Inhaltsverzeichnis
HAINZL INDUSTRIESYSTEME GmbH
1) Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Allgemeines
Das Unternehmen ist in den Bereichen Fluid- & Prozesstechnik, Antriebs- & Automatisierungstechnik, Embedded Systems und Gebäude- & Elektrotechnik tätig. Die HAINZL INDUSTRIESYSTEME GmbH ist ein nach den ISO-Normen 9001 (Produktqualität, Kundenzufriedenheit und Qualitätsmanagement), 14001 (Umweltanforderungen und Umweltmanagement), 45001 (Arbeitssicherheit und Mitarbeitergesundheit) zertifiziertes Unternehmen.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in 2025 waren vor allem durch eine in Österreich wieder steigende Inflationsrate und weiterhin sinkende Zinsen geprägt. So betrug die Inflationsrate im Dezember 2025 in Österreich 3,8 % (VJ: 2,0 %) (VPI 2020 jeweils Vergleich mit Dezember des Vorjahres; Quelle: Statistik Austria). In anderen Staaten im EUR-Raum verändert sich die Inflationsrate von 2,4 % in 2024 auf 2,1 % in 2025. Als Maßnahme zur Bekämpfung der gestiegenen Inflation erhöhte die europäische Zentralbank (EZB) im Geschäftsjahr 2023 in mehreren Schritten den Hauptrefinanzierungszins von 2,5 % auf 4,5 %. Im Laufe des Geschäftsjahres 2025 senkte die EZB diesen Zinssatz auf 2,15 %, nachdem sich die Inflationsrate im EURO-Raum wieder dem Ziel der EZB von rd 2 % angenähert hat. Nachdem in den Jahren 2023 und 2024 die Wirtschaft in Österreich um -0,8 % bzw. -0,7 % geschrumpft ist, konnte für das Jahr 2025 wieder ein leichtes Wachstum von 0,5 % verzeichnet werden. Während die Konsumausgaben in 2025 im Vergleich zu 2024 relativ stabil waren und sich der Rückgang bei Bauinvestitionen verlangsamte, trugen u.a. Investitionen in Rüstung als auch eine geringfügig gestiegene Sachgütererzeugung zu einem geringfügigen Wirtschaftswachstum bei.
Das Jahr 2025 war zudem global auch von einer zunehmend protektionistischen Zollpolitik und Unsicherheiten im Welthandel geprägt. Im Lichte dieser Entwicklungen bewegte sich der EUR/USD-Kurs von 1,04 zu Jahresbeginn auf 1,17 zu Jahresende.
Geschäftsverlauf
Die gesamte Betriebsleistung ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 % gestiegen (VJ: -8,2 %), die operative Geschäftsleistung (ohne sonstige betriebliche Erträge) um 1,7 % (VJ:-8,4 %). Die Umsatzerlöse sind um 2,6 % gesunken. Die Bestände an noch nicht abrechenbaren Leistungen sind im Geschäftsjahr 2025 um TEUR 2.989 gestiegen. Die Personalkosten (ohne Leasingpersonal) sind im Verhältnis zur Betriebsleistung von rd. 33,4 % auf 34,2 % gestiegen. Dies bedeutet einen Anstieg der Personalkosten im Vergleich zum Vorjahr von rd 4,1 %. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl hat sich im Vergleich mit 2024 um 5 Mitarbeiter reduziert. Die Materialquote konnte durch die konsequente Umsetzung mehrerer Maßnahmen und auf Grund der Realisierung von technisch anspruchsvolleren Projekten von 56,1 % auf 52,2 % gesenkt werden.
Finanzielle Leistungsindikatoren
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Eigenmittelquote gem. URG | 48,1 % | 49,6 % |
| Fiktive Schuldentilgungsdauer gem. URG | 3,2 Jahre | 4,0 Jahre |
| Nettoschulden (=Rückstellungen zuzgl. Verbind- | ||
| lichkeiten abzgl. Guthaben b .Kreditinstituten) | 27.741 TEUR | 36.926 TEUR |
| Working Capital | 39.227 TEUR | 41.326 TEUR |
| Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | 21.986 TEUR | 15.142 TEUR |
| Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit | -3.005 TEUR | -1.058 TEUR |
Das Eigenkapital ist von TEUR 45.173 um rd. 5 % auf Grund von Ausschüttungen auf TEUR 43.023 gesunken.
Die Nettoverschuldung errechnet sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen liquiden Mitteln und den kurzfristigen Verbindlichkeiten einschließlich der Rückstellungen. Der Rückgang resultiert überwiegend aus einem gestiegenen Guthaben bei Kreditinstituten. Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt in 2025 22,0 Mio. EUR und resultiert überwiegend aus dem Jahresüberschuss und aus dem Abbau von Vorratsbeständen. Der Nettoverschuldungsgrad (=Nettoverschuldung/Eigenkapital) hat sich von 81,7 % zum 31.12.2024 auf 64,5 % zum 31.12.2025 durch die höheren Guthaben bei Kreditinstituten deutlich reduziert.
Mitarbeiter
HAINZL Industriesysteme baut auf kompetente Mitarbeiter, die über viele Jahre mit dem Unternehmen verbunden sind, um gemeinsam langfristig erfolgreich zu sein. Neben einem entsprechenden Arbeitsklima sind dafür ein klares System von Zielvereinbarungen und eine individuelle Weiterbildung entscheidend.
Die Anzahl der Arbeitsunfälle in der Berichtsperiode reduzierte sich auf Grund vielfältiger Maßnahmen zur Unfallprävention auf 16 Unfälle (VJ: 24), die Ausfallstage
sind dadurch von 212 im Vorjahr mit 70 auf den niedrigsten Wert der letzten Jahre gesunken.
Nachhaltigkeit & Energie
Mit Photovoltaik-Anlagen wurden im Geschäftsjahr in Summe 673 MWh (Vorjahr: 620 MWh) Strom erzeugt. Seit dem Geschäftsjahr 2023 wurde für die Beheizung der Betriebsgebäude von Gas auf Fernwärme umgestellt.
In den letzten Geschäftsjahren setzte sich der Energiemix an den Produktionsstandorten in Linz wie folgt zusammen:
| in in % | 2025 | 2024 | 2023 | 2022 | 2021 |
|---|---|---|---|---|---|
| Strom | 42 % | 42 % | 42 % | 43% | 39% |
| Gas | 0 % | 0 % | 0 % | 32% | 33% |
| Fernwärme | 58 % | 58 % | 58 % | 25% | 28% |
Bericht über die Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft verfügt in 2025 über keine Zweigniederlassungen.
Vorgänge von besonderer Bedeutung
Vorgänge von besonderer Bedeutung, die zu einer anderen Bewertung des Jahresabschlusses hätten führen müssen oder ein anderes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage vermitteln, sind bis zum Tag der Erstellung des Jahresabschlusses nicht eingetreten.
2) Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
In den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2026 zeigt sich in Summe eine positive Entwicklung der Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der weitere Geschäftsverlauf des Geschäftsjahres 2026 wird in weiterer Folge jedoch stark durch geopolitische Rahmenbedingungen und den damit einhergehenden Risiken aber auch Chancen einhergehen. Wesentlich aktuelle erkenn- bzw. sichtbare Risiken sind vor allem Preissteigerungen am Beschaffungsmarkt und Verwerfungen in der globalen Logistik zwischen Asien und Europa. Die wirtschaftliche Lage wird somit die Entwicklung der Geschäftsleistung naturgemäß beeinflussen. Aktuell rechnen wir mit einer stabilen Ergebnissituation in Summe über alle Geschäftsbereiche.
Risk-Management u. wesentliche Ungewissheiten
Die Vorgangsweise im Umgang mit operativen Risiken ist in Richtlinien / Prozessbeschreibungen definiert. Versicherungsprogramme beschränken beispielsweise Risiken der Produkthaftung, Schäden an Vermögenswerten und von Unterbrechungen der Geschäftstätigkeit aufgrund von Elementarereignissen.
Die Risikosituation ist folgendermaßen zu beurteilen:
x x x x x Bonitätsrisiken und damit Ausfallsrisiken werden durch Versicherung der Leistungsforderungen im Rahmen des Versicherbaren oder durch risikobasierte Zahlungsbedingungen reduziert. Im Geschäftsjahr 2025 konnte man sich nicht der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der gestiegenen Anzahl an Insolvenzen entziehen. Auf Grund von Unternehmensinsolvenzen im Kundenbereich mussten Forderungen in Höhe von TEUR 6 (VJ: TEUR 81) im Geschäftsjahr 2025 abgeschrieben werden. Eine übermäßige Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten ist nicht vorhanden. Auf Grund der Finanzierungsstruktur der Gesellschaft ist das Zinsänderungsrisiko von untergeordneter Bedeutung. Das Fremdwährungsrisiko ist von unter geordneter Bedeutung, da die Transaktionen hauptsächlich in EUR abgewickelt werden. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von etwaig bestehenden Grundgeschäften in Fremdwährungen eingesetzt. Das Unternehmen ist auch in Kundenbranchen tätig, die zyklischer Natur sind. Das betrifft vor allem die Stahlbranche, Papierbranche, Holzindustrie sowie die Bauindustrie. Die Maschinen- u. Anlagenbauer, die diese Geschäftsbereiche beliefern, sind direkt von der Konjunkturentwicklung und den damit einhergehenden Nachfrageschwankungen abhängig. Aufgrund der unterschiedlichen
Geschäftsmodelle und unterschiedlichen Kundenbranchen und lokalen Märkten, die wir durch unsere Geschäftsbereiche adressieren, kommt es zu einer Risikodiversifikation in den unternehmerischen Aktivitäten der gesamten Gesellschaft.
• Die allgemeine Bedrohungslage der IT-Systeme von außen durch Hackerangriffe und Schadsoftware ist in den letzten Jahren in den Fokus gerückt und nach wie vor auf hohem Niveau gegeben. Es wurden und werden weiterhin entsprechenden Maßnahmen zur bestmöglichen Abwehr getroffen.
3) Forschung und Entwicklung
Die Zukunftsstrategie der Gesellschaft baut auf hoher technologischer Kompetenz auf. Der kurz-, mittel- und langfristige Ausbau dieser Kompetenz steht im Mittelpunkt des Entwicklungsprogramms der Gesellschaft. Die Entwicklungsthemen (u.a. im Bereich Wasserstofftechnologien, Weiterentwicklung der Prüfstandstechnologien sowie der Automatisierungsplattform OCEAN), die im Jahr 2025 bearbeitet wurden, sollen die Wettbewerbsfähigkeit weiterhin sichern bzw. eine Ausweitung in angrenzende Innovationsfelder sicherstellen.
Linz, am 6. Mai 2026
Ing. Wilhelm Eibner
Fabian Hainzl MSc DI Dr. Björn Fellner