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SIG Austria GmbH, Saalfelden am Steinernen Meer
Darstellung des Unternehmens
SIG ist ein führender Anbieter von Verpackungslösungen „for better“ – besser für unsere Kunden, für Verbraucherinnen und Verbraucher und für die Welt. Mit unserem einzigartigen Portfolio aus aseptischen Kartonpackungen, Bag-in-Box-Lösungen und Standbeuteln mit Verschlüssen arbeiten wir partnerschaftlich mit unseren Kunden zusammen, um Lebensmittel- und Getränkeprodukte auf sichere, nachhaltige und bezahlbare Weise an Verbraucherinnen und Verbraucher in aller Welt zu bringen.
Unsere Technologie und unsere herausragende Innovationskraft ermöglichen es uns, unseren Kunden vielfältige Verpackungssysteme und -lösungen für innovative Produkte und smarte Produktionsprozesse anzubieten, die den sich ständig ändernden Bedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbrauchern gerecht werden. Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit und leitet uns auf unserem Weg, Verpackungen „for better“ zu schaffen – Verpackungen, die mehr für die Menschen und den Planeten tun, als sie in Anspruch nehmen.
Gegründet im Jahr 1853, hat SIG den Hauptsitz in Neuhausen, Schweiz, und ist an der SIX Swiss Exchange notiert. Die Kompetenz und Erfahrung unserer weltweit rund 9.600 Mitarbeitenden ermöglichen es uns, schnell und effektiv auf die Bedürfnisse unserer Kunden in mehr als 100 Ländern einzugehen.
In Saalfelden befindet sich eine Packstoffproduktionsstätte der weltweit zehn Produktionsstandorte der SIG Gruppe, in denen aseptische Kartonpackungen hergestellt, bedruckt und als flache Kartonmäntel zu den Kunden ausgeliefert werden. Bei den Kunden werden sie auf Füllmaschinen von SIG befüllt.
Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
Die SIG Gruppe hat im Jahr 2025 ein Projekt zur Reduktion der Anzahl der zum Konzern gehörenden Unternehmen initiiert. Im Rahmen dieses Projekts erfolgte eine gesellschaftsrechtliche Verschmelzung der SIG Austria Holding GmbH und der SIG Combibloc GmbH & Co KG. Dabei wurde die SIG Combibloc GmbH & Co KG auf die SIG Austria Holding GmbH verschmolzen; im Anschluss wurde die SIG Austria Holding GmbH in die SIG Austria GmbH umbenannt.
Vor dem Hintergrund dieser Verschmelzung sind die Veränderungen der Zahlen der SIG Combibloc GmbH & Co KG gegenüber dem Vorjahr zu interpretieren. Zulässig ist der Vergleich mit Vorjahr in Bezug auf Umsatz, Materialaufwand und Personalkosten.
Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr um 3% gesunken. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf den gesunkenen Absatz gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen. In Drittmärkten konnten wir den Umsatz gegenüber Vorjahr steigern. Die Produktionsmenge ist im Vergleich zum Vorjahr parallel zum Umsatz um 3%
gesunken. Zusätzlich belasten in Österreich Inflation und Lohnabschlüsse über dem europäischen Durchschnitt die Wettbewerbsfähigkeit.
Analyse der Ertragslage
Wie bereits dargelegt, ist die Vergleichbarkeit der Zahlen bis zum Betriebsergebnis aufgrund der im Zuge der Verschmelzung eingetretenen Veränderungen mit dem Vorjahr nur eingeschränkt gegeben. Das Geschäft der ehemaligen SIG Combibloc GmbH & Co KG war insbesondere durch rückläufige Umsätze sowie gestiegene Kosten belastet. Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr erhebliche Wertberichtigungen auf das Vorratsvermögen erfasst. Diese betreffen Abfüllmaschinen, deren beizulegender Wert infolge veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sowie einer aktualisierten Einschätzung der künftigen Nutzung deutlich unter den bisherigen Buchwerten liegt. Die vorgenommenen Wertminderungen tragen der gesunkenen Werthaltigkeit dieser Vermögensgegenstände Rechnung und wirken sich entsprechend ergebnisbelastend auf das Jahresergebnis aus.
Neben den operativen Aufwand in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind darin auch konzerninterne Weiterbelastungen in einem mittleren einstelligen Millionenbereich enthalten, die die SIG Austria GmbH als Muttergesellschaft für die SIG Combibloc do Brasil Ltda. getragen hat. Aufgrund fehlender steuerlicher Abzugsfähigkeit sowie zusätzlicher lokaler Gebühren in Brasilien wurden diese Kosten nicht weiterverrechnet.
Die Beteiligungserträge sind gegenüber dem Vorjahr um 37,5 Mio. € gestiegen. Der Rückgang der Beteiligungserträge infolge der Verschmelzung der SIG Combibloc GmbH & Co KG konnte durch höhere Dividendenzahlungen aus den Beteiligungen in Deutschland und Brasilien überkompensiert werden. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge sowie Aufwendungen liegen insgesamt auf Vorjahresniveau.
Der Steueraufwand hat sich insbesondere aufgrund der erstmaligen Bildung latenter Steuern reduziert.
Der Jahresüberschuss der SIG Austria GmbH belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 87,2 Mio. €. Im Wesentlichen aufgrund des Verschmelzungsverlusts in Höhe von 245,5 Mio. € ergab sich im laufenden Geschäftsjahr ein Jahresfehlbetrag von 99,3 Mio. €. Der Bilanzgewinn ist jedoch weiterhin positiv und beträgt 158,9 Mio. €.
Analyse der Vermögens- und Finanzlage
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bilanzsumme um 85,4 Mio. € auf 1.086,3 Mio. € reduziert.
Das Anlagevermögen verringerte sich im Berichtsjahr von 1.122,7 Mio. € auf 953,5 Mio. €. Im Zuge der vorgenommenen Verschmelzung weist die SIG Austria GmbH erstmals immaterielle Vermögensgegenstände sowie Sachanlagevermögen aus. Im Finanzanlagevermögen wurden zudem Wertpapiere übernommen. Der Rückgang der Anteile an verbundenen Unternehmen ist auf die Ausbuchung der Beteiligung an der SIG Combibloc GmbH & Co KG zurückzuführen. Demgegenüber kam es im Geschäftsjahr 2025 zu einer Beteiligungsaufstockung an der SIG Combibloc do Brasil Ltda.
Das Umlaufvermögen der Gesellschaft hat sich im Berichtsjahr von 48,5 Mio. € auf 130,0 Mio. € erhöht. Ursächlich hierfür sind insbesondere im Zuge der Verschmelzung übernommene Vermögensgegenstände. Unter anderem weist die SIG Austria GmbH aufgrund der Übernahme der Produktionstätigkeiten der SIG Combibloc GmbH & Co. KG erstmals Vorräte aus. Darüber hinaus haben ein Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der Forderungen gegen verbundene Unternehmen, der sonstigen Vermögensgegenstände sowie ein erhöhter Kassenbestand aus dem operativen Geschäft der ehemaligen SIG Combibloc GmbH & Co KG zur Erhöhung des Umlaufvermögens beigetragen.
Die SIG Austria GmbH war bislang gemäß § 221 Abs. 1 UGB als kleine Kapitalgesellschaft eingestuft. Aufgrund der Verschmelzung ist die Gesellschaft nunmehr gemäß § 221 Abs. 3 UGB als große Kapitalgesellschaft zu qualifizieren. Infolgedessen kann die Gesellschaft die Befreiung von der Bildung latenter Steuern nicht mehr in Anspruch nehmen und hat daher erstmals latente Steuern bilanziert.
Die Eigenkapitalquote per 31. Dezember 2025 beläuft sich auf 45,7 % des Gesamtkapitals (31. Dezember 2024: 56,0 %). Das Eigenkapital ist auf Grund des Jahresfehlbetrags und der dadurch erfolgten Reduzierung des Bilanzgewinnes von 655,7 Mio. € auf 496,4 Mio. € gesunken.
Durch die Verschmelzung wurden Investitionszuschüsse übernommen, die entsprechend der Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände aufgelöst werden.
Der Rückstellungsbetrag ist von 1,7 Mio. € auf 24,6 Mio. € gestiegen. Details zu den Rückstellungen können dem Anhang entnommen werden.
Die Verbindlichkeiten haben sich um 50,6 Mio. € erhöht und belaufen sich nunmehr auf 564,9 Mio. €. Dabei bilanziert die Gesellschaft nun zum ersten Mal erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen.
Forschung und Entwicklung
Grundlagenforschung und Entwicklung werden nach wie vor von einer eigenen Entwicklungsgesellschaft ausgeführt, die im Konzernverbund angesiedelt ist. Dabei wird von unserem Unternehmen Unterstützung, z.B. bei notwendigen Tests zur Entwicklung der Serienreife, geleistet.
Sonstige Angaben
Derivative Finanzinstrumente
Zum Bilanzstichtag bestehen wie im Vorjahr keine derivativen Finanzinstrumente.
Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft unterhält keine Zweigniederlassungen.
Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren
Arbeitnehmerbelange
Im Geschäftsjahr 2025 waren durchschnittlich 306 MitarbeiterInnen (Vorjahr 3 MitarbeiterInnen) bei der SIG Austria GmbH beschäftigt (214 Arbeiter / 92 Angestellte). Im vorgenannten Personalstand sind 15 Lehrlinge (10 Arbeiter / 5 Angestellte) enthalten.
Fachlich lässt sich folgende Teilung vornehmen:
• 266 MitarbeiterInnen im Produktions- und produktionsnahen Bereich • 40 MitarbeiterInnen im Vertriebs- und Verwaltungsbereich
Die Qualifikationsstruktur weist eine gute Mischung an Ausbildungsabschlüssen auf. Durch berufsbegleitende Aus- und Weiterbildungen ist gewährleistet, dass das erforderliche Qualifikationsniveau stetig ausgebaut wird.
Das an das Konzernangebot gekoppelte Aus- und Weiterbildungsprogramm unterstützt die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Die Schulungsausgaben betrugen im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 80 T€ (Vorjahr 0 T€).
Für MitarbeiterInnen des Topmanagements besteht eine betriebliche Altersvorsorge.
Umweltmanagement (zertifiziert nach ISO 14001)
Abfall
Das für 2025 gesetzte Ziel hinsichtlich der spezifischen Abfallmenge (t/Mm²) wurde erreicht. Maßgeblich hierfür waren insbesondere ein niedriger Produktionsausschuss sowie eine gegenüber dem Vorjahr reduzierte Menge weiterer Abfallfraktionen, die nicht dem Produktionsausschuss zuzurechnen sind. Dies betrifft insbesondere Holzabfälle
Energiemanagement (zertifiziert nach ISO 50001)
Das für 2025 gesetzte Ziel beim spezifischen Gesamtenergieverbrauch (MWh/Mm²) wurde nicht erreicht. Ursächlich hierfür war ein Ausfall der Wärmepumpen, der eine umfassende Erneuerung der Anlagen bzw. des gesamten Versorgungskonzepts erforderlich machte. In der Folge konnte von April bis November kein Warmwasser über die Wärmepumpen bereitgestellt werden, sodass die Wärmeversorgung ersatzweise über Heizkessel unter Einsatz von Erdgas erfolgen musste.
Brand- u. Explosionsschutz (EX-Schutz)
Im Geschäftsjahr 2025 kam es zu 5 Brandereignissen die intern gelöscht werden konnten.
Folgende Brandschutzprojekte wurden umgesetzt:
- Schaumlöschmittel wurde aufgrund seiner Umweltrelevanz fachgerecht entsorgt. In Abstimmung mit der Feuerwehr wird ein entsprechendes Schaumlöschmittel künftig direkt bei der Feuerwehr gelagert. - sämtliche Absperrventile der Wandhydranten wurden ausgetauscht
Die Verantwortlichkeiten zu EX-Schutz sind definiert. Eine laufende Evaluierung hinsichtlich Änderungen wird durchgeführt und wird in den zentralen EX- Schutzdokumenten festgehalten.
Legal Compliance
Aus Compliance Sicht ist die Kenntnis aller wesentlichen Vorschriften und deren Änderungen, die Evaluierung aller Anzeigen, Genehmigungen oder sonstigen Anforderungen sichergestellt und die daraus resultierende Maßnahmenumsetzung gewährleistet. Durch die Informationen aus der externen Rechtsberatung, den monatlichen Legal Compliance Bericht und das im Abstand von 3 Monaten durchgeführte Statusmeeting ist die oberste Leitung bzw. die Organisation auf dem aktuellen Stand.
Risikobericht
Das Handeln der SIG Gruppe ist auf die Nutzung von Chancen bei gleichzeitiger Kontrolle der damit einhergehenden Risiken ausgerichtet. Aus diesem Grunde ist in der SIG Gruppe die Steuerung von Chancen und Risiken integraler Bestandteil des SIG gruppenweiten Systems der Unternehmensführung. Kernelemente der Steuerung sind das Risikomanagement-System (RMS) und das interne Kontrollsystem (IKS). Der Schwerpunkt des RMS liegt auf der Risikoerkennung (Identifikation von Risiken), Risikobewertung (Beurteilung und Quantifizierung von Risiken einschl. Risikoaggregation zur Ermittlung der möglichen Risikoauswirkungen und deren Wahrscheinlichkeitsverteilung), Risikokontrolle (Maßnahmen zur Risikovermeidung, zum Risikotransfer und zur Risikominderung) und Risikoüberwachung (Sicherstellung der Wirksamkeit des RMS). Hierzu werden in regelmäßigen Konferenzen zur
Geschäftsentwicklung Risiken identifiziert und analysiert sowie entsprechende Gegenmaßnahmen vereinbart, deren Durchführung im Hinblick auf Wirksamkeit regelmäßig überprüft wird. Zudem hat die SIG Gruppe für mögliche Schadensfälle und Haftungsrisiken Versicherungen abgeschlossen, die sicherstellen, dass sich finanzielle Folgen von möglicherweise eintretenden Risiken in Grenzen halten.
Zentrale Bestandteile des RMS, das auf sämtliche wesentliche Risiken der SIG Gruppe abzielt, sind der Planungs- und Controlling-Prozess, regelmäßige Workshops mit dem Vorstand der SIG Gruppe, das konzerninterne Regelwerk und das Berichtswesen. Darüber hinaus wird das RMS durch das IKS ergänzt, in dessen Mittelpunkt die Implementierung von Kontrollen und Prozessen steht, um zu gewährleisten, dass ein regelungskonformer Jahresabschluss erstellt wird. Dazu tragen verschiedene prozessintegrierte und prozessunabhängige Überwachungsmaßnahmen bei, die sicherstellen, dass unter Berücksichtigung des Prinzips der Funktionstrennung bzw. des Vier-Augen-Prinzips die Risiken von dolosen Handlungen reduziert werden.
Die gruppeninterne Revision überwacht sowohl die Funktionsfähigkeit des internen Steuerungs- und Überwachungssystems als auch die Einhaltung organisatorischer Sicherungsmaßnahmen und prüft in regelmäßigen Abständen die Wirksamkeit des Internen Kontroll- bzw. Risikomanagement-Systems. Die Erkenntnisse aus diesen Prüfungen finden im kontinuierlichen Prozess zur Verbesserung unseres IKS und RMS, die auf der Grundlage anerkannter Rahmenwerke (z.B. COSO) basieren, Berücksichtigung.
Beschaffungsrisiken bei den Rohstoffen wird durch Sicherungsmaßnahmen einer konzerninternen Beschaffungsgesellschaft begegnet. Für das Risiko des Ausfalls von Produktionsanlagen sind entsprechende Versicherungen abgeschlossen worden. Das IT-System wird von einer konzerninternen Servicegesellschaft betrieben, die Vorkehrungen gegen Ausfälle getroffen hat. Das Risiko des Forderungsausfalls wird als gering angesehen, da große Teile der Forderungen an ein Factoringinstitut verkauft werden und die wesentlichen Risiken an dieses übergehen.
Dem zunehmenden Wettbewerb durch alternative Verpackungslösungen begegnet das Unternehmen mit einer konsequenten Weiterentwicklung des eigenen Portfolios. Im Fokus stehen die Verbesserung der funktionalen Eigenschaften unserer Verpackungen, neue Produktformate sowie die weitere Stärkung ihrer Umweltvorteile. Besonders hervorzuheben ist die kontinuierliche Erweiterung und Optimierung der aluminiumfreien Produktlösungen, die einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Ausrichtung des Gesamtportfolios leisten.
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Für das Geschäftsjahr 2026 ist weiterhin von einem anspruchsvollen Marktumfeld auszugehen. Aufgrund der Widerstandsfähigkeit unseres Geschäftsmodells erwarten wir nach aktuellem Kenntnisstand jedoch keine wesentlichen Beeinträchtigungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Während das konzerninterne Geschäft rückläufig zu erwarten ist, wird für die Drittmärkte von wachsendem Absatz ausgegangen. Entsprechend rechnen wir auch mit einer Verbesserung des operativen Ergebnisses.
Saalfelden am Steinernen Meer, 15. September 2026
SIG Austria GmbH (Geschäftsführung)
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| Mag. (FH) Johannes Hetz |
| Monika Millinger | Robert Kummer |
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