Inhaltsverzeichnis
OMV
für das Geschäftsjahr 2025
Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Die Gesellschaft verfügt über eine Betriebsstätte in Jemen, wobei sämtliche operative Tätigkeiten zum 31. Dezember 2024 eingestellt wurden. Dies erfolgte durch die Mitteilungen über den Rückzug aus dem Joint Operating Agreement (JOA) sowie durch die Rückgabe und Niederlegung der Betriebsführerschaft gemäß dem Production Sharing Agreement (PSA), die zu diesem Zeitpunkt wirksam wurde. Für weitere Ausführungen siehe im Anhang Seite 1 und 2.
Geschäftsverlauf 2025
Die politischen Konflikte im Jemen, die sich in bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen regierungstreuen Kräften und den Huthi‑Rebellen äußern, setzten sich auch im Jahr 2025 unverändert fort und eskalierten stellenweise weiter. Zusätzlich zu den bestehenden Frontlinien traten verstärkt Spannungen und offene Konfrontationen innerhalb der Anti‑Huthi‑Koalition auf.
Aufgrund der kritischen Sicherheitslage wurde die Rohölproduktion am 9. März 2023 eingestellt. Seither und bis zum Rückzug aus dem JOA sowie Rückgabe und Niederlegung der Betriebsführerschaft gemäß PSA konnte daher kein Rohöl gefördert werden.
Das EBIT ist mit minus EUR 0,8 Mio. (2024: minus EUR 27,9 Mio.) besser als im Vorjahr: Die Verbesserung ist im Wesentlichen auf verringerten Forderungsabschreibungen und Auflösungen von Rückstellungen im Geschäftsjahr zurückzuführen.
Oben genannte Gründe bedingen im Jahr 2025 einen Jahresfehlbetrag von EUR 1,9 Mio. (2024: Jahresfehlbetrag EUR 30,1 Mio.).
Wie oben angeführt kam es zu einer Einstellung internationaler Erdölexporte aus Jemen ab Oktober 2022 und folglich zu einer Einstellung der Rohölproduktion am 9. März 2023. OMV als Betriebsführer in Block S2 konnte daher im Jahr 2024 sowie 2025 kein Rohöl fördern.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Im Geschäftsjahr 2025 gab es keine Erlöse aus dem Verkauf des Eigenanteils von Rohöl (VJ: EUR 0).
Die Ergebnisverbesserung im Vergleich zum Vorjahr führte zu einer höheren Umsatzrendite (Ergebnis vor Steuern / Umsatzerlöse) von minus 27% (2024: minus 374%).
Der NOPAT (Net Operating Profit after Tax) erhöhte sich von minus EUR 27,9 Mio auf EUR minus 0,8 Mio.
Vermögens- und Finanzlage
Die Bilanzsumme im Jahr 2025 verringerte sich von EUR 72,4 Mio. (Ende 2024) auf EUR 19,6 Mio. Begründet wird diese Reduktion auf den Verbrauch von Rückstellung und Zahlungen von Verbindlichkeiten.
Das Eigenkapital beträgt EUR 4,3 Mio. (2024: EUR 1,3 Mio).
Die Eigenkapitalrendite (Ergebnis vor Steuern / durchschnittliches Eigenkapital) änderte sich aufgrund der Ergebnisverbesserung und dem Zuschuss von 484,9% im Jahr 2024 auf 22,1% im Jahr 2025. Die indirekte Cashflow-Rechnung erfolgt nach KFS/BW2 und wird mit folgenden Teilergebnissen dargestellt: Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit für das Geschäftsjahr 2025 beträgt minus EUR 32,0 Mio (2024: minus EUR 14,0 Mio.) Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt EUR 0,0 Mio (2024: EUR 0,0 Mio) und der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit EUR 5,0 Mio (2024: EUR 45,0 Mio).
Health, Safety, Security & Environment (HSSE)
Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz sind für die OMV zentrale Werte. Die Integrität der Betriebsanlagen der OMV, Schadenverhütung, proaktives Risikomanagement und Umweltschutz sind entscheidend für die Verwirklichung der HSSE-Mission der OMV: „Committed to Zero Harm – Protect People, Environment, and Assets“. Die Gewährleistung der höchsten HSSE-Standards (Gesundheit, Sicherheit, Schutz und Umwelt) bleibt das Hauptziel des Jemen-Managementteams. Im Jahr 2025 dominierte weiterhin die Sicherheitslage die HSSE-Arbeit. Seit dem 31.05.2025 verfügt die Gesellschaft über keine Mitarbeiter mehr, wodurch das Risiko für die OMV auf ein Minimum reduziert wurde.
Forschung & Entwicklung
Die Gesellschaft betreibt keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.
Risikomanagement
Die Gesellschaft ist Teil des durch Group Treasury koordinierten vollintegrierten unternehmensweiten Risikomanagement-Systems Enterprise Wide Risk Management (EWRM) des OMV Konzerns. Mit diesem wurde in allen Geschäftsbereichen eine Steigerung des Risikobewusstseins und der Fähigkeiten zum Risikomanagement erzielt. Im EWRM-Bericht sind die wichtigsten Risiken bewertet und ihre Auswirkung sowie getroffene Gegenmaßnahmen und Indikatoren zur Frühwarnung dargestellt.
Kapitalrisikomanagement
Das Kapitalmanagement der Gesellschaft soll sicherstellen, dass die Gesellschaft in der Lage ist, als Unternehmen fortzubestehen, ihre Verpflichtungen einzuhalten bzw. die Aktivitäten gemäß genehmigtem Plan und Budget durchzuführen und gleichzeitig die Kreditverbindlichkeiten gegenüber der Zentrale zu minimieren. Die Gesellschaft sowie der Partner Sinopec International Petroleum Exploration and Production Corporation (SIPC) haben einem Geschäftsplan und Budget zugestimmt, das die aktuelle Lage widerspiegelt und die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs sicherstellt.
Währungsänderungsrisiko
Die Gesellschaft wickelt Geschäfte in USD ab. Es besteht daher ein Währungsänderungsrisiko.
Die Gesellschaft tätigt im Vergleich zu den Vorjahren nur noch weitgehend reduzierte Käufe bei ausländischen Lieferanten. Außerdem leistet die Gesellschaft ebenfalls stark reduzierte Zahlungen für Aufwendungen in Fremdwährungen. Die Gesellschaft unterliegt einem reduzierten Währungsrisiko in Zusammenhang mit den für die Zahlungsabwicklung geltenden Wechselkursen.
Die Gesellschaft kontrolliert das Währungsrisiko, indem sie die Wechselkurse ständig beobachtet und ausreichende Mittel in Fremdwährungen hält, um ihre voraussichtlichen Verpflichtungen gegenüber ausländischen Lieferanten sowie sonstige Zahlungen in Fremdwährungen abzudecken. Diese Beträge werden als kurzfristige Einlagen und Sichtguthaben gehalten.
In 2025 wurden für die Gesellschaft keine Absicherungsschritte getätigt.
Zinsänderungsrisiko
Aktivseitig besteht ein Zinsänderungsrisiko in den Geldanlagen bei der Nationalbank von Abu Dhabi, welches auf Grund der Kurzfristigkeit der Geldanlagen als gering einzustufen ist.
Politisches Risiko/Sicherheitsrisiko
Die Sicherheitslage im Jemen bleibt angespannt. Der Norden steht weiterhin überwiegend unter Kontrolle der Huthi-Bewegung, während die international anerkannte Regierung (PLC) den Süden hält. Die Lage verschärfte sich Ende 2025 durch neue Kämpfe zwischen der PLC und dem Southern Transitional Council (STC). Internationale Akteure, darunter UN und USA, konnten die politische Pattsituation bislang nicht lösen, und ein langfristiger Waffenstillstand ist nicht in Sicht. Für weitere Erläuterung aufgrund des Irankonflikts wird auf die wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag im Anhang verwiesen.
Voraussichtliche Entwicklung
Seit dem Rückzug aus dem JOA sowie der Niederlegung der Betriebsführerschaft gemäß PSA mit Wirkung zum 31.12.2024 konzentriert sich die Gesellschaft auf die vollständige Abwicklung aller Verpflichtungen sowie auf die Reduzierung der gesamten Kostenbasis.
Trotz der herausfordernden wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft gehen wir aufgrund der im Risikobericht beschriebenen Maßnahmen und der guten Kapitalausstattung der Gesellschaft aus heutiger Sicht davon aus, dass die Unternehmensfortführung nicht beeinträchtigt ist.
Wien, am 27. Mai 2026
5) OMV
Nenad Košorok, 27.05.2026 08:47
Mag. Nenad Kosorok, geb. 17.08.1973 signed with Xitrust MOXIS
Mag. Nenad Kosorok eh Geschäftsführer