Inhaltsverzeichnis
Otto Bock Healthcare Products GmbH, Wien
ottobock.
Beilage II/2
Inhalt
1 Lagebericht 2025. .. 3 1.1 Bericht über den Geschäftsverlauf . .. 3 1.2 Bericht über die finanziellen Leistungsindikatoren. .. 4 1.2.1 Vermögenslage . .. 6 1.2.2 Finanzlage (Cashflow) . .. 7 1.3 Bericht über die nicht finanziellen Leistungsindikatoren . .. 9 1.3.1 Standortentwicklung . .. 9 1.3.2 Mitarbeiterinnen . .. 9 1.3.3 Nachhaltigkeitsmanagement. .. 10 1.4 Bericht über die Risiken des Unternehmens. .. 11 1.5Bericht über die Forschung und Entwicklung . .. 13 2 Ausblick. .. 15
Bericht der Geschäftsführung
1 Lagebericht 2025
1.1 Bericht über den Geschäftsverlauf
Im Jahr 2025 verzeichnete die Ottobock Healthcare Products GmbH erneut ein starkes Umsatzwachstum, das maßgeblich durch die gestiegene Nachfrage nach den in Wien gefertigten Produkten getragen wurde. Diese positive Entwicklung unterstreicht das hohe Vertrauen der Kundinnen und Kunden in die Qualität sowie die Innovationskraft des Unternehmens.
Die erhöhte Nachfrage brachte zugleich Herausforderungen mit sich, insbesondere im Hinblick auf die Sicherstellung der Materialverfügbarkeit sowie die effiziente Nutzung der Fertigungskapazitäten. Dies erforderte eine vorausschauende Planung und enge Koordination, um einen reibungslosen Produktionsablauf zu gewährleisten und stabile Lieferketten sicherzustellen.
Zur weiteren Stärkung der Produktionskapazitäten wurde der Ausbau des Schwesterwerkes in Blagoevgrad konsequent vorangetrieben. Diese Investition stellt einen wesentlichen Baustein dar, um den steigenden Produktionsanforderungen gerecht zu werden und die geplanten Wachstumsziele zu erreichen.
Zu den Highlights des Geschäftsjahres 2025 zählen der Launch der connectGo-Pro App (App for Professionals) sowie mehrere Produkteinführungen im Bereich der oberen Extremität im Juni, darunter die Nxt Speed Hand, das Modular Wrist und die entsprechende Nxt App. Diese Innovationen wurden sowohl von Kundinnen und Kunden als auch von Fachkreisen äußerst positiv aufgenommen und festigen die führende Position der Ottobock Healthcare Products GmbH in der Medizintechnik.
Die insgesamt positive Geschäftsentwicklung spiegelt sich auch in weiteren Produktbereichen wider. Besonders hervorzuheben ist im Geschäftsjahr 2025 der Update-Launch des Kenevo-Gelenks für Anwenderinnen und Anwender mit niedriger Mobilität in den USA sowie die Einführung einer höheren Wasserdichtigkeitsklasse ab November 2025. Nach der Medicare-Öffnung für niedrig mobile Patientengruppen im Jahr 2024 konnten die Verkaufszahlen des Kenevo weiter gesteigert werden.
Darüber hinaus ermöglicht das C-Leg seit diesem Geschäftsjahr intuitives Fahrradfahren. Auch die Verkaufszahlen des C-Brace entwickelten sich erwartungsgemäß positiv weiter. Diese Entwicklungen unterstreichen die breite Marktakzeptanz der Produktlösungen sowie die erfolgreiche Positionierung des Unternehmens in unterschiedlichen Mobilitätssegmenten.
Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Wien blieb mit durchschnittlich 592 Beschäftigten (Vorjahr: 589 Beschäftigte) weitgehend stabil. In dieser Zahl sind freie Mitarbeitende, Praktikantinnen und Praktikanten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Karenz nicht enthalten.
Seitens der Gesellschaft werden, wie im Vorjahr, keine Zweigniederlassungen betrieben.
1.2 Bericht über die finanziellen Leistungsindikatoren
Umsatzentwicklung in Mio EUR
140 152 146 176 209 261
2020 2021 2022 2023 2024 2025
Die finanzielle Entwicklung der Ottobock Healthcare Products GmbH im Geschäftsjahr 2025 war durch eine hohe operative Dynamik sowie eine insgesamt positive Geschäftsentwicklung geprägt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die anhaltend hohe Nachfrage nach innovativen medizintechnischen Produkten wirkten sich unterstützend auf die Umsatzentwicklung aus. Insbesondere die erfolgreiche Einführung neuer Produkte sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender Lösungen trugen zur weiteren Festigung der Marktposition und zur Verbesserung der finanziellen Leistungsindikatoren bei.
Der Gesamtumsatz der Ottobock Healthcare Products GmbH verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Anstieg und belief sich auf EUR 260,9 Mio. (Vorjahr: EUR 209,1 Mio.). Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die starke Performance im Tätigkeitsbereich Produktverkäufe zurückzuführen. Hervorzuheben ist insbesondere der im Jahr 2025 fortgesetzte erfolgreiche Marktauftritt des neuen Flagship-Produktes Genium X4, das maßgeblich zum Umsatzwachstum beigetragen hat. Darüber hinaus zeigte sich über die gesamte Produktpalette hinweg eine durchgehend stabile bis positive Entwicklung, wodurch die Marktposition des Unternehmens weiter gestärkt werden konnte.
Die zentralen finanziellen Leistungsindikatoren der Ottobock Healthcare Products GmbH entwickelten sich im Geschäftsjahr 2025 insgesamt stabil. Sowohl der Return on Investment (ROI), definiert als Verhältnis von EBIT zu Gesamtkapital, als auch die Umsatzrentabilität konnten im Vergleich zum Vorjahr verbessert werden. Die Kennzahlen bewegen sich weiterhin auf einem soliden Niveau und spiegeln die nachhaltige operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens wider. Die Stabilität dieser Werte ist insbesondere auf eine ausgewogene Kostenstruktur sowie eine kontinuierliche Ergebnisqualität zurückzuführen - auch unter Berücksichtigung eines dynamischen Marktumfelds und steigender Anforderungen an die Organisation.
Das Finanzergebnis hat sich im Geschäftsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert und weist einen Aufwand in Höhe von EUR 0,5 Mio. (Vorjahr: EUR 2,1 Mio.) aus. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Zinsaufwendungen für langfristige Rückstellungen in Höhe von EUR 1.028.599,58 sowie den Rückgang der Intercompany Zinsaufwendungen in Höhe von EUR 558.417,42 zurückzuführen.
| 2025 | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Return on Investment (in %): | ||
| EBIT * 100 | ||
| 29,1% Gesamtkapital | 20,0% | 19,5% |
| Umsatzrentabilität (in %): | ||
| Ergebnis vor Steuern | ||
| 21,6% Umsatzerlöse | 16,6% | 16,5% |
1.2.1 Vermögenslage
Die Vermögenslage der Ottobock Healthcare Products GmbH zeigt im Geschäftsjahr 2025 eine insgesamt weiterhin günstige Entwicklung, wobei die einzelnen Kennzahlen unterschiedliche Tendenzen aufweisen. Das Working Capital stieg deutlich von EUR 29,8 Mio. auf EUR 50,7 Mio. und reflektiert die erhöhte operative Aktivität sowie das gewachsene Geschäftsvolumen. Die Eigenmittelquote verbesserte sich im selben Zeitraum von 27,6 % auf 33,2 %, was im Wesentlichen auf das deutlich gestiegene Jahresergebnis sowie, gegenüber dem Vorjahr, deutlich niedrigere Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, zurückzuführen ist. Auch die Anlagendeckung erhöhte sich leicht von 1,5 % auf 1,8 % und unterstreicht die weiterhin ausgewogene Finanzierung des Anlagevermögens. Die fiktive Schuldentilgungsdauer verkürzte sich von 3,8 auf 2,4 Jahre und zeigt eine verbesserte Fähigkeit zur Rückführung bestehender Verbindlichkeiten. Insgesamt präsentiert sich die Kapitalstruktur stabil und bietet eine verlässliche Grundlage, um den Anforderungen eines wachsenden Produktions- und Entwicklungsstandorts gerecht zu werden.
| 2025 | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Working Capital (in Mio. EUR): | |||
| kurzfristiges Vermögen abzgl. | |||
| kurzfristige Schulden | 50,7 | 29,8 | 18,6 |
| Anlagendeckung (in %): | |||
| Eigenmittel + langfristiges FK | |||
| Anlagevermögen | 1,8 | 1,5 | 1,3 |
| Fiktive Schuldentilgungsdauer (in Jahren): | |||
| Rückstellungen + Schulden – liquide Mittel | 2,4 | 3,8 | 3,5 |
| Mittelüberschuss | |||
| Eigenmittelquote gemäß &23 URG (in %): | |||
| Eigenkapital + unversteuerte Rücklagen * 100 | 33,2% | 27,6% | 35,7% |
| Gesamtkapital abzgl. Anzahlungen für Vorräte |
Effektivverschuldung, Eigenkapital, Eigenkapitalquote in Mio. EUR
| 37,60% 150 | 5,70% | 40,00% | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 3,20% | |||||
| 30,00% | |||||
| 100 | |||||
| 65 20,00% | |||||
| 50 | |||||
| 10,00% | |||||
| 0,00% | |||||
| 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
| Effektivverschuldung | Eigenkapital | Eigenmittelquote | |||
Beilage II/7
1.2.2 Finanzlage (Cashflow)
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Ergebnis vor Steuern | 56.449 | 34.672 |
| Überleitung auf den Netto-Geldfluss aus der Geschäftstätigkeit | ||
| +/- Abschreibungen / Zuschreibungen auf Vermögens- | ||
| gegenstände des Investitionsbereiches | 4.284 | 4.190 |
| -/+ Gewinn / Verlust aus dem Abgang von Vermögens- | ||
| gegenständen des Investitionsbereiches | 30 | 40 |
| -/+ Zunahme / Abnahme Vorräte, Forderungen aus Lieferungen | ||
| und Leistungen sowie anderer Aktiva | -2.154 | -9.252 |
| +/- Zunahme / Abnahme der Rückstellungen ausgenommen | ||
| für Ertragssteuern | 16.733 | 7.462 |
| +/- Zunahme / Abnahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen | ||
| und Leistungen sowie anderer Passiva | -18.959 | 39.319 |
| Nettogeldfluss aus der Geschäftstätigkeit | 56.383 | 76.431 |
| - Zahlung der Ertragssteuern | -11.986 | -7.361 |
| Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 44.397 | 69.070 |
| + Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen) | 77 | 12 |
| - Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen) | -4.594 | -4.172 |
| Nettogeldfluss aus Investitions-Tätigkeit | -4.517 | -4.160 |
| - Auszahlungen aus der Bedienung des Eigenkapitals | -30.000 | -30.000 |
| + Einzahlung von Kapitalrücklagen (aus Verschmelzung) | 0 | 818 |
| + Einzahlung für die Aufnahme von Krediten von verbundenen | ||
| Unternehmen (Cash-Pooling) | 0 | -9.482 |
| - Auszahlungen für Tilgung von Krediten von verbundenen | ||
| Unternehmen (Cash-Pooling) | -9.798 | -27.569 |
| +/- Einzahlung/Auszahlung für die Aufnahme/Tilgung von | ||
| sonstigen Finanzkrediten | -82 | 1.316 |
| Nettogeldfluss aus der Finanzierungs-Tätigkeit | -39.880 | -64.917 |
| Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | 0 | -7 |
| + Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 2 | 9 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 2 | 2 |
Beilage II/8
Die Finanzlage der Ottobock Healthcare Products GmbH war im Geschäftsjahr 2025 durch einen deutlich rückläufigen Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit geprägt. Dieser verringerte sich trotz eines höheren Jahresergebnisses von EUR 69,1 Mio. im Vorjahr auf EUR 44,4 Mio. und spiegelt im Wesentlichen den Abbau von Verbindlichkeiten wider, der insbesondere durch das gestiegene Volumen an Produktverkäufen ausgelöst wurde.
Der Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit belief sich auf EUR –4,5 Mio. (Vorjahr: EUR –4,2 Mio.) und lag damit weiterhin auf einem stabilen Niveau. Er resultiert unter anderem aus der Investition in eine neue Photovoltaikanlage am Standort Wien sowie aus erhöhten Ausgaben für neue Fertigungsmaschinen zur Vorbereitung kommender Produktgenerationen.
Der Netto-Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit verbesserte sich von EUR –65 Mio. auf EUR –39,9 Mio. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die Reduktion der Cash-Pooling-Verbindlichkeiten zurückzuführen, die durch das sehr gute Jahresergebnis ermöglicht wurde.
1.3 Bericht über die nicht finanziellen Leistungsindikatoren
1.3.1 Standortentwicklung
Am Standort wurden im Berichtszeitraum laufend Maßnahmen zur Weiterentwicklung der betrieblichen Organisation und Infrastruktur umgesetzt. Ziel dieser Initiativen ist es, die Effizienz interner Abläufe nachhaltig zu erhöhen sowie die organisatorischen Voraussetzungen für weiteres Wachstum zu schaffen. Dabei stehen insbesondere die Optimierung der Flächennutzung, die Weiterentwicklung von Arbeitskonzepten sowie die Sicherstellung einer leistungsfähigen betrieblichen Infrastruktur im Fokus.
Die Fertigungsflächen werden laufend im Rahmen von LEAN-Maßnahmen optimiert, um Effizienz und Produktivität nachhaltig zu steigern. Im Jahr 2025 wurde dieses Konzept kontinuierlich weiterentwickelt, wodurch weitere Verbesserungen in den Produktionsabläufen sowie in der Produktqualität erzielt werden konnten.
1.3.2 Mitarbeiterlnnen
Im Bereich Personal und Organisation wurden im Geschäftsjahr 2025 weitere Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Arbeitsbedingungen und zur Stärkung der Unternehmenskultur umgesetzt. Hervorzuheben ist die Bestellung eines neuen Barrierefreiheitsbeauftragten, der die Weiterentwicklung barrierefreier Strukturen und Prozesse im Unternehmen unterstützt und entsprechende Maßnahmen koordiniert.
Darüber hinaus wurde das mit 1. Jänner 2025 in Kraft getretene Telearbeitsgesetz im Unternehmen umgesetzt und in bestehende Arbeitsmodelle integriert. In diesem Zusammenhang wurde die bestehende Betriebsvereinbarung entsprechend angepasst und neu abgeschlossen, wodurch ein klarer Rahmen für ortsunabhängiges Arbeiten innerhalb Österreichs unter Wahrung eines ausgewogenen Verhältnisses zur physischen Präsenz geschaffen wurde.
Ergänzend dazu konnten im Berichtszeitraum insgesamt fünf neue Betriebsvereinbarungen abgeschlossen werden. Diese betreffen unterschiedliche Bereiche der Zusammenarbeit und tragen zur weiteren Ausgestaltung transparenter und moderner Arbeitsbedingungen bei.
Der Standort nimmt regelmäßig an der konzernweiten Mitarbeiterbefragung teil, die ein wesentliches Instrument zur Erhebung von Mitarbeiterzufriedenheit und Engagement darstellt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für gezielte Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung von Arbeitsbedingungen, Kommunikation und Unternehmenskultur.
Darüber hinaus wird laufend in die technische Ausstattung der Mitarbeitenden investiert, insbesondere zur Unterstützung der Telearbeit, um eine effiziente und den Anforderungen entsprechende Arbeitsumgebung sicherzustellen.
Beilage II/10
1.3.3 Nachhaltigkeitsmanagement
Ottobock Healthcare Products GmbH ist sich ihrer Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft bewusst und engagiert sich aktiv für eine nachhaltige Entwicklung. Im Jahr 2025 wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens weiter voranzutreiben und einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Im Jahr 2025 hat Ottobock seine Dekarbonisierungsstrategie mit der Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage am Standort Wien vorangetrieben.
Die Nachhaltigkeitsstrategie der Ottobock Healthcare Products GmbH orientiert sich an den konzernweiten Richtlinien sowie an internationalen Standards. Ziel ist es, ökologische, soziale und ökonomische Aspekte in Einklang zu bringen und ein nachhaltiges Wachstum sicherzustellen. Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein internes Audit zum CO2-Berichtswesen sowie zu den damit verbundenen Maßnahmen durchgeführt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse führten zu einer weiteren Schärfung des Bewusstseins für Nachhaltigkeitsthemen und setzten zusätzliche Impulse für die Weiterentwicklung bestehender Initiativen.
Im Umweltbereich wurden verschiedene Initiativen umgesetzt, um die Umweltbelastung weiter zu reduzieren. Dazu zählen Maßnahmen zur Energieeinsparung, Emissionsminderung, Abfallreduktion, eine nachhaltige Gestaltung der Wertschöpfungskette, Nachhaltigkeit im Produktdesign sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen. Ottobock Healthcare Products GmbH setzt verstärkt auf erneuerbare Energien und optimiert kontinuierlich die Produktionsprozesse, um den ökologischen Fußabdruck des Unternehmens weiter zu verringern.
Ottobock Healthcare Products GmbH engagiert sich auch im sozialen Bereich. Das Unternehmen fördert Chancengleichheit, unterstützt lokale Gemeinschaften und investiert in die Weiterbildung und Entwicklung der Mitarbeiter. Durch verschiedene Programme und Partnerschaften trägt das Unternehmen zur Verbesserung der Lebensqualität und sozialen Integration bei.
Ottobock Healthcare Products GmbH wird auch in Zukunft ihre Nachhaltigkeitsbemühungen fortsetzen und weiter ausbauen. Das Unternehmen strebt danach, innovative Lösungen zu entwickeln, die sowohl ökologisch als auch sozial nachhaltig sind, und setzt sich dafür ein, die Nachhaltigkeitsziele kontinuierlich zu erreichen und zu übertreffen.
1.4$ Bericht über die Risiken des Unternehmens
Die Ottobock Healthcare Products GmbH orientiert sich im Risikomanagement an den konzernweiten Richtlinien sowie an etablierten Best Practices, um potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu steuern. Im Geschäftsjahr 2025 wurde die konzernweite Risikomanagement-Policy überarbeitet und am Standort implementiert. In diesem Zusammenhang wurden bestehende Prozesse weiter geschärft und die Sensibilisierung für risikorelevante Themen innerhalb der Organisation erhöht.
Das Risikomanagementsystem stellt die strukturierte und frühzeitige Erkennung und Bewertung wesentlicher Risiken sicher. Dieses System regelt den gesamten Risikomanagementprozess, von der Identifizierung, Bewertung und Steuerung, bis hin zur Berichterstattung und Analyse von Risiken und Chancen. Ziel ist eine systematische Früherkennung interner und externer Risiken und Chancen, aufbauend auf einer einheitlichen Risikokultur und einem angemessenen Risikobewusstsein. Das Risikomanagement dient als Führungsinstrument, das die Organisation dabei unterstützt, die jeweiligen Geschäftsziele zu erreichen und Schaden abzuwenden. Dies umfasst sowohl finanzielle als auch operationelle Risiken, die das Geschäft beeinträchtigen könnten.
Die Identifikation und Bewertung von Risiken erfolgen durch regelmäßige Analysen und Bewertungen der internen und externen Faktoren, die das Unternehmen beeinflussen könnten. Hierbei werden verschiedene Methoden und Tools eingesetzt, um eine umfassende Risikobewertung zu gewährleisten Um die identifizierten Risiken zu minimieren, werden gezielte Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören unter anderem die Implementierung von Kontrollmechanismen, die Optimierung von Prozessen und die Schulung der Mitarbeiter, um das Bewusstsein für Risiken zu schärfen und die Fähigkeit zur Risikobewältigung zu verbessern.
Die Gesellschaft entwickelt laufend neue Produkte. Als verantwortlicher Produzent können Produktfehler und Risiken aus der Einhaltung von Registrierungs- und Marktbestimmungen bzw. Genehmigungen zu Belastungen führen. Die Gesellschaft sorgt für diese Risiken im Rahmen der Bildung von Gewährleistungsrückstellungen vor.
Die Überwachung und Berichterstattung über Risiken erfolgt kontinuierlich, um sicherzustellen, dass die Risikomanagementprozesse effektiv sind und gegebenenfalls angepasst werden können. Das Unternehmen legt großen Wert auf Transparenz und regelmäßige Kommunikation über die Risikosituation und die ergriffenen Maßnahmen.
Durch diese umfassende Risikomanagementstrategie stellt Ottobock Healthcare Products GmbH sicher, dass das Unternehmen gut auf mögliche Herausforderungen vorbereitet ist und langfristig erfolgreich bleibt.
Beilage II/12
Der Marktwert der flüssigen Mittel und kurzfristigen Veranlagungen, kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten entspricht aufgrund der täglichen oder kurzfristigen Fälligkeit im Wesentlichen dem Buchwert. Für derartige Finanzinstrumente werden aufgrund der täglichen oder kurzfristigen Fälligkeit keine Sicherungsgeschäfte gegen das Preisänderungsrisiko abgeschlossen.
Derivative Finanzinstrumente werden, wie im Vorjahr, nicht eingesetzt.
Beschaffungs- und absatzseitig wird zur überwiegenden Mehrheit im Euroraum agiert, daher werden Währungsschwankungen ebenfalls nicht abgesichert. Einerseits kann der Liquiditätsbedarf für das laufende Geschäft aus dem operativen Cashflow gedeckt werden, andererseits kann durch die Einbindung in das Cash Pooling des Konzerns auf darüber hinaus gehende liquide Mittel zugegriffen werden. Das Liquiditätsrisiko kann daher als sehr gering eingeschätzt werden.
1.5 Bericht über die Forschung und Entwicklung
Die F&E-Ausgaben im Geschäftsjahr 2025 belaufen sich auf EUR 40,0 Mio. und konnten damit gegenüber dem Niveau von 2024 von EUR 39,0 Mio. wieder gesteigert werden.
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Mio EUR
| 40 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| 39 | |||||
| 37,2 | |||||
| 35,2 | |||||
| 31,9 | |||||
| 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
Ottobock Healthcare Products GmbH verfolgt eine langfristig ausgerichtete Forschungs- und Entwicklungsstrategie, die auf der kontinuierlichen Verbesserung bestehender Produkte sowie der Entwicklung neuer technologischer Lösungen basiert. Das Unternehmen investiert dafür fortlaufend erhebliche Mittel in F&E, um den sich wandelnden Anforderungen des globalen Medizintechnikmarktes gerecht zu werden und zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist die systematische Förderung des Wissens- und Technologietransfers mit externen Partnern. Ottobock arbeitet hierzu eng mit einem breit aufgestellten Netzwerk aus Industrie- und Forschungseinrichtungen zusammen. Zu den wichtigsten Partnern zählen unter anderem das Massachusetts Institute of Technology, die University of Utah sowie das Shirley Ryan Ability Lab. Diese Kooperationen stärken die wissenschaftliche Basis der Entwicklungsarbeit und ermöglichen den Zugang zu neuesten technologischen Erkenntnissen.
Die Entwicklungstätigkeiten im Geschäftsjahr 2025 standen insbesondere im Zeichen der Vorbereitung auf die OT World 2026 in Leipzig. Ziel war es, die Innovationskraft des Unternehmens sichtbar zu machen und die Position als Innovationsführer weiter auszubauen.
Im Mittelpunkt der Produktentwicklung steht weiterhin einerseits die Optimierung bestehender Systeme, um deren Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit weiter zu erhöhen. Andererseits arbeitet Ottobock an der gezielten Erweiterung seines technologischen Portfolios. Dazu zählt unter anderem die Ubernahme der Produktion des Elektrostimulationssystems „Exopulse“ der Firma ENN sowie die Weiterentwicklung aktiv angetriebener Kniegelenke, die zusätzliche Möglichkeiten für die Mobilität von Menschen mit Behinderungen eröffnen.
Beilage II/14
Mit mechatronischen High-Tech-Lösungen wie prothetischen Kniegelenken oder dem C-Brace, der weltweit ersten Neuro-Orthese mit Stand- und Schwungphasenregelung, hat Ottobock neue Marktsegmente geschaffen und internationale Versorgungsstandards gesetzt. Diese Produkte bilden zentrale Bausteine der Wachstumsstrategie und tragen maßgeblich zur Stärkung der globalen Marktposition bei.
Die international ausgerichtete F&E-Strategie ermöglicht es dem Unternehmen, die steigende weltweite Nachfrage nach hochwertigen und zugleich kosteneffizienten Versorgungslösungen zu bedienen. Dabei werden regionale Besonderheiten der Absatzmärkte berücksichtigt. Der Standort Wien konzentriert sich insbesondere auf die Entwicklung hochwertiger mechatronischer Systeme, deren Erstattungsfähigkeit in entwickelten Märkten kontinuierlich ausgeweitet wurde.
Ein Großteil der Neuprodukte durchläuft umfassende klinische Forschungs- und Studienprogramme, um den medizinischen und sozioökonomischen Nutzen anhand relevanter Ergebnisparameter nachzuweisen. Dazu zählen unter anderem eine gesteigerte Produktivität der Patienten oder die Reduktion von Gesundheitskosten. Der Nachweis entsprechender Evidenz ist eine zentrale Voraussetzung für die Erstattungsfähigkeit und damit für die erfolgreiche Markteinführung neuer Produkte.
Die Schutzrechtsstrategie von Ottobock trägt wesentlich zur Sicherung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit bei. Die Einhaltung und Durchsetzung bestehender Schutzrechte werden kontinuierlich überwacht. Gleichzeitig wird die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung einzelner Schutzrechte regelmäßig aus einer Kosten-Nutzen-Perspektive bewertet. Auf diese Weise stellt das Unternehmen sicher, dass sein geistiges Eigentum wirksam geschützt bleibt und die F&E-Aktivitäten langfristig abgesichert sind.
Durch diese breit angelegten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stellt Ottobock sicher, auch künftig eine führende Rolle in der Medizintechnik einzunehmen und seinen Kunden innovative, qualitativ hochwertige Versorgungslösungen anbieten zu können.
2 Ausblick
Als HealthTech-Unternehmen entwickelt Ottobock kontinuierlich Lösungen zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen. Die Möglichkeit, den Alltag trotz körperlicher Einschränkungen selbstständig zu bewältigen, stellt für die Anwenderinnen und Anwender einen wesentlichen Faktor für Unabhängigkeit und gesellschaftliche Teilhabe dar. Ottobock unterstützt diese Zielsetzung durch die Entwicklung und Bereitstellung entsprechender Produkte und Technologien.
Für das kommende Geschäftsjahr geht die Ottobock Healthcare Products GmbH von einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung aus. Das erwartete Wachstum wird insbesondere durch den Bereich Prothetik getragen, in dem eine zunehmende Marktdurchdringung mechatronischer Kniegelenke, wie etwa des Kenevo in den USA, prognostiziert wird. Darüber hinaus wird im Bereich der neuro-orthetischen Versorgungslösungen, insbesondere beim C-Brace, weiteres Wachstum erwartet. Grundlage hierfür ist unter anderem die jüngst erfolgte Aufnahme in lokale Erstattungssysteme in den USA und Frankreich.
Das prognostizierte Wachstum ist jedoch mit zusätzlichen Anforderungen verbunden. Diese betreffen insbesondere die Sicherstellung ausreichender Fertigungskapazitäten, die Verfügbarkeit von Materialien sowie die Anpassungsfähigkeit interner Strukturen und Prozesse. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen sind – in Fortführung der Vorjahresstrategie – gezielte Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und Organisationsentwicklung vorgesehen.
Im Bereich Forschung und Entwicklung liegt der Fokus auf der Vorbereitung zukünftiger Produkteinführungen, insbesondere im Segment der oberen Extremität. In diesem Zusammenhang ist unter anderem die Markteinführung zusätzlicher Größen der Michelangelo Hand geplant. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Rolle des Standorts Wien als mechatronisches Kompetenzzentrum innerhalb des Konzerns weiter zu festigen.
Die gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen bleiben auch im kommenden Geschäftsjahr von Unsicherheiten geprägt. Insbesondere bestehen weiterhin Risiken im Zusammenhang mit globalen Lieferketten, sich verändernden regulatorischen Anforderungen sowie der wirtschaftlichen Entwicklung in einzelnen Absatzmärkten. Vor diesem Hintergrund ist eine flexible und vorausschauende Steuerung der Geschäftsaktivitäten erforderlich, um Risiken frühzeitig zu erkennen und entsprechenden Maßnahmen zu setzen. Die Einhaltung regulatorischer Vorgaben sowie die kontinuierliche Anpassung an internationale Standards stellen dabei wesentliche Elemente der Unternehmensführung dar. Durch gezielte Investitionen sowie eine enge Abstimmung innerhalb des Konzerns ist der Standort Wien in der Lage, auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen die geplante Weiterentwicklung umzusetzen.
Beilage II/16
Die Ottobock Healthcare Products GmbH geht daher insgesamt von einer weiterhin stabilen und positiven Entwicklung im kommenden Geschäftsjahr aus und wird ihre Aktivitäten unverändert auf Innovation, Qualität und die nachhaltige Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ausrichten.
Wien, am 9. Juni 2026
4DE
DI Dr Andreas Eichler MBA Geschäftsführer