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Bilfinger Life Science GmbH, Puch bei Hallein
Wirtschaftliches Umfeld
Das Unternehmen gehört zum international tätigen Konzern Bilfinger SE, welcher im Jahr 2024 mit rund 31.000 Mitarbeitern eine Betriebsleistung von ca. 5,0 Mrd. Euro erwirtschaftete.
Das Unternehmen ist in der Planung, Fertigung und Errichtung von Rohrleitungen, Systemen und Anlagen in der Prozessindustrie in den Branchen Biotechnologie/Pharma inkl. Energiewirtschaft, Halbleiter sowie in dem Bereich Nutrition tätig.
Das Wachstum der Pharmaindustrie beruht einerseits auf der immer älter werdenden Bevölkerung in den Industriestaaten sowie andererseits auf dem zunehmenden Wohlstand in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Beide Faktoren kurbeln den Arzneimittelbedarf an.
Branchensituation
Das Unternehmen hat sich im vergangenen Jahrzehnt vom reinen Rohrleitungsbauer zum System- und Anlagen-Lieferanten in den Branchen Biotechnologie/Pharma inkl. Energiewirtschaft, Halbleiter und in dem Bereich Nutrition entwickelt. Dies ist für viele Kunden ein Mehrwert, der dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschafft.
Die Leistungsanteile für die Business Units Pharma inkl. Energietechnik, Halbleiter und Nutrition betrugen rund 91,9 %, 8,1 % und 0 % (Vorjahr: 83,6 %, 15,9 % und 0,4 %).
Der Anteil der im Ausland erbrachten Umsatzerlöse liegt bei ca. 93 % (Vorjahr: ca. 86 %).
Leistungs- und Auftragsentwicklung
Die Unternehmensleistung verteilt sich in 2025 auf eine Vielzahl an Projekten. Die Leistungssteigerung in Prozent beträgt ca. 28 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Leistungssteigerung resultiert vor allem aus nennenswerten Großprojekten in Dänemark, welche parallel bei einem Kunden abgewickelt werden konnten.
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Auftragszugang | TEUR 369.268 | TEUR 494.074 |
| Leistung | TEUR 453.884 | TEUR 355.205 |
Zweiqniederlassungen
Das Unternehmen hat eingetragene Zweigniederlassungen in Linz, Wien, Tirol, Basel (Schweiz) und Temse (Belgien). In Linz erfolgt die Servicierung im Bereich Rechnungswesen. Die Zweigniederlassungen im Ausland sind vorrangig bei Kunden im jeweiligen Land tätig. Auch in Deutschland und Frankreich ist die Gesellschaft mit registrierten Niederlassungen vertreten.
Investitionen
Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betragen im Geschäftsjahr TEUR 1.688 (Vorjahr: TEUR 1.227).
Unter Zurechnung der Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Finanzanlagen ergibt sich ein Investitionsvolumen von insgesamt TEUR 1.831 (Vorjahr: TEUR 2.043).
Personal
Im Jahresdurchschnitt wurden im Geschäftsjahr 525 Mitarbeiter (Vorjahr: 535) beschäftigt, der Personalstand zum Jahresende betrug 515 Mitarbeiter (Vorjahr: 528), davon 177 Arbeiter (Vorjahr: 182), 338 Angestellte (Vorjahr: 346) und 0 Lehrlinge (Vorjahr: 0).
Forschung und Entwicklung
Forschung und Entwicklung sowie Innovation haben eine große Bedeutung. Neben der seit Jahrzehnten kontinuierlich entwickelten technischen Kompetenz (z.B. Schweiß-, Prüf- und Verfahrenstechnik) wurden zum Aufbau von weiterführendem technischem Know-how sowie zur Weiterentwicklung der unternehmenseigenen Produkte diverse Innovationsprojekte durchgeführt. Im Jahr 2025 wurden ca. MEUR 0,5 für F&E aufgewendet.
Umweltschutz
Das Unternehmen und seine Führungskräfte bekennen sich im integrierten Managementsystem zur Erfüllung aller geltenden Richtlinien, Normen, Gesetze und Verordnungen betreffend Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umweltschutz. Außerdem setzt sich das Unternehmen zum Ziel, ein Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Reduktion von CO2- Emissionen umzusetzen.
Integriertes Managementsystem
Der Erfolg eines Unternehmens hängt wesentlich von der Qualität der erbrachten Dienstleistungen und der realisierten Projekte ab. Diese Qualitätsanforderungen in Kombination mit einer Vielzahl komplexer Geschäftsprozesse verlangen ein umfassendes und flexibles Managementsystem, das die unterschiedlichen Bereiche und Geschäftsfelder abdeckt.
Das Integrierte Managementsystem des Unternehmens kombiniert die Standards in den Bereichen Qualität, Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umweltschutz zu einem einheitlichen Regelwerk. Es basiert auf den internationalen Qualitätsnormen ISO 9001:2015, ISO 14001:2015 und ISO 45001:2018. Regelmäßige interne Audits und Überprüfungen durch unabhängige Dritte stellen die Einhaltung des Managementsystems sicher. Messbare Ziele stärken das Bewusstsein der Mitarbeiter und sind zugleich Handlungsgrundlage.
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Vermögenslage
Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 50.565 (Vorjahr: TEUR 38.758). Im Jahr 2025 wurde aufgrund des Ergebnisses in 2024 eine Dividende von TEUR 12.095 ausgeschüttet.
Die Eigenkapitalquote auf Basis der Bilanzsumme liegt bei 22,3 % (Vorjahr 15,3 %), der Anteil des Fremdkapitals beträgt demnach 77,7 % (Vorjahr 84,7 %).
Finanzlage
Die Finanzierung des Geschäftsbetriebes war durch die vorhandene Liquidität zu Jahresbeginn sowie die eigenen Einnahmen des Geschäftsjahres abgesichert.
Die Nettoliquidität zum Jahresende 2025 betrug TEUR 128.210 (Vorjahr: TEUR 135.792). Der positive operative Cashflow resultiert aus dem erfolgreichen operativen Geschäft.
| TEUR | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| operativer Cash Flow | 3.579 | 45.874 |
| Investitions-Cash Flow | 33.661 | -45.779 |
| Finanzierungs-Cash Flow | -37.240 | -95 |
| Veränderung Liquide Mittel | 0 | 0 |
Ertraqslage
Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) steigerte sich von TEUR 21.992 in 2024 auf TEUR 28.528 in 2025. Das anteilige Ergebnis (EBIT im Verhältnis zur Betriebsleistung) beträgt im Jahr 2025 +6,3 %. Der Vergleichswert aus dem Jahr 2024 betrug +6,2 %. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) ist jeweils abhängig vom Zeitpunkt der Schlussrechnung der Projekte, welche erst mit deren Abrechnung Ergebnis realisieren. Es ist zu erwarten, dass zusätzliche positive Aufholeffekte in den Folgejahren wirksam werden.
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) steigerte sich von TEUR 25.732 in 2024 auf TEUR 31.218 in 2025.
Der Jahresüberschuss liegt bei TEUR 23.902 im Berichtsjahr (Vorjahr TEUR 20.158).
Der ROE (EBT / durchschnittliches Eigenkapital) ist gesunken. Der Vorjahreswert von 85,6 % hat sich in 2025 auf 69,9 % reduziert.
Risikomanagement
Das Unternehmen ist aufgrund seiner Geschäftsfelder und seiner internationalen Orientierung unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Diesen Risiken begegnet das Unternehmen mit einem umfangreichen Risikomanagement, wobei Chancen und Risiken sorgfältig geprüft und die jeweiligen Maßnahmen darauf abgestimmt werden. Rechtzeitiges Erkennen und eine nachhaltige Maßnahmensetzung sind die Säulen unseres Risikomanagements. Schwachstellen müssen früh identifiziert und bewertet werden, um durch gezielte Vorsorgemaßnahmen entsprechend reagieren zu können.
Das systematische Risikomanagement umspannt alle Bereiche der Geschäftstätigkeit und ist auf die potenziellen Risikoarten ausgerichtet. Versicherbare Risiken, die sich aus der
Geschäftstätigkeit ergeben, werden nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten auf Versicherungsunternehmen übertragen. Strategische Risiken fließen im Rahmen eines institutionalisierten Strategieprozesses in die operative Planung ein und werden regelmäßig überprüft. Für Risiken aus dem operativen Geschäft wurden einheitliche Risikoklassifizierungen definiert und mittels „Stagegate“ ein standardisiertes Angebots- und Projektmanagement implementiert.
Finanzwirtschaftliche Risiken wie Liquiditäts- und Marktrisiko (Bonitäts-, Fremdwährungs-, Zins- und Preisänderungsrisiko) werden einer intensiven Betrachtung unterzogen. Die Sicherung dieser Risiken erfolgt – wie auch die Gestionierung von Bankgarantien – zentral im Rahmen des Konzernfinanzmanagements von Bilfinger. Im Zusammenhang mit projektbezogenen Fremdwährungsrisiken kamen Finanzinstrumente in Form von Devisenkassageschäften zur Anwendung. Derivative Finanzinstrumente kamen in Wirtschaftsjahr nicht zum Einsatz. Durch systematische Bonitätsprüfungen sowie gezielte Marktbeobachtung wird das Ausfallsrisiko der Kunden gemonitort. Zudem wird in allen Kundenaufträgen ein starkes Augenmerk auf die laufende Finanzierung gelegt. Preis- und Kostenrisiken in Kundenverträgen werden einerseits zum Beispiel durch Preisgleitklauseln in Verträgen sowie finanzielle Risikovorsorgen in der Projektbewertung mitigiert.
Risiken der Informationstechnologie wird durch Kooperationen mit Outsourcing-Partnern sowie der Biffinger Global IT begegnet, die mit Security Audits und laufenden Systemüberprüfungen die Einhaltung der aktuellen Standards gewährleisten. Eine Richtlinie für Krisen- und Katastrophenfälle schafft die Basis für das Krisenmanagement.
Durch regelmäßige Stichproben wird die Einhaltung der Risikostandards überprüft und erkannte Verbesserungspotentiale werden durch Optimierung der Geschäftsprozesse umgesetzt.
Gemäß Konzernstandard wird das etablierte Compliance-System permanent weiterentwickelt, welches das Handeln aller Mitarbeitenden nach ethischen Prinzipien sowie die Beachtung gesetzlicher Rahmenbedingungen sicherstellt. Ebenso wird das systematische interne Kontrollsystem (IKS) permanent angewendet und weiterentwickelt.
Ausblick
Aus heutiger Sicht wird 2026 geprägt sein durch die folgenden Punkte:
• Abarbeitung des bestehenden Auftragsbestandes • Nachhaltiges Wachstum in wachsenden Märkten der Branchen Pharma, Halbleiter und Nutrition • Engagement in ESG und Innovation
Die Planung sieht über die kommenden Jahre weiter organisches Wachstum vor. Der Ausbau des Systemliefergeschäfts im Biopharmabereich und des Engagements bei Halbleiterkunden, sowie die Internationalisierung unseres Geschäftes sind hierbei wichtige Punkte.
Puch bei Hallein, am 6. März 2026
| Dr. Michael Martl | Ing. Chriştiay/Gebetsberger | Mag. Oliver Baier |
|---|---|---|
| Geschäftsführer/CEO | Geschäfts infer/COO | Geschäftsführer/CFO |