Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Generell wird festgehalten, dass es sich bei der Evangelisches Krankenhaus Wien gemeinnützige Betriebsgesellschaft m.b.H. um eine evangelisch-kirchliche gemeinnützige Gesellschaft gemäß dem Gesellschaftsvertrag vom 28. Oktober 2003 (letztmals geändert mit Generalversammlungsbeschluss vom 04. September 2019) handelt.
Der Gesellschaft wurde mit Stichtag 01. Jänner 2004 mittels Bescheid vom 28. Jänner 2004 der Wiener Landesregierung Magistratsabteilung 15 die Rechtsträgereigenschaft am Evangelischen Krankenhaus Wien vom Evangelischen Krankenhausverein Wien (100 %iger Gesellschafter) übertragen.
Der Evangelische Krankenhausverein Wien ist ebenfalls eine evangelisch-kirchliche gemeinnützige und mildtätige Institution.
Zusätzlich hat sich der Evangelische Krankenhausverein Wien als Gesellschafter mit einer atypisch stillen Einlage von EUR 1.700.000,00 beteiligt.
Die Gesellschaft ist als evangelisch-kirchliche gemeinnützige Einrichtung gemäß BAO von Ertragssteuern befreit.
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Geschäftsverlauf
Die Gesellschaft erzielte im Wirtschaftsjahr 2024 Umsatzerlöse in Höhe von € 79.399.754,03. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von € 3.407.851,89 bzw. von + 4,48 % (Vorjahr: € 75.991.902,14).
Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen betrugen € 22.511.474,35. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von € 1.723.612,15 bzw. von + 8,29 % (Vorjahr: € 20.787.862,20).
Der Personalaufwand betrug € 39.006.679,91. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von € 3.882.114,33 bzw. von + 11,05 % (Vorjahr: € 35.124.565,58).
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte bei einer gestiegenen Betriebsleistung von € 80.322.001,88 zum Vorjahr von € 77.152.154,17 (+ 4,11 %) – hierin enthalten sind € 1.785.696,62 aus der Endabrechnung des WGF für das Jahr 2023 vom November 2024 - und proportional gestiegenen Gesamtaufwendungen von € 80.210.437,87 - im Vorjahr von € 76.487.168,65 (+ 4,87 %) – hierin enthalten das negative Finanzergebnis von € 305.389,32 gegenüber € 173.796,33 im Vorjahr - ein positiver Jahresüberschuss von € 111.654,01 erzielt werden.
Da der Jahresabschluss aufgrund gesetzlicher Bestimmungen und der Bilanzkontinuität spätestens im September des Folgejahres fertig gestellt werden muss, die Jahresendabrechnung durch den WGF jedoch erst mit Ende November des Folgejahres vorliegt, kann der exakte WGF-Erlös des Abschlussjahres nicht dargestellt werden. Die Ermittlung des Erlöses erfolgt auf Basis der für den Zeitraum Jänner bis Dezember inklusive der im Mai 2025 gemäß Zwischenabrechnung für das Jahr 2024 tatsächlich eingelangten Zahlungen zuzüglich der aus der Endabrechnung für das Jahr 2024 mit Fälligkeit Dezember 2025 erwarteten Zahlung in Höhe von € 1.800.000,00. Zusätzlich ist die Zahlung aus der Endabrechnung des Vorjahres in Höhe des tatsächlichen Zahlungszuflusses im Jahresabschluss 2024 enthalten.
Bericht über Zweigniederlassungen
Es wird bekannt gegeben, dass die Evangelisches Krankenhaus Wien gemeinn. Betriebsgesellschaft m.b.H. über keinerlei Zweigniederlassungen verfügt.
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
| 2022 | 2023 | 2024 | |
|---|---|---|---|
| Eigenmittelquote (§ 34 URG) | |||
| Eigenkapital + | |||
| Unversteuerte Rücklagen x 100 | |||
| Gesamtkapital | 23,04% | 23,80% | 23,90% |
| - Investitionszuschüsse |
Fiktive Schuldentilgungsdauer in Jahren (§ 24 Abs. 1 URG)
| Effektivverschuldung | |||
|---|---|---|---|
| Mittelüberschuss | 5.2 | 5.3 | 6,8 |
Bei den Kennzahlen wird nochmals auf die Gemeinnützigkeit der Gesellschaft verwiesen.
Im Abschlussjahr waren durchschnittlich 679 Personen entsprechend 612,33 Vollzeitäquivalente beschäftigt, hiervon im direkten Dienstverhältnis 618 Dienstnehmer/innen (425 weibliche und 193 männliche). Diese teilen sich wie folgt auf:
| männlich | weiblich | |
|---|---|---|
| Anzahl Arbeiter: | 37 | 86 |
| Anzahl Angestellte: | 156 | 339 |
Der gesamte Mitarbeiterstand von 679 Personen gliedert sich auf die einzelnen Berufsgruppen wie folgt:
| Ärzte/innen | 107 | (hiervon 14 Primarärzte) |
|---|---|---|
| Gehobener Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege | 170 | |
| Gehobener Med.-techn.(Fach-)Dienste | 40 | |
| Medizinische Assistenzberufe | 99 | |
| Verwaltungs- und Kanzleipersonal | 105 | |
| Betriebspersonal | 139 | |
| Zivildiener | 11 | |
| Sonstiges Personal | 8 |
Bei der Auswahl von neuen Mitarbeitern werden hohe Qualitätsstandards angewandt und somit ausschließlich hochqualifizierte Dienstnehmer eingestellt. Um diesen Standard zu halten, werden laufend Weiterbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen gesetzt.
Ereignisse von besonderer Bedeutung - Betriebsprüfung
hat das Finanzamt am 24.10.2016 Nach Abschluss der Betriebsprüfung Umsatzsteuerbescheide sowie am 21.10.2016 Bescheide über die Festsetzung der Beihilfen und Ausgleichszahlungen nach dem Gesundheits- und Sozialbereich-Beihilfengesetz für die Jahre 2008-2013 erlassen, da seitens der Großbetriebsprüfung die Begünstigungen aus der Gemeinnützigkeit im Sinne der BAO für diesen Zeitraum nicht zuerkannt wurden. Gegen sämtliche Bescheide wurde fristgerecht Beschwerde eingereicht und die Aussetzung der Einhebung beantragt. Diesem Antrag wurde seitens der Finanzbehörde stattgegeben. Insgesamt sind für den genannten Zeitraum Abgaben inklusive der festgesetzten Säumniszuschläge in Höhe von € 17.384.240,56 ausgesetzt. Nach Erlassen einer Beschwerdevorentscheidung wurde deren Vorlage an das Bundesfinanzgericht beantragt. Dem wurde am 31.05.2022 stattgegeben. Am 23.06.2025 fand nun beim Bundesfinanzgericht ein Erörterungstermin statt. Die mündliche Verhandlung wird am 21. Oktober 2025 stattfinden. Aufgrund der Sachlage wird nach wie vor von einer Aufhebung der Bescheide ausgegangen, sohin wurde diesbezüglich auch keine Rückstellung gebildet.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Nach der Corona Pandemie wird hinsichtlich der Patientenzahlen ein normales Wirtschaftsjahr erwartet. In den Monaten Jänner bis Juli 2025 liegt die Patientenzahl um 237 über dem Vergleichszeitraum des Jahres 2024 und um 887 über dem des Jahres 2019. Bei den Operationen wurden Jänner bis Juli 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 392 mehr Eingriffe durchgeführt. Das Niveau des Jahres 2019 konnte bereits um 1.779 Eingriffe überschritten werden.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Im Allgemeinen besteht für alle landesfondsfinanzierten Krankenanstalten eine Schwankungsbreite bei der Erstellung von Prognosen darin, dass aufgrund des WGF- Abrechnungssystems die Entwicklung der WGF-Erlöse nur näherungsweise angesetzt werden kann. Die seit 1997 bestehende leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung wurde für das Jahr 2025 grundlegend geändert. Inwieweit hier negative Auswirkungen für das Evangelische Krankenhaus voll durchschlagen werden, wird erst im 4. Quartal 2025 rechnerisch beurteilt werden können.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Das Evangelische Krankenhaus ist eine – erweiterte – Standardkrankenanstalt. Forschungsund Entwicklungstätigkeiten werden nur im Zusammenhang mit Lehraufträgen der leitenden Ärzte bzw. mit den medizinischen Schwerpunkten der Krankenanstalt vorgenommen und stellen eine eher untergeordnete Rolle dar.