Inhaltsverzeichnis
BBG Baugeräte GmbH LAGEBERICHT
(01.01.2025 bis 31.12.2025)
1 Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1 Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens
Die Auftragslage zu Jahresbeginn war dank eines Auftrages für ein Großprojekt, dass zu Jahresbeginn ausgeliefert wurde, noch besser. Im Laufe des Berichtsjahres erhielten wir keinen Auftrag für ein ähnliches Großprojekt. Das hat in weiterer Folge dazu geführt, dass der Auftragseingang in Summe deutlich zurückgegangen ist. Diese Tendenz hat sich auch im ersten Halbjahr des laufenden Jahres fortgesetzt. Für 2027 gibt es bereits konkrete Projekte und wir gehen davon aus, dass wir in allen unseren Produktgruppen wieder mit höheren Aufträgen rechnen können. Wesentlich wird aber auch die weitere Entwicklung der geopolitischen Situation, die nach wie vor fragil ist, sein.
Die Vormaterialien sind in angemessener Lieferzeit zu stabilen Preisen beschaffbar, aber immer noch über dem vor Corona gültigen Niveau. Die Energiekostensituation hat sich in 2025 stabilisiert, in 2026 jedoch wieder verschärft durch den USA-Iran-Konflikt.
Der Ukraine-Krieg trifft uns nach wie vor, weil uns sowohl mit der Ukraine als auch mit Russland wichtige Märkte fehlen. Der für uns wesentliche Markt für Stichlochgeräte in China ist völlig eingebrochen. Es werden aktuell keine Hochöfen mit europäischen Produkten zugestellt.
Der einzige Wachstumsmarkt ist aktuell Indien, wo auch Hochofenprojekte anstehen, allerdings laufend nach hinten verschoben werden. Erfreulicherweise haben wir ein großes Stichlochprojekt in Deutschland für das Jahr 2026, das kurz vor seiner Auslieferung steht.
Auf Grund des derzeitigen Auftragsbestandes und unter Berücksichtigung von darin enthaltenen Aufträgen, die erst 2027 umsatzwirksam werden, wird im laufenden Geschäftsjahr der Gesamtumsatz in etwa auf dem Vorjahresniveau liegen.
Der Fortbestand der Gesellschaft ist gesichert, weil den sinkenden Erlösen auch entsprechende Kosteneinsparungen - insbesondere im Personalbereich - gegenüberstehen.
Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf TEUR 1.458,8 (Vorjahr TEUR 2.391,8) der Jahresüberschuss betrug TEUR 1.124,3 (Vorjahr TEUR 1.839,3). Im Jahresüberschuss 2025 enthalten sind Aufwendungen aus der Veränderung der latenten Steuern 2025 in der Höhe von TEUR 162,3 (im Vorjahr Aufwendungen TEUR 139,2). Die aktiven latenten Steuern für 2025 betragen TEUR 276,8 (Vorjahr TEUR 439,1). Die sich aus dem steuerlichen Ergebnis 2025 ergebende Ertragsteuer beträgt TEUR 172,1, dabei wurden TEUR 2,4 Anspruchszinsen aufwandsreduzierend abgesetzt (Vorjahr Aufwand TEUR 413,3).
Der Umsatz des Berichtszeitraumes belief sich auf TEUR 10.213,5 (Vorjahr TEUR 13.742,5). Dieser wurde im Berichtsjahr zu rund 78% (Vorjahr 84%) mit den Produkten für die Roheisen-
und Stahlerzeugung erzielt. Rund 22% (Vorjahr 16%) des Umsatzes sind dem Presslufthammerbereich zuzurechnen. Die Exportquote des Berichtszeitraumes lag bei 81% (Vorjahr 82%).
Der betriebliche Aufwand in Prozenten der Betriebsleistung stellt sich wie folgt dar:
Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen 37,4% (Vorjahr 37,1%), Personalaufwand 37,1% (Vorjahr 32,3%). Die Betriebsleistung liegt um rund 3,37 Mio unter dem Vorjahreswert. Hinsichtlich des Prozentsatzes für Material und bezogene Leistungen ist anzumerken, dass dieser nicht nur von der Produktgruppenzusammensetzung, sondern auch vom Anteil an Ersatzteilen bzw. Fertiggeräten abhängig ist.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 9,8% (Vorjahr 7,9%) und die Abschreibungen 4,6% (Vorjahr 3,1%). In den sonstigen Aufwendungen sind Risikovorsorgen in der Höhe von TEUR 18,4 (Vorjahr TEUR 28,9) enthalten.
1.2 Bericht über Zweigniederlassungen
Es werden keine Zweigniederlassungen im Inland oder Ausland betrieben.
1.3 Finanz- und Vermögenslage, Personalbelange
Das Unternehmen verfügt bei einer Bilanzsumme von TEUR 16.293,2 (Vorjahr TEUR 16.701,7) über eine Eigenkapitalquote von 61,0% (Vorjahr 57,1%), das Umlaufvermögen beträgt 57,6% (Vorjahr 62,4%) und die Verbindlichkeiten 26,8% (Vorjahr 31,1%) der Bilanzsumme.
Der gesamte Zugang zum Sachanlagevermögen betrug im Berichtsjahr TEUR 220,3 (Vorjahr TEUR 116,6). Im Jahr 2025 wurden diverse Betriebs- und Geschäftsausstattung (vor allem Büromöbel sowie Austausch der im Haus befindlichen Server) angeschafft und die bereits im Vorjahr eingeleitete EDV-Umstellung auf ein neues ERP-System finalisiert
Für das laufende Geschäftsjahr sind bei den Werkzeugmaschinen keine Investitionen geplant. Im Bereich der Betriebs- und Geschäftsausstattung wird es allenfalls erforderliche ungeplante Ersatzinvestitionen geben.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen zum 31.12.2025 EUR 4,09 Mio (31.12.2024 EUR 4,54 Mio), die sich wie folgt zusammensetzen: EUR 2,25 Mio Exportfonds- Kredit (31.12.2024 EUR 2,25 Mio) und Einmalkredit EUR 1,84 Mio (31.12.2024 EUR 2,29 Mio). Über diese Kredite hinaus hat die Gesellschaft zum 31.12.2025 mit der Ausnahme von Bankhaftungen zugunsten von Behörden (Zollamt) bzw. Kunden (Anzahlungsgarantien) in der Höhe von EUR 0,01 Mio (Vorjahreswert EUR 0,31 Mio) keine Bankverbindlichkeiten.
Die Rückzahlung des Einmalkredites erfolgt in monatlichen Raten mit einer vertraglichen Laufzeit bis 31.12.2031.
Zur Verbesserung des Finanzergebnisses wurden im Jahr 2025 Investmentfondsanteile erworben, die mit dem Anschaffungswert von TEUR 1.019,9 im Finanzanlagevermögen aktiviert wurden.
Der Personalstand betrug im Berichtsjahr durchschnittlich 44 MitarbeiterInnen. Der Mitarbeiterstand zum 31.12.2025 hat 45 MitarbeiterInnen (Vorjahreswert zum 31.12.2024 44 MitarbeiterInnen) betragen. Der aktuelle Mitarbeiterstand liegt bei 43 MitarbeiterInnen.
1.4 Finanzielle Leistungsindikatoren
Die wesentlichen Unternehmenskennzahlen stellen sich für das abgelaufene Wirtschaftsjahr wie folgt dar:
| Bezeichnung | Definition | Kennzahl | Kennzahl |
|---|---|---|---|
| Berichtsjahr | Vorjahr | ||
| EBITDA | Earnings before interest, tax, depreciation and amortisation | TEUR | TEUR |
| 2.176,2 | 3.158,2 | ||
| Gesamtkapital- | (Ergebnis vor Steuern + Zinsaufwand) / durchschnittliche | 10,5% | 15,9% |
| rentabilität | |||
| Bilanzsumme | |||
| Eigenkapitalquote | Eigenkapital / Bilanzsumme | 61,0% | 57,1% |
| Umsatzrentabilität | Ergebnis vor Steuern / Betriebsleistung | 15,0% | 18,3% |
| Bezeichnung | Definition | Berichtsjahr | Vorjahr |
|---|---|---|---|
| TEUR | TEUR | ||
| Cash-Flow aus der | |||
| Gem. AFRAC-Stellungnahme 36 | |||
| betrieblichen “Geldflussrechnung” | 2.136 | 3.293 | |
| Tätigkeit | |||
| Cash-Flow aus der | Gem. AFRAC-Stellungnahme 36 | ||
| -639 | -43 | ||
| “Geldflussrechnung” Investitionstätigkeit | |||
| Cash-Flow aus | |||
| Gem. AFRAC-Stellungnahme 36 | |||
| Finanzierungs- “Geldflussrechnung” | -1.417 | -1.769 | |
| tätigkeit |
2 Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
2.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Prognose für 2026
Das Wirtschaftsjahr 2025 war geprägt von Handelskonflikten, schwankendem Wachstum, hartnäckiger Inflation und steigender Staatsverschuldung in vielen Regionen. Keines dieser Probleme hat sich mit dem Jahreswechsel entspannt. Die Weltwirtschaft hat sich zwar als widerstandsfähig erwiesen, bleibt aber anfällig. Die europäische Exportwirtschaft gerät zunehmend durch den Wettbewerb mit China unter Druck, deren Regierung auf die Förderung der Hochtechnologie setzt. China exportiert vermehrt Produkte mit höherem Technologiegehalt und drängt damit in klassische europäische Marktsegmente. Dies setzt auch österreichischen Unternehmen zu. Weiterhin belasten die US-Zollpolitik sowie der starke Euro die positive Entwicklung.
Die Inflation in Österreich hat sich im Jahresverlauf deutlich verlangsamt, ist aber noch deutlich höher als im Euro-Raum. Seit 2026 steigt die Inflationsrate wieder, was zu ersten Erhöhungen des Leitzinssatzes durch die EZB geführt hat.
Das Konjunkturwachstum bei Österreichs wichtigstem Wirtschaftspartner Deutschland dürfte sich auf Grund des dortigen Fiskalpaketes beschleunigen, die Industrieschwäche in Deutschland hält jedoch an. Die in der zweiten Jahreshälfte 2025 beobachtete Konjukturaufhellung verfestigt sich voraussichtlich in den Jahren 2026 und 2027.
Die Auftragsbestände in den ersten 5 Monaten sind auf niedrigem Niveau, aber konstant. Wir rechnen weiterhin mit stabilen Ersatz- und Serviceumsätzen im Eisen- und Stahlwerksbereich.
Im Druckluftwerkzeugbereich können wir höhere Stückzahlen absetzen. Wir gehen davon aus, dass sich das im zweiten Halbjahr fortsetzen wird.
In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 konnte unter Berücksichtigung der weiterhin herausfordernden Rahmenbedingungen ein zufriedenstellender Umsatz erwirtschaftet werden. Es werden Auftragseingänge auf dem Niveau des ersten Halbjahres auch für das zweite erwartet. Wir rechnen mit einem ähnlichen Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr.
Der aktuelle Auftragsbestand des Unternehmens liegt derzeit bei knapp EUR 1,0 Mio, es sind bisher in diesem Geschäftsjahr ein Umsatz von EUR 4,3 Mio und ein Auftragseingang von EUR 3,8 Mio erzielt worden. Damit konnte ein durchschnittlicher monatlicher Auftragseingang von EUR 0,7 Mio erreicht werden.
Insgesamt gehen wir für das Jahr 2026 von einem gegenüber dem Vorjahr ähnlichen Umsatz mit einem stabilen, ausgeglichenen Ergebnis aus. Bei den Materialkosten rechnen wir mit keinen wesentlichen Veränderungen, die Lohn- und Gehaltserhöhungen stehen auf Grund des Zweijahresabschlusses mit 1,9 % bereits fest. Die Finanzierungkosten werden sich auf dem Vorjahresniveau einpendeln.
2.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Umfeld- und Branchenrisiken:
Die Entwicklung des Unternehmens ist abhängig von den allgemeinen konjunkturellen Bedingungen. Von besonderer Bedeutung sind die Roheisen- und Stahlerzeugung sowie die Bauindustrie. Beide für uns wesentlichen Branchen unterliegen den Konjunkturzyklen. Bedingt durch die vielfachen geopolitischen Krisen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen setzt sich die Rezession im Maschinenbau fort, das ist ein erheblicher Risikofaktor.
Finanzwirtschaftliche Risiken:
Ein Fremdwährungsrisiko besteht derzeit nur für Zukaufprodukte der Marke Rockair aus Japan. Aktuell ist der Yen-Wechselkurs auf Grund des derzeit starken EUR sehr günstig und führt zu niedrigeren Einkaufspreisen. Die Änderung dieses Wechselkurses beeinflusst direkt die Ertragslage bei den aus Japan zugekauften Produkten. Die Fremdfinanzierungskosten sind im Jahr 2025 gesunken, erhöhen sich derzeit aber wieder inflationsbedingt. Die weitere Entwicklung der Zinspolitik der EZB bleibt abzuwarten.
Cash Flow-Risiken und Liquiditätsrisiko:
Auf Grund der bestehenden Liquiditätsreserven und den umgesetzten Kosteneinsparungsmaßnahmen besteht für 2026 kein Liquiditätsrisiko.
3
Bericht über Forschung & Entwicklung
Im Bereich der Stichlochtechnologie werden mit unseren strategischen Partnern in der gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft die bereits gestarteten Produktentwicklungen laufend fortgesetzt. Es handelt sich hierbei um pneumatisch/ hydraulische Hämmer im mittleren Leistungsbereich, um den sich ändernden Kundenwünschen gerecht zu werden.
Im Handgerätebereich wird das bestehende Portfolio laufend weiterentwickelt, um den Kundennutzen im Hinblick auf das Preis/Leistungsverhältnis sowie auf die Minimierung der Lärmemissionen und Vibrationen zu steigern.
Kapfenberg, am 30.07/2026
Dr. Hans Jürgen Scháller