Inhaltsverzeichnis
zum 31.12.2025
der Gesellschaft für ganzheitliche Förderung und Therapie Niederösterreich GmbH
Tätigkeit der Gesellschaft
Im Mittelpunkt der Tätigkeiten der Gesellschaft für ganzheitliche Förderung und Therapie NO GmbH (kurz GFGF) steht seit der Gründung als Verein im Jahr 1988 die ganzheitliche Förderung und Therapie von Kindern und Jugendlichen sowie die Begleitung der Familien (Bereich Kinder NÖ). Seit 2003 gibt es als weiteren Schwerpunkt auch entsprechende Angebote für Erwachsene (Bereich Erwachsene).
Die Tätigkeit der Gesellschaft ist nicht auf Gewinn ausgerichtet, sie verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke.
Folgende Angebote stehen zur Verfügung:
Förderzentren richten sich an Kinder und Jugendliche mit Diagnosen wie cerebrale Beeinträchtigungen, cerebrale Missbildungssyndrome, Rückenmarksläsionen unterschiedlicher Genese, Schädel-Hirntraumata, schwere psychomotorische Retardierungen, schwere Stoffwechselstörungen oder an Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichsten Syndromen, sowie zur Nachbehandlung bei orthopädischen und neurochirurgischen Operationen. Ein multidisziplinäres Team aus Pädagog:innen und Therapeut:innen betreut und behandelt Kinder und Jugendliche im Rahmen von Ganztagesgruppen, Halbtagesgruppen oder Intensivförderkursen.
In den Ambulatorien werden Personen mit komplexen Fragestellungen in einem individuell abgestimmten Therapiekonzept betreut. Das Angebot umfasst Pädiatrie, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Psychologische Diagnostik, Musiktherapie, Psychotherapie, mobile Frühförderung und Familienbegleitung, Sonder- und Heilpädagogik sowie Soziale Arbeit.
Die_ Familienberatungsstelle mit denSchwerpunkten psychoanalytisch-pädagogische Erziehungsberatung und Integrationsberatung ist eine niederschwellige Anlaufstelle für Menschen mit Beeinträchtigungen und ihre Angehörigen. Die Familienberatungsstelle bietet auch Beratungen im Rahmen des Eltern-Kind-Passes an. Darüber hinaus sind Mitarbeiter:innen im Rahmen der Familienberatungsstelle als Kinderbeistand zur Begleitung Minderjähriger in Pflegschaftssachen vor Gericht tätig. Es werden auch gerichtlich angeordnete Elternberatungen gemäß § 95 Abs. 1a AußStrG sowie gemäß § 107 Abs. 3 AußStrG durch akkreditierte Berater:innen durchgeführt.
Die Tageseinrichtungen haben zum Ziel, Menschen mit cerebralen Bewegungsbeeinträchtigungen (mit Mehrfachbehinderungen) nach vollendeter Schulpflicht in ihrer individuellen Lebensgestaltung zu unterstützen. Im Vordergrund steht dabei die Erweiterung von lebenspraktischen Fähigkeiten mit einer integrierten therapeutischen Versorgung.
Die Wohnhäuser schaffen für Menschen mit cerebralen Bewegungsbeeinträchtigungen (mit
Mehrfachbehinderung) nach Beendigung der Schulpflicht eine Wohnmöglichkeit. Die Angebote erfolgen bedürfnisorientiert und werden dem Hilfebedarf der Personen individuell angepasst.
Geschäftsverlauf 2025 und Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Der Geschäftsverlauf 2025 weist eine gute Auslastung von allen Angeboten der Gesellschaft für ganzheitliche Förderung und Therapie NÖ GmbH vor. Weiterhin müssen an einigen Standorten Klient:innen aufgrund der hohen Anzahl an Anfragen auf Wartelisten aufgenommen werden.
Der Neubau des Ambulatoriums und Förderzentrums St. Leonhard am Forst mit einer Außenstelle der Familienberatungsstelle konnte mit Beginn des Jahres 2025 in Betrieb genommen und feierlich eröffnet werden.
Bei der im Herbst 2024 neu in Betrieb genommene Tageseinrichtung in zentraler Lage in Tulln konnte mit einer Zuzahlung von Licht ins Dunkel auch der Garten für die dort betreuten Menschen mit schwerer Mehrfachbehinderung adäquat gestaltet werden.
Der aufgrund des Hochwassers 2024 entstandene Schaden im Keller der Tageseinrichtung in Zwettl konnte im Jahr 2025 fertig saniert werden.
Das Pilotprojekt Elternberatung für werdende Eltern und Eltern mit Kindern im ersten Lebensjahr im Rahmen des neuen Eltern-Kind-Pass, an welchem sich die Familienberatungsstelle beteiligt hat, wurde 2025 abgeschlossen und die Familienberatungsstelle hat diesen Schwerpunkt nun dauerhaft in ihr allgemeines Angebot aufgenommen.
Der Bereich Erwachsene hat nun zur Gänze die Datenbank Vivendi im Einsatz, wodurch ein einheitliches Dokumentationssystem in diesem Bereich gewährleistet ist. Es wird auch im Bereich Kinder NÖ an der Implementierung einer modernisierten Datenbank gearbeitet, welche im laufenden Geschäftsjahr in Betrieb gehen soll. Weiters wird auch im Bereich des Fuhrparks und Gebäudemanagements an einem modernisiertem Handling gearbeitet.
Die Personalsuche ist nach wie vor im Therapiebereich an einzelnen Standorten sowohl im ambulanten als auch im teilstationären Bereich herausfordernd. Jedoch ist es im letzten Jahr auch gelungen, dass es Zentren gibt, die keine freie Therapeut:innenstelle haben. Im Pflegebereich sind weiterhin beinahe alle Stellen belegt.
Trotz vieler Herausforderungen konnte dank des großen Einsatzes und der Flexibilität der Mitarbeiter:innen sowie der Unterstützung des Landes Niederösterreich das Jahr 2025 mit einem sehr guten Ergebnis abgeschlossen werden.
Arbeitnehmer:innenschutz und Mitarbeiter:innenentwicklung
Im Rahmen der Impulsberatung für Betriebe (IBB) des AMS nutzte die GFGF die Möglichkeit einer Unternehmensberatung in NÖ mit dem Schwerpunkt Arbeitgeberattraktivität. Hier wurden von den
externen Expertinnen auch im Rahmen von persönliche Interviews Mitarbeiter:innen mit einbezogen. So konnten die Stärken der GFGF als Arbeitgeber herausgearbeitet werden und Ideen für Veränderungen und weitere Aktivitäten entwickelt werden.
Das Angebot an internen Fortbildungen für Mitarbeitende wurde im „Arbeitsjahr“ 2025/26 für Mitarbeitende weiter ausgebaut, um die Qualität der Arbeit über die gesamte GFGF zu sichern. Dies dient auch dem Austausch der Mitarbeitenden in den einzelnen Bereichen.
Da die Arbeit hohe psychische und emotionale Anforderungen an die Arbeitnehmer:innen mit sich bringt wird besonderer Wert auf Supervision und Coaching für alle Mitarbeitenden gelegt. Im Jahr 2025 zeigt sich auch, dass immer mehr Mitarbeitende dieses Instrument der Reflexion ihrer Arbeit in Anspruch nehmen. Auch die intern organisierten Fallbesprechungsgruppen finden regelmäßig statt. Hier erhalten die Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, über die Klient:innen und deren psychosoziale Entwicklung in einem eigens dafür zur Verfügung gestellten Rahmen nachzudenken und die Freude an der Arbeit mit ihnen zu erhalten.
Umweltschutz
Die GFGF legt bei Neubauten großes Augenmerk auf eine energieeffiziente Bauweise. So wurde für das neue Haus in St. Leonhard eine Solewärmepumpe und Photovoltaikanlage verbaut, die auf ökologische Weise zu angenehmen Arbeitstemperaturen das ganze Jahr hindurch beitragen (auch bei Hitzewellen).
Im Wohnhaus Zwettl, in der Tageseinrichtung Krems sowie im Ambulatorium/Förderzentrum Gmünd wurden weitere Photovoltaikanlagen installiert bzw. bestehende Anlagen erweitert und optimiert. Ebenso wurde in Gmünd eine weitere E-Tankstelle errichtet. Derzeit wird neben kleinen Elektroautos auch an der Anschaffung von Elektrobussen für den Klient:innentransport gearbeitet.
Im Jahr 2025 sind die einzelnen Standorte lokalen Energiegemeinschaften beigetreten um an der Senkung der Energiekosten weiter zu arbeiten.
Um der Abhängigkeit von Gas weiter entgegenzuwirken, wurde im Haus Schlossberggasse in Neulengbach im Jahr 2026 bereits ein Heizungstausch veranlasst. Hier wurde eine moderne Luft-Wärme-Pumpe anstelle der bestehenden Gasheizung installiert. Derzeit gibt es noch in zwei Häusern Gasheizungen, auch hier werden bereits Umrüstungen geplant.
Kreislaufwirtschaft und die Beachtung der Langlebigkeit von Produkten wird in der GFGF sehr ernst genommen. Die Reparatur von defekten Maschinen und Geräten sowie eine möglichst lange Verwendung der Materialien werden forciert. Darüber hinaus ist die GFGF immer bemüht, lokale Unternehmen zu beauftragen.
Forschung und Entwicklung
Die GFGF arbeitet seit Jahren mit erfahrenen Technikern verschiedener Unternehmen im Bereich der Hilfsmittel für Menschen mit infantiler Cerebralparese zusammen und gibt fachliche Rückmeldungen zu Verbesserungen, die auch erfolgreich umgesetzt werden.
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Der Jahresumsatz konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 8,0% auf EUR 13.721.206,90 gesteigert werden. Die Eigenkapitalquote betrug zum Stichtag 31.12.2025 17,1% (Vorjahr 15,9%) und stellt somit einen weiterhin ausreichenden Wert dar.
Der Cash-Flow aus der betrieblichen Tätigkeit ist gegenüber dem Vorjahr von TEUR 1.665 auf TEUR 709 gesunken. Der Nettogeldfluss der Investitionstätigkeit betrug 2025 TEUR -597 (Vorjahr TEUR -3.065) und aus der Finanzierungstätigkeit TEUR -113 (Vorjahr TEUR 1.392). Die zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes betrug TEUR -1 (Vorjahr TEUR -8).
Risikobericht
Die gesamte Tätigkeit ist stark abhängig von den Sozialversicherungsträgern sowie der Gruppe Gesundheit und Soziales der Landesregierung, im Wesentlichen ist damit die Finanzierung und auch der Betrieb der Zentren abgesichert.
Riskante Finanzinstrumente kommen nicht zum Einsatz.
Im Unternehmen wurde ein umfangreiches internes Kontrollsystem eingerichtet, bei dem durch monatliche, quartalsweise und jährliche umfangreiche Kontrollen nicht nur das Zahlenwerk einer laufenden Überprüfung unterzogen wird, sondern auch in Zusammenarbeit mit den einzelnen Zentrumsleiter:innen laufend die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter:innen überprüft und kontrolliert wird.
Ergebnisverwendung
Da die Tätigkeit der Gesellschaft ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke verfolgt, wird das Bilanzergebnis thesauriert. Ausschüttungen sind nicht vorgesehen.
Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft unterhält keine Zweigniederlassungen, weder im In- noch im Ausland.
Zwettl, am 23.07.2026