverträge abgedeckt.

Im Hinblick auf strategische Risiken erfolgt eine enge Abstimmung mit den Gesellschaftem, die am Markt präsent sind. Die daraus gewonnenen strategischen Vorgaben fließen in die operative Planung und Steuerung ein und werden regelmäßig überprüft.

Die IKB AG als Eigentümerin der Deponie Ahrental hat die AAG mit der Betriebsführung der Deponie beauftragt. Eine Anderung der langfristig ausgelegten Betriebsführungsvereinbarung ist nicht vorgesehen. Die für die Betriebsführung einer Mülldeponie von der Müllverordnung vorgeschriebenen gesetzlichen Anforderungen werden durch die AAG erfüllt.

Die AAG setzt Finanzanlagen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Guthaben bei Kreditinstituten, Finanzverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als originäre Finanzinstrumente ein. Es bestehen keine Fremdwährungsrisiken bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Zur Minimierung des Kreditrisikos ist ein straffes Forderungsmanagement im Auftragswege über die IKB AG eingerichtet.

Aus heutiger Sicht sind für die Zukunft keine Risiken zu erkennen, die eine bestandsgefährdende Auswirkung für die AAG haben könnten.

F – Nachhaltigkeit: Umwelt - Personal:

Aufgrund geänderter rechtlicher Rahmenbedingungen ist seit 1.1.2009 die Ablagerung von unbehandelten Abfällen auf Tiroler Deponien nicht mehr zulässig. Mit dem Ziel einer Neuorganisation der Abfallentsorgung wurde seitens AAG im Auftrag der IKB AG und ATM GmbH die mechanische Aufbereitungsanlage zur Gewinnung von heizwertreichen Fraktionen am Standort Ahrental errichtet und im Dezember 2010 in Betrieb genommen.

Die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bildet einen wesentlichen Erfolgsfaktor und stellt eine langfristige Investition in die Zukunft des Unternehmens dar.

Die AAG hat derzeit keine eigenen Mitarbeiter, die sich vorwiegend mit der Forschung und Entwicklung beschäftigen, jedoch arbeitet die AAG aktiv mit diversen Universitäten und Beratungsfimen an Verbesserungsmaßnahmen für eine höhere Wertschöpfung in der Aufbereitungsanlage.

Seit 04.12.2017 ist die AAG ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb Plus, der sich für eine saubere und gesunde Umwelt nachweislich engagiert.

Das Unternehmen betreibt keine weiteren Zweigstellen oder Niederlassungen.

Beilage II RECYCLING ZEN T R U M HRENTAL O ATM KB

G – Ausblick:

Es ist davon auszugehen, dass aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen weiterhin die Siedlungsabfälle aus dem Einzugsgebiet zur Verarbeitung in die MA Ahrental angeliefert werden.

Im Hinblick auf den geplanten Anlagenumbau ist vorgesehen, ab dem Jahr 2027 ofenfertiges Material zu produzieren. Hierfür werden im Jahr 2026 entsprechende Vorbereitungsarbeiten durchgeführt, die sowohl bauliche, technische als auch organisatorische Maßnahmen zur Sicherstellung eines reibungslosen Projektablaufs umfassen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Jahr 2026 auf der Optimierung der Verladegewichte. Zu diesem Zweck ist der Einsatz von Gyroshakern vorgesehen, die durch Verdichtung des Materials eine bessere Ausnutzung der Transportkapazitäten ermöglichen sollen.

Mit diesen vorbereitenden Maßnahmen wird die Betriebs- und Zukunftssicherheit der Anlage weiterhin gewährleistet.

Vill, am 27. Februar 2026

Geschäftsführer:

RECYCLINGZENTRUM AHRENTAL Abfallpehandlung Ahrental GmbH 6020 nnsbruck-y Ilhofw g Fax: +43 (0)512-502-7768 [email protected], www.zahrental.at

Ing. Otto Reichholf,B.Eng.

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