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Lagebericht 2025

Energienetze Steiermark GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 24. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T für das Geschäftsjahr 2025

I. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2025 konnte sich das globale Wachstum gegenüber früheren Prognosen wieder etwas verstärken. Allerdings zeigen sich zwischen den Volkswirtschaften deutliche Unterschiede. Während die Wirtschaftsleistung in den USA mit einer Wachstumsrate von 1,8 % expandieren sollte, dürfte die Wirtschaft im Euroraum nur um 1,4 % zulegen. Vor allem Deutschland mit 0,1 % Wachstum im laufenden Jahr liegt hier unter den Erwartungen. Chinas Wirtschaftsleistung dürfte wiederum um 5,0 % wachsen. Somit geht das Wachstum der Weltwirtschaft laut Prognose im Jahr 2025 von zuletzt 3,3 % auf 3,1 % zurück.

In Österreich hat sich der private Konsum im Jahr 2025 wieder deutlich belebt. Einer Erholung von Industrie und Bauwirtschaft stehen allerdings eine verhaltene internationale Konjunktur und heimische Strukturprobleme gegenüber. Die weiterhin hartnäckige Inflation und die notwendige Budgetkonsolidierung dämpfen die Entwicklung der verfügbaren realen Haushaltseinkommen. Die heimische Wirtschaftsleistung wächst laut Prognose im Jahresverlauf lediglich um 0,5 %. Damit bleibt das derzeitige und das prognostizierte Wachstum weiterhin verhalten und jedenfalls geringer als in früheren Aufschwungphasen.

Die Inflation in Österreich wird mit voraussichtlich 3,6 % weiterhin höher als erwartet und auch um 1,4 % höher als im Euroraum ausfallen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Sowohl der Energiebereich (durch das Auslaufen fiskalpolitischer Ausgleichsmaßnahmen) als auch dadurch bedingt gestiegene Lebensmittelpreise und Dienstleistungen, sowie höhere öffentliche Gebühren sind hier die Treiber. Die Arbeitslosenquote steigt voraussichtlich auf 7,4 %. Damit entwickelt sich der Arbeitsmarkt trotz der langen Konjunkturschwäche relativ robust. Nach einem kräftigen Rückgang der Investitionen in den beiden vergangenen Jahren, verbessern sich die Rahmenbedingungen vor allem für Ausrüstungsinvestitionen aktuell wieder. Handelspolitische Unsicherheiten belasten allerdings diese Entwicklung. Unter diesen Voraussetzungen liegt auch das Budgetdefizit für 2025 mit 4,4 % über den festgelegten Kriterien.

II. Energiewirtschaftliches und rechtliches Umfeld

Das energiewirtschaftliche Umfeld und die daraus für die Energienetze Steiermark GmbH relevanten Auswirkungen waren im Berichtsjahr weiterhin maßgeblich durch die Integration von Photovoltaikanlagen geprägt. Im Netzgebiet der Energienetze Steiermark GmbH erreichte die installierte Einspeiseleistung erstmals mehr als 1.000 MW.

Der legistische Schwerpunkt des energiewirtschaftlichen Umfelds lag auf der Mitgestaltung der Nachfolgeregelung des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes (ElWOG). Mit dem im Dezember 2025 beschlossenen Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) wurde ein zukunftsorientierter regulatorischer Rahmen geschaffen, der den Anforderungen der Energiewende, der zunehmenden Dezentralisierung und der veränderten Netznutzung Rechnung trägt. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Sonderstrukturen wie Direktleitungen, Energiegemeinschaften und geschlossenen Verteiler-netzen, da diese eine Verlagerung von Systemkosten bewirken und dadurch das Solidarsystem der Netzentgelte beeinträchtigen können. Ziel bleibt die Sicherstellung eines Regulierungsrahmens, der steigenden Systemkosten, höheren Investitionsanforderungen sowie langfristig fairen und verursachungsgerechten Netzentgelten gleichermaßen gerecht wird.

Der Smart-Meter-Rollout erreichte mit Ende 2024 das 95%-Ziel gemäß den Vorgaben der Intelligente Messgeräte-Einführungsverordnung (IME-VO) und wurde im Berichtsjahr planmäßig fortgesetzt. Der Rollout stellt eine zentrale Grundlage für die fortschreitende Digitalisierung des Netzbetriebs dar, gleichzeitig steigen die gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen an die Datenqualität und Datenverfügbarkeit, wodurch der Ausbau der digitalen Infrastruktur und der Datenverarbeitungs-prozesse weiter intensiv forciert wird.

Im Berichtsjahr rückte zudem die nationale Umsetzung des EU-Gas- und Wasserstoffbinnenmarktpakets in den Mittelpunkt der energierechtlichen Entwicklung. Das seit Mitte 2024 in Kraft befindliche Gesetzespaket schafft den unionsrechtlichen Rahmen für den schrittweisen Umbau der Gaswirtschaft, hin zu einem integrierten und dekarbonisierten Energiebinnenmarkt. Zur Vorbereitung der erforderlichen Novellierung des Gaswirtschaftsgesetzes (GWG) sowie ergänzender Gesetzgebung, koordinierte das zuständige Bundesministerium mehrere Fachworkshops und Konsultationen mit E-Control, Netzbetreibern, Marktgebietsverantwortlichen und Speicherunter-nehmen, in denen zentrale Themen wie Finanzierung, Entflechtung, Netzzugang, Tarifierung und die künftige Trennung von Gas- und Wasserstoffmarktgebieten diskutiert wurden. Die Umsetzung des EU-Gas- und Wasserstoffbinnenmarktpakets stellt einen zentralen Schritt zur Schaffung eines nachhaltigen, sicheren und zukunftsfähigen Gasmarktes in Österreich dar.

Mit der SNE-VO Novelle 2025 und mit der GSNE-VO Novelle 2025 wurden die Systemnutzungsentgelte sowie die Ausgleichszahlungen 2025 für das Strom- und Gasnetz der Energienetze Steiermark GmbH neu festgelegt. Gemäß ElWOG 2010 bzw. GWG 2011 wurden zunächst die Kostenbasis, die Zielvorgaben sowie das Mengengerüst mittels Bescheids durch den Vorstand der Energie-Control Austria (ECA) festgesetzt. Auf dieser Grundlage werden in Folge die Systemnutzungsentgelte sowie die Ausgleichszahlungen durch die Regulierungskommission der E- Control bestimmt. Für die Festsetzung der Netznutzungs- und Netzverlustentgelte im Netzbereich Steiermark werden dafür die anerkannte Kostenbasis sowie das Mengengerüst aller Netzbetreiber (im Stromnetzbereich mit einer jährlichen Abgabemenge von mehr als 50 GWh) berücksichtigt.

III. WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS

Die Energienetze Steiermark GmbH ist ein unabhängiger Stromnetz- bzw. Gasnetzbetreiber im Sinne des § 146 Abs. 2 Elektrizitätswirtschaftsgesetz 2025 i.d.g.F. (ElWG) bzw. des § 106 Abs. 1 Gaswirtschaftsgesetz 2011 i.d.g.F (GWG). Die Energienetze Steiermark GmbH betreibt zur Verteilung von Strom und Erdgas ein eigenes Leitungsnetz für Strom- und Gasleitungen. Das Stromnetz umfasst eine Länge von rund 32.100 km im Hoch-, Mittel und Niederspannungsbereich, das Erdgasleitungsnetz umfasst rund 4.200 km im Hoch- und Niederdruckbereich.

Die Neufestsetzung der Stromnetzentgelte für Verbraucher (Netznutzung- und Netzverluste) ergab für die Energienetze Steiermark GmbH für das Jahr 2025 eine durchschnittliche Änderung der Stromnetzentgelte in Höhe von +21 %, wobei die Netznutzungsentgelte sich durchschnittlich um +28 % erhöht sowie die Netzverlustentgelte sich durchschnittlich um -44 % gegenüber 2024 reduziert haben. Für Einspeiser reduziert sich das Netznutzungsentgelt für das Jahr 2025 um durchschnittlich -35 % (Differenzierung des Netzverlustentgeltes zwischen Verbraucher und Einspeiser).

Die Neufestsetzung der Gassystemnutzungsengelte für die Energienetze Steiermark GmbH per 01.01.2025 zeigt eine durchschnittliche Erhöhung von +18,8 %. Dabei ergab sich in der Netzebene 2 eine Erhöhung der Entgelte um durchschnittlich +17,3 % und in der Netzebene 3 eine Erhöhung um durchschnittlich +19,7 %.

1. Geschäftsverlauf

Die Umsatzerlöse betragen im Berichtszeitraum 447,02 MEUR, wodurch sich eine Veränderung zum Vorjahr in Höhe von +5 % ergibt. Diese Erhöhung der Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr ist auf die höheren Netznutzungserlöse zurückzuführen. Der Materialaufwand in Höhe von 101,47 MEUR ist im Vergleich zum Vorjahr um 5 % gestiegen, was auf die höheren vorgelagerten Netzkosten zurückzuführen ist. Der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr hauptsächlich aufgrund der KV-Steigerungen und des höheren Personalstands gestiegen. Positive Effekte aus Personalrückstellungen wirkten dabei kompensierend. Die Steigerung der Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahr ist das Ergebnis aus den höheren Investitionen in die steirische Strom- und Gasnetzinfrastruktur. Der sonstige betrieblichen Aufwand erhöhte sich um 2,8 MEUR, wobei ein Großteil der Steigerung diversen Kundenprojekten im Nebengeschäft zuzuschreiben ist, und somit durch Umsatzerlöse oder Bestandsveränderung ergebnisseitig gedeckt ist. Das Ergebnis vor Steuern liegt bei 46,63 MEUR gegenüber 33,66 MEUR im Vorjahr.

2. Finanzielle Leistungsindikatoren

Für das Geschäftsjahr 2025 wurden folgende Kennzahlen errechnet:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
EBITDA (Betriebsergebnis + Abschreibung)166,74 MEUR (2024: 145,21 MEUR)
EBIT-Marge (Betriebsergebnis/Umsatzerlöse)14,1 % (2024: 11,2 %)
Return on Capital Employed (ROCE: NOPAT/ø Capital Employed 2)4,9 % (2024:3,6 %)
Return on Equity (ROE: Versteuertes Ergebnis/ø Eigenkapital)10,3 % (2024:4,9 %)
Anlagenintensität (Sachanlagevermögen/Bilanzsumme)82,2 % (2024: 83,5 %)
Eigenkapitalquote (Eigenkapital/Gesamtkapital)34,4 % (2024: 35,1 %)

Die Eigenkapitalquote bleibt auf einem branchenadäquaten Niveau.

3. Netzmengen

Im Geschäftsbereich Strom betrugen die aus dem Stromverteilernetz abgegebenen Netzmengen im Jahr 2025 rund 7.604 GWh und liegen mit -48 GWh unter dem Vorjahr. Dies entspricht einer Reduktion von rund -0,6 %. Die maximale Netzlast wurde im Jahr 2025 am 14.01.2025 mit 1.550 MW registriert und lag damit um +4,8 % über dem Höchstwert des Jahres 2024.

Im Geschäftsbereich Gas betrug die transportierte Erdgasmenge für nachgelagerte Netzbetreiber und für das Endkundensegment im Berichtszeitraum 14.138,0 GWh. Gegenüber dem Vorjahr ergab dies eine Erhöhung um rund 1.315 GWh beziehungsweise rund +10 %.

4. Versorgungssicherheit und Technische Störungen

Das allgemeine Betriebs- und Störungsgeschehen im Versorgungsgebiet der Energienetze Steiermark GmbH wurde im Berichtsjahr 2025 von einem Extremwetterereignis („regional außergewöhnliches Ereignis“) beeinflusst. Das Tief „Bastian“ verursachte Sturmböen, Überschwemmungen, umgestürzte Bäume und Hagelschäden, vor allem im Grazer Becken und in der Oststeiermark. Dieses Ereignis führte jedoch zu keinen unmittelbaren Versorgungsunterbrechungen im 110-kV Netz. Abgesehen davon war das allgemeine Störungsgeschehen im Versorgungsgebiet der Energienetze Steiermark GmbH im Berichtsjahr aufgrund der geringen Anzahl witterungsbedingter Vorkommnisse begrenzt und lag unter dem Niveau der letzten Jahre.

5. Einspeisertätigkeiten

Entgegen den Annahmen zu Jahresbeginn, ist die Anzahl an Einspeiseanfragen nicht gesunken, sondern im Vergleich zum Vorjahr gleichgeblieben. Angesichts der Netzauslastung und der Blindleistungsproblematik nimmt die Komplexität der Netzbeurteilungen/-prüfungen und Simulationen deutlich zu. Daraus resultierend wird ein fachlich sehr aufwändiger Ressourceneinsatz benötigt, um die äußerst gespannte und immer komplexer werdende Netzsituation zu bewerten. Weiterhin ist die Berücksichtigung von (erfolgten und zukünftigen) Netzausbauten hinsichtlich §17a Anlagen, sowie die Einbindung sonstiger netzrückwirkungsrelevanter Betriebsmittel (Speicher, Ladestellen, Wärmepumpen) bei der Netzberechnung unerlässlich. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung der IT-Systeme und Prozessoptimierungen sind für den erfolgreichen Systemumbau unerlässlich.

6. Investitionen

Verteilnetz Strom

Ein im Zuge eines Extremwetterereignisses beschädigter Mast, der 110-kV Leitung Bruck – Hieflau am Hirscheggsattel, wurde unter schwierigsten Bedingungen erneuert. Das alte 110-kV-Ölkabel Keplerbrücke – Graz/Nord wurde durch ein leistungsstärkeres VPE-Kabel ersetzt. Für die 110-kV Kabelableitung des Windparks Soboth ins UW Bergla sind bereits ca. 80 % der Grabungsarbeiten erfolgt. Ebenfallsin der Bauphase befinden sich die Erneuerung des Erdseiles auf der 110-kV Leitung Essling – Liezen. Zudem wurden Vorbereitungen für die 2026 geplanten 110-kV Projekte Arnstein – St. Martin, Weißenbach – Liezen und Zwaring – Bergla getroffen.

Der Vollausbau UW Feiting wurde plangemäß im Berichtsjahr fertiggestellt. Aufgrund der Dekarbonisierung der Stahlindustrie wird gemeinsam mit Austrian Power Grid AG (APG) im Raum Leoben eine neue 220/110-kV Netzabstützung errichtet. Die stark zunehmende Einspeisung Erneuerbarer Energie (vor allem Windkraft) im Mürztal erfordert einen weiteren Übergabestützpunkt zum 220-kV Netz der APG. Die Inbetriebnahme (vgl. dazu Netzentwicklungsplan der APG) ist für 2028 vorgesehen. In den Umspannwerken Merkendorf und Brodingberg wurden weitere 110/20-kV Umspanner zugebaut. Die Errichtung eines zweiten Umspanners im UW Unterrohr (gemeinsam mit Feistritzwerke-STEWEAG-GmbH) befindet sich in der Bauphase und soll 2026 fertig-gestellt werden.

Bis Ende des Berichtsjahres wurden rund 6.000 neue PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von rund 160 MW ans Netz angeschlossen und in Betrieb genommen.

Verteilnetz Gas

Aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Dekarbonisierungsstrategie verbleibt der Netzausbaus in der Netzebene 3 (Flächengasversorgung) auf sehr niedrigem Niveau. Projekte zur Integration von Biomethan wurden weiter vorangetrieben. Zusätzlich zu der Biomethaneinspeiseanlage Leoben (inkl. Verdichter) wurde die Biomethaneinspeisung in Wildon fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die Umsetzung einer weiteren Biomethaneinspeiseanlage in Gabersdorf inkl. H2 Beimischung in das Gasnetz wurde vorangetrieben.

Sicherheitstechnisch wurde an der Umsetzung der aktuellen Asset-Strategie mit dem Austausch des Leitungswerkstoff PVC festgehalten.

Energienetze Steiermark GmbH

Im Bereich der Netzebene 1 und 2 wird die strategische Ausrichtung der Umrüstung und Vorbereitung des Hochdrucknetzes zur Aufnahme der erneuerbaren Gase vorangetrieben werden. Insbesondere die Integration von grünem Wasserstoff erfordert hier entsprechende Vorbereitungen. In Abstimmung mit der AGGM wurden Trassenvorschläge für ein H2 Startnetz erarbeitet. In diesem Zusammenhang wurden auch die Planungsarbeiten zur Ersatzinvestition „Loop G1-SST 15“ fortgesetzt. In weiterer Folge ist eine Rücküberführung des Leitungssegments HL1 Semmering-Bruck in die Netzebene 1 vorgesehen. Weitere Projekte aus der LFiP 2024 der AGGM, wie „Brennwertermittlung“ und „erweiterte Automatisierung Stationen Südschiene“ werden umgesetzt.

Mit dem Projekt „S3 Langfristiger Ersatz HL 1 Bruck/Mur – St. Michael“ wird hier einerseits die bestehende Gasversorgung für den obersteirischen Industriestandort abgesichert und andererseits die Voraussetzung für eine langfristige Versorgung mit grünem Wasserstoff geschaffen. Die hierfür notwendigen behördlichen Genehmigungen wurden eingeholt und mit dem Bau im Oktober begonnen.

Gebäude

Um den Qualitätsstandard der Gebäude der Energienetze Steiermark GmbH langfristig und nachhaltig sicherzustellen, wurde ein steiermarkweites Standortkonzept auf den Weg gebracht. Dadurch soll im Sinne einer nachhaltigen Gebäudeentwicklung der Nutzwert erhöht und die Lebensdauer nachhaltig verlängert werden. Bis 2031 ist geplant alle Betriebsleitungen und Außenstellen zu revitalisieren, um eine tätigkeitsbasierte Arbeitsumgebung zu schaffen, die Desk- Sharing ermöglicht und Kollaboration fördert.

Um den geplanten Netzausbau sicherzustellen, beschäftigte sich die Energienetze Steiermark GmbH ausführlich mit einer effizienten Materialversorgung. Im Berichtsjahr wurde die Errichtung eines zentralen Logistik-Hubs am Standort Frohnleiten beschlossen der 2027 in Betrieb gehen soll.

Übertragungstechnik/Telekommunikation

Im Jahr 2025 erfolgte der Start der Projektumsetzung LTE-450 Netzaufbau („Branchenlösung“) und die nötige Erweiterung der Notstromversorgung bei den Funkstationen. Im Betriebsfunksystem wurden weitere Sendestationen zwecks Verdichtung der Abdeckung errichtet. Im Bereich der Übertragungstechnik erfolgten Investitionen in das Lichtwellenleiternetz, Anbindung von UWs, Schaltstellen und ONS, Kabelumlegungen, etc.) und in den weiteren Ausbau der aktiven Übertragungstechniknetze (MPLS, Multi-Utility-Netz, Modemnetz). Weiters kam es zur Einführung eines Dokumentations-Tools für aktive ÜT-Komponenten sowie zum Launch der LWL- Dokumentation im System RiMo. Im Berichtsjahr wurde außerdem das CDMA-System weiter verdichtet, die Robustheit der Richtfunkverbindungen erhöht und ein Stationsmonitoring für die Funkstandorte implementiert. Als Dienstleister der Breitband GmbH lagen die wesentlichen Schwerpunkte im Bereich Telekommunikation seitens ENU in der Umsetzung von FFTH-Projekten in zahlreichen Gemeinden (u.a. Premstätten, Wettmannstätten, Dobl-Zwaring, Preding, Lieboch, Stainz, Lebring) und der Anbindung weiterer B2B Kunden und Mobilfunkstandorte.

Projekt Smart Metering

Zu Beginn des Berichtsjahres wurde der Betrieb des intelligenten Messsystems an die Linienorganisation übertragen. Die weiteren Investitionen betrifft im Wesentlichen die Fertigstellung des Roll-Out, die Ablöse der Rundsteuerung und Ausstattung von Trafostationen mit Betriebszählungen, die Montage von Smart Meter für Neuanlagen und die Erfüllung der erhöhten gesetzlichen Anforderungen (z.B.: vermehrter Bedarf an 15-Min-Lastprofilen „IME“ für Energiegemeinschaften und „smarte Tarife“).

Beteiligungen

Die Energienetze Steiermark GmbH hat gemeinsam mit einem Konsortium „Branchenlösung/ArgoNet“ bestehend aus weiteren neun österreichischen Netzbetreibern bzw. Energieunter-nehmen den gemeinschaftlichen Erwerb der ArgoNET GmbH und damit den Aufbau der erforderlichen Infrastruktur beschlossen. Die Beteiligungshöhe der Energienetze Steiermark GmbH an die ArgoNet GmbH beträgt 18 %. Dadurch wurde die Möglichkeit geschaffen, österreichweit eine flächendeck-ende Versorgung mit dem LTE450-Mobilfunknetz – auf Basis der für kritische Infrastrukturbetreiber vorbehaltenen Funkfrequenz von 450-MHz – zu etablieren.

7. Externes Kundengeschäft und sonstige Dienstleistungen

Hausanschlüsse und Baustrom

Die beauftragten Leistungen haben sich auf dem Niveau des Vorjahres eingependelt. Dies liegt weiterhin an der derzeit konjunkturellen Schwäche inkl. der aktuellen Kreditzinssituation und der stark gestiegenen Preise für Werkleistungen. Der Einfamilienhausbau ist defacto zum Erliegen gekommen. Auch der Mehrfamilienwohnhausbereich liegt deutlich unter dem Niveau der Anfang 2020er Jahre. Dies hat starke Auswirkungen auf die neu zu errichtenden Hausanschlüsse.

Externe Messleistungen und Betreuung der Ladeinfrastruktur

Die technischen Dienstleistungen im Bereich Prüfung und Wartung von Ladestationen, Errichtung und Betrieb von Ladeinfrastruktur, Datenbereitstellung für die Verrechnung sowie Störungsbehebung, sind konzernintern in der Energienetze Steiermark GmbH gebündelt. Im Berichtsjahr wurden an über 120 Standorten neue Ladeinfrastrukturen errichtet. Derzeit laufen mehr als 600 offene Projekte in diesem Bereich. Sämtliche Tätigkeiten erfolgen im Rahmen von Dienstleistungen für Dritte.

Im Bereich Messtechnik betreibt die Energienetze Steiermark GmbH ein internes und externes Geschäft für die Prüfung und Diagnose von Mittel- und Niederspannungskabeln und Schaltanlagen, für die Bewertung von Durchführungen und Stufenschaltern sowie für Generator- und Sondermessungen. Im aktuellen Jahr wurden über 600 interne Messeinsätze (Prüfungen und Fehlerortungen) für die Energienetze Steiermark GmbH durchgeführt sowie mehr als 100 externe Einsätze im Drittgeschäft.

Immobilien, Fuhrpark und Logistikdienstleistungen

Die Vermietung von Fahrzeugen aller Art bis hin zu Material- und Logistikdienstleistungen werden für Dritte als Dienstleistungen erbracht. Die Vermietung und Verpachtung von Büro-, Lager-, und Freiflächen wird an Konzerntöchter und ebenso an Dritte erbracht.

Nebengeschäft Gas

Im Gasbereich werden als Dienstleistung Betriebsführungen, Gasspüren, Emissionsmessungen und Anlagenwartungen erbracht.

IV. ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die Energienetze Steiermark GmbH hat keine im Firmenbuch eingetragenen Zweigniederlassungen.

V. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

1. Personal

Personalmanagement

Das Personalmanagement muss einerseits das für die Erschließung neuer Geschäftsfelder erforderliche Personal aufnehmen, andererseits geeignete Instrumente zur Optimierung der Belegschaftsstruktur und zur gezielten Verjüngung der Altersstruktur zur Verfügung stellen. So werden über ein gezieltes Recruiting jene potentiellen Mitarbeiter:innen angesprochen, die die dem Unternehmen gestellten neuen Aufgaben und Herausforderungen annehmen und bewältigen können. Die wesentlichste Herausforderung ergibt sich dabei aus der begrenzten Anzahl an geeigneten Kandidat:innen für eine große Anzahl an offenen Stellen vieler Arbeitgeber. Das Hervorheben von Unterscheidungsmerkmalen im Sinne eines „employer brandings“ wird daher zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Andererseits ergibt sich durch die Beschäftigung einer großen Anzahl von älteren Mitarbeiter:innen und deren pensionsbedingten Ausscheiden in den kommenden Jahren die Notwendigkeit, Rahmenbedingungen für einen fließenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand festzulegen und gleichzeitig die entstehenden Lücken durch junge, motivierte Mitarbeiter:innen zu schließen. Das Altersteilzeitmodell 2022 und die Aufnahme und Weiterbeschäftigung von Lehrlingen bzw. Jungfacharbeiter:innen werden als wesentliche Mittel dazu betrachtet.

Personalentwicklung

Der in der Energie Steiermark AG angesiedelten strategischen Personalentwicklung kommt die Aufgabe zu, Mitarbeiter:innen der Energienetze Steiermark GmbH bestmöglich auf die sich aus dem laufenden Betrieb ergebenden sowie auf zukünftige Aufgabenstellungen vorzubereiten.

Das ganzheitliche Aus- und Weiterbildungsangebot sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeiter:innen reicht von fachspezifischen Schulungen und Schulungen zur Arbeitsmethodik über Initiativen zur betrieblichen Gesundheitsförderung bis zu gezielten Trainings zur Stärkung der persönlichen und sozialen Kompetenzen und wird zum größten Teil hausintern abgedeckt. In einer jährlichen Evaluierung des Bildungsbedarfs werden zukünftige bedarfsorientierte Weiterbildungsmaßnahmen konkretisiert und umgesetzt.

Energienetze Steiermark GmbH

Das jährlich stattfindende Mitarbeiter:innengespräch dient als ein zentrales Entwicklungsinstrument, um die Mitarbeiter:innen bedarfsorientiert in der täglichen Arbeit sowie bei der Bewältigung zukünftiger Aufgaben zu unterstützen. Es erfolgt eine faire und offene Leistungsbeurteilung, wobei die Förderung von Leistungspotenzialen sowie die Entwicklungsplanung der Mitarbeiter:innen im Vordergrund stehen. Dieses zentrale Entwicklungsinstrument dient der gezielten Unterstützung für aktuelle und zukünftige Herausforderungen.

Mit dem Ziel, die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen mit dem Status quo abzufragen, aber auch, um ihnen Raum für Anregungen oder Änderungswünsche zu geben, wird in regelmäßigen Abständen eine umfassende Mitarbeiter:innenbefragung durchgeführt.

Junge Menschen im Mittelpunkt

Die Lehrlingsausbildung hat im Unternehmen einen hohen Stellenwert. Die verschiedenen Lehrberufe bzw. Ausbildungen werden dem zukünftigen Bedarf bzw. den erwarteten Anforderungen entsprechend jährlich neu evaluiert. Auch im vergangenen Jahr wurde das hohe Niveau der Lehrlingsausbildung, die im österreichweit modernsten Ausbildungs- und Kompetenzzentrum für „Green Energy“ stattfindet, durch mehrere Auszeichnungen bestätigt.

Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter:innen

Um aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu meistern, sind gesunde, motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter:innen für das Unternehmen von größter Bedeutung. Die Energienetze Steiermark GmbH betrachtet es als eine ihrer Aufgaben, die Belegschaft im Sinne der Gesundheitsförderung aktiv zu unterstützen und gezielte Präventionsaktivitäten zu setzen. Eine vielseitige betriebliche Gesundheitsvorsorge mit Unterstützung von Betriebsärzten und Arbeitspsychologen trägt diesem Bestreben Rechnung.

2. Umwelt/Nachhaltigkeit

Der Europäische Rat und das Europäische Parlament haben im Dezember 2025 eine vorläufige Einigung erzielt, um die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu vereinfachen und so die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu stärken. Die EU-Omnibus-Initiative setzt daher neue Schwellenwerte für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD) fest. Die neuen CSRD-Schwellenwerte legen eine Verpflichtung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiter:innen und einem Umsatz von mehr als 450 MEUR fest. Die Energienetze Steiermark GmbH ist daher auf Einzelgesell-schaftsebene nicht mehr verpflichtet, einen CSRD-konformen Nachhaltigkeitsbericht im Lagebericht zu erstellen, ist aber als Teil des Energie Steiermark Konzerns von der Berichterstattung umfasst. Der durch „Stop-the-Clock“ verschobene Beginn der Berichtspflichten ist das Geschäftsjahr 2027 – die Vorbereitungen dazu sind im Laufen, um alle geforderten Standards (European Sustainability Reporting Standards) entsprechend umzusetzen.

Die Energienetze Steiermark GmbH verfolgt einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, der ökologische, soziale und wirtschaftliche Verantwortung vereint. Im Mittelpunkt stehen Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft, Arbeitssicherheit und Diversität. Der Netzausbau ist eine zentrale Voraussetzung für die Integration erneuerbarer Energien und damit für die Dekarbonisierung des Energiesystems. Bei der Dekarbonisierung im eigenen Geschäftsbereich setzen wir auf die Elektrifizierung des Fuhrparks sowie nachhaltige Revitalisierung bzw. Neubau von Gebäuden. Steigende physische Klimarisiken wie Extremwetterereignisse erfordern eine kontinuierliche Ertüchtigung und Instandhaltung der Netzinfrastruktur. Dadurch sorgen wir – auch unter veränderten Rahmenbedingungen – für zuverlässige Versorgungssicherheit. Nach den massiven Störungsereignissen im Jahr 2024 wurden entsprechende Maßnahmen umgesetzt, um im Ernstfall rasch reagieren zu können.

Wechselwirkungen zwischen dem Netzbetrieb und Biodiversitätsaspekten wurden in einem Projekt im Jahr 2025 strukturiert analysiert. Es wird angestrebt, identifizierte, potenziell negative Auswirkungen auf Ökosysteme und Arten im Jahr 2026 vor Ort zu evaluieren und gemeinsam mit internen Fachexpert:innen Minderungsmaßnahmen zu entwickeln. Abfallströme und Ressourcenab-flüsse wurden im Rahmen eines eigenen Projekts systematisch erfasst. Diese Daten bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung hin zu einem zirkulären Geschäftsmodell, aus dem entsprechende Maßnahmen und konkrete Ziele abgeleitet werden sollen.

Die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter:innen haben höchste Priorität. Wir fördern die physische und psychische Gesundheit, setzen auf Prävention und Eigenverantwortung und führen unser Managementsystem für Arbeitssicherheit konsequent fort. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenskultur ist Diversität.

Mit Jänner 2026 tritt in einem ersten Schritt für 20-kV Schaltanlagen das Verbot von SF6 Isoliergas in Kraft. Für diese Produkt-gruppe wurden bereits Alternativen definiert, die ab nächstem Jahr im Netz der Energienetze Steiermark GmbH verbaut werden. Weitere Sondierungen für Schaltanlagen der 110-kV Ebene (Verbot ab 2028) sowie 30-kV (Verbot ab 2030) laufen, wobei vor allem im 30-kV Segment derzeit noch keine marktfähigen Produkte verfügbar sind.

Im Gasbereich steht ein Umbau des Energiesystems von Erdgas auf erneuerbare Gase bevor. Für die Energienetze Steiermark bedeutet dies, dass die Gasinfrastruktur für die Aufnahme von Wasserstoff, Biomethan und synthetischem Methan vorzubereiten ist. Zur operativen Bearbeitung dieser Vorbereitungen wurden im Rahmen der Initiative “Greening the Gas“ im ÖVGW entsprechende Arbeitskreise mit Vertretern sämtlicher österreichischer Gasnetzbetreiber eingerichtet. Ziel ist es, eine einheitliche Vorgehensweise für sämtliche Netzbetreiber zu definieren und damit weitreichende Synergien zu ermöglichen. Zudem wurden mit namhaften Universitäten und Forschungseinrichtungen Kooperationen für die wissenschaftliche Bearbeitung betreffend die Beeinflussung von H2 und Biomethan im Bereich Infrastruktur und Kundenanlagen sowie die Entwicklung einer standardisierten Gasaufbereitung für Biogas abgeschlossen. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Forschungsprojekte im Bereich erneuerbare Gase (z.B. Hygrid und Sethub) initiiert.

Unter Berücksichtigung des EAG Zielpfades zur Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Gasen werden entsprechende Anschlusskonzepte für Biogasanlagen erstellt. Auf Grundlage von Kundenanfragen und Netzkapazitätsbetrachtungen werden geeignete Einspeisepunkte ermittelt und bei Bedarf Verdichteranlagen errichtet. Weiters ist die Prüfung der „GreenGas- bzw. H2- Readiness“ ein wesentlicher Bestandteil der Instandhaltungsstrategie. Die Auswahl der Materialien für neu errichtete Leitungsanlagen erfolgt bereits hinsichtlich zukünftiger Anforderungen für den Transport von erneuerbaren Gasen (Wasserstoff, Biomethan, synthetisches Methan). Generell wird bei der Auswahl sämtlicher neu verbauter Materialien die Wasserstoffverträglichkeit geprüft. Mit der neuen ÖVGW Richtlinie G B210 (Gasbeschaffenheit) ist bereits jetzt ein Anteil von 10 % H2 im Gasnetz möglich.

VI. VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG, RISIKEN und KONZERNKRISENMANAGEMENT

1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens und Ausblick

„Mit leistungsfähigen, effizienten und sicheren Netzen ermöglichen wir die grüne Transformation in der Steiermark“ basiert auf den vier handlungsleitenden Kernelementen leistungsstarke Stromnetze, dekarbonisierte Gasnetze, digitale Systemführung und kundenzentrierte Services. Daraus abgeleitet wurden strategische Leitziele und Initiativen zur Operationalisierung und Strategieumsetzung erarbeitet.

Die künftige Entwicklung als auch der Unternehmenserfolg sind wesentlich bestimmt durch die regulatorischen Zielvorgaben und Rahmenbedingungen sowie durch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und deren Einfluss auf die Energieabgabe an Industrie, Gewerbe, weiterverteilende Netzbetreiber und private Haushalte.

Nach intensiven Verhandlungen zwischen ECA, der Branche (Oesterreichs Energie bzw. Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen) und den Legalparteien (WKÖ und BAK) wurde mit Ende 2022 die neuen Regulierungssystematik für die 4. Regulierungsperiode (RP) der Gasverteilernetzbetreiber (2023 bis 2027) sowie mit Ende 2023 die neue Regulierungssystematik für die 5. RP der Stromverteilernetzbetreiber (2024 bis 2028) sowie die neuen Effizienzwerte für die EN (Strom und Gas) festgelegt, welche die regulatorischen Rahmenbedingungen für diesen Zeitraum determinieren.

Unter Berücksichtigung der hohen zukünftigen Anforderungen im Zusammenhang der Energiesystemwende in den Strom- und Gasverteilernetzen (u.a. Erneuerbaren-Ausbau Gesetz (EAG), Dekarbonisierungsziele im Gasbereich, Vorgaben zur Klimaneutralität bis 2040) stellt die neue Regulierungssystematik eine Weiterentwicklung („Regulierungswende“) der bisherigen Systematik dar. Ende 2025 erfolgte die bescheidmäßige Feststellung der Kostenbasis und des Mengengerüstes für die EN (Segment Strom und Gas) für 2026 (Basis für SNE-V Novelle 2026 bzw. GSNE-VO Novelle 2026) mit entsprechenden Erhöhungen der anerkannten Kostenbasis 2026 zum Vorjahr (u.a. resultierend aus den stark steigenden Investitionen/CAPEX im Segment Strom).

Die Netzentgelte für Verbraucher (Netznutzung und Netzverluste) im Netzbereich Steiermark - Strom verändern sich für das Jahr 2026 durchschnittlich um -2 %. Die Netznutzungsentgelte reduzieren sich durchschnittlich um -1 %. Die Netzverlustentgelte reduzieren sich um durchschnittlich -21 %. Wie bereits im Jahr 2025 kommt es auch im Jahr 2026 zu einer Differenzierung der Netzverlustentgelte zwischen Verbraucher und Einspeiser wobei für Einspeiser ein einheitliches Netzverlustentgelt iHv 0,279 Cent/kWh (durchschnittlich um -8 %) über alle Netzebenen und Netzbereiche festgelegt wurde. Im Netzbereich Steiermark – Gas wird sich für 2026 eine durchschnittliche Tariferhöhung in der Netzebene 2 in Höhe von +17,4 % und in der Netzebene 3 in Höhe von +27,8 % ergeben.

Die Energienetze Steiermark GmbH plant, unter Berücksichtigung der Anforderungen aus dem EAG und somit aus dem Erfordernis des Anschlusses bzw. der Netzintegration der stark steigenden erneuerbaren Erzeugung sowie zur Erhaltung bzw. weiteren Steigerung der Versorgungssicherheit, steigende Investitionen in das Stromnetz. Dazu zählen insbesondere die Verstärkung des 110-kV Netzes, die Errichtung neuer Umspannwerke und Ausbau und Automatisierung des Mittel- und Niederspannungsnetzes unter Berücksichtigung der selektiven Verkabelungsstrategie.

Für den Gasbereich wird in der Flächengasversorgung aufgrund des vorliegenden energiepolitischen Umfeldes von einer Stagnation bzw. tendenziell rückläufigen Mengenentwicklung, bei gleichzeitiger Steigerung des Leistungsbedarfes im Industrie- und Kraftwerksbereich ausgegangen. Als Investitionsschwerpunkt wird in der Netzebene 3, im Rahmen der Dekarbonisierungsstrategie, mit verstärkter Einspeisung von erneuerbaren Gasen (Biomethan/Wasserstoff) – gesetzt. Im Gas Verteilnetz der Netzebene 3 ist zukünftig aufgrund der aktuellen gesetzlichen Entwicklungen (Gasheizungsverbot im Neubau) von keinen weiteren Neuanschlüssen auszugehen.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Vorbereitung zur Umsetzung des neuen EU-Gasmarktpakets, insbesondere des Markt- und Finanzierungsmodell H2 Startnetz und der Stilllegungsstrategie Netzebene 3. Zusätzlich wurde mit der Umsetzung der Anforderungen gemäß der neuen EU Methanemissions-VO begonnen.

Auf Basis der genannten Rahmenbedingungen werden weiterhin steigende operative Ergebnisbeiträge erwartet.

2. Wesentliche Risikomanagementmaßnahmen

Regulatorische Risiken

Das Hauptrisiko besteht in möglichen Änderungen des Regulierungssystems durch die Energie- Control Austria (ECA), insbesondere bei Kostenanerkennung und Verzinsung. Durch aktive Mitwirkung im Regulierungsprozess werden Unsicherheiten minimiert und eine angemessene Kostendeckung sowie faire Rendite abgesichert.

Umfeldrisiken minimiert

Netzabsatzmengenschwankungen werden über das Regulierungskonto ausgeglichen. Das Risiko von Zahlungsausfällen bei Industrie- und Gewerbekunden bleibt erhöht, wird jedoch durch angepasste Rückstellungen adressiert.

Energienetze Steiermark GmbH

Versorgungssicherheit gewährleistet

Naturereignisse und Netzausfälle stellen ein wesentliches Risiko dar. Diese werden durch Versicherungen, ein etabliertes Krisenmanagement sowie Maßnahmen zur schnellen Wiederherstellung der Betriebsfunktionen wirksam gemindert. Die Auswirkungen des Klimawandels werden durch gezielte Maßnahmen adressiert.

Anlagen- und Netzbetriebsrisiken minimiert

Betriebsrisiken werden durch Investitions-, Instandhaltungs- und Betriebsführungsprogramme sowie Versicherungen reduziert. Die Netzleitwarte ist redundant und nach ISO 27001 zertifiziert, wodurch die IT-Sicherheit gewährleistet ist.

Keine derivativen Finanzinstrumente

Die Energienetze Steiermark GmbH setzt keine derivativen Finanzinstrumente ein. Originäre Finanzinstrumente werden risikoavers innerhalb eines strengen Limitsystems über das zentrale Treasury abgewickelt, wobei das S&P A-Rating der Energie Steiermark AG eine dementsprechende Risikominimierung gewährleistet.

Gesamtrisikoposition und -beurteilung

Im unternehmensweiten Risikomanagementsystem wurden keine wesentlichen Risiken, Bedrohungen und Ungewissheiten identifiziert, die für das Geschäftsjahr 2026 sowie in der Mittelfristsicht einzeln oder in ihrem Wirkungszusammenhang für die Energienetze Steiermark GmbH bestandsgefährdende Wirkung haben könnten.

Begleitende Kontrolle und Steuerkontrollsystem

Durch die Teilnahme an der Begleitenden Kontrolle ist die Energienetze Steiermark GmbH zur Führung eines Steuerkontrollsystems (SKS) gem § 153b Abs 6 BAO verpflichtet. Das SKS umfasst die Summe aller Maßnahmen, die gewährleisten, dass die Besteuerungsgrundlagen für die jeweilige Abgabenart in der richtigen Höhe ausgewiesen und die darauf entfallende Steuern termingerecht und in der richtigen Höhe abgeführt werden. Dieses SKS ist integraler Bestandteil des internen Kontrollsystems der Energienetze Steiermark GmbH. 2025 wurde die gesetzlich vorgeschriebene Wirksamkeitsprüfung erfolgreich abgeschlossen. Damit wurde die Voraussetzung für den weiteren Verbleib in der Begleitenden Kontrolle erfüllt.

3. Professionelles Konzernkrisenmanagement

Im Jahr 2008 hat die Energie Steiermark als eines der ersten Unternehmen in der Energiebranche Österreichs ein professionelles Konzernkrisenmanagement (KM) aufgebaut. Alle Bedrohungsszenarien, welche auf Basis von Business Impact Analysises ermittelt wurden, werden regelmäßig und intensiv durch das KM-Team beübt und extern evaluiert (Übungsbericht durch externe AuditorInnen).

Der Vorstand hat 2024 den Generationswechsel in den Funktionen „Leiter Krisenmanagement“ und „Krisenstabschef“ inkl. Ausbildung und Beübung eingeleitet. Die bisherigen Funktionsträger stehen bis zu ihrem Ausscheiden als Einsatzreserve zur Verfügung.

VII. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Energienetze Steiermark GmbH ist zusammen mit verschiedenen Forschungsinstitutionen und weiteren Unternehmen Projektpartner im Bereich innovativer Netzprojekte sowohl im Strom- als auch im Gasbereich.

Im europäischen Forschungsprojekt PARMENIDES wird in den Ortsnetzen Gasen und Heimschuh ein neues Energiemanagementsystem getestet. Dabei wird das Zusammenspiel von Batteriespeichern, Kundenverhalten und netztechnischen Maßnahmen untersucht. Ein neu entwickelter Steueralgorithmus soll Spannungsniveau und Leistungsflüsse im Netz optimieren und die dynamische Nutzung der Speicherkapazitäten ermöglichen. Das Projekt hilft, Herausforderungen der Energiewende und der dezentralen Energieerzeugung besser zu verstehen und zu bewältigen. Langfristig soll der Algorithmus eine hohe Integration von PV-Anlagen und Batteriespeichern ins Netz ermöglichen, Netzüberlastungen vermeiden und einen effizienten Ausbau der Netze ermöglichen. Die im Projekt PARMENIDES entwickelten dynamischen Hüllkurven wurden im Jahr 2025 erfolgreich in einem Closed-Loop-Test validiert.

Das Reallabor WEIZ+ zielt auf die Entwicklung eines integrierten, regionalen Energiesystems ab, das auf viele andere Regionen in Österreich übertragbar ist. Dabei werden regionsspezifische Herausforderungen in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität untersucht. Die Energienetze Steiermark GmbH ist Projektpartner im Reallabor WEIZ+ und im Leitprojekt Fossilfree4Industry und stellt Daten aus verschiedenen Quellen zur Verfügung. Zudem entwickelt und verifiziert sie Simulationsalgorithmen. Die Standorte Passail (Großspeicher) und St. Margarethen a. d. Raab (P2G- Anlage und Batteriespeicher) werden entwickelt und in das Reallabor integriert. Alle Standorte werden zentral gesteuert. Die Projektbeteiligung und der Fokus liegt aus Sicht der Energienetze Steiermark auf netzdienliche Betriebsweise.

Das Projekt iKlimEt entwickelt Open-Source-Simulationstools für die Energiesystemplanung, die Klimawandelfolgen und Extremereignisse berücksichtigen. 2025 wurde eine Plattform für den Datenaustausch geschaffen und mit umfangreichen Energiedaten und Klimaszenarien befüllt. Diese Daten werden von TU Wien und Universität Salzburg mittels Machine Learning für die Modellierung aufbereitet. Zusätzlich wurde bei der Energienetze Steiermark GmbH ein Modell zur Abschätzung des witterungsbedingten Freileitungsbetriebes angewandt, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Übertragungskapazitäten darzustellen. Parallel wurden die Entwicklungen am Energiesystem-modell LEGO vorangetrieben, sodass eine umfassende Energiesystemsimulation bis 2040 mit Einbezug klimatischer Veränderungen möglich wird.

Das europäische Forschungsprojekt INSIEME verfolgt das Ziel, einen gemeinsamen Energiedatenraum in Europa zu etablieren. Im Fokus stehen der sektorübergreifende Datenaustausch, Interoperabilität und die Förderung technologischer Innovationen. Ein Kernaspekt ist die Vernetzung bestehender Datenplattformen. Seit dem Projektstart im April 2025 wurden Referenzmodelle für die Prozessentwicklung konzipiert und umgesetzt. Im November begann die Arbeit an Governance-Modellen, Informationsstandards sowie IT-Sicherheit und Datenschutz. Für das kommende Jahr sind Pilotprojekte mit flexiblen Anschlussvereinbarungen geplant. Diese basieren auf digitalen Schnittstellen, Prognosemodellen und Hüllkurvenverfahren. Erste Tests umfassen die Schnittstellen-Initialisierung, das Onboarding flexibler Kunden sowie die Aktivierung von Flexibilitätsoptionen. Ziel ist die Praxistauglichkeit der Konzepte und die Grundlage für eine breite Implementierung im europäischen Energiedatenraum.

Das Projekt H2REAL verfolgt das Ziel, ein „Hydrogen Valley“ in Ostösterreich zu etablieren und damit die Grundlage für Wasserstofftechnologien und deren Anwendungen zu schaffen. Durch die Integration bestehender und neuer Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette sollen Emissionen reduziert, die Dekarbonisierung vorangetrieben und die Kosten für grünen Wasserstoff gesenkt werden. Die Energienetze Steiermark leisten dabei einen wesentlichen Beitrag zur optimierten Netzintegration von Wasserstoff. Der Fokus des Projektes richtet sich verstärkt auf die geplante Beimischung von Wasserstoff in das bestehende Erdgasnetz am Standort Gabersdorf. Die bisherigen Erkenntnisse aus H2REAL fließen in die technische Konzeption dieses Projekts ein. Damit wird ein wichtiger Schritt zur praktischen Umsetzung von Sektorkopplung und zur Integration von Wasserstoff in bestehende Infrastrukturen gesetzt. Ergänzend wird die Möglichkeit einer Wärmeauskopplung aus der bereits in Betrieb befindlichen Elektrolyse in Gabersdorf modelltechnisch untersucht.

HyGrid2 ist ein strategisches Innovationsprojekt zur Transformation bestehender Erdgasinfrastrukturen für den Transport von Wasserstoff. Ziel ist es, technische und sicherheitsrelevante Grundlagen für den Betrieb von Leitungen mit 100 % Wasserstoff zu schaffen und damit einen entscheidenden Beitrag zur Dekarbonisierung des Energiesystems zu leisten. Das Projekt wurde um ein Jahr verlängert und läuft nun bis September 2026. Der aktuelle Fokus liegt auf umfassenden Materialprüfungen, deren Ergebnisse die Eignung der Materialien für Wasserstoffanwendung nachweisen sollen. Für den geplanten Demonstrator in Gabersdorf sind die technischen Spezifikationen definiert, die Genehmigungsprozesse abgeschlossen. Die Inbetriebnahme, der in den Demonstrator integrierten umgewidmeten Erdgasleitung, erfolgt ab Juni 2025. Dadurch können praxisnahe Erfahrungen gesammelt und die Machbarkeit validiert werden.

Das Projekt INNOnet untersucht die Effekte von lastabhängigen Netztarifen auf das Lastverhalten der Kund:innen in einer Regulatory Sandbox mit mehr als 1.000 Haushalten und entwickelt optimierte Tarifstrukturen, um den Herausforderungen der Energiewende für die Stromnetze effektiv zu begegnen. Die Resultate des Projekts ermöglichen es Entscheidungsträgern im Energiesystem, unterschiedliche Optionen für zukünftige Netztarifformen auf ihre Tauglichkeit zu evaluieren, um sowohl die zukünftigen netztechnischen Problemstellungen zu entschärfen als auch die Akzeptanz der Kund:innen zu gewährleisten. Im Jahr 2025 wurde der Antrag für die Regulatory Sandbox zur Testung dynamischer Netztarife genehmigt, und die Pilotphase in den Feldtestregionen gestartet. Nach einer Laufzeit von einem Jahr werden die Auswirkungen dynamischer Netztarife analysiert. Aufgrund des Abstimmungs- und Genehmigungsprozesses der Regulatory Sandbox wurde das Projekts INNOnet bis Herbst 2026 verlängert.

Energienetze Steiermark GmbH

Darüber hinaus wird an weiteren F&E-Projekten, die innovative Lösungen für die Energiewende adressieren, gearbeitet. Dazu zählen der multimodale Einsatz von Batteriespeichersystemen, bidirektionales Laden von Elektrofahrzeugen für netzdienliche Anwendungen sowie die Entwicklung digitaler Kundenschnittstellen. Ergänzend beschäftigen wir uns mit fortschrittlichen Netztechnologien wie Dynamic Line Rating zur optimierten Auslastung von Freileitungen und der Anwendung von Operational Envelopes, um flexible Betriebsgrenzen für Netzanschlüsse zu definieren. Diese Ansätze tragen dazu bei, die Integration erneuerbarer Energien zu erleichtern und die Versorgungssicherheit auch unter veränderten Rahmenbedingungen zu gewährleisten.

Graz, am 30. Jänner 2026

Die Geschäftsführung

Wey

Qipl.-Ing. (FH) Manfred*Pàchernegg

Dipl.-Ing. Dr. Franz Strèmpfl

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