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Lagebericht 2025

POLYTEC PLASTICS Ebensee GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 17. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

GESCHÄFTSVERLAUF UND WIRTSCHAFTLICHE LAGE

1. UNTERNEHMEN

Die POlYTEC Plastics Ebensee GmbH ist ein hochmodernes Kunststoffspritzgusswerk der POLYTEC-Gruppe mit Sitz in Ebensee, Österreich. Das Unternehmen ist auf die Produktion und den Vertrieb von hochwertigen Kunststofflösungen für verschiedene Industrien spezialisiert.

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt in der Herstellung von Kunststoffboxen für Industriekunden, insbesondere im Bereich Mehrwegverpackungen und nachhaltige Transportlösungen. Diese Produkte spielen eine entscheidende Rolle in modernen Logistik- und Kreislaufwirtschaftssystemen.

Darüber hinaus fungiert das Unternehmen als mittelbarer und unmittelbarer Zulieferer für die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie.

2. ENTWICKLUNG DER

AUTOMOBILBRANCHE 2025

ZULASSUNGEN NEUER PKW IN DEN WESENTLICHEN INTERNATIONALEN MÄRKTEN

Die Internationalen Automobilmärkte entwickelten sich im Jahr 2025 positiv. Ein kräftiges Plus bei den PKW-Neuzulassungen konnten die Schwellenmärkte in Indien und Mexiko vorweisen. China war mit knapp 24 Mio. neu registrierten PKW auch im Berichtsjahr mit Abstand der bedeutendste Automarkt. Trotz rückläufiger Registrierzahlen im letzten Quartal, die eine Folge von ausgelaufenen Förderprogrammen waren, konnte das Land im Gesamtjahr ein Wachstum von 4,5% vorzeigen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
in Stück2025Anteil2024AnteilVeränderung2023
China23.864.00044,7%22.840.60044,2%4,5%21.706.300
USA16.233.40030,4%15.851.10030,7%2,4%15.509.900
Europa (EU, EFTA und UK)13.271.27024,9%12.962.71425,1%2,4%12.847.929
Summe der drei Hauptmärkte53.368.670100%51.654.414100%3,3%50.064.129
Weitere ausgewählte Länder
Indien4.489.7004.274.8005,0%4.101.700
Japan3.836.4003.725.2003,0%3.992.700
Brasilien2.552.2002.487.5002,6%2.180.200
Mexiko1.600.2001.541.6003,8%1.360.100

Leichtes Wachstum in Europa und den USA In Europa (EU, EFTA und UK) belief sich das Wachstum auf 2,4%, dieselbe Steigerung war auch bei Verkäufen von Light Vehicles

(PKW und Light Duty) in den USA zu sehen. In absoluten Zahlen wurden dort 16,2 Mio. Fahrzeuge neu zugelassen und überstiegen somit den Europäischen Markt um 3 Mio. Stück.

ZULASSUNGEN NEUER PKW IN EUROPA (EU, EFTA UND UK)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
in Stück2025Antell2024AnteilVeränderung2023
Deutschland2.857.59121,5% 2.817.33121,7%1,4%2.844.609
Vereinigtes Königreich2.020.52315,2%1.952.77815,1%3,5%1.903.054
Frankreich1.632.15212,3%1.718.41613,3%-5,0%1.774.722
Italien1.524.84311,5%1.558.07112,0%-2,1%1.567.151
Spanien1.148.6508,7%1.016.9637,8%12,9%949.362
Sonstige Länder in Europa4.087.51130,8%3.898.15530,1%4,8%3.809.031
EUROPA (EU, EFTA und UK) -13.271.270100%12.962.714100%2,4%12.847.929

ZULASSUNGEN NEUER PKW IN EUROPA (EU, EFTA UND UK) – NACH ANTRIEBSTECHNIK

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
in Stück2025Anteil2024AnteilVeränderung2023
Benzinbetriebene PKW3.467.04126,1%4.273.88033,0%-18,9%4.583.544
Dieselbetriebene PKW1.026.3547,7%1.349.89910,4%-24,0%1.531.765
Hybrid-elektrisch betriebene PKW (HEV)4566.85034,4%4.064.36831,4%12,4%3.401.288
Batteriebetriebene PKW (BEV)2.585.18719,5%1.992.80315,4%29,7%2.018.885
Plug-in-hybride PKW (PHEV)1.272.9019,6%954.4207,3%33,4%990.749
PKW mit sonstigen Antriebstechniken352.9372,7%327.3442,5%7,8%321.698
EUROPA (EU, EFTA und UK)13.271.270100%12.962.714100%2,4%12.847.929

Fahrzeuge mit Benzin- und Dieselverbrennungsmotor weiter

stark rückläufig

In Europa (EU, EFTA und UK) machte der gemeinsame Anteil von neu registrierten benzin- und dieselbetriebenen PKW bereits weniger als jener von hybrid-elektrischen PKW aus. Die Neuzulassun-

gen der Fahrzeuge mit anderen Antriebstechniken nahmen im Vergleich zum Vorjahr über alle Typen hinweg um 19,6% zu, deren Antell stieg von 56,6% auf 66,1%. Gegenüber dem Vorjahr konnte BEV und HEV weiter an Beliebtheit gewinnen und verzeichneten jewells ein sehr deutliches Wachstum um rund 30%.

ZULASSUNGEN NEUER NUTZFAHRZEUGE IN EUROPA (EU, EFTA UND UK)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
in Stück2025Anteil2024AnteilVeränderung2023
Leichte Nutzfahrzeuge <3,5 t1.823.40781,2%1999.91682,0%-8,8%1.872.519
Mittelschwere Nutzfahrzeuge >3,5 t bis <16 t73.4943,3%74.8543,1%-1,8%70.282
Schwere Nutzfahrzeuge >16 t297.74613,3%317.72913,0%-6,3%344.907
Mittelschwere und schwere Busse >3,5 t49.6952,2%46.0191,9%8,0%39.953
EUROPA (EU, EFTA und UK)2.244.342100%2.438.518100%8,0%2.327.661

Schwache Europäische Wirtschaftslage spiegelt sich bei Nutz-

fahrze ugregistrierungen

2025 ging der Absatz von Nutzfahrzeugen in Europa (EU, EFTA und UK) insgesamt um 8,0% auf gut 2,2 Mio. Einheiten zurück. Lediglich bei den Zulassungen von Bussen konnte ein Anstieg verzeichnet werden. Sowohl bei den schweren LKW über 16 t als auch bei den leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 t entwickelten sich die Neuregistrierungen konjunkturbedingt deutlich negativ.

Quellen: Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Association des Constructeurs Européens d’Automobiles (ACEA) Deutliches Minus bei mittleren und schweren Nutzfahrzeugen Negativ entwickelten sich in Europa (EU, EFTA und UK) 2024 die Neuzulassungen schwerer LKW mit -8,1% – ein Trend, der durch einen Anstieg der Zulassungen von mittelschweren LKW um 7,2% allerdings teilweise wieder ausgeglichen werden konnte. Rechnet man mittlere und schwere Nutzfahrzeuge zusammen, verzeichneten die vier großen Märkte Deutschland (-6,9%), Frankreich (-

2,9%) und Italien (-0,7%) Rückgänge, während Spanien einen bemerkenswerten Anstieg von 12,0% erreichte.

In der EU dominierten einmal mehr Diesel-LKW mit einem Anteil von 95,1% an den Neuzulassungen den Markt. Die Zulassungen von elektrisch aufladbaren LKW gingen in der Union um 4,6% zurück, ihr Marktanteil bliebt mit 2,3% im Vergleich zum Vorjahr jedoch stabil. Die Ergebnisse für elektrisch aufladbare Modelle waren in den einzelnen Ländern unterschiedlich: Deutschland (57,4%), Italien (115,2%) und Schweden (59,6%) verzeichneten sehr deutliche Zuwächse, die aber nicht ausreichten, um die erheblichen Rückgänge in Frankreich (-57,4%) und den Niederlanden (-42,3%) auszugleichen.

Quellen: Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Association des Constructeurs Européens d’Automobiles (ACEA), „Automobilwoche“, S&P Global, Raiffeisen Research, CLEPA

3. GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER POLYTEC PLASTICS EBENSEE

BILANZSTRUKTUR

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
AktivaPassiva
100%100%
80%80%
60%
60%
40%
40%
20%
20%
0%
0%202520242023
2025 20242023
Eigenkapital

• langfristiges Vermögen • kurzfristiges Vermögen

-vermögen (–)/ Eigenkapital)

• kurzfristige Verbindlichkeiten • langfristige Verbindlichkeiten

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Einheit31.12.202531.12.202431.12.2023
Nettofinanzverbindlichkeiten (+)/-vermögen (—)EUR Mio.2,0-0,88,0
Nettofinanzverbindlichkeiten (+)/-vermögen (-)/EBITDAJahre0,4negativnegativ
Gearing (Nettofinanzverbindlichkeiten (+)/Prozent30negativ327

Der Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten ist einerseits auf die vierteljährlichen Tilgungen der grünen Finanzierung zurückzuführen (Laufzeit bis Mitte 2028). Zum anderen ist eine Rückführung der zweiten bestehenden und im September 2026 endfälligen Bankfinanzierung der POLYTEC Plastics Ebensee GmbH vereinbart. Diese wurde daher vom langfristigen in den kurzfristigen Bereich umgegliedert.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten beliefen sich zum Stichtag 31.12.2025 auf EUR 2,0 Mio. (Vorjahr: Liquiditätsüberhang in Höhe von EUR 0,8 Mio.).

Die Kennzahl Nettofinanzverbindlichkeiten/EBITDA liegt in der abgelaufenen Berichtsperiode mit 0,4 Jahren in einem außerordentlich niedrigen Bereich und impliziert eine fiktive Schuldentilgungsdauer von deutlich unter einem Jahr. Aufgrund des Liquididtätsüberhangs zum 31.12.2024 konnte die Kennzahl im Vorjahr nicht berechnet werden.

Das zum 31.12.2025 erreichte Gearing von 30% untermauert ebenfalls die weiterhin sehr solide Kapitalstruktur und hohe finanzielle Stabilität der POLYTEC Plastics Ebensee GmbH.

KENNZAHLEN DER POLYTEC PLASTICS EBENSEE GMBH

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
Einheit202520242023
UmsatzEUR Mio.68,290,353,5
EBITEUR Mio.2,17,7-2,9
FinanzergebnisEUR Mio.-0,4-1,1-1,2
JahresüberschussEUR Mio.1,55,1-3,1
FinanzanlagenEUR Mio.0,00,00,0

Die Umsatzerlőse der POLYTEC PLASTICS Ebensee GmbH sanken im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von EUR 90,3 Mio. auf EUR 68,2 Mio. (EUR -22,1 Mio.), Der Rückgang ist unter anderem auf Rückgänge beim Großkunden IFCO zurückzuführen.

Das Finanzergebnis (Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen) konnte 2025 mit EUR -0,2 Mio. deutlich verbessert werden (Vorjahr: EUR -1,1 Mio.). Einerseits reduzierte sich der Zinsaufwand aufgrund des deutlichen Rückgangs der Referenzzinssätze bei gleichzeitiger laufender Rückführung Finanzierungen mit tilgender Struktur. Andererseits konnten durch eine optimierte Nutzung des Factorings in Verbindung mit der komfortablen Liquiditätslage auch die verrechneten Factoringzinsen reduziert werden.

Der Steueraufwand belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf EUR 0,2 Mio. (Vorjahr: EUR 1,5 Mio.) und resultiert großteils aus der Gruppenbesteuerung.

Insgesamt konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr damit ein Jahresüberschuss in Höhe von EUR 1,5 Mio. erzielt werden (Vorjahr: EUR 5,1 Mio.). Der Rückgang ist insbesondere auf den Rückgang

der Umsatzerlöse zurückzuführen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
Einheit202520242023
EigenkapitalEUR Mio.6,77,52,4
BilanzsummeEUR Mio.34,038,729,2
Eigenkapitalquote%19,819,58,3

Die Bilanzsumme verringerte sich im Stichtagsvergleich von EUR 38,7 Mio. auf EUR 34,0 Mio. um (EUR -4,7 Mio.). Der Rückgang ist insbesondere auf einen geringeren Liquiditätsstand und geringere Finanzverbindlichkeiten zum 31.12.2025 zurückzuführen.

Die immateriellen Vermögensgegenstände blieben im Vorjahresvergleich nahezu unverändert. Bei den Sachanlagen kam es zu einem Rückgang von EUR 12,6 Mio. auf EUR 11,4 Mio. (EUR -1,3 Mio.).

Dies ist auf die laufenden Abschreibungen des Sachanlagevermögens und die zuglelch geringe Investitionstätigkeit zurückzuführen.

Trotz des 2025 erzielten Jahresüberschusses in Höhe von EUR 1,5 Mio. lag das Eigenkapital zum 31.12.2025 mit EUR 6,7 Mio, unter dem Vorjahresniveau (EUR 7,5 Mio.). Hintergrund war die im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgte Gewinnausschüttung in Höhe von EUR -2,3 Mio.

Die Eigenkapitalquote konnte aufgrund der Verringerung der Bilanzsumme mit 19,8 % im Vergleich zum Vorjahr jedoch gesteigert werden (Vorjahr: 19,5 %), wodurch die finanzielle Stabilität der POLYTEC PLASTICS Ebensee GmbH ein weiteres Mal verbessert werden konnte.

4. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

UMWELTSCHUTZ

Als Zulieferunternehmen der Automobilindustrie bringt die POLY- TEC GROUP wesentliche Lösungen zur Optimierung neuer Fahrzeuggenerationen mit ein. POLYTEC hat sich in den mehr als drei Jahrzehnten ihres Bestehens durch Innovationskraft und Flexibilität einen ausgezeichneten Ruf im Automotive-Bereich erarbeitet. Durch umfassende Forschungs- und Entwicklungstätigkeit leistet POlYTEC einen wichtigen Beitrag zur kontinuierlichen Verbesserung der Produkte ihrer Kunden, was sich letztlich auch positiv auf die Umwelt auswirkt. So wird beispielsweise durch Materialsubstitution das Gesamtgewicht von Fahrzeugen reduziert, bei manchen Bauteilen sind gegenüber Stahl Gewichtsersparnisse von bis zu 60% möglich. Das reduzierte Gewicht führt zu spürbar weniger Kraftstoffverbrauch und transitiv zu einem reduzierten CO2-Ausstoß.

Die systematische Analyse der ökologischen Auswirkungen ist fester Bestandteil des Produktentwicklungsprozesses bei POLYTEC und wird durch die Techniker:innen des Konzerns in enger Abstimmung mit den Kunden durchgeführt. Die laufenden Optimierungserfolge in den Themenbereichen Gewichtsreduktion, Werkstoffsubstitution, Materialeinsparung, Lärmund Geräuschreduktion etc. bilden – in Verbindung mit höchster Qualität und absoluter Liefertreue – die zentralen Stärken der POLYTEC GROUP und werden von ihren Kunden hoch geschätzt.

POLYTEC optimiert nicht nur die Produkte und Dienstlelstungen für ihre Kunden laufend weiter. Auf Basis eines abgestimmten Umwelt-, Qualitäts- und Lean-Management-Systems analysiert und verbessert der Konzern auch regelmäßig seine internen Produktionsprozesse, um den eigenen Material- und Energieverbrauch zu verringern. Die Verarbeitung von Kunststoffen erfordert einen hohen Aufwand an Ressourcen. Der schonende Umgang mit diesen Produktionsmitteln ist daher sowohl eine ökologische als auch eine ökonomische Notwendigkeit. Innerbetrleblich werden dazu die einzelnen Fertigungsschritte ständig optimiert, sodass Energle eingespart und der Rohstoffverbrauch reduziert werden. Prozesswasser und diverse Reinigungslösungen werden nahezu ausschließlich im geschlossenen Kreislauf verwendet. Bei der Verarbeitung von Lacken erfüllt POLYTEC hohe Standards hinsichtlich Innen- sowie Abluft. Diese Maßnahmen dienen dem Schutz der Mitarbeiter:innen und der Umwelt gleicherma- Ben.

Der Großteil der von POLYTEC entwickelten Teile, hochwertigen Module und multifunktionellen Kunststoffsysteme wird nach zertifizierten Entwicklungs- und Produktionsprozessen hergestellt. Sämtliche Standorte der POLYTEC GROUP sind mittlerweile nach der Qualitätsmanagement-Norm IATF 16949 sowie der Umweltmanagementnorm ISO 14001 zertifiziert. Die überwiegende Anzahl der Produktionsstandorte von POLYTEC, darunter auch der Standort Ebensee, ist nach der international anerkannten Energlemanagementnorm ISO 50001 zertifiziert und muss darüber hinaus zahlreichen kundenspezifischen Standards entsprechen – Belege für das nachhaltige Engagement und die Erfolge, auf die POLYTEC im Bereich Umweltschutz verweisen kann.

Die Gesellschaft selbst setzte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr konsequent auf Innovation, um nachhaltige, effiziente und zukunftsfähige Produkte zu entwickeln. Insbesondere zukunftsweisende Recyclingkonzepte unterstreichen den Anspruch von POLY- TEC, eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft aktiv mitzugestalten. Demzufolge konnte die Recyclingquote in Ebensee zur Wiederverwertung von IFCO-Boxen sowie deren Regranulierung zur Verringerung von Neumaterial durch weitere Investitionen in die bestehende Recyclinganlage spürbar gesteigert werden. Auch mit Neuentwicklungen aus dem Bereich Nachhaltigkeit stärkt POLYTEC ihre Marktposition und leistet einen wichtigen Beitrag zu mehr Ressourcenschonung und Effizienz.

„GO NEUTRAL 2035“ - NACHHALTIGKEITSSTRATGIE

KONKRETISIERT

Als Unternehmen, dessen Grundmaterial aus Kunststoffen besteht, hat bei POLYTEC neben dem Energiekonsum auch der Einsatz anderer Ressourcen einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt. Vor diesem Hintergrund setzt POLYTEC authentischen Maßnahmen zur Schonung von Rohstoffen und Energie, und leistet damit ihren Beitrag zu Klima- und Umweltschutz.

Die POLYTEC GROUP hat im Geschäftsjahr 2023 ihre Nachhaltigkeitsstrategie weiter konkretisiert. Unter dem Titel „Go Neutral 2035” will das Unternehmen seine Produktion in den kommenden elf Jahren vollständig auf CO2-Neutralität umstellen.

Um ihr übergeordnetes Ziel – nämliche eine CO2-neutrale Produktion bis 2035 – erreichen zu können, konzentriert sich POLYTEC in den nächsten Jahren auf drei Strategiefelder: Menschen, Energie und Produktion. In den Fokusfeldern Energie und Produktion identifizierte der Konzern die größten Hebel auf dem Weg zu CO2-Neutralität, während das Fokusfeld Menschen insofern besonders wichtig ist, als zur Umsetzung der notwendigen Maßnahmen Fachkräfte mit dem richtigen Mindset, Know-how und Engagement unerlässlich sind. In weiterer Folge entwickelte POLYTEC für diese drei Fokusfelder eine Dekarbonisierungsroadmap, auf der bis zum Erreichen vollständiger CO2-Neutralität im Jahr 2035 konkrete Milestones passiert werden sollen.

STRATEGISCHE ZIELE

Umwelt- und Klimaschutz bilden einen essenziellen und immer wichtiger werdenden Bestandteil der Geschäftsprozesse von PO- IYTEC. Die sich aus den Umweltzielen ergebenden vielfältigen Maßnahmen sollen in den kommenden Jahren im Rahmen des Umwelt- und Energiemanagements der POLYTEC GROUP kontinuierlich umgesetzt werden. Die im Zuge dieses Prozesses erarbeiteten Schwerpunkte der Umweltstrategie von POLYTEC sind:

dass der Konzern entlang des gesamten Produktionsprozesses sowohl auf einen schonenden Einsatz sämtlicher Rohstoffe als auch auf verstärktes Recycling achtet, um die zur Verfügung stehenden Ressourcen schonend einzusetzen und optimal zu nutzen, Dies umfasst auch den Verbrauch natürlicher Ressourcen wie Wasser sowie Ressourceneinsparungen, die POLYTEC durch die Leichtbauweise oder Funktionsintegration ihrer Bauteile erzielt. Den Verbrauch von Rohstoffen verringert das Unternehmen darüber hinaus durch die vermehrte Verwendung von Regranulaten, den Einsatz moderner Dosieranlagen, verbesserte Ausschussquoten sowie durch die veränderte chemische Zusammensetzung der Materialien. Weiters werden prozessbedingt anfallende Angussteile nach Möglichkeit direkt an der Maschine eingemahlen und wieder dem Prozess zugeführt. Einige Standorte Wie unter anderem die Polytec Plastics Ebensee mit einer seit mehreren Jahren CO2-neutralen Fertigung verfügen über zentrale Anlagen, in denen Ausschussteile aus der Produktion recycelt und die gewonnenen Materialien wiederverwendet werden. Das reduziert nicht nur den Rohstoffverbrauch, sondern verkürzt auch Transportwege und damit CO2-Emissionen. Mit seiner Recyclinganlage zum Einmahlen nicht mehr verwendbarer Logistikboxen leistet der Standort Ebensee einen wichtigen Beitrag zur Energieund Ressourcenschonung.

Trotz des sparsamen Umgangs mit Rohstoffen kann die Entstehung von Abfall nicht vollständig vermieden werden. Umso wichtiger ist es, dass unvermeidbarer Abfall bestmöglich getrennt und damit – wo immer möglich – sinnvollem Recycling zugeführt wird. POLYTEC unterstützt ihre Mitarbeiter:innen bei der sachgerechten Abfalltrennung durch ein einheitliches Farbleitsystem. Damit wird nicht nur Restabfall reduziert, auch die Kosten für dessen Entsorgung fallen geringer aus. Daneben baut das Unternehmen unter diesem Aspekt auch seine bereits bestehenden Programme zur Abfallvermeidung sowie zur Reduktion von umwelt- und gesundheitsgefährdenden Stoffen weiter aus.

2. Energleeffizienz stelgern: Ein besonderer Ressourcen- und damit Kostenblock liegt bei POLYTEC im Bereich Energie, Maximale Energieeffizienz ist daher nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus wirtschaftlichen Erwägungen sinnvoll. In den vergangenen Jahren konnten in unterschiedlichen Projekten wesentliche standortübergreifende Energieverbraucher optimiert und dadurch erhebliche Einsparungen erzielt werden. In Ebensee wurden Einsparungen insbesondere durch Investitionen in einen hochmodernen, effizienten Maschinenpark umgesetzt,

3. Umweltemissionen reduzieren: Um dem Nachhaltigkeitsgedanken noch stärker als bisher Rechnung zu tragen, formulierte POLY- TEC die Reduktion von Umweltemissionen bereits vor Jahren als strategisches Ziel. Im Rahmen der Produktionsprozesse nimmt Umweltschutz seit langem eine zentrale Rolle ein, mit dem Ziel, schädliche Emissionen kontinuierlich zu verringern. Dazu wurde

1. Ressourcen schonen: Mit diesem strategischen Ziel möchte PO- LYTEC dem gesamtheitlichen Ansatz verstärkt Rechnung tragen,

2020 erstmals der CO2-Ausstoß (Scope 1 und Scope 2) der POLYTEC GROUP auf brelter Basis erfasst und ausgewertet. Von dieser Auswertung werden anschließend Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen abgeleitet und deren Resultate gemessen. In Ergänzung wurde die Produktion in Österreich (darin eingeschlossen das Werk Ebensee), Deutschland und den Niederlanden bereits auf CO2-neutralen Strom umgestelit.

POlYTEC ist sich ihrer Verantwortung als Industrieunternehmen bewusst und setzt durch die genannten Maßnahmen kontinuierlich und konsequent weitere Schritte, um ihre Produktionsprozesse nachhaltiger und ressourcenschonender zu gestalten,

BESCHÄFTIGTE

Die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten (inklusive Leihpersonal, in Vollzeltäquivalenten – FTE) der POLYTEC PLASTICS Ebensee sowie deren geografische Verteilung in den letzten drei Jahren stellen sich wie folgt dar:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
in FTE2025Veränderung20242023
Österreich1816175185

Die Schwankungen der durchschnittlichen Anzahl der Beschäftigten sind unter anderem auf den Auf- und Abbau von Leihpersonal zurückzuführen.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 waren in der POLYTEC PLASTICS Ebensee GmbH insgesamt 166 Personen (inklusive Leihpersonal) beschäftigt, was einem Anstieg von 2 % im Vergleich zum Vorjahr (163 Beschäftigte) entspricht. Der Anstieg war durch den Stand des Leihpersonal zum Stichtag bedingt.

5. BERICHT ÜBER DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG UND DIE RISIKEN DER GESELLSCHAFT

AUSBLICK AUF DIE ENTWICKLUNG DER

PRODUKTLINIE SMART PLASTICS APPLICATIONS

Aufgrund des aktuellen Auftragsbestands beim Großkunden IFCO geht das Management von soliden Umsätzen im Geschäftsjahr 2026 aus. Die hohe Auslastung der automatisierten Fertigungslinien wird voraussichtlich weiterhin zu einem deutlich positiven Ergebnisbeitrag führen.

Dank der hervorragenden Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr kann zudem von einer ausreichenden Liquidität ausgegangen werden. Dies wird zusätzlich durch den neuen, langfristigen Vertrag mit IFCO untermauert, sichert eine stabile Grundlage für den Standort und lässt auch mittel- und langfristig positive Jahresergebnisse erwarten.

Mittel- und langfristig wird dadurch elne kontinuierliche Umsatzsteigerung angestrebt. Diese soll durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

• Optimierungen bei bestehenden Kunden, insbesondere durch Effizienzsteigerungen in der Produktion. • Verbesserung und Sicherung der Ertragsfähigkeit durch gezielte Preis- und Vertragsverhandlungen. • Erfolgreiche Umsetzung neuer Projekte, die sich aktuell in der Anlaufphase befinden.

Das Werk Ebensee richtet sich strategisch verstärkt auf die Bedürfnisse neuer SPA-Kunden aus und konzentriert sich dabei insbesondere auf die Bereiche Mehrwegverpackungen und Energie, Ziel ist

es, durch innovative Produktlösungen wie Plant Trays und Mehrwegverpackungen nachhaltige Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen und die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken.

WETTBEWERBSVORTEILE DURCH STRATEGISCHE MABNAHMEN:

• Kostenreduktion durch Optimierung der Fertigungsprozesse • Schnellere Umsetzung von Kundenanforderungen durch das ONE-SPA-Team • Gezielte Nutzung von bewährten Automotive- Standards für neue Anwendungen • Aufbau eines spezialisierten Teams mit hoher Fachkompetenz in den Zielmärkten

Das Werk Ebensee spielt als Leitwerk eine zentrale Rolle bei der Weiteren Entwicklung der Smart Plastics Applications.

Das Unternehmen sieht sich daher für die kommenden Jahre gut aufgestellt, sowohl hinsichtlich der Ertragslage als auch der finanziellen Stabilität.

AUSBLICK AUF DIE ENTWICKLUNG IN DER

AUTOMOBILBRANCHE

Europälsche Fahrzeugproduktion weiter mit negativer Entwicklung Auch für 2026 erwarten Experten eine rückläufige Entwicklung der europäischen Automobilproduktion. Im Vergleich zum Vorjahr könnte die Produktion heuer um 1,9% auf rund 15,2 Mio. Einheiten zurückgehen. Ein zentraler Fokus liegt auf dem Kapazitätsausbau chinesischer Automobilhersteller innerhalb Europas. Insbesondere der Produktionsstart der BYD-Fertigungsstätten in Ungarn und der Türkei könnte einen strategischen Wendepunkt markieren.

Europälsche und geopolitische Rahmenbedingungen belasten die Automobilbranche

Trotz einer graduellen Sentimentserholung bleibt das Marktumfeld im Jahr 2026 durch eine schwache Preissetzungsmacht und Leistbarkeitsbedenken geprägt. Vor diesem Hintergrund gilt es auch die Effektivität der Zollmitigatlonsmaßnahmen abzuwägen, während Kosteneffizienz und technologische Transformation weiterhin im Fokus stehen. Als zentrale Risikofaktoren für 2026 werden die geopolitische

Instabilität und Fragilität der Lieferketten insbesondere bei Halbleitern und Seltenen Erden gesehen. Analysten prognostizieren den E- BITDA-Margentiefpunkt für europäische OEMs im Laufe des ersten Halbjahres 2026, gefolgt von einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau.

Das gedämpfte Industrie- und Konsumentenvertrauen gepaart mit einer erhöhten Sparquote belasten die Nachfrageseite weiterhin. Zwar lässt sich damit kein unmittelbarer konjunktureller Aufschwung für die Automobilindustrie ableiten, die Branchenstimmung hat sich seit dem Tiefpunkt im Q1 2025 dennoch graduell erholt und dem langfristigen Durchschnitt angenähert. Vor diesem Hintergrund konnten die monatlichen EU-Absatzzahlen zuletzt wieder an den 10 Jahres-Median anschließen. Angesichts der erwarteten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und anhaltender Leistbarkeitsbedenken ist jedoch auf keinem der drei größten Automärkte weltweit mit einer wesentlichen Dynamik zu rechnen.

Quellen: S&P Global, Raiffeisen Research

Der Automotive-Bereich spielt am Standort Ebensee eine untergeordnetere Rolle, wobei insbesondere der Kunde MAN vertreten ist. Ziel ist es, die Automotive-Aktivitäten am Standort selektiv und strategisch auszubauen, insbesondere durch die Erweiterung des Produktportfolios im Bereich Kunststoffbauteile für Nutzfahrzeuge.

UNTERNEHMENSPROGNOSE

Das Management der POLYTEC Plastics Ebensee geht für das Geschäftsjahr 2026 aus heutiger Sicht von einem geplanten Umsatz in der Größenordnung von EUR 76 Mio, aus.

Die positive Umsatzentwicklung in den Folgejahren wird durch das Hochfahren neuer Projekte unterstützt, die aus den hohen Auftragseingängen der Vorjahre resultieren.

• Optimierung des Materlaleinsatzes durch den gezielten Einsatz effizienter Dosiersysteme zur Reduzierung des Rohstoffverbrauchs. • Förderung der Wiederverwertung durch Recycling und Regenerlerung von Materialien, um den Einsatz von Neumaterial zu minimieren. • Steigerung der Energieeffizienz durch technische Upgrades und Softwareoptimierungen an Produktionsanlagen, die den Stromverbrauch senken.

Mit diesen Maßnahmen stellt sich POLYTEC Plastics Ebensee strategisch für ein nachhaltiges, wachstumsorientiertes und kostenoptimiertes Geschäftsjahr 2026 auf.

Für das Jahr 2026 wird ein deutlich positives Betriebsergebnis erwartet. Dies basiert auf:

• Stabilen Umsätzen durch bestehende Kunden • Gewinnung neuer Kunden Im Bereich Smart Plastics Applications

Darüber hinaus konnte durch die stabile finanzielle Situation die Factoring-Ausnutzung optimiert werden, was zu deutlich geringeren Finanzierungskosten führt.

Zusätzlich sind für das Jahr 2026 gezielte Einsparungsmaßnahmen geplant, darunter:

6. RISIKOBERICHT-ERSTATTUNG UND FINANZINSTRUMENTE

Die POLYTEC GROUP ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Risikomanagement ist für die POLYTEC GROUP ein integraler Bestandteil der Strategie und aller Geschäftsprozesse. Auch die für einen Automobilzulieferer notwendigen umfangreichen Zertifizierungen (z. B. IATF16949:2016 und ISO14001:2015) geben hier bereits entsprechende Regelungen vor, deren Einhaltung auch durch externe Audits überwacht wird. Der Organisation der POLYTEC GROUP entsprechend werden Risiken dezentral und marktnah vor allem im Rahmen der laufenden Geschäftsprozesse gemanagt und überwacht. Die Steuerung der finanziellen Risiken erfolgt jedoch im Wesentlichen durch die Konzernzentrale. Folgende wesentliche Risikofelder können identifiziert werden:

UNTERNEHMENSSPEZIFISCHE RISIKEN

a. (Absatz-)Marktrisiko

Allgemeines Absatzmarktrisiko: Die Automobilindustrie erfährt gerade eine deutliche Veränderung der Rahmenbedingungen. Mit dem Zurückdrängen des Verbrennungsmotors und der Förderung der Elektromobilität als unmittelbare Treiber des Umbruchs sowie den mittelbaren Auswirkungen der Entwicklung im Bereich des autonomen Fahrens und neuen Mobilitätskonzepten werden die kommenden Jahre für die Automobilindustrie sehr herausfordernd. Dabei gilt es sich auf die neuen Rahmenbedingungen einzustellen und sich durch Innovation und eine gezielte Vertriebsstrategie in dem neuen Marktumfeld klar zu positionieren. Die Automobilzulieferindustrie galt schon bisher als Markt mit hohem Wettbewerb und war dabei geprägt von der Konsolidierung und Restrukturierung von Mitbewerbern. Dieser Trend wird sich noch verstärken, und die Chancen der Marktkonsolidierung gilt es dabei für POlYTEC GROUP zu nutzen. Das allgemeine Absatzrisiko wird sich aufgrund der Transformation hin zu klimafreundlichen Produkten und der Präsenz von POLYTEC in diesem Markt aber trotzdem weiter verschärfen, da aktuell nicht von einer kurzfristigen Erholung der derzeit insgesamt rückläufigen Automobiimärkte auszugehen ist.

Darüber hinaus bestehen auch deutlich höhere konjunkturelle und politische Risiken als in den letzten Jahren. Die Internationalisierung der Märkte aber auch der Lieferketten bringt nicht nur große Chancen mit sich, sondern birgt auch höhere Risiken, was mit dem Ausbruch des Coronavirus und der sich derzeit weiter schnell verändernden politischen Gesamtlage einmal mehr verdeutlicht wurde. Die aktuellen internationalen Handelskonflikte führen zu Nachfragerückgängen und erhöhen die Komplexität der globalen Lieferbeziehungen. Es besteht das Risiko, dass diese Unsicherheiten auch noch in den kommenden Jahren die Automobilindustrie weiter negativ beeinflussen werden.

Volumenrisiko: Die unveränderte Volatilität der Nachfrage bzw. die nicht planmäßige Entwicklung der Stückzahlen hat auch im Berichtsjahr die Vermögens- und Ertragslage negativ beeinflusst; insbesondere die Abrufe im Bereich E-Mobilität lagen massiv unter den prognostizierten Abrufmengen. Aufgrund der ungeplanten Stückzahlenabrufe kann es in zweierlei Hinsicht zu Problemen kommen. Bei zu hohen ungeplanten Abrufen können Kapazitätsengpässe die Folge sein, die zu Lieferverzögerungen und somit zu Reputationsschäden führen können. Andererseits führen fehlende Abrufe zu Auslastungsproblemen, die eine Fixkostenunterdeckung zur Folge haben können. Die POLYTEC GROUP ist bestrebt, durch einen ausgewogenen Kunden- und Auftragsmix dle Abhängigkeit von einzelnen Lieferbeziehungen so gering wie möglich zu halten. Durch die aktuelle Volatilität der Märkte und der geringen Akzeptanz der Kunden für E-Fahrzeuge kommt es immer häufiger zu

deutlichen Reduzierungen aber auch Erhöhungen von Stückzahlen während des Serienlaufs. Die Unplanbarkeit der Lieferabrufe bleibt auf unverändert hohem Niveau. Für die POLYTEC GROUP ist daher eine hohe Flexibilität in den Werken und eine konsequente Beobachtung der Abrufsituation und der Entwicklung der Modelle notwendig. Auf wesentliche Veränderungen muss kostenseitig, aber auch mit berechtigten Forderungen durch Mehrkosten vor allem aus der Unterschreitung von Planmengen reagiert werden.

b. Beschaffungsmarktrisiko

Wesentliches Risiko sind Schwankungen der Rohstoff- und Energiepreise, die im Fall der POLYTEC GROUP als kunststoffverarbeitendem Konzern vor allem durch nachhaltige Veränderungen des Olpreises, aber auch der Raffineriekapazitäten verursacht werden können. Diesem Risiko wird, soweit gegenüber dem Kunden durchsetzbar, mit Materialgleitpreisklauseln in den offengelegten Kalkulationen entgegengewirkt. Zum Teil erfolgt die Verhandlung von Rohstoffen und Zukaufteilen direkt durch die Kunden der POLYTEC GROUP mit dem Lieferanten. Soweit mit dem Kunden Preise nur auf Jahresfrist vereinbart sind, ist die Veränderung der Rohstoffund Energiepreise ein wichtiger Parameter In den Gesprächen für die jährliche Neufestlegung der Preise. Weiters wird versucht, durch verstärkte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten bislang nicht recycelbaren Ausschuss wieder in der Produktion einzusetzen.

Ein weiteres mittelfristig bis langfristig Risiko ergibt sich durch den Preisanstieg aufgrund der abnehmenden Verfügbarkeit von nicht erneuerbaren Rohstoffen sowie einer möglicherweise unzureichenden Verfügbarkeit von Rezyklaten. Zudem besteht das Risiko, dass Materialien wie SMC, GMT oder LFT künftig nicht mehr eingesetzt werden können, da sie schwer recycelbar sind und möglicherweise nicht mehr den hohen Nachhaltigkeitsanforderungen der Kunden entsprechen werden.

FINANZIELLE RISIKEN UND DEREN MANAGEMENT UND

SENSITIVITÄT

Kreditrisiko: Die Außenstände werden laufend kritisch verfolgt und die vereinbarungsgemäße Bezahlung von Forderungen sichergestellt. Die Abhängigkeit von wenigen Kunden ist ein Wesensmerkmal der Automobilzulieferindustrie. Als Kunde wird in diesem Zusammenhang eine Gruppe verbundener Unternehmen definiert, die durchaus auch mehrere Automobilmarken herstellen kann.

Das Ausfallrisiko bei flüssigen Mitteln wird als gering eingeschätzt.

Liquiditätsrisiko: Beim Liqulditätsrisiko handelt es sich um das Risiko, fällige Verbindlichkeiten nicht fristgerecht begleichen zu können. Die Gruppe sichert ihren Liquiditätsbedarf durch Vorhalten einer Barreserve sowie durch die vorzeltige Refinanzierung endfälliger Finanzverbindlichkeiten.

Die POLYTEC GROUP startete in 2023 auch mit Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen, deren Zweck es ist, eine effiziente Zahlungsabwicklung von Lieferantenrechnungen zu ermöglichen. Die Vereinbarungen werden bei ausgewähiten Konzerngesellschaften auf das gesamte Lieferantenportfolio angewendet. Neben einer Verlängerung der Zahlungsfristen tragen die Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen zudem zu einer besseren Vorhersage der Mittelabflüsse bel.

Ein etwaiges Liquiditätsrisiko wird aktiv durch die Konzernzentrale gesteuert. Das Management hat Zugriff auf ein Treasury Management System, in dem alle Zahlungseingänge und -ausgänge von den POlYTEC Gesellschaften ersichtlich sind. Zudem werden jeden Monat aktualisierte Cash-Planungen erstellt, wodurch eine fristgerechte Zahlung von Verbindlichkeiten gewährleistet werden soll..

Zinsänderungsrisiko: Dem Zinsänderungsrisiko begegnet die POLYTEC GROUP durch ein der langfristigen Zinsmeinung entsprechendes Portfollo von variablen und fixen Finanzierungen, wobei langfristige Finanzierungen zum überwiegenden Teil varlabel verzinst sind. Im Geschäftsjahr 2024 sowie 2023 wurden keine derivativen Produkte zur Zinssicherung eingesetzt.

Sonstige Risiken: Sonstige wesentliche Verpflichtungen und Rislken, die im vorliegenden Konzernabschluss nicht entsprechend gewürdigt oder in den Erläuterungen angeführt wurden, sind dem Management nicht bekannt.

Ebensee, am 28.4.2026

Die Geschäftsführung

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 12
Christiab StuttnerKilian LübkeReinhard Donabauer

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